She Learned Accent Free German On Her Own — Transcript
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- 0:00Herzlich willkommen zurück im Easy
- 0:03German Podcast. Heute mit Manuel.
- 0:06Mit Kari.
- 0:08Und mit unserem wunderbaren,
- 0:10zauberhaften Gast Lara.
- 0:12Hi, danke für die Einladung und danke,
- 0:15dass ich hier [musik] sein durfte und
- 0:16danke, dass es auch ganz flexibel am
- 0:18einem Samstag geklappt hat. Wollte ich
- 0:19auch noch mal sagen.
- 0:20[gelächter]
- 0:21Wir nehmen heute an einem Samstag auf
- 0:24und Lara, wir haben dich vor einiger
- 0:27Zeit kennengelernt und waren sehr
- 0:29beeindruckt, damit wie gut du Deutsch
- 0:32sprichst, quasi fast akzentfrei Deutsch
- 0:35und du hast uns erzählt, du hast Deutsch
- 0:38eigentlich ganz alleine gelernt, keine
- 0:40Schule, keine Lehrerin, nur du und Easy
- 0:44German. [gelächter]
- 0:46Ja, das stimmt.
- 0:47Das hat uns irgendwie neugierig gemacht,
- 0:49deswegen haben wir dich heute mal
- 0:51eingeladen, um mit dir darüber zu
- 0:53sprechen, wie du das gemacht hast und
- 0:56auch vielleicht um mal deine Methoden
- 0:58vorzustellen, weil es gibt bestimmt
- 1:00viele von euch da draußen, die gerade
- 1:03Deutsch lernen müssen oder wollen und
- 1:05sich fragen, was ist die richtige
- 1:07Methode und ist das überhaupt gut, wenn
- 1:10man nur alleine lernt.
- 1:11Lara, erzähl uns doch erstmal, wo du
- 1:14herkommst und wie lange du schon in
- 1:16Deutschland bist.
- 1:17Ähm, genau, ich bin Lara, ich komme aus
- 1:19Syrien, ganz genau aus Stadt, auf die
- 1:22Stadt Latakia, ist eine Küstenstadt im
- 1:25Norden von Syrien. Ich bin jetzt
- 1:27mittlerweile viereinhalb Jahren in
- 1:29Deutschland ähm, genau, ich bin 2022
- 1:32gekommen
- 1:34und ja, ich arbeite hier als Ärztin.
- 1:37Ähm, ja.
- 1:38Mhm. Wohnst in Bremen, der wunderschönen
- 1:40Stadt.
- 1:41Ja, ich wohn schon seit meiner Ankunft
- 1:43in Bremen.
- 1:44Wie gefällt dir da?
- 1:46Ich glaube, ich habe ähm kein also, ich
- 1:49kann das nicht vergleichen, weil ich war
- 1:50nirgendwo anders, vielleicht in Berlin,
- 1:52nur ähm aber ich finde Bremen ist eine
- 1:54kleine, süße Stadt, da gibt's äh man
- 1:57kann auch direkt am Wasser sein und ja,
- 2:00ist eigentlich ganz schön.
- 2:02Kannst du empfehlen zu Besuch?
- 2:04Ja, es kann natürlich aber ein bisschen
- 2:06langweilig sein für Leute, die irgendwie
- 2:08in großen Städten gewohnt sind, aber ja,
- 2:10kann ich auf jeden Fall empfehlen.
- 2:12Nimm uns mal mit, du sagst, du bist seit
- 2:14viereinhalb Jahren in Deutschland und
- 2:17kommst aus Syrien. Wie war denn dein
- 2:19Leben vorher?
- 2:21Ähm.
- 2:22Seit wann wusstest du, dass du nach
- 2:24Deutschland gehen möchtest und wann hast
- 2:25du angefangen Deutsch zu lernen?
- 2:28Ich war, also mein Leben bestand
- 2:30wirklich nur aus Medizin. Und nebenbei
- 2:34habe ich als Dolmetscherin gearbeitet.
- 2:36Als Dolmetscherin?
- 2:37Genau, also es war zwischen
- 2:38Englisch-Arabisch.
- 2:39Mhm.
- 2:40Und Tiere retten. Das war wirklich das
- 2:42Dreieck meines Lebens in in Syrien. Ähm
- 2:46und ich habe glaube ich auch mal ein
- 2:47bisschen erzählt, dass ich eine
- 2:48Streberin war und
- 2:51genau, das war mein Leben zwischen 18
- 2:53und 24.
- 2:54Ja.
- 2:54Und dann nach Ende meines Studiums,
- 2:58ich wollte sowieso von Anfang an
- 2:59auswandern, schon seitdem ich ein
- 3:01Teenager war.
- 3:02Und ich wollte erstmal zu einem
- 3:04englischsprachigen Land, weil ich gar
- 3:06keinen Bock hatte, eine neue Sprache zu
- 3:07lernen.
- 3:08Mhm.
- 3:09Und dann war es mir klar, so mit 24, 25,
- 3:13dass Deutschland eigentlich der
- 3:15einfachste und schnellste Weg vor allem
- 3:16für Ärzte ist.
- 3:17Ja, warum?
- 3:19Ich glaube, weil Ärzte hier gebraucht
- 3:21sind und der ganze bürokratische Prozess
- 3:24Prozess ist ein bisschen
- 3:26ähm sage ich mal, nicht so kompliziert,
- 3:29wie z.B. wenn man jetzt
- 3:31in die USA will oder Australien.
- 3:35Ist es ein bisschen, es ist natürlich
- 3:37auch aufwendiger, aber es ist ein
- 3:38bisschen übersichtlicher.
- 3:40Der okay, der bürokratische Prozess ist
- 3:43übersichtlicher, aber dann ist da ja
- 3:44noch die Sprache. Man muss schon gutes
- 3:46Deutsch sprechen, um hier als Ärztin
- 3:48arbeiten zu dürfen.
- 3:49ich Ich ganz oft gehört, dass die Leute
- 3:51viele Schwierigkeiten mit der Sprache
- 3:53haben und deswegen hatte ich gar keinen
- 3:55Bock drauf am Anfang und ich dachte, ja,
- 3:57ich könnte sowieso gut Englisch, dann
- 3:59kann ich einfach erstmal zu einem
- 4:00englischsprachigen Land. Und ich muss
- 4:02sagen, warum ich mich dann letztendlich
- 4:04für Deutschland entschieden habe, weil
- 4:07viele Freunde wollen auch nach
- 4:08Deutschland und ich dachte, ja, es wäre
- 4:10cool, wenn man irgendwie
- 4:12mit seinen Leuten da ist und ja und dann
- 4:15dachte ich mir so, ja, why not? Dann
- 4:17machen wir Deutschland.
- 4:18Was wusstest du denn damals über
- 4:21Deutschland?
- 4:22Also, ehrlich gesagt, alles, was ich
- 4:23damals über Deutschland wusste, waren
- 4:25die typischen Vorurteile,
- 4:27Ach ja.
- 4:27die negativen Sachen.
- 4:29Was denn z.B.?
- 4:30Ähm, viel Bürokratie,
- 4:32Das stimmt.
- 4:33Xenophobie,
- 4:35Mhm.
- 4:36viel, also schlechtes Wetter,
- 4:39Leute sind eher kalt und haben keine
- 4:41Emotionen,
- 4:43sowas in der Richtung.
- 4:44Und dann dachtest du, top, das ist mein
- 4:46Land.
- 4:47Genau.
- 4:48Hat mich ein bisschen erschrocken
- 4:49natürlich, aber ich dachte mir so, ja,
- 4:51es wäre, glaube ich, ähm
- 4:53ähm, in jedem europäischen Land genauso.
- 4:55Also, ich weiß nicht, ob es jetzt krasse
- 4:58Unterschiede gab, aber ich dachte mir
- 4:59so, na ja, wir probieren mal.
- 5:02Und dann ist da ja immer noch die
- 5:04Sprache. Also, du hast kein Wort Deutsch
- 5:06gesprochen vor sechs Jahren oder wann
- 5:08hast du angefangen?
- 5:09Fünf Jahren ungefähr, würde ich sagen.
- 5:11Also, ich habe wirklich, also, ich war
- 5:1425, ich habe mit 25 angefangen und ich
- 5:17bin mit 26 20 nach Deutschland gekommen.
- 5:19Also, der ganze Lernprozess hat ungefähr
- 5:22ein Jahr gedauert.
- 5:23Nach einem Jahr, was konntest du nach
- 5:26einem Jahr?
- 5:27Ich war, also, ich habe schon die
- 5:28B2-Prüfung abgelegt.
- 5:30Wow.
- 5:31Also, von null auf B2 in einem Jahr und
- 5:34bist du in der Zeit in eine Sprachschule
- 5:36gegangen in Syrien oder was hast du
- 5:38gemacht?
- 5:39Nie, weil ich wollte, es das war mir
- 5:40klar von Anfang an, ich wollte überhaupt
- 5:42nicht in einer Sprachschule. Diese ganze
- 5:44konventionelle Methode war für mich von
- 5:46Anfang an,
- 5:48Also, ich gebe euch ein Beispiel, ich
- 5:49könnte sehr gut Englisch und das lag
- 5:52glaube ich daran, dass ich als Teenager
- 5:53so viel Medien konsumiert habe und ich
- 5:55dachte mir so okay, ich mache das
- 5:57genauso mit Deutsch, aber ich mache das
- 5:58ein bisschen intensiver.
- 6:00Mhm.
- 6:00Genau, das war dann meine Idee, ich will
- 6:03nicht
- 6:04ganz langweilig zu einer Sprachschule
- 6:06dreimal die Woche und dann irgendwie
- 6:08Hausaufgaben haben, das wollte ich gar
- 6:10nicht.
- 6:11Und dann hast du
- 6:13einfach mal gesucht bei YouTube?
- 6:16Ja, also ich muss sagen es war bei mir
- 6:19aber also der Anfang war jetzt sehr
- 6:20chaotisch, ich war gar nicht
- 6:22strukturiert, ich hatte gar keinen Plan.
- 6:24Mein Plan war, ich will nicht in einer
- 6:25Sprachschule
- 6:27und ich dachte mir so okay, ich muss
- 6:29einfach ein kleines Deutschland bei mir
- 6:31zu Hause bauen. Also, ich muss einfach
- 6:33viel Exposition
- 6:35ich weiß, das ist der Schlüssel beim
- 6:37Sprachenlernen. Und dann habe ich über
- 6:39YouTube geguckt, ich habe viel
- 6:41ich habe nach einer guten Quelle gesucht
- 6:43und da gibt's eigentlich viele
- 6:45und dann bin ich über Easy German
- 6:46gestolpert und
- 6:49genau, das war glaube ich für mich
- 6:50erstmal der Vorteil beim Easy German
- 6:52war, dass da ein also das er so
- 6:54Untertitel Funktion habt und das macht
- 6:55es viel einfacher, weil ich muss nicht
- 6:58direkt alles irgendwie in einem anderen
- 7:00Window übersetzen, weil ich habe damals
- 7:01mit meinem Laptop gelernt.
- 7:03Mhm.
- 7:03Mhm.
- 7:04Und hast du dann einfach unsere Anfänger
- 7:06Videos, unsere Playlist mit den A1
- 7:09Videos geöffnet und einfach angefangen
- 7:11zu schauen oder?
- 7:12Also, das erste Mal ehrlich gesagt, als
- 7:14ich Easy German Videos aufgemacht habe,
- 7:15ich glaube ich B1, also ich habe ein
- 7:17bisschen mehr fortgeschrittene
- 7:19Videos aufgemacht, nur um zu gucken, wie
- 7:21reden denn die Leute, wie klingt die
- 7:22Sprache überhaupt und
- 7:24Das finde ich wirklich super, das finde
- 7:26ich wird oft unterschätzt, dass man
- 7:27erstmal so sich die Sprachmelodie anhört
- 7:30und erstmal schaut, wie klingt diese
- 7:32Sprache überhaupt, das ist echt super,
- 7:34ja. Wie klang die denn für dich?
- 7:37Freundlich oder
- 7:38kantig
- 7:39kantig
- 7:39kantig, [gelächter] das ist ein gutes
- 7:41Wort, ja.
- 7:42Kantig. Genau, aber am Anfang, glaube
- 7:45ich, es
- 7:47Ich kann mich noch daran erinnern, ich
- 7:48Da war so ein Easy German Video mit Kari
- 7:50am Anfang und ich dachte mir so
- 7:52Wo soll ich überhaupt da anfangen? Also,
- 7:54ich könnte
- 7:55Verstehe nicht.
- 7:56Ich dachte, ich dachte, oh, das wird
- 7:57schwierig sein. Genau, und dann habe
- 8:01ich, wie gesagt, ich bin Es war gar
- 8:02nicht strukturiert, ich hatte gar keinen
- 8:04Plan. Es ist nicht, dass ich jetzt mit
- 8:05A1 angefangen habe und A2. Ich habe so
- 8:08ganz random Natürlich erstmal mit
- 8:10Anfänger-Niveau, wie z.B. Wie sagt man
- 8:13Hallo, wie macht man so einen Smalltalk?
- 8:15Ähm Genau, und so habe ich angefangen.
- 8:18Ich dachte mir, Easy German ist
- 8:20dann die Quelle.
- 8:23Dann hast du also mit unseren Videos und
- 8:25ich vermute auch ein paar anderen Videos
- 8:28einfach jeden Tag geguckt oder wie oft
- 8:31Also
- 8:31Wie viele Stunden am Tag hast du YouTube
- 8:33geschaut?
- 8:34Das war Also, das war ganz
- 8:36Mehr oder weniger als Kari?
- 8:37Mehr Mehr als Janisch oder nicht?
- 8:40[gelächter]
- 8:40Ich weiß nicht, wie viel verbringt
- 8:41Janisch auf YouTube. Na ja, 8 Stunden?
- 8:44Okay. Ich glaube, da
- 8:46Das war ganz unterschiedlich vom Tag zu
- 8:48Tag, aber ich würde sagen, es gab Tagen,
- 8:50wo ich 6 Stunden verbracht habe, wo ich
- 8:52Zeit hatte.
- 8:54Wie habe ich das gemacht? Für mich war
- 8:56es
- 8:57Lernen war für mich entweder aktiv oder
- 9:00passiv.
- 9:01Mhm.
- 9:01Und ich dachte mir so, ja, ich muss
- 9:04irgendwie aktives so un un ungefähr 40 %
- 9:08Das reicht schon.
- 9:09Und
- 9:1040 % was?
- 9:11Von dem ganzen Lernprozess, weil ich
- 9:12habe wirklich 60 % passiv gelernt.
- 9:15Und 40 % aktiv.
- 9:17Genau, aktiv.
- 9:17Also, passiv bedeutet, du hast Videos
- 9:19geschaut, Podcasts gehört.
- 9:21Genau.
- 9:22Du hast jetzt nicht aktiv gesprochen
- 9:23oder Vokabeln gelernt.
- 9:24Genau, ohne aktiv dabei was zu machen.
- 9:26Ich musste nicht unbedingt mir alles
- 9:27merken. Und für mich aktives Lernen habe
- 9:30ich dann mit Easy German gemacht, indem
- 9:32ich
- 9:33Ich habe mir das Video vielleicht ein,
- 9:35zwei, dreimal geguckt, nur um erstmal zu
- 9:38verstehen, ganz grob, was wird da
- 9:39gesagt.
- 9:40Mhm.
- 9:41Und dann habe ich angefangen, ähm, Sätze
- 9:43aufzuschreiben, wo ich merke, das könnte
- 9:45ein Satz, was ich irgendwann anwenden
- 9:48könnte. Ein interessanter Satz. Und ich
- 9:50habe die so irgendwie als
- 9:51ähm, Sätze-Bausteine oder
- 9:53Sätze-Fragmente aufgeschrieben. Ähm,
- 9:56weil für mich war es wirklich wichtig,
- 9:58ich kann nicht mit Wortlisten lernen.
- 10:00Ich muss alles in einem Zusammenhang
- 10:01oder in einem Kontext lernen.
- 10:02Mhm.
- 10:03Und ich dachte mir so, mein Gehirn wird,
- 10:05es wird viel einfacher, wenn ich jetzt
- 10:07den ganzen Satz abrufen kann, statt
- 10:09irgendwie ähm, auch mir die Mühe geben
- 10:12müssen, in meinem Kopf, äh, was, äh, ich
- 10:14muss jetzt den Satz in meinem Kopf
- 10:15aufbauen. Und ich habe das dann, ich
- 10:18habe die Sätze aufgeschrieben, auswendig
- 10:20gelernt und das ist eigentlich ein sehr
- 10:21wichtiger Punkt, auswendig lernen.
- 10:24Ähm, ich habe die auswendig gelernt und
- 10:25dann am Anfang, also am Ende habe ich,
- 10:27ähm, natürlich war es immer bei euch
- 10:29immer so einer Frage gestellt und dann
- 10:30habe ich immer am Ende versucht, meine
- 10:31eigene Antwort dazu formulieren.
- 10:34Okay, also unsere Straßeninterviews, da
- 10:36hast du dann geguckt, wie Janosch die
- 10:38Menschen interviewt.
- 10:39Und am Ende hast du so getan, als würde
- 10:41Janosch dich interviewen.
- 10:43Genau. Ja, und da kommt, da kommt denke
- 10:45ich ein sehr wichtiger Punkt und das ist
- 10:46diese, äh, Monologe, also
- 10:47Selbstgespräche. Man muss wirklich von
- 10:49Anfang an direkt mit aktivem Sprechen
- 10:52anfangen. Das wird immer vernachlässigt.
- 10:54Ja.
- 10:55Weil ich habe das Gefühl, Sprachlernende
- 10:57können meistens viel besser verstehen
- 10:59als was sie selbst produzieren können.
- 11:01Das ist, würde ich sagen, das
- 11:02Standardproblem von vielen Easy German
- 11:05Fans. Die haben mittlerweile ein super
- 11:08Hörverständnis, weil sie unseren Podcast
- 11:10hören, weil sie unsere Videos schauen.
- 11:12Ja.
- 11:12Und dann aber manchmal Angst vorm
- 11:15Sprechen. Und du hast, sagst, du hast
- 11:17dann einfach mit dir selbst gesprochen,
- 11:19also du kanntest gar keinen, der Deutsch
- 11:21konnte.
- 11:21Nee. Ich habe dann einfach zu Hause,
- 11:24ähm, z.B. wenn ich jetzt meine eigene
- 11:26Antwort formuliert habe, dann habe ich
- 11:28das wiederholt und ich habe mich mega
- 11:30gefreut, dass ich das wiederholt habe.
- 11:31Es war schon. Ja, ich hatte irgendwie
- 11:33das Gefühl, okay, so spricht man dann
- 11:35Deutsch. Und.
- 11:37wusstest du, dass das, was du sagst,
- 11:39überhaupt richtig oder verständlich ist?
- 11:41nicht. Das war wirklich ein Trial and
- 11:43Error. Versuch. Also, ich habe, wie
- 11:46gesagt, ich hatte keinen Plan und ich
- 11:47dachte,
- 11:48ich versuche es einfach so und ich gucke
- 11:50mal, ob es funktioniert und das hat
- 11:52super funktioniert.
- 11:54Werbung.
- 11:56Diese Methode, die dir und die du uns
- 11:58gerade beschrieben hast, nämlich sich
- 12:00zwingen. Einfach zu sprechen.
- 12:03Ja.
- 12:03Die funktioniert, wenn man so motiviert
- 12:05ist wie du, vielleicht auch ganz
- 12:07alleine, aber am besten funktioniert das
- 12:10in einer Gruppe, mit einer Gemeinschaft
- 12:13aus anderen Lernenden. Und Kari, dafür
- 12:15haben wir ein ein Angebot für euch.
- 12:18Was für eine Überleitung, Manuel. Ich
- 12:20war selber gerade überrascht von unserem
- 12:23Werbe Jingle, aber es stimmt natürlich.
- 12:25Also viele Menschen. Schaffen das
- 12:28vielleicht nicht ganz alleine zu lernen
- 12:30und dafür haben wir ein Angebot. Das gab
- 12:32es noch nicht, als du vor sechs Jahren
- 12:34Deutsch gelernt hast. Wir haben jetzt
- 12:35die Easy German Conversation Membership
- 12:38und da sind tatsächlich Menschen aus
- 12:40aller Welt, auch aus Syrien und die
- 12:42sprechen online zusammen. Wir haben
- 12:44täglich moderierte Zoom Calls, wo man
- 12:47dann. Eine Fragestellung hat, oft auch
- 12:50aus unseren Videos. Also man guckt
- 12:52vorher ein Video und dann werden die
- 12:54Fragen aus den Videos in kleinen Gruppen
- 12:56immer mit drei bis vier Menschen
- 12:59diskutiert.
- 13:00Genau und das ist wirklich.
- 13:02Wie du schon gesagt hast, total wichtig,
- 13:05dass man nicht nur passiv lernt, sondern
- 13:07sich zwingt, dann auch den Schritt ins
- 13:09aktive Lernen und ins Sprechen zu
- 13:11machen. Wenn ihr das mal ausprobieren
- 13:13wollt, werdet ein Mitglied auf
- 13:15easygerman.org/membership
- 13:18in der Conversation Membership. Man kann
- 13:20das auch einfach mal einen Monat lang
- 13:22ausprobieren.
- 13:23Mhm.
- 13:23Mal zwei, drei, vier Mal pro Woche zu
- 13:26unseren Zoom Calls kommen und schauen,
- 13:28wie das funktioniert. Es ist wirklich
- 13:30eine tolle Gemeinschaft.
- 13:35Manuel, du hast ja auch. Dir mehrere
- 13:38Sprachen selbst beigebracht und ich
- 13:40glaube, du bist auch nicht so ein
- 13:41klassischer Lerntyp, der so in die
- 13:44Schule geht. Hast du das denn? Hast du
- 13:46das so alleine gemacht, dass du wirklich
- 13:49mit dir alleine sprichst?
- 13:50Also, ich habe schon immer auch viel
- 13:52alleine geübt, so wie du, aber ich hatte
- 13:55immer auch einen Sprachunterricht als
- 13:57Baustein. Also, ich bin sehr
- 13:59beeindruckt, dass du in einem Jahr auf
- 14:01ein B2 Niveau gekommen bist, ganz ohne.
- 14:06Ja, Schulunterricht oder Lehrer.
- 14:09Ja, was ist deine Frage, Kari, ob ich
- 14:11das auch kann? Nein.
- 14:12[gelächter]
- 14:13Ja, weil ich finde das faszinierend. Das
- 14:15muss man muss ja auch einen gewissen.
- 14:18Also, ist ja auch ein bisschen eine
- 14:19Charakterfrage, ne, ob man so glücklich
- 14:21ist, mit sich selbst alleine zu Hause.
- 14:25Es ist aber vielleicht auch eine.
- 14:28Eine finanzielle Frage manchmal oder
- 14:30auch eine logistische Frage, weil viele
- 14:31Menschen leben an einem Ort. Wo sie
- 14:34vielleicht nicht jederzeit.
- 14:37Mit jemandem sprechen können.
- 14:40Ich finde das aber interessant, weil du
- 14:41hast dich ja bewusst dafür entschieden,
- 14:43dass du sagst, okay, ich gehe jetzt
- 14:44nicht in eine Schule, das da wird wird
- 14:47mir langweilig. Ich möchte das alleine
- 14:50selbst machen und ich kreiere mir sogar
- 14:52eine kleine deutsche Welt bei mir zu
- 14:54Hause. Vielleicht kannst du uns noch mal
- 14:56so ein paar Tipps geben. Wenn jetzt
- 14:58jemand zuhört und sagt, boah.
- 15:00Das möchte ich auch besser machen, dass
- 15:02ich mir ein bisschen. Dass ich mir
- 15:04wirklich Struktur gebe. Hattest du hast
- 15:07du dir selber einen Unterrichtsplan
- 15:09gemacht? Du hast gesagt, du hast diese
- 15:1160 40 ungefähr Regel passiv aktiv.
- 15:14Welche Regeln hattest du denn überhaupt
- 15:17für dich selbst?
- 15:19Also, Regeln ehrlich gesagt, hatte ich
- 15:20gar nicht. Das war für mich, mein Regel
- 15:22war, ich will mir so viel wie möglich
- 15:25deutsche Inhalt reinziehen. Das war
- 15:27wirklich der Plan. Ähm, und ich musste
- 15:31jeden Tag gucken, wie viel Zeit habe ich
- 15:33für Deutsch? Und dann
- 15:35Ich glaube, bei mir war es so, ich hatte
- 15:36Motivation. Ich habe es geliebt, Deutsch
- 15:38zu lernen. Und dadurch könnte ich echt
- 15:39stundenlang dran sitzen. Und ich glaube,
- 15:42das ist wirklich der Schlüssel. Ich
- 15:43hatte keinen Plan, so ja, okay, heute
- 15:45sitze ich zwei Stunden oder drei Stunden
- 15:47und morgen
- 15:49hatte ich gar nicht. Es war jeden Tag,
- 15:51ich gucke, wie viel Zeit habe ich für
- 15:52Deutsch? Und habe ich ähm habe ich, wie
- 15:55gesagt, viel Zeit da drin investiert.
- 15:57war deine Motivation? Also, du wusstest
- 15:59ja schon, dass du wahrscheinlich nach
- 16:01Deutschland ziehen möchtest. Hattest du
- 16:03noch andere
- 16:05Tricks, wie du dich motivieren kannst?
- 16:06Weil das ist etwas, was ich bei mir
- 16:08selbst merke, dass ich eine sehr starke
- 16:10Motivation habe, z.B. Französisch zu
- 16:13lernen, wenn ich weiß, in drei Wochen
- 16:15fahre ich nach Paris.
- 16:16Ja.
- 16:17Aber sobald ich dieses Ziel nicht mehr
- 16:19habe oder diese Reise, ist bei mir auch
- 16:21die Motivation weg, wieder mehrere
- 16:23Stunden am Tag zu lernen.
- 16:25aufgehört wieder mit Französisch.
- 16:28Das ist wirklich, ich habe nur dann
- 16:29Motivation, wenn ich weiß, ich bin bald
- 16:31in dem Land.
- 16:32Ja, das stimmt. Also, bei mir war es
- 16:34erstmal die Motivation, ich habe nur
- 16:36gehört, wie viele Leute Probleme mit der
- 16:38Integration hatten wegen der Sprache.
- 16:41Und ich dachte, ich will irgendwie auch
- 16:43ähm
- 16:44mein Start in Deutschland so angenehm
- 16:46wie möglich gestalten. Das war natürlich
- 16:48eine große Motivation. Und
- 16:51es war für mich ähm, das ist eine ganze
- 16:54neue Welt, wo ich jetzt, ich könnte mir
- 16:56YouTube-Videos angucken über
- 16:57verschiedenste Themen, die mich
- 16:58interessiert haben. Ähm, und ich könnte
- 17:01die verstehen. Das war auch ein
- 17:03würde ich sagen, eine große Motivation.
- 17:04Es gab ähm, es gibt viele ähm coole
- 17:06Content auf Deutsch auf YouTube. Und
- 17:09ähm, ja, ich dachte, das war eigentlich
- 17:11schon ein Moment, wo ich gemerkt habe,
- 17:13das hat sich alles ausgezahlt. Also, ich
- 17:15schon irgendwie ähm Videos über
- 17:17wissenschaftliche Themen ähm angucken
- 17:19konnte und alles verstehen, das war
- 17:21Das war, glaube ich, auch einer der
- 17:23Ziele.
- 17:24Und hast du dann nicht deine eigenen
- 17:26normalen Medien vermisst? Weil so geht's
- 17:29mir dann, ich schaue dann zwei Videos
- 17:31Easy French, wenn ich Französisch lerne,
- 17:33aber dann sehe ich auf YouTube gibt's
- 17:35auch die ganzen deutschsprachigen oder
- 17:37englischsprachigen Inhalte, die ich
- 17:38sowieso gucke. Also, wie schaffst du Wie
- 17:41hast du das geschafft? Du hast gesagt,
- 17:42du hast dir ein kleines Deutschland
- 17:43aufgebaut, die anderen Sachen dann zu
- 17:46ignorieren.
- 17:47Ich muss sagen, ich war sowieso kein
- 17:49Medienkonsument, also, ich habe nicht so
- 17:51viel Medien konsumiert auf anderen
- 17:52Sprachen.
- 17:53Auch auf Englisch?
- 17:55Ich Also, damals in der Zeit nicht mehr,
- 17:57ich habe als Teenager so viel Musik, so
- 18:00viel äh Filme geguckt, aber ich war
- 18:02überhaupt nicht die Ich habe ansonsten
- 18:04eigentlich YouTube nicht täglich ähm
- 18:06benutzt, ich habe nicht ähm irgendwie
- 18:08tägliche YouTube-Videos ähm auf Englisch
- 18:10geguckt oder so. Und deswegen habe ich
- 18:12eigentlich an sich nichts, also, ich
- 18:14habe nichts vermisst.
- 18:15Verstehe.
- 18:16Ja, ich habe dann, glaube ich, durch
- 18:18Deutsch entdeckt, ah, es gibt so viele
- 18:21coole Contents, die ich kann das
- 18:22irgendwie Ich kann mir alles gerne geben
- 18:24und ähm ja.
- 18:26Für alle, die jetzt zu Hause sitzen und
- 18:28denken, okay, YouTube habe ich, Easy
- 18:31German schon abonniert,
- 18:33ähm ich habe auch Zeit, gebt uns doch
- 18:36mal ein paar konkrete, so drei oder vier
- 18:38Methoden, die du benutzt hast, weil du
- 18:40hast ja nicht nur geguckt,
- 18:43Ja.
- 18:43du hast ja dann auch aktiv gelernt oder
- 18:46versucht auch aktiv zu lernen.
- 18:48Genau, das Also, das wäre der erste
- 18:50Punkt, habe ich schon gesagt, auswendig
- 18:51lernen, wirklich.
- 18:52Ganze Sätze, nicht nur Wörter.
- 18:54und nicht ähm nicht nicht, also, nicht
- 18:57mit Wortlisten, das habe ich gar nicht
- 18:58gemacht. Zweiter Punkt wäre, ich habe
- 19:01überhaupt nicht mit Grammatik
- 19:02angefangen. Also, Grammatik habe ich gar
- 19:04nicht Ich ähm ich habe erstmal Ich
- 19:06dachte, ich muss einen Wortschatz haben.
- 19:08Mhm.
- 19:09Und irgendwann habe ich, glaube ich, ab
- 19:11B1 ein bisschen mehr auf Grammatik
- 19:12konzentriert. Ich habe mich
- 19:13konzentriert, aber Es ist ein Phänomen,
- 19:16ich weiß nicht, ob es auch bei jedem so,
- 19:18aber Irgendwann entwickelt man so ein
- 19:20Gefühl für die Sprache, so eine
- 19:21Intuition.
- 19:22Mhm.
- 19:22Und man weiß, wenn sich ein Satz falsch
- 19:25anhört. Man weiß das, ich muss das nicht
- 19:27unbedingt erklären können, erklären
- 19:28können, aber ich weiß, das ist falsch.
- 19:31Weil ich habe jetzt so viel Deutsch
- 19:33gehört und Durch diese Exposition mein
- 19:36Gehirn hat sich mit der Sprache ein
- 19:38bisschen angefreundet.
- 19:39Das heißt, du hast nie offiziell so
- 19:42Deklinationstabellen
- 19:44und so gelernt. Du hast nie geguckt, was
- 19:45ist Akkusativ, wie bildet man den?
- 19:47Später, später ja, also ich habe mir so
- 19:50ein paar Videos dazu geguckt, aber was
- 19:52Also ich könnte es, ich könnte es, ich
- 19:54habe glaube ich einmal ein Video von
- 19:56Easy German über Akkusativ und Dativ
- 19:57geguckt und dann das war's. Also ich
- 19:59habe
- 20:00Ich habe nicht so viel
- 20:01Reicht.
- 20:01[gelächter]
- 20:01Genau.
- 20:03Gute Werbung für euch.
- 20:04Danke.
- 20:05Ja, aber
- 20:07nee, Grammatik habe ich gar nicht
- 20:09angewendet, also ich habe mich gar nicht
- 20:10großartig darauf konzentriert.
- 20:12Selbstgespräche,
- 20:14Monologe auf jeden Fall sehr wichtig.
- 20:16Was hast du da so gemacht? Also okay,
- 20:18wir haben schon gesagt, du hast dann
- 20:19manchmal
- 20:21Die Frage von der Straße
- 20:23Selber beantwortet. Was was kann man
- 20:25noch machen als Selbstgespräch?
- 20:28Ich habe dann irgendwann zum Beispiel,
- 20:30als ich mir die Sätze aufgeschrieben
- 20:31habe, Ich habe versucht jeden Tag, bevor
- 20:34ich angefangen habe, ich gucke mir dann
- 20:35die Liste an und ich gucke, was habe ich
- 20:36da geschrieben und ich versuche die dann
- 20:38selbst irgendwie in dem Kontext zu sagen
- 20:41oder irgendwie so zu benutzen in einem,
- 20:44also es ist nur ein Satz, dann versuche
- 20:45ich vielleicht ein, zwei Sätze dazu zu
- 20:47sagen, was
- 20:48Also so ein Fantasiedialog.
- 20:51Genau, und vor meiner Prüfung war es
- 20:53dann so, ich habe mich dann auf die
- 20:55häufigsten Themen konzentriert, zum
- 20:57Beispiel Klimaschutz oder
- 20:58Gleichberechtigung.
- 21:00Und dann habe ich mir Videos angeguckt
- 21:02oder ich habe Texte drüber gelesen und
- 21:04ich habe versucht, das auswendig zu
- 21:06lernen. Also wirklich den ganzen Text
- 21:09auswendig zu lernen. Das ist natürlich
- 21:11aufwendig, aber
- 21:12Wie eine Schauspielerin.
- 21:14Ja.
- 21:14Aber was hilft dir das dann, wenn du
- 21:16einen Text z.B. von irgendeiner
- 21:20Nachrichtenseite oder so auswendig
- 21:22lernst, weil du
- 21:23willst ja nicht in der Prüfung den
- 21:25genauen Text schreiben. Oder hilft dir
- 21:26das dann quasi Strukturen oder
- 21:29Phrasen zu kennen, die man in so einem
- 21:31Text benutzt?
- 21:32Nee, das also auf jeden Fall, ich würde
- 21:34nicht den ganzen Text da aus, also ich
- 21:37mein Gehirn wird es nicht abrufen
- 21:38können, aber ich könnte auf jeden Fall
- 21:40ein paar Sätze, ich könnte ähm ich
- 21:43könnte auf jeden Fall irgendwas da in
- 21:45dem Moment abrufen, was ich ähm direkt
- 21:48sagen könnte. Es muss nicht unbedingt
- 21:49den ganzen Text, aber man hatte so ein
- 21:52paar Sachen, was man auf jeden Fall
- 21:53sagen könnte. Und dadurch war ich so ein
- 21:55bisschen weniger nervös, weil ich
- 21:57wusste, ah okay, ich weiß ein paar
- 21:59Sachen dazu. Und das war tatsächlich bei
- 22:01mir der Fall. Ich hatte in meiner B2
- 22:03Prüfung war das Thema
- 22:04Gleichberechtigung.
- 22:06Ah.
- 22:06Und ich hatte, glaube ich, zu dem Thema
- 22:08echt so viel, ich habe so viel Sachen
- 22:10gelesen und viel Sachen geguckt. Und ich
- 22:13war auf jeden Fall sehr nervös äh vor
- 22:15der Prüfung. Und vor allem so der die
- 22:17mündliche Prüfung.
- 22:18Und dann ich habe gesehen, ah das ist
- 22:19Gleichberechtigung.
- 22:21Und dann ich glaube, ich habe so, ich
- 22:23habe in dem Moment so gut gesprochen und
- 22:26ich könnte irgendwie, ich könnte mich an
- 22:28vielen Sachen erinnern. Es war nicht
- 22:30unbedingt in der gleichen Reihe oder in
- 22:31der gleichen in der gleichen Folge, aber
- 22:33ich konnte mich an vielen Sachen
- 22:34erinnern und ich habe so, also die waren
- 22:37alle so beeindruckt bei der Prüfung,
- 22:38dann haben die mir irgendwann gesagt, du
- 22:39brauchst du nichts mehr sagen, alles
- 22:41gut. Ähm ich habe auch da so schnell
- 22:43geredet und ähm
- 22:45So wie jetzt?
- 22:46Ja.
- 22:46Ich habe das super oft schon als Tipp
- 22:48gehört, dass man eben nicht einzelne
- 22:50Vokabeln so viel lernt und dann versucht
- 22:53neue Sätze zu bilden, sondern lieber mit
- 22:56ganzen Sätzen beginnen. Die Vokabeln
- 22:58kriegt man da später auch einzeln wieder
- 23:00raus, aber das gibt eine
- 23:02Selbstsicherheit.
- 23:03Aber Lara, du bist dann ja nach diesem
- 23:06Jahr, dass du in Syrien alleine Deutsch
- 23:08gelernt hast, irgendwann tatsächlich
- 23:10umgezogen nach Deutschland. Was hat sich
- 23:12denn dann verändert? Dann hattest du ja
- 23:15Und wie gut war denn dein Deutsch, als
- 23:17du hier angekommen bist?
- 23:20Genau, ich
- 23:21ich glaube, das war das war gut genug
- 23:23auf jeden Fall, weil ich bin direkt in
- 23:26einer WG gelandet.
- 23:28In einer deutschen WG.
- 23:29Genau, da waren da waren wir zu fünft
- 23:31und die waren alle deutsch und
- 23:33die waren alle so fasziniert und
- 23:35beeindruckt von meiner Sprache, das hat
- 23:36mir natürlich viel Selbstbewusstsein
- 23:38gegeben. Ich also diese Hemmung vom
- 23:41Sprechen, also von dem Sprechen war
- 23:42schon weg. Ich hatte keine Angst mehr
- 23:44vom Deutsch sprechen.
- 23:46Obwohl du mit Deutschen ja nie
- 23:47gesprochen hast, jetzt außer vielleicht
- 23:49in der Prüfung.
- 23:50Ja,
- 23:51sogar in der Prüfung waren sie nicht
- 23:52deutsch, die waren ähm
- 23:54Wow.
- 23:55Ja, das war in Jordanien und ähm
- 23:57Das heißt, du kommst dann an in
- 23:58Deutschland, hast die ganze Zeit nur
- 24:00alleine zu Hause in deinem Zimmer
- 24:02gesprochen und plötzlich bist du in
- 24:04einer deutschen WG.
- 24:05Ja, genau, es war
- 24:06Und du hattest keine Angst.
- 24:07Es war auf jeden Fall am Anfang
- 24:08aufregend, weil man hat natürlich
- 24:11man muss sich so viele Gedanken wie
- 24:12komme ich jetzt rüber, würde ich jetzt
- 24:14gut Deutsch sprechen und irgendwann war
- 24:16das so gut und
- 24:17irgendwie die
- 24:19Reaktion von den anderen Menschen hat
- 24:21mir viel Selbstbewusstsein gegeben und
- 24:24dann hat es später viel, also es hat es
- 24:26viel einfacher gemacht.
- 24:28Das ist interessant, weil ich kenne
- 24:29diese Geschichte auch aus der anderen
- 24:31Richtung, dass jemand am Anfang
- 24:33irgendeinen Kommentar gemacht hat.
- 24:36Du sprichst nicht gut genug, zum
- 24:38Beispiel das Gegenteil und das dann
- 24:40Die Motivation.
- 24:41jahrelang dazu geführt hat, dass die
- 24:43Person sich nicht getraut hat zu
- 24:44sprechen und bei dir war es so, dass du
- 24:46am Anfang einmal Lob bekommen hast und
- 24:48dann gemerkt hast, okay, ich kann mich
- 24:50trauen.
- 24:51Genau und ich habe dann auch gemerkt,
- 24:54viele Schwierigkeiten, die andere Leute
- 24:56hatten, sprachlich hatte ich auch nicht.
- 25:00Und
- 25:01da war für mich schon, ich war schon
- 25:04mit, also ich bin mit B2 hierher
- 25:05gekommen und direkt, ich bin in
- 25:08Deutschland angekommen und war für mich
- 25:09die zweite Phase war die
- 25:11Fachsprachenprüfung, ich musste mich
- 25:12dann, also auf die medizinische Sprache
- 25:14konzentrieren und da habe ich auch
- 25:17alleine drei Monate gelernt und ich habe
- 25:18die Prüfung in drei Monaten abgelegt.
- 25:21Also das heißt, du hattest Medizin ja in
- 25:23Syrien studiert und kanntest die
- 25:25Fachbegriffe auf Arabisch. Und du
- 25:28musstest dann jetzt erstmal anfangen die
- 25:29medizinischen Fachbegriffe auf Deutsch
- 25:31zu lernen.
- 25:31Genau und es ging natürlich in der
- 25:34Prüfung nicht nur um die Begriffe an
- 25:36sich, sondern man musste auch Anamnese
- 25:37machen, man musste auch mit den Ärzten,
- 25:39da waren auch
- 25:40Prüfungen.
- 25:41Anamnese. [gelächter]
- 25:43Entschuldigung, ja, ich habe es
- 25:44vergessen. Ja, das sind die
- 25:45Fachbegriffe, also Anamnese ist das
- 25:47Gespräch mit den Patienten, wo man nach
- 25:48Symptomen fragt und
- 25:50genau. Und
- 25:52das war für mich auch eine andere
- 25:53Herausforderung, da musste ich direkt so
- 25:56mich drauf konzentrieren und
- 25:58Und mit echten Patienten sprechen.
- 26:00Habe ich gar nicht.
- 26:01Ah, in der Prüfung.
- 26:03Ah, okay, das war nur, dann in der
- 26:05Prüfung musstest du zeigen, theoretisch
- 26:07kann ich dann mit
- 26:08Patienten sprechen.
- 26:10ein Arzt die Rolle des Patienten
- 26:11genommen und der hat mir dann Symptome
- 26:13erzählt und der wollte gucken, wie würde
- 26:15ich darauf reagieren, was würde ich da
- 26:16fragen
- 26:17Mhm.
- 26:17und
- 26:18ja.
- 26:19Wahnsinn, heute arbeitest du in einem
- 26:23Krankenhaus in Deutschland, bist jeden
- 26:25Tag in Kontakt mit anderem medizinischen
- 26:29Personal, mit Ärztinnen und Ärzten und
- 26:32Pflegerinnen, Patientinnen. Wie ist das
- 26:35denn jetzt für dich, welche Sprache
- 26:36spielt die Rolle äh
- 26:38welche Rolle spielt die Sprache für dich
- 26:41heute im Alltag?
- 26:43Ich finde als Ärztin, das ist eigentlich
- 26:45das A und O, weil ähm
- 26:48ich finde und ich habe das Gefühl, die
- 26:50Patienten ähm haben dann viel mehr
- 26:52Vertrauen in dem Arzt, wenn sie merken,
- 26:54der kann gut Deutsch sprechen, weil ähm
- 26:58ich als Patienten will ich nicht das
- 27:00Gefühl haben, ich würde hier nicht
- 27:01verstanden oder mir würden die Sachen
- 27:02nicht genug ausreichend erklärt. Und das
- 27:04kann ich verstehen. Und von daher
- 27:07eigentlich ist die Sprache wirklich das
- 27:09A und O, wie man ähm bei den Patienten
- 27:12rüberkommt. Ähm
- 27:14Hattest du denn auch mal Probleme, dass
- 27:16Patienten dich nicht verstanden haben?
- 27:19Oder vielleicht äh Vorurteile hatten und
- 27:22gesagt haben
- 27:23Ähm eigentlich nicht. Das war würde ich
- 27:26sagen, ich hatte so ein paar
- 27:28Situationen, wo ich den Namen von den
- 27:29Patienten falsch ausgesprochen haben,
- 27:31weil es da irgendein Ö oder Ü gab.
- 27:33Mhm.
- 27:34haben sie mich korrigiert und da waren
- 27:35die ein bisschen beleidigt. Aber im
- 27:37Großen und Ganzen ähm hatte ich
- 27:40eigentlich gar keine negative Erfahrung
- 27:42mit den Patienten gehabt. Ähm
- 27:45Die stellen mir immer irgendwann die
- 27:46Frage "Welche Landfrau sind Sie?"
- 27:50Landesfrau. [gelächter]
- 27:51So so sagen die das.
- 27:52Ich glaube, das ist also welcher
- 27:54Landsmann, welche Landsfrau sind Sie?
- 27:57Das bedeutet wo kommen Sie her, aber ich
- 27:59glaube, die Leute haben
- 28:02oft gehört, man soll nicht fragen, wo
- 28:03kommen Sie her und jetzt
- 28:05Aber es ist auch ein älter, also sagen
- 28:07wahrscheinlich ältere Leute, ne? Das
- 28:08stimmt.
- 28:09älterer Begriff, ne? Was sind Sie denn
- 28:10für ein Landsmann, was sind Sie für eine
- 28:12Landsfrau?
- 28:13Genau und äh da wenn ich erzähle, ich
- 28:16komme aus Syrien und wenn die wissen,
- 28:17wie lange ich ähm in Deutschland bin,
- 28:19dann sind sie auch wir reden dann über
- 28:21Sprachlernen und ähm das ist immer so
- 28:23ein netter Austausch.
- 28:25Mhm.
- 28:25Ja.
- 28:26Schön. Wir sind jetzt leider schon am
- 28:29Ende, liebe Lara. Ich habe noch so viel
- 28:30mehr Fragen, aber die besprechen wir
- 28:32gleich in der Aftershow, Manuel.
- 28:34Ja. Sag uns doch noch zum Abschluss, ähm
- 28:36wo du so viel Content konsumiert hast.
- 28:39Easy German hast du jetzt ähm viel hier
- 28:42gelobt und beworben, aber die Leute
- 28:44freuen sich immer auch über
- 28:46Filmempfehlungen, Serienempfehlungen,
- 28:48Musikempfehlungen. Hast du da was
- 28:50gefunden?
- 28:51Ja.
- 28:51Was du so richtig mal empfehlen
- 28:52möchtest.
- 28:53Ja.
- 28:53[schnauben]
- 28:53Also Filme, ich kann mich noch an einen
- 28:56Film erinnern, die Welle heißt das.
- 28:58Oh ja, das ist ein guter Film.
- 28:59guter Film. Ähm. Musik ist ein bisschen
- 29:02schwierig leider auf Deutsch.
- 29:04Wieso? Was soll das [gelächter] denn
- 29:05heißen?
- 29:06Also, ich ich fand damals, was mir
- 29:08empfohlen wurde, war tatsächlich nur
- 29:09Schlagermusik. Und damals wusste
- 29:12[gelächter]
- 29:12wusste ich gar nicht, dass Schlagermusik
- 29:13das ist so ein Begriff gibt und das ist
- 29:15eigentlich peinlich Schlagermusik zu
- 29:17hören.
- 29:17Ja.
- 29:18Und dachtest du, das ist das, was die
- 29:20Deutschen hören?
- 29:21Ganz viele Deutschlernende lieben
- 29:23Schlagermusik.
- 29:24Aber lieben sie Schlagermusik oder haben
- 29:26sie nur keine andere, haben sie nichts
- 29:28anderes gekannt?
- 29:29Wir haben uns hier schon öfter über
- 29:31Schlagermusik lustig gemacht und jedes
- 29:33Mal E-Mails bekommen von Leuten, gesagt
- 29:35haben, die gesagt haben, dass ich bin
- 29:37aber Helene Fischer-Fan.
- 29:38Oh Gott, Helene Fischer würde mir direkt
- 29:40natürlich vorgeschlagen. Atemlos,
- 29:42blablabla. Also das Ding ist, ähm
- 29:46Also das ist ein gutes Lied. Damals für
- 29:48mich als jemand, der die Sprache nicht
- 29:49kannte, ich habe natürlich das Lied
- 29:51genossen, aber jetzt mittlerweile weiß
- 29:52ich, es ist peinlich zu sagen, ich habe
- 29:54überhaupt Helene Fischer gehört. Ähm
- 29:57genau, ich fand es damals
- 29:58an. Jeder soll hören, was er will. Was
- 30:00hast du, hast du gar keine Lieblingsband
- 30:02in in Deutschland oder im
- 30:03deutschsprachigen Raum?
- 30:05Nee, leider nicht.
- 30:07[gelächter]
- 30:07Ich sag euch aber, also ich hatte ein
- 30:09Lieblingslied schon, ähm das ist
- 30:11eigentlich, ich glaube, die heißen Die
- 30:12Ärzte.
- 30:13Die Ärzte?
- 30:15[gelächter]
- 30:16Das ist, also die haben so ein Lied,
- 30:17glaube ich, das heißt Was geht ab?
- 30:20Hey, was geht ab? Das kannst
- 30:22Wir feiern die ganze Nacht,
- 30:25die ganze
- 30:26Genau, ein bekannter Partysong.
- 30:27Ja, verlinken wir euch in [gelächter]
- 30:29den Shownotes.
- 30:30Manuel, hast du dazu auch schon getanzt?
- 30:32Irgend, also ich glaube, man kommt da
- 30:34kaum drumrum, wenn man in Deutschland
- 30:36lebt. Irgendwann, wenn alle richtig
- 30:37besoffen sind, dann kommt dieses Lied.
- 30:40Deutsche haben auf jeden Fall, sag ich
- 30:41mal interessanten Musik und Party
- 30:44Geschmack, also ja.
- 30:46Spannend. Lara, danke, dass du bei uns
- 30:48warst. In der Aftershow quatschen wir
- 30:50gleich noch ein bisschen weiter, zum
- 30:53Beispiel darüber, machst du überhaupt
- 30:55noch Fehler im Deutschen oder nicht?
- 30:57Wann hast du damit aufgehört? Und was
- 31:00quatschen wir noch?
- 31:02Was immer ihr möchtet. Ich kann auch
- 31:03noch Musikempfehlungen geben.
- 31:04Oh, okay. Wie hört man die Aftershow,
- 31:06Manuel?
- 31:07Als Easy German Mitglied in der Learner
- 31:09oder Conversation Membership bekommt ihr
- 31:12einen speziellen Podcast Feed mit
- 31:15unserem Transkript, Vokabelhelfer und
- 31:18der Aftershow nach jeder Episode.
- 31:20Toll, danke, dass du da warst, Lara.
- 31:22Danke euch. Danke noch mal für die
- 31:23Einladung.
- 31:25Hat uns sehr gefreut. Tschüss, liebe
- 31:26Leute.
- 31:27Ciao.
- 31:28Ciao.
- 31:30[musik]
- 31:35[musik]
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