MEINUNGSFREIHEIT: „Die würden den Laden in die Luft sprengen!“ Bosbach über die AfD | Ganze Sendung — Transcript
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- 0:00[musik]
- 0:18Herzlich willkommen, meine Damen und
- 0:19Herren zu einer neuen Folge
- 0:21Meinungsfreiheit. Ich freue mich sehr,
- 0:23dass wieder Dienstag ist und ich habe
- 0:24natürlich großartige Gäste. Zum einen
- 0:27Alef Doan, Sie sehen sie jetzt
- 0:29eingeblendet. Sie ist stellvertretende
- 0:31Chefredakteurin bei Pioneer und ich
- 0:33würde sagen, sie ist besser als Gabor
- 0:35Steingart. Ihren Podcast "Der achte Tag"
- 0:37sollten Sie abonnieren. Neben ihr sitzt
- 0:39der Kanzler der Herzen, einer meiner
- 0:41Lieblingsgäste. Das darf ich nicht
- 0:42sagen, aber weil Sie so oft hier sind,
- 0:44darf ich es schon sagen. Und ja,
- 0:46gerade noch gehört am Tisch. Ich bin
- 0:48immer noch in der Unterhaltung fast
- 0:49versunken. 23 Jahre gerne im Bundestag
- 0:52gewesen und man wundert sich, warum es
- 0:53heute nicht mehr
- 0:54[gelächter]
- 0:54für die CDU und auch hier wollte ich
- 0:57auch haben, genauso wie Alef, wie alle
- 0:58heute, also eine exzellente Runde.
- 1:00Andreas Herb, Unternehmer, auch gerade
- 1:02schon berichtet mit dem Bier und Fax,
- 1:04ein Faxgerät hat es angefangen. Sitzt
- 1:06jetzt bei "Die Höhle der Löwen" auch als
- 1:08Gastjuror Juror und hat da viel Spaß.
- 1:11Waren eben schon spannende
- 1:12Unterhaltungen. Und mein Name ist Nina
- 1:13Brockhaus, ich freue mich sehr, Ihre
- 1:15Gastgeberin zu sein. Sie merken
- 1:16übrigens, immer wenn ich sehr spannende
- 1:17Gäste habe, läuft die Anmoderation immer
- 1:19wahnsinnig schlecht, weil ich schon so
- 1:21in den Gesprächen versunken bin. Starten
- 1:22wir mit meiner These. Wir diskutieren
- 1:24über eine Bühne in Georgia, USA, statt
- 1:26über die leeren Hallen in Niedersachsen,
- 1:28NRW oder Bayern. Kurze Erinnerung: Am
- 1:31vergangenen Samstag hat Audi-Chef Gernot
- 1:33Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung
- 1:34von Donald Trump das erste Audi-Werk in
- 1:36den USA angekündigt. Rund 4 Milliarden
- 1:39Dollar und 4.500 Arbeitsplätze. Ich
- 1:41finde, die Debatte darüber ist mal
- 1:43wieder typisch deutsch. Wir politisieren
- 1:45und moralisieren die Bühne, aber reden
- 1:47nicht über wirtschaftliche Realitäten.
- 1:48Natürlich kann man darüber streiten, ob
- 1:50dieser Auftritt zusammen mit Trump sein
- 1:52muss oder musste. Darüber dürfen sich
- 1:54Kommentatoren gerne aufregen. Für mich
- 1:56ist es aber nur eine Randnotiz. Das Werk
- 1:58kommt so oder so. Ein Vorstandschef ist
- 2:01seinem Unternehmen, dem Konzern und
- 2:03dessen Aktionären verpflichtet. Er muss
- 2:05Gewinn machen und den Wert des
- 2:07Unternehmens steigern. Das ist sein Job.
- 2:09Und genau deshalb wird diese Investition
- 2:11gemacht und das sollte uns zu denken
- 2:13geben. Autos werden immer seltener in
- 2:15Europa gebaut und die Zulieferer gehen
- 2:17mit, die gehen mit kaputt. Die Werke
- 2:19entstehen in Niedriglohnländern oder wie
- 2:20jetzt sogar in einem Hochlohnland wie in
- 2:22USA. Das sagt viel darüber aus, wie
- 2:24attraktiv der Standort Europa noch ist.
- 2:26Ehrlich gesagt macht mich das traurig.
- 2:28Milliarden und tausend Jobs gehen nach
- 2:30Georgia. Gleichzeitig fallen bei uns
- 2:32Monat für Monat Arbeitsplätze in der
- 2:33Auto- und Zulieferindustrie weg. Darüber
- 2:35sollten wir reden. Mit Moral allein
- 2:38retten wir keinen einzigen Arbeitsplatz.
- 2:40Aber wir sollten darüber reden, warum
- 2:42diese Arbeitsplätze jetzt in den USA und
- 2:44nicht in Deutschland sind.
- 2:46Das ist meine These heute.
- 2:48[räuspern]
- 2:48Finde ich einen mega spannenden Ansatz,
- 2:50weil ich finde die gesamte
- 2:51Berichterstattung der letzten Tage
- 2:53wirklich ähm für mich als Unternehmer
- 2:56ein Desaster.
- 2:57Ähm
- 2:59Ich fange mal an mit der Tatsache, ob
- 3:00sein Vorstandschef davon wusste oder
- 3:02nicht, komplett irre- irrelevant, geht
- 3:05auch gar keinen was an. Gott sei Dank
- 3:07wusste Herr Blume ja davon. Ähm Daraus
- 3:10konnte man schon wieder ableiten, dass
- 3:11man eigentlich nur gehofft hat, dass
- 3:13Herr Blume nichts davon wusste und jetzt
- 3:15wieder ein Topmanager äh hingerichtet
- 3:18werden kann, dass er da was macht. Am
- 3:20Ende des Tages, wenn man es mal versucht
- 3:22auf den Nettostrich zu bringen, ist es
- 3:24doch einfach nur eine Folge des
- 3:25Verbrennerverbotes. Die wollen ja,
- 3:27glaube ich, ihr größtes SUV dort bauen
- 3:29mit einigen hundert PS.
- 3:32In der EU ist es nicht mehr gewünscht,
- 3:34in der EU ist es nicht mehr gewollt.
- 3:35Verbrennermotoren in anderen Ländern
- 3:37sind aber gewollt. Ähm Also folgt er dem
- 3:41Markt, er muss was tun. Und ist doch
- 3:43toll, wenn ein Wirtschaftführer sich mit
- 3:45einem Trump äh versteht. Vielleicht
- 3:48findet er Zugang, vielleicht findet er
- 3:49Gehör, vielleicht äh wirbt er für
- 3:53deutsche Interessen, für deutsche
- 3:54Mittelstandsinteressen oder auch
- 3:56Großkonzerninteressen wie VW.
- 3:58Ich finde es eine bizarre äh Situation,
- 4:00wie da jetzt gerade äh
- 4:03das ganze Thema
- 4:05ja, wie kann ich sagen, beschrieben
- 4:06wird.
- 4:07Es hat ja auch wieder was von
- 4:08Kontaktschuld, dass er sich mit Trump
- 4:10auf einer Bühne gezeigt hat, das geht
- 4:11nicht, das sind ja eigentlich die
- 4:12Kommentare aktuell.
- 4:13Könnte mir jetzt, machen wir jetzt nicht
- 4:14viele Freunde, aber ja, wenn sich keiner
- 4:17mehr mit einem Herrn Trump, mit einem
- 4:18Herrn Putin, mit einem chinesischen
- 4:19Präsident zeigt, mit wem reden wir dann
- 4:21irgendwann noch? Also, ich finde auf
- 4:23diplomatischer Ebene und ein CEO, der
- 4:25hat Diplomatie-Job, das ist Part des
- 4:27Jobs, der gehört dazu. Aber, wie Sie
- 4:30schon richtig gesagt haben, ich finde es
- 4:31komplett irrelevant. Audi investiert
- 4:33dort in ein Werk, um erfolgreiche
- 4:36Geschäfte zu machen, hoffentlich Gewinne
- 4:38an den Mutterkonzern abzuführen und den
- 4:40Mutterkonzern, der ja nun bekanntlich
- 4:42gerade alles andere als rosige Zeiten
- 4:44vor sich hat, zu stützen und zu fördern.
- 4:47Also, eigentlich kann man nur sagen,
- 4:49Lob, dass jemand ähm sich bewegt, in die
- 4:52Welt bewegt,
- 4:54etwas bewegt und auch investiert.
- 4:57Soll er dieses Werk in Deutschland
- 4:59bauen? Das brauchen wir nicht mehr.
- 5:00Also, nach meiner These.
- 5:04Ladies first.
- 5:05Also, ich glaube ähm zunächst einmal
- 5:08würde ich jetzt nicht nur eine reine
- 5:10Medien-Schelte betreiben. Es sind ja
- 5:12auch tatsächlich Unternehmer selbst
- 5:13gewesen. Es ist äh der BDI selbst
- 5:15gewesen, der sich dazu geäußert hat und
- 5:17da ähm auch sehr überzogene Kritik ähm
- 5:21und auch wirklich Häme hat äh
- 5:23diesbezüglich äh äh gezeigt.
- 5:27Man darf aber auch nicht vergessen, es
- 5:28war ein Wahlkampfauftritt, also es ist
- 5:30völlig klar, dass Konzernmanager und
- 5:32Chefs mit einem Trump sprechen müssen.
- 5:35Es ist völlig klar, dass auch mit Leuten
- 5:37wie Putin, mit Xi Jinping und all diesen
- 5:39Menschen gesprochen werden muss. Die
- 5:40Wirtschaft tut das auch, glaube ich,
- 5:42deutlich ähm realitätsnäher und auch
- 5:46realpolitischer als die Politik zum Teil
- 5:48und die Diplomatie zum Teil,
- 5:50aber es war ein Wahlkampfauftritt. Es
- 5:52war einer, wo er jetzt nicht unbedingt
- 5:54sein Image als Konzernboss
- 5:58dem wirklich nachgekommen ist, einen
- 6:00besonders guten Auftritt hatte, sondern
- 6:02er hat mehr oder weniger für Trump
- 6:04Werbung gemacht, aber
- 6:06was ich auch sehe, ist,
- 6:08er hat das gemacht, was ja alle machen.
- 6:10Alle Autokonzerne betreiben und
- 6:12produzieren in den USA. Nichts davon ist
- 6:14ja neu.
- 6:15Sondern
- 6:16Mercedes ist schon da, VW ist schon da,
- 6:19die sind alle schon da und jetzt ist
- 6:20auch Audi ganz schön spät auch wieder
- 6:22da. Insofern würde ich das auch als rein
- 6:24unternehmerische, betriebswirtschaftlich
- 6:26absolut richtige Entscheidung
- 6:28interpretieren, dass der Auftritt jetzt
- 6:31nicht einer war, wo man mit
- 6:34geschwollener Brust sagt, oh, das war
- 6:36jetzt aber ganz viel
- 6:38Stolz kann man da jetzt empfinden. Das
- 6:40mag so sein. Die Kritik daran ist völlig
- 6:42übertrieben. Seh ich auch so.
- 6:44Also, ich würde gerne unterscheiden
- 6:45zwischen der Investitionsentscheidung
- 6:47selber und dem Auftritt.
- 6:49Fand ich ein bisschen peinlich gerade,
- 6:51weil das auch eine
- 6:52Wahlkampfveranstaltung der Republikaner
- 6:54war. Es gibt ja hausinterne Richtlinien
- 6:56von Audi, was man in Wahlkampfzeiten
- 6:58machen soll und was nicht. Mich ganz
- 7:01persönlich hat das erinnert an den
- 7:02Friedenspreis von Gianni Infantino für
- 7:06für für Herrn Trump. Fand ich jetzt auch
- 7:08nicht als Fußballfan die allerbeste
- 7:09Nummer im Vorfeld der Weltmeisterschaft.
- 7:12Aber für die Entscheidung selber bin ich
- 7:14sehr nah bei Herrn Herb, auch bei Herrn
- 7:17Erdogan, denn wir produzieren in
- 7:19Deutschland Autos für den Weltmarkt.
- 7:21Also, wenn wir sagen, wir verkaufen
- 7:22unsere Autos nur in Deutschland, dann
- 7:24hätten wir keine Überlebenschance. Und
- 7:26gerade die fetten SUVs von Audi, Q7, Q9,
- 7:30was es da alles gibt, mehrere hundert PS
- 7:33stark, sind ja bei uns politisch nicht
- 7:35korrekt, aber in den USA werden die
- 7:39sehr häufig und sehr gerne gekauft. Und
- 7:42wir nehmen uns selber aus dem Spiel.
- 7:44Also, die werden ja jetzt zunächst mal
- 7:45in Bratislava noch produziert, aber wir
- 7:47haben ja auch das Werk bei uns in
- 7:48Deutschland in Neckarsulm. Was wird
- 7:50jetzt mit den Arbeitsplätzen? Und wir
- 7:52nehmen uns selber aus dem Spiel. Aus
- 7:55allen Unterlagen, die wir haben, geht
- 7:57hervor, in in zehn Jahren, wenn das
- 7:59Verbrenner auskommen soll, was jetzt
- 8:01wohl modifiziert wird, wird die Welt 100
- 8:05Millionen neue Autos bauen und zulassen
- 8:10in der ganzen Welt. Davon werden die
- 8:12Hälfte E-Autos sein und die Hälfte
- 8:15werden Verbrenner sein. Wenn wir keine
- 8:18Verbrenner mehr herstellen, nehmen wir
- 8:20uns aus dem Markt für die Hälfte des
- 8:22Weltmarktes. Jetzt sagen natürlich ganz
- 8:25schlaue, ja, dann müsst ihr
- 8:26eben bessere E-Autos oder preiswertere
- 8:28E-Autos bauen. Richtig, aber trotzdem
- 8:31fehlt dann die Hälfte des
- 8:33Gesamtweltmarktes.
- 8:35Das kann man so entscheiden, aber dann
- 8:36muss man der Bevölkerung auch sagen, was
- 8:39das in Konsequenz bedeutet, nämlich
- 8:41Verlust an Wohlstand.
- 8:42Aber man muss ja auch noch eine eine
- 8:43Sache noch sagen. Die E-Autos, ähm, das
- 8:45ist ja immer so ein bisschen, das
- 8:46wundert mich schon seit zehn Jahren oder
- 8:48noch länger, seit ich Journalist bin,
- 8:49weil die werden ja immer
- 8:50glorifizierte, tolle für die Umwelt
- 8:52dargestellt. Auch beim E-Auto gibt es
- 8:53durchaus Sachen, wo man sagen kann, ist
- 8:55jetzt auch nicht völlig astrein für die
- 8:56Umwelt. Was ich mich ganz doll frage,
- 8:58ist bei dieser Debatte, das war ja so
- 9:00ein bisschen auch der Kern meiner These
- 9:01heute.
- 9:03Stürzen wir uns vielleicht auch in diese
- 9:04Scheindebatten, um abzulenken davon? Ich
- 9:07meine, es gehen ja jetzt Arbeitsplätze
- 9:09nicht in ein Niedriglohnland, sondern in
- 9:10ein anderes Hochlohnland. Und wir
- 9:12debattieren über den Audi-Chef und zwar
- 9:14rauf und runter. Alles ist voll. Warum
- 9:15tun wir das?
- 9:16Also, was die Personalkosten angeht, pro
- 9:18Auto ist sind die USA verglichen mit
- 9:20Deutschland ein Niedriglohnland. Also,
- 9:22das ist ein gigantischer Unterschied zum
- 9:24Hochlohnland.
- 9:25Ähm, ich glaube, dass wir hier wieder
- 9:27eine Schattendebatte führen, weil uns
- 9:29die eigentliche Debatte
- 9:31zu komplex ist und zu schmerzhaft, weil
- 9:34da Dinge angesprochen werden müssten,
- 9:35die auch sich nicht so
- 9:38medial schön verbreiten ließen, wie die
- 9:40ewige Kritik an Trump. Und wir
- 9:43beobachten hier an dieser Stelle etwas,
- 9:45was es mit Trump immer wieder gibt.
- 9:47Immer wieder, wenn jemand aus Seiten
- 9:51Europas, des Westens
- 9:54versucht über andere Wege
- 9:56mit Trump eine Basis herzustellen. Wir
- 9:59erinnern uns an den NATO-Chef und seine
- 10:00Nachrichten an Trump, die danach ja auch
- 10:02total
- 10:03durch alle Medien ging und wo auch
- 10:05gesagt wurde, wie peinlich ist das denn,
- 10:07dass er ihn Daddy nennt und so. Ist auch
- 10:09alles gewissermaßen peinlich, aber es
- 10:13sind Versuche
- 10:15mit dieser Person umzugehen. Es ist
- 10:17Versuche mit dem, was man vorfindet, ob
- 10:20nun wirtschaftlich oder politisch zu
- 10:22arbeiten. Und dieser Mann ist ja nun
- 10:25nicht erst seit zwei Wochen im Weißen
- 10:27Haus, sondern ist schon in seiner
- 10:28zweiten Amtszeit sehr weit
- 10:30fortgeschritten. So langsam könnten wir
- 10:33diese Hysterie auch einfach mal
- 10:35loslassen und verstehen, dieser Mann ist
- 10:37jetzt da, mit dem muss man arbeiten. Das
- 10:39war offenbar die Entscheidung des
- 10:41Audi-CEOs, diesen Weg mit ihm zu gehen.
- 10:44Das ist auch gar nicht unser Job, oder?
- 10:45Also, die Amerikaner haben den Mann
- 10:47gewählt.
- 10:48Das steht uns gar nicht zu.
- 10:50Punkt. Und dieser Mann, den kann
- 10:52[räuspern] man ja innerlich, nee, steht
- 10:53uns überhaupt nicht zu, meiner Meinung
- 10:54nach. Das sind
- 10:56Ich möchte auch nicht, dass die
- 10:56Amerikaner uns
- 10:58sagen, welchen Kanzler wir hier wählen.
- 11:00Aber
- 11:00Also, das machen die Amerikaner, das
- 11:02macht Trump selbst.
- 11:03keinen Deutschen und auch mich nicht.
- 11:05Aber viel wichtiger ist, innerlich kann
- 11:06man ja den Trump an vielen Punkten
- 11:08hinterfragen. Er hat z.B. gesagt, dass
- 11:11die Audi-Investition die größte
- 11:12Investition ever in ein Werk in Amerika
- 11:15ist.
- 11:16Innerlich habe ich das nicht
- 11:17verifiziert. Ich glaube das ehrlich
- 11:19gesagt nicht, dass nicht Werke,
- 11:21Unternehmen wie Ford oder General Motors
- 11:22schon mal 4 Milliarden investiert haben,
- 11:24aber er sagt es. Was hat er dadurch
- 11:26erreicht? Eine unvorstellbare
- 11:28Popularität für Audi in der
- 11:31amerikanischen, ja, oftmals auch nicht
- 11:33super intellektuell
- 11:35verbreiteten Gemeinheit dort, wenn Sie
- 11:38mal nach Milwaukee gehen oder nach
- 11:39Chicago. Also, er hat eine super Werbung
- 11:42gemacht, er hat es genutzt und er hat
- 11:44das Vehikel einfach benutzt. Er macht
- 11:46das, was sein Job ist. Und ich Herr
- 11:48Bosbach, das ist Ihr Gefilde, da bin ich
- 11:49nicht zu Hause, ob es in irgendwelchen
- 11:51politischen Statuten steht, dass man in
- 11:54einem Wahlkampf, ich mich nicht nicht
- 11:56mit einem Herrn Merz zeigen würde.
- 11:59Ehrlich gesagt, in den CDU-Satzungen
- 12:00steht das nicht. Ich würde mich auch mit
- 12:02Herrn Merz zeigen, wenn es für uns
- 12:04angebracht erscheint und wir themenmäßig
- 12:07uns dort wiederfinden.
- 12:09Punkt.
- 12:10Ja, das waren die Audi konzerninternen
- 12:12Richtlinien. Stellt sich die Frage, gilt
- 12:13das auch für den Chef, ja oder nein?
- 12:15Jetzt sind ja auch einige unterwegs, die
- 12:17sagen, Trump kandidiert ja überhaupt
- 12:19nicht. Stimmt, aber es war ja ein
- 12:20Wahlkampfauftritt seiner Partei der
- 12:23Republikaner. Aber Ihre Frage war,
- 12:25führen wir die falschen Debatten? Na,
- 12:27natürlich tun wir das. Wir regen uns
- 12:28doch gar nicht mehr auf. Wir nehmen das
- 12:30so hin, dass wir 15.000
- 12:31Industriearbeitsplätze im Monat
- 12:33verlieren. Wir überlegen doch gar nicht,
- 12:35was bedeutet das für den Standort
- 12:38Deutschland, für wirtschaftliche
- 12:39Prosperität? Wenn wir sehen, hier geht
- 12:41etwas bergab, dann führen wir die andere
- 12:44Debatte nicht, wie geht's wieder
- 12:45bergauf, sondern kommen wir zur
- 12:46Umverteilung. Wir brauchen höhere
- 12:49Erbschaftssteuer, Wiedereinführung
- 12:50Vermögenssteuer, dann kommt das gesamte
- 12:52Programm. Das sagt mir persönlich, in
- 12:55Deutschland soll der Wohlstand nicht
- 12:57mehr auf Fleiß basiert werden, sondern
- 12:59auch Umverteilung. Hat noch nie in der
- 13:01Welt funktioniert, aber wir können es ja
- 13:02mal probieren.
- 13:04Das ist ein schönes Schlusswort zu
- 13:05meiner These. Das gehört jetzt Ihnen und
- 13:07jetzt kommen wir zur These von Andreas
- 13:09Herp. Ich bin sehr gespannt. Vor der
- 13:11Sendung haben wir schon über Lars
- 13:12Klingbeil gesprochen. Jetzt freue ich
- 13:14mich
- 13:15auf Ihre These oder Abrechnung. Ich bin
- 13:17mal gespannt, was wird zu Friedrich
- 13:19Merz.
- 13:20Ähm, also, ich muss erstmal
- 13:21vorausschicken, ich hoffe, Herr Bosbach
- 13:22hat keinen Bluthochdruck. Herr ihn
- 13:24schätze ich sehr. Ich habe
- 13:26bei diesen Wahlen äh
- 13:28CDU gewählt und für mich ist das die
- 13:32herbste Enttäuschung meines Lebens, ähm,
- 13:36denn ich hätte eigentlich gedacht, dass
- 13:37wir mit dieser Kanzlersituation
- 13:40eine Personality haben, die jetzt die
- 13:43Lebensarbeitszeit in sich, die Karriere
- 13:45in sich abgeschlossen hat, Erfahrung
- 13:47mitbringt und somit jetzt
- 13:50mal versucht, einige Fehlentwicklungen,
- 13:51wie die gerade eben diskutierte
- 13:53Verbrennerverbot, wird aufgehoben, wird
- 13:55nicht aufgehoben. Ich bin der Meinung,
- 13:56sofort aufheben diesen Quatsch. Lass uns
- 13:58den Markt entscheiden lassen, lass uns
- 14:00attraktive Formen anbieten
- 14:04und ähm, dass wir uns weiter die
- 14:05Wirtschaft
- 14:07am Leben halten. In dem Zusammenhang
- 14:09meiner Enttäuschung setzt sich das
- 14:11gerade fort. Äh, Sie haben es erwähnt,
- 14:13ich habe gerade auch einen Brief an
- 14:15Herrn Klingbeil geschrieben, einfach nur
- 14:18von der Seele geschrieben, weil ich es
- 14:20absurd finde,
- 14:22dass meine 33 Jahre Unternehmertum jetzt
- 14:25und verschärft seit der neuen
- 14:27Bundesregierung sich nur noch mit PVG
- 14:30Verordnung, mit Bürokratiezuwachs,
- 14:34mit Zuckersteuern und ich habe gar
- 14:37nichts gegen die gesundheitliche
- 14:38Thematik, die wir da führen müssen bei
- 14:40Zucker, aber die administrative
- 14:42Belastung, die hinter so einem Thema
- 14:44hängt, durchblickt gar keiner. Also, es
- 14:46wird 25 % Bürokratieabbau versprochen,
- 14:50real in der Wirtschaft kommt
- 14:51Bürokratiezuwachs
- 14:53an.
- 14:54Wenn man das mal in Linie bringt mit,
- 14:56dass seit 2008 glaube ich alleine 1
- 14:58Million
- 15:00neue Bedienstete im öffentlichen Dienst
- 15:02sind. Ja, davon sind auch einige Lehrer.
- 15:04Ja, davon sind auch einige
- 15:06Feuerwehrleute. Gut so.
- 15:08Aber auch jede Menge mir bekannte im
- 15:11Homeoffice Kalarradiada arbeitende
- 15:13Bundesministerialbeamte,
- 15:16was mir ein Rätsel ist, wie das sein
- 15:18kann, dass die ein Homeoffice auf
- 15:19Mallorca haben.
- 15:20[seufzt]
- 15:21Also, Bürokratieabbau
- 15:23und eine ja schon gerade eben in dem
- 15:26ganzen mitschwingende
- 15:27Denationalisierung.
- 15:28Wir haben sie in unserer Branche auch
- 15:30noch mit einer aus der EU kommenden
- 15:32BPA-Diskussion,
- 15:34dass Dosen, die 70 Jahre lang
- 15:37innen gecoated waren mit einem Stoff,
- 15:40jetzt in der EU verboten werden. Eine
- 15:42riesen Umstellung. Die gesamte Welt,
- 15:44selbst UK, keiner verbietet es. Nicht
- 15:47China, nicht Indien, nicht USA.
- 15:50Das ist so unser Verbrennerverbot-Thema
- 15:52und viele andere. PWR, weiß ich
- 15:54überhaupt nicht, wie ich das umsetzen
- 15:55soll bei uns.
- 15:56Also, Themen und Themen,
- 15:58Bürokratieaufbau, die uns hindern,
- 16:00unseren Job zu machen, Produkte zu
- 16:02produzieren, Produkte in die Welt zu
- 16:04bringen. Und in dem Fall, ich komme noch
- 16:05mal zurück auf die Dose, um das deutlich
- 16:07zu machen,
- 16:09die USA möchte diese Dose. Ich kann sie
- 16:11jetzt in der EU noch nicht mal mehr
- 16:12kriegen. Also, werde ich meinen
- 16:14Energy-Drink jetzt, wie Monsieur Audi,
- 16:17in den USA produzieren. Und das als
- 16:19liberaler Patriot, der eigentlich sagt,
- 16:22ich möchte alles nach Deutschland
- 16:23zurückholen. Wir haben Millionen Euro
- 16:25Produktion aus China zurückgeholt nach
- 16:28Deutschland.
- 16:29Das möchte ich eigentlich beibehalten,
- 16:31aber wir werden jetzt auch getrieben von
- 16:33der Politik
- 16:35und von Scheindiskussionen
- 16:37abgelenkt,
- 16:39getrieben, im Ausland zu produzieren.
- 16:40Ich finde das fatal.
- 16:42Full Stop.
- 16:44Und das war auch mein Brief an den
- 16:45Klingbeil.
- 16:46Denn noch ein Versprechen, Herr Bosbach,
- 16:50Ihre Partei war es vorneweg und Sie
- 16:52damit keine Steuererhöhung, wird ja
- 16:54soweit eingehalten. Ich fordere übrigens
- 16:56auch keine Steuersenkung für
- 16:57Unternehmen. Ich komme damit gut klar,
- 16:59aber was ist denn diese lange Liste
- 17:02dieser indirekten, versteckten,
- 17:04verklausulierten Steuern? Plastiksteuer,
- 17:07Zuckersteuer, Alkoholsteuer.
- 17:10Wenn wir sie anpacken, würde ich sogar
- 17:12sagen, dann erhöhen wir die
- 17:14Alkoholsteuer. Ich bin dabei, aber dann
- 17:16harmonisieren wir sie auch, denn mir
- 17:18müsste man jemand erklären, warum ein
- 17:20Prosecco mit 6 g Kohlensäure Steuer hat
- 17:24und jemand mit 3 g Kohlensäure
- 17:27Hier muss man natürlich erwähnen, dass
- 17:28sie auch aus der Branche sind.
- 17:29Das ist praktisch nur für jeden dritten.
- 17:31Genau, ja.
- 17:31War also ganz simpel, warum kostet ein
- 17:35Apfelwein keine Steuer
- 17:37und ein Bier mit gleichem Alkoholgehalt
- 17:38Steuer, Alkoholgehalt Steuer und eine
- 17:41Spirituose mit gleichem Alkoholgehalt
- 17:43das 60-fache an Steuer.
- 17:45Das ist Nonsens. Und was produziert das?
- 17:48Und ich betone hier hunderte Millionen
- 17:50Euro Prüfungskosten durch Zoll, arme
- 17:52Zollbeamte, die viel Wichtigeres
- 17:54erledigen könnten.
- 17:56Und es wird abgelenkt
- 17:58von mit den [räuspern] indirekten
- 17:59Steuern von der Thematik Steuererhöhung.
- 18:01Und wer zahlt denn die indirekte Steuer
- 18:03in Wirklichkeit? Das ist ja nicht der
- 18:05Herr und MBG. Das ist der Konsumer. Der
- 18:07wird nächstes Jahr all diese Steuern,
- 18:10sofern sie kommen, in seinem Geldbeutel
- 18:12merken.
- 18:14Und das Jetzt muss ich wieder meinen
- 18:15Namen benutzen, Herr
- 18:17Das ist nicht gut. Das muss weg.
- 18:19Jetzt habe ich es erst verstanden mit
- 18:20dem Herrn. Okay.
- 18:22[gelächter]
- 18:23Benutze ich ja mal nicht so oft, aber
- 18:24Ja, ist gut, ist gut. Jetzt muss ich,
- 18:26ich wollte eigentlich ehrlich gesagt
- 18:27antworten, aber Herr Bosbach, Sie wurden
- 18:29jetzt so oft angesprochen schon von
- 18:31Herrn Herrn, da müssen jetzt Sie
- 18:32natürlich Sie auf seine These reagieren.
- 18:34Nein, ich kann das gut verstehen, zumal
- 18:36sie nun wirklich nicht der Erste sind,
- 18:38der mit einer Klage oder mit dieser
- 18:40Klage an mich herantritt. Ich habe da
- 18:42auch Verständnis für, jedenfalls in
- 18:45weiten Teilen, aber der Glaube
- 18:47obersticht unter. Er ist Kanzler, er
- 18:49kann das alles alleine entscheiden, auch
- 18:51weil die Union der größere Teil in der
- 18:53Koalition ist. Nein, kann er nicht. Das
- 18:56ist wie eine Brücke, ob die jetzt zu 90
- 18:58% fertig ist oder zu 100 % in beiden
- 19:00Varianten nicht nutzbar, weil das
- 19:02Schlussstück fehlt. Sie brauchen immer
- 19:04zu allem auch die Zustimmung des
- 19:06Koalitionspartners. Ich möchte aber auch
- 19:08hier gerne zwei Teile trennen.
- 19:10Warum sich
- 19:12warum man in eine solche Koalition?
- 19:14Das wäre der die Alternative.
- 19:16Wollen wir mit Extremisten keine
- 19:17gemeinsame Sache machen, weder von.
- 19:20ist sind die Werte der CDU noch
- 19:22schlechter und die der AFD noch besser.
- 19:24Ähm.
- 19:26Wenn Sie so agieren, wie Sie gerade
- 19:27agieren, wird das wahrscheinlich leider
- 19:29so kommen.
- 19:30ja immer, wenn man was fordert,
- 19:31überlegen, was ist die Alternative?
- 19:33Die Alternative müsste doch mal sein im
- 19:35Unternehmen und ich ich halte mir das
- 19:37einfach frei, unternehmerisch zu
- 19:38sprechen. Eine Klingbeil. Dass Herr Merz
- 19:41den nicht liebt. Und dass er da jemand
- 19:43Ungeliebtes äh.
- 19:45Sagen wir mal, sich verlobt hat. Das
- 19:46ergibt sich aus der Sache, glaube ich.
- 19:48Aber da ist jetzt auch noch jemand, den
- 19:50man ungeliebt in einer Position, der
- 19:51nichts kann, der in der freien
- 19:53Wirtschaft, ich glaube ja, wenn ich
- 19:55richtig recherchiert habe, sein höchstes
- 19:57Amt war mal Büroleiter bei Gerhard
- 19:59Schröder in Hannover, ansonsten hat er
- 20:01noch nichts in seinem Leben
- 20:02wirtschaftlich geleistet. Dazu passt ja
- 20:04gerade auch wieder die Tabaksteuer, die
- 20:06er da abgeliefert hat. Das ist eine
- 20:07Schande für unser Land. Meine 58
- 20:10Importeure in der Welt lachen über uns,
- 20:12dass uns solche Sachen hier passieren.
- 20:14Jetzt mal ganz ehrlich, jeder würde
- 20:15entsorgt.
- 20:16Aber aber Herr, brechen wir jetzt
- 20:17einmal.
- 20:18Herr Merz, Sie haben die Frage nicht.
- 20:19Was ist die Frage runter? Was ist die
- 20:21Alternative? Würden Sie jetzt sagen,
- 20:23würden Sie auch mit der AFD koalieren?
- 20:25Ich würde nicht mit denen koalieren,
- 20:26aber ich sage klipp und klar, ich würde
- 20:28versuchen, Dinge vorzuschlagen im
- 20:29Bundestag, die Mehrheiten produzieren.
- 20:31Und wissen Sie was? Auch wenn ich kein
- 20:33Rotwähler war. Und mal gelb gewählt habe
- 20:36in meinem Leben, die leider nicht mehr
- 20:37dabei sind. Ich glaube einfach daran,
- 20:39dass.
- 20:40Ich glaube daran, dass im Bundestag auch
- 20:41Rote und Grüne sitzen, die ihren Job
- 20:44wahrnehmen und wenn da ein
- 20:45Gesetzesvorhaben vorgeschlagen wird.
- 20:49Dieser Fraktionszwang nicht immer, da
- 20:50sind Sie Fachmann. Vielleicht dass da
- 20:52Leute sagen, mache ich nicht mit. Ist
- 20:54ein sinnvolles Gesetz und da könnte man
- 20:55eine ganz lange Brigade an Themen gerade
- 20:58einleiten. Glaube ich. Vielleicht ist
- 21:01das der Stil des Unternehmertums. Wo man
- 21:03sagt, wir gehen jetzt mal durch, 100
- 21:05Punkte Plan setzen wir durch und jetzt,
- 21:07welcher der Bundestagsabgeordneten macht
- 21:09in einer öffentlichen Abstimmung mit
- 21:11oder nicht mit?
- 21:12Holen wir da doch einmal, holen wir da
- 21:14einmal alle rein.
- 21:15AFD und wenn es AFD Stimmen bringt, die
- 21:17dabei sind, dann ist das so, so what?
- 21:19Holen wir einmal alle rein mit dem Blick
- 21:21auch in Berlin. Wenn man sich das so
- 21:22anhört, denkt man ja, es ist eigentlich
- 21:24ganz einfach. Merz ist einfach nur ein
- 21:25Versager, man muss das und das machen.
- 21:27Warum gelingt das nicht?
- 21:28Weil es eben so, äh, in der Theorie
- 21:30klingt es gut. Äh, dann gibt es eine
- 21:32Minderheitsregierung und dann wird je
- 21:33nach Thema geguckt, äh, wer stimmt damit
- 21:35ab und wer nicht. Das bringt ähm aber
- 21:37unterschiedliche Probleme. Zum einen
- 21:39haben wir dann in der Geschwindigkeit
- 21:41und in der Sicherheit, ob Dinge kommen
- 21:44oder nicht, sind wir in einem ganz in
- 21:46einem ganz anderen Szenario als jetzt.
- 21:47Alles ist noch unsicherer, alles ist
- 21:49noch langsamer, alles ist noch fragiler.
- 21:52Deutschland ist, ähm, ich weiß, äh,
- 21:55dieses Land ist Weltmeister darin, sich
- 21:57selbst klein zu reden und zu jammern und
- 21:58zu klagen. Trotzdem ist Deutschland äh
- 22:01die drittgrößte Wirtschaftsnation der
- 22:03Welt und hat international ein Renommee
- 22:07und eine Position.
- 22:08% der Weltwirtschaftsleistung. Ja, aber
- 22:10man kann außenpolitisch nicht so einfach
- 22:13ähm in Verhandlungen gehen, in Gespräche
- 22:16gehen ohne und ohne, wenn man jedesmal
- 22:17sagen muss, ich weiß aber übrigens
- 22:19nicht, wie wir unsere, wie unsere
- 22:20Position jetzt wirklich dazu ist. Ich
- 22:22muss mir dafür meinen äh Bundestag,
- 22:23meine Mehrheiten beschaffen.
- 22:25das dann nicht verfangen kann.
- 22:26ist in dem Zusammenhang und ich sehe die
- 22:29Probleme total, aber sie ist das
- 22:31geringere Übel. Eine
- 22:32Minderheitsregierung würde in einem so
- 22:35großen, am Ende des Tages immer noch so
- 22:37großen, so komplizierten und
- 22:38internationalen, so wichtigen ähm äh
- 22:41Land wie Deutschland alles noch
- 22:43komplizierter, noch langsamer machen.
- 22:45muss Ihnen sagen, wenn bei uns im
- 22:46Unternehmen im Management Meeting, wenn
- 22:48ich da Leute identifiziere, die dieses
- 22:49Wort Komplexität erhöht benutzen, die
- 22:52werden von mir gleich zum Kaffeegespräch
- 22:54eingeladen, weil der Komplexität
- 22:56erhöhend und Komplexitäten sieht, der
- 22:58sieht seinen Job nicht.
- 22:59Ich erwarte, dass man sich in seinen Job
- 23:01einliest. Sie haben gerade was Schönes
- 23:02gesagt im Außenhandelsbereich oder
- 23:05international. Nehmen wir mal die UN.
- 23:07Wie würde ein Trump damit umgehen? Wenn
- 23:09ich richtig gelesen habe, haben wir
- 23:10einen Pflichtbeitrag von 500 Millionen
- 23:12Euro im Jahr.
- 23:13Wir zahlen 5,5 Milliarden. Warum? Ein
- 23:17Politiker hat mir darauf geantwortet:
- 23:19Ja, das ist wichtig, damit wir diese
- 23:21Anerkennung in der UN finden, dass wir
- 23:23da Gehör finden, dass dort Liebe
- 23:26braucht. Ach, deswegen hat man uns aus
- 23:28dem Sicherheitsrat rausgewählt. Meine
- 23:30Entscheidung wäre 5 Milliarden Euro
- 23:32Einsparung UN.
- 23:33Herr, warum gehen Sie denn nicht in die
- 23:35Politik? Also, man hat ja das Gefühl,
- 23:36Sie haben auf alles eine Antwort. Da
- 23:38muss man auch sagen, da müssen Sie doch
- 23:39jetzt sofort in eine Partei
- 23:41ja glücklich. Ich bin ja glücklich.
- 23:42kandidieren.
- 23:42Ich bin ja wieder Herr Postbank im
- 23:43Rheinischen Frohnaturchen.
- 23:46Ich bin ja glücklich in meinem Job. Ich
- 23:47will ja bewerben mich auch nicht da,
- 23:49aber ich habe Herrn Lindemann aus
- 23:51Paderborn mehrfach angeboten in letzter
- 23:53Zeit, dass ich mich bei Fachthemen, also
- 23:56Gesundheitspolitik, Andreas Jab, keine
- 23:58Ahnung. Und deswegen halte ich auch den
- 24:00Mund darüber. Aber es gibt ein paar
- 24:01Themen,
- 24:03da können Sie mich gerne einladen und da
- 24:04hätte ich sogar auch Vorschläge
- 24:05einzubringen. Und wie ist das im Leben?
- 24:08Wenn man im Unternehmen das Problem hat,
- 24:11dass die Umsätze zusammenbrechen, dann
- 24:13sucht man nach diesem einen Kunden,
- 24:15diese eierlegende Wollmilchsau. Die gibt
- 24:17es nicht.
- 24:18Und dann muss man 10.000 kleine Mosaike
- 24:21finden und die schnell zusammenkleben,
- 24:24damit die Bude wieder läuft. So geht's
- 24:25allen CEOs und allen Unternehmern. Und
- 24:28so ist es da aus meiner Sicht genauso.
- 24:30Dass das ein Flickenteppich an Themen
- 24:32ist.
- 24:34Und dass wir
- 24:36eine Gemengelage haben, Staatsquote 50
- 24:39%. Wenn wir die Deutsche Bahn mit
- 24:41reinrechnen, 60 %. Noch ein bisschen
- 24:43weiter sind wir bei dem Wert von der
- 24:44Sowjetunion, die waren bei 85 % und dann
- 24:47war Ende.
- 24:49Ich würde jetzt noch mal, ich versuche
- 24:50nur mich da auf der Sachebene
- 24:52einzulesen. Mich interessiert es auch
- 24:54einfach als Bürger und das möchte ich
- 24:56jetzt noch als Patriot zu sagen.
- 24:58Ich liebe Deutschland, ich habe
- 25:00Deutschland irre viel zu verdanken, ich
- 25:02habe hier eine tolle Schule gehabt, ich
- 25:04habe hier mein Unternehmen aufbauen
- 25:05dürfen, ich habe auch gerne mal Steuern
- 25:06bezahlt. Alle, ich fordere keine
- 25:09Steuersenkung.
- 25:11Und ich mache mir Sorgen.
- 25:12Ihr Schlusswort.
- 25:13Also, ja.
- 25:14Wollen Sie noch was entgegnen? Dann sind
- 25:15Sie aber dran mit der Redezeit.
- 25:19Redezeitpause. Los geht's, ja.
- 25:22Also,
- 25:23das ist eine charmante Überlegung, aber
- 25:25leider praxisfern, denn in jeder
- 25:27Koalitionsvereinbarung steht auch, dass
- 25:29es nicht wechselnde Mehrheiten geben
- 25:31kann. Das würde dann die SPD links auch
- 25:33für sich ausnutzen. Wenn andere Parteien
- 25:36zustimmen, die AFD hat auch bei bei bei
- 25:39Rot-Grün zugestimmt, bei der Ampel deren
- 25:42Gesetze einige Male, dann haben die die
- 25:44Gesetze auch nicht von der Tagesordnung
- 25:46bekommen. Die Frage ist immer nur,
- 25:48mit wem bekomme ich eine Mehrheit? Und
- 25:50da ist
- 25:51Die einigermaßen stabil.
- 25:52es immer schon so, dass die Koalition
- 25:55keine wechselnden Mehrheiten zugelassen
- 25:57hat. Zweiter Punkt, wenn muss man
- 26:00konsequent sein, das wäre nur
- 26:01Minderheitsregierung.
- 26:03Ich glaube nicht, dass diejenigen, die
- 26:07uns eine Mehrheit jetzt mal aus Sicht
- 26:08der Union gesprochen geben könnten,
- 26:10sagen, euch fehlen Stimmen, wir helfen
- 26:12euch. Die würden sofort sagen, dann
- 26:14haben wir aber auch eigene Wünsche an
- 26:16euch. Und dabei auf die AFD zu setzen
- 26:19ist ein Abenteuer, denn diese Koalition,
- 26:23das ist jetzt mal meine Einschätzung,
- 26:25wird im Kern zusammengehalten aus der
- 26:27Befürchtung von Neuwahlen oder dem
- 26:29befürchteten Ergebnis von Neuwahlen.
- 26:32Glaubt doch bitte keiner, dass die AFD
- 26:35sagen würde, das hatten wir für richtig,
- 26:36da stimmen wir mit. Wir, Friedrich,
- 26:39besorgen dir eine Mehrheit. Die würden
- 26:41den Laden in die Luft sprengen mit dem
- 26:42Ziel Neuwahlen, weil sie dann auf jeden
- 26:45Fall besser abschneiden würden als
- 26:48zurzeit. Muss mutmaßlich könnten sie
- 26:50sogar die stärkste Fraktion im deutschen
- 26:53Bundestag werden. Du hältst es auch aus
- 26:55internationalen Gesichtspunkten nicht
- 26:57durch zweieinhalb Jahre aus einer
- 27:00Minderheitsposition.
- 27:01Gegensatz zu Gegensatz fragen. Und wenn
- 27:03das jetzt noch zwei Jahre weitergeht.
- 27:05zu den Thesen.
- 27:07Aber wir müssen jetzt zu den Thesen.
- 27:11Ich habe heute leider meine
- 27:12Schiedsrichterkarten vergessen. Herr
- 27:13Herp [gelächter] hätte schon zweimal die
- 27:14gelbe Karte bekommen. Nee, nur einmal,
- 27:15weil ich
- 27:17Nein, ich will sie ja weiter im Spiel
- 27:18haben.
- 27:18Kommen wir jetzt doch, doch, doch. Aber
- 27:20jetzt gehen wir einmal zur These von
- 27:21Herrn Bosbach weiter.
- 27:22Ja, im Moment regt sich ja alles über
- 27:24die Linkspartei und deren Pläne in
- 27:25Berlin auf. Ich kann mich über die
- 27:27Linkspartei nicht aufregen, weil alles
- 27:29das, was sie jetzt sagt und durchsetzt,
- 27:32hat sie ja auch im Wahlkampf
- 27:34versprochen. Ist ja keine Überraschung
- 27:36dabei. Das ist der Versuch, den
- 27:38Sozialismus zu reanimieren.
- 27:41Wenn in der Welt der 78. Versuch
- 27:43kläglich gescheitert ist, dann sagen die
- 27:45sich hier in Berlin, dann versuchen wir
- 27:47es eben noch mal. Jetzt kennen wir alle
- 27:49Fehler, jetzt wissen wir wie es ja, wie
- 27:51es geht. Aufregen tue ich mich über die,
- 27:54die die Linke mit ihrem Harakirikurs
- 27:56überhaupt erst auf den Thron setzen. Nur
- 27:59ein Beispiel nennen. Der SPD
- 28:00Spitzenkandidat Krach hat im Wahlkampf
- 28:03ausdrücklich
- 28:05Enteignungen ausgeschlossen für seine
- 28:07Partei, die ja auf Bundesebene hier
- 28:09einem Investitionsschutzgesetz.
- 28:12Klammer auf, angeblich Klammer zu,
- 28:13mitarbeitet und sagt dann auch noch. Ja,
- 28:17man hätte leider in der Königsdisziplin.
- 28:20Kompromiss sich mit der Linken einigen
- 28:22müssen. Und da verwechselt der glasklar
- 28:25Kompromiss mit Kapitulation. Das ist was
- 28:28anderes. Kompromiss heißt, beide Seiten
- 28:30nähern sich an und treffen sich irgendwo
- 28:32ungefähr in der Mitte. Aber wenn die SPD
- 28:35in diesem Maße einknickt beim Thema
- 28:37Enteignungen.
- 28:39Anstatt glasklar zu sagen, nehmt doch
- 28:41lieber das Geld und baut neue Wohnungen.
- 28:44Da haben die in Berliner Mieterinnen und
- 28:46Mieter wirklich was von und nicht von
- 28:48Vergesellschaftung, dann gilt meine
- 28:50größere Kritik der SPD als den Linken.
- 28:53Aber also erstens mal, das haben die ja
- 28:55auf jeden Fall gesagt. Also da hat es ja
- 28:57definitiv in den Sondierungsgespräche
- 28:59genau Gespräche darüber gegeben. Niemand
- 29:01außer den Linken hält
- 29:04Enteignungen für die richtige Art und
- 29:06Weise, um mit diesem vorhandenen
- 29:09faktischen Problem des
- 29:11des des Mietmarkts umzugehen. Und
- 29:14trotzdem gerade von Ihnen, Herr Bosbach,
- 29:16Sie sind Demokrat,
- 29:18bin ich dann doch überrascht, wenn Sie
- 29:19sagen mit diesem Harakiri Wahlkampf. Ich
- 29:22finde, es ist doch jetzt die Aufgabe der
- 29:25anderen Parteien in den Spiegel zu
- 29:27gucken und zu sich zu fragen, wieso
- 29:29haben die eigentlich gewonnen und wir
- 29:31nicht? Das lag nicht nur an Kai Wegner,
- 29:33der Tennis spielen geht, während
- 29:36sich Haushalte keinen Strom haben. Das
- 29:38ist irgendwie eine nette Posse. Aber de
- 29:40facto hat die Linke als einzige Partei
- 29:43in Berlin einen echten inhaltlichen
- 29:46Wahlkampf geführt
- 29:47Ich rege mich schon nicht auf über die
- 29:49inhaltliches Problem und hat damit zu
- 29:51Recht, wenn wir das mal vergleichen mit
- 29:53dem anderen Spitzenpersonal und auf
- 29:55Spitzenpersonal kommen wir gleich noch,
- 29:57völlig zu Recht gewonnen, weil die ein
- 29:59Problem bearbeitet haben, das alle
- 30:01anderen ignoriert haben und und das
- 30:05total abzusehen, dass es genauso enden
- 30:07würde.
- 30:08Und man muss jetzt auch sagen,
- 30:11dass die jetzt diesen Kompromiss
- 30:12geschlossen haben und in
- 30:14Koalitionsverhandlungen
- 30:16gehen wollen und es vielleicht eine rot
- 30:19rot grün rote Regierung gibt, heißt noch
- 30:22nicht, dass das mit den Enteignungen
- 30:23wirklich passieren wird. Es ist ein
- 30:25katastrophales Signal für Investoren.
- 30:30Ja, aber das aber nein, das heißt noch
- 30:33lange nicht, dass das doch auch
- 30:35passiert, Herr Bosbach.
- 30:36aber man verabredet es doch, damit es
- 30:38passiert.
- 30:39Die die die die da drin sitzen wissen
- 30:41doch, wird wahrscheinlich eh nicht
- 30:42passieren.
- 30:43Koalitionsverträge gibt es denn? Dann
- 30:45veräppelt man doch die Wählerinnen und
- 30:46Wähler.
- 30:46Ja, aber was ist denn die Alternative?
- 30:48Dass eine Loser-Koalition, wo jeder
- 30:51einzelne verloren hat bei dieser Wahl,
- 30:54sich jetzt zusammen zusammenstellt und
- 30:56sagt, okay, mit den Linken wollen wir
- 30:57nicht und jetzt kommen wir dafür alle
- 30:58zusammen.
- 30:58Ich reg mich gar nicht über die Linke
- 31:00auf, weil ich reg mich über die
- 31:01soll die die SPD machen? Aber
- 31:03was soll sie was soll sie tun?
- 31:05Zunächst einmal mit anderen Parteien
- 31:07sprechen, unter anderem mit der Union.
- 31:09doch wieder Loser Loser-Koalition.
- 31:12Also, Entschuldigung, aber so so
- 31:13schlecht hat die Union im Vergleich zur
- 31:15SPD, die sie ja an der Macht sehen
- 31:16wollen, gar nicht abgeschnitten.
- 31:18in der Macht sehen. Ich
- 31:19sage nur, dass es hat ein Plebiszit
- 31:21darüber gegeben. Die Menschen haben
- 31:23gesagt, ihr alle habt euch für unser
- 31:25wichtigstes Problem nicht interessiert,
- 31:27die Linken schon und deswegen
- 31:28gar nicht aufgeregt.
- 31:29und die SPD muss jetzt entsprechend mit
- 31:31denen koalieren.
- 31:32Ja, aber eine Frage stellen. Plebiszit
- 31:34heißt was?
- 31:34Die haben eine Volksabstimmung gemacht.
- 31:37Mit 51, noch was, ist für die
- 31:39Vergesellschaftung gestimmt worden. Wenn
- 31:41Sie glauben, damit lösen wir das
- 31:43Wohnungsproblem in Berlin,
- 31:45glaube es doch nicht.
- 31:47Aber
- 31:48das ist doch schon mal einig, ja?
- 31:49Ich glaube es doch nicht, aber das ist
- 31:51Die Antwort auf Ihre Frage ist doch
- 31:52einfach. Die SPD braucht nur ihr
- 31:55Versprechen einhalten, das sie gegeben
- 31:56haben. Sie werden einer solchen Sache
- 31:58nicht zustimmen. Also, Gespräche mit den
- 32:01Also, Versprechen, die man nicht
- 32:02einhält, da kennt sich die Union auch
- 32:03mit aus.
- 32:04Ja, ich bin ja in der Union. Insofern
- 32:06Nee, [gelächter] aber das ist ja immer
- 32:07vor der Wahl Versprechen geben. Ja, das
- 32:09das wollen Sie doch auch nicht gut.
- 32:10nicht.
- 32:11Ja, aber das jetzt finden Sie doch auch
- 32:12nicht gut.
- 32:12Und trotzdem ist es jetzt ein
- 32:15Das ist jetzt der Zwang des Faktischen.
- 32:17So, die Linken haben gewonnen, jetzt
- 32:18muss man mit denen koalieren. Und
- 32:20einigermaßen versuchen
- 32:22einigermaßen
- 32:24Denken Sie mal an das Wahlrecht, das
- 32:25geändert werden soll. Ja. Denk Denken
- 32:28Sie mal an den Umgang mit der Polizei,
- 32:30die es in Berlin ohnehin schwerer hat
- 32:32als in anderen Bundesländern. Das ist
- 32:34doch ein politischer Kurs, vor dem
- 32:36selbst linke Genossen warnen. älteren
- 32:40Datums, vor dem selbst führende SPD
- 32:43Mitglieder
- 32:44Dann sollten jetzt alle mal in sich
- 32:45gehen und überlegen, wie schaffe ich es,
- 32:47meine Politik besser zu machen, damit
- 32:50beim nächsten Mal ich gewählt werde.
- 32:51Aber da kommen wir doch jetzt direkt
- 32:53eigentlich zu deiner These, alle.
- 32:54Übrigens, die Randbebauung des
- 32:56Tempelhofer Feldes ist auch mit Mehrheit
- 32:58verhindert worden.
- 33:00Ja.
- 33:00Da hätten viele tausend Wohnungen
- 33:02Ich finde, das ist eine gute [gelächter]
- 33:05Aber da diese diese mediale
- 33:06Schnappatmung und Hysterie bezüglich der
- 33:08Linken äh tatsächlich ein bisschen
- 33:10übertrieben, ähm weil ich auch glaube,
- 33:12dass vieles davon in der Tat äh nicht
- 33:15stattfinden wird. Äh meine These ist,
- 33:17und das wird ähm das bestätigt auch äh
- 33:19die die Realität und die Wahlergebnisse,
- 33:22die wir zuletzt gesehen haben, dass wir
- 33:24mit diesem Spitzenpersonal der
- 33:27Mitteparteien, und damit meine ich jetzt
- 33:29die SPD, die CDU und die Grünen, die FDP
- 33:32zählen im Moment nicht so richtig mehr
- 33:34mit, geliefert sind.
- 33:36Wenn wir es nicht auf die Reihe kriegen,
- 33:38dass ein Personal an die Spitze kommt,
- 33:41und mit Spitzenpersonal meine ich
- 33:42Parteichefs und ähm Spitzenkandidaten
- 33:45für Wahlen, für Landtagswahlen und für
- 33:46Bundestags- Wahlen. Wenn wir es nicht
- 33:49schaffen, da agile,
- 33:51äh politisch fähige, ähm ökonomisch
- 33:55gebildete Menschen, die in der Lage
- 33:57sind, eine Sprache zu sprechen, die
- 34:00andere Menschen verstehen, wenn wir das
- 34:02nicht schaffen, dann braucht man sich
- 34:03auch nicht wundern, warum Ulrich Sigmund
- 34:06in Sachsen-Anhalt ähm gewinnt, warum
- 34:09Elif Erdem und die Grünen in äh Berlin
- 34:11gewinnen. Es gibt Ausnahmen, es gibt Cem
- 34:14Özdemir, der mit genau diesem Weg
- 34:16entgegen seiner Partei gewonnen hat. Äh
- 34:19Manuela Schwesig ähnlich, das sind alles
- 34:21Menschen, die sich eher aus der
- 34:23Parteilinie herausgeschoren haben, und
- 34:26ich glaube, wir haben uns in einen in
- 34:28einen Status manövriert, in der die
- 34:31Partei ein solcher Apparat ist, dass er
- 34:33nur noch sich um sich selbst dreht und
- 34:35Menschen nach vorne bringt, die gar
- 34:37nicht willens, die gar nicht die Energie
- 34:40haben. Die meisten von denen laufen rum
- 34:42wie ein Schluck in der Kurve.
- 34:44[gelächter]
- 34:44Wenn ich nicht begeistert von mir selbst
- 34:47bin, dann kann ich es auch nicht
- 34:49schaffen, dass Menschen von mir
- 34:50begeistert ist sind. Es gibt eine
- 34:52Fraktion im Bundestag, in der wird
- 34:54gelacht. In der herrscht Freude und das
- 34:56ist die AFD. Alle anderen wir haben
- 35:00todesernst und und und und ich glaube,
- 35:03die Mitteparteien, die
- 35:06die sogenannten demokratischeren
- 35:08Parteien, die müssen sich wirklich
- 35:10überlegen, mit welchem Personal schaffe
- 35:12ich es, Menschen von demokratischer
- 35:15Politik zu überzeugen. Und wenn ich es
- 35:17nicht schaffe, dann braucht man sich
- 35:18auch nicht wundern, wenn die AFD oder
- 35:20die Linken gewinnen.
- 35:22Eine kurze Frage.
- 35:24Ich habe Spaß, weil ich gerne ins Büro
- 35:26gegangen bin und meine Arbeit gerne
- 35:28gemacht habe. Ich glaube, das hat man
- 35:29mir auch angesehen.
- 35:32Ich fühle mich jetzt nicht als Schluck
- 35:33in der Kurve
- 35:35persönlich. Nee, Sie sind aber auch
- 35:36nicht
- 35:36[gelächter]
- 35:36müssen sich auch gar nicht angesprochen
- 35:37fühlen. Sie sind ja gar nicht in aktiver
- 35:39Politik gerade.
- 35:41Ja, aber 23 Jahre sind ja auch ein paar
- 35:42Tage.
- 35:43Genau, aber ich spreche ja über jetzt.
- 35:44Zu Ihrer Zeit war ja auch die AFD doch
- 35:46nicht das große Thema. Ich spreche über
- 35:48die jetzigen
- 35:50Wahlkämpfe, die jetzigen Wahlen, die
- 35:53stattfinden und das jetzige Personal,
- 35:55das wir an der Spitze der Parteien
- 35:57sehen.
- 35:58Also, Sie haben mich abgewählt.
- 36:00Also, ich dachte ja eigentlich in
- 36:01Deutschland wäre das so, dass wir das
- 36:03Souverän sind, wir Wähler.
- 36:05Mhm.
- 36:06Und dann gewisse Leute dienen. Und ich
- 36:08wähle als Souverän, wir alle zusammen,
- 36:10Leute, die mir was versprechen.
- 36:14Und Sie sagen, das sind Leute, die mir
- 36:15so habe ich Herrn Bosbach verstanden.
- 36:17Das sind Leute, die mir was versprechen
- 36:19und ich sie wähle. Leider ist es mir
- 36:20auch so ergangen mit Herrn Merz.
- 36:23Und dann sind die gewählt und vier Tage
- 36:26später ist das über Bord. Die SPD hat
- 36:29doch in Berlin klar gesagt. Sie werden
- 36:32einer solchen Sache nicht sich
- 36:33anschließen.
- 36:35Wenn ich die dann wähle. Dann erwarte
- 36:37ich doch als Souverän. Das Wort gehalten
- 36:40wird und dann nicht mit dieser ja, wir
- 36:42müssen aber in der Koalition nicht mehr
- 36:44du bist gar nicht du bist euer Wort
- 36:45halten. Und wenn wir da nicht, ich
- 36:47glaube in der Politik zu einer Änderung
- 36:49kommen. Dass sich alle wieder so fühlen,
- 36:52dass man noch Politikern glauben kann.
- 36:54Dann. Können wir uns alle auf Kollegen
- 36:56Weidel einstellen, weil dann kommt das
- 36:58nicht von alleine.
- 36:59Also ich versuche das jetzt mal von
- 37:01vorne nach hinten zu sortieren. Punkt
- 37:03Nummer eins, wissen Sie was Platon
- 37:05gesagt hat? Die wirklichen Klugen sind
- 37:07viel zu klug, um in die Politik zu
- 37:09gehen. Für diese Haltung werden Sie
- 37:11dadurch bestraft, dass Sie von Leuten
- 37:13regiert werden, die dümmer sind als Sie
- 37:14selber. Ich kenne so viel, ich kenne so
- 37:18viele Leute. Die über das. Kritische
- 37:22Äußerungen über das politische Personal
- 37:24machen. Bei denen ich unterstelle, dass
- 37:27die Eigenschaften, die Sie gerade
- 37:28erwähnt haben, zutreffen. Wissen Sie was
- 37:30Sie sagen? Das tue ich männlich an. Das
- 37:33ist mal Punkt Nummer eins. Punkt Nummer
- 37:34zwei, ich habe in 23 Jahren Bundestag.
- 37:38Ausgesprochen kluge, fleißige Menschen
- 37:42kennengelernt, auch Sachkundige,
- 37:43übrigens in allen Fraktionen. Das will
- 37:46ich jetzt gar nicht nur für meine
- 37:47Fraktion in Anspruch nehmen. Füge hinzu,
- 37:50wenn du willst, kannst du auch mit wenig
- 37:52Aufwand über die Runden kommen. Ich habe
- 37:54aber viel Kollegen und Kollegen erlebt,
- 37:56die sich richtig reingekniet haben. Die
- 37:59wählen sich doch alle nicht selber. Die
- 38:01werden aufgestellt, die werden
- 38:03nominiert, bewerben sich um
- 38:05Spitzenposten. Du kannst nur die Leute
- 38:07wählen, die da sind. Andere kannst du
- 38:10überhaupt nicht wählen.
- 38:11In einem stimme ich Ihnen zu. Es geht
- 38:14nicht nur um den Inhalt. Es geht auch um
- 38:16die Sprache. Wie erreiche, wie erreiche
- 38:18ich Menschen? Da sind die Talente ganz
- 38:20unterschiedlich, ganz unterschiedlich
- 38:22verteilt.
- 38:24Mich wundert allerdings, dass sie einen
- 38:26Punkt nicht ansprechen, der mir auf der
- 38:28Seele liegt.
- 38:30Ja.
- 38:30Der Politik würde es gut tun, wenn wir
- 38:32im Bundestag Abgeordnete hätten, die die
- 38:35alle wenigstens mal drei oder fünf Jahre
- 38:38in einem völlig normalen bürgerlichen
- 38:41Beruf gearbeitet haben, die auch mal
- 38:43schlecht geschlafen haben, weil sie ganz
- 38:45verschiedene Lebenserfahrungen gemacht
- 38:47haben.
- 38:48Wir machen, also ich jetzt nicht mehr,
- 38:49aber die anderen machen für 84 Millionen
- 38:51Menschen die Politik. Und das kannst du
- 38:53nur gut machen, wenn du auch das Leben
- 38:56dieser Menschen kennst. Und dafür musst
- 38:58du auch mal außerhalb des
- 38:59Politikbetriebs oder von Stiftungen
- 39:02in einem bürgerlichen Beruf gearbeitet
- 39:04haben. Das führt mich auch zu dem, was
- 39:07Sie gerade gesagt haben.
- 39:09Bei manchem, was da ausbaldowert wird,
- 39:11Verordnungen, Richtlinien, was auch
- 39:13immer.
- 39:14Wird da überhaupt gefragt, ist das der
- 39:17bei dem Normadressaten? Wie kommt das in
- 39:18der Praxis an? Was bedeutet das für den
- 39:21Betrieb? Was bedeutet das für unsere
- 39:23Exportschancen? Dafür brauchst du aber
- 39:25praktische Erfahrung.
- 39:27Heute ist es allerdings so, dass Social
- 39:29Media, glaube ich, Performance dort die
- 39:32größere Rolle spielt als die Fragen, die
- 39:34ich gerade angesprochen habe. Also, wie
- 39:36komme ich da an auf Social
- 39:37Es ist nicht nur Social Media, es ist
- 39:39auch, wir hören ja immer wieder, dass
- 39:40gerade die Bundesländer im Osten, auch
- 39:42da wieder Sachsen-Anhalt, aber auch
- 39:44Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und
- 39:46ähnliches, dass ja ganze Landstriche,
- 39:48Kreise, Regionen verwaist sind und nur
- 39:51die AfD vor Ort ist. Und das ist auch
- 39:53das, was ich meine mit Volksnähe, mit
- 39:55Bürgernähe, mit vor Ort sein, mit sich
- 39:57mit den Problemen der Menschen
- 39:59auseinandersetzen und nicht nur in der
- 40:01Berliner Bubble unterwegs sein. Und
- 40:03diese Entfremdung, die an der Sprache
- 40:05total ersichtlich ist. Also, wie eine
- 40:08Alice Weidel spricht, ist ja was ganz
- 40:10anderes als wie all die bekannten
- 40:13Demokraten, sei es einfach das Kabinett,
- 40:15wenn wir uns das mal vor Augen nehmen,
- 40:17wie die sprechen. Und das die die der
- 40:19Unterschied ist doch, wir haben auf der
- 40:21einen Seite Populisten, die voller
- 40:24Leidenschaft um Wählerstimmen kämpfen
- 40:27und damit meine ich das Spitzenpersonal.
- 40:28Es geht mir nicht um die Basis. Es geht
- 40:30mir auch nicht um jeden Abgeordneten in
- 40:32der Fraktion, aber es geht mir um die
- 40:34Spitzenkandidaten z.B. bei
- 40:35Landtagswahlen. Da haben wir bei den
- 40:37Populisten Politiker, die voller
- 40:39Leidenschaft
- 40:40um Stimmen kämpfen, weil sie das System
- 40:43verändern wollen.
- 40:44Wüst? Nicht. Würde ich ihn sofort wieder
- 40:46wählen.
- 40:46doch jetzt ein schönes Schlusswort. Wir
- 40:48sind am
- 40:48Hendrik Wüst spricht auch fast nur in
- 40:51Phrasen. Wir sind
- 40:52Wir sind am Ende der Sendung angekommen.
- 40:54Hendrik Wüst ist auch nicht Ich möchte
- 40:55Sie aber Ihnen aber noch das Buch hier
- 40:57ganz ganz warm ans Herz legen. Ich habe
- 40:58schon gelesen, es ist von Alef Doğan, es
- 41:00heißt Verbunden. Es ist wunderschön und
- 41:02vor allem macht es Sie klüger. Also, ich
- 41:04würde es lesen und wir sehen uns wieder
- 41:06morgen 16:10 Uhr. Vielen herzlichen Dank
- 41:07an meine Gäste. Ich glaube, wir werden
- 41:09hier jetzt draußen noch ein bisschen
- 41:10weitermachen. Machen Sie es gut.
- 41:11Tschüss.
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