KI gegen Krebs, Medizintechnik für alle, Politik-Lehren | Siemens-Healthineers-Chefin Sonja Wehsely — Transcript
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- 0:00[musik]
- 0:05Wir sind Weltmarktführer im Bereich der
- 0:07Bestrahlung.
- 0:09[musik]
- 0:10Das ist Sonja Wessel. Sie ist Executive
- 0:13Vice President bei Siemens Healthers.
- 0:17[musik] Wir sehen, dass cardiovaskuläre
- 0:21Erkrankungen dramatisch [musik] steigen,
- 0:24weltweit.
- 0:27Sie leitet von Wien aus das Geschäft des
- 0:29Medizintechnik Konzerns [musik]
- 0:31für über 30 Länder. Wir fragen Sie, ob
- 0:34die KI bald bessere Diagnosen stellt als
- 0:37menschliche Ärztinnen und Ärzte. [musik]
- 0:41Je früher die Diagnose da ist, desto
- 0:45besser kann behandelt werden. Und da ist
- 0:49auch ein wesentlicher Einsatzbereich von
- 0:52[musik] Artificial Intelligence.
- 0:55Und wir fragen sie, wie es ist, aus der
- 0:56[musik] Politik in einen Weltkonzern zu
- 0:59wechseln. Ich kann alles anwenden, was
- 1:02ich in meinen 25 Jahren in [musik]
- 1:05unterschiedlichen Rollen in der Politik
- 1:07gelernt habe, weil am Ende des Tages
- 1:09geht's um Menschen.
- 1:17[musik]
- 1:21Mein Name ist Petra Stüber und das ist
- 1:23der CEO Podcast vom Standard.
- 1:26Wir interviewen die wichtigsten
- 1:28Wirtschaftstreibenden Österreichs,
- 1:30blicken in deren Arbeitswelten, finden
- 1:32heraus, wie sie es an die Spitze
- 1:34geschafft haben [musik] und was es
- 1:36braucht, um Österreichswirtschaft
- 1:37anzukurbeln.
- 1:39Wenn Sie uns dabei helfen wollen, diesen
- 1:40Podcast groß zu machen, abonnieren
- 1:42[musik] Sie CEO auf den Podcast
- 1:45Plattformen Ihrer Wahl und schicken Sie
- 1:47uns ihr Feedback und Ihre
- 1:48Interviewwünsche an podcast@dardat.
- 1:51[musik]
- 1:53Und jetzt geht's los.
- 1:58Frau Wesseli, wie oft müssen Sie
- 2:00eigentlich erklären, dass Sie nicht bei
- 2:02Siemens, sondern bei Siemens Halfiniers
- 2:05arbeiten? Es kommt drauf an, mit wem ich
- 2:07spreche. Mhm. Kundinnen und Kunden
- 2:10wissen das sehr gut, weil für dir das
- 2:13Thema Medizin, Technik und Diagnostik,
- 2:16das ist, warum sie mit uns zu tun haben.
- 2:19mit Leuten, die jetzt an sich mit dem
- 2:21Thema nichts zu tun haben und jetzt mit
- 2:23keinem der Siemens Aktiengesellschaften,
- 2:26mit keiner der Siemens
- 2:27Aktiengesellschaften, da muss man das
- 2:29schon meistens dann erklären, dass es
- 2:32das große Siemens nicht mehr gibt,
- 2:34sondern dass das mehrere
- 2:35Aktiengesellschaften sind, die auch im
- 2:38Dax gelistet sind und daher ein
- 2:40selbständiges Unternehmen, das bereits
- 2:42seit 2018.
- 2:43Können Sie uns konkret sagen, womit sich
- 2:46Siemens Atheneers beschäftigt?
- 2:49Siemens Health ist ein Unternehmen, das
- 2:52in über 70 Ländern weltweit direkt tätig
- 2:55ist und unser Ziel ist es, medizinische
- 2:59Innovation
- 3:01möglichst so zu verbreiten, dass die
- 3:04Krankheiten, vor denen sich die Menschen
- 3:05am meisten fürchten, die am meisten
- 3:07verbreitet sind, sehr früh
- 3:09diagnostiziert werden können und damit
- 3:11gut behandelt werden können. Das ist
- 3:13unser Ziel und das machen wir einerseits
- 3:15mit Bildgebung von Ultraschall über
- 3:19Computerdomographie,
- 3:20Magnetresonanztherapie
- 3:22bis zu Labor und all das ist dann immer
- 3:25auch verbunden mit Healthcare IT, mit
- 3:28dem Ziel Patientinnen und Patienten
- 3:30besser behandeln zu können.
- 3:31Mhm. Jetzt haben Sie, glaube ich, einen
- 3:34ganz guten Überblick, wenn Sie sagen 70
- 3:37Länder, Sie selbst sind für 30 Länder
- 3:39zuständig. Was ist denn derzeit das
- 3:42wichtigste gesundheitliche Thema
- 3:44überhaupt weltweit?
- 3:46Wir sehen, dass cardiovaskuläre
- 3:50Erkrankungen dramatisch steigen,
- 3:53weltweit. Das heißt, alle Dinge, die mit
- 3:55dem Herzkreislauf
- 3:57Herzkreislauf zu tun haben. Wir sehen
- 4:00zweitens, dass auch aufgrund dessen,
- 4:02dass die Menschen älter werden und zwar
- 4:04auch das weltweit das Thema Krebs, eines
- 4:08ist, das hier ist und bleiben wird. Es
- 4:12ist das Thema Schlaganfallen besonders
- 4:15relevantes und Demenzheimer. Das sind
- 4:18sozusagen die vier, auf die wir uns auch
- 4:20ganz besonders konzentrieren mit unserem
- 4:23gesamten Portfolio, mit dem Ziel
- 4:26möglichst früh zu erkennen, um möglichst
- 4:29bald die richtige Therapie auch anbieten
- 4:32zu können. Wobei wir auch in der
- 4:34Therapie tätig sind. Wir sind
- 4:36Weltmarktführer im Bereich der
- 4:37Bestrahlung, ein ganz ganz wesentliches
- 4:39Therapieeinsatz im Bereich der
- 4:41Krebsbehandlung. Jetzt gibt's sehr
- 4:43heimtükische Krebsarten, die man sehr
- 4:46spät erst erkennt und dann umso weniger
- 4:48dagegen tun kann, wie z.B.
- 4:50Bauchspeichelgrüsenkrebs.
- 4:51Gibt's da wesentliche Fortschritte in
- 4:54den letzten Jahren? Würden Sie sagen,
- 4:56hat sich da etwas getan? Ist man da
- 4:58weiter? Kann man da vielleicht schon
- 4:59früher erkennen oder wie ist man da?
- 5:02Weil Krebs ist ja auch eins dieser
- 5:04Themen. Sie haben selbst gesagt, dass
- 5:06die meisten Menschen in irgendeiner Form
- 5:08betrifft, sei es als Angehörige oder
- 5:10weil sie selbst betroffen sind oder weil
- 5:13sie jemanden kennen in ihrem näheren
- 5:15Umfeld. Gibt's da Hoffnung, gibt's da
- 5:17Fortschritte? Sie sagen Hoffnung und das
- 5:20ist genau das, wofür wir arbeiten,
- 5:23nämlich Patienten und Patientinnen
- 5:26Hoffnung zu geben an Stelle der Angst,
- 5:30die man üblicherweise bei so einer
- 5:31Diagnose hat. Und wir sehen bei sehr
- 5:33vielen Krebsarten, dass Krebs eine
- 5:36chronische Erkrankung wird.
- 5:38Beispielsweise Brustkrebs. Jede achte
- 5:41Frau in Österreich, aber auch weltweit,
- 5:44sind die Zahlen sehr ähnlich. erkrankt
- 5:46einmal in dem Leben an Brustkrebs.
- 5:49Früherkannter Brustkrebs ist
- 5:50mittlerweile etwas, was heilbar ist und
- 5:53nicht so früh erkrankter etwas, was eine
- 5:55chronische Erkrankung wird. Es gibt
- 5:57heimtückische Krebsarten, sie haben es
- 5:59schon gesagt, z.B. den
- 6:00Bauchspeicheldrüsenkrebs,
- 6:02wo die Wissenschaft noch nicht so weit
- 6:04ist, dass man das sagen kann, dass das
- 6:06eine chronische Erkrankung ist. Aber
- 6:08überall gilt. Je früher die Diagnose da
- 6:12ist, desto besser kann behandelt werden.
- 6:16Und da ist auch ein wesentlicher
- 6:19Einsatzbereich von Artificial
- 6:21Intelligence in der Diagnose, nämlich um
- 6:25Krebs im Frühstadium zu erkennen, wo er
- 6:28sonst noch gar nicht erkannt worden
- 6:30wäre.
- 6:31Wie muss ich mir das vorstellen? ist das
- 6:32so, dass die AI, also künstliche
- 6:34Intelligenz, die ja mit sehr viel mit
- 6:36Wahrscheinlichkeiten arbeitet, man
- 6:39füttert sie mit Symptomen, die man bei
- 6:41einem Patienten einer Patientin findet
- 6:43und die E spuckt aus quasi, was
- 6:46möglicherweise die Krankheit sein kann.
- 6:49Muss ich mir das so vorstellen?
- 6:50Es ist so, dass dass das Prinzip ist,
- 6:53dass möglichst viele Daten dazu führen,
- 6:57dass Dinge erkannt werden, auf die der
- 7:00Arzt die Ärztin vielleicht gar nicht
- 7:01schaut, weil seine Zufallsdiagnose ist,
- 7:03weil das der Fokus etwas anderes ist.
- 7:06Und der ganz wesentliche Punkt, die
- 7:08Endentscheidung über eine Diagnose muss
- 7:11immer der Arzt oder die Ärztin haben.
- 7:13Aber die Unterstützung darin, dass auf
- 7:16alles geschaut wird, da kann Artificial
- 7:19Intelligence ganz besonders helfen. Und
- 7:22wenn man dann in einem Land wie
- 7:24Österreich ist, wo man bei aller Kritik,
- 7:27die man vielleicht anbringen kann, sagen
- 7:29kann, wir haben ein Gesundheitssystem,
- 7:31wo jede und jeder, wenn er oder sie
- 7:33schwer krank ist, die beste medizinische
- 7:35Versorgung bekommt, dann ist natürlich
- 7:37diese Frühdiagnose ganz besonders
- 7:39wichtig, weil dann auch das die
- 7:41entsprechendle Behandlung führen kann.
- 7:43Sollten uns immer ein bisschen beleben
- 7:45in Österreich und nicht im Vergleich.
- 7:47Das ist einerseits klar und gut.
- 7:49Andererseits, wenn man bisschen in der
- 7:50Welt herumkommt, sieht man schon, dass
- 7:52das, was für unser
- 7:53Selbstverständlichkeit ist, in den
- 7:55meisten Teilen der Welt weit vom
- 7:57Erreichbaren ist.
- 7:58Jetzt das baut mir gleich die Brücke zu
- 8:00meiner nächsten Frage. Die wäre nämlich
- 8:02gewesen oder ist auch tatsächlich, ich
- 8:04habe ja auf ihrer Webseite gefunden,
- 8:06dass der Anspruch von Siemens Healthers
- 8:09ist, den Zugang zu medizinischer
- 8:11Versorgung für unterversorgte
- 8:13Bevölkerungsgruppen weltweit zu
- 8:15verbessern. Was heißt das jetzt konkret?
- 8:18Das heißt konkret, lassen Sie mich hier
- 8:20als Beispiel eine Zahl nennen. Ich habe
- 8:23vorher schon erwähnt
- 8:24Linearbeschleuniger, das sind
- 8:26Behandlungsgeräte für Krebstherapie, für
- 8:28Bestrahlung. Die WHO gibt als Ziel vor,
- 8:32dass pro einer Million Einwohnerinnen
- 8:34und Einwohner ein Linearbeschleuniger
- 8:37die Untergrenze ist. In Deutschland
- 8:41gibt's pro einer Million Einwohner
- 8:43sieben Linearbeschleuniger,
- 8:45in Indonesien 0,3
- 8:48und da ist das Ziel, die Diagnose für
- 8:53Menschen weltweit zu verbessern. Der
- 8:56Großteil der Menschen weltweit haben
- 8:58keinen guten Zugang zu Diagnose und wir
- 9:02fokussieren da auch ganz stark darauf,
- 9:05Geräte so zu erschaffen und zu erfinden,
- 9:10die sehr leicht zu bedienen sind, weil
- 9:13die Frage des qualifizierten Personals,
- 9:16die diskutiert man auch auf der ganzen
- 9:17Welt, aber ist auch das Niveau der Sorge
- 9:20in Österreich ein anderes als in anderen
- 9:21Teilen der Welt und geht's auch sehr
- 9:23stark darum Dinge z.B. remote machen zu
- 9:27können, weil ich jetzt Indonesien gesagt
- 9:28habe, ein Staat mit tausenden Inseln, da
- 9:32ist die Frage einer Remote Versorgung
- 9:34eine ganz besonders wichtige. Also das
- 9:35heißt, das Ziel, dass wir uns ganz stark
- 9:37gesetzt haben in den nächsten Jahren ist
- 9:41ganz stark zu fokussieren, dass gute
- 9:44Gesundheitsversorgung, die mit der
- 9:46Diagnose beginnt, auch in Emerging
- 9:49Markets einen wesentlicher Teil sein
- 9:52soll. Jetzt heißt es dazu folge richtig
- 9:55in einem Werbevideo auf ihrer Website,
- 9:57wo ein Mensch lebt, sollte niemals
- 9:59bestimmen, wie gut ein Mensch lebt. Aber
- 10:02ist das nicht in der Praxis doch ein
- 10:05sehr vollmundiges Versprechen? Immerhin
- 10:08sind alle Geräte, die Sie verkaufen,
- 10:09nicht ganz billig. Also welches dritte
- 10:12Weltland, welcher Emerging Market kann
- 10:15sich das leisten? Siemens Healthy ist ja
- 10:18keine NGO. Da haben Sie vollkommen
- 10:20recht. Siemens Health Nee ist keine NGO,
- 10:21aber Siemens Healthy Neers hat ein
- 10:23starkes Commitment zu Unterstützung
- 10:28von gesellschaftlichen
- 10:30und daher arbeiten wir auch sehr eng
- 10:32zusammen mit NGOs wie z.B. mit dem
- 10:35Global Fund oder ganz anderes Thema, ich
- 10:38bin unter anderem auch für die Ukraine
- 10:39zuständig, wo wir jetzt gemeinsam mit
- 10:41dem GZ, das ist die Entwicklungsagentur
- 10:43in Deutschland ein Programm aufgesetzt
- 10:46haben, um Tex, das heißt vor allem
- 10:49Frauen sind das, die im Bereich der der
- 10:52Radiologie die Untersuchungen machen,
- 10:55also nicht die Ärzte, sondern die MTAs
- 10:57würde man in Österreich sagen,
- 10:58also die medizinisch medizintechnischen
- 11:00Assistenten Assistentinnen, das heiß
- 11:02heißt überall ein bissel anders, die
- 11:04ganz konkret aufzuschulen und
- 11:06auszubilden. Das heißt, wir tun neben
- 11:08dem Verkauf unserer Geräte tun wir sehr
- 11:11viel und beim Verkauf der Geräte, da
- 11:13muss man auch ganz stark darauf schauen,
- 11:14da gibt es erstens die grundsätzliche
- 11:17Frage: Sehen wir überall, dass
- 11:20eigentlich alle Regierungen das Thema
- 11:22Healthcare ganz besonders wichtig nehmen
- 11:24und was wir da besonders unterstützen
- 11:27können auch mit ganz klarer Beratung und
- 11:30das ist der große Vorteil eines
- 11:32Unternehmens, dass eben die ganze Welt
- 11:34kennt und daher auch weiß, wie Fehler
- 11:37z.B. in der entwickelten Welt gemacht
- 11:39wurden, die vielleicht nicht noch mal
- 11:40wiederholt werden müssen, dass der
- 11:43Bereich der Diagnose in der
- 11:45Gesundheitsversorgung der das wenigste
- 11:48Geld kostet. Aber wenn ich mit guter
- 11:50Diagnose beginne, ich als
- 11:53Gesundheitspolitiker, als
- 11:54Gesundheitspolitikerin
- 11:56sehr konkret die Therapie einsetzen
- 11:58kann. Das heißt, ich habe sehr wenig
- 12:00Trial and Errow. Wenn früh genau erkannt
- 12:03ist, was eine Diagnose ist, kann ich
- 12:06ganz zielgerichtet und sehr früh auch
- 12:08darauf reagieren und therapieren.
- 12:09Aber für eine belastbare Krebsdiagnose
- 12:12brauche ich ein CD, ein MRT, das sind
- 12:15richtige Geräte, die sehr viel können,
- 12:17aber die sehr teuer sind. Teuer ist was
- 12:20relatives. Ja, also das kostet schon
- 12:22Geld, weil der Qualität Geld kostet,
- 12:26aber Projekte für den Bereich bin ich
- 12:29nicht zuständig, aber bin mit den
- 12:30Kolleginnen und Kollegen eng im
- 12:32Austausch. Jetzt gerade ein Value
- 12:34Partnership, so nennen wir langjährige
- 12:36Partnerschaften mit Ruanda, wo es genau
- 12:39darum geht, die Onkologieversorgung in
- 12:42Ruanda auszubauen. Und da geht's
- 12:44natürlich ganz stark auch um
- 12:45Businessmodelle. Das sind auch
- 12:46Businessmodelle, die eben anders sind
- 12:48als man legt alles Geld am Anfang auf
- 12:50den Tisch und erst dann wird geliefert,
- 12:52sondern wo man gemeinsam wächst, wo das
- 12:55Thema Education ein ganz besonderes
- 12:57Wichtiges ist, wo das Thema der
- 12:59ITVnetzung, Healthcare IT ein ganz
- 13:01besonders wichtiges ist und wo man sehr
- 13:06sehr gut zuhört, weil das Besondere an
- 13:09dieser Industrie ist MET ist
- 13:12international, aber Healthcare Ja, ist
- 13:16lokal.
- 13:17Mhm.
- 13:18Und da gibt sowohl in den Krankheiten
- 13:20unterschiedliche Prävalenzen als auch
- 13:23unterschiedliche
- 13:24Niveaus in der Gesundheitsversorgung und
- 13:26unterschiedliche Niets. In Ländern, die
- 13:28eine sehr, sehr junge Bevölkerung haben,
- 13:31gibt's ganz andere Niets, als wenn die
- 13:33Demografie eine andere ist. Und da ist
- 13:35es hier ganz besonders wichtig, es gibt
- 13:37nicht die 0815 Lösung, sondern zuhören
- 13:40und dann gemeinsam mit dem Kunden und
- 13:43der Kunde kann ein privater Anbieter
- 13:45sein, der Kunde kann ein Investor sein
- 13:47in Gesundheit, der Kunde kann das
- 13:49jeweilige Government sein, gemeinsam zu
- 13:51entwickeln, was das Ziel ist und was man
- 13:54da gemeinsam erreichen kann. Das heißt,
- 13:55wenn ich sie richtig verstehe, das hört
- 13:58die Arbeit, ihre Arbeit nicht auf, wenn
- 14:01sie ein medizinischtechnisches Gerät
- 14:04verkauft haben, sondern das fangt dann
- 14:06gerade erst an. Genauso ist es. und
- 14:09zwar, also sie beginnt vorher und sie
- 14:12dauert länger. Erstens mal, weil genau
- 14:15mit dem Service, das ja weit über das
- 14:17Servicierung des Geräts hinausgeht,
- 14:20nämlich da geht's darum um Application
- 14:21Training, also damit das Gerät auch
- 14:23wirklich so verwendet wird, also alles
- 14:26verwendet wird, was auch wirklich
- 14:27möglich ist. Ja, das muss man ja lernen,
- 14:29das kann man ja nicht automatisch und es
- 14:32beginnt immer im Vorfeld, bevor noch
- 14:34etwas verkauft wird und dann wird auch
- 14:36manchmal nichts verkauft zuzuhören um
- 14:38was eigentlich das Problem ist. Und da
- 14:41gibt's muss man sagen, das ist in der
- 14:42entwickelten Welt. In Österreich weiß
- 14:44jeder genau, was er will und warum. Und
- 14:46da ist die Qualität des Wissens einfach
- 14:48im Gesundheitssystem auch ein sehr sehr
- 14:50hohes. Da gibt's andere Länder jetzt g
- 14:52Diskussionen in Usbekistan, die ganz
- 14:55klar erkannt haben, sie haben ein ganz
- 14:57großes Problem in der Onkologie und in
- 15:00der Kardiologie und die sagen, wie soll
- 15:02man das jetzt machen?
- 15:03Wie soll man es angehen?
- 15:04Wie soll man es angehen? Und da ist das
- 15:05Thema, dass dann d einmal Equipment
- 15:08verkauft wird. eines, aber zunächst
- 15:10einmal geht's darum, wie baut man
- 15:11Gesundheitssystem in einem Land wie
- 15:14Usbekistan auf?
- 15:15Jetzt haben Sie schon zum zweiten Mal
- 15:16gesagt, eben in hochentwickelten Ländern
- 15:19ist das anders. In Österreich kann jeder
- 15:21die bestmögliche Gesundheitsversorgung
- 15:23bekommen. Jetzt muss ich Sie schon
- 15:25fragen, weil Sie ja auch einen
- 15:26politischen Hintergrund haben. Ist das
- 15:28wirklich so? Also, es ist die ganze Zeit
- 15:30die Rede davon. Es gibt in Österreich
- 15:32eine Zweiklassenmedizin.
- 15:34Die einen, die sich es leisten können,
- 15:35die schneller Termine bekommen für
- 15:37Fachazt, die schneller im MAT landen
- 15:40oder im CT und jene, die das eben nicht
- 15:43haben, die weder Beziehungen noch Geld
- 15:45haben, noch eine Zusatzversicherung.
- 15:46Also ist das nicht auch ein bisschen ein
- 15:49Unterschied vielleicht auch zwischen der
- 15:50Autochtonen und der migrantischen
- 15:52Bevölkerung? Also, das ist schwer ganz
- 15:56klar mit ja und nein zu beantworten.
- 15:58Daher möchte ich versuchen, es ein
- 16:00bisschen einzuordnen. Erstens einmal
- 16:02kommt immer auf die Frage an, womit man
- 16:04vergleicht. Und da habe ich in den
- 16:07letzten jetzt 8 Jahren halt schon viel
- 16:11von der Welt gesehen und im
- 16:14internationalen Vergleich bin ich der
- 16:16Meinung, dass der Zugang in Österreich
- 16:19zu Spitzenmedizin ein sehr sehr
- 16:22egalitärer ist. Die von Ihnen
- 16:24angesprochene Frage: Bekommt jeder immer
- 16:26gleich eine MRT oder CT oder was immer
- 16:31oder sonstige Untersuchung? Die Antwort
- 16:34ist nein. Ich erlaube mir auch die Frage
- 16:36zu stellen, ist jede Untersuchung immer
- 16:38notwendig und wäre es nicht notwendig zu
- 16:42schauen, dass die dies ganz unbedingt
- 16:44brauchen? Z.B. wenn eine Krebsdiagnose
- 16:47vermutet wird, dass da der Zugang sofort
- 16:50und für jeden und immer da ist. Habe ich
- 16:53aber letztens in der Zeitung gelesen,
- 16:54dass das genau das ist, wo die
- 16:55Sozialversicherung jetzt gerade auch mit
- 16:57den Anbietern dazu verhandelt. Ich bin
- 17:00nach wie vor davon überzeugt, dass bei
- 17:03einer schweren Erkrankung in Österreich
- 17:06jede und jeder die Therapie State of the
- 17:09Art bekommt, wenn sie eine Krebsdiagnose
- 17:11bekommen oder wer immer wen sie kennen,
- 17:15bekommt der oder die, wenn notwendig ist
- 17:17eine Chemotherapie, wenn notwendig ist
- 17:20eine Immuntherapie, wenn notwendig ist
- 17:22eine Bestrahlung, unabhängig von
- 17:23Herkunft, unabhängig von Muttersprache,
- 17:26von all diesen Fragen, kann man sich
- 17:29leicht echt im Gesundheitssystem in
- 17:30Österreich verlieren, würde ich sagen,
- 17:32die Antwort ist ja. Ich glaube, was es
- 17:34dringend bräuchte und das haben andere
- 17:37Systeme auch letztens erst in einem
- 17:40Krankenhaus in Norwegen engen
- 17:42beruflichen Kontakt gehabt, da ist es
- 17:45ganz klar, da gibt's einen Arzt, eine
- 17:47Ärztin, die für dich zuständig ist und
- 17:49die geleitet dich durch das
- 17:52Gesundheitssystem.
- 17:53Dort ist dann die Diskussion die gut,
- 17:55aber wenn ich diesen Arzt, diese Ärzte
- 17:57mich mit dem oder der nicht verstehe,
- 17:58wie komme ich dann da weiter? Und daher
- 18:01ist jetzt mein Takeaway, es gibt
- 18:03wirklich schlechte Gesundheitssysteme
- 18:06und es gibt gerade in Europa eine Reihe
- 18:08von Gesundheitssystemen, die alle Vor
- 18:10und Nachteile haben und wahrscheinlich
- 18:12war das Beste, wenn man das zusammen tun
- 18:14könnte, aber das ist halt auch gar
- 18:17nicht, also das weiß ich aus eigener
- 18:18Erfahrung aus meinem früheren Leben, das
- 18:19ist auch nicht so einfach. Aber
- 18:20was ist denn so ein richtig schlechtes
- 18:22Gesundheitssystem, z.B.
- 18:24aus meiner Sicht das Gesundheitssystem
- 18:25in den USA.
- 18:26Mhm. Es ist wahnsinnig teuer und es gibt
- 18:29wirklich viele viele trotz Obamakehr
- 18:33trotz Obamakehr ist es nämlich dann
- 18:36individuell
- 18:37leistbar geworden, aber ist im System
- 18:41nach wie vor wahnsinnig teuer. Das
- 18:44Gesundheitssystem in den USA, das keine
- 18:46Universal Health Coverage hat, ist das
- 18:49teuerste Gesundheitssystem der Welt.
- 18:51Mhm. Weil es das Prinzip dort ist, dass
- 18:57Gesundheit ein Markt ist und damit hat
- 19:01man halt hier auch Preise, die jenseits
- 19:03von allem ist, was man in Europa kennt.
- 19:06Jetzt haben sie gesagt, vielleicht ist
- 19:08nicht jede Untersuchung notwendig. Jetzt
- 19:10ist es aber so, wenn so Personen wie ich
- 19:13z.B. zum Arzt gehen. Ich habe ab und zu
- 19:15so hypochondrische Anfälle und dann
- 19:17bestehe ich darauf, dass das
- 19:18bestmögliche getan wird und geh dem Arzt
- 19:21so lange auf die Nerven. Ich bin ja auch
- 19:22eine mündige Patientin, ich informiere
- 19:25mich auf Google, was ich alles haben
- 19:27kann und dann möchte ich, dass das alles
- 19:30abgefragt wird. Also ich übertreibe
- 19:32jetzt. Ja. Und Ärzte neigen dann mit
- 19:35unter auch dazu, um sich abzusichern zu
- 19:37sagen, ich glaube zwar, die hat nichts,
- 19:39aber ich schicke sie trotzdem ins MRD.
- 19:42Glauben Sie, dass um diese menschliche
- 19:44Komponente auch ein bisschen hinunter zu
- 19:47kalibrieren, dass da die künstliche
- 19:50Intelligenz helfen könnte, weil wenn ich
- 19:52es dann schwarz auf weiß habe, dass ich
- 19:54nichts habe, weil der Computer das
- 19:56ausgerechnet hat mit Millionen
- 19:59Wahrscheinlichkeiten, dann glaube ich
- 20:00das vielleicht eher. Also, ob da die
- 20:03künstliche Intelligenz wirklich helfen
- 20:06kann oder nicht mehr verwirt, ich
- 20:07glaube, das kommt dann auf den
- 20:08Einzelfall an. Ja, das Beispiel, dass
- 20:11Sie jetzt beschrieben haben, das wird's
- 20:13in Skandinavien nicht geben, weil in
- 20:15Skandinavien hält man sich ganz strikt
- 20:17an Guidelines und Guidelines sind ja
- 20:19nicht etwas, was irgendwie vom Himmel
- 20:20kommt, sondern wo einfach ganz klar
- 20:22wissenschaftlich fundiert, definiert
- 20:24ist, wann was passiert und da gibt's
- 20:26aber auch nicht den Fast Track, indem
- 20:28man durch das Einzahlen großer oder
- 20:30kleiner Scheine, dass halt einfach doch
- 20:32das geht dort einfach nicht. Also das
- 20:33war was ich vorher gesagt habe hat alles
- 20:36auch individuell kann man sagen vor oder
- 20:37Nachteile. Ich glaube, dass die
- 20:41Wissenschaft
- 20:42und damit die Frage, was eine Leitlinie
- 20:45vorgibt, einfach die Grundlage sein soll
- 20:48dafür, welche Untersuchungen es gibt und
- 20:51auch welche Therapien es gibt und welche
- 20:53nicht, weil wir ja schon uns überlegen
- 20:56müssen, dass gerade in einem
- 20:58solidarischen System, dass ja Kosten
- 21:01sind, die gemeinsam einzahlt, aber dann
- 21:03auch gemeinsam braucht und die halt dann
- 21:05auch dann verwendet werden sollen, wenn
- 21:07sie wirklich notwendig sind.
- 21:09Mhm. Jetzt sind Sie über 30 Länder
- 21:12zuständig, das klingt nach sehr viel.
- 21:14Wie behält man da den Überblick? Also,
- 21:17ich bin für Zentralsteuropa und
- 21:19Zentralasien zuständig. 30 Länder, wo
- 21:21wir in der Mehrzahl der Länder auch
- 21:23wirklich Legal Entities, also eigene
- 21:25Siemens Health Gesellschaften haben. Den
- 21:28Überblick behält man, indem man auf der
- 21:32einen Seite Kolleginnen und Kollegen in
- 21:36der Verantwortung vor hat.
- 21:38die gut sind und denen man vertraut und
- 21:42indem man sehr nah an den Dingen auch
- 21:45dran ist, ohne ins Micromanagement zu
- 21:48kippen. Das Spannende an dieser
- 21:50Geografie ist, dass sie sehr sehr divers
- 21:5313 oder 14 unterschiedliche Sprachen,
- 21:56wir haben fünf unterschiedliche
- 21:58Schriften, wir haben ganz
- 22:00unterschiedliche Gesundheitssysteme
- 22:02von nur öffentlich, nur privat oder
- 22:05gemischt. Wir haben solidarische
- 22:07Gesundheitssysteme, wir haben
- 22:08Gesundheitssysteme, wo nur out of the
- 22:10pocket ist. Das bedeutet, man muss sehr
- 22:13flexibel sein im Denken und hat aber
- 22:16auch den großen Vorteil, dass man in
- 22:19diese Gesundheitssysteme in Diskussionen
- 22:21mit Kundinnen und Kunden viel einbringen
- 22:24kann und zwar nicht nur theoretisch,
- 22:26sondern praktisch, weil man eben sieht,
- 22:28wie es in anderen Ländern vorgenommen
- 22:30wird. Aber wer ist jetzt ein guter
- 22:31Mitarbeiter, eine gute Mitarbeiterin
- 22:33oder eine gute, wie Sie es genannt
- 22:35haben, legal Entity? Sind das die, die
- 22:37die meisten Geräte verkaufen? Das kann
- 22:40man so gar nicht sagen, weil das ja,
- 22:42aber sie sind ja ein DAXonzern, sie
- 22:44müssen ja Ergebnisse liefern,
- 22:46belastbare,
- 22:47vollkommen richtig und ich werde auch
- 22:49gemessen. Ich kriege auch Ziele für
- 22:50diese Geografie, die ich erreichen muss.
- 22:52Aber da ist es natürlich genau meine
- 22:54Aufgabe, gemeinsam mit meinen
- 22:56Kolleginnen und Kollegen die Märkte gut
- 22:58zu kennen und daher auch die
- 23:00Möglichkeiten dessen, was der Markt
- 23:02hergibt und was in diesem Land sinnvoll
- 23:04ist zu bewerten. oder gibt's Geografien,
- 23:08die ganz schwer zu bearbeiten sind, weil
- 23:10die eben nicht so mature sind, wo wir
- 23:12sicher also wo wir von den Unit sehr
- 23:15wenig verkaufen, wo aber unser Einsatz
- 23:19für die Entwicklung des
- 23:20Gesundheitssystems dort und damit für
- 23:22die Verbesserung der
- 23:23Gesundheitsversorgung der Bevölkerung
- 23:25ganz besonders wichtig ist, wo man
- 23:27wahrscheinlich sagen könnte, ökonomisch
- 23:29fürs Unternehmen, um uns jetzt da
- 23:31irgendwas schön oder nicht ist nicht so
- 23:33relevant, aber für unseren Purpos, der
- 23:35eben nicht nur die Überschrift ist,
- 23:37sondern wirklich gelebt wird, nämlich
- 23:40Gesundheitsinnovation
- 23:42für jeden überall und das auch noch
- 23:44nachhaltig. Dazu ist das notwendig.
- 23:46Aber das heißt, das müssen dann andere
- 23:48Ländergesellschaften natürlich
- 23:49auffangen, ne? Weil dort bemüht man sich
- 23:52sehr, hat vielleicht jetzt keine
- 23:54monetären Gewinne, sondern bemüht sich
- 23:56was aufzubauen und die anderen müssen
- 23:58das quasi ersetzen. Wann ist der
- 24:00Zeitpunkt, dass sie sagen, wir ziehen
- 24:02uns aus einem Land zurück, weil das hat
- 24:03keinen Sinn, wir kommen mit denen nicht
- 24:05weiter. Das hat jetzt in meiner Karriere
- 24:08nicht gegeben und mir ist auch nicht
- 24:10bewusst, dass es das früher schon mal
- 24:12gegeben hat, weil einfach
- 24:14Gesundheitsversorgung
- 24:16sich stetig weiterentwickelt und das ist
- 24:18sozusagen ein langes Thema. Wir haben ja
- 24:20auch nicht überall Legal Entities, ja,
- 24:22also gerade in den Ländern, wo wir uns
- 24:24noch sehr entwickeln, arbeiten wir da
- 24:26auch mit Parten zusammen, aber im Grunde
- 24:29ist einfach der Anspruch, weltweit etwas
- 24:31beizutragen.
- 24:33Und da ist es so, dass die Diversität,
- 24:36die ich in meinem Team habe, habe ich
- 24:38natürlich auch in lokalen Erfolgen, aber
- 24:40man darf auch nur Äpfel mit Äpfel
- 24:42vergleichen und eben nicht Äpfel mit
- 24:43Birnen.
- 24:44Neigen Sie zu Microomanagement oder
- 24:46können Sie das gut vertrauen?
- 24:48Ich kann das gut. Ich halte das für eine
- 24:52wesentliche Voraussetzung, um
- 24:54erfolgreich zu sein im Leadership einer
- 24:57so großen und so diversen Geographie,
- 25:01weil es wichtig ist, richtig zu
- 25:05entscheiden, wer die Verantwortlichen
- 25:07vor Ort sind. Wichtig ist einen
- 25:10Vertrauensvorschuss zu geben. Wichtig
- 25:13ist da zu sein, wenn Unterstützung
- 25:17gebraucht wird. Wichtig ist, klar zu
- 25:19kommunizieren, klare Ziele zu geben und
- 25:23klare Konsequenzen zu ziehen, aber die
- 25:25Menschen, die Kolleginnen und Kollegen
- 25:27nicht stören bei der Arbeit.
- 25:29Das klingt gut, aber was tun sie, wenn
- 25:31sie einen Vertrauensvorschuss geben und
- 25:33das wird verraten? Jemand agiert nicht
- 25:37so, wie Sie sich das vorstellen, wie das
- 25:39der Konzern sich vorstellt. Was passiert
- 25:41da?
- 25:41Ja, das ist dann sehr klar, wie damit
- 25:45umzugehen ist. Zunächst einmal ist klar
- 25:47herauszufinden, wie ist die Faktenlage
- 25:50und wenn jemand nicht so performt, wie
- 25:54es vereinbart ist und wie es ausgemacht
- 25:56ist, dann gibt's mal ein sehr klares und
- 25:59eindeutiges Feedbackgespräch. Das ist
- 26:01ein wesentlicher Punkt der
- 26:03Unternehmenskultur auch, ja, nämlich
- 26:06Leute, die sozusagen gefährdet sind,
- 26:09gegen die Wand zu laufen, nicht gegen
- 26:11die Wand laufen zu lassen, sondern
- 26:12zuerst dann das klar mitzubekommen und
- 26:16korrigierend einzugreifen. Ich
- 26:18persönlich bin der Überzeugung und das
- 26:20ist auch meine Leadership Überzeugung,
- 26:23dass jeder eine zweite Chance verdient
- 26:24hat. Also, das heißt, Fehler machen, das
- 26:27passiert jeden und das kann auch
- 26:28korrigiert werden, aber man sollte halt
- 26:30denselben Fehler nicht zweimal machen.
- 26:32Bisher ist es mir sehr gut gelungen,
- 26:34hier notwendige Änderungen, so dass ein
- 26:37Fall war, also einzuleiten mit kann man
- 26:40dann noch mit Coaching, mit internem
- 26:42Coaching, mit externem Coaching, mit
- 26:43Mentoren aus dem Unternehmen. Da gibt's
- 26:45ja viele Tools, die man in so einer
- 26:47Toolbox hat als Liader. Und wenn es
- 26:50nicht klappt, dann muss man sich von
- 26:51Kollegen und Kolleginnen trennen und
- 26:53auch das kommt dann und wann vor.
- 26:55Mhm.
- 26:56Jetzt haben wir schon viel über
- 26:57künstliche Intelligenz, Artificial
- 26:59Intelligence gesprochen. Wir wissen, es
- 27:01ist ein großes Thema in der
- 27:03Medizintechnik. Wir wissen aber auch,
- 27:05dass KI sehr viele Ressourcen
- 27:08verbraucht. Jetzt sagt aber Simon
- 27:10Healthyers, dass sie es gleichzeitig
- 27:12schaffen, das Leben der Menschen zu
- 27:14verbessern und den Planeten zu retten.
- 27:16Ich übertreibe jetzt wieder und zwar
- 27:18durch Ressourcenschonung. Wie geht sich
- 27:21das aus?
- 27:22Also, das Thema KI und Energieverbrauch
- 27:24ist ein großes. Das ist gar keine Frage
- 27:26und wo sozusagen sehr viel Forschung
- 27:28passiert, wie das reduzierbar ist. Und
- 27:31da sind wir auch in diesen Forschungen
- 27:33mit dabei. Was sehr, sehr wichtig ist,
- 27:36wir haben eine ganz klare
- 27:37Nachhaltigkeitsstrategie als Siemens
- 27:39Health, die eine starke Reduktion der
- 27:44Energieconsumption mit sich bringt. Das
- 27:46betrifft verhältnismäßig jetzt banale
- 27:49Dinge wie Fleet Management, also keine
- 27:51Verbrenner mehr in Autos in der
- 27:53Autoflotte. Das sind aber vor allem auch
- 27:56bei unserem Geräten, ich möchte nur zwei
- 27:58Beispiele nennen. Das eine ist das
- 27:59Beispiel Refurbished Systems. Wir haben
- 28:02eine sehr starke Einheit in Siemens
- 28:04Healthers, die gebrauchte Geräte so
- 28:08aufbereitet, dass sie wieder neu sind.
- 28:11Und das sind nicht, das ist natürlich
- 28:13ein Thema für die vorher von uns schon
- 28:14angesprochenen oder von Ihnen schon
- 28:16angesprochenen Emerging Markets, aber
- 28:18das ist auch für das Brot und
- 28:20Buttergeschäft auf der ganzen Welt etwas
- 28:23relevantes. Also, da machen wir sehr
- 28:25viel gerade im Bereich der
- 28:26Magnetresonanz und auch hier hilft uns
- 28:29Beispiel Magnetresonanz künstliche
- 28:31Intelligenz. Wir haben vor einem Jahr
- 28:34eine Software auf den Markt gebracht,
- 28:36wie die heißt Deep Resolve. Damit ist es
- 28:39möglich tiefe Lösung. Ja, danke. Damit
- 28:43ist es möglich MRU Untersuchungen
- 28:46deutlich zu beschleunigen bei besserer
- 28:49Bildqualität. Wozu führt das? Das führt
- 28:52dazu, dass deutlich weniger Energie
- 28:55verbraucht wird pro MRU Untersuchung,
- 28:58aber der Durchsatz von Patientinnen und
- 29:00Patienten, also die Produktivität
- 29:03deutlich steigt. Und da bin ich
- 29:05überzeugt davon, dass genau in diesem
- 29:06Feld, wie kann künstliche Intelligenz
- 29:10die Qualität der Diagnose erhöhen und
- 29:13gleichzeitig beschleunigen und das führt
- 29:15dann automatisch zu weniger
- 29:17Stromverbrauch.
- 29:19Welches Gerät verkauft sich eigentlich
- 29:21am allerbesten?
- 29:22Ui, das kann man jetzt so gar nicht
- 29:25sagen, weil das kommt natürlich ganz
- 29:27auf,
- 29:27also so einen Bestseller haben sie
- 29:29nicht. Also, wir sind überall wirklich
- 29:32sehr, sehr gut und sehr, sehr
- 29:34erfolgreich. Und daher möchte ich
- 29:36vielleicht vielleicht zwei Bereiche
- 29:39nennen, die einfach Groundbreaking sind.
- 29:41Das eine ist der Photonen zählende CT,
- 29:45das ist eine ganz neue Technologie der
- 29:48Computerdomografie,
- 29:50wo die Bilder gestochen, scharf und
- 29:55jetzt auch für den Lein sehr, sehr klar
- 29:58erkennbar werden und der sehr sehr
- 30:03hilfer ist, kardiovaskuläre Erkrankungen
- 30:05im Frühstadium zu erkennen und Krebs im
- 30:08Frühstadium zu erkennen.
- 30:10sind wir weltweit die einzigen, die
- 30:12diese Technologie haben und das ist
- 30:14dadurch ein wirklicher Gamechanger, der
- 30:18im Moment sehr gut verkauft wird, weil
- 30:20er wirklich die Gesundheitsversorgung
- 30:22und den Pathway in Gesundheitssystemen
- 30:25ändert.
- 30:25Mhm.
- 30:26Der zweite Punkt und auch das passt gut
- 30:28zusammen mit ihrer vorigen Frage,
- 30:29nämlich Nachhaltigkeit.
- 30:32Bis vor kurzem haben
- 30:34Magnetresonanzstherapiegeräte
- 30:36ungefähr 1000 l Helium gebraucht. Das
- 30:39war teuer, schwer und war auch schwierig
- 30:44in Krankenhäuser einzubauen, weil das
- 30:45kannte man nicht irgendwo hinstellen,
- 30:47sondern muss in bestimmten
- 30:48Räumlichkeiten sein, die immer nahe
- 30:50sozusagen an einer Wand an einem Ausgang
- 30:52sind. Unsere neue Flotte der
- 30:55Magnetresonanzgeräte
- 30:57braucht 0,75 l Helium. Das heißt, das
- 31:00spart sehr viel Ressourcen, damit ist es
- 31:04sehr umweltschonend, bildet sich auch
- 31:06preislich ab. Und das ist etwas, wo es
- 31:09uns gelungen ist, Magnetresonanzgeräte
- 31:13in Geografien zu bringen, die sowas
- 31:15bisher nicht hatten, weil das Helium
- 31:17sehr oft ein entscheidender Grund war,
- 31:20warum das einfach nicht gegangen ist.
- 31:21Jetzt haben wir sehr viel über Geräte
- 31:23gesprochen und ich habe recherchiert,
- 31:26dass eines ihrer Herzensprojekte ist die
- 31:29Kommunikation bei der Erstdiagnose von
- 31:32Brustkrebs zu verbessern. Warum ist
- 31:35Ihnen das so ein Anlegen?
- 31:37Das ist mir ein Anliegen, weil ich der
- 31:40Überzeugung bin, dass die Diagnose Krebs
- 31:44immer noch dazu führt, dass Menschen der
- 31:48Boden unter den Füßen weggerissen wird
- 31:50und dass man eigentlich gar nicht mal
- 31:51zukören kann, was da irgendwie sonst
- 31:53noch kommt. Und ich habe vor einigen
- 31:55Jahren eine Krebsüberlebende
- 31:58kennengelernt, Caroline Justich, die
- 32:00eine patient Initiativ gestartet hat,
- 32:03indem sie be accepted gegründet hat. be
- 32:06accepted hat im Namen, du musst das
- 32:08akzeptieren, wenn du es hast und die
- 32:10sich seither sehr sehr sehr engagiert
- 32:13für die Frage der Kommunikation
- 32:15Radiologinnen, Radiologen zu
- 32:16unterstützen in der Kommunikation den
- 32:18Patientinnen und Patienten gegenüber und
- 32:20da gibt's einerseits ein schönes Magazin
- 32:22dazu und auch eine Homepage und warum
- 32:26wir uns da engagieren als Siemens
- 32:27Healthy ist, wir sind da strategischer
- 32:29Partner kommt wieder zurück zur Frage,
- 32:31warum tun wir das alles? Wir tun alles,
- 32:35um Patientinnen und Patienten Hoffnung
- 32:39zu geben und Angst zu nehmen. Und das
- 32:42können wir mit Weltklasseinnovation
- 32:45in der Diagnose. Das können wir mit
- 32:48Beratung für die Entwicklung von
- 32:51Gesundheitssystemen. Wie können sich
- 32:53Pathways ändern, um effizienter zu sein,
- 32:56um mehr Patientinnen und Patienten die
- 32:58Möglichkeit zu geben. Und da ist das
- 33:00Thema der Kommunikation der Ärztinnen
- 33:03und Ärzte an die Patientinnen und
- 33:05Patienten ein ganz ganz wesentlicher
- 33:07Punkt. Jetzt ist das Gesundheitssystem
- 33:11das eine, die Weltwirtschaftslage das
- 33:13andere und der europäische Kontinent
- 33:16kann man sagen, erholt sich nur sehr
- 33:19langsam von der jetzt schon dre Jahre
- 33:21dauernden Rezession. Inwie weit ist ihre
- 33:25Branche davon betroffen und spüren Sie
- 33:27das auch bei den Umsätzen und so weiter?
- 33:30Also Medizintechnik ist etwas Solides.
- 33:33Das ist auch eine Industrie, die eine
- 33:36sehr europäische Industrie ist, nämlich
- 33:38im Sinne von nicht wahnsinnig laut, aber
- 33:42sehr nachhaltig. Und in der
- 33:44Medizintechnik arbeiten z.B. in
- 33:46Deutschland mehr Menschen als in der
- 33:49Automobilindustrie. Das würde in einer
- 33:51Quizfrage glaube ich niemand richtig
- 33:53beantworten. Also die industrielle
- 33:55Medizintechnik ist ein ganz ganz
- 33:57wichtiger Wirtschaftsfaktor
- 34:00für Europa. Da Gesundheit und
- 34:02Gesundheitsversorgung auf der Welt
- 34:05überall wichtig ist, sehen wir auch
- 34:07keine starken Einbrüche, aber ist
- 34:10natürlich die Diskussion, die jetzt
- 34:12stattfindet und wenn wir in die Zukunft
- 34:14schauen, die Frage des Verschiebens von
- 34:17Budgets in Richtung Verteidigung,
- 34:20etwas wo man sehr daran arbeiten muss,
- 34:22dass das nicht auf Kosten der
- 34:24Patientinnen und Patienten geht. Und wir
- 34:27sehen auf der anderen Seite natürlich
- 34:29schon auch, dass das Thema, ich sage
- 34:31jetzt nur Stichwort Zölle als ein
- 34:33multinationales Unternehmen mit
- 34:35Produktion in Deutschland, in den USA,
- 34:38in China, also das ist etwas, das uns
- 34:40sehr beschäftigt und da sich aber
- 34:42täglich alles ändert, kann man die
- 34:44Auswirkungen auch gar nicht so direkt
- 34:46sagen. China ist ein gutes Stichwort.
- 34:48Wie stark ist eigentlich die Konkurrenz
- 34:50aus China für Sie?
- 34:52Die ist jedenfalls da. China hat
- 34:55technologisch sehr sehr stark aufgeholt
- 34:57und es ist halt hier auch immer die
- 35:00Frage, welche Unterstützung chinesische
- 35:03Unternehmen haben, aber wir sind hier
- 35:05sehr selbstbewusst und sehr stark, weil
- 35:08wir technologisch eindeutig die ersten
- 35:11sind und vor allem die tollsten
- 35:14Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das
- 35:16ist wirklich die, wir haben 70.000 1000
- 35:17Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
- 35:20täglich mit Kundinnen und Kunden
- 35:22unterschiedlichster Art privat,
- 35:24öffentlich, Governments und so weiter
- 35:25zusammenarbeiten und da ist schon ein
- 35:27großes Vertrauen da, das mich einerseits
- 35:30stolz macht und andererseits auch
- 35:31sicher.
- 35:32Kommen wir nach Österreich. Sie kennen
- 35:34ja das österreichische Gesundheitssystem
- 35:35sehr gut von verschiedenen Seiten.
- 35:38Derzeit wird wieder diskutiert, auch aus
- 35:40budgetären Gründen es anders
- 35:42aufzustellen, die Kompetenzen zwischen
- 35:44Bundländern und Gemeinden neu zu
- 35:47verteilen. Was ist ihre Meinung dazu?
- 35:50Meine Meinung dazu ist, ich mag nicht
- 35:52Balkonmappet sein. Und daher sage ich da
- 35:54jetzt nur, wir haben ein sehr gutes
- 35:58System nach wie vor. Ich glaube, dass
- 36:01klarere Entscheidungsstrukturen helfen,
- 36:03aber das müssen die entscheiden, die
- 36:05jetzt in Charge sind und die brauchen
- 36:07keine guten Tipps von jemanden, der das
- 36:08einmal war. Ich probiere es andersrum.
- 36:10Was braucht denn das österreichische
- 36:12Gesundheitssystem momentan am
- 36:14dringendsten? Was müssen wir verändern
- 36:17inhaltlich? Aus meiner Sicht, aber vor
- 36:19allem aus meiner Sicht mit einem
- 36:20Überblick über viele Gesundheitssysteme,
- 36:23glaube ich, das Wichtigste ist eine ganz
- 36:25ganz starke Primärversorgung.
- 36:28Das heißt, der Hausarzt, die Hausärztin,
- 36:30ob man das jetzt so nennt oder anders,
- 36:32der oder die aber mehr ist als er oder
- 36:35sie und die Sprechstundenhilfe, sondern
- 36:37wo andere Disziplinen auch dabei sind
- 36:40und das immer verfügbar, weil man kann
- 36:42schon den Menschen sagen, sie sollen
- 36:44nicht, wenn ihnen das linke Ohr weh tut,
- 36:46ins Spital gehen. Nur die Frage ist, ist
- 36:48eine andere Versorgung da? Und deshalb
- 36:51sollte man auf der einen Seite die
- 36:53Digitalisierung nützen. Zweitens ist
- 36:56eine wichtige ist primärversorgung das
- 37:00was zählt und wenn die gut ausgebaut
- 37:02ist, dann ergibt sich aus meiner Sicht
- 37:04der Rest von selbst. Jetzt heißt es
- 37:06immer wieder, dass wir uns unsere wohl
- 37:09ausgestatteten Gesundheitssysteme
- 37:11möglicherweise bald nicht mehr leisten
- 37:12können. Zu treuer viel zu viele alte
- 37:15Menschen, die dann in der Endphase ihres
- 37:17Lebens sehr teure Behandlungen brauchen.
- 37:20Kommen wir vielleicht irgendwann mal in
- 37:23eine Spirale, wo es einmal heißen wird,
- 37:26diese Person ist über 80, die bekommt
- 37:28keinen Herzschrittmacher mehr. Besteht
- 37:31diese Gefahr? Ich sehe keine Kräfte in
- 37:34Österreich jetzt als interessierte
- 37:36Beobachterin, die das wollen. Daher
- 37:38glaube ich nicht, dass es das gibt. Wir
- 37:40sollten uns nur bewusst sein, gibt
- 37:42genau. Wir sollten uns nur bewusst sein,
- 37:43es gibt Länder, wo das der Fall ist.
- 37:45Also, wenn man das NHS in Großbritannien
- 37:48anschaut, an sich ein von der Struktur
- 37:50her sehr gutes System, das aber nur über
- 37:53Jahrzehntelang unterfinanziert war, wo
- 37:56es genau diese Probleme gibt. Also ich
- 37:57sehe in Österreich keine Kräfte. Daher
- 38:00glaube ich auch, dass das, was jetzt
- 38:02passiert, nämlich sich zu fokussieren,
- 38:04wo man Veränderungen braucht, damit man
- 38:07nicht in so eine Situation kommt, das
- 38:08hoffe ich, dass [musik] das erfolgreich
- 38:10ist.
- 38:23Bevor wir jetzt zu den etwas
- 38:24persönlicheren Fragen kommen, machen wir
- 38:26einen kurzen Wordrap. Das machen wir mit
- 38:28jedem Gast, jeder Gästin. Es ist eine
- 38:31kleine Lockerungsübung.
- 38:33Ich stelle Ihnen 12 Fragen, die Sie
- 38:36bitte am besten mit einem Wort
- 38:38beantworten, wenn das möglich ist. Sind
- 38:40Sie bereit? Total bereit. Vier Tage
- 38:43Woche oder 7 Tage Woche? 7 Tage, wenn es
- 38:47notwendig ist. Sport vor oder nach der
- 38:50Arbeit? Immer vor.
- 38:52Führen Sie Ihren Terminkalender selbst?
- 38:55Den beruflichen nicht, den privaten
- 38:56schon. Auf welche Eigenschaften achten
- 38:59Sie bei Bewerberinnen und Bewerbern am
- 39:01meisten?
- 39:02Neugier, Weltoffenheit
- 39:05und Engagement.
- 39:08Gibt es eine gute Art zu kündigen?
- 39:11Es gibt weniger schlechte, aber es ist
- 39:13immer schlimm.
- 39:15Was ist ihr wichtigster Softskill?
- 39:18Mich aus meiner Komfortzone
- 39:20rauszubewegen.
- 39:21Auf welches Networking Event können Sie
- 39:25nicht verzichten?
- 39:26Da gibt's mehrere. Ich bin weniger für
- 39:29Events, sondern das Networking soll
- 39:31einfach ganz normal immer stattfinden.
- 39:34Office, Homeoffice oder Hybrid?
- 39:37Ich bin mehr Office.
- 39:38Welche Eigenschaft hat sie an die Spitze
- 39:41gebracht?
- 39:43Aufgeben, um ein Brief.
- 39:44Gibt es eine Workli Balance?
- 39:48Work ist ganz wichtig für meine Balance.
- 39:50Sollten Väter und Mütter gleich lange in
- 39:54Elternkarcarenz gehen müssen.
- 39:56Finde ich schon.
- 39:58Ihr Tipp an junge Leute, die erfolgreich
- 40:00werden wollen. Sucht euch den richtigen
- 40:03Partner oder Partnerin. Gilt vor allem
- 40:06für Frauen. Sucht sich den richtigen
- 40:08Chef oder die richtige Chefin aus und
- 40:11macht das, was euch Spaß macht, mit
- 40:13voller Kraft und vollem Engagement.
- 40:15Vielen Dank. Das war's schon. Hat gar
- 40:17nicht weh getan. [musik]
- 40:18Das freut uns.
- 40:24Jetzt sind Sie ja auch im globalen
- 40:27Diversity, Equity und Inclusion Board
- 40:29von Siemens Health Seniors. Ich setze
- 40:32mal voraus, dass Sie es beurteilen
- 40:34können. Deshalb eine schwierige Frage.
- 40:36Stimmt es die landläufige Meinung, dass
- 40:39Pflege immer noch eher Frauensache ist,
- 40:42Medizin vor allem in leitenden
- 40:44Funktionen immer noch Männersache. Also
- 40:47mit der Pflege jedenfalls bei der
- 40:49Medizin sehe ich schon, dass das
- 40:52deutlich weiblicher wird auch in
- 40:53Leitungsfunktionen.
- 40:55Wurden oder werden Sie selbst anders
- 40:58beurteilt als Frau in dieser hohen
- 41:01Position in der Sie sind? Hatten Sie es
- 41:03am Anfang schwerer, leichter? Also ich
- 41:07glaube, ich bin da ein bisschen nicht so
- 41:09ein gutes Beispiel, weil ich in recht
- 41:11fortgeschrittenen Alter, ich war 48 und
- 41:13hatte eine Karriere bereits hinter mir
- 41:16eingestiegen bin und dort eigentlich mit
- 41:18offenen Armen empfangen wurde, obwohl
- 41:20ich natürlich beeugt wurde und geschaut
- 41:23wurde, kann die wirklich was und kann
- 41:25die was liefern, weil das ja ich ja in
- 41:28dem Bereich davor nicht tätig war.
- 41:30Grundsätzlich bin ich der Meinung, und
- 41:32das betrifft mich wie alle anderen
- 41:34Frauen, dass Frauen anders beurteilt
- 41:36werden als Männer und dass
- 41:37Konnotationen,
- 41:39die bei Männern beiselben Verhalten
- 41:42positive sind, bei Frauen negativ
- 41:45konnotiert werden. Wie z.B. wenn man
- 41:48sozusagen klar sagt, was die Richtung
- 41:50ist, ist das bei Männern wird das
- 41:52konnotiert in der Regel mit der weiß
- 41:54genau was er will, der hat am Plan. Bei
- 41:56Frauen wird das oft konnotiert mit
- 41:59übergeizig und kann nie Ruhe geben. Da
- 42:02gibt's viele andere Beispiele und das
- 42:03ist in jungen Jahren viel viel stärker
- 42:06als in meinem Alter und in meinem Status
- 42:08der Karriere. Aber ja,
- 42:10selbstverständlich werden Frauen anders
- 42:12beurteilt als Männer.
- 42:13Wie war denn das, als sie in der Politik
- 42:15waren? Sie sind ja sehr jung
- 42:17eingestiegen, waren glaube ich die
- 42:18jüngste Stadträtin für Integration. Und
- 42:22wie war das da? Hat man sie da auch
- 42:24anders beurteilt? Weil sie jung waren,
- 42:26weil sie Frau waren.
- 42:28Bin ganz überzeugt davon, dass das der
- 42:30Fall war und dass ich bei Frauen gerade
- 42:33bei jungen Frauen oft dann Diskussionen
- 42:35ergeben, die sich bei Männern gar nicht
- 42:36ergeben würden und Fragen gestellt
- 42:39werden, die bei Männern gar nicht
- 42:40gestellt werden.
- 42:41Was war das bei Ihnen z.B. Na ja, da war
- 42:43das schon, ich kann mich erinnern, da
- 42:44war ich noch viel viel jünger, als mein
- 42:46Sohn geboren wurde. Da war ich 24, war
- 42:48Bezirksrätin und da haben viele und zwar
- 42:51ganz ganz ganz ehrlich gemeint gesagt,
- 42:54es tut mir sehr leid, dass ich jetzt
- 42:56niemand weitermachen kann, weil ich ja
- 42:57jetzt ein Baby krieg und ich habe
- 42:59gesagt, ich meine, das war ist lang her,
- 43:00das war 1994.
- 43:02Das hat er natürlich so nicht
- 43:03stattgefunden, aber ich glaube, der
- 43:05Vater des Kindes ist das von niemandem
- 43:07jemals gefragt worden, dass er jetzt
- 43:09sozusagen seine Karriere beenden muss,
- 43:11weil er Vater wird. Und die Dinge haben
- 43:13sie verbessert, aber dem Grunde nach ist
- 43:15vieles schon noch immer geblieben, was
- 43:18ja kein Wunder ist, weil die Frage der
- 43:20Gleichberechtigung und Gleichstellung
- 43:22der Geschlechter, es ist ja nicht ein
- 43:24romantisches Thema. Da geht's um Macht
- 43:27in der Gesellschaft und Macht gibt
- 43:29niemand freiwillig her.
- 43:30Und es geht natürlich auch um
- 43:31Verteilung. Genau. Macht hat immer mit
- 43:33Verteilung zu tun.
- 43:34Jetzt kamen sie ja nicht nur als junge
- 43:37Frau in die Politik, sondern sie kamen
- 43:39auch als prominentes Mitglied das
- 43:42sozusagen Roten Wiener Royalen Family,
- 43:45also sozusagen eine Art
- 43:47sozialdemokratischer
- 43:48Adel auch aufgrund ihrer Familie. Ob das
- 43:52jetzt so stimmt, ob sie das so erlebt
- 43:54haben oder nicht, ist das eine. Aber das
- 43:57andere ist, war das für sie ein Vorteil
- 43:59oder ein Nachteil, dass sie so gesehen
- 44:01wurden? Na ja, das war da bin ich ein
- 44:04bisschen immer vom Glauben im dem
- 44:06österreichischen Journalismus
- 44:07abgefallen, weil ich hab eigentlich
- 44:08überhaupt keine sozialdemokratische
- 44:10Vorgeschichte in meiner Familie,
- 44:12trotzdem ist es immer so geschrieben
- 44:14worden. Ich glaube, es war in meiner
- 44:16Partei eigentlich egal, aber ich hab
- 44:19sehr oft damals versucht zu erklären,
- 44:21dass das gar nicht stimmt, aber es war
- 44:24nie möglich, dass das nie mehr
- 44:26geschrieben wurde. Daher habe ich das
- 44:27dann einfach zur Kenntnis genommen, dass
- 44:28das halt offenbar, wie soll ich sagen,
- 44:31eine Urban Legend ist.
- 44:33Jetzt waren sie einmal, ich habe schon
- 44:35erwähnt, die jüngste Stadträtin in Wien
- 44:37damals eben unter anderem auch für
- 44:39Integration zuständig.
- 44:41Wir haben augenblicklich das Thema, dass
- 44:43Jugendliche vor Gericht stehen mit
- 44:45Migrationshintergrund die Banden
- 44:47gebildet haben, die schon lange nicht
- 44:49mehr in die Schule gegangen sind, die
- 44:51Frauen misshandelt oder sogar
- 44:52missbraucht haben und das in Wien. Was
- 44:56ist da schief gegangen? Ich glaube, das
- 44:58ist leicht zu fragen und schwer zu
- 45:00beantworten. Da gibt's auch nicht die
- 45:02eine Antwort darauf. Der ganz
- 45:05wesentliche Punkt dabei ist sicher
- 45:08Bildung und die Frage der Zugehörigkeit
- 45:12und auch wiederum da weiter runter
- 45:14deiniert gibt's nicht eine Antwort aber
- 45:18ist es generell wichtig zu akzeptieren,
- 45:21dass Österreich natürlich ein
- 45:24Einwanderungsland ist, dass alle
- 45:26Diskussionen, die dazu möglicherweise
- 45:28stattfinden, einfach an der Realität
- 45:29vorbeigehen und dass es wichtig ist in
- 45:32diesem Bereich zu investieren.
- 45:34Jetzt ist es ja auch immer wichtig für
- 45:36junge Menschen zu sehen, haben sie
- 45:38Lebenschancen und ob sie Lebenschancen
- 45:41haben. Und eine wichtige Rolle spielen
- 45:43da immer auch Unternehmen, die junge
- 45:45Leute ausbilden. Was tut ihr
- 45:47Unternehmen, um junge Leute vielleicht
- 45:50auch mit Migrationshintergrund diverse
- 45:53junge Leute ins Unternehmen zu
- 45:55integrieren? Wir bilden Lehrlinge aus.
- 45:57Wir haben Mitarbeiterinnen und
- 45:59Mitarbeiter aus ganz vielen
- 46:01unterschiedlichen Nationen auch hier in
- 46:03Österreich weltweit natürlich
- 46:04selbstverständlich und was ein
- 46:06multinationales Unternehmen bietet und
- 46:08ich habe das ja erst im sehr
- 46:09fortgeschrittenen Alter kennengelernt
- 46:11und war ganz fasziniert davon und bin es
- 46:13immer noch die Möglichkeiten, die man
- 46:15einfach international hat. Heiß, man
- 46:18braucht das Unternehmen nicht wechseln,
- 46:20sondern kann ganz verschiedene
- 46:22Tätigkeiten machen in ganz verschiedenen
- 46:24Teilen der Welt. Und das ist etwas, was
- 46:26uns auch sehr attraktiv macht für junge
- 46:29Leute, die ihren Berufseinstieg suchen.
- 46:31Also, das heißt, sie können sich die
- 46:33jungen Leute aussuchen. Also, ich
- 46:35glaube, es kann sich heutzutag niemand
- 46:36mehr die jungen Leute aussuchen. Man
- 46:38muss schon was liefern und das ist als
- 46:41Unternehmen was liefern. Also es müssen
- 46:42auch die jungen Leute was liefern, aber
- 46:44einfach nur die Situation ist schon die,
- 46:46dass der Arbeitsmarkt so ist, dass die
- 46:48Talente, da muss man sich schon
- 46:50anstrengen, dass die Talente bei den
- 46:51bleiben und ich glaube, wir haben hier
- 46:52viel zu bieten. Deswegen kommen wir auch
- 46:54ganz gut mit der Situation zurecht. Aber
- 46:56meine nächste Frage zielt eigentlich
- 46:57eher ab auf sozusagen das, was ich vor
- 46:59gesagt habe. Jugendliche, die
- 47:01möglicherweise schon in sehr jungen
- 47:04Jahren auf ein Gleis kommen, wo sie
- 47:06nicht mehr so leicht rauskommen. Muss
- 47:08man bei Siemens Healthyers ein gut
- 47:11funktionierender Jugendlicher sein mit
- 47:13guten Noten, brav in der Schule, weiß
- 47:16ich nicht, um überhaupt bei ihnen
- 47:17andocken zu können, von ihnen gefördert
- 47:20zu werden oder gibt's auch Programme für
- 47:22jene, die es nicht so leicht haben? Also
- 47:24ich glaube, es kommt dann immer darauf
- 47:26an, ob jemand wirklich will. Also es ist
- 47:29nicht so das Thema und das ist ja an
- 47:30sich nicht mehr zeitgemäß, dass man das
- 47:33so ein Test macht und wenn man dann
- 47:34besteht, dann ist man dabei. Es kommt
- 47:36sehr sehr stark darauf an, will jemand
- 47:39oder will er nicht und wenn jemand will,
- 47:41dann hat er auch Chancen. Aber das
- 47:42wollen, das ist ein bisschen so wie mit
- 47:44ich mache jeden Tag in der Früh Sport
- 47:45und das kann ich nicht delegieren.
- 47:47Entweder ich mach's oder ich mach's
- 47:48nicht. Ich hab mich dafür entschieden,
- 47:49ich mach's, weil man gut tut. Und das
- 47:51ist halt auch bei Jugendlichen so, man
- 47:53kann sie unterstützen, aber wir müssen
- 47:56als Unternehmen das klare Gefühl haben,
- 47:58dass der oder die will.
- 48:00Jetzt waren Sie 10 Jahre lang dann
- 48:02Gesundheitsstadtretin.
- 48:03Was war da ihr größter Erfolg? der
- 48:06größte Erfolg. Das ist so schwierig auf
- 48:09ein Thema zu sagen, weil ich einfach
- 48:11viel getan hat, aber ich würde sagen,
- 48:13dass es in Wien keine alten Pflegeheime
- 48:15mehr gibt und dass Wien ein an sich gut
- 48:19strukturiertes Spitalskonzept,
- 48:22dass ich das hinterlassen konnte, das
- 48:24würde ich schon als positiv bewerten.
- 48:27Jetzt natürlich die Gegenfrage, was war
- 48:28ihre größte Niederlage,
- 48:31dass ich Veränderungen, die notwendig
- 48:33gewesen wären, nicht umsetzen konnte,
- 48:36weil der Widerstand zu groß war. Von dem
- 48:39vielfältig von verschiedenen
- 48:41Stakeholdern. Ich kann mich persönlich
- 48:43erinnern, sie hatten stark Konflikte mit
- 48:45der Ärztekammer unter anderem, als es
- 48:47etwa um die Beschränkung der Arbeitszeit
- 48:49für Spitalsärzte ging. Wie verstehen Sie
- 48:52sich denn jetzt mit Ärzten? Ich verstehe
- 48:54mich sehr gut mit Ärzten und Ärztinnen,
- 48:57weil die ganz besonders wichtig sind in
- 48:59der Frage der Entwicklung von
- 49:02Gesundheitssystemen,
- 49:03aber dass die Ärztinnen und Ärzte und
- 49:05ich habe mit vielen zu tun weltweit, die
- 49:08sind alle bisschen anders als die, die
- 49:10ich in der Ärztekammer kennengelernt
- 49:11habe. Also sie würden sagen, das ist
- 49:13nicht so typisch die Funktionärsärzte
- 49:17in der Ärztekammer für das, was Ärzte
- 49:19und Ärztinnen am Feld draußen sind. Ja,
- 49:22das würde ich genauso unterschreiben und
- 49:24das hätte ich auch schon vor vielen
- 49:25Jahren unterschrieben, weil die
- 49:27Ärztinnen und Ärzte im damals KV jetzt
- 49:30Wieige oder auch in der Vincensgruppe,
- 49:32die habe ich immer ganz ganz anders
- 49:34wahrgenommen als die Funktionärinnen und
- 49:36Funktionäre der Ärzte und Ärzte
- 49:38deine Wunde von damals zurückgeblieben?
- 49:40Nein, es ist gar nichts zurückgeblieben
- 49:42und das macht mich eigentlich froh und
- 49:44frei. Jetzt haben Sie 2017 die Politik
- 49:47verlassen. Es hieß damals oder wurde
- 49:49auch viel geschrieben, weil sie wussten,
- 49:51dass ein Rechnungshofbericht zum neu
- 49:55erbauten Krankenhaus Nord kommen würde,
- 49:57der sehr kritisch sein würde. War das
- 49:59so? Na, natürlich war das nicht so, aber
- 50:01das war ähnlich wie mit im
- 50:02sozialdemokratischen Adel, ohne dass je
- 50:04einer meiner Vorfahren
- 50:06sozialdemokratische
- 50:08Rollen hatte. ist halt geschrieben
- 50:09worden und war halt offenbar die bessere
- 50:12Geschichte, aber hat keinerlei
- 50:14Wahrheitsgehalten.
- 50:14Aber würden Sie jetzt im Nachhinein
- 50:16sagen, jetzt steht dort, das heißt jetzt
- 50:17Klinik Floritsdorf ist eine schönes
- 50:19super modernes Krankenhaus, alles gut,
- 50:22aber würden Sie im Nachhinein sagen, da
- 50:24ist nicht alles gut gelaufen oder sagen
- 50:27Sie immer noch, das haben wir gut
- 50:28hingekriegt od
- 50:29das haben wir gut hingekriegt.
- 50:31Was haben Sie mitgenommen aus Ihrer
- 50:34Politikzeit in Ihr neues Leben? Ich habe
- 50:38mitgenommen,
- 50:40dass das Thema Menschen zu führen,
- 50:44Menschen zu entwickeln, Themen zu
- 50:47entwickeln, Themen umzusetzen,
- 50:49dass das immer leichter ist, wenn man
- 50:51die Menschen mitnimmt. Und daher, ich
- 50:54habe in den letzten jetzt schon 8 Jahren
- 50:58sehr viel gelernt, weil ich war vorher
- 51:01nie in der Industrie tätig. Ich habe
- 51:03sehr viel international über
- 51:05Gesundheitssysteme gelernt und ich kann
- 51:07alles anwenden, was ich in meinen 25
- 51:10Jahren in unterschiedlichen Rollen in
- 51:12der Politik gelernt habe, weil am Ende
- 51:14des Tages geht's um Menschen. Was ist
- 51:18sozusagen stressiger oder was war
- 51:20stressiger, die Politik oder die
- 51:23Wirtschaft? Ich würde sagen, es ist
- 51:25unterschiedlich.
- 51:27Der wesentliche Unterschied und der der
- 51:30meisten Stress wegnimmt ist, dass in der
- 51:34Industrie man in der Lage ist und auch
- 51:38gelassen wird zu arbeiten und zu
- 51:41liefern. Es ist viel strenger, was die
- 51:43Frage betrifft. Hat man die Ziele
- 51:45erreicht oder nicht? Weil da geht's
- 51:46nicht na bemüht, aber ja irrelevant,
- 51:50aber man kann das ohne Beobachtung
- 51:52machen von Menschen, die davon keine
- 51:54Ahnung haben und die aber meinen, sie
- 51:56können das alles kommentieren und auch
- 51:58eine Meinung dazu.
- 51:58Also, man steht viel mehr in der
- 52:00Öffentlichkeit, in der Politik
- 52:01natürlich. Man steht in der Politik, in
- 52:03der Öffentlichkeit, aber die
- 52:04Öffentlichkeit würde ich nicht per se
- 52:06als das Thema sehen, weil die man
- 52:07braucht die Öffentlichkeit, weil man in
- 52:09der Politik ja für Menschen etwas machen
- 52:11möchte, aber die Bewertung ist eine
- 52:13andere. Selbstverständlich werde ich in
- 52:15meiner Rolle als Executive Vice
- 52:17Präsident und Verantwortliche für diese
- 52:1930 Länder bewertet von meinem Chef, von
- 52:23insgesamt dem Unternehmen, aber an sich
- 52:25es redt niemand mit, der sie dabei nicht
- 52:27auskennt und das ist ganz anders in der
- 52:29Politik. Als sie damals gewechselt
- 52:31haben, gab's ein Aha Erlebnis für Sie,
- 52:33also gab's irgendetwas, was sie total
- 52:35überrascht hat, dass das hier so läuft?
- 52:38Ich war überrascht und da hat sich in
- 52:40den letzten Jahren sehr sehr viel sehr
- 52:42sehr positiv bei uns geändert über die
- 52:44geringe Zahl der Frauen in
- 52:47Führungsrollen, weil ich das in der
- 52:49Politik war diese Diskussion in den 90er
- 52:52Jahren oder so und das liegt sicherlich
- 52:54daran, dass es sozusagen ein sehr
- 52:55technisches und Engineering Unternehmen
- 52:58ist und wie gesagt, es ist jetzt auch
- 53:00unvergleichbar zu dem, was vor einigen
- 53:02Jahren war, aber das hat mich schon
- 53:03überrascht, dass ich in vielen, vielen
- 53:05Sitzungen, Meetings die einzige Frau war
- 53:08damals.
- 53:09Nun, wir haben kurz erwähnt bei der
- 53:12Geburt ihres Kindes. Ihr Partner ist
- 53:14Andreas Schider, der ist EU Abgeordneter
- 53:16für die sozialdemokratische Partei. Das
- 53:19heißt, sie führen eine sehr stressige
- 53:22Fernbeziehung, kommt mir vor. Er in
- 53:23Brüssel, sie in Wien, ihr sind nicht
- 53:25viel unterwegs. Wie kann so etwas
- 53:28gelingen? Also, ich find es gar nicht
- 53:30stressig und wir sind es eigentlich auch
- 53:32nicht anders gewöhnt, weil als wir in
- 53:34anderen Rollen in der Politik waren,
- 53:35weder er noch ich haben jemals ein Leben
- 53:37gelebt, wo halt dann um 5 Uhr die Arbeit
- 53:39aus war. Und daher funktioniert das
- 53:43wunderbar, wenn man sich grundsätzlich
- 53:45versteht, wenn man sich viel zu sagen
- 53:47hat, wenn man sich immer noch
- 53:49aufeinander freut und wenn man Dinge
- 53:52hat, die einen verbinden, dann passt das
- 53:54super und dann ist vielleicht eh besser,
- 53:57wenn man nicht immer zusammensteckt.
- 53:59Mein Mann, wir haben vor wenigen Jahren
- 54:00geheiratet hat gesagt, der Grund, warum
- 54:03das so gut funktioniert hat, ist
- 54:04vielleicht eh, wenn man es nicht so oft
- 54:05sehen und dem kann ich nur zustimmen.
- 54:08Wenn sie so drauf schauen auf sie haben
- 54:10eine sehr hohe Position in einem
- 54:13Gesundheitsunternehmen, aber wie gesund
- 54:16oder ungesund ist diese Arbeit, dieses
- 54:18Leben für Sie persönlich?
- 54:21Also, da bin ich schon eine große
- 54:22Verfechterin von das kann jeder und
- 54:25jeder für sich entscheiden. Und ist das
- 54:28jetzt immer lustig, dass der Wecker sehr
- 54:30früh läutet und jeden Tag in der Früh
- 54:32Sport ist? Ich kann es mir gar nicht mal
- 54:34anders vorstellen.
- 54:35Wann stehen Sie auf und wie lange machen
- 54:37Sie Sport? meistens um dreiviertel 6 se
- 54:396 und eine Stunde.
- 54:41Eine Stunde. Ja,
- 54:42da turnen sie oder gehen sie Radfahren.
- 54:44Habe ich einen ganz super personal
- 54:47Trainer, der mit mir Krafttraining macht
- 54:48oder gelaufen oder geradfahren.
- 54:50Da gehört viel Disziplin dazu.
- 54:53Da gehört viel Disziplin dazu, aber
- 54:54ehrlich gesagt nur am Anfang, weil ich
- 54:56kann mir jetzt gar nicht mal anders
- 54:57vorstellen. Also wenn ich das einen Tag
- 54:59nicht mache, dann fühle ich mich nicht
- 55:00gut und das sage ich jetzt gar nicht
- 55:01auf, also das mit der Hober. Jeder muss
- 55:03das für sich entscheiden. Ist gar kein
- 55:05Thema, aber ich brauche das einfach.
- 55:07Jetzt haben sie selbst gesagt, sie gehen
- 55:09zur Entspannung eigentlich auch gerne
- 55:11Radfahren. Machen Sie es gemütlich oder
- 55:14auf Wettbewerb? Na, auf Wettbewerb mache
- 55:17ich es nicht, aber wenn ich mit meinem
- 55:18Mann mitkommen will, dann muss ich mich
- 55:20schon anstrengen. Und leider ist
- 55:22irgendwie in meinem Alter schon so, dass
- 55:24viele Dinge Frauen nicht mehr machen,
- 55:26was ich für ganz blöd finde. Das heißt,
- 55:27ich bin oft nur mit Männern unterwegs
- 55:29und ich bin da jetzt keine Ehrgeizlerin,
- 55:32gar nicht, aber schon so, dass s es
- 55:34irgendwie, dass man weiterkommt und dass
- 55:36sie es auszahlt.
- 55:37Und da fahren sie Rennrad oder fahren
- 55:39sie Mountainbike?
- 55:40Ja, Rennrad.
- 55:41Ja, Rennrad. Und was meinen Sie damit,
- 55:43wenn Sie sagen, in meinem Alter machen
- 55:45Frauen Sachen nicht mehr mit? Dass viele
- 55:47Freundinnen von mir das nicht machen. Es
- 55:50gibt einige wenige, aber es gibt also
- 55:52beim Skifahren z.B. im Skifahren in den
- 55:5430ern waren gleich viel Frauen wie
- 55:56Männer. Jetzt bleiben eigentlich viel
- 55:58Männer über und Frauen machen es
- 55:59nichtmer im zweiten Hälfte der 50er. Ja.
- 56:03Worauf führen Sie das zurück? Warum ist
- 56:05das so? Ehrlich gesagt, ich verstehe es
- 56:07gar nicht, weil ich find's super zu
- 56:09machen.
- 56:10Ihr Rat an Ihr jüngeres Ich. Was würden
- 56:13Sie sich selbst gerne mitgeben?
- 56:15Gelassenheit macht stärker. Frau Wessel,
- 56:18[musik] vielen Dank für das Gespräch.
- 56:20Gerne.
- 56:25Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat
- 56:27und Sie unsere Arbeit unterstützen
- 56:29[musik] wollen, abonnieren Sie am besten
- 56:31den Standard. Alle Infos dazu gibt es
- 56:33auf abo.
- 56:37Diese Folge wird produziert von
- 56:39Christoph [musik] Neuwiert. Schold
- 56:40Wilhelm ist unser Chef vom Dienst.
- 56:43Unsere Musik stammt von Maximilian Blä.
- 56:46Ich bin Petra Stüber. Vielen Dank fürs
- 56:48Zuhören. Bis zum nächsten Mal.
- 56:56เ
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This page contains the full transcript of KI gegen Krebs, Medizintechnik für alle, Politik-Lehren | Siemens-Healthineers-Chefin Sonja Wehsely by DER STANDARD, generated from the public captions YouTube serves with the video. The transcript has 8,495 words across 1,485 segments, with the original timestamps preserved so you can click any line to jump to that moment in the embedded player.
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