Persönlichkeitsentwicklung ist der größte Selbstbetrug (Dieter Lange) — Transcript
Full transcript
- 0:00Aber wenn ich mir so diese ganze
- 0:01Persönlichkeitsentwicklung Industrie ja
- 0:03angucke.
- 0:04So, aber da stehen sinngemäß hat mir mal
- 0:07jemand gesagt, der auch sehr Industrie
- 0:08kommt. Er sagt, pass auf, es gibt Schafe
- 0:10und Wölfe. Die Wölfe stehen auf der
- 0:12Bühne, die Schafe stehen im Publikum und
- 0:15aus einem Schaf wird niemals ein Wolf
- 0:17werden.
- 0:18ist ein Rattenfänger auf der Bühne. Alle
- 0:20Influencer sind Rattenfänger. Das ist
- 0:21ein furchtbarer Beruf. Ja? Sind
- 0:25und dann haben sie Follower, das sind
- 0:26die Ratten. So, und dann werden sie von
- 0:28der Industrie zugehängt mit
- 0:29irgendwelchen Produkten und Lieschen
- 0:31Müller glaubt, wenn ich so eine tolle
- 0:32Frau sein will, dann muss ich mir dies
- 0:34und das und jenes kaufen. Und in Social
- 0:36Media in der sozialen Welt,
- 0:39also
- 0:40digitalen Welt bist du immer im
- 0:42Vergleich. Das macht die Menschen so
- 0:44unglücklich. Die ganze Depression bei
- 0:46Jugendlichen, diese
- 0:47Orientierungslosigkeit zwischen 18 und
- 0:4935, was wir da sehen, wie die
- 0:51psychischen Krankheiten drastisch
- 0:53zunehmen, korreliert direkt mit den
- 0:55Anfängen von Social Media.
- 0:58Möglich, lass uns aber kurz auf Lieschen
- 1:01Müller, weil Lieschen Müller ist ein
- 1:02schönes Beispiel. So, da steht jetzt
- 1:04irgendein hypererfolgreicher Typ auf der
- 1:06auf der Bühne und im Publikum sitzt
- 1:08Lieschen Müller und sagt sinngemäß, du
- 1:11Lieschen, du kannst auch Michael Jordan
- 1:14sein. Du musst nur früher aufstehen,
- 1:16kalt duschen, keine Ahnung, das Richtige
- 1:17manifestieren.
- 1:18Ja, völliger Schwachsinn.
- 1:19Und genau, möglicherweise ist das
- 1:21Quatsch, weil möglicherweise kann
- 1:23Lieschen Müller nicht Michael Jordan
- 1:24sein, das ist die eine Möglichkeit. Die
- 1:26andere Möglichkeit ist, Lieschen Müller
- 1:28ist nur Lieschen Müller, weil sie
- 1:29glaubt, dass Lieschen Müller ist, in
- 1:30Wirklichkeit ist eigentlich auch Michael
- 1:31Jordan, oder
- 1:33in Wirklichkeit hat ein Lieschen Müller
- 1:34ein Talent, was sie nur entdecken muss.
- 1:37Was glaubst du, gibt es die es gibt es
- 1:39quasi, hat jeder Mensch das Potenzial
- 1:42irgendwie außergewöhnlich zu sein, oder
- 1:44ist das gar nicht so?
- 1:46Sorry, falsche Frage. Jeder Mensch ist
- 1:49außergewöhnlich. Niemand hat deinen
- 1:51Fingerabdruck. Ja?
- 1:53Wir sind als Unikat geboren. Leider
- 1:56sterben viele als Kopie.
- 1:58So, jeder Mensch hat bestimmte Karten
- 2:00auf die Hand bekommen. Das steht schon
- 2:02im Horoskop.
- 2:04Wenn man sich denn damit auskennt, wenn
- 2:06man denn jemanden hat, ich kenne in
- 2:07Deutschland nur eine, die es überhaupt
- 2:08kann.
- 2:10[räuspern]
- 2:10So, das ist eine Geworfenheit und diese
- 2:12Karten kannst du ausspielen. Speaker
- 2:14musst du sein, das kann man nicht
- 2:16lernen.
- 2:17Maler musst du sein, das kann man nicht
- 2:18lernen. Verkäufer musst du sein, das
- 2:20kann man nicht lernen. Ja? Coach musst
- 2:22du sein von deiner ganzen Grundhaltung,
- 2:24das kann man gar nicht lernen.
- 2:26Ja? So und die meisten glauben, ich kann
- 2:30etwas tun, dann werde ich was haben und
- 2:32dann bin ich wer. Leider genau
- 2:34umgekehrt. Du musst es sein, dann kannst
- 2:37du tun und hast vielleicht. Also wir
- 2:39können nur die Trümpfe ausspielen, die
- 2:41wir auf die Hand bekommen haben. Ja? Bei
- 2:43dir und mir ist es ein gewisses
- 2:44Redetalent. Ich habe zum Beispiel
- 2:46überhaupt kein musikisches Talent,
- 2:47überhaupt kein Maltalent, ich kann nie
- 2:48eine Katze malen. Ich habe ein
- 2:50Bewegungstalent. Ja, schieße heute noch
- 2:52von zehn Bällen, wenn kein Torwart drin
- 2:54ist, acht ins Tor, Eckbälle.
- 2:56Habe ich einfach mal gelernt. Habe ein
- 2:58Bewegungstalent, Ende der Durchsage. So,
- 3:00diese Talente, die kannst du ausspielen.
- 3:03Ja?
- 3:04So, was mit Lieschen Müller passiert
- 3:06ist, ich sag's mal an einem Beispiel,
- 3:09ich hatte hier Köln, Milowitsch Theater,
- 3:12bei einer Rednernacht einen Vortrag
- 3:15vor angehenden Speakern,
- 3:17Speaker-Ausbildung. Halte ich nichts
- 3:18von, aber komm. Hast du das trotzdem
- 3:20gemacht? Ja, aber erzähl weiter.
- 3:22was ich gemacht habe, ich habe mal, ich
- 3:24sollte beispielhaft,
- 3:26wie das dann dann mal so aussehen
- 3:27könnte.
- 3:29Da kommt der Stefan Friedrich und sagt,
- 3:31pass mal auf, da ist eine Marokkanerin
- 3:33hier im Publikum, die hat mir gerade
- 3:35erzählt, sie hat Deutsch gelernt mit
- 3:37deinen Videos, weil du Hochdeutsch
- 3:39kannst. Die musst du kennenlernen. Ich
- 3:42sag, Stefan, bitte, ich ich in einer
- 3:43Viertelstunde stehe ich auf der Bühne.
- 3:45Die musst du kennenlernen. Ich sag,
- 3:47Stefan, nerv nicht, hol sie her. So.
- 3:50Sehr, sehr liebes Mädchen, Mitte 20,
- 3:53schwärmt mir vor, dass sie wirklich
- 3:55durch mein Hochdeutsch, hallo, das
- 3:56können auch andere, Deutsch gelernt hat.
- 3:59Und irgend, und jetzt kommt's,
- 4:00irgendwann stehe ich mal auf einer Bühne
- 4:03wie du. Ich sage, was ist das
- 4:05irgendwann? Ja, wenn ich die Ausbildung
- 4:08hinter mir habe, mir das traue und an
- 4:11mich glaube endlich und so. Weißt du
- 4:13was, habe ich gesagt, das nennt man
- 4:15Scarcity, das ist Mangelgefühl.
- 4:18Ja, du bist nie auf einer Bühne aus dem
- 4:20Mangelgefühl heraus, ich weiß noch
- 4:22nicht, ob ich das kann. Abundance ist
- 4:24Überfluss. Du bist heute Speakerin oder
- 4:27nie. So sage ich.
- 4:29Und jetzt bist du heute Abend Speakerin.
- 4:31Wie, was? Ich sage, wir gehen jetzt da
- 4:34runter.
- 4:35Du bleibst hinter dem Vorhang. Ich rede
- 4:37nicht die 18 Minuten, sondern nur 12.
- 4:40Und dann bist du 6 Minuten auf der Bühne
- 4:42und erzählst genau die Geschichte, wie
- 4:44du aus Marokko nach Deutschland kamst
- 4:46und meinetwegen, wie du Deutsch gelernt
- 4:47hast, genau wie du eben Nein, Hilfe,
- 4:49nein. Die habe ich gar nicht durchatmen
- 4:51lassen. Ich sage, los, komm, wir müssen
- 4:52los. Ja, die stand hinter der
- 4:54[gelächter]
- 4:54Bühne.
- 4:54Vielleicht hat sie noch gezittert. Äh,
- 4:57nach 12 Minuten habe ich sie
- 4:58angekündigt, quasi auf die Bühne
- 5:00geschoben. Ich habe ihr gar nicht die
- 5:02Gelegenheit gegeben, überhaupt erst
- 5:05Angst zu entwickeln. Die hatte so
- 5:07authentisch frei gesprochen, Standing
- 5:11Ovations. So geht das.
- 5:15Speakerin musst du sein, das kann man
- 5:17nicht üben.
- 5:18Die hatte aber nicht das Gefühl, dass
- 5:20sie Speakerin ist, sondern die hatte das
- 5:22Gefühl, dass sie es wäre, weil ihr 1000
- 5:24Leute erzählt haben, dazu braucht man
- 5:25eine Ausbildung, da muss man erst mal an
- 5:27sich glauben, da muss man so eine
- 5:29Negative Beliefs überwinden. Hallo, das
- 5:31sind Gedanken, wie lange brauchst du
- 5:32denn, um einen Gedanken vorbeiziehen zu
- 5:34lassen? Das sind doch nur Wolken, du
- 5:36bist doch nicht deine Gedanken, du bist
- 5:37der Himmel, vor dem die Wolken ziehen.
- 5:40Aber viele sind identifiziert mit ihren
- 5:42Gedanken und das ist der das [räuspern]
- 5:44ist das, was denen am meisten fehlt.
- 5:46Du darfst dich einfach nicht
- 5:47identifizieren mit deinen Gedanken. Ende
- 5:49der Durchsage. Das ist Gedanken z.B. Das
- 5:52heißt in so einem beispielhaften jetzt
- 5:53so einem Speaker-Seminar, da sind Leute,
- 5:56die sind Speaker und da sind Leute, die
- 5:58sind keine Speaker, aber alle glauben,
- 6:00dass sie noch keine Speaker sind, aber
- 6:02Speaker werden können.
- 6:03Scarcity. Das ist ein Mangelgefühl. Und
- 6:06aus dem Loch kommst du nie raus. So, das
- 6:08heißt aus deiner Sicht ehrlich wäre mehr
- 6:10oder weniger zu gucken, wenn man das
- 6:11möglicherweise sagen kann, sag pass auf,
- 6:13du bist einer, du bist keiner, du bist
- 6:14einer, du bist keiner, du bist einer, du
- 6:15bist keiner.
- 6:16Du siehst das. Ich sehe das
- 6:19oder zumindest, wenn ich mit denen
- 6:20gesprochen habe, weil es ist nur eine
- 6:22Frage der Einstellung, nicht eine Frage
- 6:24des Verhaltens. Ja? Also, wenn man mich
- 6:27fragt, kann ich denn irgendwas üben, um
- 6:30zu wissen, ob ich Speaker bin, sag ich
- 6:31ja.
- 6:34Du läufst durch den Wald, eine
- 6:36Viertelstunde, darfst du nur
- 6:40darfst du nicht aufhören zu reden.
- 6:43Du quatschst die Bäume voll mit einem
- 6:45völlig unsinnigen Thema, das ist
- 6:47wichtig. Das muss Unsinn sein. Also z.B.
- 6:50warum ist es über den Berg kürzer als zu
- 6:52Fuß? Oder wie sinnvoll ist die
- 6:54Einführung von U-Booten in die Schweizer
- 6:56Armee?
- 6:57Oder wer hat denn nun den Käse zum
- 6:58Bahnhof gerollt? So, muss Unsinn sein,
- 7:01ja?
- 7:04Rhetorik ist, Cicero, überzeugen durch
- 7:07das bewegende Wort. Das ist schon alles,
- 7:09mehr brauchst du als Speaker gar nicht
- 7:10wissen. Überzeugen durch das bewegende
- 7:13Wort, aber bewegende Worte sind
- 7:16bildhafte Sprache. Viele können nicht
- 7:18bildhaft sprechen, die haben keine
- 7:20Story.
- 7:21Kannst du einer Frau nie sagen, dass sie
- 7:23hübsche Augen hat. Ja? Der würde sagen,
- 7:25in deinen Augen sehe ich meine
- 7:26ungeborenen Kinder.
- 7:28Da geht ein Film ab.
- 7:30So, und da habe ich schon welche erlebt,
- 7:33die sagten, ich war jetzt im Wald, ich
- 7:34habe eine Viertelstunde nur gequatscht.
- 7:36Es war wirklich
- 7:38äußerster Schwachsinn. Aber ich habe
- 7:40noch nie so ein tolles Gefühl gehabt,
- 7:42dass ich frei reden kann. Eine gute Rede
- 7:44ist immer eine freie Rede. Eine gute
- 7:46Rede ist immer eine freie Rede. Wenn ich
- 7:48vom Blatt ablesen oder Moderationskarte
- 7:51oder gar betreutes Lesen mit Charts im
- 7:54Hintergrund. Eine gute, sonst bist du
- 7:56kein Redner. Wenn du nicht frei sprechen
- 7:57können, bist du schon kein Redner.
- 7:59Das Also, ich spreche das niemanden ab,
- 8:01aber man sollte zumindest mal üben, ja?
- 8:04Ich brauche nicht lange üben, um zu
- 8:05wissen, dass ich kein Musiker werde, nie
- 8:08Komponist werde, niemals Maler werde. Da
- 8:11brauche ich nicht allzu lange üben. Das
- 8:13weiß ich dann schon, ne?
- 8:15Wer das nicht
- 8:16welche Talente er hat. Das weiß jeder.
- 8:18Die hat er schon als Kind gehabt. Da
- 8:20braucht er kein, das ist kein Rocket
- 8:21Science. Hat jeder Talente oder gibt es
- 8:23auch talentfreie Leute?
- 8:25Nein, nein, nein, das gibt's nicht.
- 8:26Jeder kommt mit gewissen Trümpfen auf
- 8:28die Welt.
- 8:30So, die große Kunst ist von Eltern, das
- 8:33zu erkennen. Schlimm ist ja, wenn
- 8:35Talente da sind und die werden
- 8:37unterdrückt oder es wird den Kindern
- 8:39ausgeredet. Das ist dann verheerend. Da
- 8:42müssen die Glück haben, wenn das später
- 8:43doch dann wieder durchbricht, ne?
- 8:46Woher weißt du, dass du nicht
- 8:48möglicherweise doch musikalische Talente
- 8:49hast, aber die sind nie gefördert
- 8:51worden, aber wenn du jetzt ein Jahr lang
- 8:53mit dem Klavier eingesperrt werden
- 8:54würdest?
- 8:55Schulorchester Geige gespielt habe und
- 8:58wenn ich übte, sagte meine Mutter immer,
- 8:59deine Geige schluchzt.
- 9:01Und ich war immer zweite Geige, nie
- 9:03erste und dann habe ich mit 12 Jahren
- 9:05gesagt, dann ist das nicht mein Weg.
- 9:07Fertig.
- 9:09Man sollte Kindern immer Möglichkeit
- 9:11geben, in ganz vielen Bereichen sich
- 9:14auszuprobieren.
- 9:16Also, sei es musikalisch, malerisch, das
- 9:19machen Kinder ja auf dem Kindergarten
- 9:20zum Glück. Was heute zu kurz kommt, ist
- 9:22Sport, ne?
- 9:23So, und das immer fördern. Ob das dann
- 9:26zu einer Spitzenbegabung führt, weiß man
- 9:28nicht, ne?
- 9:30Aber entweder hast du mal
- 9:33frei reden gelernt, das konntest du
- 9:35meist schon als Kind oder du hast es
- 9:36halt nie gelernt. Was Hänschen nicht
- 9:38lernt, lernt Hans nimmer mehr.
- 9:41Uralte Weisheit. Was du nicht als Kind
- 9:43schon sehr gut konntest, wirst du später
- 9:45nie zur Blüte bringen. Das heißt aber,
- 9:48wenn ich jetzt heute 30 bin oder 40 bin,
- 9:50du hast gerade gesagt, was du mit 42
- 9:51nicht erreicht hast, das wirst du
- 9:52niemals erreichen.
- 9:55Das heißt, wenn du
- 9:57[gelächter]
- 9:57Sorry.
- 9:58Wenn du eine Gruppe 43-Jähriger hättest,
- 10:01dann musst du sagen, pass auf, Leute,
- 10:02ihr wollt jetzt alle noch dies, das,
- 10:04Ananas. Guckt lieber Fußball, ne, es ist
- 10:07ihr seid fertig. So, ist da wirklich
- 10:09Hoffnung und alles aus deiner Sicht
- 10:10verloren?
- 10:10Nein, ich würde die Frage mit welcher
- 10:12unfassbaren Leidenschaft
- 10:15auch bereit zu leiden zu durchleiden
- 10:19hast du als Kind
- 10:22dich erlebt als mit tiefster inneren
- 10:25Befriedigung
- 10:28und Erfüllung und das weiß jeder noch.
- 10:31Das weiß jeder noch und in die Richtung
- 10:33muss es gehen.
- 10:34[schnauben]
- 10:35Was ist, wenn du als Kind die Erfahrung
- 10:36möglicherweise nicht gemacht hast? Du
- 10:37bist einfach in einem ganz normalen
- 10:39Haushalt aufgewachsen, hast nie Zugang
- 10:40zu beispielsweise Musikinstrument und
- 10:42dann findest du mit 43 ein Klavier. So,
- 10:45glaubst du, wenn es ein Talent gibt, ist
- 10:47überlebt das das Talent die 43 Jahre?
- 10:49Spätkünstler gibt es immer in
- 10:50irgendeiner Hinsicht, klar, ne? Aber
- 10:53also in aller Regel erfahre ich im
- 10:55Seminar, dass mir Leute darauf eine
- 10:57Antwort geben können. Ja.
- 10:59Das heißt, das Ziel ist aus deiner Sicht
- 11:01gar nicht zu ich sitze nicht vor einem
- 11:04wenn ich überlege, was mache ich jetzt
- 11:05in meinem Leben,
- 11:06[schnauben]
- 11:06ne? Dann überlege ich nicht, was gibt es
- 11:08denn für Angebote, sondern was kann ich
- 11:10eigentlich und was will ich und dann
- 11:12kann ich das eigentlich machen und
- 11:14brauche keinen Externen, der mir das
- 11:16erklärt, weil im Kern bin ich eigentlich
- 11:17alles schon.
- 11:18Du brauchst keinen. Nein.
- 11:20Du musst etwas haben können, wissen, was
- 11:22viele wollen und wenige bieten. Das
- 11:23macht dein Preis am Markt. Und darum
- 11:25nimmt der eine für ein Coaching 200
- 11:27Euro, der andere 8000.
- 11:29So, fertig. Warum? Weil der 8000 nimmt,
- 11:32kann behaupten, dass er etwas hat, kann
- 11:35oder weiß, was sehr viele wollen und nur
- 11:38ganz wenige bieten. Und du musst immer
- 11:40so spitz sein, dass du zu denen gehörst,
- 11:43die von diesen dreien möglichst alle
- 11:45drei beherrschen.
- 11:47Welche Produkte sind am Markt besonders,
- 11:49wir nennen es teuer, ich nenne es den
- 11:51Preis wert. Best, wenn du nicht der
- 11:53Beste bist am Markt, bist du hoffentlich
- 11:56Entschuldigung, First, First, First
- 11:58Mover, First, du du Du bist der Erste,
- 12:00der dies Auto, meinetwegen Daimler Benz.
- 12:03Wenn du das nicht bist, bist du Best. Du
- 12:06warst nicht der Erste, aber du bist der
- 12:07Beste in deiner Marke, in deinem Markt.
- 12:09Wenn du das nicht bist, bist du
- 12:10hoffentlich in vieler Hinsicht
- 12:12Different. Hast viele Unique Selling
- 12:14Propositions, Points of Difference. Hast
- 12:16du auch das nicht, bleibt nur noch eins,
- 12:18Faster.
- 12:20Die vier sind es.
- 12:21Und wenn du keine der vier hast,
- 12:23verkaufst du über den Preis.
- 12:25Aber wer nichts weiß, redet nur über den
- 12:28Preis. Und dann hast du verloren. Dann
- 12:31bist du ein sogenanntes Me Too Produkt.
- 12:33Und da kommst aus dem Loch kommst du nie
- 12:35raus. Und das gilt nicht nur für
- 12:37Produkte, sondern das gilt auch für
- 12:38Menschen. In dem Moment, wo ich so ein
- 12:39Me Too Mensch Mensch bin, mich könnte
- 12:41man heute ersetzen durch sieben andere,
- 12:43dann ist egal, aber ich z.B. hier nicht
- 12:45sitzen. Ja, verstehe ich, verstehe ich,
- 12:47würden viele hier nicht sitzen.
- 12:49Ja, weil das ist das die Frage Angebote
- 12:51kriege ich, weiß ich nicht wie viel
- 12:55verstehe ich, verstehe ich, verstehe
- 12:56ich, verstehe ich.
- 12:58Die Frage, das ist tatsächlich eine
- 13:00Frage, die ich mir dann sehr häufig
- 13:01stelle, ist, wenn Leute fragen, ja, wie
- 13:02wird dann mein Podcast erfolgreich? Ben,
- 13:04wie hast du das denn gemacht? Und dann
- 13:05denke ich, ja, also, ich kann dir nicht,
- 13:08also, ich habe einfach nur das gemacht,
- 13:09wo ich Bock drauf habe und dann ist es
- 13:11irgendwie so passiert und dann ist
- 13:12nicht der Podcast, es ist Ben.
- 13:14Ja? Personality, Personality,
- 13:16Personality, das ist das Auto. Hast du,
- 13:20hast du nicht.
- 13:22Es Es gibt sechs Kriterien, an denen man
- 13:24das
- 13:25festhalten kann. Das erste ist Surprise.
- 13:29Bist du bist du in der Lage zu
- 13:31überraschen? More than expected.
- 13:34Und damit läufst du nicht in den Spuren
- 13:36anderer. Das zweite ist Fascination.
- 13:39Bist du in der Lage Menschen zu
- 13:40faszinieren, sie zu verzaubern durch
- 13:42das, was du machst? Drittens, bist du
- 13:45entertaining? In dieser reizüberfluteten
- 13:47Welt musst du, Gott sei es geklagt, auch
- 13:49als Speaker Entertainment-Fähigkeiten
- 13:52haben. So. Viertens, Engage. Bist du in
- 13:56der Lage Menschen zu engagieren für das,
- 13:58worüber du sprichst? Fünftens,
- 14:01Challenge. Geht es so weit, dass du sie
- 14:03sogar herausfordern kannst? Hast du den
- 14:06Mut, Menschen, auch berühmte, in die
- 14:08Frage zu stellen? Da ist schon die Spreu
- 14:11vom Weizen, ne? Und das sechste ist,
- 14:14hast du einen Loving Approach? Das mag
- 14:16ich an deinem.
- 14:18Ja? All communication is cry for help or
- 14:20loving response.
- 14:23Cry for help is Podcaster, die ständig
- 14:26für sich selber äh
- 14:29Hilfe brauchen, quasi von irgendwelchen
- 14:31Experten, und so stellen die auch die
- 14:32Fragen. Und bei dir ist es loving
- 14:34response. Ja, krass.
- 14:36Und das ist unique.
- 14:38Aber das gilt für jeden Menschen. Er
- 14:39muss diese sechs beherrschen in seinem
- 14:41Beruf.
- 14:43Ja.
- 14:44noch Es gibt noch mal sechs. Präsenz.
- 14:47Präsent, ja oder nein? Authenticity.
- 14:50Authentisch, ja oder nein?
- 14:52Ähm Gravitas.
- 14:55Anziehungskraft. Geerdet, ja oder nein?
- 14:58Charisma.
- 15:00Ja oder nein? Sonst brauchst keinen
- 15:02Podcast machen. Humor.
- 15:05Das ist nicht äh er ist lustig. Humor
- 15:08ist mit innerer Distanz etwas darstellen
- 15:10können, ne? Also, wenn es geht,
- 15:13britischer Humor, ne? Churchill, die
- 15:15Frage eines Journalisten,
- 15:17jungen Mannes, sagen Sie mal, Sie sind
- 15:1940 Jahre verheiratet, haben Sie ja nie
- 15:21eine Scheidung gedacht? [räuspern]
- 15:22An Scheidung nicht junger Mann, aber an
- 15:23Mord. Ja? Das ist Humor. Das ist ist
- 15:26leicht beißend, ja, aber stellt Dinge in
- 15:29Frage und trägt ein wenig Spaß vergeht
- 15:32sofort wieder.
- 15:34Und der letzte Punkt ist bei mir immer
- 15:36loving. Das ist immer der entscheidende
- 15:38Punkt dann am Ende. Fear and love, the
- 15:41two roots of motivation. Wir sind
- 15:43motiviert durch Angst oder Liebe, nie
- 15:45etwas dazwischen. Wo Angst ist, ist
- 15:47niemals Liebe, wo Liebe ist, niemals
- 15:49Angst. Ja? Du kaufst dein Auto aus Angst
- 15:51oder aus Liebe. Aus Angst ist
- 15:53Mittelklasse dunkel lackiert Kombi. Aus
- 15:55Liebe wäre es ein gelbes Cabrio
- 15:57geworden, weil du hast ja Angst den
- 15:58Nachbarn, wie welchem, wie denken die
- 16:00über mich? Verprelle ich die Kunden? Das
- 16:02ist alles Angst motiviert. Bei allem,
- 16:04was Menschen tun, können Sie sich die
- 16:07Frage stellen, ist es Angst, die mich
- 16:09dorthin treibt oder ist es Liebe?
- 16:12Und da müssen viele zugeben, äh, es
- 16:14leider Angst. Angst vor Langeweile.
- 16:17Angst, ich zähle nichts in den Augen
- 16:19anderer. Ja?
- 16:21Äh, die meisten Menschen sind komplett
- 16:23Angst motiviert. Ich erlebe es ja im
- 16:24Coaching ständig, ne? So und diese
- 16:26Transformation von Angst zu Liebe, von
- 16:28der Raupe zum Schmetterling, das ist das
- 16:30Höchste, was ein Coach in einem Menschen
- 16:32initiieren kann und nicht ein paar Tipps
- 16:34und Tricks geben, dann wird die Raupe
- 16:36schneller, dann wird die Raupe
- 16:37glitzernder. Ja, schön. Es bleibt aber
- 16:40eine Raupe. Die hohe Kunst im Coaching
- 16:42ist, aus einer Raupe einen Schmetterling
- 16:43zu machen. Und das ist das Potenzial der
- 16:45Raupe. Sie kann fliegen, aber nicht als
- 16:47Raupe. Und die meisten Coaches, die ich,
- 16:49wenn ich so Supervision mache, ist, ja,
- 16:51das ist äh ja, du hast schon eine gute
- 16:53Raupe, aber wir können diese Raupe
- 16:55verbessern. Darum geht's doch gar nicht.
- 16:57Es geht um die Transformation.
- 16:59Andere Flughöhe. Und das ist der und das
- 17:01können nur ganz wenige.
About this transcript
This page contains the full transcript of Persönlichkeitsentwicklung ist der größte Selbstbetrug (Dieter Lange) by Ungeskriptet Clips, generated from the public captions YouTube serves with the video. The transcript has 2,936 words across 507 segments, with the original timestamps preserved so you can click any line to jump to that moment in the embedded player.
What you can do with it
Use the transcript to take notes, quote the speaker, build a study guide, generate a summary with ChatGPT or Claude via the YouTube Summary tool, or export it as a timed subtitle file with YouTube to SRT. You can also re-open it in the transcriber to translate the transcript into 100+ languages.
Free YouTube transcript tool
YouTube2Text is a free YouTube transcript generator — no signup, no daily limit. Paste any YouTube link and get the full transcript instantly, with timestamps, click-to-jump, translation to 100+ languages, AI prompts for ChatGPT, Claude, and Gemini, and exports to TXT, SRT, VTT, or Markdown.