Smartphones, Tablets und Co. - So gefährlich sind sie für unsere Kinder | frontal — Transcript
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- 0:00[Musik]
- 0:03Gute,
- 0:05gute Laune im Familienalltag und immer
- 0:07dabei das Handy.
- 0:10Sarah und Stefan sind beide
- 0:11Elterninfluencer verdienen ihr Geld mit
- 0:14Posts über sich und ihr Leben mit drei
- 0:16Kindern.
- 0:18Hier nehmen sie gerade den neuen TikTok
- 0:20Tanztrend für ihre Follower auf. immer
- 0:23dabei auch ihre Kinder.
- 0:28Ja, selbstverständlich, wenn wir wir
- 0:30nehmen ja die Leute mit durch unseren
- 0:32Tag, ne? Ob ich jetzt mit ihm zum
- 0:33Friseur fahre, ob ich jetzt mit ihr
- 0:35morgens irgendwo shoppen gehe oder jetzt
- 0:37mit Emilia in den Ferien, war ich auch
- 0:39eben in der in der Galerie da, so dann
- 0:41ist ja immer
- 0:41und es ist halt unser Job. Ja,
- 0:43also es ist ja unser Job, deswegen ist
- 0:45das halt für uns Erwachsene der
- 0:47alltägliche Begleiter.
- 0:50In ihren Posts machen sie die Gesichter
- 0:52der Kinder immer unkenntlich. Darius ist
- 0:555, Amalia 2, Emilia 7 Jahre alt. Sie
- 0:59haben keine eigenen Geräte bis auf eine
- 1:02Smartwatch, die die Älteste gerade
- 1:03bekommen hat. Aber Handys, Tablets und
- 1:06der Fernseher der Eltern dürfen benutzt
- 1:08werden mit Regeln und trotzdem.
- 1:14Wenn ich z.B. mit Darius rede, wenn er
- 1:16was guckt, der ist nicht ansprechbar und
- 1:18dann ich sag drei, vier mal sein Namen
- 1:20ist nicht ansprechbar und dann merke ich
- 1:21so, okay, jetzt genug. Ich habe Angst,
- 1:23dass die ähm umso mehr Handy, umso mehr
- 1:27Social Media, umso mehr Fernsehen, dass
- 1:30irgendwann die Kommunikation nachlässt,
- 1:31dass irgendwann die Kinder sich in ihrem
- 1:33Zimmer verkriechen, so wie ich es auch
- 1:35gemacht habe mit 16. Und dann nur noch
- 1:37so.
- 1:39Videos, die Sie im Netz sehen, befeuern
- 1:42diese Sorgen.
- 1:44Unter dem Stichwort iPad Kids werden
- 1:46Kinder gezeigt, die ausrasten,
- 1:54wenn ihnen der Bildschirm weggenommen
- 1:56wird.
- 2:04Orange.
- 2:05Ja,
- 2:06orange.
- 2:07Die deutsche Sinnesneurologin Annik Tide
- 2:10behandelt in einer Spezialklinik in
- 2:12Österreich Kinder mit
- 2:14Entwicklungsstörungen. Immer häufiger
- 2:16kommen kleine Patienten mit Motorik und
- 2:19Sprachproblemen zu ihr,
- 2:24weil man von einem Bildschirms Sprache
- 2:26keine Sprache erlernen kann, zumindest
- 2:29nicht im kleinen Kindesalter. Im kleinen
- 2:31Kindesalter lerne ich Sprache durch die
- 2:33Interaktion miteinander. Ich brauche ein
- 2:34direktes Gegenüber. Die Eltern machen
- 2:36was vor oder die Bezugsperson macht
- 2:38etwas vor und die Kinder machen das
- 2:40nach. Ja. Und das das Tablet oder der
- 2:45Fernseher oder auch das Handy, das
- 2:47sendet immer nur, das macht keine
- 2:48Reaktion. Das heißt, diese Kinder lernen
- 2:50nicht das dieses Rede und Antwortspiel,
- 2:52dieses Miteinander.
- 2:54Anfangs hielt die Ärztin die Symptome
- 2:57für Anzeichen von Autismus und
- 2:59Entwicklungsstörungen.
- 3:00Dann stellte sie fest, sie kommen
- 3:02vermutlich von zu viel Bildschirmzeit.
- 3:06Inzwischen liegen Langzeituntersuchungen
- 3:09wie die aktuelle neurowissenschaftliche
- 3:11Studie aus den USA über die Folgen für
- 3:13Kinder vor. Ergebnis:
- 3:16Geistige Gesundheit und Wohlbefinden
- 3:18verschlechtern sich, je früher sie ein
- 3:20eigenes Smartphone haben.
- 3:23Symptome, die in der Folge am häufigsten
- 3:25auftreten, Suizidgedanken, Aggressionen
- 3:28und Halluzinationen.
- 3:32Auch die zuständige
- 3:34Bundesbildungsministerin nimmt das
- 3:36Problem ernst.
- 3:38Ja, wir müssen leider feststellen, dass
- 3:41die zu frühe zu lange Bildschirmzeit,
- 3:44die zu frühe Nutzung von sozialen
- 3:46Medien, massive Auswirkungen auf die
- 3:49mentale und körperliche Gesundheit, auf
- 3:51die Konzentrationsfähigkeit, auf die
- 3:53Leistungsfähigkeit von Kindern und
- 3:56Jugendlichen hat. Ähm, das ist ein
- 3:58Thema, dass wir viel zu lange in
- 3:59Deutschland gar nicht so richtig
- 4:01ernsthaft diskutiert haben. Jetzt ist
- 4:03die Diskussion da und ich hoffe mir
- 4:05davon, dass Kinder eben wieder besser
- 4:07lernen können.
- 4:08Die Ministerin hat eine
- 4:10Expertenkommission einberufen, die
- 4:12nächstes Jahr Ergebnisse vorlegen soll.
- 4:15Bis dahin setzt sie vor allem auf
- 4:17Handyverbote und Medienbildung an
- 4:19Schulen. Dabei entsteht das Problem viel
- 4:22früher. Also wir sehen jetzt doch schon
- 4:24immer 50% der Kinder, die in die Schule
- 4:26kommen sollen. Bei der
- 4:27Schulreifeuntersuchung, können sie nicht
- 4:28alleine an und ausziehen, weil sie es
- 4:29nie gelernt haben. Ja, und das s
- 4:32natürlich Dinge, wo wir sagen, das geht
- 4:33nicht und das ist vor allen Dingen in
- 4:35den ersten drei Jahren, wenn die sehr
- 4:36viel digitale Medien haben.
- 4:39Wie will die Bildungsministerin die
- 4:41Kleinsten schützen? Frontal gegenüber
- 4:43erklärt das Ministerium, Zitat: "Der
- 4:47Schutz und die Förderung von
- 4:48Vorschulkindern ist bereits Teil unserer
- 4:51laufenden Arbeit.
- 4:52und empfiehlt, dass Kinder im Alter von
- 4:550 bis 3 Jahren am besten keine
- 4:57Bildschirmzeit haben sollten. Zudem
- 5:00gelte, je jünger die Kinder, desto
- 5:03stärker die Verantwortung der Eltern.
- 5:07Wie folgenschwer das ständige Starren
- 5:09auf Bildschirme für die Entwicklung
- 5:11ihrer Kinder sein kann, scheint vielen
- 5:13Eltern nicht bewusst. Es gibt wenig
- 5:16Aufklärung.
- 5:20An der Uni Siegen untersuchen Sie, wie
- 5:22sich das Verhalten in den Familien durch
- 5:24die digitalen Medien verändert hat. Seit
- 5:282016 dokumentieren die
- 5:30Erziehungswissenschaftlerinnen den
- 5:31Bildschirmalltag von mehr als 30
- 5:34Familien. Sie halten nichts von strikten
- 5:37Verboten.
- 5:38Sicher ist es gut und wünschenswert,
- 5:41dass es medienfreie Räume gibt. Die
- 5:43sollte es geben auf jeden Fall. Aber
- 5:45trotzdem darf man auch nicht vergessen,
- 5:47dass es nicht unbedingt immer sinnvoll
- 5:49ist, alles zu verbieten, sondern dass es
- 5:51vielleicht komplizierter und schwieriger
- 5:53ist, sich damit zu beschäftigen, wie
- 5:55können wir es gut machen. Es geht halt
- 5:56eher darum, dass man gemeinsam mit den
- 5:58Kindern die Medien nutzt, dass man
- 6:00hinschaut, was die Kinder mit Medien
- 6:02machen und dass man sie eben auch dabei
- 6:04begleitet.
- 6:06Aus Sicht der Ärztin aber sollten Kinder
- 6:08in den ersten Lebensjahren ohne
- 6:10Bildschirm aufwachsen. Nur so können sie
- 6:12sich uneingeschränkt entwickeln. vor
- 6:14allem ihre Bindungsfähigkeit.
- 6:17Bindung ist das Urvertrauen zu den
- 6:18Eltern oder zu der zu der versorgenden
- 6:21Person. Und Kinder, die immer ein
- 6:23Bildschirm dazwischen haben, die haben
- 6:25diesen direkten Kontakt nicht zu ihrem
- 6:27ähm gegenüber. Was dann später zu sehen
- 6:29ist, dass diese Kinder, wenn die
- 6:30unsicher gebunden sind, große Probleme
- 6:32haben in alltäglichen Dingen, wie
- 6:35Freundschaften schließen. Und dieses
- 6:37Entwicklungsfenster Bindung, das geht
- 6:39nach zwei Jahren zu. Das heißt, das
- 6:40können wir nie wieder in unserem Leben
- 6:41öffnen.
- 6:42Doch in den meisten Familien ist ein
- 6:44Alltag ohne digitale Medien kaum
- 6:46vorstellbar. Die Influencer Sarah und
- 6:49Stefan leben von und mit dem Smartphone
- 6:53und müssen ständig entscheiden, bekommen
- 6:55die Kinder es in die Hand? Wie viel Zeit
- 6:58dürfen sie damit verbringen und wie
- 7:00sollen sie das als Eltern kontrollieren?
- 7:03Ich finde es schwierig halt da die
- 7:04Balance zu finden. So,
- 7:05es gibt keine Balance, das ist das
- 7:07Problem. Ja, aber ich wünschte, ich
- 7:08hätte gerne ein
- 7:09verbietest. Ja, richtig. Ja, und
- 7:10deswegen denkt man nach.
- 7:13Die digitale Balance finden fällt ihnen
- 7:15schwer wie vielen Eltern, aber der Blick
- 7:18auf den Bildschirm ist keine Nebensache
- 7:20und hat Nebenwirkungen, die mit darüber
- 7:23entscheiden, ob die Kinder gesund groß
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