Umstrittenes Imperium: Wie wurden die USA so einflussreich? | ZDFinfo Doku — Transcript
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- 0:00[Musik]
- 0:03Die Vereinigten Staaten von Amerika.
- 0:07Wie sind sie zur Weltmacht aufgestiegen?
- 0:12Ein Land zwischen zwei Ozeanen
- 0:17mit gemäßigtem Klima, fruchtbaren Böden
- 0:20und riesigen Rohstoffvorkommen.
- 0:24Die Landkarten zeigen, was möglich ist,
- 0:26was schwierig ist und was unmöglich ist.
- 0:30Unzählige Flüsse und Seen durchziehen
- 0:33das Land. Ideal für Handel und den
- 0:35Transport von Menschen und Ideen.
- 0:39Perfekt, um eine Supermacht zu werden.
- 0:43In den Great Planes gedeih Weizen und
- 0:45Mais. Grundlage für eine blühende
- 0:48Landwirtschaft. Kohle und Eisen treiben
- 0:50die Industrialisierung voran und Gold
- 0:53finanziert den Ausbau der Eisenbahn.
- 0:56Eine Geographie, die zu Reichtum und
- 0:58Macht führt, aber auch zu Konflikten.
- 1:04[Musik]
- 1:17White Sands.
- 1:19Hier sollen sich die Fußabdrücke der
- 1:21ersten Siedler in Amerika befinden.
- 1:25Vor Jahrtausenden konserviert der hohe
- 1:27Gipsanteil im Schlamm eines Seeufers die
- 1:29Abdrücke.
- 1:32Gefunden werden die Spuren in New Mexico
- 1:35im Süden der heutigen USA.
- 1:39Doch wie gelangen Menschen damals auf
- 1:41den Kontinent?
- 1:46[Musik]
- 1:51Wo heute die Beringstraße Nordamerika
- 1:54und Russland trennt, sinkt während der
- 1:56Eiszeit der Meeresspiegel.
- 2:01Eine Landbrücke entsteht, Beringia.
- 2:07Nach bisherigen Theorien wandern
- 2:09Menschen aus Asien über diese Landbrücke
- 2:11nach Osten.
- 2:18Doch weil große Gletscherschilde in
- 2:20Kanada das Weiterkommen verhindern,
- 2:22gelangen sie erst am Ende der letzten
- 2:24Eiszeit vor etwa 11500 Jahren weiter
- 2:28nach Süden.
- 2:33Die Fußabdrücke von White Sands in New
- 2:35Mexico erzählen eine andere Geschichte.
- 2:38Radiocarbonmessungen
- 2:40eingeschlossener Pflanzensamen ergeben
- 2:43ein Alter von etwa 23 000 Jahren. Nach
- 2:47der bisherigen Theorie wäre eine
- 2:49Besiedlung Amerikas über die
- 2:51Beringstraße zu dieser Zeit noch gar
- 2:53nicht möglich.
- 2:57Wir können definitiv sagen, dass hier in
- 2:59White Sense während des letzten
- 3:00Höhepunkts der Eiszeit Menschen gelebt
- 3:02haben. Das wäre älter als alles, was
- 3:05bisher in Nord und Südamerika
- 3:07nachgewiesen wurde.
- 3:09Die Forscher entdecken über 400
- 3:12menschliche Fußabdrücke, darunter
- 3:14mehrere Spuren von Kindern.
- 3:18Die Abdrücke geben einen Einblick in
- 3:20eine Zeit, in der sich unsere Vorfahren
- 3:23den Kontinent noch mit riesigen
- 3:24Säugetieren teilen. Darunter Mammuts und
- 3:28Riesenfaultiere,
- 3:29so groß wie Elefanten.
- 3:38Der Schlamm, durch den Menschen und
- 3:39Tiere gingen, trocknete schnell, weshalb
- 3:42die Forscher vermuten, dass die
- 3:44Fußabdrücke in kurzer Zeit entstanden.
- 3:51So öffnet White Sands ein Fenster in den
- 3:54prähistorischen Alltag.
- 4:00Man kann sehen, wie eine Mutter ihr Kind
- 4:02hochhebt, wie sie es absetzt, wie
- 4:04verschiedene Tiere miteinander
- 4:05interagieren oder wo Kinder miteinander
- 4:08spielen. Das sind ganz unglaubliche
- 4:10Szenen, die man sich hier vorstellen
- 4:12kann. Man schaut sich das an und es wird
- 4:14lebendig.
- 4:19[Musik]
- 4:22Wie die Menschen nach Whitesense
- 4:24gekommen sind, ist nicht eindeutig
- 4:26geklärt.
- 4:27Theorien zufolge könnten sie mit Kanus
- 4:30entlang der eisfreien Westküste oder
- 4:33über das offene Meer gefahren sein.
- 4:36Fest steht, lange bevor die Europäer im
- 4:3915. Jahrhundert Nordamerika erreichen,
- 4:42ist der Kontinent besiedelt.
- 4:45Schätzungen zufolge von bis zu 18
- 4:47Millionen Menschen, organisiert in
- 4:50Hunderten von Stammesverbänden.
- 4:53Amerikas Ressourcenreichtum bringt schon
- 4:56seit Jahrtausenden Kulturen hervor.
- 5:01Auf der Suche nach einem Seeweg nach
- 5:03Indien treffen Christoph Columbus und
- 5:06seine Mannschaft am 12. Oktober 1492
- 5:09auf diese Menschen.
- 5:12Zurück in der Heimat berichten die
- 5:14Seefahrer von einem blühenden Land, das
- 5:16nur darauf warte, in Besitz genommen zu
- 5:18werden.
- 5:21Es werden Ansprüche erhoben über Gebiet,
- 5:23von der dessen Erstreckung eigentlich
- 5:24noch gar nicht so ganz bekannt ist. Äh,
- 5:27die wissen eigentlich gar nicht, wie
- 5:28groß das Land ist, in dem sie da
- 5:30agieren.
- 5:31Karten werden zum entscheidenden
- 5:33Herrschaftsinstrument,
- 5:34denn was kartiert ist, lässt sich
- 5:36erobern und kontrollieren.
- 5:39So sichert sich Spanien, das heutige
- 5:42Florida und den Südwesten und gründet
- 5:441565
- 5:46mit St. Augustine die älteste
- 5:48europäische Siedlung der USA.
- 5:52Frankreich beansprucht das Mississippi
- 5:54Becken und Kanada. England, Teile der
- 5:57Ostküste.
- 6:00Amerika lockt die Europäer nicht nur mit
- 6:02fruchtbarem Ackerland. Riesige
- 6:05Waldgebiete versprechen auch Gewinne aus
- 6:07dem Handel mit Pelzen und Holz und
- 6:10Schutz vor Verfolgung.
- 6:14Im Jahr 1620 wagen rund 100 englische
- 6:17Pilgerväter an Bord der Mayflower die
- 6:20Reise über den Atlantik. ihr Wunsch,
- 6:23ihren puritanischen Glauben ungehindert
- 6:26ausüben zu können.
- 6:29Damit begründen Sie den Kern des
- 6:31amerikanischen Selbstverständnisses,
- 6:34eine Nation freier und gleicher Bürger.
- 6:38[Musik]
- 6:44Doch das Überleben gelingt nur mit Hilfe
- 6:46der Ureinwohner.
- 6:48Sie bringen den Siedlern
- 6:49landwirtschaftliche Techniken bei und
- 6:51wie sie sich in der neuen Heimat
- 6:53zurechtfinden.
- 6:56Im Herbst 1621
- 6:58feiern die Pilgerväter gemeinsam mit dem
- 7:00Stamm der Wampenog angeblich das erste
- 7:03Thanksgiving, das traditionelle
- 7:05Ernteedankfest.
- 7:07Doch der Frieden hält nicht lange, schon
- 7:09bald kommt es zu Konflikten und zur
- 7:11Vertreibung der indigenen Bevölkerung
- 7:14aus den Kolonien.
- 7:16[Musik]
- 7:20Ein weiteres dunkles Kapitel Amerikas
- 7:23beginnt mit der Ankunft afrikanischer
- 7:25Sklaven im 16. Jahrhundert. Ab dem 17.
- 7:29Jahrhundert werden sie in den britischen
- 7:31Gebieten als Arbeitskräfte auf Plantagen
- 7:33ausgebeutet.
- 7:35Wirtschaftliche Grundlage dafür ist der
- 7:38atlantische Dreieckshandel zwischen
- 7:40Europa, Afrika und Amerika.
- 7:43Europäische Schiffe steuern zunächst die
- 7:45westafrikanische Küste an. Dort werden
- 7:48Fertigwaren, wie Waffen und Textilien
- 7:50gegen afrikanische Sklaven getauscht.
- 7:53Bis ins 19. Jahrhundert werden so bis zu
- 7:5612,5 Millionen Afrikanerinnen und
- 7:59Afrikaner aus ihrer Heimat verschleppt.
- 8:02Sie landen auf den Plantagen der neuen
- 8:04Welt und müssen unter unmenschlichen
- 8:06Bedingungen die Güter produzieren, die
- 8:08der europäische Markt verlangt. Zucker,
- 8:11Indigo und Tabak. Später vor allem
- 8:13Baumwolle.
- 8:16Bei der Sklaverei ging es nicht um
- 8:18billige Arbeit, sondern um unbezahlte
- 8:21Arbeit. Ein Unterschied, der den Profit
- 8:24enorm steigerte. Die Europäer streben
- 8:27nach immer mehr Land und Ressourcen auf
- 8:29Kosten von Sklaven und Indigenen.
- 8:33[Musik]
- 8:35Um die Beziehungen zu den Ureinwohnern
- 8:37zu stabilisieren, begrenzt König George
- 8:40II 1763
- 8:42die britischen Kolonien schließlich auf
- 8:44die Ostküste.
- 8:47Die Idee war, dass europäische Siedlung
- 8:50oder dass der Siedlungsprozess
- 8:51eigentlich östlich der Apalachen sich
- 8:53erstmal konzentriert. dass das Gebiet
- 8:56westlich der Apalachen eigentlich als
- 8:58ein großes Indianer Reservat gesichert
- 9:00wird und dass der englische König als
- 9:02der große weiße Vater in London und
- 9:04nicht in Washington äh eben äh praktisch
- 9:06in auch dafür sorgt, dass die Indianer
- 9:08dort überleben können. Ähm, aber das ist
- 9:11ja eine der Ursachen für die
- 9:12amerikanische Revolution,
- 9:14weil eben die amerikanischen Siedler
- 9:17längst schon jenseits der Apalachen A
- 9:19gesiedelt haben und noch viel wichtiger
- 9:21Land gekauft hatten, dass sie dann in
- 9:23Zukunft äh weiter verkaufen wollten.
- 9:26Die britischen Siedler wollen sich in
- 9:28ihrer Handelsfreiheit nicht beschneiden
- 9:30lassen. Weitere Einschränkungen ihrer
- 9:33Rechte führen 1775
- 9:35schließlich zur amerikanischen
- 9:37Revolution.
- 9:39Im darauffolgenden Jahr erklären die 13
- 9:41Kolonien ihre Unabhängigkeit.
- 9:44Es ist die Geburtsstunde der Vereinigten
- 9:46Staaten von Amerika. Nach dem Ende des
- 9:49Unabhängigkeitskrieges 1783
- 9:52steht die junge Nation vor großen
- 9:55Herausforderungen,
- 9:56vor allem bei der Erschließung neuer
- 9:58Gebiete im Westen.
- 10:01Ende des 18. Jahrhunderts gibt es noch
- 10:03andere Großmächte auf dem Kontinent. So
- 10:06fließt der Mississippi etwa durch
- 10:08französisches Gebiet.
- 10:11[Musik]
- 10:13Mississippi, Missouri, Ohio und Arkansa
- 10:16River. Das weit verzweigte Wassernetz,
- 10:18gilt als Lebensader der USA. Das
- 10:22Besondere, die Flüsse fließen ruhig,
- 10:24ideal für Schiffaht, Transport und
- 10:27Handel.
- 10:29Rund 90 Tage braucht das Wasser des
- 10:30Mississippi von seiner Quelle in
- 10:32Minnesota im Norden bis zum Golf von
- 10:35Mexiko.
- 10:36Auf 3700 km verbindet sein Flusssystem
- 10:41heute zehn Bundesstaaten.
- 10:48Schon lange bevor die Europäer nach
- 10:50Amerika kommen, nutzen Ureinwohner diese
- 10:52Wasserwege.
- 10:54Wo heute St. Leis am Mississippi liegt,
- 10:57entsteht vor mehr als 1000 Jahren die
- 10:59erste Großstadt Nordamerikas,
- 11:02Kahakia.
- 11:03Gigantische Erdhügel, sogenannte Mouns,
- 11:06sind als stumme Zeugen erhalten
- 11:08geblieben.
- 11:11Die Erdhügel von Kahokia gelten als
- 11:13erste Stadt Amerikas, weil sie
- 11:16urbanisiert war mit einer großen
- 11:17Bevölkerung.
- 11:19Mit etwa 20.000 Einwohnern war sie sogar
- 11:22größer als London oder Paris zu dieser
- 11:25Zeit. Die Archäologin Angela Cooper
- 11:28erforscht die Überreste der
- 11:30untergegangenen Stadt seit mehreren
- 11:32Jahren. Ihre Erkenntnis: Die Lage ist
- 11:35ideal für eine stetig wachsende
- 11:37Bevölkerung.
- 11:40Fisch und Wild bieten ausreichend
- 11:42Nahrung. Mit Holz und Präiegras werden
- 11:44Häuser gebaut.
- 11:48Die Flusssedimente begünstigen den Anbau
- 11:50von Mais, Bohnen und Kürbissen. Doch der
- 11:54Mississippi dient auch als Transportweg
- 11:56und hilft den Einflussbereich Kahokias
- 11:59auszudehnen.
- 12:04Wir bezeichnen die Wasserstraßen
- 12:06manchmal als ihre Autobahnen.
- 12:09Sie nutzen den Mississippi, seine
- 12:11Nebenflüsse und Wasserläufe, um sich zu
- 12:14verbinden oder unterwegs zu treffen.
- 12:20Auch für die USA wird der Fluss zum
- 12:22entscheidenden Faktor auf dem Weg zur
- 12:24Supermacht. Denn wer den Mississippi
- 12:26beherrscht, kontrolliert auch den Handel
- 12:29in Nordamerika.
- 12:31Rund 500 Millionen Tonnen Güter werden
- 12:34jährlich auf den Fluss transportiert.
- 12:40Anfang des 19. Jahrhunderts allerdings
- 12:42versperrt der Mississippi den jungen USA
- 12:45noch den Zugang zu neuen
- 12:46Siedlungsgebieten im Westen.
- 12:51Erst ein außergewöhnlicher Deal ebnet
- 12:54den Weg.
- 12:56[Musik]
- 12:58Am 30. April 1803 trifft sich eine
- 13:01amerikanische Delegation in Paris mit
- 13:04einem Minister des französischen
- 13:05Herrschers Napoleon Bonapard.
- 13:07[Musik]
- 13:08Eigentlich wollen sie sich New Orleans
- 13:10und damit den Zugang zum Atlantikhandel
- 13:13sichern.
- 13:14Doch Napoleon möchte gleich den gesamten
- 13:17französischen Besitz in Nordamerika
- 13:19verkaufen, um seine Kriege in Europa zu
- 13:22finanzieren.
- 13:24Die USA willigen ein und schließen mit
- 13:26dem Louisiana Purchase den größten
- 13:29Landkauf der Geschichte ab für nur 15
- 13:32Millionen Dollar.
- 13:35Und damit verdoppeln die USA 180 ihr ihr
- 13:38Territorium
- 13:40praktisch über Nacht. Aber was genau da
- 13:42verkauft worden ist, wusste weder
- 13:43Napoleon noch noch die amerikanische
- 13:46Regierung in Washington.
- 13:48Das neue Gebiet erstreckt sich vom Golf
- 13:50von Mexiko bis zu den großen Seen im
- 13:53Nordosten und den Rocky Mountains im
- 13:55Westen.
- 13:57Es ist der Startpunkt für die weitere
- 13:59Eroberung des Kontinents.
- 14:08folgt eine beispiellose
- 14:09Wanderungsbewegung, die immer mehr
- 14:11Siedler in die Great Planes, die großen
- 14:14Ebenen führt.
- 14:17[Musik]
- 14:20Diese Präandschaft erstreckt sich
- 14:22zwischen den Apalachen und den Rocky
- 14:25Mountains auf rund 2,9 Millionen
- 14:27Quadratkilometern.
- 14:29Eine Fläche, fast acht mal so groß wie
- 14:32Deutschland.
- 14:42Mit ihrer Reise zur Pazifikküste
- 14:44beginnen die Entdecker Leis und Clark
- 14:47hier 1804 die erste amerikanische
- 14:50Überlandexpedition.
- 14:52Dabei reicht die Geschichte der Region
- 14:54noch viel weiter in die Vergangenheit
- 14:56zurück.
- 15:00Einst von einem tropischen Flachmeer
- 15:02bedeckt, zieht sich das Wasser vor fast
- 15:0570 Millionen Jahren von den Great Planes
- 15:07zurück.
- 15:09Tektonik und Sedimentablagerungen
- 15:11hinterlassen ein flaches, fruchtbares
- 15:13Plateau.
- 15:15[Musik]
- 15:20Darunter verbirgt sich der Ogelala
- 15:22Aquifer, einer der größten
- 15:24Grundwasserspeicher der Erde.
- 15:27Das riesige Reservoir erstreckt sich
- 15:29über acht Bundesstaaten und entsteht vor
- 15:31rund 20 Millionen Jahren als Folge der
- 15:34Erosion der Rocky Mountains.
- 15:42[Musik]
- 15:45Fast ein Drittel des Wassers für die
- 15:48amerikanische Landwirtschaft stammt von
- 15:50hier. Doch die kostbare Ressource ist
- 15:53bedroht.
- 15:57Die intensive Landwirtschaft beansprucht
- 15:59den Olala Aquifer heute mehr denn je.
- 16:12Der 100. Längengrad teilt die Region. Im
- 16:15Osten ermöglichen hohe Niederschläge den
- 16:17Anbau von Weizen, Mais und Soja. Im
- 16:20trockenen Westen dominiert die
- 16:22Rinderzucht. Bereits Ende des 19.
- 16:25Jahrhunderts lockt der Homestad Act
- 16:27zahlreiche Siedler in die Region. Er
- 16:30verspricht jedem Landflächen, der sie
- 16:32bewirtschaften kann.
- 16:34Im 18. Jahrhundert entwickelt sich der
- 16:36amerikanische Traum eigentlich als ein
- 16:38agrarischer Traum, der darin kulminiert,
- 16:40dass ein europäischer Siedler durch
- 16:43seine eigene Hände Arbeit äh am Ende ein
- 16:46Stück Land erwirbt und das Land als
- 16:48Eigentümer bearbeitet.
- 16:50Noch heute bilden die Great Planes das
- 16:53Rückgrad amerikanischen Viehwirtschaft.
- 16:56Knapp die Hälfte aller Rinder und Schafe
- 16:58in den USA werden hier gezüchtet.
- 17:02Besonders der Anbau von Weizen macht die
- 17:05Region aber auch zur Kornkammer
- 17:07Amerikas.
- 17:08Jährlich produzieren Farmbetriebe hier
- 17:11bis zu 50% der amerikanischen
- 17:13Gesamtproduktion.
- 17:16Längst sichern die schier endlosen
- 17:18Felder die Ernährung von über 340
- 17:21Millionen US-Bürgern.
- 17:27Doch die Geographie der Region hat auch
- 17:29eine Schattenseite.
- 17:31Regelmäßig ziehen Wirbelstürme durch die
- 17:34sogenannte Tornado Alley. Dabei
- 17:37vernichten sie Ernten und verwüsten
- 17:40ganze Landstriche.
- 17:50Verantwortlich dafür sind die Apalachen
- 17:53und die Rocky Mountains, die eine
- 17:55Wetterscheide bilden.
- 17:58Zwischen ihnen treffen feuchtwarme
- 18:00Luftmassen vom Golf von Mexiko auf kalte
- 18:03Luft aus dem Norden. Das führt zu
- 18:06unbeständigem Wetter und Gewittern.
- 18:18Wenn die Gewitter in vertikale
- 18:20Luftströmungen geraten, können sie sich
- 18:22zu Superzellen entwickeln und daraus
- 18:24entsteht dann manchmal ein Tornado.
- 18:29Ein besseres Frühwarnsystem für
- 18:31Wirbelstürme soll in Zukunft
- 18:33Menschenleben retten und die Erträge der
- 18:36Landwirtschaft.
- 18:38Rund 1000 Tornados feggen während der
- 18:41Tornado Saison von Anfang März bis Mai
- 18:43über die Great Planes.
- 18:52Anfang November 1805 erreichen Leis und
- 18:55Clark in Oregon dem pazifischen Ozean
- 18:59und damit die natürliche Westgrenze
- 19:02Nordamerikas.
- 19:08Weiter südlich annektieren die USA rund
- 19:1140 Jahre später Texas und führen
- 19:14schließlich Krieg gegen den Nachbarn
- 19:16Mexiko.
- 19:22Nach dem Sieg 1848
- 19:24gewinnen sie zahlreiche neue Gebiete
- 19:26hinzu, darunter Nevada, Uta, Teile von
- 19:30Arizona, New Mexico, Colorado, Wyoming
- 19:34und Californien.
- 19:40[Musik]
- 19:44Sie überwandten die Rocky Mountains und
- 19:45wurden eine Großmacht mit Zugang zu zwei
- 19:47Ozeanen. Sie konnten sich entfalten und
- 19:50zeigen, wie groß und reich sie waren und
- 19:53wie sicher.
- 19:54[Musik]
- 19:58Im selben Jahr macht ein Glücksfund die
- 20:00USA über Nacht zum modernen Eldorado.
- 20:03[Musik]
- 20:07In Nordkalifornien stößt der Arbeiter
- 20:09James Marshall 1848
- 20:12auf Gold.
- 20:16[Musik]
- 20:22Die Nachricht verbreitet sich wie ein
- 20:24Lauffeuer. Der kalifornische Goldrausch
- 20:27beginnt.
- 20:30Auf der Suche nach dem kostbaren
- 20:32Edelmetall zieht es bald tausende
- 20:34Glücksritter in den wilden Westen.
- 20:42[Musik]
- 20:45Rund um die Goldvorkommen schießen
- 20:47Siedlungen und Städte aus dem Boden. San
- 20:49Francisco entwickelt sich innerhalb
- 20:51kurzer Zeit zur Metropole.
- 20:54Gleichzeitig treibt das geförderte Gold
- 20:56die Industrialisierung im ganzen Land
- 20:59voran und ermöglicht so den Bau der
- 21:01Eisenbahn.
- 21:04Seit den 1830er Jahren werden vor allem
- 21:07an der Ostküste Schienen verlegt. Doch
- 21:09nun soll die erste transkontinentale
- 21:12Verbindung entstehen. Das Kernstück
- 21:14bildet die über 3000 km lange First
- 21:17Transcontinental Railroad zwischen Omaha
- 21:20in Nebraska und Kaliforniens Hauptstadt
- 21:23Sacramento.
- 21:251869
- 21:27eröffnet und an das bestehende
- 21:29Schienennetz angeschlossen, gibt es nun
- 21:31endlich eine durchgehende Bahnverbindung
- 21:34zwischen Ost und Westküste.
- 21:41Tausende von Arbeitern, darunter viele
- 21:43Einwanderer aus China und Osteuropa sind
- 21:46daran beteiligt.
- 21:48Sie treiben die Schienen durch Ebenen,
- 21:50Wüsten und Gebirge.
- 21:54Doch der Ausbau hat seinen Preis. Die
- 21:57Ureinwohner Amerikas verlieren weitere
- 22:00Teile ihrer Heimat.
- 22:03Durch Krankheiten, Gewalt und
- 22:05Vertreibung werden sie im Laufe von nur
- 22:07200 Jahren auf einen Bruchteil ihrer
- 22:10ursprünglichen Zahl reduziert.
- 22:15Ein weiteres dunkles Kapitel der
- 22:17Geschichte schreiben die USA mit der
- 22:19Sklaverei.
- 22:28Mitte des 19. Jahrhunderts ist die
- 22:31Nation tief gespalten.
- 22:33Die sogenannte Mason Dixon Linie teilt
- 22:36die USA.
- 22:38Im Norden floriert die Industrie, im
- 22:41Süden werden Sklaven in der
- 22:43Plantagenwirtschaft ausgebeutet.
- 22:49Der Umfang und die Bedeutung des Anbaus
- 22:52von Nutzpflanzen wie Tabak, Zucker und
- 22:55Indigo waren die Grundpfeiler der
- 22:57Wirtschaft im Süden,
- 23:01auch weil diese Staaten größer und das
- 23:03Klima wärmer war.
- 23:07Das verschaffte den Farm und
- 23:09Grundbesitzern
- 23:11einen Vorteil.
- 23:16Die Sklavenarbeit ist zum wichtigsten
- 23:18Wirtschaftsfaktor in den USA geworden.
- 23:21Ihr Wert übersteigt die Summe aller
- 23:24Investitionen in Eisenbahnen, Fabriken
- 23:27und Banken.
- 23:28Der Preis: Eine ganze Bevölkerungsgruppe
- 23:31wird ihrer Menschenrechte beraubt und
- 23:34systematisch ausgebeutet.
- 23:38[Musik]
- 23:45Es ist schwierig von einer großartigen
- 23:47Nation zu sprechen,
- 23:50wenn ihre Wurzeln in Rassismus, Gewalt,
- 23:53Ausbeutung und Unterdrückung liegen.
- 23:591860 leben in den Südstaaten der USA
- 24:03fast 4 Millionen Sklavinnen und Sklaven.
- 24:10[Musik]
- 24:16In diesem Jahr setzt sich der
- 24:18republikanische Präsidentschaftskandidat
- 24:20Abraham Lincoln für ein Ende der
- 24:22Sklaverei ein und wird mit großer
- 24:25Mehrheit gewählt.
- 24:29Sieben Südstaaten sehen nach der Wahl
- 24:32ihre wirtschaftliche Existenz bedroht
- 24:34und treten aus der Union mit dem Norden
- 24:36aus.
- 24:38Nach dem Beginn des Bürgerkriegs folgen
- 24:40vier weitere.
- 24:43Über vier Jahre tobt der Konflikt. Mehr
- 24:46als eine halbe Million Menschen finden
- 24:49den Tod.
- 24:50Es ist ein Krieg, der zum ersten Mal so
- 24:52Züge eines modernen industriellen
- 24:54Krieges zeigt, der destruktiv ist wie
- 24:56kaum ein Krieg zuvor.
- 24:59Und von Lincens Perspektive aus beginnt
- 25:01dieser Krieg als ein Krieg zur Erhaltung
- 25:04der Union, um die Sezzession der
- 25:06Südstaaten rückgängig zu machen. Er wird
- 25:08dann aber einen Krieg zur Abschaffung
- 25:10der Sklaverei.
- 25:121865
- 25:14endet der Krieg. Die Sklaverei wird
- 25:16offiziell abgeschafft.
- 25:21Doch die systematische Diskriminierung
- 25:23der Schwarzen geht weiter. Im Süden
- 25:26folgt auf die Sklaverei die
- 25:28Rassentrennung.
- 25:30Bis zum Civil Rights Act von 1964
- 25:34gibt es dort getrennte Schulen und
- 25:36Restaurants, sogar Toiletten und
- 25:39Wasserspender.
- 25:41Ein Erbe, das sich bis heute in den
- 25:43Köpfen fortsetzt.
- 25:51Die Unterscheidung in Rassen ist in den
- 25:54Vereinigten Staaten tief verwurzelt.
- 25:57Jede Ebene der Gesellschaft hat das auf
- 25:59unterschiedliche Weise gerechtfertigt.
- 26:02Rechtlich, religiös und natürlich
- 26:05sozial.
- 26:08Die Südstaaten verlieren nicht nur den
- 26:10Krieg. Mit dem Ende der Sklaverei bricht
- 26:13auch Ihr Wirtschaftssystem zusammen.
- 26:20Kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs 1860
- 26:23ist der Süden noch deutlich reicher.
- 26:26Bis 1870 nimmt das Vermögen drastisch
- 26:29ab.
- 26:32Gleichzeitig beginnt die
- 26:33Industrialisierung im Norden.
- 26:39Dort begünstigt die Geografie die Nation
- 26:41erneut. Große Rohstoffvorkommen ebenen
- 26:45Ende des 19. Jahrhunderts den Weg zur
- 26:47Supermacht.
- 26:52In den östlichen Apalachen, vor allem in
- 26:55Pennsylvania, West Virginia und
- 26:57Kentucky, lagern riesige
- 26:59Steinkohlevorkommen.
- 27:01Sie liefern den Brennstoff für die
- 27:03Dampfmaschinen und Hochöfen der
- 27:05aufstrebenden Schwerindustrie.
- 27:07[Musik]
- 27:15Der Aufstieg der USA zur Industrie macht
- 27:17ist vor allen Dingen dadurch auch
- 27:18begünstigt, dass die USA das Land sind,
- 27:21dass alle für die Industrialisierung
- 27:23notwendigen Rohstoffe
- 27:26in einem Land vereinigt hat. Ähm, also
- 27:28gerade auch im Unterschied jetzt zu
- 27:30beispielsweise in lateinamerikanischen
- 27:32Ländern, da hat jedes Land einen
- 27:34wichtigen Rohstoff, aber die USA haben
- 27:36alle.
- 27:38Auch Eisenerz trägt zum Aufschwung bei.
- 27:41Es stammt aus der Iron Range am Lake
- 27:43Superior im Grenzgebiet von Minnesota,
- 27:46Wisconsin und Michigan.
- 27:51In der Nähe der Eisen und Kohlereviere
- 27:54entsteht schließlich der sogenannte
- 27:56Manufacturing Bild, die größte und
- 27:59älteste Industrieregion der USA.
- 28:04Vor allem in Chicago wird sie zur Wiege
- 28:06der amerikanischen Stahlproduktion.
- 28:10185
- 28:12entsteht dort ein zehnstöckiges Gebäude
- 28:14mit Stahlskelett.
- 28:16Das sogenannte Home Insurance Building
- 28:19gilt damit als erstes Hochhaus der Welt.
- 28:23In nur einem Jahrzehnt folgen 50 weitere
- 28:26Wolkenkratzer.
- 28:29All das wird möglich mit Rohstoffen aus
- 28:31dem eigenen Land.
- 28:3385% des Eisens, das in den 1950ern in
- 28:37den USA verarbeitet wird, stammt aus der
- 28:40Region der großen Seen.
- 28:44Die USA entwickeln sich in gerade mal 50
- 28:48Jahren, also zwischen 1865
- 28:51und 1913 von diesem agrarisch
- 28:54rückständigen Land zur Industriemacht
- 28:58Nummer 1. Also 1913 produzieren die USA
- 29:00alleine mehr als die nächst beiden
- 29:02industriellen Länder auf der Liste und
- 29:04das sind Deutschland und England
- 29:05zusammen.
- 29:06Der kometenhafte Aufstieg der USA macht
- 29:09sie zum Einwanderungsland Nummer 1. Die
- 29:11meisten Einwanderer kommen aus Europa,
- 29:14Irland, Deutschland, Italien. Gegen Ende
- 29:17des 19. Jahrhunderts verstärkt sich der
- 29:20Zustrom aus Osteuropa, vor allem aus
- 29:22Russland, Polen und Ungarn. Neben Kohle
- 29:26und Stahl wird Erdöl zum Schmierstoff
- 29:28der Wirtschaft. Große Vorkommen gibt es
- 29:30in Texas, Louisiana und Oklahoma. Sie
- 29:33sichern im 20. Jahrhundert den stetig
- 29:35wachsenden Energiebedarf. Hinzu kommt
- 29:38ein geopolitischer Glücksgriff. Bereits
- 29:411867
- 29:42kaufen die USA Russland für rund 7
- 29:45Millionen US-Dollar Alaska ab und
- 29:47erwerben neben Gold, Kupfer und
- 29:49Silbervorkommen riesige Öl und
- 29:51Gasfelder, die dort im 20. Jahrhundert
- 29:54entdeckt werden. All das legt den
- 29:57Grundstein für den Aufstieg Amerikas zu
- 29:59einer der größten Industrien der Welt.
- 30:02Ihr Brutto Inlandsprodukt ist heute
- 30:04höher als das der drei nächst
- 30:06platzierten China, Deutschland und Japan
- 30:10zusammen.
- 30:12Mit dem Kauf Alaskas erlangen die USA im
- 30:1519. Jahrhundert endgültig die
- 30:17Vorherrschaft über den
- 30:18nordamerikanischen Kontinent.
- 30:21Seitdem ist das Land durch seine
- 30:23isolierte Lage vor Angriffen geschützt.
- 30:26im Westen durch den Pazifik, im Osten
- 30:29durch den Atlantik, im Norden und Süden
- 30:32durch den kanadischen Schild und den
- 30:34Golf von Mexiko.
- 30:37Aus dieser Position heraus beginnen die
- 30:40USA über ihre Grenzen hinaus Einfluss zu
- 30:43nehmen, um neue Märkte zu erschließen,
- 30:46aber auch um strategische Interessen
- 30:48durchzusetzen,
- 30:50notfalls mit kriegerischen Mitteln.
- 31:00Am 15. Februar 1898
- 31:03explodiert im Hafen von Havana ein
- 31:05amerikanisches Schlachtschiff.
- 31:08Obwohl Experten heute von einem Unfall
- 31:10ausgehen, liefert der Zwischenfall einen
- 31:12Vorwand für einen Krieg mit Kubas
- 31:14Kolonialmacht Spanien.
- 31:17Nach wenigen Monaten siegen die USA und
- 31:20Kuba wird unter ihrem Schutz unabhängig.
- 31:25[Musik]
- 31:30So haben sie die Spanier aus Kuba
- 31:31vertrieben, denn Kuba war wichtig.
- 31:36Es war eine Art Festung, um den Zugang
- 31:38zum Golf von Mexiko zu kontrollieren
- 31:43und damit auch den Zugang zu den großen
- 31:45Häfen im Süden der USA. Allen voran New
- 31:49Orleans.
- 31:50[Musik]
- 31:53In dem kurzen Konflikt entreißen die
- 31:55Amerikaner den Spaniern die Reste eines
- 31:58einst weltumspannenden Kolonialreichs.
- 32:02Puerto Rico in der Karibik und Guam im
- 32:05Pazifik gehen in amerikanischen Besitz
- 32:08über. Die Philippinen in Südostasien
- 32:11werden bis zu ihrer Unabhängigkeit 1946
- 32:15zu Amerikas einziger Kolonie.
- 32:19Schon seit der Mitte des 19.
- 32:21Jahrhunderts weiten amerikanische
- 32:23Geschäftsleute und christliche
- 32:25Missionare ihren Einfluss auch auf
- 32:27Hawaii aus.
- 32:29Der amerikanische Zucker und Ananasanbau
- 32:31auf den Inseln bount. 1887
- 32:35errichtet die US Navy sogar einen
- 32:37Marinestützpunkt in Pearl Harbor. Nach
- 32:40dem Sturz der hawaianischen Königin
- 32:42durch einen von Amerika unterstützten
- 32:44Putsch wird Hawaii 1898
- 32:47annektiert.
- 32:49Darüber hinaus dehenen die USA ihren
- 32:51Einfluss mit einem Netz von
- 32:53Protektoraten und Einflusszonen immer
- 32:55weiter aus. Teile von Samoa, die
- 32:58dominikanische Republik, Haiti,
- 33:00Nicaragua und Panama werden politisch
- 33:03beeinflusst.
- 33:05In nur einem Jahrzehnt werden die USA so
- 33:08zur dominanten Großmacht im Pazifik.
- 33:12[Musik]
- 33:18Der Zugang zu zwei Weltmehren bedeutet
- 33:21ein enormes strategisches Potenzial und
- 33:24die Möglichkeit militärische und
- 33:26wirtschaftliche Interessen durch
- 33:28Stützpunkte und Handelswege zu sichern.
- 33:37Die Amerikaner haben am Beispiel der
- 33:38Briten erkannt, dass man mit seiner
- 33:40Marine globale Präsenz zeigen muss, wenn
- 33:42man eine Weltmacht sein will.
- 33:44Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt ein
- 33:47Infrastrukturprojekt mit gigantischem
- 33:49Ausmaß, der Bau des Panamakanals.
- 33:53Seit seiner Fertigstellung 1914 verkürzt
- 33:56er den Seeweg und bringt enorme
- 33:58wirtschaftliche und militärische
- 34:00Vorteile.
- 34:03Als der Erste Weltkrieg ausbricht,
- 34:05wollen die USA neutral bleiben, werden
- 34:07aber durch ihr globales Handelsnetzwerk
- 34:10in den Konflikt hineingezogen.
- 34:12wirtschaftlich bereits eine Welt macht,
- 34:15verstärken sie nun auch ihre
- 34:16Streitkräfte.
- 34:18Das sind amerikanische Banken, die den
- 34:20Europäischen Krieg finanzieren. Das sind
- 34:21amerikanische Farmer, die die
- 34:23europäischen Gesellschaften und auch
- 34:25Armeen ernähren. Es ist die
- 34:27amerikanische Industrie, die dann doch
- 34:29jede Menge Kriegsgerät bereithält. Also
- 34:31insofern gibt es diese Diskrepanz, die
- 34:32sich bis 1917 auch dann immer weiter
- 34:34verschärft, äh dass man offiziell
- 34:37neutral ist und zwar riguros, dogmatisch
- 34:39neutral, äh aber tatsächlich eben
- 34:42ökonomisch immer mehr zur Kriegspartei
- 34:44wird. Hinzu kommen ab 1917 die Angriffe
- 34:47deutscher U-Boote auf britische Schiffe,
- 34:50die zivile amerikanische Opfer fordern.
- 34:55Als ein abgefangenes Telegramm den
- 34:57Versuch Berlins belegt, Mexiko zum
- 34:59Angriff auf die USA zu bewegen, ist eine
- 35:02rote Linie überschritten.
- 35:04Präsident Woodro Wilson gelingt es
- 35:06schließlich, den Kongress vom
- 35:08Kriegseintritt zu überzeugen.
- 35:15Ein Sieg soll den USA helfen, die
- 35:17politische Ordnung Europas zu
- 35:19beeinflussen.
- 35:21Präsident Wilson sieht die Demokratie
- 35:23als wichtiges Exportgut. Sie verspricht
- 35:26freien Handel und den Zugang zu
- 35:28Rohstoffen und neuen Absatzmärkten für
- 35:31die USA.
- 35:33Das Problem sind halt immer Autokratien,
- 35:35Despotin, Diktaturen.
- 35:37Das ist für ihn eigentlich so der Hebel,
- 35:39wo er ansetzt und sagt, also wir müssen
- 35:41jetzt unsere Macht dafür einsetzen, die
- 35:43Welt safe for Democracy zu machen. Also
- 35:47das internationale Umfeld äh so zu
- 35:49verwandeln, dass Demokratien,
- 35:51freiheitliche Systeme in ihm sicher
- 35:54existieren können. Bis zum Ausbruch des
- 35:56Zweiten Weltkriegs 1939
- 35:59fallen die USA allerdings wieder in eine
- 36:01isolationistische Politik zurück. Erst
- 36:05der japanische Angriff auf Pearl Harbor
- 36:071941
- 36:09beendet die Neutralität.
- 36:22December 7 1941
- 36:26a
- 36:29infit
- 36:30amica
- 36:32del
- 36:35by naval forces of the ire of jaan
- 36:45[Musik]
- 36:53Nach dem Sieg der Alliierten kommt den
- 36:56USA vor allem die große Entfernung zu
- 36:58den Kriegsschauplätzen zugute.
- 37:08Nach Kriegsende waren die USA die
- 37:11einzige Großmacht, deren Infrastruktur
- 37:14nicht durch den Krieg zerstört oder
- 37:16schwer beschädigt wurde.
- 37:20Aufgrund der Geographie wurde in den
- 37:22Vereinigten Staaten selbst kein Krieg
- 37:24geführt.
- 37:28Das war ein großer materieller und
- 37:30wirtschaftlicher Vorteil.
- 37:32Ein Vorteil, der sich über Jahrzehnte
- 37:35hinweg positiv auswirkte.
- 37:40Das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert
- 37:42zugleich den Beginn des kalten Krieges.
- 37:48Im Westen steht das Verteidigungsbündnis
- 37:51der NATO unter Führung der USA. Im Osten
- 37:54führt die Sowjetunion die
- 37:56kommunistischen Staaten des
- 37:57Warschauerpaktes an. Beide Seiten stehen
- 38:01sich hochgerüstet gegenüber. jederzeit
- 38:04bereit, vermeintliche Bedrohungen mit
- 38:06einem nuklearen Erstschlag zu
- 38:08beantworten,
- 38:11bis die Welt während der Kuberkrise 1962
- 38:15tatsächlich an den Rand eines Atomkriegs
- 38:18gerät. In Stellvertreterkonflikten wie
- 38:21diesem werden zwischen 1947
- 38:24und 1991
- 38:26Einflusssphären mit Waffengewalt
- 38:28ausgehandelt. Zu den Kriegen und dem
- 38:31beispiellosen atomaren Wettrüsten kommt
- 38:33der Wettlauf um die Vorherrschaft im
- 38:35Weltraum.
- 38:38Wirtschaftlich jedoch sind die USA
- 38:40während des kalten Krieges die
- 38:41unangefochtene Supermacht. Über 60% der
- 38:45weltweiten Industriegüter werden damals
- 38:48in den USA produziert. Der Weltmarkt
- 38:51steht nahezu konkurrenzlos offen.
- 38:54Spätestens im 20. Jahrhundert haben die
- 38:56USA ihre geographischen Grenzen
- 38:59überwunden.
- 39:00Mit rund 800 Militärbasen sind sie auf
- 39:03der ganzen Welt präsent. Von Guam über
- 39:06Hawaii bis in die Bucht von Tokyo. Von
- 39:10Osteuropa über den Nahen Osten bis nach
- 39:12Afrika und Lateinamerika.
- 39:19Das ist die wirkliche Karte
- 39:20amerikanischer Macht. Sie zeigt die USA
- 39:22und deren Stützpunkte auf der ganzen
- 39:24Welt.
- 39:32Diese Stützpunkte dienen vielfältigen
- 39:34Zwecken. Sie sollen die USA als
- 39:37Supermacht militärisch absichern,
- 39:39Rivalen in Schach halten und den Zugang
- 39:42zu Handelsrouten und Rohstoffen sichern.
- 39:49Gleichzeitig unterstützen sie Verbündete
- 39:52und ermöglichen die Kontrolle von
- 39:53Krisenregionen.
- 40:00Dass sie selbst nicht unverwundbar sind,
- 40:03erfahren die USA am 11. September 2001
- 40:10die Terrorange auf das World Trade
- 40:12Center in New York und das Pentagon in
- 40:15Washington. eine Zesur.
- 40:27Ich glaube, dass der psychologische
- 40:28Schock der Anschläge von vielen immer
- 40:30noch nicht verstanden wird.
- 40:33Dazu muss man die amerikanische Psyche
- 40:35begreifen.
- 40:37Die Amerikaner glauben, dass ihnen
- 40:39niemand etwas tun kann, dass sie in
- 40:41ihrer Existenz nicht bedroht sind, dass
- 40:43niemand in die USA einmarschieren kann
- 40:45und sie deswegen sicher sind.
- 40:48In gewisser Weise stimmt das auch, aber
- 40:50dann kam dieser Anschlag mit über 3000
- 40:52Toten aus heiterem Himmel.
- 41:05Das hat sie zutiefst erschüttert.
- 41:20Nach den Terroranschlägen vom 11.
- 41:22September beginnt eine neue politische
- 41:25Zeitrechnung.
- 41:27Die USA nutzen ihre Stützpunkte nun
- 41:30nicht mehr zur Verteidigung und
- 41:31Friedenssicherung.
- 41:33Vielmehr dienen einige von ihnen jetzt
- 41:35der Durchsetzung amerikanischer
- 41:37Interessen ohne rechtliche Grundlage.
- 41:41Weltweit werden Geheimgefängnisse
- 41:43eingerichtet, sogenannte Blacksides.
- 41:48In Lagern wie Guantam Mobile auf Kuba
- 41:51werden bis heute Terrorverdächtige ohne
- 41:53Gerichtsverfahren festgehalten.
- 41:56Kritiker werfen den USA Folter und
- 41:58schwere Menschenrechtsverletzungen vor.
- 42:01Alles im Namen des Krieges gegen den
- 42:04Terror.
- 42:07Vom ehemaligen USPäsidenten George W.
- 42:10Bush ausgerufen, richtet sich der Kampf
- 42:13nun gegen die sogenannte Achse des
- 42:15Bösen.
- 42:20Ich denke, sie haben blind um sich
- 42:22geschlagen und ich verstehe das.
- 42:25Aber strategisch gesehen haben sie den
- 42:27Fokus verloren und sich auf Orte wie
- 42:29Afghanistan und den Irak konzentriert,
- 42:32die für sie keine große Rolle spielten.
- 42:35In den 20 Jahren, in denen sie sich
- 42:37darauf konzentriert haben, konnten sich
- 42:39China und Russland ganz frei in der Welt
- 42:41bewegen. Und das haben sie mit großem
- 42:43Erfolg getan.
- 42:46Seit 2013 baut China seinen Einfluss im
- 42:49Indo Pazifik konsequent aus. mit der
- 42:52sogenannten neuen Seidenstraße und
- 42:55zahlreichen Militär und
- 42:56Handelsstützpunkten.
- 42:59Eine starke Konkurrenz für die USA, denn
- 43:02hier befinden sich die Volkswirtschaften
- 43:04der Zukunft.
- 43:06Mehr als 60% der Weltbevölkerung leben
- 43:09in der Region. Fast zwei Drittel des
- 43:12globalen Brutto Inlandprodukts werden
- 43:14mittlerweile hier erwirtschaftet.
- 43:20Asien ist das Herz der Welt.
- 43:23In diesem Sinne wird der
- 43:24asiatischpazifische Raum in Zukunft zum
- 43:27Zentrum der Weltwirtschaft werden, mehr
- 43:30noch als Europa oder die Vereinigten
- 43:32Staaten.
- 43:34Und das ist eine Herausforderung für die
- 43:36USA, weil sie die Welt nicht beherrschen
- 43:39können wie ein Imperium.
- 43:43Es lässt sich also nicht leugnen, dass
- 43:46wir in eine zunehmend multipolare Welt
- 43:48eintreten.
- 43:51Die Geschichte der Vereinigten Staaten
- 43:53ist untrennbar mit ihrer Geographie
- 43:55verbunden. Die Lage zwischen zwei
- 43:58Ozeanen bietet Schutz und öffnet
- 44:01gleichzeitig das Tor zur Welt.
- 44:03Reichhaltige Böden, Rohstoffe und
- 44:06schiffbare Wasserwege bilden die
- 44:08Grundlage für Handel und Fortschritt.
- 44:11Die USA nutzen diese Vorteile und
- 44:14steigen im 20. Jahrhundert zur globalen
- 44:16Supermacht auf. Doch inzwischen
- 44:18verschieben sich die Machtverhältnisse,
- 44:20neue und alte Rivalen beanspruchen die
- 44:23Vorherrschaft. Ob der Einfluss der USA
- 44:26in der Welt von Dauer sein wird, hängt
- 44:28auch davon ab, wie sie im globalen
- 44:30Mächtespiel agieren. Ihre geographischen
- 44:33Vorteile allein werden im 21.
- 44:36Jahrhundert nicht mehr ausreichen.
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