Links vs. Rechts: Wie Deutschland sich spaltet. Mit Christoph Werner (dm-Chef) — Transcript
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- 0:00Das zweite, was dazu gekommen ist, ist
- 0:02so eine affektive Polarisierung.
- 0:04Das heißt, dass wir sagen, mit dem
- 0:07brauche ich gar nicht sprechen. Wenn dir
- 0:08diese Meinung vertritt, ist es sowieso
- 0:10ein Spinner und äh deswegen brauche ich
- 0:13mir das gar nicht anhören. Also die
- 0:15Tatsache, dass die Meinung von dieser
- 0:16Person kommt, bedeutet schon, ich setze
- 0:18mich damit gar nicht mehr auseinander.
- 0:20Und das ist natürlich ein echtes
- 0:21Problem, weil dann fangen wir an uns nur
- 0:24noch mit Meinungen zu unter zu umgeben,
- 0:26die uns sympathisch sind. Aber gerade im
- 0:29Nachdenken anderer Meinung können wir ja
- 0:31zu [musik] neuen Gesichtspunkten kommen.
- 0:34Man hat das Gefühl, dass die
- 0:36Gesellschaft immer [musik] politischer
- 0:38und immer polarisierter wird und oft
- 0:41werden Menschen in Debatten
- 0:42hineingezogen, die das gar nicht
- 0:44vorhatten oder ja gar nicht möchten.
- 0:47Dabei trifft es Bürger genauso wie
- 0:49Konzernenlenker. Einer von ihnen ist
- 0:51Christoph Werner, Chef von Europas
- 0:54größter Drogeriekette, DM. Der linke
- 0:56Verein Kampakt stellte ihn an den
- 0:58Pranger, weil er als Unternehmer eine,
- 1:01so kann man sagen, etwas andere Haltung
- 1:03zur Brandmauer vertreten hat und
- 1:05vertritt als der Mainstream. Heute ist
- 1:08Christoph Werner bei mir im Podcast zu
- 1:10Gast und ich möchte mit ihm über Alder
- 1:13sprechen, über Kamp, die Brandmauer in
- 1:16der Wirtschaft und auch den
- 1:17Wirtschaftsstandort Deutschland
- 1:19natürlich. Ich grüße Sie, Herr Werner.
- 1:20Schön, dass Sie da sind. Hallo Herr
- 1:22Ronzeimer, schön bei Ihnen zu sein.
- 1:24Herr Werner, Kak [musik] hat im August
- 1:27war es rund 60 YouTube Kanäle
- 1:30ausgewählt, die die Organisation als
- 1:33sogenannte Hekanäle bezeichnet und
- 1:37Unternehmen aufgefordert, dort keine
- 1:39Werbung mehr auszuspielen. Kampak
- 1:41erklärte anschließend öffentlich DM
- 1:44Gehöre zu diesen Unternehmen, die ihre
- 1:47Sperrlisten anpassen würden, also darauf
- 1:50reagieren würden. Sie haben dann äh
- 1:51dieser Darstellung später widersprochen.
- 1:54Können Sie einmal aus Ihrer Sicht
- 1:56erzählen, auch für diejenigen, die davon
- 1:58gar nichts mitbekommen haben, was da aus
- 2:00ihrer Sicht in den vergangenen Wochen
- 2:03und Monaten passiert ist?
- 2:04Ja, kann ich gerne zusammenfassen. Also,
- 2:06worum es ging, war um das Ausspielen von
- 2:09Werbung auf YouTube-Kanälen.
- 2:12Dazu muss man wissen, dass das
- 2:13Ausspielen von Werbung auf
- 2:14YouTube-Kanälen sich unterscheidet von
- 2:16dem, was in den klassischen Medien sonst
- 2:17ist. Wenn man wirbt, kauft man in der
- 2:21Regel Sendeplätze. Also ist das Programm
- 2:23bekannt und dann entscheidet man sich,
- 2:25welche Sendeplätze man kaufen möchte in
- 2:27Abhängigkeit der Zielgruppen, die man
- 2:29erreicht. Auf YouTube ist es ein
- 2:31bisschen anders. Da ist es nicht so,
- 2:33dass man Sendeplätze gezielt kauft,
- 2:35sondern der Algorithmus von Google
- 2:38spielt Werbefilme aus. Also, wenn man
- 2:40auf YouTube sich irgendwas anguckt und
- 2:41dann kommt Werbung, kennen wir ja alle,
- 2:43dann ist es jetzt nicht speziell
- 2:45gebucht, sondern das wird von dem
- 2:46Algorithmus nach irgendwelchen Kriterien
- 2:48ausgespielt. Das heißt, als
- 2:50Werbetreibender kann man nicht direkt
- 2:52Einfluss drauf nehmen. Man kann
- 2:53lediglich sagen, gewisse Kanäle möchte
- 2:56ich sperren, um dort nicht gezeigt zu
- 2:58werden. Das ist also der der große
- 3:00Zusammenhang. Und dann gab es jetzt ein
- 3:02Anschreiben, wo ähm in in welchem von
- 3:05dieser NGO ähm über 60 Kanäle genannt
- 3:09wurden, die der rechten Hetze zugeordnet
- 3:12wurden. Und Unternehmen wurden
- 3:14aufgefordert ähm die zu sperren bzw.
- 3:16ihre Sperrlisten zu überarbeiten. Und
- 3:19bei DMT Drogeriearkt ist es so, wenn wir
- 3:20angeschrieben werden, dann schauen wir
- 3:21uns das natürlich an und so haben wir
- 3:24auch diese 60 Kanäle uns angeschaut bzw.
- 3:26das Team, welches dafür verantwortlich
- 3:28ist und da waren einzelne dabei, die in
- 3:30der Tat abgründig sind und deswegen
- 3:33haben wir dann äh vermeldet äh auf die
- 3:35Fragen, die wir gestellt bekommen haben,
- 3:37dass wir eben äh unsere Liste
- 3:39überarbeitet haben. Daraufhin hat dann
- 3:41die NGO ähm in einer Pressemitteilung
- 3:45ähm verkündet, dass eben viele
- 3:47Unternehmen sich dieser Kampagne
- 3:49angeschlossen hätten und da wurden wir
- 3:51auch genannt.
- 3:52Ja, die Herausforderung war jetzt die
- 3:55Interpretation, also alle oder einige
- 3:58oder wenige. Äh und das wurde halt
- 4:00durcheinander geworfen und das hat dann
- 4:02dazu geführt, dass äh äh die Rede davon
- 4:04war, dass wir das insgesamt übernommen
- 4:06hätten, einfach weil das von dieser NGO
- 4:08gekommen wäre, was allerdings so nicht
- 4:11gestimmt hat, weil wir es nach eigenen
- 4:12Kriterien uns noch mal angeschaut haben
- 4:14äh und dann einfach unsere Sperrliste
- 4:16angepasst haben.
- 4:18Nur damit ähm man das versteht, wie
- 4:20läuft sowas ab? Also, ähm, erstmal
- 4:22[räuspern] für diejenigen, die Kamp
- 4:23nicht kennen, äh was was ist das aus
- 4:27Ihrer Sicht jetzt äh für ein Verein und
- 4:29wie läuft das ab, ähm, dass dann dieser
- 4:32Verein Unternehmen wie sie anschreibt
- 4:35und es dann zu so einer Situation kommt?
- 4:38Ist das ein normaler Vorgang? Kommt das
- 4:40häufiger vor, ähm, dass sich Vereine,
- 4:44Verbände bei Ihnen melden und sich z.B.
- 4:45auffordern irgendwo nicht mehr zu werben
- 4:47oder ist das eine eher außergewöhnliche
- 4:49Situation? Ja, ich würde mal sagen, das
- 4:51kommt jetzt nicht tagtäglich vor, aber
- 4:53es kommt schon vor und in meiner in
- 4:55meiner Einschätzung ist es Teil einer
- 4:57pluralistischen Gesellschaft. Da gibt's
- 4:59also unterschiedliche Meinungen, da
- 5:01gibt's ähm Initiativen, die sich für
- 5:03gewisse Anliegen einsetzen, das ist auch
- 5:05absolut in Ordnung. Und das dann auf
- 5:07Unternehmen zugegangen wird mit ähm mit
- 5:09Vorstellung, Wünschen, Forderung ähm
- 5:12gehört auch dazu. Ich glaube,
- 5:13entscheidend ist, dass äh als
- 5:15Verantwortlicher ich mich dann fragen
- 5:17muss und wir als Unternehmen uns fragen
- 5:18müssen, wie gehen wir jetzt damit um?
- 5:20Und äh wir müssen dann das tun, was wir
- 5:22für richtig halten. Schwierig wird's
- 5:24halt, wenn dann eine Kampagne draus
- 5:26gemacht wird. Also so nach dem Motto
- 5:28kauft nicht dort und dort, weil die
- 5:29verhalten sich so und so. Ähm da da
- 5:32wird's dann schwierig. Das ist etwas,
- 5:33was wir im Zusammenhang mit dieser NGO
- 5:35ja auch Ende letzten Jahres intensiv
- 5:37erfahren hatten. Ähm da hatte ich mich
- 5:39damals gegen auch zur Wehr gesetzt. Äh
- 5:42und jetzt sind wir wieder angeschrieben
- 5:43worden. Ähm und äh es wurde es wurde
- 5:46dann eben vermeldet, dass wir uns dem
- 5:48angeschlossen hatten. Ähm was ich
- 5:50persönlich jetzt nicht so schlimm finde,
- 5:52ehrlich gesagt, ne? die können die
- 5:54können ja schreiben, was sie wollen und
- 5:55was sie auch für richtig halten. Äh
- 5:57entscheidend ist für mich, dass wir
- 5:58nicht unter Druck gesetzt werden. Äh in
- 6:01diesem Fall hatte ich jetzt zumindest
- 6:03das, was bei mir anbelangt angelangt
- 6:05ist, hatte ich auch nicht den Eindruck,
- 6:07dass sie uns massiv unter Druck gesetzt
- 6:09hätten. Sie haben halt einfach äh etwas
- 6:11über uns gesagt und wir haben das dann
- 6:13noch mal richtig gestellt.
- 6:15Jetzt ist es so, dass in dieser
- 6:17Pressemerteilung [räuspern]
- 6:17von Kampäle
- 6:21äh wie News, Apollo News, Weltwoche,
- 6:24Tichis Einblick ging, also zumindest in
- 6:26der Öffentlichkeit. Sind ja auch Kanäle
- 6:28ähm, die eher bekannter sind. Ähm und
- 6:31insbesondere bei diesen haben sie
- 6:33gesagt, ähm, dass sie, also sie als DM,
- 6:36die nicht von der Werbung ausgeschlossen
- 6:39haben, aber diese Kanäle haben das
- 6:42zunächst so wahrgenommen oder
- 6:44interpretiert aufgrund der
- 6:45Pressemitteilung
- 6:47äh von Kamp. Ähm, was ist dann passiert,
- 6:50also als diese Kanäle gesagt haben, ja,
- 6:52schaut her, äh DM und andere wollen bei
- 6:55uns nicht mehr werben. Was ist da über
- 6:57Sie
- 6:58hereingebrochen?
- 7:00Ja, gut. Es wurde dann von einzelnen der
- 7:02genannten Kanäle wurde in der Tat
- 7:04darüber auch recht ausführlich
- 7:05berichtet. Und was dann halt geschehen
- 7:08ist, ist, dass wir sehr sehr viele
- 7:09Zuschriften gekriegt haben, äh die in
- 7:11erster Linie äh die Frage gestellt
- 7:14haben, wie kommt es denn jetzt, Herr
- 7:15Werner, auch nach Sie bei Landz Ende
- 7:18letzten Jahre sicher für Debattenkultur
- 7:20ausgesprochen haben äh und jetzt äh dort
- 7:22eigentlich nicken, ne? Das war so der
- 7:24Vorwurf, der dann ähm der dann im Raum
- 7:26stand.
- 7:27ähm weil es ja so ist in der Tat, dass
- 7:29wir uns für Debattenkultur einsetzen.
- 7:31Wir halten das für ganz wichtig in einer
- 7:32liberalen äh und lebendigen Demokratie,
- 7:35dass unterschiedliche Gesichtspunkte
- 7:36debattiert werden, um einen
- 7:38gesellschaftlichen Erkenntnisprozess
- 7:39auch zu haben. Ähm und ähm interessant
- 7:43war bei den Zuschriften ähm und das hat
- 7:46sich in meiner Wahrnehmung auch
- 7:47unterschieden von dem, was wir Ende
- 7:48letzten Jahres hatten, dass da geradezu
- 7:52anfangs doch viele äh Zuschriften waren,
- 7:55wo deutlich wurde, dass ich da die
- 7:57Menschen echt Sorge gemacht haben, ne?
- 7:58Dass die gesagt haben, ähm warum warum
- 8:01ähm boikottiert ihr gewisse
- 8:04Nachrichtenkanäle, wenn wir doch
- 8:06Meinungspluralismus in Deutschland
- 8:08wollen? Also, das war interessant, dass
- 8:10die jetzt gar nicht gesagt haben, ich
- 8:11finde jetzt ähm einen von diesen Kanälen
- 8:13jetzt besonders wichtig, sondern einfach
- 8:16es es geht doch um ein breites
- 8:17Meinungsspektrum, weil manche, die uns
- 8:20angeschrieben hatten, den Eindruck
- 8:22hatten, dass wir dieses Meinungsspektrum
- 8:23so in Deutschland nicht mehr haben,
- 8:25außerhalb auch dessen, was auf YouTube
- 8:27gesendet wird.
- 8:29Ja, und das war war für mich auch ganz
- 8:31interessant, das so zu erleben. Also es
- 8:32war es war nicht viel Polemik, vor allem
- 8:35am Anfang gegen Ende wurde das dann
- 8:37alles wieder ein bisschen
- 8:37standardisiert. Da würde ich sagen, da
- 8:39hat man gesehen, dass da auch
- 8:40wahrscheinlich JGPT ähm ein Helfer war
- 8:43bei der Formulierung. Äh aber am Anfang
- 8:45di diese diese echte Sorge und das das
- 8:47fand ich jetzt mal interessant so als
- 8:49Bürger zu verfolgen. Äh und letztenendes
- 8:52muss ich sagen, Herr Ronzimmer, fand ich
- 8:53es auch ein positives Signal jetzt mal
- 8:55unabhängig davon, wie man zu diesen
- 8:57einzelnen Kanälen stehen mag. Aber wenn
- 8:59wir Menschen haben, die sagen,
- 9:00Meinungspluralismus ist wichtig, um sich
- 9:02eine Meinung zu bilden, dann ist es
- 9:04schon mal eine ganz wichtige Grundlage
- 9:05für eine funktionierende liberale und
- 9:07lebendige Demokratie.
- 9:09Jetzt haben sie gesagt, sie haben sich
- 9:10diese Kanäle angeschaut oder Ihr Team
- 9:13hat sich die angeschaut und bei einigen
- 9:15haben sie dann reagiert und bei den eben
- 9:18genannten nicht, äh weil das für sie zum
- 9:20Meinungspluralismus dazu gehört. Wo
- 9:23ziehen Sie denn als Unternehmen die
- 9:25Grenze, wo Sie sagen, also bis hierhin
- 9:27und nicht weiter und da soll will wollen
- 9:30wir nicht auftauchen?
- 9:33Ja, also Herr Ronz, das ist schwierig,
- 9:34ne? Das ist schwierig, weil das ist das
- 9:36ist ja nicht schwarz oder weiß, sondern
- 9:38das sind viele viele graue
- 9:39Schattierungen äh die da die da
- 9:41bestehen. Aber für uns war es jetzt
- 9:43wesentlich gewesen, dass ähm Kanäle, die
- 9:45wirklich ähm
- 9:48extrem
- 9:49extrem ins Lächerliche ziehen und zwar
- 9:51also sozusagen ins zynische, destruktive
- 9:54und da gibt's einige ähm, dass wir dass
- 9:58wir das nicht zulassen oder auch das,
- 9:59was so auch als eine moderne Ausbringung
- 10:03des Gonsojournalismus bezeichnet wird.
- 10:05Also, dass da welche permanent streamen
- 10:07zu irgendwelchen Veranstaltungen gehen,
- 10:09Menschen bedrängen. Ähm, da gibt's auch
- 10:12Beispiele für. Ähm, das ist auch was, wo
- 10:15wir gesagt haben, das entspricht so gar
- 10:16nicht ähm dem, wofür wir eigentlich
- 10:18stehen möchten. Bei den anderen Kanälen,
- 10:21die Sie jetzt genannt haben, da gibt es
- 10:22unterschiedliche Meinungen zu. Aber das
- 10:25ist für mich im sozusagen in diesem
- 10:28Graubereich, ne, wo es äh ähm wo es
- 10:32unserer Meinung nach durchaus in der in
- 10:34der liberalen und lebendigen Demokratie
- 10:37ähm zumutbar ist, dass es sowas auch
- 10:40gibt und Menschen sich da eine eigene
- 10:42Meinung bilden können. Aber wenn sie
- 10:44sagen äh zynisch oder destruktiv, dann
- 10:46würden jetzt Kritiker sagen, also Moment
- 10:49mal, ähm das ist nun ganz sicher gegeben
- 10:52bei News oder ähm auch bei Tichis
- 10:55Einblick äh z.B. Also, was sagen Sie
- 10:57Kritikern? Ähm die sagen, na ja, gehen
- 10:59diese Kanäle ähm nicht über das hinaus,
- 11:02was sie da gerade beschrieben haben.
- 11:04Also ist es am Ende dann Hetze Kampakt
- 11:08es formuliert?
- 11:11Na ja, also ähm wenn wir jetzt mal bei
- 11:13dem Beispiel Tichis Einblick nehmen, ne,
- 11:15es war ja so, dass auf dieser Liste
- 11:17waren ja Links auch, also konnte man
- 11:19drauf klicken und konnte sich das dann
- 11:20anschauen. Und äh bei Tichis Einblick,
- 11:23das Beispiel, was da genannt wurde, war
- 11:24ein Interview ähm mit dem Kandidaten der
- 11:28AfD äh in Sachsenanhalt ähm
- 11:32also der Ulrich Sigmund, ne? Ähm, so
- 11:35jetzt kann man jetzt ist für mich jetzt
- 11:37ist die Frage, ne, wenn Spitzenkandidat
- 11:39einer der Parteien der große ähm
- 11:42Stimmananteile vorausgesagt werden, ähm
- 11:44von einem Format interviewt werden, ist
- 11:46es jetzt etwas, was was ein Hetzkanal
- 11:48ist? Schwierig. Ich ich glaube eher
- 11:52nicht. Ähm, wir sind jetzt auch ehrlich
- 11:54gesagt nicht ganz in die Tiefe gegangen.
- 11:55Das sehen wir auch nicht als als unsere
- 11:57Aufgabenstellung, sondern einfach die
- 11:58Links haben wir uns angeguckt, die da
- 12:00dabei waren. Ich habe mir einige
- 12:02angeguckt, ähm vor allem jetzt auch von
- 12:04denen, wo wir gesagt haben, die wollen
- 12:05wir tatsächlich sperren. Äh hab dann auf
- 12:08YouTube entsprechendes äh Sachen immer
- 12:10angeboten gekriegt auch danach. Äh Herr
- 12:13Ronzeimer, das ist abgründig zum Teil,
- 12:15was da was da was es da gibt, aber auch
- 12:17das ist Teil des Meinungsspektrums. Und
- 12:19ich glaube, die entscheidende Frage ist
- 12:21doch nicht so sehr, wie kann das
- 12:22verhindert werden, sondern wie kann es
- 12:24gelingen, dass in der gesellschaftlichen
- 12:26Debatte solche Debattenbeiträge kommen,
- 12:29solche Vorschläge kommen, dass sich die
- 12:31Menschen für das, würde ich mal sagen,
- 12:33ausgewogene und vernünftige auch
- 12:34wirklich interessieren.
- 12:36Das sollte der Zugang sein. Darüber
- 12:38sollten wir uns viel mehr unterhalten,
- 12:39als uns mit den Outliern zu
- 12:41beschäftigen, die es halt in der in der
- 12:44liberalen Gesellschaft auch gibt. Sie
- 12:46haben da im Zusammenhang mit Kampagt,
- 12:49dass Sie Zitat sich von einer NGO nicht
- 12:52verhören und bedrohen lassen wollen. Das
- 12:55ist ja eine sehr scharfe Formulierung.
- 12:57Was haben Sie da ähm genau gemeint im
- 13:00Umgang mit Kampagt? Weil am Ende würden
- 13:04die wahrscheinlich sagen, dass hier
- 13:05überhaupt niemand irgendwie bedroht oder
- 13:07zensiert wird und dass jeder Kanal so
- 13:09senden kann und jedes Unternehmen das
- 13:10machen kann, aber sie eben als NGO das
- 13:13öffentlich machen, ähm wer solche Kanäle
- 13:15unterstützt. Also ähm warum diese diese
- 13:20harte scharfe Formulierung von Ihnen?
- 13:23Ja, die war jetzt die war jetzt als
- 13:25Antwort auf eine Frage, die mir ein
- 13:27Journalist der Welt gestellt hat. Habe
- 13:28ich das habe ich das so geäußert? Und
- 13:30das ist einfach noch mal in dem
- 13:32Zusammenhang gewesen der Interaktion,
- 13:33die wir mit dieser NGO hatten. Da war es
- 13:36ja so, dass wir Ende letzten Jahres ähm
- 13:38ultimativ aufgefordert wurden, ähm aus
- 13:41dem Verband der Familienunternehmer
- 13:43auszutreten. Und äh ich war auch
- 13:46persönlich angeschrieben worden und äh
- 13:48mir wurde eben gesagt, dass entweder wir
- 13:50da jetzt austreten oder dass ähm dass äh
- 13:55bekannt gegeben würde, dass wir die AfD
- 13:57als Unternehmen unterstützen. und mir
- 13:59wurde ein Gespräch angeboten mit
- 14:01Verantwortlichen NGO. Mir wurde aber
- 14:03auch gesagt, dieses Gespräch würde live
- 14:05gestreamt werden. Das waren sozusagen
- 14:06die Bedingung. Ich habe damals auf diese
- 14:09Anfrage nicht reagiert, weil ich das äh
- 14:11äh als als Nötigung gesehen habe und
- 14:14daraufhin hat mir jetzt der Journalist
- 14:17äh Herr Herr Herr äh Serio Serauo hat
- 14:21mir diese Frage noch mal gestellt und
- 14:23dann habe ich das in diesem Zusammenhang
- 14:24gesagt, dass ich also nicht verpflichtet
- 14:26bin, wenn ich von einer NGO ähm
- 14:28aufgefordert werde, mich zu etwas zu
- 14:30äußern, dem Folge zu leisten. Und es
- 14:32unterscheidet sich eben davon, wenn das
- 14:34Bundeskriminalamt ähm mich mich vorläht
- 14:36äh und zu einer Sache zu befragen, dass
- 14:38ich selbstverständlich ähm dann äh mich
- 14:41dem nicht dem zu unterziehen habe. Das
- 14:42ist eben der Unterschied zwischen einer
- 14:44staatlichen Behörde äh und einer NGO,
- 14:47die halt für irgendwelche Dinge
- 14:48eintritt, was ja auch ihr gutes Recht
- 14:50ist, aber die keinen Anspruch darauf
- 14:51hat, äh dass ich mich entsprechend ähm
- 14:54unterziehe.
- 14:56Wie ist das, wenn Sie sagen, also da
- 14:57wird man aufgefordert zu einer Art
- 15:00Bekenntnis, also gegen die AfD oder im
- 15:02Zweifel würde Kampak dann sagen für die
- 15:04oder für Medien, die die AfD
- 15:06unterstützen und dann steht man irgendwo
- 15:09in einer Ecke, entweder in der einen
- 15:11oder in der anderen. Was macht das mit
- 15:13einem Unternehmen wie ihrem? Und wenn
- 15:15wir uns die Umfragen anschauen, ähm dann
- 15:17ist ja ganz sicher so, dass sie viele
- 15:19Mitarbeiter haben, wie überall in
- 15:20Deutschland mittlerweile die AfD wählen
- 15:22oder auch sehr viele Kunden haben, ähm
- 15:24die mittlerweile AfD wählen. Wie wie
- 15:28wäre das denn eigentlich, wenn man jetzt
- 15:29als Unternehmen sagen würde, ähm, ne,
- 15:32wir wir lassen uns da nicht unter Druck
- 15:34setzen, aber äh wir haben auch kein
- 15:36Problem mit der AfD. Ja, würden Sie da
- 15:39noch einen massiven Schitstorm heute
- 15:41erleben oder hat sich das verändert in
- 15:43den letzten Jahren durch die Stärke der
- 15:45AfD? Na ja, also zunächst mal glaube ich
- 15:48ist es wichtig, dass wir unterscheiden
- 15:49zwischen Unternehmen und Bürgerinnen und
- 15:51Bürgern. Ähm Unternehmen wählen keine
- 15:54Parteien. Unternehmen sind nicht zu
- 15:56Wahlen zugelassen. Also, wenn es um
- 15:58politische Parteien geht, äh Bürgerinnen
- 16:00und Bürger sind zugelassen und ich
- 16:01glaube, da gilt es einfach zu
- 16:02unterscheiden. Als Unternehmen sind wir
- 16:04nicht parteipolitisch.
- 16:06Als Bürger ähm
- 16:09bin ich wahlberechtigt, äh wenn in
- 16:10Badenwürttemberg gewählt wird oder wenn
- 16:12auf Bundesebene oder kommunaler Ebene in
- 16:13Badenwürtberg gewählt wird, da kann ich
- 16:15da kann ich wählen, da habe ich eine
- 16:17Meinung, aber das ist geheimes
- 16:18Wahlrecht. Ähm ist auch gar nicht
- 16:21notwendig, dass ich mich dazu äußere.
- 16:22Ich glaube, wenn wir als Unternehmen uns
- 16:24äußern, ist es wichtig, dass wir uns
- 16:26nicht parteipolitisch äußern, weil das
- 16:28hat keine Relevanz, weil wir nicht
- 16:30wählen können. Wir können uns aber
- 16:31natürlich politisch äußern und das
- 16:33bedeutet die Rahmenbedingung, die wir in
- 16:34Deutschland haben. Ich denke, das ist
- 16:36auch gut, dass wir uns da äußern. Das
- 16:38geschieht dann meistens durch mich als
- 16:40äh dem Vorsitzenden der Geschäftsführung
- 16:43äh und so ein bisschen das Gesicht nach
- 16:44außen. Aber da ziehe ich eine ganz ganz
- 16:46klare Linie. Deswegen ähm glaube ich
- 16:50auch, dass äh dass Aufrufe bei Wahlen
- 16:53von Unternehmen, wie man sich wie man
- 16:55wählen soll, ähm letztenendes keinen
- 16:58großen Einfluss haben. Äh ist auch nicht
- 17:00zu beobachten gewesen in der
- 17:02Vergangenheit. war im übrigen auch nicht
- 17:03in den USA zu beobachten, im
- 17:05Zusammenhang mit der letzten
- 17:07Präsidentschaftswahl, wo es ja auch
- 17:09einige scheinbare Opinion, die da gab,
- 17:11die sich dazu geäußert haben. Ähm und
- 17:13ähm ganz wesentlich ist für mich gerade,
- 17:16wenn es dann solche solche solche Stürme
- 17:18im Wasserglas gibt, ist immer zu gucken,
- 17:20was tut sich denn tatsächlich in unseren
- 17:22DM-Märkten? Werden die Kolleginnen und
- 17:24Kollegen angesprochen? Sehen wir es in
- 17:25den Umsatzzahlen? Und da war es jetzt in
- 17:27der Vergangenheit so, dass dass wir das
- 17:29gar nicht sehen konnten. Also in dieser
- 17:31virtuellen Welt hat's getobt, aber in
- 17:34der analogen Welt, in der wirklichen
- 17:35Welt war es nicht zu beobachten. Und das
- 17:38ist natürlich auch unheimlich wichtig in
- 17:39der Einschätzung dann, was für eine
- 17:41Signifikanz äh ein Vorgang hat.
- 17:44Sie springen jetzt wahrscheinlich äh die
- 17:46Situation an in den Wochen, als Sie sich
- 17:48zur Brandmauer geäußert haben. Ähm gibt
- 17:52es diese Brandmauer zur AfD in
- 17:56Unternehmen und Verbänden?
- 18:00Also da ist es, glaube ich, wichtiger
- 18:03Ronzmer zu unterscheiden ähm was was die
- 18:06Aufgabe von Unternehmen ist und was die
- 18:08was die Möglichkeiten für Bürgerinnen
- 18:10und Bürgern sind. Also als Unternehmen
- 18:12geht's ja darum, dass wir für unsere
- 18:13Kundinnen und Kunden eine
- 18:15eine eine gute Leistung erbringen, die
- 18:18dazu führt, dass sie im unserem Fall zu
- 18:20uns kommen, um bei uns einzukaufen.
- 18:22Ähm, das bedeutet, dass wenn es darum
- 18:24geht, dass Entscheidungen getroffen
- 18:26werden, sagen wir mal
- 18:27Investitionsentscheidung, Genehmigung,
- 18:29die es braucht, wo mit ähm wo mit
- 18:32Funktionsträgern in unserer in unserer
- 18:35öffentlichen Verwaltung
- 18:37äh es darum geht, Gespräche zu führen,
- 18:40dass da wichtig ist, dass das Parteibuch
- 18:42keine Rolle spielt, sondern da ist
- 18:43jemand in eine öffentliche Funktion
- 18:45gewählt oder sendet, der Entscheidungen
- 18:48trifft und mit dem gilt es zu sprechen.
- 18:50Da kann ich jetzt nicht sagen, weil der
- 18:51ein gewissen Partei angehört, sprechen
- 18:53wir es mit dem nicht und deswegen ist
- 18:55dann keine ist dann keine Genehmigung
- 18:57einzuholen. Wenn wenn wir so vorgehen
- 18:59würden, glaube ich, ähm würden wir nicht
- 19:01mehr kundenorientiert sein. Ähm was
- 19:04anderes ist es jetzt als Unternehmen
- 19:06sich mit Parteien ähm zu treffen äh in
- 19:10ins Gespräch zu gehen. Und da ist es
- 19:11schon immer so, dass wir bei DMTimarkt
- 19:13da auch relativ restriktiv sind. Also,
- 19:15wir haben keine Auftritte jetzt von
- 19:17Politikern bei uns gehabt bei ähm bei
- 19:20Belegschaftsversammlungen beispielsweise
- 19:22oder bei so Alland Meetings, wie es
- 19:24genannt wird, oder bei
- 19:25Betriebsversammlung. Das das gibt's
- 19:27nicht und das hat meinees achtens da
- 19:28auch keinen Platz. Ich finde das ähm das
- 19:32Wahlrecht, also das passive jetzt in das
- 19:34aktive Wahlrecht, ne, also zur Wahl
- 19:36gehen zu können, ist ein ist ein
- 19:39Bürgerrecht, was wir in Deutschland
- 19:40haben. Es ist es ist die Basis für eine
- 19:43für eine demokratische Gesellschaft und
- 19:45das ist etwas, was jedem jeder Bürgerin,
- 19:48jedem Bürger ganz persönlich zusteht. Es
- 19:50ist nicht an mir als Verantwortlicher
- 19:52von DM äh den den Menschen da
- 19:55Empfehlungen abzugeben oder oder ähm
- 19:58gewisse Versprechen auch zu machen oder
- 20:00das in irgendeiner Form zu
- 20:01incentivieren. Ich glaube, wir als
- 20:02Unternehmen, was wir machen können, ist
- 20:04wir können durch die Art und Weise, wie
- 20:06wir Zusammenarbeit gestalten, wie wir
- 20:08miteinander umgehen, äh das Zutrauen in
- 20:11eine pluralistische Gesellschaft, in
- 20:13eine Debattenkultur stärken. Und ich
- 20:15glaube, das hat dann auch Auswirkung
- 20:17darauf, wie wir in der Gesellschaft ähm
- 20:19mit Fragestellung umgehen. Das ist der
- 20:21wesentliche Beitrag, glaube ich, den wir
- 20:23leisten können, der auch wirklich
- 20:25wirksam ist. Die anderen Dinge sind
- 20:27Wohlfeil und es nur zu machen, weil eine
- 20:29NGO das fordert, ähm würde ich sagen ist
- 20:32für die Galerie.
- 20:33Sie haben jetzt mehrfach schon die
- 20:35Debattenkultur angesprochen und ihre
- 20:37Sorge äh das eben in Deutschland nicht
- 20:39mehr debattiert wird. Wie ist denn wie
- 20:43würden Sie denn den Zustand aktuell
- 20:45beschreiben? Wird das wieder besser,
- 20:48offener? Wird es noch zugespitzter? Wie
- 20:50nehmen Sie das persönlich wahr?
- 20:52Ja, also wir haben wir haben in der in
- 20:54der Debatte haben wir schon eine
- 20:56Herausforderung. Also die Frage ist
- 20:57immer, wie gespalten ist die
- 20:58Gesellschaft? Kommt immer ein bisschen
- 21:00drauf an, wo man hinschaut. Wenn man mit
- 21:02Menschen spricht, äh erlebe ich äh, dass
- 21:04es sehr, sehr viele vernünftige Menschen
- 21:06in Deutschland gibt. Wenn wir die
- 21:07öffentliche Debatte uns anschauen, auch
- 21:09die Berichterstattung darüber, ist es
- 21:11oft ähm wirkt es oft extrem polarisiert.
- 21:14Ich glaube, was wir beobachten können,
- 21:16sind vor allem zwei Phänomene. Das eine
- 21:18ist ist eins, was es schon immer gegeben
- 21:19hat und das andere ist ist eher neu. Was
- 21:21es schon immer gegeben hat, ist, dass in
- 21:23Sachfragen äh es sehr unterschiedliche
- 21:25Meinungen gibt ähm ja, bis zu
- 21:28unterschiedlichen Ideologien auch. Ähm,
- 21:30aber das das kann durchaus auch so
- 21:32sozusagen die diese kreative Spannung
- 21:34sein, die es gibt, damit wir uns als
- 21:35Gesellschaft immer wieder mit Fragen
- 21:37beschäftigen und neue Erkenntnis haben
- 21:39und uns auch nach vorne entwickeln. Aber
- 21:40das zweite, was dazu gekommen ist, ist
- 21:43so eine affektive Polarisierung.
- 21:45Das heißt, dass wir sagen, mit dem
- 21:47brauche ich gar nicht sprechen. Wenn dir
- 21:49diese Meinung vertritt, ist es sowieso
- 21:51ein Spinner und äh deswegen brauche ich
- 21:54mir das gar nicht anhören. Also die
- 21:56Tatsache, dass die Meinung von dieser
- 21:57Person kommt, bedeutet schon, ich setze
- 21:59mich damit gar nicht mehr auseinander.
- 22:01Und das ist natürlich ein echtes
- 22:02Problem, weil dann fangen wir an uns nur
- 22:05noch mit Meinungen zu unter zu umgeben,
- 22:07die uns sympathisch sind. Aber gerade im
- 22:10Nachdenken anderer Meinung können wir ja
- 22:12zu neuen Gesichtspunkten kommen. Ist
- 22:13zumindest auch das, was ich in der
- 22:14Zusammenarbeitskultur jetzt bei dem
- 22:16Drogeriemarkt erlebe und deswegen auch
- 22:18sehr hochhalte. Und diese affektive
- 22:20Polarisierung ist etwas, was ich nach
- 22:23meiner Beobachtung verschärft hat,
- 22:25eigentlich seit der Coronapandemie, wo
- 22:26es zum ersten Mal so zu einem richtigen
- 22:28Riss gekommen ist und das setzt sich
- 22:30jetzt fort, wird natürlich auch
- 22:32verstärkt durch die Öffentlichkeit, die
- 22:34wir haben oder diese scheinbare
- 22:36Öffentlichkeit, die wir haben in den
- 22:37sozialen Medien, also dieses Phänomen
- 22:39der Echokammern, wo man sich eben mit
- 22:42Gleichgesinnten umgibt, auch getrieben
- 22:44durch den Algorithmus, der ja auf
- 22:47Engagement geht, der sehr
- 22:49emotionalisiert und es führt dazu, das
- 22:52kennen wir alle, wenn wir nur noch mit
- 22:53Gleichgesinden ähm zusammen sind, uns
- 22:56gegenseitig permanent bestätigen in
- 22:58unseren in unseren Ansichten, dass wir
- 23:01eine Meinung irgendwann mal zur
- 23:02Wirklichkeit erheben. Und es führt dann
- 23:04dazu, dass jemand, der mit einer anderen
- 23:05Meinung kommt, von uns gar nicht mehr
- 23:07gehört wird, dass wir sogar allergisch
- 23:08reagieren, sehr sehr dünnhäutig und am
- 23:10Ende uns nur noch anschreien und gar
- 23:12nicht mehr bereit sind, dem anderen
- 23:13zuzuhören. Und ich glaube, das ist ein
- 23:14Phänomen, was wir haben und das ist eine
- 23:16echte Aufgabenstellung ähm der wir auch
- 23:19begegnen müssen im Hinblick auf die
- 23:21Gestaltung des öffentlichen Raums.
- 23:23Gerade da habe ich mache ich auch immer
- 23:25wieder Vorschläge, was da verändert
- 23:26werden könnte. Also, wenn Sie wollen,
- 23:29können wir auch ein bisschen darüber
- 23:30sprechen. Sehr gerne. Es interessiert
- 23:32mich. Was tun Sie persönlich dagegen,
- 23:34dass Sie nicht in der Echokammer landen?
- 23:36Also mit welchen Menschen unterhalten
- 23:38Sie sich oder wo treffen sie die? Ähm,
- 23:41wo wo sie komplett unterschiedlicher
- 23:42Meinung sind? Ja, also jetzt mal ganz im
- 23:45Unternehmen haben wir ja auch
- 23:46grundsätzlich das Problem, dass man,
- 23:48wenn man in der Geschäftsführung tätig
- 23:49ist, dass man sozusagen im Elfenbeinturm
- 23:51noch in seiner Blase ist und gar nicht
- 23:53mehr mitkriegt, was so im Unternehmen
- 23:55passiert. Ähm, wir bei dem gehen ganz
- 23:57konkret damit so um, dass wir versuchen
- 24:00alles dafür tun, dass die dass die
- 24:02Hierarchie möglichst flach bleibt, dass
- 24:04wir immer nah da sind, wo wo tatsächlich
- 24:07der Kontakt mit unseren Kundinnen und
- 24:08Kunden auch auch stattfindet, also
- 24:10unsere vielen DM-märkte. Deswegen bin da
- 24:12viel unterwegs, spreche viel mit
- 24:13Menschen. Ähm, also das mal so so im
- 24:16Unternehmen die die Methode und die
- 24:18wende ich auch außerhalb an. Versuche
- 24:20mir immer ein umfassendes Bild zu
- 24:21machen, indem ich wie ich mich
- 24:22informiere, lese mehrere Zeitungen, höre
- 24:24viele unterschiedliche Podcasts, gerne
- 24:27auch Podcasts, wo ich nicht der gleichen
- 24:28Meinung bin, einfach um mal andere
- 24:30Gesichtspunkte zu hören, viele
- 24:31Interviews, ne? Deswegen bin ich auch
- 24:33ein Fan ihres Podcasts, weil sie eben
- 24:34mit Menschen sprechen und dann das eben
- 24:36dann keine Interpretation jetzt durch
- 24:38einen ja durch einen Journalisten,
- 24:40sondern das sind Journalist, der gute
- 24:41Fragen stellt, damit derjenige, der dann
- 24:43interviewt wird, äh eben möglichst tief
- 24:45blicken lässt und man versteht, aus
- 24:47welchen Motiven so jemand handelt. Ähm,
- 24:50was ich auch gemacht habe jetzt gerade
- 24:52in diesen Situationen, die wir eingangs
- 24:53angesprochen haben, ist äh Zuschriften
- 24:56äh einfach auch mal persönlich
- 24:57beantworten, um dann mal zu gucken, was
- 24:59passiert. Jetzt auch äh im äh bei dem,
- 25:02was jetzt Ende August war, habe ich auch
- 25:04mal mit einer der der Menschen
- 25:06gesprochen, hab sie einfach mal
- 25:08angerufen.
- 25:09Warum ging's da, also August die
- 25:10Brandmauerdebatte? Richtig. Ja, da
- 25:12ging's jetzt in dem Fall ging es jetzt
- 25:14um die Frage, ja, warum warum ähm setzt
- 25:17sich die eben nicht für für
- 25:18Meinungspluralismus ein, ne? Warum stehe
- 25:20ich nicht zu dem, was ich damals bei
- 25:21Markus Lanz geäußert habe? Äh und ich
- 25:24habe ihr geantwortet und sie hat dann
- 25:25noch mal geantwortet und hatte ihre
- 25:26Telefonnummer dabei und dann habe ich
- 25:28sie einfach angerufen und sie hat doch
- 25:29tatsächlich abgenommen und dann haben
- 25:31wir uns äh sehr sehr gut unterhalten. Äh
- 25:33und es ist für mich insofern interessant
- 25:36gewesen, weil ich weil ich natürlich
- 25:37dann einfach auch verstehe, warum
- 25:39reagieren den Menschen so? Natürlich ist
- 25:40es jetzt n n = 1, ne, ist nicht
- 25:43repräsentativ jetzt mal äh unterm unter
- 25:45Marktforschungsgesichtspunkten, ne, oder
- 25:47statistischen Gesichtspunkten, aber sind
- 25:49ja immer einzelne Einblicke und ich
- 25:50glaube, es ist unheimlich wichtig,
- 25:51gerade wenn man auch starke
- 25:52Überzeugungen hat, dass dass man das
- 25:55permanent hinterfrägt und sich klar
- 25:56maach, dann man kann es auch anders
- 25:58sehen. Und das Wichtige auch her
- 26:00Ronzimmer, glaube ich, ist, dass gerade
- 26:01wenn wir ins Gespräch gehen, dann können
- 26:02wir auch feststellen, dass es doch
- 26:04deutlich mehr Schnittmengen gibt als
- 26:05Dinge, die uns auseinandertreiben. Es
- 26:07gibt ja gerade diese Initiative
- 26:09Deutschland spricht, ne, von der Zeit,
- 26:11die auch von anderen ähm Medienhäusern
- 26:13unterstützt wird. Springer ist
- 26:15beispielsweise auch dabei, aber auch die
- 26:17Süddeutsche Zeitung. Ähm, eine
- 26:18Initiative, die wir bei DMDrogeriearkt
- 26:20ja auch unterstützen. Wir haben das
- 26:21kommunikativ unterstützt. Ich habe auch
- 26:23mal an so einer Session teilgenommen von
- 26:25Deutschland spricht, wo über eine App
- 26:26rausgefunden wird, wie man zu gewissen
- 26:29Sachthemen steht und dann werden die
- 26:30Menschen zusammengebracht, die eben
- 26:32diametral sich gegenüber stehen in ihrer
- 26:35Einschätzung zu diesen Fragen. Und so
- 26:37habe ich da auch mit jemanden
- 26:38gesprochen, der aus Berlin war und es
- 26:40war wirklich interessant dann zu sagen,
- 26:42aha, also sie sehen das ganz anders,
- 26:43erzählen Sie noch mal, wie kommen Sie
- 26:44denn zu dieser Einschätzung? Äh und wir
- 26:46haben das wechselseitig getan, haben
- 26:48gesehen, dass man dann doch im Grundsatz
- 26:50das gleiche Anliegen hatte, aber halt
- 26:52unterschiedliche Perspektiven auf
- 26:54Lösungswege hatte und es gibt immer
- 26:56viele Wege nach Rom und deswegen sind
- 26:58Debatten ja so wichtig, damit wir die
- 27:00unterschiedlichen Wege uns einfach mal
- 27:01vorstellen und idealerweise im Gespräch
- 27:04dann sagen, es ist jetzt es gibt diesen
- 27:06Weg, den Sie jetzt hatten, es gibt den
- 27:08Weg, den ich hatte, aber wenn wir jetzt
- 27:10gemeinsam drüber sprechen, wird uns
- 27:11plötzlich ein dritter Weg auch noch
- 27:13macht er schließt sich auch noch und das
- 27:15ist vielleicht ein Weg den man dann
- 27:16gemeinsam gehen kann. Im übrigen alle
- 27:18das eigentlich genau das, was in
- 27:19Koalitionsverhandlung entstehen sollte.
- 27:21Ja, aber das ist offensichtlich nicht so
- 27:23einfach, wie wir im Moment ja auch
- 27:24beobachten können.
- 27:25Ja, total wichtiger Punkt. Mir geht das
- 27:27auch immer so äh gerade, wenn es um
- 27:29Themen geht, die mir wahnsinnig im
- 27:30Herzen liegen, aber wo ich dennoch finde
- 27:32ähm dass man da eben offen sein muss,
- 27:34z.B. beim Thema Ukraine, Ukraine Hilfe
- 27:36Waffenlieferung erlebe ich immer wieder,
- 27:38die Leute mich irgendwo auf der Straße
- 27:40erkennen und das Thema eben viele
- 27:42bewegt. Ähm und ich dann auch ähm offen
- 27:45bin darüber zu diskutieren und die Leute
- 27:47nicht sofort irgendwie abstempeln will,
- 27:48weil sie dann andere Haltung haben, ja,
- 27:50die man einfach für nicht respektieren
- 27:52muss und dann ähm diskutieren muss und
- 27:54das ist uns wirklich ähm etwas abhanden
- 27:56gekommen. Da gebe ich Ihnen total recht.
- 27:58Auf der anderen Seite äh frage ich mich
- 28:01gerade, wenn wir jetzt über ihre
- 28:03Situation auch ihres Unternehmens
- 28:04sprechen, ähm in dieser Phase da in
- 28:08dieser Kampussion, aber auch davor, ähm
- 28:13haben wir am Ende vielleicht auch zu
- 28:15viele Bereiche unseres Lebens
- 28:17politisiert, also muss wirklich überall
- 28:20ähm Politik diskutiert werden, also im
- 28:23Unternehmen, am Familientisch, an in den
- 28:25Vereinen. Also, ich sag mal so, früher
- 28:27wäre wahrscheinlich die Wahl einer
- 28:28Drogerie oder vielleicht ist heute auch
- 28:30nicht so, aber es wird ja dazu gemacht
- 28:32irgendwie fast zu einer politischen
- 28:34Entscheidung dann. Also ähm heute kann
- 28:37die Frage so, wo ein Unternehmen wirbt
- 28:39oder mit welchem Verband man zusammen
- 28:41ist oder was auch immer ein einen
- 28:43riesigen politischen Konflikt auslösen
- 28:46und ich glaube das war früher anders.
- 28:47Ist das ein Zeichen für eine lebendige
- 28:50Gesellschaft oder läuft da gerade etwas
- 28:53schief in dieser Politisierung?
- 28:56Also ich persönlich halt es für ein
- 28:58Ausdruck in der lebendigen Gesellschaft,
- 28:59weil die Wirklichkeit der Ronzeimer ist
- 29:01ja auch selbst wenn es solche
- 29:02Forderungen gibt und solche solche
- 29:04Schitstorms in den in den virtuellen
- 29:06Welten, in der Wirklichkeit ist es ja
- 29:08nicht zu beobachten. Das heißt, es ist
- 29:10eine Diskussion, die sehr intensiv in
- 29:11gewissen Kreisen geführt wird, aber für
- 29:13den überwiegenden Teil der Bevölkerung,
- 29:15die sich jetzt die Frage stellen, wo
- 29:17besorge ich meinen drogistischen Bedarf,
- 29:20ähm spielt es keine Rolle. Deswegen ähm
- 29:22ist, glaube ich, unheimlich wichtig,
- 29:23dass wenn man damit konfrontiert wird,
- 29:25dass man nicht gleich reflexhaft
- 29:26reagiert, sondern erstmal tief
- 29:28durchatmet und sich mal den Sachverhalt
- 29:30anschaut, um dann auch ähm adäquat damit
- 29:33umgehen zu können und zwar so, wie man
- 29:35es persönlich vertreten kann. Und ich
- 29:38glaube, es sind es sind tolle Zeiten, in
- 29:40denen wir leben äh für Zivilcourage. Äh
- 29:42wir wir brauchen jetzt doch Menschen,
- 29:43die sich da nicht reiben lassen, sondern
- 29:45die Position beziehen. Und wenn es jetzt
- 29:47auch gelingt, dass in den Medien ähm
- 29:49solche solche Gesichtspunkte dann auch
- 29:52angesprochen werden und eben eben nicht
- 29:54nur nicht nur dann die Diskussion
- 29:56sozusagen weiter polarisiert wird,
- 29:58sondern dass dann gefragt wird, was
- 29:59passiert hier eigentlich gerade, also
- 30:01analytischer angegangen wird, äh glaube
- 30:04ich, dass dann daraus auch was positives
- 30:07entstehen kann. Und jetzt als
- 30:09Unternehmer ist meine Herangehensweise
- 30:10ja sowieso die, dass ich sage, die
- 30:12Verhältnisse sind zunächst mal so, wie
- 30:14ich sie vorfinde. Äh die werden
- 30:16gestaltet von ganz unterschiedlichen
- 30:18Interessengruppen, von Menschen mit
- 30:19Anliegen. Ähm und jetzt äh ist auf was
- 30:22es drauf ankommt, ist der
- 30:23unternehmerische Blick, ne, jetzt zu
- 30:25sagen, wo liegen denn da Chancen drin?
- 30:27Und ich muss Ihnen sagen, Herr Ronim,
- 30:29was ich da jetzt erlebt habe Ende
- 30:30letzten Jahres und jetzt Ende August.
- 30:32Ah, für mich super steile Lernkurve.
- 30:35Also auch ich musste mich die Frage die
- 30:37mit der Frage auseinandersetzen. Ja, wie
- 30:39stellst du dich denn dazu? Wie gehst du
- 30:41denn damit um? Was bedeutet jetzt
- 30:43Meinungspluralismus?
- 30:44Ähm wo willst denn da Grenzen ziehen?
- 30:46Das ist ja alles nicht so eindeutig. Da
- 30:48gibt's meines achtens auch kein richtig
- 30:50oder falsch. Also absolut, ne? Sondern
- 30:52da gibt's nur ähm die die Möglichkeit äh
- 30:55sich selbst zu fragen, für was möchte
- 30:58ich stehen, was ist mir wirklich wichtig
- 31:00und welche Entscheidung treffe ich
- 31:01jetzt? Und dann die Frage, was geschieht
- 31:04denn jetzt daraus und ähm ähm muss ich
- 31:07nachjustieren oder oder kann ich kann
- 31:09ich das verantworten, was aus dieser
- 31:11Entscheidung erwachsen ist? Ähm so gehe
- 31:13ich damit um. Insofern bin ich da bin
- 31:15ich da ganz ganz ganz frohen und Muts,
- 31:18ne? Aber ich muss auch sagen, ich hoffe,
- 31:20ich setze da sehr auf auf
- 31:21Medienchaffende und auch auf
- 31:22Multiplikatoren und da sind sie ja auch
- 31:24einer mit ihrem Podcast, der eine enorme
- 31:26Reichweite mittlerweile hat. Ich glaube,
- 31:28die Art und Weise, wie Sie auch
- 31:30Diskussionen in Deutschland anstoßen,
- 31:32einen wesentlichen eine wesentliche
- 31:35Auswirkung darauf hat, inwiefern es uns
- 31:37als Gesellschaft gelingt, uns mit den
- 31:38wesentlichen Dingen zu beschäftigen oder
- 31:40uns mit den oder uns an den
- 31:42Nebensächlichkeiten äh aufzureiben.
- 31:45Wie wie hat sich das ähm bei Ihnen
- 31:47persönlich weiterentwickelt, die
- 31:50Debatte? Sie haben die Landsendung
- 31:51angesprochen und die Reaktion, da ging
- 31:53es ja auch schon um die Brandnauer, aber
- 31:54ich habe das Gefühl zwischen äh wann war
- 31:57es Januar oder Winter und und heute,
- 31:59also Herbst diesen Jahres ist so viel
- 32:01passiert, also politisch und auch
- 32:03gesellschaftlich. Äh wie ist das bei
- 32:05Ihnen im eigenen Denkprozess
- 32:08weitergegangen seitdem und wo stehen Sie
- 32:10da heute und ja, wo stehen wir als
- 32:13Gesellschaft bei dieser Frage?
- 32:17Na ja, also ich glaube, die die
- 32:19Herausforderung, die wir ja im Moment
- 32:21haben, ist oder die wir grundsätzlich
- 32:22haben im Unternehmen, wie auch als
- 32:24Gesellschaft ist, wie machen wir uns
- 32:26zukunftsfähig? Wie müssen die
- 32:27Entscheidungen sein, die wir heute
- 32:29treffen, damit die Möglichkeiten in
- 32:30Zukunft größer werden und nicht kleiner
- 32:32werden? Also, das ist für mich der
- 32:34Begriff von Zukunftsfähigkeit
- 32:36oder auch von Nachhaltigkeit.
- 32:39Und ähm das ist halt die große
- 32:40Diskussion, die wir äh in der
- 32:42Gesellschaft im Moment führen. Und als
- 32:43Unternehmer interessiert mich das
- 32:45natürlich unheimlich, weil das ja genau
- 32:46die gleiche Frage ist, die uns auch im
- 32:48im Unternehmen umtreibt. Also DM ist
- 32:50jetzt 53 Jahre alt. ähm
- 32:52Einzelhandelsunternehmen, die deutlich
- 32:54über 100 Jahre alt geworden sind, sind
- 32:56meistens nicht in einem guten Zustand,
- 32:58weil sie irgendwie die Zukunftsfähigkeit
- 33:00nicht hingekriegt haben. Also, das ist
- 33:02ein Thema, was mich enorm interessiert
- 33:03und ich natürlich auch im im in der
- 33:05gesellschaftlichen Diskussion äh
- 33:07verfolge. Und äh da da haben wir im
- 33:10Moment äh glaube ich äh heftige Debatten
- 33:12in Deutschland. Ich glaube, das ist auch
- 33:13gut, weil natürlich das Geschäftsmodell
- 33:15Deutschland, welches uns jahrelang
- 33:18getragen hat, Jahrzehntelang getragen
- 33:19hat, so nicht mehr funktioniert, ne? ist
- 33:21ja mehrfach drüber berichtet worden.
- 33:23Also diese drei Säulen einmal äh
- 33:25Sicherheit durch die Vereinigten
- 33:26Staaten, günstige Energie durch Russland
- 33:29und äh Exportmotor äh und damit
- 33:32Wirtschaftsmotor durch China. Diese drei
- 33:34Säulen sind nicht mehr da. Wir sind in
- 33:36Deutschland im Moment mit der Frage
- 33:38konfrontiert, ja, und was bedeutet es
- 33:39jetzt für uns? Wie müssen wir uns
- 33:41aufstellen, damit wir zukunftsfähig
- 33:42bleiben? Dass diese Debatten geführt
- 33:44werden, ist ist wichtig. äh auch wenn im
- 33:47Moment noch nicht so ganz sich abnet,
- 33:49wie wirklich die Erfolgsstrategie
- 33:50aussehen wird. ist interessant, dass Sie
- 33:52das sagen, weil mein Eindruck ist,
- 33:54[räuspern] dass wir diese Debatten also
- 33:56um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands in
- 33:58Wahrheit nur am Rande führen und sehr
- 34:00viel stärker eben und das tun wir auch
- 34:02in diesen Tagen und diesen Wochen und
- 34:04Monaten, ähm die politischen Kämpfe
- 34:07zwischen den Parteien und den Kanzler,
- 34:09die AfD, Sachsenanhalt ähm so und da
- 34:12spielt natürlich die Wirtschaft ähm
- 34:14immer irgendwo eine Rolle, aber diese
- 34:16entscheidende Frage, die Sie gerade
- 34:17aufwerfen, also die Zukunftsfähigkeit
- 34:18Deutschlands, das ist ja kein ein
- 34:21zentrales zentrales [räuspern] Thema
- 34:23gerade erstaunlicherweise finde ich
- 34:25zumindest in der in in der öffentlichen
- 34:26Debatte. Also parallel zu diesen, ich
- 34:28würde es jetzt mal sagen, Kulturkämpfen,
- 34:30ähm ist ja eigentlich die größte
- 34:33Herausforderung
- 34:36diese Wirtschaftskrise. Also, wenn Sie
- 34:39jetzt darauf schauen, wie wie schlimm
- 34:41ist es denn gerade und wie äh schlimm
- 34:44könnte es da noch werden, jetzt ohne
- 34:45Horrorszenarien an die Wand zu malen,
- 34:47aber ich meine, wir müssen erstmal über
- 34:49die Gegenwart sprechen. Ja, also ähm die
- 34:52die Wirtschaft, eine prosperierende
- 34:54Wirtschaft ist eine Voraussetzung für
- 34:55eine prosperierende Gesellschaft. Also
- 34:58konnte man nach dem Zweiten Weltkrieg ja
- 35:00sehr sehr gut sehen, ne? Wohlstand für
- 35:02alle hat auf eine konsequente
- 35:03Wettbewerbswirtschaft gesetzt mit
- 35:05Kartellgesetzgebung, die dann damals
- 35:07eingeführt wurde. Das das hat
- 35:08letztenendes zu diesem enormen
- 35:09Aufschwung geführt, der sich im
- 35:12Lebensstandard dann niedergeschlagen
- 35:14hat.
- 35:16Und ähm die Frage jetzt von ähm von den
- 35:20Rahmenbedingungen, damit wir als
- 35:22Gesellschaft weiterhin prosperieren
- 35:24können, ist die eigentliche Frage, weil
- 35:26eben das alte Geschäftsmodell nicht mehr
- 35:28funktioniert, welches wir in Deutschland
- 35:30hatten. Also, das ist das zentrale
- 35:32Thema. Ich gebe Ihnen recht, dass wir in
- 35:34der Diskussion uns mit den
- 35:36Nebensächlichkeiten äh letztenendes
- 35:38verlieren.
- 35:40Ähm und deswegen glaube ich sind auch
- 35:41alle, die da im Moment in der
- 35:43politischen Gestaltung sind, wirklich
- 35:45aufgerufen äh sich daran nicht zu
- 35:47verlieren, sondern das zentrale Thema
- 35:49wieder in den in den Mittelpunkt Punkt
- 35:51zu rücken. Und da ist es halt einfach
- 35:53so, dass wir
- 35:55dass wir meines Erachtens eine ein einen
- 35:58Grundsachverhalt
- 35:59uns wirklich vor Augen führen müssen,
- 36:02der für Unternehmen gilt, aber der auch
- 36:03für für Staaten gilt. Und den kann man
- 36:06meines achtens folgendermaßen in Worte
- 36:08fassen. Wenn die
- 36:09Veränderungsgeschwindigkeit außerhalb
- 36:11eines Landes größer ist als innerhalb
- 36:13eines Landes, verliert das Land den
- 36:15Anschluss.
- 36:17Das ist das, was wir im Moment
- 36:18beobachten können. Wir sind in
- 36:19Deutschland sehr auf Beständigkeit
- 36:22ausgelegt, eigentlich seit dem Zweiten
- 36:23Weltkrieg durch unsere ganzen föderalen
- 36:25Strukturen, die die alle ihre wirklich
- 36:28ihre Meriten haben. Aber das macht
- 36:30Entscheidungsprozesse sehr sehr langsam.
- 36:32Das führt dazu, dass äh es nicht so
- 36:34einfach ist äh Dinge einfach
- 36:36durchzusetzen, also so ein
- 36:38Parteiprogramm pur zu machen, ja, wenn
- 36:40man nicht über die absolute Mehrheit
- 36:42verfügt. Das bedeutet, dass
- 36:45Anpassungsprozesse sehr, sehr langsam
- 36:46sind. Wir sind auch in in einem Land, wo
- 36:48sehr sehr viel reguliert wird, wo der
- 36:50Staat, wo dem Staat sehr sehr viel
- 36:52zugetraut wird, weil der Staat auch sehr
- 36:54sehr viel verspricht.
- 36:56Und das führt jetzt dazu, dass wenn
- 36:58plötzlich die
- 36:59Veränderungsgeschwindigkeit außerhalb
- 37:00des Landes deutlich an Dynamik gewinnt
- 37:03und das ist das, was wir beobachten,
- 37:04weil diese drei Säulen und das
- 37:05Geschäftsmodell zusammengebrochen sind,
- 37:07weil wir auch nicht mehr in einer in
- 37:10einer Zeit leben, wo eben äh die Stärke
- 37:12des Rechts gilt, sondern wieder das
- 37:14Recht des Stärkeren, was in Klammern
- 37:16auch eher der Normalzustand in der in
- 37:18der Feldentwicklung ist, muss man auch
- 37:20sagen. Da tun wir uns unheimlich schwer,
- 37:22uns anzupassen, sind sehr, sehr langsam
- 37:25und deswegen verlieren wir im Moment
- 37:27international den Anschluss,
- 37:29weil wir eben als exportorientierte
- 37:32Nation plötzlich Dingen unterworfen
- 37:34sind, die wir selbst nicht in der Hand
- 37:35haben. Und wir verlieren Wettbewerbs an
- 37:37Wettbewerbs ähm Fähigkeit. Das können
- 37:40wir eben daran sehen, dass die
- 37:41Nettoinvestitionen in Deutschland
- 37:42rückläufig sind. Es heißt, es wird
- 37:44weniger investiert, als abgeschrieben
- 37:46wird. Das heißt, wir leben von der
- 37:47Substanz. Ähm, Arbeitsplätze werden
- 37:49nicht mehr in erster Linie in
- 37:50Deutschland beschaffen, sondern die
- 37:52Produktion geht mehr und mehr ins
- 37:53Ausnand. Das ist etwas, das haben wir,
- 37:56also haben Menschen in Deutschland auch
- 37:58gewollt. Diese ganze Degrows ähm das
- 38:02ganze Degrowth Narrativ ging genau in
- 38:04diese Richtung. Äh auch was wir mit der
- 38:06Automobilindustrie gemacht haben, das
- 38:08war schon eine Strategie, die von
- 38:10Menschen auch verfolgt wurden, äh die
- 38:13auch in den Medien zum Zeit zelebriert
- 38:15wurden und dafür bekommen wir jetzt im
- 38:17Moment die Quittung.
- 38:18Also jemand, der da mit wachen Augen
- 38:20drauf geguckt hat, der hat es sehen
- 38:22können. Äh, aber das Schöne in dem Fall,
- 38:25also in Anführungsstrichen ist ja, wir
- 38:27haben es uns selbst eingeprockt, also
- 38:29können wir es auch wieder verändern. Wir
- 38:31müssen wir müssen es nur anpacken. Wir
- 38:33müssen die Ärmel hochkrampeln. Und ich
- 38:34glaube ein gutes Bild für das was
- 38:36Deutschland ist, ist dass wir einfach so
- 38:39wie wie Guliva im Lande Liliput äh als
- 38:43Riese unter den Zwergen uns nicht mehr
- 38:45bewegen können, weil lauter kleine
- 38:47Regulierungen und Vorschriften wie
- 38:49Bindfäden uns am Brudden halten. Und
- 38:51deswegen ist es auch nicht eine Sache,
- 38:53sozusagen ein Gesetz, was wir verändern
- 38:55müssen. Wir müssen uns das gesamte schon
- 38:57mal angucken und fragen, wie müssen wir
- 38:58uns denn eigentlich auf aufstellen,
- 39:00damit der Riese im Lande Lilipput wieder
- 39:02aufstehen kann und seine Kraft auch
- 39:04wirklich entfalten kann. Ich glaube, da
- 39:06gibt es da gibt es Dinge, die wir machen
- 39:07könnten, die wir machen sollten, aber es
- 39:10bedeutet natürlich, dass alle bereit
- 39:11sein müssen, sich zu verändern.
- 39:13Welche Dinge sind das? Also ich ich
- 39:15trete vor allem für drei Dinge ein, wo
- 39:18ich sage, das würde wirklich einen
- 39:19Unterschied machen. Ähm und zwar ich
- 39:21glaube, wir bräuchten längere
- 39:23Legislaturperioden.
- 39:24So etwas, was Ferdinand von Shirach ja
- 39:26auch schon ins Gespräch eingebracht hat,
- 39:28finde ich wirklich wirklich äh
- 39:30nachdenkens und bedenkenswert. Mit vier
- 39:33Jahren, die wir haben jetzt auf
- 39:34Bundesebene oder auch auf Landesebene,
- 39:36ist es halt einfach so, dass Reformen,
- 39:38bis sie erstmal implementiert werden,
- 39:40ja, Zeit brauchen und dann jede
- 39:42Entwicklung ist so ist so hat so eine J
- 39:44Form, ne, wie der Buchstabe J. Das
- 39:46heißt, also es geht erstmal nach unten,
- 39:48bevor es nach oben geht und dann auch
- 39:50sehr lange nach oben gehen kann. Das
- 39:52Problem ist, dass wenn wir dass wenn wir
- 39:54Reformen anpacken, geht's erstmal in
- 39:56diesem J nach unten und in der Regel
- 39:58sind wir dann schon wieder im im
- 39:59Wahlkampf für die nächste Wahl. Und
- 40:02diese Veränderungsschmerzen sind halt
- 40:05ähm müssen gut erklärt werden, mit einer
- 40:08starken Vision auch erklärt werden, aber
- 40:10sind natürlich sehr sehr leicht
- 40:11auseinanderzunehmen und es führt dazu,
- 40:13dass politische Verantwortungsträger oft
- 40:16sich nicht mehr zutrauen, wesentliche
- 40:19Reformen anzupacken, weil sie die Sorge
- 40:21haben, im nächsten Wahlkampf abgewählt
- 40:22zu werden. Wenn wir längere
- 40:24Legislaturperioden hätten,
- 40:25beispielsweise nicht 4er Jahre, sondern
- 40:276 Jahre, dann wäre einfach die
- 40:29Möglichkeit auch schon sozusagen wieder
- 40:32auf den aufsteigenden Teil des JS zu
- 40:34kommen, ähm wenn der nächste Wahlkampf
- 40:36ist und äh dann auch ähm die Früchte
- 40:39dieser dieser grundlegenden Reformen zu
- 40:41ernten. auch die Möglichkeit im
- 40:43Zusammenhang mit Legislaturperioden,
- 40:44dass wir vielleicht uns mal überlegen,
- 40:45ob wir die vielen Wahlen, die es immer
- 40:47wieder gibt, also so ein bisschen
- 40:49bündeln, ist nicht so leicht, weil wenn
- 40:51wenn Regierungsbündnisse zerbrechen,
- 40:53gibt es neue Wahltermine. Also, man kann
- 40:54es nicht immer alles auf die gleiche
- 40:55Zahl, aber dass man schon mal so ein
- 40:57bisschen überlegt, wie kann man das
- 40:58vielleicht koordinieren, um dann um da
- 41:00eine Ruhe zu haben, das ist der erste
- 41:01Vorschlag. Der zweite Vorschlag, Herr
- 41:03Ronzeimer, ich glaube, wir sollten
- 41:04wirklich auf konsequente
- 41:06Amtszeitbegrenzung bei Wahlämtern
- 41:08setzen. Also, wenn wir längere
- 41:10Legislaturperioden hätten und würden auf
- 41:12zwei Amtsperioden gehen und damit auf 12
- 41:14Jahre, dann hätte das wesentliche
- 41:16Auswirkungen auf unser auf unsere auf
- 41:20unsere Zustände in unserem Land, weil
- 41:21das würde bedeuten, dass Menschen, die
- 41:23in die Politik gehen, in Wahl auf
- 41:25Wahlämter sich bewerben, [räuspern] dass
- 41:27denen klar wäre, dass nach 12 Jahren
- 41:28Schluss wäre. Das heißt, sie würden sich
- 41:30davor schon Gedanken machen, in welchem
- 41:33Beruf möchte ich danach auch
- 41:34weiterarbeiten? Werden viel mehr
- 41:36Menschen in unseren Parlamenten, die
- 41:37auch wirklich schon im Beruf gestanden
- 41:39hätten. Ich glaube, das würde würde
- 41:41würde uns gut tun. Es hätte auch die
- 41:43Folge, dass viel mehr Menschen in diese
- 41:45Emter kommen könnten, weil es eben nicht
- 41:48möglich wäre über Jahrzehnte, über
- 41:49Dekaden ähm Ämter zu besetzen, sondern
- 41:53auch Parteien müssten permanent schauen,
- 41:54wo sie neue Kandidaten herbekommen, die
- 41:57diese Wahlämter dann auch tatsächlich
- 41:59antreten könnten. Ich glaube, es wäre
- 42:01auch mehr Beherztheit, weil wenn klar
- 42:02ist, dass nach der zweiten Amtsperiode
- 42:04ohnehin Schluss ist, muss ich nicht
- 42:06darauf spekulieren, irgendetwas zu
- 42:08machen, was kurzfristig vielleicht dazu
- 42:09führt, dass ich wiedergewählt werde. Wir
- 42:11hten mehr politische Mut, wir hätten
- 42:12nicht engere Verbindung zwischen
- 42:14politischen Parteien und Bevölkerung und
- 42:16wir hätten mehr Engagement der
- 42:18Bürgerinnen und Bürger sich auch
- 42:19politisch einzubringen. Das ist der
- 42:21zweite Vorschlag. Und der dritte
- 42:22Vorschlag ist das, was äh ähm im
- 42:25allgemeinen als Sansklauseln bezeichnet
- 42:27wird. Also Auslaufklauseln wäre das
- 42:29deutsche Wort. Das heißt, dass wir bei
- 42:31Gesetzen, die erlassen werden, uns immer
- 42:33ähm schon äh kommitten auf ein
- 42:36Verfallsdatum und auf ein
- 42:38verpflichtendes Wiedervorlagedatum. Je
- 42:40nach Gesetz kann das variieren in der
- 42:42Länge, aber das würde dazu führen, dass
- 42:44zum Zeitpunkt des Wiedervorlagedatums
- 42:46sehr genau geprüft würde, ob denn die
- 42:48Gesetze, die bestehen, weiterhin die
- 42:50Wirkung entfalten, die intendiert waren,
- 42:52als sie in Kraft gesetzt wurden. Weil
- 42:54Herrzeimer, das Problem sind ja nicht
- 42:55schlechte Gesetze per se. Das Problem
- 42:57sind Gesetze, die aus der Zeit gefallen
- 42:59sind, weil sich die Zeit weitergedreht
- 43:00hat. Das würde also dazu führen, dass
- 43:02gerade diese
- 43:02Veränderungsgeschwindigkeit, diese
- 43:04Veränderungsfitness,
- 43:05Veränderungsfähigkeit dadurch sozusagen
- 43:07institutionalisiert werden würde.
- 43:09Parlamente würden sich viel mehr mit dem
- 43:11Bestehenden beschäftigen und würden
- 43:12nicht immer neue Gesetze bringen,
- 43:14sondern würden das Bestehende wirklich
- 43:16erneuern, weil das Geheimnis von
- 43:18Zukunftsfähigkeit ist klare Vision und
- 43:20Erneuerungsfähigkeit. Und ich glaube,
- 43:21das würden wir damit wirklich
- 43:22voranbringen. Deswegen werden das drei
- 43:24Vorschläge, die, ich glaube, die
- 43:26wirklich den Rahmen verändern würden bei
- 43:28uns und uns ähm eine Verfasstheit geben
- 43:31würde, die uns besser in die Lage
- 43:33versetzen, dass die Dinge geschehen, die
- 43:34uns wirklich in die Zukunft auch führen
- 43:36können.
- 43:36Wenn Sie jetzt äh wer auf die aktuelle
- 43:38Regierung schauen, all die Probleme, die
- 43:40es gibt, über die wir hier auch täglich
- 43:42im Podcast sprechen, gibt es da etwas,
- 43:46was Sie noch Hoffnung haben lässt, dass
- 43:49die das hinbekommen? Also die Reformen,
- 43:52dass da etwas angepackt wird, damit
- 43:54Deutschland nach vorne kommt oder ist
- 43:56das jetzt so vertragt, dass das nur noch
- 43:58schwer funktionieren kann?
- 44:01Ja, Ronzamer, ich glaube, das ist vor
- 44:02allem eine Fragestellung an die
- 44:04politischen Verantwortungsträger. Ja,
- 44:06also als Bürger, sage ich jetzt mal, die
- 44:09Sonne geht immer wieder auf am nächsten
- 44:10Tag, die Erde dreht sich weiter oder wie
- 44:12mein wie mein Großvater immer zu mir
- 44:14gesagt hat, die Karawane zieht weiter.
- 44:16Deswegen äh also wenn diese Regierung
- 44:19jetzt in dieser Konstellation das nicht
- 44:20hinbekommt, ja, dann passiert das
- 44:22nächste, ne? Und und was danach passiert
- 44:24ist ist nicht der Weltuntergang
- 44:26Deutschlands. Ja, die Dinge werden sich
- 44:28weiterentwickeln. Entscheidend ist doch,
- 44:30dass diejenigen, die in die politische
- 44:32Verantwortung wollen, dass die wirklich
- 44:35Wirkung erzeugen, weil Bürgerinnen und
- 44:37Bürger halten sich an die Wirkung, an
- 44:39das, was wirklich geschieht, nicht an
- 44:40das, was versprochen wird. Herr Ron ich
- 44:42glaube, das Problem, was wir in
- 44:43Deutschland im Moment haben, ist wir
- 44:44haben viel Analyse ohne Vision und wir
- 44:48haben viel Erkenntnis ohne Tat und das
- 44:51ist etwas, was auf Dauer nicht gut geht.
- 44:54Wir brauchen starke Visionen. Ähm weil
- 44:56und das ist auch meine meine Erkenntnis
- 44:58als Unternehmer. Wenn ich eine starke
- 45:00Vision habe, bedeutet es ja, ich ich
- 45:02beschreibe ein Zielstud Zielzustand zu
- 45:04dem wir wollen. Und jetzt ist ja die
- 45:07Frage, wie komme ich von dem
- 45:09Jetztzustand in den Zielzustand? Das
- 45:10geht nur durch Veränderung. Das heißt,
- 45:12wenn wir einen starken eine starke
- 45:13Vision haben, ist Veränderung ein
- 45:16Aufbruch, um zu diesem Zielzustand zu
- 45:18kommen. Also, ich bin bereit, um mal das
- 45:20Bild von Ksten Marschmeier zu verwenden,
- 45:22welches er kürzlich gesagt hat, ja, um
- 45:25zur zu Oase zu kommen, muss ich durch
- 45:27die Wüste gehen. Ja, aber die Oase gibt
- 45:30mir die Kraft auch durch die Wüste zu
- 45:31gehen. Wenn ich aber diesen diesen
- 45:33Zielzustand nicht habe, dann ist eine
- 45:35Veränderung, eine Zumutung, weil dann
- 45:37muss ich mich aus meiner Komfortzone
- 45:39bewegen, in der ich im Moment bin. Und
- 45:41viele Menschen leben halt
- 45:42verständlicherweise auch nach dem
- 45:44Prinzip lieber das bekannte Unglück als
- 45:46das unbekannte Glück. Deswegen glaube
- 45:49ich sind gerade die politischen die
- 45:51Menschen, die im Moment in der
- 45:52politischen Verantwortung sind
- 45:53aufgerufen, mal klar zu definieren, was
- 45:55ihr Zielzustand ist, was ihre Vision für
- 45:58unser Land ist. Und ich glaube, das
- 46:00würde auch die Menschen wirklich
- 46:02zusammenbringen und dann würden Reformen
- 46:04von den Menschen auch akzeptiert werden,
- 46:06weil es eben eine Sprosse sind auf der
- 46:08Leiter zu dem zu dem zu dem Zielbild, wo
- 46:11wir eigentlich hin wollen.
- 46:12Herr Werner, herzlichen Dank für ihre
- 46:15Zeit. Äh, das war hochspannend. Äh,
- 46:17bedank mich für die Antworten und alles
- 46:19Liebe.
- 46:20Ja, vielen Dank, Herr Ronzeim und alles
- 46:22Gute. [musik]
- 46:28Danke schön fürs Zuschauen. Für weitere
- 46:30Interviews, Analysen, Reportagen folgt
- 46:33einfach hier meinem Kanal und aktiviert
- 46:35die Glocke, dann verpasst ihr nichts.
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This page contains the full transcript of Links vs. Rechts: Wie Deutschland sich spaltet. Mit Christoph Werner (dm-Chef) by Ronzheimer, generated from the public captions YouTube serves with the video. The transcript has 8,143 words across 1,370 segments, with the original timestamps preserved so you can click any line to jump to that moment in the embedded player.
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