Strafrecht AT Teil 10 (rechtfertigende Einwilligung) — Transcript
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- 0:00herzlich willkommen meine damen und
- 0:00herren zur nächsten runde strafrecht
- 0:04allgemeiner teil ja uns beim letzten mal
- 0:08noch mit einem rest des paragrafen 34
- 0:11stgb auseinandergesetzt also mit der
- 0:14rechtfertigenden einwilligung und haben
- 0:16dann das festnahme recht aus 127 stpo
- 0:20besprochen dass festnahme recht ist wie
- 0:24sie dann gesehen haben eine regelung die
- 0:27sie in der strafprozessordnung finden
- 0:29das heißt also strafprozessrecht und
- 0:31trotzdem kann es eine materielle
- 0:34rechtfertigung sein für eine eine
- 0:39straftat begangen wird und insofern hat
- 0:43es also auch für die ex als klausur
- 0:45außerhalb der strafprozessualen
- 0:47zusatzfrage die immer gefürchtet ist
- 0:50eine relevante bedeutung wir haben es
- 0:54dann die einzelheiten angeschaut wir
- 0:55haben uns mit dem problem
- 0:56auseinandergesetzt was verstehen wir im
- 0:58sinne des § 127 stpo auf frischer tat
- 1:01betroffen darunter dass eine tat
- 1:04vorliegt da kennen sie jetzt die
- 1:07diskussion über die frage muss es
- 1:09tatsächlich eine tat seien also muss
- 1:11tatsächlich eine straftat begangen
- 1:12worden sein oder reicht es aus wenn ein
- 1:15tatverdacht vorliegt dass es umstritten
- 1:17die rechtsprechung geht von einer
- 1:20prozessualen lösung aus und sagt ein
- 1:22tatverdachtes ausreichend während niveau
- 1:25herrschende lehre immateriellen
- 1:27strafrecht in den lehrbüchern zum
- 1:28strafrecht allgemeiner teil
- 1:29er sagt wir brauchen auch tatsächlich
- 1:31eine straftat
- 1:32das hat alles damit zu tun oder im kern
- 1:34damit zu tun dass wenn sie nur einen
- 1:37tatverdacht fordern dann kann es sein
- 1:40dass sie als betroffener der überhaupt
- 1:42nichts beigetragen hat dazu dass jetzt
- 1:45diese diese verdacht situation entsteht
- 1:47dass sie dann
- 1:49ihr notwehrrecht verlieren und sich
- 1:50gegen eine festnahme die völlig
- 1:51unberechtigt ist dann im nachhinein sich
- 1:54als unberechtigt herausstellt dass sie
- 1:56sich dagegen nicht wehren dürfen also
- 1:58insofern ist das durchaus ein relevantes
- 2:00problem ob es in der praxis so häufig
- 2:02zum problem wird das wage ich zu
- 2:04bezweifeln denn die meisten bürger gehen
- 2:08ja nicht hin und nehmen willst geworden
- 2:10irgendwelche leute fest
- 2:12also sie brauchen den meisten fällen ja
- 2:14dann schon einen sehr massiven verdacht
- 2:16und in den allermeisten fällen bestätigt
- 2:20sich natürlich ein solcher massiver
- 2:21verdacht den schon 1 1 ungeschulte
- 2:23bürger erkennen kann dann letztlich auch
- 2:25das heißt das problem tritt dann nur auf
- 2:28wenn keine straftat vorliegt aber die
- 2:31ganze situation so aussieht wie eine
- 2:33straftat
- 2:34aber das sind natürlich auch
- 2:35konstellationen die wir dann in den
- 2:36examens klausuren haben irrtums
- 2:38konstellationen sind ja in exemplaren
- 2:40extrem beliebt dann haben wir uns mit
- 2:43fragen auseinandergesetzt was ist die
- 2:45frische tat und haben letztlich dann
- 2:49uns auch die frage gestellt was passiert
- 2:52wenn die subjektiven voraussetzungen des
- 2:54127 fehlen und da ist ganz wichtig
- 2:57darauf hinzuweisen dass bei 127 stpo
- 3:00nach herrschender meinung wenn die
- 3:02subjektiven voraussetzungen fehlen also
- 3:04ich nicht weiß dass eine festnahme
- 3:06vorliegt lage vorliegt oder ich garnicht
- 3:09festhalte festnehme um der
- 3:11strafverfolgung jemanden zu zu führen
- 3:13sondern um ihnen direkt zu bestrafen
- 3:15ich schwöre ihnen in meinem garten haus
- 3:16ein oder ähnliches das in solchen
- 3:18konstellationen keine rechtfertigung
- 3:20wirkung vorliegt und das ist ein
- 3:21entscheidender unterschied zur notstand
- 3:23oder notwehr da geht die herrschende
- 3:26auffassung davon aus dass bei einer
- 3:29objektiven notwehr oder
- 3:31notstandssituation die der täter aber
- 3:33nicht erkennt oder er handelt zwar in
- 3:37der erkenntnis dieser situation will
- 3:39aber völlig andere zwecke erreichen dass
- 3:43in diesen konstellationen zumindest das
- 3:45erfolgs im unrecht entfällt man also
- 3:48sagt daher grundsätzlich war der erfolg
- 3:50ja in ordnung in durfte man herbeiführen
- 3:52nur nicht mit dieser motivation und
- 3:54deswegen bestrafen in anführungsstrichen
- 3:56nur die motivation also nur den versuch
- 3:59und das haben wir bei 127 eben nicht
- 4:02weil es da im kern auf die frage an
- 4:04kommt wollte jemand den festgenommenen
- 4:08der strafverfolgung zu führen und wenn
- 4:09das nicht gewollt war dann gibt es
- 4:11keinen grund für irgendeine
- 4:11rechtfertigung auch nicht für eine
- 4:13strafmilderung im sinne nur die versuchs
- 4:16strafe dann haben wir den 127
- 4:18abgeschlossen und haben uns mit der
- 4:20frage der einwilligung
- 4:21auseinandergesetzt und haben einen blick
- 4:24in den 228 stgb geworfen da steht aber
- 4:27nur der fall drin in dem eine
- 4:29einwilligung nicht rechtfertigen wirkt
- 4:32nämlich dann wenn wir es mit einer
- 4:33sittenwidrigen konstellation zu tun
- 4:35haben also wenn die
- 4:38tat trotz der einwilligung sittenwidrig
- 4:40ist ich hatte ihnen die drei elemente
- 4:44oder die drei möglichkeiten der
- 4:47einwilligung kurz dargestellt wir haben
- 4:49es zum einen mit der rechtfertigenden
- 4:51einwilligung zu tun die wir uns
- 4:53angeschaut haben dann gibt es die
- 4:55möglichkeit der mutmaßlichen
- 4:56einwilligung das ist der fall in dem sie
- 4:59nach der einwilligung nicht fragen
- 5:01können weil die person beispielsweise
- 5:02bewusstlos ist und sie als arzt schnell
- 5:05handeln müssen da können sie nicht
- 5:06fragen wollen die jetzt operiert werden
- 5:08sondern sie müssen operieren und müssen
- 5:10dann eben mutmaßen wäre der patient mit
- 5:13der operation einverstanden oder nicht
- 5:15und der dritte fall ist dann die
- 5:17hypothetische einwilligungen bei der man
- 5:18aber auch darüber streiten kann ob das
- 5:20überhaupt eine eingelegen in diesem
- 5:22zusammenhang ist und diese hypothetische
- 5:24einwilligung die betrifft
- 5:26konstellationen in denen sie zwar hätten
- 5:28fragen können den patienten
- 5:31beispielsweise häufig kommt es eben im
- 5:33ärztlichen kontext vor sie hätten den
- 5:35patienten fragen können sie hätten ihn
- 5:37informieren können aber sie haben es aus
- 5:39irgendeinem grund nicht getan und jetzt
- 5:41wird im rückblick gefragt na ja hätte er
- 5:44den zugestimmt wenn er informiert worden
- 5:46wäre
- 5:47häufig sind fälle in denen die
- 5:48aufklärungspflicht nicht erfüllt worden
- 5:50sind der arzt klärt nicht vollständig
- 5:52aufgeklärt nicht richtig auf und dann
- 5:55fragt man ja wenn er richtig aufgeklärt
- 5:57hätte hätte der patient da nicht
- 5:59trotzdem zugestimmt
- 6:00als der arzt sagt die das risiko bei der
- 6:04operation ist 15 prozent dass der
- 6:08patient verstirbt
- 6:10und tatsächlich ist das risiko aber 35
- 6:12prozent und der patient sagt ich hatte
- 6:15ja gar keine wahl ich hätte auch bei 35%
- 6:17risiko zugestimmt
- 6:20und wir vermuten nachher dass er dazu
- 6:22gestimmt hätte dann wird man sagen
- 6:23können zumindest sagt dass die
- 6:25herrschende meinung ja dann können wir
- 6:27letztlich nicht wegen tötungen oder
- 6:29wegen körperverletzung bestrafen den
- 6:31körperverletzungen dann in dem fall
- 6:33typischerweise weil der patient ja
- 6:35ohnehin zugestimmt hätte und wenn wir
- 6:38jetzt nachträglich bestrafen obwohl der
- 6:40patient zugestimmt hätte dann würden wir
- 6:43im ergebnis eine verletzung der
- 6:45patientenautonomie als körperverletzung
- 6:48bestrafen darauf gehen wir dann noch mal
- 6:50ein wenn wir uns dann die hypothetische
- 6:52einwilligung anschauen aber erstmal als
- 6:53unterscheidung rechtfertigen der
- 6:55einwilligung es wurde gefragt es wurde
- 6:58eingewilligt mutmaßliche einwilligung
- 7:01ist konnte nicht gefragt werden aber man
- 7:03geht davon aus in der konkreten
- 7:05situation wo man fragen will dass der
- 7:06patient einwilligen würde wenn er könnte
- 7:08hypothetische einwilligung es wurde
- 7:10nicht gefragt es hätte aber gefragt
- 7:12werden können im rückblick ist aber
- 7:13davon auszugehen dass der patient
- 7:15eingewilligt hätte wenn er ordnungsgemäß
- 7:17informiert ordnungsgemäß gefragt worden
- 7:19wäre
- 7:21wir haben uns dann angeschaut welche
- 7:23voraussetzungen die rechtfertigen der
- 7:25einwilligung hat und da sehen wir dann
- 7:27das rechtsgut muss zur disposition
- 7:30stehen das haben wir gesagt beim leben
- 7:32ist es nicht möglich sie können auch
- 7:34nicht in die gefährdung des
- 7:35straßenverkehrs einwilligen selbst ende
- 7:37der polizeipräsident von mannheim sind
- 7:39dürfen sie nicht einwilligen dass hier
- 7:40auf der straße chaos herrscht der
- 7:46verfügende muss dispositions befugt sein
- 7:48das heißt sie können nicht über fremde
- 7:51rechtsgüter verfügen über fremde
- 7:52individual- rechtsgüter ausnahme
- 7:54natürlich dass sie dazu ausdrücklich
- 7:56rechtlich befugt sind also sie können
- 7:58beispielsweise wenn
- 8:00sie eine operation bei einem kind ihrem
- 8:03kind zu stimmen oder wenn sie wenn sie
- 8:07erziehungsberechtigter sind eben bei der
- 8:10person die sie zu erziehen haben und für
- 8:12diese zu sorgen haben da können sie
- 8:13zustimmen oder wenn sie mit der
- 8:15betreuung beauftragt sind mit der
- 8:17personensorge beauftragt sind für eine
- 8:19andere person dann dürfen sie zustimmen
- 8:20aber eben nur in diesem rahmen
- 8:22sie müssen also dispositions befugt
- 8:24seien entweder über eigene rechtsgüter
- 8:26oder über rechtsgüter auf über die ihn
- 8:29aufgrund von rechtsvorschriften oder
- 8:31rechts regelungen die dispositions
- 8:33befugnis zugewiesen ist
- 8:35sie müssen einwilligungs fähig sein dh
- 8:38sie müssen die sittliche und geistige
- 8:40reife haben ein zu sehen worin sie ein
- 8:43wenigen die risiken eines zu sehen die
- 8:45die gefahren abzuschätzen und wir müssen
- 8:47eben wissen worauf sie sich einlassen
- 8:50oder wissen können worauf sie sich
- 8:51einlassen dass sie im konkreten fall
- 8:53auch tatsächlich wissen was sie tun
- 8:55das verlangt niemand sie müssen nur die
- 8:57fähigkeit haben und dann muss die
- 9:00einwilligung vor der tat und frei von
- 9:03willens mängel gegeben werden und die
- 9:07einbildung darf eben nicht das wäre ein
- 9:09unter fall dass der willens menge durch
- 9:11täuschung oder drohung erwirkt sein und
- 9:14schließlich das subjektive merkmal
- 9:17derjenige der dann die körperverletzung
- 9:19die sachbeschädigung begeht der muss
- 9:22wissen dass derjenige dem die sache
- 9:25zugeordnetes eingewilligt hat und
- 9:27aufgrund dieser einwilligung handeln das
- 9:29sind also zwei elemente werden über
- 9:31einige sachen schon gesprochen die ein
- 9:33bewegungsfähigkeit dispositions
- 9:35fähigkeit hatten wir schon
- 9:38erörtert die verfügungs berechtigung da
- 9:43hatten wir kurz darüber gesprochen also
- 9:45alleiniger träger des betroffenen rechts
- 9:47kurz muss ich sagen ich kann also nicht
- 9:48in eine zerstörung eines rechtsgut
- 9:49einwilligen dass mir nicht allein
- 9:51zusteht nehmen sie an eine sache gehört
- 9:54mehreren gesamt hans eigentum oder auch
- 9:56anteils eigentum
- 9:57dann können sie die zerstörung der sache
- 9:59einwilligen
- 10:00die konstellationen die hier interessant
- 10:05werden könnten bei der
- 10:06verfügungsberechtigte sind dann
- 10:08konstellationen beispielsweise wenn
- 10:10sachen beschlagnahmt worden sind also
- 10:12wenn sie da eigentums verschiebungen
- 10:14haben wenn sie nicht mehr verfügen
- 10:15dürfen über sachen nehmen sie an eine
- 10:18sache ist beschlagnahmt worden entweder
- 10:19im zivilprozessrecht also nach den
- 10:22vorgaben des versteckens rechts oder
- 10:23auch im
- 10:27strafprozessrecht dann dürfen sich über
- 10:30diese sache nicht wie nicht einfach
- 10:31verfügen
- 10:32ich denke mal zpo haben sie ja gehört zu
- 10:34weit dass sie wissen dass verstrickung
- 10:36entsteht wenn eine beispielsweise eine
- 10:38sache gepfändet worden ist dann kann das
- 10:41dazu führen dass eben nicht mehr
- 10:42verfügen dürfen freiheit von willens
- 10:45mängel dazu hatte ich schon einiges
- 10:47gesagt nicht durch täuschung oder
- 10:49drohungen erwirbt also die fälle die sie
- 10:51unter 123 bgb kennen
- 10:53da habe ich eben dann keine freiheit von
- 10:56billens mängeln sie können sich diese
- 10:58fälle der anfechtungen ohnehin so ein
- 10:59bisschen hierunter legen und sagen alle
- 11:01fälle in denen die anfechtungen denkbar
- 11:03ist da bin ich typischerweise auch hier
- 11:05in dem in der konstellation dass willens
- 11:10mängel vorliegen also sie werden
- 11:12beispielsweise über eine verkehrs
- 11:13wesentliche eigenschaft einer sache
- 11:15getäuscht und deswegen stimmen sie zu
- 11:17dass die sache zerstört wird
- 11:18da hätten wir dann eine konstellation in
- 11:21der wir sicherlich freiheit von willens
- 11:22mängel nicht annehmen könnten
- 11:24problematisch ist die frage was passiert
- 11:27bei motiv irrtümern ein motiv irrtum
- 11:30liegt dann vor wenn der einwilligen de
- 11:31über umstände die außerhalb des
- 11:33eigentlichen tatgeschehens liegen und
- 11:35dienen zur einwilligung motiviert haben
- 11:37getäuscht wird
- 11:38nehmen sie an sie willigen ein dass
- 11:44ihnen ein organ entnommen wird
- 11:47sie spenden ein organ dann werden sie
- 11:51das typischerweise nur dann tun wenn die
- 11:54person der sie dass die das organ
- 11:57bekommen soll wenn ihnen die sehr nahe
- 11:59steht
- 12:00jetzt könnte man ja die frage stellen
- 12:02ist dann die eingebung wenn das organ
- 12:05von anfang an von seiten des arztes für
- 12:08eine andere person bestimmt war
- 12:10die ihm gar nicht nach steht also man
- 12:12spiegelt ihnen vor es ist für ihren
- 12:14bruder ihre schwester freund freundin
- 12:17was auch immer wir lassen jetzt mal die
- 12:18die rechtlichen regelungen raus wie das
- 12:20überhaupt mit organspenden bei lebenden
- 12:22personen aussieht aber das wird ihnen
- 12:24vorgespiegelt tatsächlich wird das
- 12:26irgendeinem einem reichen menschen
- 12:28eingepflanzt der d-mark viel sehr viel
- 12:30geld gibt das würde strafbarer
- 12:32organhandel wahrscheinlich aber dass
- 12:34sonst an der stelle jetzt mal nicht
- 12:36leicht die frage ob dann eine handlung
- 12:39frei von willens mengen vorliegt denn
- 12:41der punkt ist an der stelle ja der sie
- 12:43wissen ja ganz genau welche folgen
- 12:45welche gesundheitlichen folgen die
- 12:47entnahmen das organ für sie haben wird
- 12:48darüber sind sie aufgeklärt was sie nur
- 12:52nicht wissen ist wie er den vorteil
- 12:54davon haben wird und sie werden mit
- 12:56hoher wahrscheinlichkeit sagen für
- 12:59meinen bruder meine schwester würde ich
- 13:00das organspenden aber nicht für
- 13:02irgendwen wildfremden der meint sich mit
- 13:04geld an organ kaufen zu müssen
- 13:06und da ist die frage reicht das dann aus
- 13:09dieser motiv irrtum motiv irrtum hört
- 13:11sich immer so naja nach nach flüchtigem
- 13:15motiv nach nach laune an aber in dem
- 13:18fall ist es relativ klar dass jeder von
- 13:20uns sich an dieser stelle nicht frei von
- 13:23willens mängeln fühlen würde schon sagen
- 13:25würden das ist ein massiver willens
- 13:27machen das ist die entscheidende frage
- 13:28für mich
- 13:29bei der spende des organs
- 13:32da ist der einwilligen der sich also der
- 13:35entscheidung als solcher bewusst aber
- 13:37unter eingriff der 1
- 13:42die einwilligung wird aber unter
- 13:43eingriff in die entscheidung ausgelöst
- 13:45in dem sinne dass sie diese entscheidung
- 13:48niemals so getroffen hätten
- 13:49sie hat niemals gesagt ja ich finde das
- 13:52organ wenn sie gewusst hätten dass eine
- 13:53andere person geht wir brauchen das auch
- 13:55gar nicht so dramatisch diesem fall so
- 13:57dramatisch aus darzustellen
- 14:00stellen sie sich einfach vor dass sie
- 14:03genau wissen dass eine sache beschädigt
- 14:05wird in deren beschädigung sie
- 14:07einwilligen
- 14:07sie irren sich aber über den wert der
- 14:10sache beispielsweise sie kennen das
- 14:12irrtum über den wert ist kein irrtum im
- 14:15sinne von 119 bgb und da kann man die
- 14:20frage stellen reicht das aus um zu sagen
- 14:23der irrtum war der der die entscheidung
- 14:27war frei von willens mengen das ist
- 14:29nahezu alles umstritten
- 14:31die frage ist an dieser stelle natürlich
- 14:33wie sehr muss man die einwilligung auf
- 14:36das rechtsgut beziehen wie sehr muss man
- 14:38bei der bewertung des irrtums das
- 14:40rechtsgut im blick haben
- 14:41nehmen wir den extremfall mit der
- 14:43organspende sie irren sich bei dieser
- 14:46organisch bin nicht über die rechte über
- 14:48die wirkung für ihr recht gut körperlich
- 14:50unversehrt hat sie irren sich nur über
- 14:53einen außerhalb dieses rechtsgut
- 14:54fliegenden umstand und wenn man das
- 14:58zugrunde legt und stark rechts gut
- 15:00organisiert stark rechts gezogen
- 15:02argumentiert wird man hier wohl sagen
- 15:04müssen die einlegung ist wirksam
- 15:06dass sie dann möglicherweise aus anderen
- 15:08gründen unwirksam ist weil die die
- 15:10transplantation gegen gesetze verstößt
- 15:12ist eine andere frage
- 15:14aber aus diesem grund wird man
- 15:16einerseits sagen können das ist kein
- 15:19relevanter irrtum andererseits wird man
- 15:21sagen müssen wenn ganz klar ist dass ich
- 15:24diese einwilligung so niemals erteilt
- 15:25hätte wenn ich alles rund um gewusst
- 15:28hätte dann kann man auch genauso gut
- 15:30sagen dieser irrtum war so grundlegend
- 15:32und so relevant dass ich hier eine
- 15:35unwirksame einwilligung annehmen müsste
- 15:37beides wäre hier also gut vertretbar an
- 15:40dieser stelle
- 15:45kommen wir zu einer frage die in der
- 15:48rechtsprechung in den letzten jahren
- 15:49sehr relevant geworden ist insbesondere
- 15:54im kontext der sogenannten dritten
- 15:57halbzeit bei fußballspielen
- 15:59vielleicht sagt ihnen das wars dritte
- 16:00halbzeit bei fußballspielen da geht es
- 16:03um die nicht um dass wir danach
- 16:05vielleicht spielt das eine rolle sondern
- 16:07es geht um die schlägerei danach und da
- 16:11stellt sich dann die frage insbesondere
- 16:15in einer bgh-entscheidung in eine
- 16:18entscheidungsfähige münchen in dem fall
- 16:21dann ging es um schlägereien zwischen
- 16:24fußballfans was ich glaube einmal um
- 16:26fans von 1 860 münchen mit bayern
- 16:32münchen fans wenn ich richtig im kopf
- 16:33habe und bei der anderen konstellationen
- 16:36ging es eben um eine straßenschlägerei
- 16:38ob die jetzt mit fußball zusammen hängen
- 16:40weiß ich nicht mehr genau
- 16:41und da war die frage wenn sich jetzt
- 16:45alle beteiligten einig sind dass sie
- 16:47sich gegenseitig auf die schnauze hauen
- 16:48wollen kann man da nicht sagen dass das
- 16:52eben einwilligungen sind alle damit
- 16:55einverstanden sind dass sie
- 16:56möglicherweise verletzt werden
- 16:58abgesehen davon dass natürlich eine
- 17:00straßenschlägerei landfriedensbruch
- 17:03darstellen kann und was weiß ich nicht
- 17:04alles an straftaten die frage geht hier
- 17:07nur gilt nur dem 223 stgb
- 17:11also kann man sagen wenn sich 100 leute
- 17:15einigen wir hauen uns jetzt gegenseitig
- 17:17auf die nase
- 17:18dass dann keine körperverletzungen mehr
- 17:20möglich sind weil wir alle einverstanden
- 17:21sind 228 stgb sagt wer eine
- 17:26körperverletzung mit einwilligung der
- 17:27verletzten person vornimmt handelt nur
- 17:29dann rechtswidrig
- 17:32wenn die tat trotz der einwilligung
- 17:34gegen die guten sitten verstößt
- 17:35und jetzt müssen wir uns die frage
- 17:36stellen verstößt es gegen die guten
- 17:39sitten sich gegenseitig zu verletzen
- 17:44wenn das ganze im rahmen einer straßen
- 17:47schlägerei unter fußballfans passiert
- 17:50jetzt werden wir wahrscheinlich alle
- 17:52sehr unterschiedliche oder zumindest
- 17:54teilweise unterschiedliche vorstellungen
- 17:56von den guten sitten haben
- 17:57je mehr man darüber nachdenkt desto
- 17:59weniger vorstellungen hat man überhaupt
- 18:01was gute sitten sein sollen der begriff
- 18:03ist so offen so unklar
- 18:04und im stgb durchaus nicht unverwandt
- 18:09mit dem historisch extrem belasteten
- 18:12begriff des gesunden volksempfinden uns
- 18:13das bis in die 50er jahre tatsächlich
- 18:15auch in dieser vorschrift drin statt
- 18:18das hat man dann umgebauten von gesunden
- 18:22volksempfinden in die guten sitten es
- 18:24hat sich im ergebnis wenig geändert man
- 18:26kann nicht darunter nichts vorstellen
- 18:27jeder kann da rein interpretieren was er
- 18:28gerade möchte
- 18:31die rechtsprechung hat dann dazu was
- 18:33gesagt was uns aber wirklich in der
- 18:35klausur keinen einzigen schritt weiter
- 18:37bringt
- 18:40heißt es die einwilligung kann
- 18:42sittenwidrig und damit unwirksam sein
- 18:43wenn die tat im motiv ziele mittel oder
- 18:45art der verletzung im anstandsgefühl
- 18:47aller billig und gerecht denkenden
- 18:48zuwiderläuft
- 18:49also gegen die herrschende soziale moral
- 18:51verstößt das ist im wesentlichen nicht
- 18:54wörtlich das im wesentlichen das was die
- 18:55rechtsprechung in diesem vierten band
- 18:58des der amtlichen sammlung als vierter
- 19:00band anfang der 50er jahre des letzten
- 19:02jahrhunderts dazu gesagt hat wenn sie
- 19:05jetzt in der klausur sitzen und sich
- 19:07überlegen was ist denn was wird in dem
- 19:11anstandsgefühl aller billig und gerecht
- 19:13denkenden gerecht
- 19:14dann werden sie im ergebnis zu sagen das
- 19:16was ich für richtig halte
- 19:17was können sie auch nicht sagen woher
- 19:19sollen sie das denn wissen es sei denn
- 19:21sie wissen ganz genau dass ihr
- 19:22billigkeit gefühl und anstandsgefühl dem
- 19:25von dem der gesellschaft so eklatant
- 19:28abweicht dass sie meinen die anderen
- 19:30wären da wohl nicht mit einverstanden
- 19:31aber es ist insbesondere für gerichte
- 19:34natürlich keine große hilfe wenn sie
- 19:37sich erinnern artikel 103 absatz 2
- 19:38grundgesetz bestimmt heitz grundsatz da
- 19:41kriegt man schon ein bisschen
- 19:42bauchschmerzen wenn wir solche
- 19:43formulierungen liest ist das wirklich so
- 19:45hinreichend bestimmt dass sie jetzt
- 19:48wissen was sie dürfen und was sie nicht
- 19:50dürfen müssten sie jetzt ob eine
- 19:55körperverletzung
- 19:58nach nach dieser formel sittenwidrig ist
- 20:02oder nicht
- 20:03also ich kann mir gut vorstellen dass zu
- 20:05der zeit als das geschrieben wurde
- 20:07die einwilligung die sie dem tätowierer
- 20:10erteilen oder dem piazza erteilen sie
- 20:13körperlich zu verletzen dass die als
- 20:15sittenwidrig angesehen worden ist in den
- 20:1750er jahren heute käme auf die idee
- 20:19keiner mehr wirklich niemand sagen ja
- 20:21das ist verstößt gegen das
- 20:22anstandsgefühl aller billig und gerecht
- 20:24denkenden würde man sagen es mag gegen
- 20:27das anstandsgefühl eines teils der
- 20:28gesellschaft verstoßen aber nicht aller
- 20:31billig und gerecht denkenden mal davon
- 20:33abgesehen will ich denken ist immer so
- 20:35ein bisschen schwierig also es hat immer
- 20:37so leicht den hauch von gar nicht
- 20:39richtig nachgedacht denn wenn es
- 20:41tatsächlich die begründung häufig ein
- 20:42bisschen billig das will ich im übrigen
- 20:43im strafrecht auch nicht lesen
- 20:45billigkeit erwägungen also wenn dann in
- 20:47sechs anderen steht das ergebnis wäre
- 20:50unbillig ist nur ein zeichen dass der
- 20:52schreiber dieser klausur sich keine
- 20:53gedanken gemacht hat und auch nicht
- 20:54bereit ist sich gedanken zu machen also
- 20:56vermeiden sie solche formulierungen im
- 20:58zivilrecht funktioniert dass er wenn man
- 21:00da viel mehr abwägungs kriterien
- 21:02einbauen kann
- 21:03und auch dafür ein bisschen schwierig
- 21:05die sittenwidrigkeit muss sich auf die
- 21:07tat als solche beziehen nicht die
- 21:08einwilligung muss sittenwidrig sein das
- 21:11heißt sie müssen sich nachher die tat
- 21:12anschauen ob die sittenwidrig ist das
- 21:16werden wir uns gleich noch etwas näher
- 21:17anschauen warum das relevant ist
- 21:20die frage die sich dann stellt ist und
- 21:23das ergibt sich eigentlich hier schon
- 21:25die tat in motiv ziel oder mittel
- 21:29sittenwidrig ist kann auch der grund der
- 21:32einwilligung zur sittenwidrigkeit führen
- 21:34nehmen wir mal an wir haben es mit
- 21:38tätern zu tun die ein attentat begehen
- 21:41wollen was ja im derzeit nicht so völlig
- 21:44aus der luft gegriffen ist also nehmen
- 21:46sie an sie haben es mit drei
- 21:47rechtsextremistischen tätern zu tun und
- 21:50sie beschließen jetzt an eine bombe zu
- 21:51legen
- 21:52derjenige der auserkoren wort die bombe
- 21:54zu legen und auch zu zünden
- 21:56der traut sich nicht so richtig und
- 22:00deswegen beschließen die beiden anderen
- 22:02wir geben ihm jetzt ein mittel das ihn
- 22:04völlig aus irgend eine droge die ihn
- 22:05völlig enthemmt und damit er auch die
- 22:07tat begeht er ist damit einverstanden
- 22:09und lässt sich diese drogen spritzen das
- 22:12spritzen erste körperverletzung
- 22:13klar es war 23 nicht nur unerhebliche
- 22:16beeinträchtigung der körperlichen
- 22:17unversehrtheit ist jetzt diese
- 22:21körperverletzung strafbar weil die
- 22:25einwilligung sittenwidrig wäre weil
- 22:28natürlich das leben an einer einer bombe
- 22:30das ist natürlich sittenwidrig ist es
- 22:32strafbar ist eine schwere straftat aber
- 22:35dürfen wir das jetzt berücksichtigen
- 22:37also der grund für die 1 gelegen
- 22:39das ist der dass der eine bombe legen
- 22:41sollte jetzt dass die droge bespritzt
- 22:43bekommt wenn wir das berücksichtigen
- 22:46dann würden wir sagen natürlich ist das
- 22:47sittenwidrig und deswegen wäre auch die
- 22:49körperverletzung strafbar
- 22:50im ergebnis ist natürlich uninteressant
- 22:52wenn derjenige dann verfolgt wird dann
- 22:55wird
- 22:56diese gruppe kam wegen der
- 22:58körperverletzung verfolgt sondern legen
- 22:59wir das bombenattentat das ist auch klar
- 23:02wenn sich das jetzt überlegen sie gehen
- 23:05zum arzt und er nimmt ihnen blut ab um
- 23:07irgendwas überprüfen dann würde sie
- 23:10nicht auf die idee kommen dass das
- 23:11sittenwidrig sein könnte
- 23:12also es kommt dann wohl wenn man das so
- 23:14löst auf dem grund an warum jetzt diese
- 23:17körperverletzungs handlung vorgenommen
- 23:19wird der punkt ist also was passiert
- 23:23wenn die körperverletzung selbst nicht
- 23:25sittenwidrig ist aber das ziel der
- 23:26körperverletzung
- 23:28das hat das landgericht mönchengladbach
- 23:30beispielsweise im kontext von auto
- 23:32surfen angenommen
- 23:34das auto surfen unzulässig ist klar
- 23:38verkehrsrechtlich ist unzulässig
- 23:39überhaupt gar keine frage und sie können
- 23:41damit auch ein gefährlicher eingriff in
- 23:42den straßenverkehr basteln aber die
- 23:44frage war jetzt ist derjenige der das
- 23:47auto fährt und andere hält sich oben
- 23:48drauf fest auf dem dach das endet ja in
- 23:52den schlaf es klausuren dann meistens
- 23:53damit dass der obendrauf schwer verletzt
- 23:55wird und sich dann die frage zu stellen
- 23:57hat oder die der klausur bearbeitet sich
- 23:59die frage zu stellen hat ist das jetzt
- 24:01eine freiwillige selbstgefährdung ist
- 24:04das eine fremdgefährdung und kann
- 24:06derjenige der das auto gefahren hat er
- 24:08das geschehen in der hand hat jetzt
- 24:10bestraft werden weil der der oben drauf
- 24:13lag ja damit einverstanden war
- 24:14nehmen wir mal an der kante das risiko
- 24:16tatsächlich ist es dann strafbar
- 24:20unten das auto zu fahren strafe wegen
- 24:23körperverletzung meine ich jetzt nicht
- 24:24wegen verkehrsdelikten obwohl der
- 24:27obendrauf genau weiß was sache ist nur
- 24:29deswegen weil das auto surfen als
- 24:32solches illegales die frage kann man
- 24:35sich dann stellen
- 24:37das bayerische oberste landesgericht hat
- 24:40das hat auch die sittenwidrigkeit bejaht
- 24:42in einem fall in dem ein jugendlicher
- 24:49eingewilligt hat er sich als
- 24:51aufnahmerituale in einer jugendgang
- 24:53brutal zusammenschlagen zu lassen da hat
- 24:56das bayerische oberste landesgericht
- 24:58auch gesagt eine solche einwilligung ist
- 25:00sittenwidrig unter anderem weil das eben
- 25:04dem zweck dient ja illegale tätigkeiten
- 25:06in dieser jugend gang mit zu betreiben
- 25:11der bundesgerichtshof hat das dann hat
- 25:14die fragen dann weiter diskutiert und
- 25:16zwar ging es da um die einwilligung in
- 25:19sado masochistischen praktiken beim
- 25:23sexualverkehr und dann die frage
- 25:25gestellt ist dass eine strafbare
- 25:28körperverletzung wenn das pärchen jetzt
- 25:31ich glaube er würgte sie bis zur
- 25:34bewusstlosigkeit ist natürlich eine
- 25:35körperverletzung und dann ging es um die
- 25:37frage wenn sie das so möchte das war
- 25:39daneben vom gericht nicht anders
- 25:41aufklärbar ist dann davon ausgegangen
- 25:43worden dass sie das so wollte wenn er
- 25:46sagt ja sie wollte das so
- 25:49haben die daneben hat er sie gewürgt ist
- 25:51das dann sittenwidrig weil wir alle das
- 25:54wahrscheinlich eher ein bisschen komisch
- 25:56finden muss vorsichtig zu formulieren
- 25:59kann man dann sagen nur weil das eben
- 26:01einem zweck diente den wir für
- 26:03sittenwidrig ansehen würden ist das
- 26:05schon strafbar
- 26:07der bgh sagt nein also wenn die beiden
- 26:11das wenn die beiden das gut finden und
- 26:13sind damit einverstanden
- 26:15dann kann man das nicht als als
- 26:17ausreichend ansehen dass es dann sich um
- 26:20eine sittenwidrige handlung handelt sie
- 26:22merken 1 dass wir hier keine klaren
- 26:26kriterien bisher gefunden haben und dass
- 26:30die frage offen geblieben ist geht es
- 26:32tatsächlich um motiv ziel mittel oder
- 26:35art der verletzung die rechtsprechung
- 26:38des bgh sich in den letzten jahren dann
- 26:40doch sehr deutlich geäußert
- 26:42ich denke dass diese entscheidung über
- 26:45diese besonderen sexualpraktiken so eine
- 26:47art wende in der bgh rechtsprechung
- 26:50waren die früher herrsche meinung des
- 26:54bgh stellte nämlich so beurteilung der
- 26:56tat zumindest auch auf die ziele und
- 26:58beweggründe der beteiligten ab und hat
- 27:00gesagt sie sehen es reich sprechen recht
- 27:02rechtsprechung des reichs gerichts oder
- 27:05auch literatur aus den 50er jahren
- 27:08die haben gesagt ich muss auch die ziele
- 27:10berücksichtigen und damit wäre unser
- 27:13terroristen fall so zu beurteilen dass
- 27:16nicht nur das leben der bombe strafbar
- 27:17ist sondern auch das spritzen der droge
- 27:19obwohl der dem sie gespritzt wurde damit
- 27:22einverstanden war
- 27:23weil man sagt das ganze die
- 27:25körperverletzung als solche betrachtet
- 27:26ist zwar harmlos je nachdem muss man
- 27:30sich natürlich die pro-ge noch angucken
- 27:31ob die auch harmlos ist aber wir gehen
- 27:33mal davon aus dass da keine
- 27:34schwerwiegenden folgen entstanden sind
- 27:36das ganze ist zwar harmlos aber die
- 27:37ziele die damit verfolgt werden
- 27:39die sind illegal diesem sittenwidrigen
- 27:42das reicht dann aus
- 27:44die rechtsprechung hatte früher die
- 27:46motive einbezogen und formuliert und da
- 27:51geht es auch um schlägerei körperlichen
- 27:53auseinandersetzungen die aus
- 27:54feindseligkeit geboren sind und
- 27:56erfahrungsgemäß mit ernsten gefahren für
- 27:58leib und leben verbunden sind wird die
- 28:00rechtliche billigung nach der für das
- 28:01zusammenleben der menschen grundlegenden
- 28:03südlichen ordnung wie in § 226 stgb
- 28:06ausdrücklicher maßgebend erklärt wird
- 28:08überhaupt zu versagen sein
- 28:09suchen sie jetzt nicht 226 stgb der ist
- 28:12heute zwar 28 der ist verschoben worden
- 28:15das heißt da nimmt man eine
- 28:17gesamtbewertung vor die heute
- 28:19herrschende meinung und das ist nur eine
- 28:22entscheidung aus 2013 dieser relevantes
- 28:24die stellt ausschließlich auf die folgen
- 28:27der körperverletzung ab und sagt und das
- 28:30ist auch verfassungsrechtlich
- 28:31nachvollziehbar
- 28:32die frage der sittenwidrigkeit wenn wir
- 28:35diese wand im raum stehen lassen und
- 28:38dann kann jeder selbst beurteilen was
- 28:39sittenwidrig ist das führt dazu dass wir
- 28:41ein bestimmtes problem bekommen
- 28:42dann ist nämlich nicht mehr für das
- 28:44gericht und auch für den betroffenen von
- 28:46der strafnorm klar wann habe ich sie mit
- 28:49einem strafbaren verhaltens zu tun und
- 28:50was nicht und aus diesem grund müssen
- 28:53wir uns ganz klar daran orientieren ob
- 28:55die art der verletzung die art der
- 28:59misshandlung die art der verletzung und
- 29:01die art der möglichen folgen müsste man
- 29:03sagen ob diese gegen das anstandsgefühl
- 29:05aller billig und gerecht denkenden
- 29:07verstößt und dann ersetzen wir im
- 29:09ergebnis dieses anstandsgefühl aller
- 29:11billig und gerecht denkenden dadurch
- 29:13dass wir sagen wenn die verletzungen
- 29:16besonders schwer sind ist die
- 29:17misshandlungen besonders gefährlich sind
- 29:20und wir große risiken haben dass es eben
- 29:22nicht bei den kalkulierten verletzungen
- 29:24bleibt dann können wir davon ausgehen
- 29:26dass wir es mit einer siebten widrigen
- 29:28handlung zu tun haben
- 29:29er weiß also die neuere rechtsprechung
- 29:31des bundesgerichtshofs die verschiebt
- 29:35jetzt die überlegungen davon also von
- 29:37der perspektive ist das allgemein eine
- 29:41handlung die wir nicht dulden wollen die
- 29:44unser gemeinschaftliches zusammenleben
- 29:45stört oder und das war das war der frühe
- 29:50standpunkt der heutigen standpunkt oder
- 29:52haben wir es mit einer konstellation zu
- 29:55tun in der einfach die risiken der
- 29:57körperverletzung nicht mehr überschaubar
- 29:59sind und diese letzte auffassung die ist
- 30:02ständig im mittlerweile ständiger
- 30:04rechtsprechung des bundesgerichtshof und
- 30:06die hält sich sehr nahe an der
- 30:07verfassungsrechtlichen vorgaben für
- 30:09unser strafrecht rechtsgüter schutz wenn
- 30:11sie das in den blick nehmen mit dieser
- 30:14überlegung wird nicht das rechtsgut
- 30:16körperliche unversehrtheit geschützt
- 30:18sondern da werden unsere moralischen
- 30:20vorstellungen geschützt mit dieser
- 30:22überlegung zu sagen es kommt auf die art
- 30:24der verletzung an da konzentrieren wir
- 30:27uns dann auf die frage ob hier die
- 30:29körperliche unversehrtheit geschützt
- 30:31werden muss oder ob es tatsächlich um
- 30:34moralische überlegungen geht und
- 30:36moralische überlegungen haben in der
- 30:38strafrechtlichen bewertung nur dann
- 30:40etwas verloren
- 30:42wenn der gesetzgeber sie ins strafrecht
- 30:45eingefügt hat
- 30:46ansonsten halten sie sich bitte mit
- 30:48moralischen und ethischen überlegungen
- 30:50zurück wir wissen seit der aufklärung
- 30:52dass moral und recht grundsätzlich zu
- 30:56trennen sind nur der gesetzgeber hat die
- 30:58aufgabe moralische bewertungen zu
- 31:00eröffnen wir haben das in manchen
- 31:02bereichen natürlich da öffnet aber der
- 31:05gesetzgeber uns die möglichkeit ethische
- 31:08überlegungen mit einzubauen
- 31:10das gibt es in manchen bereichen aber
- 31:12sie dürfen nicht anfangen ihre eigenen
- 31:14moralischen überlegungen an die stelle
- 31:16des gesetzes der gesetzgeberischen
- 31:18wertung zu setzen
- 31:19sie müssen dann immer fragen was ist die
- 31:21gesetzgeberische wertung die dahinter
- 31:23steht und deswegen dürfte auch klar sein
- 31:29dass nur eine solche schutzgut bezogene
- 31:32körper auf die körperliche
- 31:33unversehrtheit bezogene überlegung
- 31:34tatsächlich den verfassungsrechtlichen
- 31:36vorgaben gerecht wird
- 31:39deswegen beurteilt die neuere
- 31:42rechtsprechung die frage ob eine
- 31:46körperverletzung mit den guten sitten
- 31:47unvereinbar ist trotz der einwilligung
- 31:50nachdem mit der verletzungshandlung
- 31:53einhergehenden gefahren grad für leib
- 31:55oder leben danach scheidet eine wirksame
- 31:59rechtfertigung aus und das sehen sie
- 32:01dann in dieser entscheidung wenn bei
- 32:03objektiver betrachtung unter
- 32:04einbeziehung aller maßgeblichen umstände
- 32:06die einwilligen de personen durch die
- 32:08körperverletzung in konkrete todes
- 32:10gefahr gebracht wird
- 32:13und in einer weiteren entscheidung des
- 32:16olg münchen und da ging es dann um
- 32:17schnell eine schlägerei bei fußballfans
- 32:24da wird gesagt dass dieser wechsel in
- 32:27der rechtsprechung damit begründet
- 32:30werden kann das bei gravierenden
- 32:33verletzungen der staatliche eingriff in
- 32:34die durch dispositions freiheit legitim
- 32:36sei das bedeutet also dass man sagt wir
- 32:39dürfen die moralischen vorgaben nicht
- 32:42zum maßstab der strafrechtlichen
- 32:45überlegungen erheben und grundsätzlich
- 32:48darf jeder mit seiner gesundheit machen
- 32:49was er will
- 32:50da wird es aber problematisch wo wir wo
- 32:56die drohenden verletzungen so gravierend
- 32:59sind dass wir dem einzelnen nicht mehr
- 33:02erlauben können darüber selber zu
- 33:03entscheiden das ist zum einen wir haben
- 33:06schon gesagt 216 stgb sagt es hat nicht
- 33:09jeder das recht sich selbst umzubringen
- 33:10oder andere dazu zu motivieren sich um
- 33:12also einen selbst umzubringen
- 33:14das recht gibt es nicht und deswegen
- 33:17liegt es auch nahe zu sagen wenn die
- 33:20verletzungen so gravierend sind dass sie
- 33:22auch tödlich enden können
- 33:23da endet dann auch die zulässigkeit der
- 33:27einwilligung
- 33:29hier sehen sie auch dann die überlegung
- 33:32des bundesgerichtshofs zu zum artikel
- 33:34103 grundgesetz der sagt der begriff der
- 33:37guten sitten betrifft weniger außer
- 33:38rechtlich ethisch moralische kategorien
- 33:41als er sagt die guten sitten meint
- 33:43eigentlich gar nicht die guten sitten
- 33:44sondern es geht um vorhersehbarkeit des
- 33:48staatlichen strafen und deswegen muss
- 33:51der begriff auf seinen rechtlichen kern
- 33:53beschränkt werden
- 33:54im ergebnis formatiert der bgh die guten
- 33:59sitten um in ein rechtsgut bezug und
- 34:03sagt statt guter sitten müssten wir hier
- 34:05eigentlich denken dass die gefahren für
- 34:08die körperliche unversehrtheit
- 34:09kalkulierbar bleiben müssen
- 34:13die rechtsprechung habe ich ihnen hier
- 34:16aufgeführt im einzelnen können sie sich
- 34:18das noch mal in ruhe anschauen
- 34:19mir ist es wichtig dass sie in der
- 34:21klausur dann sich überlegen erstens geht
- 34:27es hier um die frage motive und ziele
- 34:31also sie können eine konstellation haben
- 34:34in der die körperverletzung als solche
- 34:36harmlos ist nehmen sie das stechen mit
- 34:38einer nadel aber die ziele die verfolgt
- 34:41werden nicht harmlos sind und die
- 34:43offenkundig gegen unsere rechtsordnung
- 34:45verstoßen oder gegen grundlagen unseres
- 34:48zusammenlebens verstoßen das muss man
- 34:50sich dann im einzelfall anschauen dann
- 34:53ist die frage reicht schon die
- 34:55motivation und die zielsetzung durch den
- 34:58täter aus oder auch durch den
- 35:00einbiegenden aus um die einlegung
- 35:03unwirksam zu machen um sie sittenwidrig
- 35:05die tat dann sittenwidrig zu machen
- 35:07da sagte ja schon ne meinung nein es
- 35:09kommt auf die körperverletzung an
- 35:11unser terrorismus beispiel der andere
- 35:16punkt ist der wenn sie es mit einer
- 35:18straßenschlägerei zu tun haben da stellt
- 35:20sich die frage wenn alle beteiligten
- 35:22wissen dass die dass die späteren
- 35:28handlungen dann zu schweren verletzungen
- 35:30führen können reicht das aus um eine
- 35:33wirksame einwilligung anzunehmen oder
- 35:36ist dann die tat trotz der anlegung
- 35:38sittenwidrig da noch mal der hinweis es
- 35:41kommt nicht auf die sittenwidrigkeit der
- 35:42einwilligung an sondern das gesetz sagt
- 35:44dass die tat trotz der einwilligung
- 35:47gegen die guten sitten verstößt das ist
- 35:49ganz entscheidend
- 35:50und bei diesem schlägerei ba spielt da
- 35:53sagt die rechtsprechung das kommt
- 35:54letztlich darauf an wie hoch die
- 35:56eskalationsgefahr wie hoch die
- 35:59unkalkulierbare gefahr für leib und
- 36:00leben ist und die rechtsprechung
- 36:03orientiert sich zumindest habe ich den
- 36:05eindruck immer an einem boxkampf
- 36:07sozusagen den boxkampf werden viele von
- 36:11ihnen vielleicht als irgendwie
- 36:13ungeregelte schlägerei erleben bzw
- 36:16fragen sich ich frage mich das manchmal
- 36:18warum hauen sich erwachsene leute
- 36:19gegenseitig auf die nase aber soll eben
- 36:21jeder machen warum dürfen die leute das
- 36:24machen weil es regeln gibt der
- 36:26ringrichter sorgt dafür dass sie sich
- 36:28eben gegenseitig nicht umbringen
- 36:29das eben bestimmte schläge verboten sind
- 36:32das gefährliche schläge verboten sind
- 36:33dass man box handschuhe trägt und
- 36:35ähnliches und wenn diese regeln nicht
- 36:38eingehalten werden wenn es eben kein
- 36:41ringrichter gibt wenn bestimmte schlägen
- 36:43nicht verboten sind wenn auch auf den am
- 36:44boden liegenden getreten wird ohne dass
- 36:47man versucht das zu verhindern
- 36:49und das ist eben das typische zeichen
- 36:50einer straßenschlägerei das eben keine
- 36:52regeln gibt dann sagt man hier ist die
- 36:55eskalationsgefahr so hoch dass der staat
- 36:58diese handlungen dann als sittenwidrig
- 37:00ansehen kann im sinn von 228 also zwei
- 37:03aspekte bei den fällen der
- 37:05rechtfertigenden einwilligung im kontext
- 37:07von 228 erster
- 37:10fragen sie sich in der klausur geht es
- 37:12hier um die frage ob es sittenwidrige
- 37:15ziele und motive sind dann stellen sie
- 37:18kurz da dass es darauf nach der
- 37:20herrschenden auffassung nicht ankommt
- 37:21sondern einen klaren rechtsgut bezug auf
- 37:25den kommt es an
- 37:26und der zweite punkt ist wenn es um
- 37:28besonders gefährliche gewalthandlungen
- 37:30geht unkontrollierte schlägereien oder
- 37:32ähnliches dann muss man eben die frage
- 37:35stellen sind hinreichende maßnahmen
- 37:37getroffen worden um erhebliche schäden
- 37:39gefährliche verletzungen tödliche
- 37:41verletzungen zu verhindern
- 37:42und wenn sie das eben nicht haben dann
- 37:44darf man von der sittenwidrigkeit
- 37:45ausgehen
- 37:50es sind also in den klausuren im
- 37:53wesentlichen die beiden fragen die
- 37:54relevant werden können schauen sich
- 37:56vielleicht die rechtsprechung die hier
- 37:57aufgeführten es noch mal an
- 37:59das ist denke ich ganz lehrreich und da
- 38:02exerziert der bgh wirklich vor wie man
- 38:05das im verhältnis völlig unbestimmter
- 38:08begriff sittenwidrigkeit und
- 38:09bestimmtheit grundsatz des artikel 103
- 38:12absatz 2 grundgesetz hinbekommt ob man
- 38:15sagen kann dass die ideen des bgh nach
- 38:18dem wortlaut des gesetzes entsprechen
- 38:19darüber können wir streiten
- 38:31es kommt immer wieder in verschiedenen
- 38:34konstellationen die frage auf inwiefern
- 38:36muss das strafrecht mit dem zivilrecht
- 38:39übereinstimmen inwiefern gibt das
- 38:43zivilrecht im strafrecht vor was illegal
- 38:46sein kann und was nicht
- 38:48und in diesem kontext entsteht eine
- 38:54konstellation in der wir einen gewissen
- 38:56widerspruch zwischen strafrecht und
- 38:58zivilrecht sehen
- 39:00nehmen sie an sie haben einen eine
- 39:04person die 16 jahre alt ist und die will
- 39:09eben ihr neues geburtstagsgeschenk nicht
- 39:13nicht haben hat ein buch geschenkt
- 39:16bekommen ein total langweiliges buch aus
- 39:18ihrer sicht und überlegt jetzt mit einem
- 39:22kumpel zusammen das buch mal anzuzünden
- 39:24mal gucken wie das buch brennt
- 39:26bücherverbrennungen sind ein
- 39:27geschichtlich massives problem damit
- 39:29sollte man gar nicht erst anfangen das
- 39:31wissen wir alle aber die beiden machen
- 39:33das trotzdem
- 39:33und derjenige der zündelt ist nicht der
- 39:36eigentümer sondern ist es der andere und
- 39:38er zündet ihr dieses buch an
- 39:41jetzt werden wir uns die frage stellen
- 39:44hätte unser 16-jähriger seinem kumpel
- 39:48das buch verkaufen können
- 39:53die überlegen taschengeldparagraf oder
- 39:56ähnliches da können wir darüber
- 39:57nachdenken
- 39:58es wäre eine überlegung aber nehmen wir
- 40:02mal an das buch war teurer weit jenseits
- 40:05des taschengeldparagraf und ein buch ein
- 40:08total langweiliges beispielsweise ein
- 40:10juristischer kommentar für 400 euro
- 40:13wir schenken einem 16 jährigen aber wir
- 40:15kennen das ja mit den professoren fällen
- 40:18und entzündetes diesen kommentar für 400
- 40:20euro an der nicht mehr taschengeld
- 40:22bereich liegt also der kumpel zündet
- 40:24dass das buch an
- 40:26zivilrechtlich hätte eben das eigentum
- 40:27nicht wirksam übertragen können
- 40:29kann er denn dann einwilligen in die
- 40:32zerstörung dieses buches also
- 40:35zivilrechtlich übertragen wer unwirksam
- 40:37oder schwebend unwirksam
- 40:41bis zur zustimmung
- 40:46wenn die beiden sich jetzt aber geeinigt
- 40:49hätten die hauen sich gegenseitig so auf
- 40:52die nase bis blut fließt oder schauen
- 40:56sich in den bauch was weiß ich was ihr
- 40:58da überlegen gucken wer die stärksten
- 41:00bauchmuskeln hat und dann wird auch den
- 41:01bauch gehauen tut weh aber da wäre die
- 41:05einwilligung völlig unproblematisch da
- 41:08hätten wir kein problem mit der
- 41:09einwilligung und dann steht natürlich
- 41:10die frage kann es sinnvoll und richtig
- 41:13sein dass sie als 16 jähriger in die
- 41:16verletzung ihrer körperlichen
- 41:17unversehrtheit eingelegen können aber in
- 41:19die zerstörung eines buchs das ihm
- 41:21gehört nicht zivilrechtlich ist es
- 41:24relativ klar sie dürfen das eigentum
- 41:26nicht übertragen sie sind nicht
- 41:27dispositions befugt über dieses eigentum
- 41:30weil das zivilrecht ihnen diese
- 41:31dispositions befugnis nicht gibt ist
- 41:34zwar ihr eigentum auch trotzdem dürfen
- 41:36sie nicht disponieren
- 41:37bei der körperlichen unversehrtheit
- 41:38dürften sie das schon und da entsteht
- 41:42dann das problem dass wir uns die frage
- 41:44stellen müssen gilt hier tatsächlich das
- 41:47zivilgericht oder muss man dann nicht im
- 41:49kontext des strafrechts sagen der
- 41:52eigentumsschutz des strafrechts geht an
- 41:54dieser stelle nicht so weit
- 41:55das heißt selbst wenn ich das eigentum
- 41:58an dem buch nicht übertragen könnte kann
- 42:01ich trotzdem strafrechtlich einlegen und
- 42:05dafür sorgen dass der kumpel nicht
- 42:06bestraft wird selbst wenn er das buch
- 42:08dann ersetzen müsste kann hier also das
- 42:10strafrecht vom zivilrecht abweichen und
- 42:13sagen zivilrechtlich mag das unzulässig
- 42:16sein aber wir bestrafen das nicht
- 42:18die frage ist offen sie finden eine
- 42:21schöne darstellung der einzelnen
- 42:23argumente wenn ich das richtig im kopf
- 42:24habe bei hillenkamp cornelius das buch
- 42:28kann ich ihnen nur ans herz legen
- 42:30strafrecht allgemeiner teil
- 42:32ich glaube es 132 probleme aus dem
- 42:34strafrecht allgemeiner teil
- 42:35wenn ich da gelegentlich vom problem
- 42:38buch von hillenkamp und cornelius
- 42:39spreche dann meine ich dass die probleme
- 42:41da dargestellt sind nicht dass das buch
- 42:42problematisch wäre das buch ist
- 42:44herausragend gut also da können schon
- 42:48mal probleme auftauchen das ist ein
- 42:49exemplar so auch durchaus denkbar dass
- 42:51da mal ein problem entsteht und dann
- 42:53müssen sich eben mit der frage
- 42:54auseinandersetzen wie sie das problem
- 42:56lösen das ist ganz ihnen überlassen ob
- 42:58sie die strafrechtliche theorie dann
- 43:00anwenden und sagen das strafrecht muss
- 43:03sich auch mal vom zivilrecht lösen ist
- 43:04mir durchaus sympathisch diese ansicht
- 43:06und sagen dann in beiden fällen wenn er
- 43:09eben die geistige reife erkennen dass es
- 43:13ein verstoß gegen die guten sitten wäre
- 43:15ein jura kommentar zu verbrennen
- 43:17wenn er die die geistige kapazität hat
- 43:20dann darf er auch einwilligen dann ist
- 43:21sie auch wirksam selbst wenn dann jemand
- 43:22schadenersatzpflichtig sein sollte dann
- 43:24können sie das so lösen oder sagen eben
- 43:26ich löser streng nach dem zivilrecht was
- 43:29natürlich das zu dem seltsamen ergebnis
- 43:31führt dass sie sich geben gegenseitig
- 43:33straflos auf den auf den bauch hauen
- 43:35dürfen aber nicht sachen zerstören
- 43:37dürfen
- 43:40überraschungen habe ich schon einiges
- 43:42gesagt dass dann nur noch mal kurz eine
- 43:50durch täuschung herbeigeführte
- 43:51einwilligung ist unwirksam das gilt im
- 43:54grundsatz eine einwilligung ist nämlich
- 43:58nur dann anzunehmen wenn der einwilligen
- 43:59die in kenntnis aller umstände auf das
- 44:01rechtsgut verzichtet und das bedeutet
- 44:03beispielsweise eben auch wenn sie es mit
- 44:06einer ärztlichen aufklärung über einen
- 44:09eingriff bei einer operation zu tun
- 44:10haben dass dann diese einwilligung auch
- 44:13nur wirksam ist wenn sie über alle
- 44:16risiken aufgeklärt sind wenn sie über
- 44:17die heilungschancen aufgeklärt sind
- 44:19und da gab es durchaus einige fälle in
- 44:22denen beispielsweise der arzt aufgeklärt
- 44:27hat aber beispielsweise vergessen hat
- 44:29über einen bestimmten umstand
- 44:31aufzuklären über eine nebenwirkung oder
- 44:34er hat aufgeklärt über die
- 44:37heilungschancen hat aber vergessen eine
- 44:39andere therapie die auch noch möglich
- 44:41wäre zu nennen und da kann es dann
- 44:44durchaus zu problemen kommen dann werden
- 44:45wir dann im bereich der hypothetischen
- 44:47einwilligung aber es gilt erst mal wenn
- 44:50ich nicht vollständig aufgeklärt bin
- 44:52dann habe ich eben mit einer unwirksamen
- 44:54einwilligung zu tun und das ist der
- 44:56grund warum sie wenn sie operiert werden
- 44:59einen ganzen berg an papieren zu lesen
- 45:01bekommen den sie dann unterschreiben
- 45:03müssen weil über jedes risiko im detail
- 45:04aufgeklärt werden muss und da können sie
- 45:06sich vorstellen dass krankenhäuser dann
- 45:08im zweifel sagen dann klären wir lieber
- 45:10über mehr dinge auf als über zu wenig
- 45:12was dann natürlich das problem mit sich
- 45:14bringt was jeder von uns weiß dass man
- 45:17insbesondere vor einer operation die
- 45:19vielleicht schnell gehen muss keine 400
- 45:21seiten belehrung lesen kann
- 45:23insbesondere wenn sie auf eine
- 45:25augenoperation zu gehen dann wird es
- 45:26besonders schwierig 400 seiten vorher zu
- 45:28lesen aber sie merken wir das problem
- 45:30liegt die vernünftige aufklärung
- 45:32einerseits und die umfassende aufklärung
- 45:35andererseits kann dann schon mal zum
- 45:36problem werden die einwilligung die ist
- 45:43dann eben der ausdruck der willens
- 45:45entschließungen betätigungsfreiheit und
- 45:47die fehlt wenn die einwilligung
- 45:49enttäuscht wird also wenn sie durch
- 45:51täuschung erlangt es dann können sie
- 45:53eben nicht ihre willens betätigung und
- 45:55willens entscheidungsfreiheit so ausüben
- 45:57wie sie das können werden sie
- 45:59entsprechend richtig informiert sind die
- 46:04lehrer von der bedeutung scannt nist die
- 46:08sieht das ein bisschen anders die stellt
- 46:10nicht nur auf die frage des willens
- 46:12mangels ab sondern sie sagt der
- 46:16entscheidende frage ist nicht habe ich
- 46:18mich über bin ich über jedes detail der
- 46:20situation informiert kenne ich also
- 46:22jedes detail meiner entscheidung sondern
- 46:25ich habe das volk schon angedeutet da
- 46:26können kommen wir wieder zurück zu
- 46:27unserem beispiel mit der mit der
- 46:29organspende
- 46:30sie fragt ist der ein gelegene über die
- 46:32bedeutung und reichweite des hingegeben
- 46:34gutes informiert also wenn sie dann
- 46:37wieder den organen fall anwenden würden
- 46:39sie sagen hier ist meine welt schließen
- 46:43und willens betätigungsfreiheit
- 46:44betroffen und verletzt wenn ich nicht
- 46:47darüber informiert werde wer mein organ
- 46:49bekommt denn dann kann ich mich nicht so
- 46:52entschließen wie ich mich entschließen
- 46:53würde wenn ich voll informiert werden
- 46:55diese lehre von der bedeutung kenntnis
- 46:58würde sagen naja du weißt ja dass
- 47:00demnach ein organ fehlt du weißt mit
- 47:01welchen problemen zu kämpfen hat und
- 47:03deswegen bist du bestens informiert auf
- 47:05die frage wo das organ hingeht da kommt
- 47:08es nicht an weil ich das ja in deiner
- 47:10körperlichen unversehrtheit nicht
- 47:11betrifft wer das organ bekommen hat
- 47:14davon hängt nicht ab ob du nachher
- 47:16irgendwelche probleme mit
- 47:17wundinfektionen oder was ich auch immer
- 47:19bekommst also medizinisch ist die frage
- 47:22wer das organ bekommt nicht
- 47:23wand und da ist eben die frage wie man
- 47:26dieses problem löst ein weiteres
- 47:31argument was hier genannt wird ist dass
- 47:33die eigenverantwortlichkeit der
- 47:35entscheidung nicht betroffen ist sie
- 47:37können ja immer noch so
- 47:38eigenverantwortlich eben über ihr
- 47:40rechtsgut entscheidend wie sie ist
- 47:41könnten wenn sie über die tatsächliche
- 47:47tatsächlich empfänger des organs
- 47:49informiert wird wären problematisch ist
- 47:55diese lösung hier
- 47:57es hatte schon gesagt weil sie im
- 48:00ergebnis dazu führt dass nehmen wir mal
- 48:02an wir sagen jetzt der arzt wird
- 48:04bestraft wegen körperverletzung wir
- 48:06sagen die einwilligung ist unwirksam
- 48:07weil er uns getäuscht hat dann wird er
- 48:09bestraft wegen körperverletzung
- 48:12obwohl der patient ganz genau wusste was
- 48:15ihm passiert eingewilligt in die
- 48:17körperliche verletzung und im ergebnis
- 48:20bestrafen wir die verletzung der willens
- 48:22entschließung und betätigungsfreiheit
- 48:24über den 223 für die verletzung oder für
- 48:30die bestrafung wegen verletzung der
- 48:31willens entschließung und
- 48:33betätigungsfreiheit sind aber andere
- 48:35vorschriften zuständig schauen sie mal
- 48:37in paragraphen 240 stgb
- 48:48während menschenrechtswidrig mit gewalt
- 48:50oder durch drohung mit einem
- 48:51empfindlichen übel zu einer handlung usw
- 48:53nötigt das ist eine vorschrift die
- 48:57bestraft wenn ihnen jemand eine
- 49:00entscheidung auf nötigt nehmen sie den
- 49:03fall denn jeder von uns wahrscheinlich
- 49:04schon mal erlebt hat sind auf der
- 49:07autobahn linke spur unterwegs entspannt
- 49:09mit 130 140 oder so und dann kommt von
- 49:11hinten jemand angeflogen mit 190 200
- 49:14oder mehr lichthupe und blinker und sie
- 49:20kriegen schweißausbruch und herzrasen
- 49:22und fahren auf die rechte spur
- 49:24das war ein klassischer fall der
- 49:26nötigung und da würde man sagen da ist
- 49:29dann die entscheidungsfreiheit betroffen
- 49:31sie haben angst der rat den hinten drauf
- 49:32oder macht irgendwas auf jeden fall
- 49:35haben sie da sogar in dem fall wird man
- 49:37sogar anwendung von gewalt annehmen
- 49:38dürfen
- 49:40da haben sie also eine beeinträchtigung
- 49:42ihrer ihrer entscheidungsfreiheit der
- 49:45punkt ist der die täuschung einer person
- 49:48ist nicht strafbar
- 49:49das wäre aber auch schlimm wenn wir jede
- 49:51täuschung unter strafe stellen würden
- 49:53stellen sie sich mal vor was dann alles
- 49:55strafbar wäre
- 49:58sie gehen nicht mit ins kino weil sie
- 50:00kopfschmerz namen machen ich habe
- 50:01überhaupt keine lust ins kino zu gehen
- 50:02wollen dass man nicht sagen
- 50:03das wäre eine täuschung das würde dann
- 50:06bestraft es wäre absurd wenn wir jede
- 50:10täuschen unter strafe stellen sind für
- 50:11täuschung haben wir andere sanktionen
- 50:13haben wir soziale sanktionsmöglichkeit
- 50:15aber keine strafrechtlichen täuschung
- 50:17wird dann bestraft das sehen sie im
- 50:19paragrafen 263 stgb wenn sie sich damit
- 50:23einen vermögensvorteil verschaffen
- 50:25wollen und einen anderen damit schädigen
- 50:30wollen
- 50:30dann haben wir es mit einer täuschung zu
- 50:33tun die bestraft wird und auf diese
- 50:35weise würden wir die täuschung die
- 50:38nichts mit vermögensvorteilen zu tun hat
- 50:40die auch keine nötigung darstellt in
- 50:42irgendeiner weise über 223 stgb
- 50:44bestrafen
- 50:45und da liegt ein massives problem also
- 50:48der 223 würde hier in unserem organ fall
- 50:51genutzt um den arzt zu bestrafen der sie
- 50:54belogen hat und deswegen das organ an
- 50:57den falschen in anführungsstrichen an
- 50:59den falschen empfänger gegangen ist
- 51:01diese lehrer falle bedeutungs kenntnis
- 51:03die sieht das problem und sagt das
- 51:06dürfen wir nicht tun und deswegen geht
- 51:08es uns nur um das rechtsgut
- 51:09und ich bin ziemlich sicher dass alle
- 51:12von ihnen ein mulmiges gefühl bei der
- 51:15zweiten lösung haben alle von ihnen
- 51:18werden denken der arzt muss aber
- 51:19irgendwie bestraft werden
- 51:21und selbst wenn der arzt ein
- 51:23riesenbetrag dafür kassiert hat dann
- 51:27kann er trotzdem nicht wegen betruges
- 51:29bestraft werden
- 51:31weil er ihnen kein vermögensschaden
- 51:32zugefügt hat wenn sie das organ
- 51:34abgegeben haben denn das organ ist nicht
- 51:36ein vermögensbestandteile aber seine
- 51:37konzentration wo man sagen würde
- 51:39das muss doch irgendwie bestraft werden
- 51:41wir können es aber nicht bestrafen
- 51:42und da greift dann nach der herrschenden
- 51:44meinung eine theorie die sie bitte aber
- 51:46nicht den examina suhr auf die sich
- 51:49nicht berufen dass die sogenannte
- 51:51schweine und theorie der schweine und
- 51:53muss bestraft werden diese theorie sitzt
- 51:56bei vielen von uns natürlich in den
- 51:57köpfen und manchmal ist auch
- 51:59nachvollziehbar aber ob die lösung dann
- 52:01richtig ist die große frage
- 52:03diese lösung lehre von den willens menge
- 52:05ist aber absolut vertretbar und ist wohl
- 52:07auch die herrschende auffassung diese
- 52:09lösung ist strafrechts dogmatisch die
- 52:10richtige aber hinterlässt bei uns allen
- 52:14ein mulmiges gefühl gleich sehen wir uns
- 52:18die mutmaßliche einwilligung an
- 52:26die dame ist mit einer rechtlich
- 52:28zulässigen aber es tatsächlich gründen
- 52:29tatsächlichen gründen fehlenden
- 52:31einwilligung zu tun und der typische
- 52:34fall in den meisten examens klausuren
- 52:36ist der dass eben der patient schwer
- 52:38verletzt angeliefert wird ins
- 52:39krankenhaus eingeliefert wird
- 52:41und dann geht es um die frage dürfen wir
- 52:44ihm jetzt den den bauch aufschneiden um
- 52:48einen ein fremdkörper raus zu holen oder
- 52:54sie haben einen patienten der schon im
- 52:56delirium liegt weil er einen
- 52:58blinddarmdurchbruch hat oder was auch
- 53:00immer
- 53:01als der patient ist nicht ansprechbar
- 53:04muss aber sofort operiert werden damit
- 53:06er nicht verstirbt oder andere schwere
- 53:08folgen eintreten
- 53:09aus diesen gründen können sie das sind
- 53:12die tatsächlichen gründe patient ist
- 53:14nicht ansprechbar können sie ihn nicht
- 53:16fragen und sie können keine einwilligung
- 53:18einholen und da greift dann das prinzip
- 53:22des mangelnden oder mutmaßlichen
- 53:24interesses mangelndes interesse ist der
- 53:28fall in dem wir sagen können in der
- 53:30konkreten situation hat er kein
- 53:32interesse an seiner körperlichen
- 53:33unversehrtheit oder zumindest ein
- 53:35geringeres interesse daran dass seine
- 53:39körperliche unversehrtheit also
- 53:41unversehrtheit der bauchdecke im
- 53:43vergleich zu sterben durch die durch den
- 53:46damen durchbruch hat er eben kein
- 53:48interesse daran oder ein geringeres
- 53:49interesse an seiner körperlichen
- 53:50unversehrtheit an als an der
- 53:52durchführung der operation und das sind
- 53:55eben konstellationen in denen wir eine
- 53:57ähnliche situation haben
- 54:00da haben wir eben keinen auftrag niemand
- 54:03hat dem arzt gesagt er soll das jetzt
- 54:05machen also der patient hat es ihm nicht
- 54:06gesagt
- 54:07aber der arzt macht es trotzdem weil er
- 54:09den patienten retten will
- 54:12die tatsächlich erteilte einwilligung
- 54:14die wir sonst also brauchen die wie die
- 54:16sie bitte auch in axams klausur erst mal
- 54:18ansprechen
- 54:20das eben keine tatsächliche einwilligung
- 54:22vorliegt die wird ersetzt durch den mars
- 54:25durch den mutmaßlichen willen als sie
- 54:28prüfen dann wie gehabt dispositions
- 54:32disponible das rechtsgut also leben
- 54:35funktioniert an der stelle nicht
- 54:36dispositions fähigkeit unseres patienten
- 54:40dann die geistige und sittliche reife ja
- 54:45dann müssen die dann im ergebnis die
- 54:46geistige und sittliche reife eines
- 54:47durchschnitts betrachters anlegen und
- 54:51dann müssen sie die frage stellen wie
- 54:53sieht das mit der einwilligung vor oder
- 54:55während der tat sozusagen aus aber vor
- 54:58durchfahrt handlungen und da ersetzen
- 55:01sie diese tatsächlich ausdrücklich vor
- 55:03der tat erklärte einwilligung durch die
- 55:06mutmaßliche einwilligung sie fragen also
- 55:09was hätte der durchschnittliche patient
- 55:12eben gewollt jetzt ganz sicher dass der
- 55:16ex ante position zu beurteilen die sich
- 55:19am wahrscheinlichen willen des
- 55:20betreffenden ausrichtet also sie fragen
- 55:23sich was hätte dieser konkrete
- 55:26betroffene gewollt wenn sie
- 55:27informationen haben dass dieser konkrete
- 55:30betroffene behandlungen ablehnt er lehnt
- 55:34eine operation ab weil er keine
- 55:36bluttransfusion möchte oder was auch
- 55:37immer
- 55:37dann muss auch das zugrunde gelegt
- 55:40werden wenn sie so was in der ex amsler
- 55:41so wissen selbst wenn das aus ihrer
- 55:44sicht völlig unvernünftig erscheint
- 55:47das hat ihm heißt die mutmaßliche
- 55:49einwilligung ist keine begründung dafür
- 55:51dass sie jemandem vernunft aufdrängen
- 55:54können man darf niemanden zu seinem
- 55:56glück zwingen in diesem kontext auch
- 55:59wenn sie keine informationen haben dann
- 56:01dürfen sie davon ausgehen dass die
- 56:02person ebenso vernünftig wie ein
- 56:05vernünftiger durchschnittsbürger handelt
- 56:07und im ergebnis entscheiden sie das in
- 56:09der klausur was sie für vernünftig
- 56:10halten also die frage ist kommt es auf
- 56:12die person im sachverhalt an was die
- 56:15wissen kann oder weiß oder was sie als
- 56:18als objektiver betrachtet das ganze
- 56:19sachverhalts wissen haben sie da
- 56:22irgendeine ein sonderfall den sie sich
- 56:24vorstellen oder ok also die frage ist
- 56:26was passiert wenn der behandelnde arzt
- 56:30nichts von der von der religiösen
- 56:33orientierung weist scientologen will ich
- 56:36jetzt nicht als religiöse orientierung
- 56:37bezeichnen aber eine weltanschauliche
- 56:40was auch immer als der typische fall
- 56:42sind sind zeugen jehovas die eben
- 56:46bestimmte behandlungsmethoden ablehnen
- 56:47und da würde man dann eben sagen wenn
- 56:49der arzt das nicht weiß dann würde man
- 56:54an der stelle sagen die mutmaßliche
- 56:57einwilligung liegt trotzdem nicht vor
- 56:58weil wir von der konkreten person
- 57:00ausgehen müssen
- 57:01aber wir würden den art trotzdem nicht
- 57:03bestrafen weil er sich dann ein irrtum
- 57:05befindet dieser irrtum eben dann über
- 57:08den erlaubnis tatbestands irrtum gelöst
- 57:10würde also sie haben insofern zu recht
- 57:14darauf hingewiesen dass es auf die
- 57:16objektive situation an kommt aber
- 57:18natürlich auch die die der horizont des
- 57:22behandelnden arzt ist ein anderer sein
- 57:24kann
- 57:24und da ist die objektive die objektive
- 57:27ex ante perspektive die iss zu
- 57:28betrachten
- 57:29für die strafbarkeit spielt natürlich
- 57:31eine rolle ob man sich geirrt hat denn
- 57:32den grundsatz
- 57:34dass unwissenheit vor strafe nicht
- 57:37schützt den gibt es im deutschen
- 57:38strafrecht so nicht das ist quatsch
- 57:40es gibt ganz viele konstellationen in
- 57:42denen unwissenheit tatsächlich
- 57:43tatsächlich vor strafe schützt auch in
- 57:45dieser konstellation kann das sein
- 57:47also objektiv vernünftige und
- 57:50sachgerechte lösung wenn sie keine
- 57:54hinweise auf was anderes haben wenn sie
- 57:57natürlich wissen dass die person eine
- 57:58religionsgemeinschaft oder
- 58:00weltanschauungsgemeinschaft angehört die
- 58:02solche behandlungen ablehnt dann müssen
- 58:05sie auch davon ausgehen dass auch diese
- 58:06person die behandlung ablehnen wird also
- 58:09sie fragen sich was würde der jetzt
- 58:11sagen wenn ich ihn fragen könnte
- 58:19insbesondere wenn der betroffene schon
- 58:20100.000 mal gesagt hat dass er auf
- 58:22keinen fall eine bestimmte behandlung
- 58:23möchte dann können sie auch nicht eine
- 58:27mutmaßliche einwilligung annehmen viel
- 58:29relevanter für die praxis als die
- 58:33bluttransfusion die immer wieder in
- 58:35lehrbüchern auftaucht sind natürlich
- 58:36fragen der behandlung von menschen die
- 58:39beispielsweise ins watt uhr ins wachkoma
- 58:43gefallen sind oder ähnlich ist oder
- 58:46schwere krankheiten dazu führen dass die
- 58:48menschen eben nur noch vor sich hin
- 58:50vegetieren oder ähnliches da spielt
- 58:52natürlich eine massive rolle wenn der
- 58:53betroffene an gesagt hat ich will nicht
- 58:55als beatmungsgerät gehängt werden wenn
- 58:57ich schwer verletzt mit ich will nicht
- 58:58am leben erhalten werden wenn ich im
- 58:59wachkoma liegen
- 59:00dann kann man in dem konstellationen
- 59:03tatsächlich sagen dann haben wir es auch
- 59:05nicht mehr mit meinem mutmaßlichen
- 59:06einwilligung zu tun
- 59:07nehmen sie den fall dass jemand in
- 59:08seiner vorsorge in seiner
- 59:11vorsorgevollmacht in seiner erklärung
- 59:13für eine solche situation erklärt hat
- 59:15ich will auf keinen fall diese und jene
- 59:16behandlung dann ist das auch
- 59:18auszuschließen dann darf der arzt auch
- 59:20nicht sagen das wäre aber vernünftig und
- 59:22das ist der medizinische standard dann
- 59:24muss er sich daran halten was der
- 59:26patient ihm vorgibt
- 59:28sehen wir uns zuletzt jetzt noch die
- 59:30hypothetische einigung im kontext der
- 59:32einwilligungen zuletzt an
- 59:38wenn die einwilligung unwirksam ist und
- 59:42eine mutmaßliche einwilligung auch nicht
- 59:45angenommen werden kann
- 59:46dann kommt zuletzt eben in dem fall
- 59:49beispielsweise der fehlerhaften
- 59:51aufklärung noch die frage in betracht
- 59:53was hätte denn unser patient gesagt wenn
- 59:56er ordnungsgemäß aufgeklärt worden wäre
- 59:58und das ist der fall der hypothetischen
- 1:00:00einwilligung also die rechtfertigende
- 1:00:03einwilligung greift nicht weit zwar eine
- 1:00:06einwilligung erklärt worden ist aber
- 1:00:07unter einem irrtum
- 1:00:09die mutmaßliche einwilligung kommt in
- 1:00:12den fällen nicht in betracht weil man
- 1:00:13den patienten ja fragen konnte und sogar
- 1:00:15gefragt hat dann hat ja auch was gesagt
- 1:00:16also sind sind wir aus der mutmaßlichen
- 1:00:18anregungen aus der typische grund wie
- 1:00:22bereits gesagt ist fehler bei der
- 1:00:25aufklärung beziehungsweise irgend ein
- 1:00:27irrtum bei der erklärung der
- 1:00:28einwilligung der zur nichtigkeit zur
- 1:00:31unwirksamkeit der einwilligung führt als
- 1:00:33hypothetische element ist also wenn der
- 1:00:36betroffene ordnungsgemäß aufgeklärt
- 1:00:38worden wäre hätte er auch dieser
- 1:00:41behandlung zugestimmt oder dieser diesem
- 1:00:43eingriff zugestimmt
- 1:00:44das muss ja nicht immer ein ärztlicher
- 1:00:46eine ärztliche behandlung sein das ist
- 1:00:48aber der typische fall an dem es
- 1:00:49diskutiert wird
- 1:00:54die rechtsprechung dazu hat sich dazu
- 1:00:56schon vor längerer zeit geäußert und da
- 1:00:59war es eben der fall der fahrlässig
- 1:01:00falschen oder unvollständigen aufklärung
- 1:01:03da ist letztlich die betrachtung ex post
- 1:01:07natürlich entscheidend denn sie können
- 1:01:10nicht im vorher irgendeinem vorhinein
- 1:01:12irgendwie bestimmen was jemand dann
- 1:01:14gesagt hätte wenn er gefragt worden wäre
- 1:01:17sie müssen also dann im ergebnis immer
- 1:01:18nachher fragen und das macht natürlich
- 1:01:21deutlich wie schwierig das ist stellen
- 1:01:23sie sich mal vor eine behandlung mit
- 1:01:28einem hohen risiko über die der
- 1:01:30patienten nicht ordnungsgemäß aufgeklärt
- 1:01:32worden ist also über die
- 1:01:34behandlungsmethode über die
- 1:01:35heilungschance über das risiko ist nicht
- 1:01:37ordnungsgemäß aufgeklärt worden
- 1:01:38jetzt ist der patient verstorben
- 1:01:40aufgrund dieser dieser risiken die mit
- 1:01:43der behandlung einhergehen und ist jetzt
- 1:01:46im nachhinein eben raus wäre er
- 1:01:50vollständig aufgeklärt worden dann hätte
- 1:01:53ihm auch gesagt werden müssen dass das
- 1:01:54risiko zu hoch ist oder dass diese und
- 1:01:56jene nebenwirkungen noch entstehen
- 1:01:57können wenn sie dann natürlich die frage
- 1:02:00stellen was hätte er denn dann gesagt
- 1:02:02dann können sie die angehörigen fragen
- 1:02:08wenn das vielleicht diskutiert worden
- 1:02:09ist
- 1:02:10und da sind sie natürlich dann auf
- 1:02:12bewegen sich auf sehr dünnem eis denn
- 1:02:14wer darauf eine operation fehlgeschlagen
- 1:02:16ist und der patient verstorben ist dann
- 1:02:20ist es nicht untypisch zumindest dass
- 1:02:21die angehörigen mit der leistungs
- 1:02:23krankenhaus nicht so ganz zufrieden sind
- 1:02:25und dass das natürlich zu problemen
- 1:02:27führt dürfte auf der hand liegen
- 1:02:29zum 1
- 1:02:30wissen wir selten was gesagt worden wäre
- 1:02:34wenn man gefragt hätte oder wenn man
- 1:02:35entsprechend aufgeklärt hätte also sind
- 1:02:38letztlich ist es ein blick in die
- 1:02:40glaskugel und zum anderen haben wir es
- 1:02:43dann mit personen zu tun die natürlich
- 1:02:44emotional über diesen fall extrem
- 1:02:47betroffen sind in der ex1 klausur haben
- 1:02:50sie das problem nicht in dieser art und
- 1:02:52weise da wird man ihnen dann vorgeben
- 1:02:54was derjenige gesagt oder eben nicht
- 1:02:56gesagt hätte wie er geantwortet hätte
- 1:02:58oder eben nicht
- 1:03:01wenn sie also feststellen in egg samstag
- 1:03:03so steht wenn er ordnungsgemäß
- 1:03:04aufgeklärt worden wäre hätte er dem auch
- 1:03:07zugestimmt es gab eine bgh entscheidung
- 1:03:09in der das tatsächlich so gewesen ist da
- 1:03:11ging es um die behandlung mit einer
- 1:03:12außenseiter so genannten außenseiter
- 1:03:14methoden das ist sind alle methoden die
- 1:03:16neu sind oder aus irgendeinem anderen
- 1:03:19grund wissenschaftlich noch nicht
- 1:03:20etabliert sind und da hatte der patient
- 1:03:23tatsächlich die standardmethode
- 1:03:25abgelehnt weil die ich wollte ging es um
- 1:03:27eine lebertransplantation
- 1:03:28er wollte keine fremden leber haben und
- 1:03:30deswegen hat er sich auf die nach
- 1:03:31meinung der ärzte zwei beste methode
- 1:03:33aber hochriskante methode eingelassen
- 1:03:36und bei der methode ist nicht
- 1:03:38ordnungsgemäß aufgeklärt worden und
- 1:03:39nachher kam aber raus dass dieser
- 1:03:42patient seinen angehörigen gesagt hat
- 1:03:44das ist ohnehin meine letzte chance ich
- 1:03:46werde das machen egal wie das risiko
- 1:03:48aussieht und dann haben sie natürlich
- 1:03:50eine konstellation da können sie sagen
- 1:03:51hätte zugestimmt weil er das als eine
- 1:03:53letzte chance angesehen hat
- 1:03:56wie man das ganze jetzt löst und welche
- 1:04:00wirkung eine solche hypothetische
- 1:04:01einwilligung hat das ist hochumstritten
- 1:04:04es ist nämlich zunächst streitig ob wir
- 1:04:07es hier mit einem fall der
- 1:04:08rechtfertigung zu tun haben also ob wir
- 1:04:10auf der ebene wo wir uns jetzt befinden
- 1:04:12sagen müssen na ja eigentlich ist das ja
- 1:04:16eine einwilligung die dann doch
- 1:04:19irgendwie wirksam ist unser
- 1:04:20rechtfertigung führt sie würden dann im
- 1:04:23ergebnis sagen der aufklärungs mangel
- 1:04:25ist irrelevant den sehen wir uns gar
- 1:04:27nicht mehr an weil er nicht kausal für
- 1:04:29die einwilligung war also man könnte
- 1:04:32hier an der stelle sagen die
- 1:04:34einwilligungserklärung wäre auch erfolgt
- 1:04:37wenn wir in ordnungsgemäß aufgeklärt
- 1:04:39hätten wenn der arzt ein ordnungsgemäß
- 1:04:41aufgeklärt hätte und deswegen ist der
- 1:04:43irrtum irrelevant ist nicht kausal für
- 1:04:46die einwilligung kann deswegen außer
- 1:04:47betracht bleiben wenn sie so
- 1:04:49argumentieren dann könnten sie sagen es
- 1:04:51liegt weiterhin ein rechtfertigungsgrund
- 1:04:53vor das macht die herrschende meinung
- 1:04:55war eine tatbestands mäßige handlung
- 1:04:57lediglich wegen eines recht fertigungs
- 1:04:59mangels objektiv nicht gerechtfertigt so
- 1:05:02muss der erfolg auf diese mangel
- 1:05:03objektiv zurechenbaren beruhen
- 1:05:05andernfalls fehlt es objektive unrecht
- 1:05:07einer vollendeten tat was bedeutet das
- 1:05:13die tatbestands mäßige handlungen wenn
- 1:05:17die nur deswegen rechtswidrig ist
- 1:05:20weil eben ein bestimmtes element des
- 1:05:23rechtfertigungsgründe es fehlt dann muss
- 1:05:26der erfolg der eingetreten ist eben
- 1:05:30exakt auf diesem auf dem fehlen dieses
- 1:05:33merkmals boom und in unserem fall ist es
- 1:05:36so dass wir eben diese diesen mangel den
- 1:05:41einwilligungs mangel
- 1:05:42den können wir auch hinweg denken also
- 1:05:44stellen wir uns vor dass der 1
- 1:05:45bewegungsmangel nicht vorliegen würde
- 1:05:46nehmen wir unseren fall letzte chance
- 1:05:48dann würde man in dem fall eben sagen
- 1:05:50müssen na ja der die einwilligung wäre
- 1:05:53trotzdem erteilt worden und deswegen
- 1:05:54haben wir es nicht mit einer
- 1:05:56rechtfertigende handlung zu tun also der
- 1:05:58kernpunkt der argumentation der
- 1:06:00herrschenden meinung ist war der mangel
- 1:06:03der ein bewegungsmangel kausal denken
- 1:06:06wir den 1 will die die richtige
- 1:06:09information hin zu den irrtum weg und
- 1:06:12kommt trotzdem das gleiche ergebnis raus
- 1:06:14naja dann bleibt eben gerechtfertigt das
- 1:06:16kennen sie umgekehrt aus der zurechnung
- 1:06:18diskussion im objektiven tatbestand
- 1:06:22dagegen ist kritik geäußert worden eine
- 1:06:29auffassung in der literatur sagt die
- 1:06:31hypothetische einlegen das ist unsinn
- 1:06:33diese regeln über die mutmaßliche
- 1:06:35einwilligung die wir vor ihnen kennen
- 1:06:37gelernt haben sie werden umgangen und
- 1:06:39der schutz der privatautonomie wird
- 1:06:41preisgegeben
- 1:06:42diese auffassung sagt hier wird eine
- 1:06:47kausalität konstruiert die dazu führt
- 1:06:51dass der patient obwohl er sich gar
- 1:06:53nicht richtig entscheiden konnte obwohl
- 1:06:55seine autonomie umgangen worden ist er
- 1:06:58wurde möglicherweise angelogen bewusst
- 1:06:59angelogen und deswegen hatte sich für
- 1:07:03die operation entschieden diese diese
- 1:07:07verletzung der privatautonomie die muss
- 1:07:10doch irgendwie sanktioniert werden sie
- 1:07:12erinnern sich an das was ich vorhin
- 1:07:13schon gesagt habe und in diesen fällen
- 1:07:16hätten wir dann mit einer netten wir es
- 1:07:19dann mit einer konstellation zu tun
- 1:07:20in der die privatautonomie nicht
- 1:07:22geschützt wäre wenn man im nachhinein
- 1:07:23immer sagen kann
- 1:07:24der hätte ja auch zugestimmt wenn er
- 1:07:26richtig informiert worden wäre
- 1:07:28also diese auffassung insbesondere von
- 1:07:31puppe vertreten sagt die hypothetische
- 1:07:33einwilligen gibt es zwar aber dies
- 1:07:35unwirksam weil ansonsten die
- 1:07:38privatautonomie nicht mehr geschützt
- 1:07:40wäre ein weiteres argument wie der
- 1:07:42patient nachher entschieden hätte also
- 1:07:45wenn wie der patient entschieden hätte
- 1:07:46wenn man ihn gefragt hätte das ist müßig
- 1:07:48darüber zu diskutieren das wissen wir
- 1:07:49einfach nicht das ist nicht ganz richtig
- 1:07:52wenn wir den fall des bundesgerichtshofs
- 1:07:54und anschauen aus 2013 den ich für ein
- 1:07:55erzählt haben mit der
- 1:07:56leber-transplantation da ist es ganz
- 1:07:59klar der patient hat ausdrücklich gesagt
- 1:08:01er würde das machen das ist seine letzte
- 1:08:03chance haben wir da insofern keine
- 1:08:05probleme
- 1:08:09der punkt ist an dieser stelle ist
- 1:08:11wirklich der wenn wir fälle haben in
- 1:08:16denen der arzt unbewusst fahrlässig
- 1:08:21falsch aufklärt dann glaubt er ja die
- 1:08:24einwilligung sei wirksam er glaubt ja er
- 1:08:27hätte richtig aufgeklärt der patient
- 1:08:28habe wirksam eingewilligt in die
- 1:08:31operation
- 1:08:31und deswegen haben wir es dann mit der
- 1:08:33konstellation zu tun im ergebnis die wir
- 1:08:36vorhin schon angesprochen haben der arzt
- 1:08:38glaubt er handle aufgrund einer
- 1:08:41wirksamen einwilligungen tatsächlich
- 1:08:43handelt er nicht aufgrund einer wirksame
- 1:08:45einwilligung und dann sind wir im
- 1:08:47erlaubnis tatbestands irrtum also
- 1:08:49straflosigkeit kommt für den arzt der
- 1:08:52nur fahrlässig handelt auf jeden fall
- 1:08:53dabei raus egal wie es drehen und wenden
- 1:08:56der einzige fall den den hier puppe und
- 1:08:59so war damit erfassen in den
- 1:09:00konstellation ist der in dem der arzt
- 1:09:02bewusst den patienten anlegt und ihm das
- 1:09:06risiko verschweigt weil er sagt ich muss
- 1:09:08diese operation jetzt durchführen ich
- 1:09:10brauche die noch für den facharzt oder
- 1:09:12wir müssen eine bestimmte anzahl von
- 1:09:14operationen hier durchführen damit wir
- 1:09:16das medizinische fachzentren behalten
- 1:09:19was auch immer in den fall
- 1:09:21konstellationen da hätten wir
- 1:09:23tatsächlich eine strafbarkeit nach
- 1:09:25dieser lösung die sagt die hypothetische
- 1:09:27einwilligung ist irrelevant
- 1:09:30nur ob das ausreichend ist um hier zu
- 1:09:32sagen eine körperverletzung strafe die
- 1:09:36er sorgt dafür dass die
- 1:09:37patientenautonomie geschützt wird das
- 1:09:39ist die große frage
- 1:09:40ich halte das tatsächlich für ein
- 1:09:42problem der gesetzgebung denn die
- 1:09:44österreichische gesetzgebung
- 1:09:45die österreicher haben in ihrem
- 1:09:47strafgesetzbuch eine strafvorschrift die
- 1:09:50besagt wer als arzt einen patienten ohne
- 1:09:53dessen einwilligung wirksame
- 1:09:54einwilligung behandelt wird bestraft
- 1:09:56weiß ich wie hoch die strafdrohung da
- 1:09:57ist ist nicht so hoch aber da hat man
- 1:10:00dann die patientenautonomie geschützt
- 1:10:02man löst das nicht über die
- 1:10:03körperverletzungsdelikte sondern sagt
- 1:10:05einfach eine ungewollte behandlung wird
- 1:10:07als ungewollte behandlung als abgelehnte
- 1:10:09behandlung bestraft und nicht als
- 1:10:10körperverletzungsdelikt oder ähnliches
- 1:10:12das ist sicherlich an dieser stelle die
- 1:10:13bessere lösung zusammenfassen noch mal
- 1:10:19wenn sie in der klausur also die
- 1:10:21konstellation haben die rechtfertigen
- 1:10:23der einwilligung geht schief weil die
- 1:10:25aufklärung nicht in ordnung war die
- 1:10:27mutmaßliche einwilligung kommt nicht in
- 1:10:29betracht weil nicht nicht gefragt werden
- 1:10:32konnte sondern sogar gefragt worden ist
- 1:10:34und einfach getäuscht worden ist ein
- 1:10:36irrtum fabriziert worden ist dann kommt
- 1:10:39die hypothetische einwilligung in
- 1:10:41betracht und dann fragen sie sich hätte
- 1:10:44der patient den zugestimmt
- 1:10:47wenn sie keine informationen haben dann
- 1:10:49müssen sie eben von ihrer warte ausgehen
- 1:10:51und sich überlegen hätte ich dazu
- 1:10:53bestimmt ja oder nein müssen dass in der
- 1:10:54klausur kurz begründen sie werden aber
- 1:10:56in einer examens klausur hinweise
- 1:10:58bekommen wie der patient sich
- 1:10:59entschieden hätte wenn ja dann nein
- 1:11:01gesagt hätte sind sie raus deines
- 1:11:03strafbar beziehungsweise dann ist es
- 1:11:04nicht gerechtfertigt
- 1:11:06wenn der patient zugestimmt hätte in
- 1:11:08diesem fall beispielsweise letzte chance
- 1:11:11dann müssen sie die frage stellen wie
- 1:11:13wirkt diese hypothetische einwilligung
- 1:11:15die herrschende meinung sagt sie wirkt
- 1:11:16rechtfertigen mit der begründung
- 1:11:21denken wir den irrtum weg dann würde das
- 1:11:26nichts an der einwilligung ändern der
- 1:11:28irrtum ist also nicht kausal für die
- 1:11:31erteilung der einwilligung und wenn der
- 1:11:34irrtum nicht kausal es dann kann er
- 1:11:36keine bedeutung haben die einwilligung
- 1:11:37bleibt also rechten bleibt also wirksam
- 1:11:40so zu sein wenn sie die gegen lösung
- 1:11:44vertreten dann würden sie sagen eine
- 1:11:46solche lösung die sie dann natürlich
- 1:11:47darstellen müssen die würde aber die
- 1:11:49patientenautonomie nicht hinreichend
- 1:11:51schützen und würden dann sagen diese
- 1:11:53lösung führt dazu dass strafbare
- 1:11:56handlungen straflos bleiben und würde
- 1:11:58aufgrund dieses fehlenden schutzes der
- 1:12:00patientenautonomie autonomie würden sie
- 1:12:03zum ergebnis kommen dass die
- 1:12:05hypothetische einlegung unwirksam ist
- 1:12:07dann müssten sie aber wenn sie es nicht
- 1:12:09mit einem einer gezielten taschen zu tun
- 1:12:11haben noch auf den erlaubnis tatbestands
- 1:12:12irrtum eingehen den werden wir uns noch
- 1:12:15bei den irrtümern anschauen
- 1:12:17also schauen wir uns noch detailliert an
- 1:12:19das ist nämlich im klassiker problem für
- 1:12:20examen zu suchen
- 1:12:23fragen bis hierhin
- 1:12:29war jetzt auch viel das gebe ich zu
- 1:12:33und sie werden die hypothetische
- 1:12:35einwilligung sich auch noch mal genauer
- 1:12:36anschauen wir haben im examen course at
- 1:12:38auf jeden fall einen fall da habe ich
- 1:12:40auch diesen fall mit denen mit dem mit
- 1:12:43der lebertransplantation und dieser
- 1:12:44besonderen behandlungsmethode noch mal
- 1:12:46drin also da denn da ich den exkurs at 1
- 1:12:51eigentlich immer mache und in der
- 1:12:53nächsten zeit kein forschungssemester
- 1:12:54habe werden sie das bei mir wenn sie
- 1:12:56kommen auf jeden fall noch mal im detail
- 1:12:57hören kommen wir zu einem anachronismus
- 1:13:07ich habe immer wieder überlegt ob ich
- 1:13:10das thema elterliches züchtigungsrecht
- 1:13:11als rechtfertigungsgrund nicht aus dem
- 1:13:13programm hier in der vorlesung
- 1:13:14rausschmeißen sollen da dieses
- 1:13:17elterliche züchtigungsrecht aber in
- 1:13:19einer klausur im vorletzten man im
- 1:13:21letzten jahr aufgetaucht ist habe ich
- 1:13:24davon abstand genommen heißt tatsächlich
- 1:13:26diese frage noch mal diskutiert worden
- 1:13:28der ex1 fall war folgender zumindest
- 1:13:33dieser teil
- 1:13:35die eheleute haben einen vierjährigen
- 1:13:39sohn was also irgendwo zwischen drei und
- 1:13:43fünf als kleinkindalter vorschulalter
- 1:13:45der immer wieder das war nach dem
- 1:13:48weinglas des vaters gegriffen hat was
- 1:13:50irgendwo stand
- 1:13:51und da war droht wanderin und irgendwann
- 1:13:54hat der vater die nase voll flippt aus
- 1:13:57was vorher gewesen ist wissen wir nicht
- 1:13:59und knallt dem kleinen eine
- 1:14:02körperverletzung keine frage und dann
- 1:14:05kommt es dazu dass die dass die mutter
- 1:14:07ihn vorwürfe macht und der vater fährt
- 1:14:09im auto weg der kleine rennt hinterher
- 1:14:11wird überfahren
- 1:14:12also das ganze wurde doch sehr sehr sehr
- 1:14:14dramatisch wir schauen uns nur diesen
- 1:14:20ersten teil an
- 1:14:21als die kleine bekommt jetzt eine
- 1:14:23ohrfeige es ist eine körperverletzung
- 1:14:25das brauchen wir auch nicht zu
- 1:14:26diskutieren
- 1:14:27die frage ist und das war jahrzehntelang
- 1:14:29völlig anerkannt dass das in diesem fall
- 1:14:33eine körperverletzung wäre die aufgrund
- 1:14:35des elterlichen züchtigungsrecht
- 1:14:37gerechtfertigt ist in den 60er jahren
- 1:14:41gab es eine heftige diskussion die
- 1:14:43allerdings nicht das elterliche
- 1:14:44züchtigungsrecht betraf sondern das
- 1:14:46züchtigungsrecht von lehrerinnen und
- 1:14:48lehrern da kippte es dann und da kann
- 1:14:51man auf einmal auf die idee dass lehrer
- 1:14:53die schulkinder nicht schlagen dürfen
- 1:14:56also wenn ich so meine
- 1:15:00meine eltern haben es nicht mehr zählt
- 1:15:03also meine eltern sind jahrgang 45 und
- 1:15:0546 die ems nicht mehr erzählt dass in
- 1:15:07der schule geschlagen worden sind aber
- 1:15:09bei älteren personen kann das durchaus
- 1:15:11noch mal vor allem von meiner großmutter
- 1:15:12die ihr das durchaus noch erzählt dass
- 1:15:14sie sie natürlich nie sie waren beliebt
- 1:15:17aber andere kinder rohrstock auf dem
- 1:15:19finger auf die finger bekommen machen
- 1:15:22die frage ist wie geht man in der
- 1:15:24klausur damit um
- 1:15:25also eins kann ich ihn schon mal sagen
- 1:15:26sie kommen zum ergebnis ist nicht
- 1:15:28gerechtfertigt was immer ein problem
- 1:15:31auftaucht ist irrtums konstellation auch
- 1:15:34in diesem fall war es so dass der vater
- 1:15:36dachte naja das ist nicht strafbar aber
- 1:15:39ich krieg bestimmt probleme mit dem
- 1:15:41jugendamt weil das irgendwie unzulässig
- 1:15:43ist
- 1:15:44und da ist man dann relativ schnell im
- 1:15:46paragrafen 17 stgb also der frage
- 1:15:48verbotsirrtum ich möchte ihnen nur kurz
- 1:15:51darstellen wie das züchtigungsrecht
- 1:15:53diskutiert worden ist das ist alles
- 1:15:56veraltet arbeiten der extraklasse in
- 1:15:59dieser konkreten examens klausur wurde
- 1:16:00erwartet dass sie das noch mal kurz
- 1:16:02darstellen
- 1:16:05der eingriff in die rechte von nicht
- 1:16:07volljährigen durch erziehungsberechtigte
- 1:16:08da stellte sich dann die frage einer
- 1:16:10rechtfertigung durch ein erziehungsrecht
- 1:16:15und die erziehungsberechtigen die ergibt
- 1:16:17sich aus artikel 6 absatz 2 des
- 1:16:20grundgesetzes und aus dem familienrecht
- 1:16:22also aus dem bgb und da eben 16 26 16 31
- 1:16:28und so weiter gilt auch für den vormund
- 1:16:30und das erziehungsrecht endet mit der
- 1:16:33volljährigkeit das war auch nie
- 1:16:34bestritten
- 1:16:36früher war die volljährigkeit dann
- 1:16:37allerdings noch mit 21
- 1:16:40und sie werden noch einige
- 1:16:41entscheidungen sehen in denen auch ganz
- 1:16:43normal davon ausgegangen ist dass die
- 1:16:44eltern ihre kinder schlagen durften
- 1:16:46sogar dass die lehrmeister ihre
- 1:16:50lehrlinge verprügeln durften
- 1:16:52wenn das mal notwendig erschien
- 1:16:54sozusagen das erziehungsrecht ist nicht
- 1:16:58übertragbar das war dann auch diskutiert
- 1:17:00worden ob das erziehungsrecht von den
- 1:17:01eltern auf die lehrer übertragen wird
- 1:17:03wenn dann eben in der schule
- 1:17:06erziehungsmaßnahmen stattfinden
- 1:17:08die ausübung im rahme sonder
- 1:17:10betreuungsverhältnisse kann aber
- 1:17:12zeitweise auf andere personen übertragen
- 1:17:14und das war dann die konstellation
- 1:17:16lehrling und lehrmeister und da wurde
- 1:17:23dann die frage diskutiert ob man das im
- 1:17:25lehrvertrag ausdrücklich regeln musste
- 1:17:27dass der lehrmeister auch mal zuschlagen
- 1:17:29los oder nicht also es war dann waren
- 1:17:31dann einzel konstellation
- 1:17:34ein originäres rechts vor
- 1:17:35züchtigungsrecht oder fremder kinder
- 1:17:37frecher kinder fremder kinder gibt es
- 1:17:39nicht das war auch nicht streitig
- 1:17:42also ich bin auf dem dorf aufgewachsen
- 1:17:44dass da der nachbar der meinung war
- 1:17:46durfte man eine ohrfeige verteilen war
- 1:17:48auch nicht so völlig von der hand zu
- 1:17:50weisen und ich völlig fernliegend das
- 1:17:52entscheidende war eben dann dass man
- 1:17:53schneller war als er die herleitung auf
- 1:17:57679 bgb das wurde dann auch versucht
- 1:18:00also aus dem auftragsverhältnis dann ein
- 1:18:03züchtigungsrecht herzuleiten
- 1:18:04es ging jetzt alles ein bisschen ein
- 1:18:06bisschen ab also ein bisschen abstrus
- 1:18:08aber das wurde diskutiert der erziehungs
- 1:18:15zwecke einer körperverletzung der
- 1:18:16schloss auch nie den tatbestand auslands
- 1:18:17gegen immer um einen
- 1:18:18rechtfertigungsgrund so das waren die
- 1:18:21voraussetzungen
- 1:18:21wir brauchten einen züchtigung anlass
- 1:18:26und diese rechtfertigung setzte nach
- 1:18:29mittlerweile wohnen überholten nach der
- 1:18:31wohl überholten auffassung dass wohl
- 1:18:33können sie streichen müssen eine
- 1:18:34beruhigte auffassung voraus dass ein
- 1:18:36konkretes fehlverhalten des kindes
- 1:18:38vorlag welches die elterliche reaktion
- 1:18:40erforderlich machte und die
- 1:18:43erforderlichkeit bestimmte sich nach dem
- 1:18:44allgemeinen verhalten dem alter und der
- 1:18:46reife des kindes und bei den bei der
- 1:18:51auswahl der sanktionsmaßnahmen kamen den
- 1:18:54eltern ein gewisser spielraum zu so war
- 1:18:57das war das im ansatz das bedeutet schon
- 1:19:00mal folgendes nehmen sie an sie haben
- 1:19:02eine konstellation in der das kind
- 1:19:04beispielsweise mit einem gürtel
- 1:19:05geschlagen wird oder einem stock
- 1:19:06geschlagen wird dann brauchen sich über
- 1:19:08elterliche ist züchtigungsrecht
- 1:19:10überhaupt keine gedanken machen wenn sie
- 1:19:12dann nur schreiben selbst wenn man ein
- 1:19:14elterliches züchtigungsrecht je
- 1:19:15anerkannt hätte war das immer eine
- 1:19:18völlig unverhältnismäßigen maßnahme da
- 1:19:20brauchen sie einsatz um das den rand die
- 1:19:22rechtfertigung abzulehnen
- 1:19:23indirekt situation die ich ihnen also
- 1:19:26die eckfahne situation in die
- 1:19:27die ich eben dargestellt habe da war das
- 1:19:29schon eine halbe seite 34 und seite in
- 1:19:31der lösung skizze das wurde schon
- 1:19:32diskutiert
- 1:19:35die züchtigung dürfe nur nicht von
- 1:19:37vornherein unvertretbar erscheinen und
- 1:19:39das ist bei in fällen in denen
- 1:19:41irgendwelche hilfsmittel verwendet
- 1:19:44werden die besonders weh tun ist es
- 1:19:45schon automatisch unvertretbar ein
- 1:19:48hinweis in dem scheiß ich hab's immer
- 1:19:51noch drin steht im wolke in dem lehrbuch
- 1:19:53westens wolke satzger da war das
- 1:19:57elterliche züchtigungsrecht bis vor
- 1:19:58einigen jahren noch als anerkannter
- 1:20:00rechtfertigungsgrund durchaus akzeptiert
- 1:20:02schön ist dazu auf jeden fall die
- 1:20:06fundstelle bei fischer zu lesen dass
- 1:20:09sollten sich unbedingt mal anschauen
- 1:20:11vielleicht haben sie von thomas fischer
- 1:20:12schon mal gehört vielleicht haben sie
- 1:20:13die eine oder andere kolumne von ihm
- 1:20:15fischer im recht mal gelesen
- 1:20:17egal wie man zu ihm steht formulieren
- 1:20:20insbesondere meistens und sarkastisch
- 1:20:21formulieren kann und das ist auch wieder
- 1:20:24ein beispiel davon lohnt sich also auf
- 1:20:28jeden fall zu lesen
- 1:20:30nur eine maßvolle züchtigung war
- 1:20:34angemessen da fragt dann uns
- 1:20:38insbesondere fischer was man sich unter
- 1:20:40einer maßvollen misshandlung zu forsch
- 1:20:42zu stellen hätte das sei ein bisschen
- 1:20:44widersinnig das darf nicht wählerisch
- 1:20:48sein es darf nicht entwürdigend sein
- 1:20:50schlag gegenstand wurde behauptet sei
- 1:20:53nicht generell maßlos würde ich
- 1:20:54allerdings anders sehen unabhängig davon
- 1:20:57was man da nie zu vertreten hatte
- 1:21:01die maßnahmen musste in angemessenem
- 1:21:03verhältnis zur verfügung stehen alter
- 1:21:05körperlich und seelisch konstitution des
- 1:21:06kindes seien entscheidend es müsste auch
- 1:21:09der erziehungs will der müsse auch
- 1:21:12vorliegen das heißt wenn sie eine
- 1:21:14konstellation haben in einer
- 1:21:15examensfeier so dass der vater sich
- 1:21:18einfach ein kind abreagiert brauchen sie
- 1:21:20auch nicht über die frage elterliche
- 1:21:22erziehungsrecht oder ähnliches gedanken
- 1:21:24zu machen dann sind wir schon gar nicht
- 1:21:25in dieser frage drin als in den
- 1:21:27allermeisten konstellationen können sie
- 1:21:29zeigen dass sie dieses instrument
- 1:21:30verstanden haben also diesen diesen
- 1:21:32überholten rechtsgedanken verstanden
- 1:21:34haben indem sie sagen maßlos kein
- 1:21:37erziehungsgedanke das können sie relativ
- 1:21:38schnell abbügeln bitte auch nicht zu
- 1:21:40sehr darin verstricken in dem fall nicht
- 1:21:43ihnen für die klausur oder aus der
- 1:21:44klausur geschrieben habe da war es ein
- 1:21:45bisschen anders
- 1:21:47da wurde von ihnen erwartet dass sie
- 1:21:50sagen ja grundsätzlich wäre das denkbar
- 1:21:53sie können natürlich jetzt die frage
- 1:21:55stellen eine ohrfeige
- 1:21:56bei einem vierjährigen oder fünfjährigen
- 1:21:59wo erfolge reicht ja möglicherweise von
- 1:22:02einem leichten klatschen ins gesicht bis
- 1:22:04zu einem schlag den kopf hin und her
- 1:22:06pendeln lässt da können sie kaum was zu
- 1:22:08sagen ob das welche auswirkungen das hat
- 1:22:12deswegen wäre ich da auch vorsichtig zu
- 1:22:14behaupten das sei jetzt maßvoll weil sie
- 1:22:16eben bei der ohrfeige gar nicht sagen
- 1:22:17können wie schwerwiegend die war
- 1:22:19deswegen würde ich ihnen für die klausur
- 1:22:21empfehlen sie sagen das sind die
- 1:22:23voraussetzungen also anlass oder waren
- 1:22:25die voraussetzungen anlass maßvolle
- 1:22:27züchtigung aber und jetzt kommt das
- 1:22:30große aber
- 1:22:32das züchtigungsrecht das war immer das
- 1:22:35große problem was hinter verschlossenen
- 1:22:37türen getan wurde
- 1:22:38das konnte man nicht kontrollieren also
- 1:22:40ich weiß ganz persönlich das 1 1
- 1:22:46mitspieler in meiner jugend
- 1:22:48fußballmannschaft er wurde zu hause
- 1:22:49regelmäßig verprügelt und auch auf
- 1:22:51übelste art und man sah immer nur die
- 1:22:54blauen flecke man wusste nicht was man
- 1:22:55damit anfangen sollte als kind aber
- 1:22:57kontrollieren kann man dass man von
- 1:22:58außen natürlich nicht sie können ja an
- 1:22:59die familie nicht reingehen sie haben ja
- 1:23:00keine keine zugriffsmöglichkeit und wenn
- 1:23:03sie mal mit jugend
- 1:23:04jugendamtsmitarbeitern sprechen seine
- 1:23:07freundin familie war beim jugendamt der
- 1:23:08stadt mönchengladbach und er hat gesagt
- 1:23:10wir sind irgendwie zu dritt
- 1:23:12mönchengladbach hat 250.000 einwohner
- 1:23:15den rest kann sich vorstellen
- 1:23:16also wir haben sie keine chance
- 1:23:17irgendwie ranzukommen deswegen spricht
- 1:23:20vieles dafür direktzusagen null toleranz
- 1:23:23züchtigung funktioniert schon gar nicht
- 1:23:29deswegen würde ich auch die die
- 1:23:30auffassung vertreten dass nur die
- 1:23:32vollständige abschaffung wirksam vor
- 1:23:35solchen schutzbehauptungen bewahren kann
- 1:23:37und was ihr natürlich auch sich
- 1:23:39anschauen müssen das bgb gibt uns ja
- 1:23:41einige hinweise darauf
- 1:23:43ich glaube 16 36 bgb ist es dass kinder
- 1:23:47ein recht auf gewaltfreie erziehung
- 1:23:49haben und allein das schließt schon aus
- 1:23:52dass wir es mit einer dass ein
- 1:23:55körperliches züchtigungsrecht für kinder
- 1:23:57zulässig sein kann
- 1:24:01bei lehrern und erziehern das können sie
- 1:24:04letztlich als völlig erledigt betrachten
- 1:24:08dass hier die ein solches
- 1:24:10züchtigungsrecht in betracht kommt die
- 1:24:12schulgesetze schließen das aus und
- 1:24:14deswegen scheidet das an dieser stelle
- 1:24:16aus änderung 16 31 ist änderung des
- 1:24:21neuen 16 31 neue der ist auch schon 15
- 1:24:24jahre alt oder so da können sie dann
- 1:24:28wenn sie die konstellation haben dass
- 1:24:30tatsächlich dieser züchtigungsrecht fall
- 1:24:32vorkommen sollte können sie eben
- 1:24:34feststellen das war früher anerkannt und
- 1:24:36das waren die voraussetzungen aber
- 1:24:39kinder haben ein recht auf gewaltfreie
- 1:24:41erziehung und körperliche bestrafungen
- 1:24:42seelische verletzung andere
- 1:24:43entwürdigende maßnahmen sind unzulässig
- 1:24:45und damit ist die diskussion beendet und
- 1:24:49damit kann aus heutiger sicht wohl davon
- 1:24:51ausgegangen werden dass eine an das
- 1:24:54recht zur körperlichen züchtigungen auch
- 1:24:56eine rechtfertigung einer körperlichen
- 1:24:57misshandlung nicht aus einem gewohnheit
- 1:25:00rechtlichen recht dass er hergeleitet
- 1:25:01werden kann weil der ganz klar dem bgb
- 1:25:04widersprechen würde
- 1:25:06spätestens mit der gesetzesänderung ist
- 1:25:09also eine züchtigung nicht mehr erlaubt
- 1:25:13und die körperliche züchtigung durch die
- 1:25:16eltern ist damit strafbar
- 1:25:18das problem was natürlich dann entsteht
- 1:25:21und bitte das auch nicht verwechseln
- 1:25:24nehmen wir an wir haben eine
- 1:25:26konstellation die mutter hat das sind 3
- 1:25:29jährigen an der hand und der wird jetzt
- 1:25:31auf die straße rennen und sie schafft es
- 1:25:34nur noch das kind mit einer
- 1:25:35körperverletzung also vielleicht ein
- 1:25:37fester griff am arm oder so davon
- 1:25:39abzuhalten dass das kind auf die straße
- 1:25:41rennt dann haben wir es nicht mehr der
- 1:25:43züchtigung konstellation zu tun
- 1:25:45dann geht es um fragen von 34 denn jeder
- 1:25:48von uns würde so handeln um das kind vor
- 1:25:50dem schaden zu bewahren und bitte das
- 1:25:53also nicht verletzen nicht nicht
- 1:25:54verwechseln
- 1:25:55es gibt nichts um die fälle in denen ein
- 1:25:57kind davor bewahrt werden soll sich
- 1:25:59selbst oder andere zu schädigen
- 1:26:01das ist eine konstellation des des 34 es
- 1:26:05geht um konstellationen in denen eltern
- 1:26:09oder andere personen meinen sie müssten
- 1:26:12aus sanktions gründen ein kind
- 1:26:14misshandeln das kann natürlich zu
- 1:26:16problemen führen wenn eltern aus
- 1:26:19überforderung ihrem kind eine ohrfeige
- 1:26:20geben ob wir dann schon im strafbaren
- 1:26:24bereich des 223 stgb sind aber ich
- 1:26:28glaube dass die staatsanwaltschaften so
- 1:26:30viel fingerspitzengefühl haben dass man
- 1:26:32da auch durchaus eine andere lösung
- 1:26:34findet als sieht das züchtigungsrecht
- 1:26:36für eltern frei zu geben und ich glaube
- 1:26:38dass 16 31 bgb da auch ganz klar ist
- 1:26:41also in der klausur wenn das problem
- 1:26:43angesprochen werden sollte kurz
- 1:26:45darstellen das was diskutiert wurde und
- 1:26:46dann mit 16 31 2 abwarten ich danke
- 1:26:49ihnen herzlich für ihre aufmerksamkeit
- 1:26:50und mitarbeiter
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