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Ottakringer-Chefin Wenckheim: Bierpreis, Würstelstand, Familienstreit — Transcript

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  1. 0:00100 l Bier trinken Österreicher und auch
  2. 0:03Österreicherinnen durchschnittlich pro
  3. 0:05Jahr. 10 Millionen Hektoliter Bier
  4. 0:08werden in Österreich jedes Jahr gebraut.
  5. 0:10Die Ottergringer Getränkeag ist der
  6. 0:12drittgrößte Bierhersteller des Landes
  7. 0:15mit einer Aufsichtsratschefin an der
  8. 0:17Spitze. Christiane Wenkheim wurde in die
  9. 0:20Braudynastie hineingeboren, aber so
  10. 0:22erzählt sie, ihr Berufsweg war
  11. 0:24keineswegs vorgezeichnet.
  12. 0:27Was ihr wichtig ist, erzählt sie uns
  13. 0:28auch und wie sie sich bemüht hat aus
  14. 0:31Ottergringer, diesen
  15. 0:32Traditionsunternehmen eine moderne Marke
  16. 0:35zu machen. Ich bin Bitra Ströber, das
  17. 0:38ist das CEO Podcast des Standard.
  18. 0:41[musik]
  19. 0:47Frau Wenkem, vielen Dank fürs Kommen.
  20. 0:49Bevor wir starten, machen wir wie immer
  21. 0:50so eine kleine Lockerungsübung und zwar
  22. 0:53ist das ein Wordrab. Ich stelle Ihnen 12
  23. 0:55Fragen, die Sie bitte so kurz wie
  24. 0:57möglich beantworten. Können man
  25. 0:59loslegen?
  26. 0:59Wir legen los.
  27. 1:00Okay. Vier Tage Woche oder sieben Tage
  28. 1:03Woche? Na ja, für eine
  29. 1:05Familienunternehmerin, wie ich es bin,
  30. 1:07ist die 7 Tage Woche 24 Stunden
  31. 1:09eigentlich angesagt. Für die Menschen,
  32. 1:13mit denen ich arbeite, würde ich mir die
  33. 1:14vier Tage wünschen. Ähm plus einen Tag,
  34. 1:17wo wir kreativ arbeiten und ein bisschen
  35. 1:18anders arbeiten und lustigere und
  36. 1:21kreative Zusammenarbeit fördern und eine
  37. 1:24andere neue Gesprächsgute miteinander
  38. 1:25haben.
  39. 1:26Mhm. Sport vor oder nach der Arbeit?
  40. 1:29Vor der Arbeit. ähm damit ich effizient
  41. 1:32dann im der Arbeit bin. [schnauben]
  42. 1:34Führen Sie ihren Terminkalender selbst?
  43. 1:36Ich gebe zu, nicht ganz. Es macht schon
  44. 1:38eine wunderbare Beziner, die mich
  45. 1:40begleitet und ähm die ist ein bisschen
  46. 1:42akkurater als ich.
  47. 1:43Mhm. Auf welche Eigenschaften achten Sie
  48. 1:46denn bei Bewerbern am meisten?
  49. 1:50Mich interessieren Geschichten aus der
  50. 1:51Vergangenheit, wo diese Menschen zeigen,
  51. 1:54was sie schon geleistet haben und wie
  52. 1:56sie das angegangen sind und ähm wie sie
  53. 1:59ihre Passion ausgelebt haben und wie sie
  54. 2:01ihre Begeisterung für etwas ausgelebt
  55. 2:02haben.
  56. 2:03Gibt es eine gute Art zu kündigen?
  57. 2:07Ja, ich glaube mit Dankbarkeit.
  58. 2:09Dankbarkeit für das, was war.
  59. 2:10Mhm. Was ist Ihr wichtigster Softskill?
  60. 2:15ähm Menschen lesen zu können über ihre
  61. 2:19Körpersprache, das interessiert mich
  62. 2:21unglaublich und ihre Stimme. Ich kann
  63. 2:23sehr gut zwischen den Tönen hören, wie
  64. 2:25es ihnen geht oder was sie jetzt
  65. 2:26wirklich denken und das gibt mir sehr
  66. 2:28viel Power in Gesprächen.
  67. 2:31Cool. Muss ich mich jetzt fürchten?
  68. 2:33Nein, [gelächter]
  69. 2:35kann ich ein und ausschalten.
  70. 2:37Auf welches Networking Event können Sie
  71. 2:40nicht verzichten? Ja, das krieg ja
  72. 2:42Bierfest natürlich im Sommer die zwei
  73. 2:44Monate. Ich finde das ist einfach so ein
  74. 2:46Ort der Begegnung mit einem Bier
  75. 2:48zusammen mit einem guten Ottergringer.
  76. 2:49Das ist ganz wichtig für mich.
  77. 2:51Office, Homeoffice oder Hybrid?
  78. 2:55Nicht irgendwo angefesselt zu sein ist
  79. 2:57mein mein Wunsch für mein Leben.
  80. 3:00Natürlich brauchen wir mehr Office Time
  81. 3:02mit den Mitarbeitern, damit die eben
  82. 3:04ihre Kultur, die die Kultur des
  83. 3:06Unternehmens weiter äh lebendig bleibt,
  84. 3:09wenn die Menschen zusammen sind. Also,
  85. 3:10das würde ich mir wünschen für mich, ich
  86. 3:12bin mal dort mal da, also Hybrid.
  87. 3:14Mhm. Welche Eigenschaft hat sie denn an
  88. 3:17die Spitze ihres Unternehmens gebracht?
  89. 3:19Ich glaube, ein Maß an Hartnäckigkeit
  90. 3:21und Freude und Passion für Getränke und
  91. 3:25für Familien ähm Zusammengehörigkeit.
  92. 3:28Mhm. Gibt es das eine Work Life Balance?
  93. 3:32Ja, die habe ich nicht immer gekannt in
  94. 3:34meinem Leben. Jetzt ist es besser. Ich
  95. 3:36glaube, es ist sehr wichtig für die
  96. 3:37Menschen. Ähm und ja, sie gibt's glaube
  97. 3:40ich schon.
  98. 3:41Sollten Väter und Mütter gleich lange in
  99. 3:44Karenz gehen müssen.
  100. 3:47Also ich find's super, dass ä jetzt
  101. 3:48Männer das überhaupt auch mehr ins Auge
  102. 3:50fassen. Das finde ich sehr toll, dass
  103. 3:52das jetzt mehr Gleichgewicht bekommt,
  104. 3:54wenn auch ich finde, verpflichtend soll
  105. 3:56das alles nicht sein. Das sollen die
  106. 3:58Menschen selbst entscheiden können, was
  107. 4:00sie und wie sie das händeln wollen.
  108. 4:01Mhm. Was ist denn ihr Tipp an junge
  109. 4:04Leute, die erfolgreich werden wollen?
  110. 4:07ähm etwas zu entdecken, was sie wirklich
  111. 4:09gern machen und das einfach konsequent
  112. 4:12verfolgen.
  113. 4:12Mhm.
  114. 4:14Gut, vielen Dank für diesen kleinen
  115. 4:16Wordrap. Äh wir starten mit unserem
  116. 4:20eigentlichen Podcast und da habe ich mal
  117. 4:22gleich eine Fachfrage an Sie. Wie trinkt
  118. 4:24man den Bier richtig? Als Krügel oder
  119. 4:27als Seidel?
  120. 4:28Na ja, der Heavy, also der, der mehr
  121. 4:30trinkt, trinkt ein Krügel. Ich
  122. 4:32persönlich liebe Seideln. Warum? Weil
  123. 4:34das Bier immer kalt bleibt und ich mag
  124. 4:36halt kaltes Bier und deshalb trinke ich
  125. 4:38lieber mehrere Seiteln und nicht ein
  126. 4:41Krügel.
  127. 4:42Heißt's eigentlich Krügel oder Krügerl?
  128. 4:44Ich sag Krügerl.
  129. 4:46Krügerl.
  130. 4:46Krügerl.
  131. 4:47Also die Verniedlichung macht es etwas
  132. 4:50bekömmlicher beim Konsum oder wie?
  133. 4:52Wahrscheinlich ja. Bisschen harmloser.
  134. 4:55Dose oder Flasche? Was ist besser?
  135. 4:58Ja, die Dose ist erstaunlich gut, weil
  136. 5:00sie das ähm Bier schützt vom Licht äh
  137. 5:03und das der Lichinfluss ist ein großer
  138. 5:05Faktor für die Bierqualität und daher
  139. 5:08tendenziell Dose.
  140. 5:10Umweltfreundlich ist natürlich die
  141. 5:11Mehrwgflasche.
  142. 5:12Mhm. Ihr Unternehmen vereint Bier und
  143. 5:15Wasser. Sie selbst, sind Sie eher eine
  144. 5:18Biertrinkerin oder eine Wassertrinkerin?
  145. 5:21Anlassbezogen.
  146. 5:22Äh, ich trinke sehr viel Gutes fürs
  147. 5:24Lauer hier. vor allen Dingen das ohne äh
  148. 5:27das ja 20.000 Jahre alt ist und
  149. 5:29irgendwie ich habe das Gefühl, das
  150. 5:30trinkt man einfach leichter und das ist
  151. 5:32wahnsinnig bekömmlich und ähm für die
  152. 5:36Anlässe natürlich ein gutes
  153. 5:38Ottergränerbier,
  154. 5:39also nie Sekt eher Ottergräner
  155. 5:41[gelächter]
  156. 5:42Sekt. Nein.
  157. 5:44Okay.
  158. 5:44Ottergräer Bier.
  159. 5:46Jetzt gibt's leider ein kleines Problem.
  160. 5:48Der Absatz alkoholischer Getränke sinkt.
  161. 5:51Ähm, es gibt ein Wirtsus sterben. Haben
  162. 5:54Sie das Gefühl, dass die Branche
  163. 5:55insgesamt so den Zenit überschritten
  164. 5:57hat?
  165. 5:59Ähm ja, das das also ich würde sagen,
  166. 6:02die Zenit überschritten hat nein. Es
  167. 6:04sind, glaube ich, in unserem Geschäft
  168. 6:05immer Wellen gewesen. Ähm mal besser,
  169. 6:09mal weniger gut. Äh das alkoholfreie
  170. 6:11Bier boomt ja enorm. Ähm, das hat
  171. 6:14zweistellige Wachstumsraten. Also, das
  172. 6:15ist schon eine wirkliche Alternative für
  173. 6:17die alkoholfreien Getränke oder für das
  174. 6:20Bier ähm insgesamt.
  175. 6:23Und ich denke, der Tourismus ist ein
  176. 6:26riesen Faktor, also für uns, die sehr
  177. 6:27stark auch in Wien ansässig sind, ist
  178. 6:29der Tourismus ein Riesen Faktor und der
  179. 6:31bumt ja enorm und damit sind wir
  180. 6:33natürlich auch mit der Gastronomie, die
  181. 6:35hier die Touristenabdeck auch sehr gut
  182. 6:38abgesichert, sage ich jetzt mal und also
  183. 6:40in Summe ähm
  184. 6:43ist der Markt zwar unter Druck, aber ich
  185. 6:46glaube, es geht schon wieder langsam
  186. 6:47Berg auf und ich bin zuversichtlich,
  187. 6:49dass das Trinken nie aufhören wird.
  188. 6:50jetzt vor allen Dingen auch von Wasser,
  189. 6:52aber auch von alkoholischen Getränken.
  190. 6:55Gastronomie ist ein gutes Stichwort. Ähm
  191. 6:58in Wien wurde die 6 € Marke für ein
  192. 7:01Grügel Bier im Gasthaus schon längst
  193. 7:03überschritten, manchmal sieht man auch 7
  194. 7:05€. Äh, was darf denn ein Krügelbier
  195. 7:08ihrer Meinung nach im Gasthaus kosten?
  196. 7:11Wir mischen uns nicht in die
  197. 7:13Bierpreisgestaltung
  198. 7:15unserer Kunden ein. Ähm natürlich desto
  199. 7:18weniger es kostet, desto besser für die
  200. 7:19Konsumenten und ähm es gibt ja auch
  201. 7:22inzwischen Lokale, die 390 fürs Krüger
  202. 7:24verlangen und äh durchaus überrannt
  203. 7:27sind. Also es ist ähm ja eine große
  204. 7:29Bandbreite von Preisen, die am Markt
  205. 7:31draußen zu sehen sind. Und ich finde ähm
  206. 7:34das ist die Freiheit des Wirten, der
  207. 7:35sich seine Kosten ähm ja selbst im Griff
  208. 7:37haben hat und ähm auch seine Wahl ist,
  209. 7:40was er da für Preise macht. Äh uns ist
  210. 7:43wichtig, dass sie ähm gutes Bier
  211. 7:46verkaufen, qualitätsorientiertes Bier,
  212. 7:49dass sie gut auf die Schranktechnik
  213. 7:50schauen, dass die äh Qualität passt. Auf
  214. 7:52das achten wir eigentlich mehr als auf
  215. 7:54die Preise.
  216. 7:55Mhm. Lassen Sie uns ein bisschen in den
  217. 7:57Handel blicken. Der verkauft 90% des
  218. 7:59Biers zu Aktionspreisen.
  219. 8:01Die Kiste um 15 € ist z.B. keine
  220. 8:04Seltenheit. Ähm, tut [räuspern] Ihnen
  221. 8:07das jetzt auch weh oder machen Sie
  222. 8:09damit?
  223. 8:10Na ja, ähm natürlich ist das schwierig,
  224. 8:13weil ähm diese Preis ähm aggressiven
  225. 8:16Aktionen eine ganze Branche, vor allen
  226. 8:19Dingen uns Privatbrauerein sehr unter
  227. 8:21Druck setzen. Das muss man schon klar
  228. 8:22sagen. Natürlich wünschen wir uns da
  229. 8:25eine Entspannung ähm seitens des
  230. 8:27Handels. Ähm, aber wie auch da, wie auch
  231. 8:29in der Gastronomie, haben wir nicht die
  232. 8:31Preishoheit über diese Dinge und ähm wir
  233. 8:34versuchen halt möglichst unsere Qualität
  234. 8:36in den Vordergrund zu stellen und hier
  235. 8:38die Preiswürdigkeit, unsere Produkte und
  236. 8:39ich glaube, das sind die Privatbauereien
  237. 8:41ja auch Vorreiter darin eben genau das
  238. 8:44zu tun, zu schauen, dass wir äh mit
  239. 8:47guten ähm Qualitäten, punkten und
  240. 8:50dadurch hoffentlich auch diese
  241. 8:51Preisaggression irgendwann hoffentlich
  242. 8:54eine eine Beruhigung findet, dass es
  243. 8:56schon ein
  244. 8:56das ist nämlich eigentlich dahinter
  245. 8:57Hintergrund meiner Frage, weil also vor
  246. 8:59allem die kleinen Privatbrauereien
  247. 9:01sagen, also dieser dieser Preiskampf,
  248. 9:03der bringt uns noch um. Jetzt gehören
  249. 9:04Sie eigentlich zu den großen, sind aber
  250. 9:06eine Privatbrauerei. Also wo stehen Sie
  251. 9:08da?
  252. 9:09Ja, mal so, mal so muss man klar sagen.
  253. 9:11Natürlich machen wir immer wieder auch
  254. 9:13Preisaktionen mit. Ähm, aber in Summe
  255. 9:16wünschen wir uns eine Beruhigung des der
  256. 9:18Preis ähm der Preisaktionitis am Markt.
  257. 9:22Ist das realistisch? Weiß ich nicht. Der
  258. 9:23Handel hat natürlich ähm durch den ähm
  259. 9:26durch die ähm durch das Bier einen
  260. 9:28großen Zuzug in seine Outlets und Bier
  261. 9:31ist nun mal ein Kernlebensmittel für die
  262. 9:34Menschen und bringt die Menschen in die
  263. 9:37in die Supermärkte.
  264. 9:38Mhm. Mhm. Jetzt hat's in der Finanzkrise
  265. 9:41noch geheißen, alles Krise, da Krise,
  266. 9:43dort Krise. Nur beim Bier gibt's nie
  267. 9:45eine Krise. Spätestens seit Corona
  268. 9:47wissen wir, das stimmt nicht ganz. Ähm
  269. 9:50äh wenn Sie sich zurückerinnern, was hat
  270. 9:52diese Coronakrise für Ottergringer
  271. 9:55bedeutet?
  272. 9:56Also für Otterkringer war es schon ein
  273. 9:58herber Schlag. Ähm auch für unseren ähm
  274. 10:01also unsere Tochter Delfo Kolik, die
  275. 10:04auch zu uns gehört, ja reine
  276. 10:05Gastronomiebelieferung macht, war das
  277. 10:07natürlich ein herber Schlag, weil die
  278. 10:09Gastronomie zugesperrt war und ähm das
  279. 10:12für einige Zeit und daher haben wir 50%
  280. 10:15so des Umsatzes war dann zugesperrt
  281. 10:17quasi. Ähm, das hat sich teilweise in
  282. 10:19den Handel verlagert, aber eben nur
  283. 10:21teilweise die Menschen konnten sich
  284. 10:22nicht mehr in Gruppen treffen und wir
  285. 10:24sind nun mal mit Otter Kringer ein Bier,
  286. 10:26das Community ähm wo Menschen
  287. 10:28zusammenkommen, wo Menschen verbunden
  288. 10:30werden, wo Menschen miteinander feiern
  289. 10:32äh Indoor, Outdoor und das war halt
  290. 10:34nicht. Und ähm wir sind sehr froh, dass
  291. 10:36das wieder äh zurückgekommen ist und
  292. 10:38dass das jetzt wieder so ein wirkliches
  293. 10:40Leben ähm wieder stattfindet und ähm
  294. 10:43damit diese diese Delle, die durchaus da
  295. 10:46war, wieder ähm zumindest großteils
  296. 10:49zurückgekommen ist.
  297. 10:51Jetzt ist aber in der Coronaphase der
  298. 10:53Alkoholkonsum insgesamt glaube ich gar
  299. 10:55nicht so zurückgegangen, sondern eher
  300. 10:57das Gegenteil. Das heißt, ähm, kann man
  301. 10:59den Schluss ziehen? Also, das Bier ist
  302. 11:01nicht schuld daran, wenn die Leute zu
  303. 11:03viel dem Alkohol zusprechen oder wie
  304. 11:05würden sie das interpretieren?
  305. 11:07Ähm, da bin ich jetzt ehrlich gesagt ein
  306. 11:11bisschen überfragt.
  307. 11:13Ähm, ich glaube, dass ähm dadurch, dass
  308. 11:16es keine Feiern gab, trotz allem, ja,
  309. 11:18und dieses diese Community Zeit
  310. 11:20miteinander, die Leute ja nicht alleine
  311. 11:23Biere und Schnäpse getrunken haben zu
  312. 11:25Hause. Also das hat man in den Zahlen so
  313. 11:29nicht gesehen. Das hat schon gefehlt,
  314. 11:31dieser Teil des Zusammenkommens. Ähm und
  315. 11:34den haben wir halt auch stark gespürt.
  316. 11:36Was was tut denn Ihr Unternehmen, um den
  317. 11:39insgesamt sinkenden Bierkonsum
  318. 11:41entgegenzuwirken?
  319. 11:42[räuspern]
  320. 11:42Wir haben sehr viel, also beim Bier, wir
  321. 11:45sind ja als Gruppe sehr innovativ und äh
  322. 11:48machen sehr viele neue ähm innovative
  323. 11:51Produkte. Wir haben entwickelt einen
  324. 11:53Bierspritz z.B. das ist so ähm ein mit
  325. 11:56Blutorange ein ein typisches
  326. 11:58Spritzgetränk, wie wir es jetzt sehr
  327. 12:00viel sehen am Markt. Ähm aber mit einem
  328. 12:02Touch Bier in der O3er Dose, das z.B.
  329. 12:04ein Riesenerfolg, haben wir gemeinsam
  330. 12:07ähm entwickelt äh mit Kunden von uns und
  331. 12:10ähm ja, dann haben wir z.B. z.B. einen
  332. 12:12Frokaderadel auf den Markt gebracht
  333. 12:14heer, der ein Riesenerfolg ist, ähm der
  334. 12:16ähm wirklich köstlich schmeckt und der
  335. 12:19ein ganz neues und auch innovatives
  336. 12:21Produkt ist in einer Kooperation mit
  337. 12:23Frokade, was ja auch sehr neuartig ist,
  338. 12:26dass man eben Kooperationen macht mit
  339. 12:28nichtalkoholischen Getränken.
  340. 12:29Mhm. Jetzt haben Sie vorher schon
  341. 12:31erwähnt, das alkoholfreie Bier. Hat das
  342. 12:33insgesamt, glauben Sie, das Potential
  343. 12:36quasi die Umsätze zu stabilisieren?
  344. 12:39M [räuspern] gänzlich nein, aber es hat
  345. 12:41einen durchaus Potenzial so 10 % des
  346. 12:44Volumens vom Biermarkt ähm zu erreichen.
  347. 12:47Momentan liegen wir ja bei ca. 6 %,
  348. 12:49zwischen 4 und 6 % und ähm ich glaube,
  349. 12:53es hat ein durchaus Potenzial noch für
  350. 12:54ein ordentliches Stück Wachstum. ähm
  351. 12:58ganz wird es das nicht kompensieren,
  352. 12:59aber es ist sicher das Alkohol,
  353. 13:01nichtalkoholische Getränk in der
  354. 13:04Alkoholindustrie, das ähm wirklich ähm
  355. 13:06gut schmeckt und anders als Wein
  356. 13:09wirklich trinkbar geworden ist.
  357. 13:11Haben Sie haben Sie da auch
  358. 13:13Marktuntersuchungen?
  359. 13:15Wer wer trinkt denn alkoholfreies Bier?
  360. 13:17Mehr Frauen, mehr Junge oder ist das
  361. 13:21geht das durch die Bevölkerung durch?
  362. 13:22geht durch die Bevölkerung durch, aber
  363. 13:24auch Junge trinken das, aber auch sehr
  364. 13:27viele Leute auch inzwischen zu Mittag
  365. 13:29als das Mittagsbier, das eben jetzt
  366. 13:31alkoholfrei ist, durchaus ein wirklicher
  367. 13:33Erfolg. Ja,
  368. 13:34jetzt ich habe es nicht herausgefunden.
  369. 13:37Ähm 0 kom Josef gibt's ja schon lange.
  370. 13:40Ich weiß nicht, ob sie die ersten waren
  371. 13:41am Markt, die ein alkoholfreies Bier
  372. 13:43angeboten haben. Allerdings halt schon
  373. 13:45zu einer Zeit, als alkoholfreies Bier
  374. 13:47noch den Ruf hatte, das kann man nicht
  375. 13:50trinken, [gelächter]
  376. 13:51das schmeckt einfach nicht gut. Ähm,
  377. 13:54jetzt gibt's das 0 Kom Josef noch immer.
  378. 13:57haben sie schon also es hat so ein
  379. 13:59bisschen, es ist sozusagen quasi die
  380. 14:00alte Tante unter den alkoholfreien
  381. 14:02Bieren. Haben Sie schon jemals an ein
  382. 14:04Rebranding gedacht, das irgendwie ein
  383. 14:07bisschen moderner zu machen?
  384. 14:08Wir haben es gerade moderner gemacht und
  385. 14:11es ist tatsächlich das erste
  386. 14:12Alkoholfreib in Österreich gewesen, muss
  387. 14:14man sagen.
  388. 14:16Und ja, wir haben auch immer wieder den
  389. 14:17Geschmack angepasst, auch zuletzt jetzt.
  390. 14:20Es schmeckt wirklich großartig. Wenn sie
  391. 14:21es jetzt ähm frisch kosten, insbesondere
  392. 14:24auch vom Fass ist es wirklich eine
  393. 14:25Sensation. Schmeckt eigentlich fast wie
  394. 14:27Bier. Also, es ist echt wirklich
  395. 14:29köstlich.
  396. 14:30Mhm. Jetzt ähm ist unsere
  397. 14:32Bundesregierung vielfach beschäftigt,
  398. 14:34nicht nur mit einem äh knackigen
  399. 14:36Sparpaket, das erneut geschnürt werden
  400. 14:38muss und einem Doppelbudget und das
  401. 14:40gerungen wird, sondern sie muss sie
  402. 14:42müssen auch versuchen, die Inflation zu
  403. 14:44bekämpfen und um das zu tun sind auf
  404. 14:47bestimmte Lebensmittel die Steuern
  405. 14:49reduziert worden, die Massensteuern, um
  406. 14:51den Leuten die Teuerung ein wenig zu
  407. 14:53erleichtern. Auf Bier nicht. finden Sie
  408. 14:56das okay? [schnauben][seufzt]
  409. 14:59Schade, weil es ein Grundnahrungsmittel
  410. 15:01meiner Meinung nach [gelächter]
  411. 15:02gehört zu unseren Grundnahrungsmitteln.
  412. 15:04Ja, man muss auch bedenken, man muss das
  413. 15:06ja dann auch wieder gegen finanzieren
  414. 15:08und ähm und ähm die Erfindungs der
  415. 15:11Erfindungsreichtung in neue Steuern
  416. 15:13setzen ähm ist auch nicht immer ganz ähm
  417. 15:15hilfreich für diverse Branchen. Wir
  418. 15:17haben gerade die Plastiksteuer abwenden
  419. 15:19können für den Biermarkt, auch für den
  420. 15:22ähm alkoholfreien Getränkemarkt. Ähm,
  421. 15:25also ja, natürlich wäre es schön, wenn
  422. 15:27das billiger wird für die Konsumenten,
  423. 15:28keine Frage, aber wenn wir dann
  424. 15:31Gegenmaßnahmen treffen müssen, dann
  425. 15:33wieder Menschen betroffen sind von den
  426. 15:35Gegenmaßnahmen, ist es vielleicht auch
  427. 15:36nicht unbedingt hilfreich.
  428. 15:38Kann es sein, dass am sinkenden
  429. 15:40Bierkonsum vielleicht auch die
  430. 15:41Verdoppelung des Pfandes äh für
  431. 15:43Bierflaschen verantwortlich ist?
  432. 15:45Vielleicht war das doch nicht so eine
  433. 15:46gute Idee.
  434. 15:47Ja, und die Einführung von Dosenpfand
  435. 15:49ähm ja, die Sammelquote war hoch. Ähm,
  436. 15:52inzwischen ist das ähm seit einem Jahr
  437. 15:55äh am Markt das Einwegpfahren, das hat
  438. 15:57uns tatsächlich äh insbesondere für auch
  439. 15:59für Ottergring, weil wir halt sehr
  440. 16:01dosenlastig sind in der Produktion, weil
  441. 16:03Wien ein Dosen äh eine Dosenstadt ist.
  442. 16:05Die Menschen kaufen zu fast 80%
  443. 16:07Dosenbier in Wien, weil sie es
  444. 16:09hinauftragen [räuspern]
  445. 16:10müssen. Ähm, also im urbanen Raum ist
  446. 16:13die Dose einfach das Nummer ein ähm
  447. 16:16Getränk und ja, deshalb haben wir einen
  448. 16:18höheren Dosenanteil, weil wir hal
  449. 16:20hauptsächlich die Wiener und Wienerinnen
  450. 16:21bedienen. Äh und dadurch waren wir
  451. 16:23natürlich stärker betroffen und das
  452. 16:25Dosenpfand hat einen Einbruch gebracht,
  453. 16:27aber es stabilisiert sich jetzt zum
  454. 16:28Glück und die Menschen haben sich jetzt
  455. 16:30langsam gewöhnt, dass man das halt
  456. 16:31zurückbringt. Sie haben ein System zu
  457. 16:32Hause gefunden, wie sie es managen und
  458. 16:35ähm
  459. 16:35aber es hat die Leute genervt oder
  460. 16:37es hat die Leute genervt, aber jetzt
  461. 16:39hoffen wir alle sehr, dass es und wir
  462. 16:41merken, dass es eine gewisse
  463. 16:42Stabilisierung gibt und die Leute das
  464. 16:44jetzt ähm ein bisschen besser können und
  465. 16:47auch die Supermärkte ehrlicherweise auch
  466. 16:49besser können. Die Maschinen
  467. 16:50funktionieren besser, die Menschen
  468. 16:51können besser mit diesen Maschinen. Am
  469. 16:52Anfang waren ja da lauter Störungen,
  470. 16:54also das war schon schwierig und jetzt
  471. 16:56ist, glaube ich, eine Routine bei allen
  472. 16:58eingetreten,
  473. 16:59was zu einer Stabilisierung führt.
  474. 17:01[gelächter] Hoffentlich.
  475. 17:02Sie haben einen großen Konkurrenten, das
  476. 17:04ist die Brauunion, gegen den läuft
  477. 17:06gerade ein Kartellverfahren. Der
  478. 17:08Standard hat schon mehrfach äh darüber
  479. 17:10berichtet. Ähm dem Unternehmen wird äh
  480. 17:14nur für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen,
  481. 17:17dem Unternehmen wird vorgeworfen im
  482. 17:19wesentlichen Getränkehändler unter Druck
  483. 17:21zu setzen, dass nur ihre Produkte
  484. 17:24vertrieben werden, äh was die Brauion
  485. 17:26selbst bestreitet. Äh, wir haben gemerkt
  486. 17:29bei unserer Berichterstattung, dass die
  487. 17:30Zeugenaussagen vor Gericht stark
  488. 17:32divergieren. Ähm, das Verfahren wird
  489. 17:35wahrscheinlich noch lange dauern. Ähm,
  490. 17:38jetzt einmal die eine grundsätzliche
  491. 17:39Frage an Sie. Das was die Braunion dann
  492. 17:42macht, das nennt man das
  493. 17:43Streckengeschäft. Machen Sie über Ihren
  494. 17:46Getränke Handel auch Streckengeschäft?
  495. 17:49Ja, teilweise.
  496. 17:50Mhm. Wie gestalten Sie Ihr Verhältnis äh
  497. 17:53zu Ihren äh zu Ihren Getränkehändlern?
  498. 17:56Ja, sehr gut. Wir haben ein sehr enges
  499. 17:58Verhältnis zu unseren ähm Partnern. Wir
  500. 18:00sind ja hauptsächlich im urbanen Raum
  501. 18:02tätig mit Otterkringer und mit FLer sind
  502. 18:05wir national tätig mit Getränkehändler
  503. 18:08und haben eine sehr enge Beziehung mit
  504. 18:09denen.
  505. 18:10Könnte Ihnen dasselbe passieren wie der
  506. 18:12braun, dass irgendwer sagt, die setzen
  507. 18:15uns unter Druck,
  508. 18:15sind nicht, wir sind nicht solche
  509. 18:17Marktführer und wir setzen unsere Kunden
  510. 18:19nicht unter Druck. Wir sind ähm ein
  511. 18:21Verfechter von ähm einer guten Beziehung
  512. 18:24miteinander, ein gutes Auskommen
  513. 18:26miteinander, ähm ein freundschaftliches
  514. 18:29äh Geschäftsverhältnis und
  515. 18:31Geschäftsgebarung.
  516. 18:32Jetzt ist eine heikle Frage, aber ich
  517. 18:34stell sie trotzdem. War das vielleicht
  518. 18:35von Beginn an ein Problem, ähm, dass man
  519. 18:39die Brauunion so stark werden hat
  520. 18:41lassen, also mit Duldung der EU und auch
  521. 18:43der Bundeswettbewerbsbehörde
  522. 18:45sind da ja diese Zusammenschlüsse
  523. 18:46genehmigt worden. Jetzt ist das ein
  524. 18:48Riesen Ding und jetzt versucht man
  525. 18:49vielleicht im Nachhinein das Ganze
  526. 18:51wieder über solche Kartellverfahren
  527. 18:53irgendwie aufzudröseln.
  528. 18:55Ist das Grundproblem ein anderes aus
  529. 18:57Ihrer Sicht?
  530. 18:59Also aus meiner Sicht äh möchte ich zur
  531. 19:01Themen der Braunion und Heineken ehrlich
  532. 19:04gesagt nicht viel Stellung nehmen, weil
  533. 19:06ich den Fall weder besonders gut kenne
  534. 19:07noch ähm irgendwelche
  535. 19:10[schnauben] Involverungen hier habe.
  536. 19:12Ähm, aber was glaube ich schon ein
  537. 19:14wichtiger Punkt ist, wir haben eine
  538. 19:16Gruppierung von österreichischen
  539. 19:17Privatbrauereien, die sich
  540. 19:19gemeinschaftlich zusammengetan haben, um
  541. 19:21hier schon auch zu zeigen, dass Biere in
  542. 19:24Österreich von Privatbrauern geführt
  543. 19:27werden und dass das eben auch ein gutes
  544. 19:29ähm zusätzliches
  545. 19:31Angebot ist am Markt, dass du halt ähm
  546. 19:34frei wählen kannst und sagen kannst, ja,
  547. 19:36ich möchte einfach ähm mich ähm ähm mit
  548. 19:39Bieren versorgen, die noch in privater
  549. 19:42der Hand sind und ich finde das ist doch
  550. 19:43die Vielfalt ist wichtig finde ich und
  551. 19:45das ist das was auch österreichische
  552. 19:47Biermarkt ja immer gehabt hat Vielfalt
  553. 19:49und die sollte erhalten bleiben in jeden
  554. 19:51Fall.
  555. 19:51Wie gelingt Ihnen denn das? Also sie
  556. 19:53führen, sie sie haben ja eine recht sie
  557. 19:56sind ein recht wichtiges Zugpferd in
  558. 19:57dieser Vereinigung der Privatbauereien
  559. 20:00ist. Sind Sie zufrieden mit dem
  560. 20:02Ergebnis? Greifen die Leute tatsächlich
  561. 20:04auch zu den kleinen Biern?
  562. 20:06Mhm.
  563. 20:07Ähm ja, weil [räuspern] wir haben ja
  564. 20:09alle ein Abzeichen drauf auf unseren
  565. 20:11Bierflaschen und Bierdosen, dass wir zu
  566. 20:14dieser Gruppierung gehören und natürlich
  567. 20:16kann es immer mehr sein. Ich glaube, es
  568. 20:18ist eine Bewusstseinmachung und ich
  569. 20:20denke, wir sind da auf einem guten Weg
  570. 20:21und natürlich geht da immer noch mehr.
  571. 20:23Das ist keine Frage und mehr Engagement.
  572. 20:25Man darf auch nicht vergessen, sind halt
  573. 20:27viele kleinere Brainien auch dabei, die
  574. 20:29jetzt nicht die riesigen Budgets haben,
  575. 20:31aber äh natürlich sind wir am Weg ähm
  576. 20:34hier schon ein Bewusstsein zu schaffen,
  577. 20:37dass es diese Gruppierung gibt. Und ich
  578. 20:38glaube inzwischen wissen das schon viele
  579. 20:40Österreicher und Österreicherinnen, das
  580. 20:41macht uns stolz. Dieser diese Craft
  581. 20:43Beers, das ist ja auch so ein Trend. Und
  582. 20:46äh ein Kollege von mir, der auch beim
  583. 20:48Standard arbeitet, der hat vor einiger
  584. 20:50Zeit mal mit Hilfe der KI ein Craft Beer
  585. 20:53erstellt, sein eigenes. Super.
  586. 20:54[gelächter]
  587. 20:56Das wollte ich Sie fragen. Wie sehen Sie
  588. 20:57solche Dinge, wenn die Leute da selber
  589. 20:59herumchen?
  590. 21:00Ich finde das lustig. Ich finde das gut.
  591. 21:02Das ist ähm alles, was uns dazu bringt,
  592. 21:05dass die Menschen sich mit unseren
  593. 21:06Produkten beschäftigen, ähm ist
  594. 21:09wunderbar. Wir haben auch einen Yellow
  595. 21:10Heart Club z.B. in Ottergränk, wo die
  596. 21:12Menschen verkosten kommen und uns
  597. 21:13Feedback geben über neue Sorten. Also
  598. 21:15ich finde das Involvement mit Bier und
  599. 21:18mit ähm dem Getränk ähm das ja der
  600. 21:21Jahrtausende alt ist, ist großartig jede
  601. 21:23Form davon und wenn sie es in der
  602. 21:24Badewanne braun großartig.
  603. 21:27Insgesamt gehen ja die Umsätze im
  604. 21:29Getränkehandel zurück. Auch bei eben bei
  605. 21:31den nichtalkoholischen Getränken. Ich
  606. 21:34nehme an, das trifft sie eben vor allem
  607. 21:35im Wasserbereich. Ähm vielleicht ist
  608. 21:38auch hier das Pfand ein bisschen ein
  609. 21:39Hemmschuh. ähm Wasser in Flaschen zu
  610. 21:42kaufen oder erleben Sie das so nicht?
  611. 21:46[schnauben]
  612. 21:46Wenn Sie jetzt den Getränkehandel per se
  613. 21:48ansprechen, haben wir ein Wachstum im
  614. 21:50Getränkehandel,
  615. 21:51weil wir auch z.B. einen neuen Partner
  616. 21:53für Österreich gewinnen konnten im
  617. 21:55Getränkehandel, das ist Fever Tree, ähm
  618. 21:57das jetzt auch ein tolle alkoholfreie
  619. 21:59Marke ist. ähm und mit ähm Butweise
  620. 22:02einen sehr erfolgreichen Partner haben,
  621. 22:04ja auch ähm den wir national vertreiben
  622. 22:07und wir sehr viele ähm auch zwei neue
  623. 22:10Getränkehändler an Bord genommen haben
  624. 22:12und integriert haben in unser System.
  625. 22:14Also unser Getränke Gehandel wächst
  626. 22:17ähm tatsächlich und das ist eigentlich
  627. 22:19äh ein sehr freuliches Geschäft, weil es
  628. 22:21uns natürlich Zugang für unsere Produkte
  629. 22:23fürs Lauer Ottergringen zu vielen
  630. 22:25Gastronomen gibt.
  631. 22:26Mhm. Okay, also das heißt, die die
  632. 22:29Absätze steigen bei Ihnen. Es ist dann
  633. 22:31eigentlich entgegen den Bundestrend,
  634. 22:33muss man sagen.
  635. 22:34Bei dem Getränkehandel jetzt im äh im
  636. 22:36Bereich Wasser ist es im Moment wie
  637. 22:39gesagt durch das Einwegfahren schon
  638. 22:40unter Druck, aber durch die Sorten und
  639. 22:43auch unsere Deutschlandexpansion
  640. 22:45schaffen wir es dann doch immer wieder
  641. 22:46auch ein Wachstum hinzulegen. Und ähm
  642. 22:50Ja, aber das Einwegfand hat uns auch im
  643. 22:52alkoholfreien Bereich deutliche
  644. 22:53Einbussen gebracht. Ja.
  645. 22:55Mhm.
  646. 22:56Äh, jetzt haben sie ein
  647. 22:57Familienunternehmen
  648. 22:59übernommen. Sie haben einmal in einem
  649. 23:01Interview erzählt, dass Sie schon als
  650. 23:02Kind oft in die in der Brauerei waren.
  651. 23:05Äh, dennoch ist der Einstieg ins
  652. 23:07Unternehmen für sie überraschend
  653. 23:10gekommen. Das haben Sie mehrfach schon
  654. 23:11gesagt. Wie kann das sein, dass sie das
  655. 23:14überrascht hat?
  656. 23:15Na ja, äh man muss bedenken, dass das
  657. 23:18Unternehmen ja eigentlich ähm der
  658. 23:21Familie meiner Mutter gehört hat und ähm
  659. 23:24hier mein Onkel und ähm Hauptbeteiligt
  660. 23:28war und die meisten Aktien hatte und wir
  661. 23:30erst in den 90er Jahren mit meinem Onkel
  662. 23:33sozusagen ein Management Beyout gemacht
  663. 23:36hat, mein Vater und daher war das nie
  664. 23:38geplant, dass einer von uns ins
  665. 23:40Unternehmen kommt und ja und so bin ich
  666. 23:43eigentlich gekommen. um meinem Vater
  667. 23:45auszuhelfen im Marketing und das war
  668. 23:47eigentlich nur ein Kurzzeitjob, den ich
  669. 23:50eigentlich angenommen habe und wollte
  670. 23:53eigentlich gleich wieder weggehen nach
  671. 23:54zwei Monaten. Er hat gerade ein neues
  672. 23:56Produkt damals eingeführt und das gibt's
  673. 23:58nicht mehr leider. Ich habe ihm dabei
  674. 24:01geholfen und ähm weil seine
  675. 24:03Marketingerteilung sich aufgelöst hatte,
  676. 24:04so bin ich da hineinestolpert, habe mich
  677. 24:06aber so unglaublich interessiert, habe
  678. 24:08alle Akten durchgelesen. Monatelang war
  679. 24:10ich in Akten drinnen und habe mich
  680. 24:12wirklich ganz tief hinein getaucht in
  681. 24:14die diversen ähm Themen und so bin ich
  682. 24:18dann irgendwie auch dort geblieben und
  683. 24:20mit viel Freude und viel Engagement habe
  684. 24:22ich dann weitergemacht. Ich habe ein
  685. 24:24Standardinterview aus dem Jahr 2017
  686. 24:26ausgegraben. Da haben sie folgendes
  687. 24:28gesagt: "Ich bin viel in der Welt
  688. 24:30herumgekommen. Ich war in Amerika, ich
  689. 24:32war in Südamerika, in Restaurants, auf
  690. 24:35einer Ranch habe ich gearbeitet. Ich war
  691. 24:37Tellerwäscherin und habe ein Restaurant
  692. 24:40geführt." War in der Schweiz, wo ich
  693. 24:42studiert habe. Ich habe mir viel
  694. 24:43angeschaut. Zurück in Österreich bin ich
  695. 24:46Würstelstandlerin geworden. Was davon
  696. 24:49hat sie am besten auf ihr späteres Leben
  697. 24:52als Vorstandsvorsitzende und dann
  698. 24:53Aufsichtsratschefin vorbereitet?
  699. 24:56Ich glaube zwei Dinge. Einerseits viele
  700. 24:58Kulturen kennenzulernen, durch
  701. 25:00Südamerika, Amerika zu reisen, England,
  702. 25:04äh die Schweiz. Ähm, also ich habe
  703. 25:06wirklich viele viele Kulturen sehen
  704. 25:08dürfen. Hawaii, zuletzt Singapur war ich
  705. 25:11und diese Diversität zu verstehen,
  706. 25:14Toleranz zu lernen, das ist in dem
  707. 25:16Familienunternehmen sehr wichtig, weil
  708. 25:17du hast verschiedene
  709. 25:18Familienpersönlichkeiten, um zu
  710. 25:20akzeptieren, da gibt's einfach
  711. 25:21Unterschiede und auch wenn sie anders
  712. 25:23denken, ist es in Ordnung. Ich glaube,
  713. 25:25das war das eine und das zweite war
  714. 25:26sicherlich das Unternehmerische über den
  715. 25:28Würstelstand kennenzulernen. Habe ich
  716. 25:30kommt auf die Idee einen Würstelstand zu
  717. 25:31eröffnen.
  718. 25:32Ich hab kein tatsächlich keine Arbeit
  719. 25:33gefunden. Niemand wollte mich haben nach
  720. 25:35Amerika
  721. 25:36in der Gastronomie oder Hotellerie. Ich
  722. 25:38habe einige Lebensläufe ausgeschickt,
  723. 25:39aber niemand hat mich nehmen wollen und
  724. 25:40hat mir ein Kollege von der Brauerei
  725. 25:42gesagt, da gibt's jetzt ein
  726. 25:43Würstelstandler Event, da kannst du
  727. 25:45einen Stand haben am Rathausplatz und
  728. 25:47mach doch damit. Und dann habe ich
  729. 25:49gesagt, ja, weil ich habe jetzt eh
  730. 25:50keinen Job gefunden, jetzt mache ich das
  731. 25:52einfach. und habe mich so selbstständig
  732. 25:53gemacht. Habe ein Unternehmen gegründet
  733. 25:55und habe das dann als Einzelkauffrau
  734. 25:57sozusagen geführt und habe wirklich ganz
  735. 26:00wirklich ganz simpel angefangen und hab
  736. 26:02das
  737. 26:02Wo war der Würstelstand?
  738. 26:03Am Rathausplatz beim Filmfestival.
  739. 26:05Ah okay. Mhm. und dann in Schbrun vor am
  740. 26:08Schloss Schumbrun und viele Jahre, glaub
  741. 26:1130 Jahre, habe ich diesen Stand
  742. 26:13betrieben mit einer Freundin dann
  743. 26:14zusammen und ja, sehr erfolgreich und
  744. 26:17habe das, was ich dort verdient habe, in
  745. 26:20eine Kunstsammlung investiert
  746. 26:21eigentlich. Das hat mich dann sehr
  747. 26:23motiviert
  748. 26:24eben, weil zeitgenössische Kunst sehr
  749. 26:27interessiert hat
  750. 26:28und heute sammel ich nicht mehr, aber
  751. 26:30ich gehe sehr gerne in Ausstellungen und
  752. 26:32schaue wirklich gerne einfach
  753. 26:34zeitgenische Künstler an. um zu sehen,
  754. 26:36wer hat die neue Idee in der Kunst.
  755. 26:38Mhm. Haben Sie sich vielleicht auch sehr
  756. 26:41bewusst ausprobiert in unterschiedlichen
  757. 26:43Konstellationen,
  758. 26:45weil Sie irgendwie geahnt haben, dass da
  759. 26:47was auf Sie zukommt?
  760. 26:49Nein, aber ich gestehe, dass wie ich 16
  761. 26:51war, habe ich den Traum gehabt, dass ich
  762. 26:54einmal ganz viele Menschen führen werde
  763. 26:55und ich habe immer diese Zahl ca. 1000
  764. 26:57im Kopf gehabt.
  765. 26:59Mhm. Ähm und das ist dann irgendwie
  766. 27:01wieder verschwunden, weil ich mir
  767. 27:02dachte, aha ja gut, also das ist dieser
  768. 27:04Traum, den du hast, aber schauen wir
  769. 27:06mal. Und ich, meine Besehlung war einen
  770. 27:08schönen tollen Arbeitsplatz den Menschen
  771. 27:10zu geben. Ja, also dass die wirklich
  772. 27:12glücklich sind bei der Arbeit und ein
  773. 27:13glückliches Leben da haben in einer
  774. 27:16Arbeit und das hat mich irgendwie
  775. 27:18besählt und ich habe mir gedacht, das
  776. 27:19wird über die Hotellerie passieren. Also
  777. 27:21ich habe überhaupt nicht dran gedacht,
  778. 27:23dass das in unserem eigenen Unternehmen
  779. 27:25passieren könnte. Mhm. Aber dann
  780. 27:27irgendwie
  781. 27:27Mhm. Wie führt man deinen
  782. 27:29Familienunternehmen?
  783. 27:31Ich glaube, einerseits, indem man ähm es
  784. 27:35vorlebt, wie eine gewisse
  785. 27:38Bescheidenheit, Demut, ähm eine
  786. 27:41sozusagen, dass man hier ähm etwas
  787. 27:44bekommt, dass man weiterführt für die
  788. 27:45nächste Generation. Dieses Verständnis
  789. 27:47zu entwickeln, glaube ich, ist sehr
  790. 27:48wichtig
  791. 27:49mit viel Achtsam per Toleranz ähm viel
  792. 27:52Geduld, viel zuhören können, den
  793. 27:54Familienmitgliedern mit ihren Anlegen.
  794. 27:56Das ist die eine Seite ähm um die
  795. 27:59Familie als Team zu behalten, weil es
  796. 28:02immer nicht immer einfach ist natürlich
  797. 28:04äh und manche mehr dabei sein wollen,
  798. 28:08andere weniger. Und wie schaffst du das
  799. 28:09da, dass alle sich gleich informiert
  800. 28:11sind, gleich behandelt fühlen? Das ist
  801. 28:13die Kunst, die eine Kunst und das zweite
  802. 28:16ist im Unternehmen eine Kultur zu
  803. 28:18schaffen, dass die Menschen im genau
  804. 28:19das, was mein Traum war, einen
  805. 28:20Arbeitsplatz haben, den sie gern haben.
  806. 28:22Und ich glaube heute sagen zu können,
  807. 28:23dass wir ganz viele Menschen bei uns
  808. 28:25haben, die wirklich gerne da arbeiten
  809. 28:27und wirklich gerne für die Kunden da
  810. 28:29sind und
  811. 28:30den Kunden lieben und ihre Produkte
  812. 28:32lieben und die gerne den zu den Kunden
  813. 28:34bringen in allen drei unserer
  814. 28:36Unternehmen und das macht mich schon
  815. 28:38sehr stolz.
  816. 28:40Ähm, jetzt hab mein Onkel erwähnt, 2009
  817. 28:43gab es auf Wienerisch würde man sagen
  818. 28:45einen Megawickel in ihrer Familie, als
  819. 28:48ihr Onkel über sein Aktienpaket eben die
  820. 28:51bereits erwähnte Brauunion am Bord
  821. 28:52holte. Sie haben [schnauben] das dann
  822. 28:54unternehmerisch bereinigt, äh die
  823. 28:56Anteile wurden wieder zurückgekauft,
  824. 28:58aber wie legt man so einen Streit in der
  825. 29:02Familie bei?
  826. 29:04Also das war dann eigentlich im
  827. 29:06Endeffekt für alle das Richtige. Also
  828. 29:08mein Onkel hat eigentlich eh das
  829. 29:10Richtige für alle gemacht, weil wir
  830. 29:11haben dann halt die Industrien
  831. 29:13übernommen, er hat die Immobilien
  832. 29:14übernommen mit seiner Familie und
  833. 29:17eigentlich war der Weg so dann im
  834. 29:19Endeffekt gut.
  835. 29:21Heute bin ich bestens mit meinem Onkel.
  836. 29:23Ich treffe ihn, er ist auch 92 und ich
  837. 29:25treffe ihn immer wieder und wir plaudern
  838. 29:27über alte Zeiten. Und ich glaube, man
  839. 29:29muss ein Stück die Vergangenheit auch
  840. 29:31hinten lassen und nach vorne schauen und
  841. 29:33in Familien hast du halt Strittigkeiten,
  842. 29:35aber ich bin und wir sind nicht
  843. 29:37nachragend.
  844. 29:39Mhm. Das hilft, oder?
  845. 29:40Und das hilft, glaube ich, sehr. Und
  846. 29:43mein Vater, der ja ein Flüchtling ist
  847. 29:45aus Ungarn, ähm die Aristokraten waren,
  848. 29:47hat immer gesagt, ein Graf ist nur 3
  849. 29:49Jahre. Wir sind Grafen. Äh sie ist nur
  850. 29:51maximal dre Jahre beleidigt [gelächter]
  851. 29:54und ich finde, das ist auch eine gute
  852. 29:56Einstellung. Er hat auch immer gesagt,
  853. 29:57[räuspern] weißt du, every Problem ist
  854. 29:59an opportunity, jedes Problem ist eine
  855. 30:01Chance und ähm so war das dann
  856. 30:03eigentlich auch. Ja, es ist zwar
  857. 30:05momentan ein Problem gewesen, aber ich
  858. 30:06glaube, es ist heute eine Chance, weil
  859. 30:08wir sind nun ähm in diesem Unternehmen
  860. 30:11als Familie sehr verankert und mein
  861. 30:14Onkel und seine Familie sind sehr
  862. 30:16verankert in ihren Immobiliengeschäften
  863. 30:18und ich glaube, das ist gut so, wie es
  864. 30:20ist.
  865. 30:21Mhm. Aber ihr Interesse dafür, wie wie
  866. 30:24gutes Management gehen sollte, rührt
  867. 30:27dann nicht aus dieser Zeit, sondern
  868. 30:29eigentlich schon als Teenager, wenn ich
  869. 30:30sie richtig verstanden habe, weil ich
  870. 30:32habe mir gedacht, wenn es so einen
  871. 30:33Streit in der Familie gibt, dann kann
  872. 30:35ich verstehen, warum die Frau Wenkheim
  873. 30:37gesagt hat, ich interessiere mich total
  874. 30:41dafür, wie man ein Unternehmen gut führt
  875. 30:43und ich mache da auch noch eine extra
  876. 30:45Ausbildung und so weiter, aber
  877. 30:46offensichtlich war das etwas, was sie
  878. 30:48schon früher wollten, oder? Ja, das war
  879. 30:50schon etwas, was ich mit 16
  880. 30:52Warum? Wie kommt man auf sowas?
  881. 30:53Ich habe ich 14 war schon Kanarienvögel
  882. 30:56gezüchtet, mus sagen und hatte 17
  883. 30:59Kanarienvogel am in meinem Ding und
  884. 31:01hatte die Faszination, wie schafft man
  885. 31:04ein Kanarienvogelteam
  886. 31:06und wie kann man das, wie kann diese zu
  887. 31:08also es hat mich immer schon fasziniert.
  888. 31:10Dann war ich Gutscher in einer Farm in
  889. 31:12Argentinien und mich hat das fasziniert,
  890. 31:13wie man eine Gruppe, eine Herde
  891. 31:16irgendwie führt mit einem Pferd. Also
  892. 31:18das war für mich faszinierend und so
  893. 31:20glaube ich ist es halt immer stärker
  894. 31:21gekommen, dass ich mich interessiert
  895. 31:23habe, wie kann man Gruppen gut ähm gut
  896. 31:26äh managen und habe dann eben für
  897. 31:29Gruppen, weil Menschen sind noch mal
  898. 31:30eine andere Dimension natürlich und ähm
  899. 31:33habe dann sehr viele Ausbildungen in dem
  900. 31:34Bereich gemacht, äh über Gruppendynamik
  901. 31:37sehr viel gelernt, äh
  902. 31:38Supervisionsausbildung,
  903. 31:39Coachingausbildung gemacht. Das ist,
  904. 31:41glaube ich, auch extrem wichtig, wenn du
  905. 31:42in einem Familienunternehmen bist, weil
  906. 31:44du eben äh lernen musst, äh die Dinge
  907. 31:48nicht persönlich zu nehmen, sondern
  908. 31:49besser zu verstehen, woher die Dynamiken
  909. 31:52kommen und es nicht auf dich zu
  910. 31:53beziehen, sondern ähm zu schauen, was
  911. 31:56muss ich da jetzt im System besser
  912. 31:57machen, damit das Ganze besser
  913. 31:59funktioniert.
  914. 32:00Mhm. Und das war immer mein Bestreben,
  915. 32:02es gut für alle zu machen. Gelingen
  916. 32:05tut's einem eh nicht immer, aber ähm das
  917. 32:07ist sozusagen meine persönliche Mission
  918. 32:11und an dem habe ich halt sehr
  919. 32:12gearbeitet, erstens mal als Mensch an
  920. 32:14mir selber. Das ist glaube ich extrem
  921. 32:17wichtig. Ohne dem geht ja das gar nicht,
  922. 32:19dass du ein guter Lieder bist, wenn du
  923. 32:22dich selbst nicht genug kennst oder
  924. 32:24deine Stärke unds Schwächen vielleicht
  925. 32:26ein bisschen abrunden lernst. Jetzt
  926. 32:29haben sie erzählt eben, ihr Vater kommt
  927. 32:31ja aus Ungarn, also die Familie hat
  928. 32:32auch, glaube ich, Immobilien nach wie
  929. 32:34vor in Ungarn und es gibt ja auch eine
  930. 32:36gibt's nicht auch eine Brauerei in
  931. 32:38Ungarn. Wie war denn das eigentlich, als
  932. 32:41der eiserne Vorhang fiel, dann hat das
  933. 32:43für ihre Familie wahrscheinlich einen
  934. 32:44großen Unterschied gemacht oder sie
  935. 32:46konnten sie konnten restituieren, ist
  936. 32:48das richtig? Und äh wie haben Sie diese
  937. 32:51Zeit damals erlebt? Haben Sie das
  938. 32:53bewusst miterlebt? Und wie war das dann
  939. 32:55auch unter Viktor Orbn? Da war gab's ja
  940. 32:57dann immer wieder Phasen, wo äh wo wo
  941. 33:00man nicht so freundlich war gegenüber
  942. 33:02österreichischen Investments. Können Sie
  943. 33:04da ein bisschen was erzählen?
  944. 33:06Also, das hat ähm wie der eiserne vor
  945. 33:08geefallen ist, hat vor allen Dingen,
  946. 33:10also mein Vater, der ja schon das sehr
  947. 33:14schwierig äh gesehen hat, diese ähm
  948. 33:16diese diese dies, dass man in sein, dass
  949. 33:18er in seiner Jugend alles verloren hat.
  950. 33:20Ich meine, der musste auf einem
  951. 33:21Pferdewagen ähm über Nacht plötzlich
  952. 33:23verschwinden, weil er Sorge hatte, dass
  953. 33:25die Russen kommen und ihn und seine
  954. 33:27Familie umbringen. Äh, also durchaus
  955. 33:29wirklich ein traumatisierendes Erlebnis.
  956. 33:31Ähm und er hat sehr viel Glück gehabt,
  957. 33:33dass er in Österreich viele Freunde
  958. 33:35gefunden hat, die ihn aufgenommen haben
  959. 33:36und die ihn auch groß gezogen haben
  960. 33:37teilweise. Und mein Bruder hat das
  961. 33:40eigentlich ähm das Heft dann übernommen,
  962. 33:42wie der vorh gefallen ist und hat
  963. 33:43gesagt, nein, also der möchte sich
  964. 33:45engagieren und möchte das Ding ähm
  965. 33:47sozusagen diese Restitutionsarbeit
  966. 33:50machen und er hat sich wirklich er hat
  967. 33:53sich wirklich reingetigert, unglaublich.
  968. 33:54Er hat spricht perfekt ungarisch heute
  969. 33:56und liebt dieses Land. ähm unglaublich,
  970. 33:59ja, und ähm hat dort auch Land zurück
  971. 34:03ähm bekommen ähm für die Familie und hat
  972. 34:07sich unglaublich engagiert. Also, wir
  973. 34:09haben dort wieder Landwirtschaft, aber
  974. 34:11wir haben keine Schlösser mehr, weil das
  975. 34:12ja sowieso nur eine Belastung wäre.
  976. 34:15Deine Landwirtschaft haben wir teilweise
  977. 34:16zurückging. Mein Bruder ist viel unten.
  978. 34:19Wir hatten eine Brauerei, die haben wir
  979. 34:20aber vor 10 Jahren ca. verkauft an
  980. 34:22ungarische Eigentümer. Das war dann ähm
  981. 34:26notwendig, weil die Österreicher anders
  982. 34:28besteuert wurden von der Biersteuer her
  983. 34:29als ähm als sozusagen ein Lokaler und
  984. 34:32dadurch konnte er relativ schnell eine
  985. 34:34profitable Brauerei führen. Das war uns
  986. 34:37nicht möglich, weil wir in der Gruppe
  987. 34:38ähm sozusagen ein österreichisches
  988. 34:40Konsortium waren. Äh und ähm damals
  989. 34:43haben wir uns dazu entschieden eben ähm
  990. 34:46auch das zu machen. Das war ein
  991. 34:48schmerzvoller Schritt natürlich für
  992. 34:49meinem Vater, der noch einmal ein
  993. 34:51zweites Mal dann eine sozusagen Eigentum
  994. 34:53verlieren. Also für ihn war es halt
  995. 34:55trotzdem ein Verlust. Ja. Ähm aber ich
  996. 34:59glaube, es ist dann auch im Endeffekt
  997. 35:01gut gewesen.
  998. 35:01Warum musste ihr Vater flüchten? Weil er
  999. 35:03adelig war oder? äh ja, weil sie ähm
  1000. 35:05alle Adeligen auch umgebracht haben, wie
  1001. 35:08die Russen eben über die Grenze gekommen
  1002. 35:09sind und ähm die Familie Sorge hatte,
  1003. 35:13dass sie nicht überleben werden.
  1004. 35:15Ja. Äh, jetzt gab's noch ein weiteres,
  1005. 35:18sicherlich auch schwieriges Kapitel für
  1006. 35:19ihre Familie, äh die nämlich die
  1007. 35:21Aufarbeitung auch der eigenen
  1008. 35:23Brauereigeschichte. Es gab ähm ein ein
  1009. 35:27eigenes Historiker Gutachten, dass die
  1010. 35:30Familie ihrer Mutter, die Familie H, die
  1011. 35:32jüdische Gründerfamilie Kffner, ich
  1012. 35:35glaube, da ist die Kufner Sternwarte
  1013. 35:36noch nach dieser Familie benannt im 16.
  1014. 35:39Bezirk, dass diese Gründerfamilie Kufner
  1015. 35:41so fair wie nur irgend möglich
  1016. 35:44entschädigt worden ist in der Nazizeit.
  1017. 35:47Also, man hat das zwar sozusagen quasi
  1018. 35:49übernommen, hat die aber ähm gut
  1019. 35:52behandelt. Äh wie haben Sie diese
  1020. 35:55Aufarbeitung erlebt und wie war das eine
  1021. 35:58Erleichterung, dass äh ihre Vorfahren
  1022. 36:01keine bösen Nazis waren?
  1023. 36:04Also ganz grundsätzlich ist die ganze
  1024. 36:06Sache natürlich schon eine große, also
  1025. 36:08für mich persönlich eine große Belastung
  1026. 36:10gewesen. Ähm ich bin dankbar, dass mein
  1027. 36:14Onkel diese Aufarbeitung mit dem Oliver
  1028. 36:17Ratkolb gemeinsam [räuspern] gemacht
  1029. 36:19hat.
  1030. 36:20Die war sehr wichtig für die Familie.
  1031. 36:21auch dieses ganze Restitutionsähm
  1032. 36:24Papier, das ä gemacht wurde, die die der
  1033. 36:28gemeinsame Vertrag, der gemacht wurde äh
  1034. 36:30in den 50er Jahren ähm um das ordentlich
  1035. 36:33abzuwickeln, ist glaube ich schon eine
  1036. 36:36Seltenheit in der österreichischen ähm
  1037. 36:39Industrie gewesen, muss man auch klar
  1038. 36:40sagen. Also, das hat mein Großvater,
  1039. 36:42glaube ich, sehr ordentlich gemacht. Ähm
  1040. 36:45in den 19er, also 2019 habe ich noch
  1041. 36:48einmal eine Aufarbeitung selber gemacht,
  1042. 36:50weil ich einfach die Mitarbeiter, die
  1043. 36:52hier zu Schaden gekommen sind, ins Auge
  1044. 36:55betrachten wollte. [räuspern]
  1045. 36:57Und habe dort zwei Jahre recherchiert,
  1046. 36:59gemeinsam mit einer Mitarbeiterin ähm um
  1047. 37:02diese Menschen zumindest wieder
  1048. 37:04ausfindig zu machen. Wir haben dann ihre
  1049. 37:06Familien leider nicht gefunden, aber wir
  1050. 37:08haben diese Menschen gefunden und wir
  1051. 37:10haben ein Denkmal für diese Menschen in
  1052. 37:11der Brauerei gesetzt. ähm die natürlich,
  1053. 37:14es waren um die 40 jüdische Mitarbeiter,
  1054. 37:17Mitarbeiterinnen und ähm 2019 haben wir
  1055. 37:21es auch geschafft, einen danachfahren
  1056. 37:23von den KFners ähm nach Wien zu holen,
  1057. 37:25um auch sozusagen teilzaben und wir
  1058. 37:27haben auch für Sie ein Denkmal gesetzt.
  1059. 37:29Also, wir haben für die Mitarbeiter und
  1060. 37:30für die Familie Kufner im Herzen der
  1061. 37:32Brauerei ein Denkmal gesetzt und das war
  1062. 37:34mir ein wirklich wichtiges Anlegen, dort
  1063. 37:37noch einmal hinzuschauen und auch ähm zu
  1064. 37:40sagen, nie wieder so eine so eine
  1065. 37:42Situation äh wollen wir einfach als
  1066. 37:45Menschen nicht mehr erleben. Jetzt haben
  1067. 37:48hat aber offensichtlich ihr ihre Familie
  1068. 37:51sich da ein bisschen leichter getan,
  1069. 37:54diese Zeit aufzuarbeiten als viele viele
  1070. 37:57andere österreichische Familien. Worauf
  1071. 37:59führen Sie das zurück?
  1072. 38:01Sicher darauf, dass mein Großvater aus
  1073. 38:04allem, was ich recherchiert habe, ein
  1074. 38:06ordentliche Abwicklung gemacht hat nach
  1075. 38:08dem Krieg. Ich glaube, das ist
  1076. 38:10entscheidend gewesen, dass er das noch
  1077. 38:12sozusagen, dass er 1938 diese
  1078. 38:15Entscheidung getroffen hat. aber auch
  1079. 38:161950 das wieder gut gemacht hat. Ja,
  1080. 38:20noch in seinem Leben, in seinem eigenen.
  1081. 38:22Haben Sie mit ihm darüber gesprochen?
  1082. 38:23War das so ein Stachel in seinem?
  1083. 38:25Nein, weil ich 6 Jahre alt war, wie er
  1084. 38:27gestorben ist.
  1085. 38:27Mhm.
  1086. 38:28Und meine Mutter erzählt da ganz wenig
  1087. 38:31darüber und ähm
  1088. 38:33es war sehr es war sehr verschlossen ähm
  1089. 38:36darüber zu sprechen, trotz allem. Ähm
  1090. 38:40aber ich denke, das ist der eine Teil,
  1091. 38:42warum das gut ist. Und ich glaube, weil
  1092. 38:44wir ähm das auch ehrlich aufgearbeitet
  1093. 38:47haben, jetzt auch 2019 und ich halte das
  1094. 38:49für wichtig,
  1095. 38:50ähm dem ins Auge zu schauen und zu
  1096. 38:53sagen, das war nicht in Ordnung und da
  1097. 38:55ist Unrecht passiert, da ist
  1098. 38:56Mitarbeitern Unrecht passiert. Äh und
  1099. 38:59ich denke, das ist ein Teil von Kultur
  1100. 39:03auch von Kulturarbeit, ja, ähm fair zu
  1101. 39:06sein, ordentlich zu sein, anständig zu
  1102. 39:08sein.
  1103. 39:09Was ist mit diesen jüdischen
  1104. 39:10Mitarbeitern passiert? Waren die
  1105. 39:11Zwangsarbeit oder sind die deportiert
  1106. 39:13worden? Wissen Sie das?
  1107. 39:14Teilweise ähm wir haben jeden einzelnen
  1108. 39:17recherchiert und das Schicksal jedes
  1109. 39:18einzelnen auf dieser Plakette
  1110. 39:20festgehalten teilweise natürlich. Und
  1111. 39:23ähm Zwangsarbeiter waren eher Polen und
  1112. 39:26Italiener und und gar nicht unbedingt
  1113. 39:30jüdische äh Menschen.
  1114. 39:32Ähm also es waren auch diverseste
  1115. 39:34Kulturen auch ähm hier an der Arbeit.
  1116. 39:37Mhm. M also
  1117. 39:39ähm jetzt äh kommen wir in die
  1118. 39:42Jetztzeit. Ich glaube, sie haben nach
  1119. 39:44ihrer Vorstandszeit ein Change
  1120. 39:46Management Studium angehängt. Ist das
  1121. 39:48richtig? Einen Master gemacht darin ähm
  1122. 39:52und sie haben einmal gesagt, da hätten
  1123. 39:54Sie gelernt, wie man Menschen mitnimmt,
  1124. 39:57wenn man etwas verändert, wenn man etwas
  1125. 39:59neu macht. Wie macht man denn das? Wie
  1126. 40:01nimmt man Menschen mit? Ich [schnauben]
  1127. 40:04glaube, also was ich habe ja in Front
  1128. 40:07Blowau, also in Intig
  1129. 40:11ein ein Organisationspsychologiestudium,
  1130. 40:14also wie funktionieren Organisationen
  1131. 40:16und was du dort gelernt hast, ist
  1132. 40:18einfach wie funktionierst du einmal und
  1133. 40:20wie geht dein eigener Changeprozess,
  1134. 40:22dann wie geht's in einer kleineren
  1135. 40:24Gruppe und dann wie in einer größeren
  1136. 40:25Organisation
  1137. 40:27und es fangt immer damit an, dass du ein
  1138. 40:29mal bei dir selber anfangst sozusagen,
  1139. 40:31wie ist deine Vorbildwirkung als Lieder.
  1140. 40:34Wie wie trittst du gegenüber den
  1141. 40:36Menschen an den Menschen gegenüber?
  1142. 40:38Wie wertschätzend bist du und was gibst
  1143. 40:40du in die Welt? Also ich glaube, das ist
  1144. 40:42einmal da das erste, was wesentlich ist
  1145. 40:44und dann das zweite ist ist wirklich
  1146. 40:46zuhören zu lernen, Menschen zuhören zu
  1147. 40:49lernen. Ich glaube, das ist eine ganz
  1148. 40:50wesentliche Qualifikation
  1149. 40:52äh und viele Stimmen zu hören und die
  1150. 40:55zuzulassen, ohne gleich emotional zu
  1151. 40:57werden, sondern mal zu hören, hey, was
  1152. 40:59was haben die Menschen da eigentlich zu
  1153. 41:00diesem Thema zu sagen?
  1154. 41:03Und durch diese wirklich, wir nennen das
  1155. 41:05Fair process, das heißt der fair
  1156. 41:07Prozess, dass alle sozusagen ihre
  1157. 41:09Stimmen gehört werden, das ist, denke
  1158. 41:12ich, etwas, was ähm entscheidend ist,
  1159. 41:14weil aus dem herauskommen dann sozusagen
  1160. 41:17die Menschen treten die Menschen hervor,
  1161. 41:19die das Problem weiter bearbeiten
  1162. 41:20wollen, also die sich wirklich
  1163. 41:21engagieren wollen für ein Thema
  1164. 41:23und das hört man dann heraus und dann
  1165. 41:25nimmt man die nimmt man die Gruppe
  1166. 41:27anders mit, weil sie konnten mitdenken
  1167. 41:29und mitun. Ich glaube, das ist ganz
  1168. 41:31entscheidend.
  1169. 41:31Um wen muss man sich mehr kümmern? Wenn
  1170. 41:33man etwas verändert, dann ist es ja
  1171. 41:34meistens so, es entstehen zwei Gruppen
  1172. 41:36von Menschen. Die einen, die da
  1173. 41:38mitmachen und mitziehen und sagen, das
  1174. 41:40ist super und da will ich irgendwie
  1175. 41:42dabei sein und die anderen, die sich
  1176. 41:43eher passiv verhalten und versuchen
  1177. 41:46irgendwie das unangenehmste zu
  1178. 41:47verhindern. Um wen muss man sich mehr
  1179. 41:49kümmern?
  1180. 41:51Also ich glaube, die Energie von den
  1181. 41:54Menschen, die mit einmal ganz
  1182. 41:57wesentlich, um die anderen mitzureißen.
  1183. 41:59Und dann muss man natürlich auch
  1184. 42:01schauen, wie geht man damit um, wenn
  1185. 42:03jemand nicht mitun will. Und da denke
  1186. 42:06ich mir immer, was ist der Grund oder
  1187. 42:08was was ist die Stimme dagegen?
  1188. 42:10Vielleicht haben sie ja einen Punkt,
  1189. 42:12vielleicht kann man ja dort noch mal
  1190. 42:13hinhören, warum sie finden, dass das
  1191. 42:15jetzt nicht gut ist. Ja, und da bin ich
  1192. 42:17sehr achtsam, dass ich mir das sehr wohl
  1193. 42:19auch anhöre, wenn jemand sozusagen
  1194. 42:21dagegen spricht, genau den vielleicht
  1195. 42:24einzuladen, zu sagen, auch in der Gruppe
  1196. 42:26der Befürworter zu sagen, hören wir doch
  1197. 42:28mal seine Stimme. Ich glaube, das ist es
  1198. 42:30und das macht's wertvoll und wenn es
  1199. 42:31dann irgendwann gar nicht mehr geht,
  1200. 42:33dann ist sowieso ähm eine Entscheidung
  1201. 42:35von entweder
  1202. 42:37der Gruppe, die es vorwärts treiben will
  1203. 42:39oder dem Menschen selber, der gar nicht
  1204. 42:41mitwachen will. glaube, dass es dann
  1205. 42:44das war wäre mir nämlich meine nächste
  1206. 42:46Frage. Also wie weit kann man gehen in
  1207. 42:48Sachen auch Mitarbeiter Mitbestimmung,
  1208. 42:50wo bis wohin geht man da? Wo ist die
  1209. 42:52Grenze, dass man sagt, ja, okay, ich
  1210. 42:55habe jetzt alles gehört, aber jetzt
  1211. 42:56machen wir es aber trotzdem so, wie ich
  1212. 42:57will.
  1213. 42:59Ja, ich glaube, das ist eben
  1214. 43:00entscheidend, dass das ähm also für mich
  1215. 43:03ist es immer sehr wichtig, dass die
  1216. 43:05Leute das Gefühl haben, das haben wir
  1217. 43:06gemeinschaftlich entschieden. Ähm jetzt
  1218. 43:10kannst du das natürlich nicht in allen
  1219. 43:11Belangen des Lebens machen, das ist
  1220. 43:12schon klar, aber zumindest in auch wenn
  1221. 43:14es kleinere Gruppen sind, manchmal muss
  1222. 43:16ja nicht immer diese riesigen Gruppen,
  1223. 43:18das ist schon richtig, da kommst du noch
  1224. 43:19nie zu einer Entscheidung, aber in
  1225. 43:20kleineren Gruppen zu sagen, so, wie
  1226. 43:22machen wir es jetzt? Also, ich lebe ja
  1227. 43:25z.B. auch in einer Aufsichtsratgruppe
  1228. 43:27und hier gibt's durchaus diverseste
  1229. 43:29Meinungen und das ist aber so unglaub,
  1230. 43:30ich finde das so wahnsinnig bereichernd
  1231. 43:32und man findet ja dann trotzdem einen
  1232. 43:34Konsens, trotzdem man anderer Meinung
  1233. 43:37ist und das ist so spannend, wie
  1234. 43:39schaffst du diesen Konsens auch mit
  1235. 43:41divergierenden Meinungen und das ist
  1236. 43:43eigentlich die Kunst, die hohe Kunst des
  1237. 43:46ähm Zuhörens, das das Gefühl geben, dass
  1238. 43:50du mitgemacht hast und trotzdem
  1239. 43:52vielleicht anders entschieden hast. Das
  1240. 43:53ist glaube ich schon ein eine gewisse
  1241. 43:56Begabung, das zu schaffen.
  1242. 43:57Mhm. Sie waren früher gegen Quoten für
  1243. 44:02Frauen in Führungspositionen. Da haben
  1244. 44:04Sie Ihre Meinung geändert. Warum? Ich
  1245. 44:08werde nie vergessen, ich war in einem
  1246. 44:10ähm Vortrag, wo es ging um die Quoten
  1247. 44:13und drei Männer saßen am Podium und
  1248. 44:15haben diskutiert, warum man die Quoten
  1249. 44:17nicht braucht. Ähm, das hat mich damals
  1250. 44:20wirklich richtig geflasht, weil ich mir
  1251. 44:22gedacht habe, aha, in Österreich, wir
  1252. 44:25sind noch nicht soweit, wir brauchen
  1253. 44:27eine Quote, weil wir sonst nicht
  1254. 44:29verstehen. Es ist irgendwie schwierig,
  1255. 44:32es durchzusetzen, weil ja und m die drei
  1256. 44:37Männer haben sehr stark diese
  1257. 44:38Freiwilligkeit kpiert. Ich bin dann
  1258. 44:40aufgestanden, habe gesagt, jetzt bin ich
  1259. 44:42überzeugt, wir brauchen eine Quote nach
  1260. 44:44diesem Podium hier, wo nicht einmal eine
  1261. 44:47Frau im Podium saß. Also, das ist schon
  1262. 44:49interessant. Ähm, also da war ich schon
  1263. 44:51ein starker Verfächter dann davon, weil
  1264. 44:53ich wirklich der Überzeugung bin, dass
  1265. 44:54in Österreich braucht das leider ähm
  1266. 44:57vielleicht in skandinavischen Ländern
  1267. 44:58nicht. Wir sind aber noch nicht so weit,
  1268. 45:00glaube ich, in Österreich, dass wir so
  1269. 45:02eine Equality, also eine
  1270. 45:03Gleichberechtigung so wirklich schaffen.
  1271. 45:06Wie schaut's denn bei Ihnen im Konzern
  1272. 45:08aus?
  1273. 45:09Ja, witzigerweise, das muss ich wirklich
  1274. 45:11meinem Vater hoch anrechnen und auch
  1275. 45:13seinem Geschäftspartner, der ja mit ihm
  1276. 45:15die Geschäfte lange geführt hat. Sie
  1277. 45:17gemenz beide waren immer totale
  1278. 45:20Verfechter von Frauen in der Führung und
  1279. 45:22wir haben wirklich seit Jahrzehnten
  1280. 45:24Frauen in der Führung und du merkst, das
  1281. 45:26ist einfach eine total gleichberechtigte
  1282. 45:29ähm [räuspern]
  1283. 45:30ist das 5050.
  1284. 45:31Ja, wir haben wir haben ähm eine
  1285. 45:34Vorständen einen Vorstand.
  1286. 45:36Ähm, wir haben in der Geschäftsführung
  1287. 45:37Frauen und ähm das ist, finde ich
  1288. 45:40wirklich total wichtig. Ja,
  1289. 45:41es heißt ja immer, wenn Frauen gefragt
  1290. 45:43werden, dann sagen sie viel zu oft nein,
  1291. 45:44weil sie viel zu oft bedenken äh alles
  1292. 45:47mögliche und dann äh schlüpft diese
  1293. 45:50Chance weg. Äh, was brauchen den Frauen,
  1294. 45:53wenn man sie in einem Unternehmen äh für
  1295. 45:55eine höhere Position motivieren möchte?
  1296. 45:58Also unsere Finanzchefin, die jetzt seit
  1297. 46:02doch einigen Jahren jetzt schon
  1298. 46:03Finanzchefin ist und ähm auch
  1299. 46:06tatsächlich nicht ähm Finanzchefin
  1300. 46:08werden wollte, weil sie genau diese
  1301. 46:10Bedenken hatte, ähm hat jetzt so viel
  1302. 46:14Freude mit dieser Aufgabe, so
  1303. 46:16unglaublich viel Freude, weil sie so
  1304. 46:17viel mitgestalten kann und eine
  1305. 46:19Gestalterin ist. Aber es war wirklich
  1306. 46:21harte Überzeugungsarbeit und ich glaube,
  1307. 46:23was sie schon ähm warum sie es dann
  1308. 46:26letztendlich gemacht hat, we sie
  1309. 46:27verstanden hat, dass s dann die Kultur,
  1310. 46:29die sozusagen auch stark von der Familie
  1311. 46:31jetzt mit einer neuen Kultur, nächste
  1312. 46:33Generation, andere Kultur, mehr
  1313. 46:35Augenhöhe in in
  1314. 46:38der sozusagen im Familienunternehmen und
  1315. 46:41das wollte sie dann wirklich
  1316. 46:42mitgestalten und ich glaube das ähm war
  1317. 46:45der ausschlaggebende. ist glaube ich ein
  1318. 46:46Kulturthema. Wenn die Frauen das Gefühl
  1319. 46:49haben, sie können in dieser Kultur
  1320. 46:50aufleben und da mitgestalten, dann
  1321. 46:52glaube ich, funktioniert's. Mhm.
  1322. 46:55So war bei uns zumindest.
  1323. 46:56Unsere Familienministerin
  1324. 46:58hat den Frauen vor kurzem geraten, sie
  1325. 47:00sollten beim Kinderkriegen nicht so viel
  1326. 47:02nachdenken, sondern mehr auf ihr Gespür,
  1327. 47:05vertrauen. Was haben Sie sich gedacht,
  1328. 47:07als Sie das gehört haben?
  1329. 47:10Ähm, ich bin ein großer Verfechter, dass
  1330. 47:13wir Kinder brauchen in der Welt. Warum?
  1331. 47:15Weil das sind die Biertrinker von
  1332. 47:16morgen. [gelächter]
  1333. 47:18Bin ich recht egoistisch.
  1334. 47:21Daher denke ich über solche Statements
  1335. 47:23ehrlich gesagt wenig nach. Ich finde,
  1336. 47:25man arrangiert sich irgendwie, man macht
  1337. 47:27das, man manag. Ähm, alle Frauen, die
  1338. 47:30wir in Topf Positionen haben, haben auch
  1339. 47:32Kinder und wir haben das alle
  1340. 47:34gemeinschaftlich gut gemanaged. Ich habe
  1341. 47:36auch zwei Kinder und habe trotzdem meine
  1342. 47:37Vorstandsrolle gut machen können. Ich
  1343. 47:40habe es einfach meine die Verantwortung
  1344. 47:41für eine Zeit abgegeben an andere, die
  1345. 47:44sich dann ausprobieren konnten in der
  1346. 47:45Rolle, die jetzt Geschäftsführer
  1347. 47:47geworden sind. Also, ich finde, das ist
  1348. 47:50auch eine unglaubliche Chance, ähm
  1349. 47:52vielleicht Menschen, wenn man jetzt in
  1350. 47:53Karenz geht, Menschen einen Platz zu
  1351. 47:55geben, dass die mal die Rolle
  1352. 47:57ausprobieren können, die mögliche
  1353. 47:59potenzielle Nachfolger sind.
  1354. 48:00Mhm.
  1355. 48:01Ist das Kindergartenplatzt
  1356. 48:03Thema? Ist das in Wien nicht so ein
  1357. 48:05starkes gewesen? Weil das ist ja auch
  1358. 48:07oft ein Problem.
  1359. 48:08Das stimmt ja. Das ist war schon, du
  1360. 48:10hast ein ein Thema. Wir waren auf einer
  1361. 48:12Warteliste relativ lang. Ähm und weil
  1362. 48:15wir halt einen ganz bestimmten
  1363. 48:16Kindergarten wollten, das ist natürlich
  1364. 48:18dann auch wieder schwierig, aber ich
  1365. 48:21habe zum Glück sehr viel Hilfe meiner
  1366. 48:23Mutter gehabt auch und ich habe mir auch
  1367. 48:25selber sehr viel Hilfe zugelegt mit
  1368. 48:27Nanny und so weiter. Das ist natürlich
  1369. 48:30in meiner Position,
  1370. 48:31wie war die Rolle ihres Mannes?
  1371. 48:33Der war Unternehmer vor allen Dingen.
  1372. 48:34[gelächter]
  1373. 48:35Okay.
  1374. 48:36Aber er war auch ein sehr liebender
  1375. 48:37Vater, muss ich sagen. Ja.
  1376. 48:39Viele Unternehmer klagen ja, sie bekämen
  1377. 48:41keine guten Mitarbeiter mehr. Wie ist
  1378. 48:44denn das bei Ottergringer?
  1379. 48:46Nein, das kann ich so nicht bestätigen.
  1380. 48:48Ich finde, wir kriegen tolle Leute. Ich
  1381. 48:51meine, wir haben sicher einen Vorteil,
  1382. 48:52dass wir in Wien, also im urbanenzentrum
  1383. 48:54sind.
  1384. 48:55Ähm, das hilft sicher, aber ich glaube,
  1385. 48:58die Leute, also ich mir rufen immer
  1386. 49:00wieder Leute an und sagen, du wir hören,
  1387. 49:02dass es bei euch so ein kulturell
  1388. 49:04einfach ähm eine gute Stimmung gibt,
  1389. 49:06dass wir eben Bier trinken nach der
  1390. 49:08Arbeit zusammen und so weiter. Es macht
  1391. 49:09ja was aus, ähm, dass wir Feste feiern,
  1392. 49:12aber dass wir auch zusammen ähm
  1393. 49:14sozusagen Leistung bringen können. Also,
  1394. 49:17wir freuen uns schon immer, dass wir
  1395. 49:19wirklich tolle Leute finden. Also, ich
  1396. 49:21kann das so nicht bestehen. Es gibt
  1397. 49:23natürlich Fachkräftemangel, richtig?
  1398. 49:25Aber sonst finden wir wirklich tolle
  1399. 49:28auch junge Leute.
  1400. 49:29Das wollte ich Sie nämlich fragen. Was
  1401. 49:30tun Sie denn, um junge Menschen in Ihrem
  1402. 49:32Unternehmen zu fördern?
  1403. 49:35Also, wir haben ganz viele ähm
  1404. 49:37Ausbildungsprogramme, die wir anbieten,
  1405. 49:39unseren Leuten.
  1406. 49:41Ähm,
  1407. 49:43wir machen auch Führungskräfte
  1408. 49:45Entwicklungen, also wenn du in die
  1409. 49:46Führungsebene kommst, kriegst du auch
  1410. 49:48ein eigenes Entwicklungsprogramm dazu.
  1411. 49:51Wir machen auch Mitarbeitergespräche,
  1412. 49:53wo wir auch sagen, wo sind deine
  1413. 49:55Entwicklungspotenziale und machen im
  1414. 49:56Einzelgespräch sozusagen, wo kannst du
  1415. 49:59oder wo solltest du noch hinschauen oder
  1416. 50:01was sind die nächsten Schritte, dass du
  1417. 50:02vielleicht einmal eine Geschäftsführung
  1418. 50:03auch ins Auge fassen kannst. Also, wir
  1419. 50:07schauen uns die Jungen schon an, die
  1420. 50:08Potenzial haben und fördern sie ähm hin.
  1421. 50:12Äh eigentlich sind fast alle unsere
  1422. 50:14Geschäftsführer ähm bis auf vielleicht
  1423. 50:17einen einzigen ähm aus dem Unternehmen
  1424. 50:19entstanden, die nicht ähm in der
  1425. 50:21Geschäftsführung waren, sondern die sich
  1426. 50:23aus ähm Führungspositionen
  1427. 50:26zu Geschäftsführern entwickelt haben.
  1428. 50:28Also, wir versuchen wirklich stark die
  1429. 50:30Menschen aus dem Unternehmen zu fördern
  1430. 50:32und das gelingt uns sehr gut.
  1431. 50:33Wie divers sind Sie denn eigentlich? Wir
  1432. 50:35sind divers ähm in der Führung. Ähm, wir
  1433. 50:38haben ungefähr 40% Frauen in der äh
  1434. 50:41Topführungsebene.
  1435. 50:43Ich sage jetzt mal äh auch im Vorstand
  1436. 50:45haben wir eine Frau, einen Mann. und ähm
  1437. 50:48international, wir haben sehr viele
  1438. 50:49Kulturen natürlich auch bei uns,
  1439. 50:51Kroaten, diverseste Menschen aus allen
  1440. 50:55Weltecken.
  1441. 50:56Ähm, also das ist, glaube ich, schon
  1442. 50:59auch eine wichtige wichtiges Asset, dass
  1443. 51:02es verschiedene Kulturen gibt, auch sehr
  1444. 51:04viele, sage ich jetzt mal,
  1445. 51:06Niederösterreicher, Tiroler, Salzburger,
  1446. 51:08also auch aus Österreich verschiedene
  1447. 51:10Kulturen. Äh jetzt habe ich äh wir
  1448. 51:13führen seit Jahrzehnten eine
  1449. 51:14Bildungsdiskussion in Österreich und das
  1450. 51:16heißt äh und die jungen Menschen sind
  1451. 51:19kommen immer schlechter ausgebildet aus
  1452. 51:20der Schule. Es gibt auch eben diverse
  1453. 51:22Untersuchungen, Piser Studien, die das
  1454. 51:25auch belegen. Äh und manchmal stellt
  1455. 51:27sich also speziell auch oft bei bei
  1456. 51:31Kindern und Jugendlichen aus eher
  1457. 51:34bildungsfernen Schichten erst am Ende
  1458. 51:35einer Schulzeit heraus, die können gar
  1459. 51:37nicht richtig lesen oder schreiben oder
  1460. 51:39auch rechnen. Kriegt so jemand eine
  1461. 51:41Chance bei Ihnen im Haus oder muss ich
  1462. 51:43schon einen gewissen Standardanbildung
  1463. 51:46haben, damit ich überhaupt aufgenommen
  1464. 51:47werde bei Ottergringer?
  1465. 51:49Also, wir nehmen sicherlich, also so
  1466. 51:52genau kann ich Ihnen das nicht
  1467. 51:53beantworten, aber was wir schon durchaus
  1468. 51:56machen, wir haben ja sehr viele
  1469. 51:57handwerkliche Arbeiten und ähm natürlich
  1470. 52:01musst du zumindest etwas lesen können.
  1471. 52:03Also, das wäre schon wichtig, weil
  1472. 52:05natürlich Vorschriften manchmal
  1473. 52:06schriftlich kommen oder ähm Warnsignale
  1474. 52:10schriftlich das ähm damit du nicht in
  1475. 52:13eine Maschine hineingerätzt. Aber
  1476. 52:14grundsätzlich, wenn du m
  1477. 52:17sozusagen eine händische Arbeit machen
  1478. 52:19kannst, dann kannst du durchaus auch bei
  1479. 52:21uns einen Arbeit finden. Ja.
  1480. 52:23Mhm.
  1481. 52:24Mhm. Was ist Ihnen denn wichtig, wenn
  1482. 52:26sich jemand bei Ihnen bewirbt? Worauf
  1483. 52:28schauen Sie da?
  1484. 52:30dass die Menschen wirklich zu uns kommen
  1485. 52:32wollen, dass eine gewisse Passion da ist
  1486. 52:35und vor allen Dingen aber auch eine
  1487. 52:36Passion für das, was sie vorher gemacht
  1488. 52:38haben und dass sie irgendwie eine
  1489. 52:39Leidenschaft haben für das, was sie
  1490. 52:42beruflich machen wollen. Ich glaube, das
  1491. 52:44ist wirklich wichtig, ähm dass sie
  1492. 52:49kulturell dazu passen oder vielleicht
  1493. 52:51gerade ein bisschen ein Störer sind,
  1494. 52:53damit man die Kultur auch ein bisschen
  1495. 52:54belebt. Ja.
  1496. 52:56Ähm, das glaube ich ist sehr wichtig,
  1497. 52:58dass man unterschiedliche
  1498. 52:59Persönlichkeitstypen findet, die auch
  1499. 53:01sozusagen das Team aufmischen und
  1500. 53:04positiv aufmischen.
  1501. 53:05Mhm. Ich glaube, das ist sehr, sehr
  1502. 53:07wichtig und halt Menschen, die wirklich
  1503. 53:10auch leisten wollen und mitun wollen und
  1504. 53:14ähm sozusagen ein Potenzial haben auch
  1505. 53:16vielleicht ein mal eine Führungsrolle
  1506. 53:18einzunehmen. Das wird man nicht in jeder
  1507. 53:19Position schaffen, aber grundsätzlich
  1508. 53:23die Möglichkeit soll es geben.
  1509. 53:25Jetzt haben Sie selbst Kinder, ihre
  1510. 53:26Geschwister haben auch Kinder. Ist es
  1511. 53:28schon fix, wer aus der nächsten
  1512. 53:30Generation die Ottergringer Getränke AG
  1513. 53:33führen wird?
  1514. 53:35Also, es ist so, dass wir ja schon zwei
  1515. 53:38Kinder ähm in Aufsichtsräten haben. eine
  1516. 53:43junge Dame, die 30 um die 30 ist und die
  1517. 53:46um die 40, Entschuldigung, ist und die
  1518. 53:48bei uns im Familienaufsichtsrat sitzt
  1519. 53:51und einer meiner Neffen, der 2 und 23
  1520. 53:53ist, der sitzt auch in einer in einem
  1521. 53:56Aufsichtsrat einer unserer
  1522. 53:57Familienholding und ich finde, das ist
  1523. 54:00ein gutes langsames heranführen an die
  1524. 54:02an die an das Unternehmen über den
  1525. 54:05Aufsichtsrat ein bisschen das
  1526. 54:06kennenzulernen, ein Interesse zu
  1527. 54:08erwecken und damit haben wir schon
  1528. 54:10gestartet und dann haben wir eine zweite
  1529. 54:12Ebene wo wir eben ähm immer wieder
  1530. 54:14Veranstaltungen z.B. mit Frau Professor
  1531. 54:16Kalz haben wir ein Jugend Event gemacht,
  1532. 54:18wo wir sozusagen Ihnen erklärt haben,
  1533. 54:20was ist ein Vorstand, was ist ein
  1534. 54:22Aufsichtsratzusagen,
  1535. 54:23wie funktioniert ein
  1536. 54:24Familienunternehmen, ähm Schulungen
  1537. 54:27machen. Und der dritte Baustein ist, wir
  1538. 54:29laden unsere Jungen auch in die
  1539. 54:30Hauptversammlung ein, äh damit sie hören
  1540. 54:33auch vom Vorstand, wie läuft unser
  1541. 54:34Geschäft, was machen wir, was sind
  1542. 54:36unsere Innovationen, welche Wege gehen
  1543. 54:38wir, wohin geht die Reise der Strategie
  1544. 54:40unseres Unternehmens. Also da äh
  1545. 54:42müssen Sie sich auch an die Maschine
  1546. 54:44stellen, müssen Sie auch wissen oder an
  1547. 54:46den Kessel müssen Sie auch wissen, wie
  1548. 54:48man Bier braut?
  1549. 54:49Also wie man Bier braut, da haben wir
  1550. 54:50noch kein Interesse gehabt, aber wir
  1551. 54:52haben schon einige unserer Jungen bei
  1552. 54:54uns gehabt. Einer in der Eventabteilung,
  1553. 54:56mein Sohn war in der Eventabteilung und
  1554. 54:58ähm mein Neffe ist zwei Wochen durch die
  1555. 55:01Maschinenbereiche
  1556. 55:02gelaufen, also durch die
  1557. 55:03Produktionsbereiche.
  1558. 55:05Ähm einer hat einen Tag lang in der
  1559. 55:07Produktion mitgearbeitet. Ja, das ist
  1560. 55:10sehr wichtig und wenn Interesse besteht
  1561. 55:12und der Wunsch ist nach einem Praktikum
  1562. 55:14sind wir immer offen für die Familie.
  1563. 55:16Aber das heißt, wer sozusagen sich
  1564. 55:18herauskristallisiert als der Chef aller
  1565. 55:20Schiefs, das ist noch nicht klar.
  1566. 55:23Das ist noch nicht klar, weil die alle
  1567. 55:25um die 20 sind, also um die 23 ist der
  1568. 55:28älteste. Also ich glaube, es ist einfach
  1569. 55:29sind mitten im Studienprozess, also sie
  1570. 55:31studieren gerade. Ich glaube, es ist
  1571. 55:33jetzt muss man noch ein bisschen
  1572. 55:35abwarten.
  1573. 55:36Okay. Was passiert denn, wenn was werden
  1574. 55:39Sie tun, wenn Sie abgehen aus dem
  1575. 55:41Unternehmen? Was werden Sie machen?
  1576. 55:44Ja, ich habe schon begonnen nebenher ähm
  1577. 55:47mein Wissen an vor allen Dingen junge
  1578. 55:49Frauen weiterzugeben, die im Berufsleben
  1579. 55:50stehen und mach Coaching und Supervision
  1580. 55:53für junge Führungspersönlichkeiten.
  1581. 55:57Ähm und das macht meine große Freude und
  1582. 56:00das mache ich schon ein bisschen
  1583. 56:02nebenbei, sofern das geht und ich
  1584. 56:04glaube, das werde ich vermehrt machen,
  1585. 56:06wenn ich dann einmal nicht mehr so aktiv
  1586. 56:08bin.
  1587. 56:09Ich habe das Gefühl, Sie arbeiten nur.
  1588. 56:10Wie entspannen Sie sich denn? Ich mache
  1589. 56:13sehr viel Sport. Ähm und ich lese gerne,
  1590. 56:17sammle Kunst und ähm ja und wir haben
  1591. 56:21ein kleines ähm Schräbergartenhaus und
  1592. 56:23da chillen wir dann am Wasser im 23.
  1593. 56:27Bezirk.
  1594. 56:28Schön. Ja.
  1595. 56:29Ähm was raten Sie denn heute ihrem
  1596. 56:31jüngeren Ich?
  1597. 56:34Ja, mach das ähm Vertrau auf dich
  1598. 56:38selber, würde ich sagen, wahrscheinlich
  1599. 56:40das Wichtigste und dass du das schaffen
  1600. 56:42kannst, was immer du dir vornimmst.
  1601. 56:45Ähm und hab Spaß dabei.
  1602. 56:48Vielen Dank, Frau Wenkamp, für das
  1603. 56:49Gespräch.
  1604. 56:50Danke auch.
  1605. 56:52Wenn euch diese Folge gefallen hat und
  1606. 56:54ihr unsere Arbeit unterstützen wollt,
  1607. 56:56dann abonniert am besten den Standard.
  1608. 56:58Alle Infos dazu findet ihr auf abo.at.
  1609. 57:01[musik]
  1610. 57:04Ihr könnt uns auch auf YouTube
  1611. 57:06abonnieren und auf jeder Podcast
  1612. 57:08Plattform eurer Wahl. Feedback und
  1613. 57:10Vorschläge schickt bitte gerne an die
  1614. 57:12E-Mailadresse podcast@standard.
  1615. 57:16Diese Folge wurde produziert von
  1616. 57:18Christoph Neuwert und Tobias Holob.
  1617. 57:21Unser Podcast Chef heißt Schold Wilhelm.
  1618. 57:23Mein Name ist Petra Stüber. Ich danke
  1619. 57:26euch fürs Zuhören und bis zum nächsten
  1620. 57:28Mal. [musik]
  1621. 57:31M.

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