Fregatte 127 - die zukünftigen Flugabwehrfregatten der Deutschen Marine — Transcript
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- 0:00Vor rund 2 Jahren haben wir euch
- 0:02erstmals über die Fregatten der Klasse
- 0:04127 informiert. Seitdem hat das Projekt
- 0:07erheblich an Kontur gewonnen. Die
- 0:09geplante Stückzahl stieg von sechs auf
- 0:12Einheiten und in den Bereichen
- 0:14Bewaffnungssensorik und Führungssysteme
- 0:16wurden weitreichende Entscheidungen
- 0:18getroffen. Gleichzeitig wirft das
- 0:20zunehmend belastete Verhältnis zu den
- 0:22USA die Frage auf, wie sinnvoll eine
- 0:24erneute tiefer Abhängigkeit von
- 0:26US-amerikanischen Systemen bei einem
- 0:28derart zentralen Rüstungsprojekt ist.
- 0:30All das nehmen wir heute unter die Lupe
- 0:32und damit herzlich willkommen zu einem
- 0:34neuen Video auf unserem Kanal. Legen wir
- 0:37los.
- 0:45Die deutsche Marine steht in den
- 0:47kommenden Jahren vor einer
- 0:48entscheidenden Weichenstellung. Mit der
- 0:50Außerdienststellung der Fregatten der
- 0:52Klasse 124 kurz F124 wird gegen Mitte
- 0:55der 2030er Jahre eine der zentralen
- 0:58Fähigkeiten der Marine wegfallen, die
- 1:00maritime Luftverteidigung und
- 1:01Verbandsflugabwehr im Weitbereich. Um
- 1:04diese Fähigkeit ohne Unterbrechung zu
- 1:06erhalten, hat die Bundeswehr das
- 1:07Beschaffungsvorhaben Fregatte Klasse 127
- 1:11kurz F127 aufgelegt. Auch bekannt unter
- 1:14dem Namen Next Generation Friged
- 1:16Erdefans. Die F127 ist dabei nicht als
- 1:20bloßer Ersatz der F124 gedacht, sondern
- 1:23als ein grundlegend neu konzipiertes
- 1:25Seekriegsmittel. Als erste Schiffsklasse
- 1:27seit der F124 wird sie von Grund auf
- 1:30nach den Anforderungen der Landes- und
- 1:32Bündnisverteidigung entwickelt. mit dem
- 1:34Anspruch auch gegen Bedrohungen
- 1:36einsatzbar zu sein, die heute noch gar
- 1:37nicht absehbar sind und das weit über
- 1:39die Mitte des Jahrhunderts hinaus.
- 1:42Gemeinsam mit den Fregatten der Klasse
- 1:44126 sollen sie künftig den Kern von
- 1:46Hochseekampfgruppen bilden, sowohl für
- 1:48die NATO Nordflanke als auch für
- 1:51weltweite Einsätze. Die Kernfähigkeiten
- 1:53der F127
- 1:55liegen in der Luftverteidigung sowie im
- 1:57Maritime Strike auf große Distanzen. Im
- 2:00Bereich der Luftverteidigung geht es
- 2:02konkret um den Verbandsschutz und den
- 2:04Gebietsschutz einschließlich der Abwehr
- 2:06hypersonischer und ballistischer
- 2:07Flugkörper in der unteren
- 2:09Abfangsschicht. Darüber hinaus soll die
- 2:11F127 in der Lage sein, gehärtete Ziele
- 2:14auf große Entfernungen an Land zu
- 2:17bekämpfen. Ergänzend dazu sind
- 2:19Fähigkeiten im Überwasserseekrieg in der
- 2:21U-Bootjagd sowie im Cyber und
- 2:23Informationsraum vorgesehen.
- 2:25Ursprünglich war die Beschaffung von
- 2:27sechs Einheiten vorgesehen, um dauerhaft
- 2:29je eine Fregatte in zwei verschiedenen
- 2:31Einsatzverbänden bereithalten zu können.
- 2:33Aufgrund neuer NATO Fähigkeitsziele hat
- 2:35man die Planungen inzwischen auf acht
- 2:37Einheiten ausgeweitet. Die Gesamtkosten
- 2:39des Vorhams werden auf rund 26,2
- 2:42Milliarden Euro geschätzt und sollen
- 2:44über den Einzelplan 14, spricht den
- 2:46regulären Verteidigungshaushalt
- 2:48finanziert werden. Laut dem Kurs Marine
- 2:50sollen die F127 zudem durch sogenannte
- 2:53Large Remote Missile Vessels kurz LRMV
- 2:56ergänzt werden, die ebenfalls zur
- 2:58Luftverteidigung und zum Maritime Strike
- 3:01befähigt sein sollen. Aktuell sind drei
- 3:03solche Einheiten geplant, wobei eine
- 3:05Erhöhung auf vier denkbar erscheint, da
- 3:08auch die Stückzahl der F127 nach oben
- 3:10korrigiert wurde. Der Projektchritt hat
- 3:13in den vergangenen Jahren deutlich an
- 3:15Fahrt aufgenommen. Im September 2024
- 3:17kündigten die deutschen werften TKMS und
- 3:20NVL heute reinmetal Naval Systems auf
- 3:23der Fachmesse SMM die Gründung eines
- 3:26gemeinsamen Unternehmens an, dass die
- 3:28F127 für die deutsche Marine bauen soll.
- 3:31Doch im Dezember 2024 stimmte der
- 3:33Haushaltsausschuss des Bundestages einem
- 3:35ersten Vertrag über
- 3:36realisierungsvorbereitende Maßnahmen im
- 3:38Rahmen eines sogenannten Foreign
- 3:40Military Sales Verfahren, kurz FMS mit
- 3:42den USA in Höhe von rund 44,5 Milliarden
- 3:46Euro zu. Im Oktober 2025 wurde dann
- 3:49bekannt, dass Deutschland das von Rion
- 3:51entwickelte Radar vom Typ Spy 6 V1 für
- 3:55alle acht Fregaten beschaffen wird und
- 3:57damit zum ersten internationalen Kunden
- 4:00dieses Systems wird. Den vorläufigen
- 4:02Höhepunkt markierte der 17. April 2026,
- 4:05als das US-Außenministerium den Export
- 4:07zahlreicher Führungsradar und
- 4:09Waffensysteme für die F127 genehmigte,
- 4:12darunter das Elises Combat System, das
- 4:14bereits erwähnte Radar sowie das Mark 41
- 4:17Vertical Launching System. Das
- 4:19Gesamtvolumen dieser möglichen
- 4:20Rüstungslieferungen beläuft sich auf bis
- 4:22zu 11,9 Milliarden US-Dollar. Die
- 4:25eigentliche Beschaffungsentscheidung
- 4:27soll dann in der zweiten Hälfte des
- 4:29Jahres 2026 fallen. Mit dem Zulauf der
- 4:32ersten Fregaten wird ab 2034 gerechnet,
- 4:35gerade rechtzeitig, um die
- 4:36Fähigkeitslücke nach der
- 4:37Außerdienststellung der F124 zu
- 4:40schließen. Aus dem Projektumfeld ist
- 4:42zudem bekannt, dass das Schiffsdesign
- 4:44gegenüber früheren Planungen noch einmal
- 4:46überarbeitet wird. Neben der Integration
- 4:48zusätzlicher VLS-Zellen soll auch die
- 4:51grundlegende IT-Architektur als Basis
- 4:53für spätere Systemintegration neu
- 4:55definiert werden. Die zusätzlichen
- 4:57Startzellen dürften dabei dazu führen,
- 4:59dass die Fregatten in Länge, Breite und
- 5:01Verdrängung gegenüber bisherigen
- 5:03Entwürfen zulegen werden.
- 5:07Die aktuellen Planungen sehen eine
- 5:09Fregatte vor, die 178 m lang und 24 m
- 5:13breit ist. Die Verdrängung soll mehr als
- 5:1612000 tonn betragen und der Tiefgang 7,8
- 5:19m. Als Antrieb ist ein Codlacksystem,
- 5:22eine Kombination aus dieselektrischem
- 5:25Antrieb und Gasturbin vorgesehen, das
- 5:27eine Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten
- 5:29ermöglichen soll, wobei bis zu 18 Knoten
- 5:32rein elektrisch gefahren werden können.
- 5:33Die Reichweite beträgt 4000 Seeilen bei
- 5:36einer Ausdauer von 21 Tagen. Die
- 5:39Eisklasse wird mit 1C angegeben, spricht
- 5:41die Schiffe sollen für leichte
- 5:43Eisverhältnisse ausgelegt sein. Die
- 5:45Stammbesatzung umfasst 180 Personen
- 5:47einschließlich des Sanitätspersonals.
- 5:49Zusätzlich können bis zu 50 weitere
- 5:51Personen eingeschüfft werden. Das
- 5:53Herzstück der F127 bildet eine für die
- 5:56deutsche Marine einzigartige
- 5:58Doppelarchitektur bei den Führungs- und
- 6:00Waffeneinsatzsystemen kurz Füves. Zwei
- 6:02Systeme kommen dabei parallel zum
- 6:04Einsatz und werden über das sogenannte
- 6:06German Tactical Interface Kurz GTI
- 6:09miteinander verknüpft. das
- 6:11US-amerikanische Elges Integrated Combat
- 6:13System in der Ausführung Mark 6 sowie
- 6:16das CMS 330, das zukünftige Standardfü
- 6:19der deutschen Marine. Elges gilt als das
- 6:22leistungsfähigste Fü der Welt und
- 6:24verbindet Sensoren und Waffen zu einem
- 6:26vollintegrierten automatisierten
- 6:28Führungs- und Waffeneinsatzsystem von
- 6:30der Zieldetektion bis hin zur
- 6:32Bekämpfung. Das CMS 330 wurde
- 6:34ursprünglich für die Royal Canadian Navy
- 6:36entwickelt, hat sich in zahlreichen
- 6:38NATOen bewährt und zeichnet sich durch
- 6:41eine offene skalierbare Architektur aus,
- 6:44die eine einfache Integration nationaler
- 6:46Komponenten ermöglichen soll. Genau
- 6:48darin liegt der entscheidende Vorteil
- 6:50dieser Doppellösung. Nationale Systeme,
- 6:52die nicht den restriktiven
- 6:54US-amerikanischen ITA Exportbestimmungen
- 6:57unterliegen, lassen sich deutlich
- 6:59unkomplizierter in das ITAfreie CMS 330
- 7:02einbinden. Nach aktuellem Planungsstand
- 7:04werden über das CMS330 unter anderem die
- 7:07U-Bootjagd, die elektronische
- 7:09Kampfführung sowie das Nahbereichsradar
- 7:11Spex 2000, die Marine Leichtgeschütze
- 7:14und der Hochenergielaser abgebildet. Die
- 7:17gesamte U-Bootjagd soll dabei über das
- 7:19CMS 330 laufen. Bug und Schlepsona von
- 7:22Atlasel Elektronik werden über Ax
- 7:25Konsolen integriert. Ebenso das
- 7:27Antiorpedo Torpedosystem Seider und die
- 7:30MU90 Leichtgewicht Torpedos. Die
- 7:32verbleibenden Fähigkeiten, insbesondere
- 7:34im Bereich der Flug und Raketenabwehr,
- 7:36werden über Elges abgedeckt. Die
- 7:38ursprünglich angestrebte saubere
- 7:40Trennung der verschiedenen
- 7:41Warferdimensionen nach Fü lässt sich
- 7:43damit allerdings nicht mehr vollständig
- 7:45umsetzen, da Elemente der Luft und
- 7:47Überwassersseekriegsführung nun auf
- 7:49beide Systeme verteilt sind. Bei der
- 7:51Sensorik setzt die F127 auf eine
- 7:54leistungsstarke Kombination
- 7:55amerikanischer und nationaler Systeme.
- 7:57Der Hauptsensor ist das Anby 6 V1 von
- 8:00Ron ein aktiv elektronisch geschwenktes
- 8:03Faced Array Radar im S-Band. Es besteht
- 8:06aus modularen Radareinheiten,
- 8:07sogenannten Raadar Modular Assemblies,
- 8:10die bis zu vier Arrayflächen mit G37
- 8:13solcher Einheiten zusammengesetzt werden
- 8:16und so eine lückenlose 360° Abdeckung
- 8:19bieten. Das System nutzt Gallumnitrit
- 8:22Halbleitertechnologie für eine besonders
- 8:24hohe Leistungsdichte und kann
- 8:26gleichzeitig ballistische Raketen,
- 8:28Hyperschallflugkörper, Marschflühkörper,
- 8:30Flugzeuge sowie elektronische
- 8:31Kampfmaßnahmen des Gegners erfassen und
- 8:34das mit deutlich höherer Empfindlichkeit
- 8:36und Reichweite als Vorgängersysteme. Für
- 8:38die Feuerleitung ist das Mark 99
- 8:40Feuerlight System mit zwei AN SPG 62G
- 8:44Feuerlight Radaren im X-Band vorgesehen,
- 8:46das als Schnittstelle zwischen dem
- 8:48Hauptradar und den Lenkflugkörpern
- 8:50fungiert und diese im halbaktiven
- 8:52Verfahren zum Ziel führt. Ergänzt wird
- 8:54die Sensorik durch das AN SPQ 9B Radar
- 8:58von North Rob D Grummen für den
- 8:59Nahbereich, das speziell für die
- 9:01Erfassung und Bekämpfung auch überschall
- 9:03schneller Antischiffsraketen in
- 9:05Bodennähe ausgelegt ist. sowie durch das
- 9:07deutsche Spexer 2000 als weiteres
- 9:10Nahbereichsradar. Für die U-Bootjagd
- 9:12werden ein Bug und ein Schleppsona von
- 9:14Atlas Elektronik integriert. Die
- 9:16Freunden Feinderkennung erfolgt mit Mod
- 9:185S fähiger Ausrüstung. Im Bereich der
- 9:21elektronischen Kampfführung ist eine
- 9:23gestaffelte Lösung vorgesehen. Die
- 9:24ersten beiden Einheiten erhalten das
- 9:26amerikanische AN SLQ32
- 9:29V6 aus dem Surface Electronic Warfer
- 9:32Improvement Program. dass frühzeitige
- 9:34Erkennung und Klassifikation von
- 9:36Bedrohungen sowie die Einbindung in das
- 9:39Gefechtssystem zur Steuerung von
- 9:41Gegenmaßnahmen ermöglicht. Ab dem
- 9:43dritten Schiff soll dann die als
- 9:45Langzeitlösung angestrebte Kombination
- 9:47aus dem deutschen Cora 40 für die
- 9:49elektronische Aufklärung und dem
- 9:51Virgilus System für die aktive
- 9:54elektronische Kampfführung zum Einsatz
- 9:56kommen. Diese Vorgehensweise soll
- 9:57verhindern, dass ein verzögerter
- 9:59Entwicklungsstand der nationalen Systeme
- 10:01den Zulauf der ersten Fregaten
- 10:03gefährdet. Die geplante Bewaffnung der
- 10:05F127 spiegelt den Anspruch wieder ein
- 10:07durchsetzungsfähiges Seekriegsmittel zu
- 10:09schaffen. Den Kern bildet ein Vertical
- 10:11Launching System vom Typen Mark 41 in
- 10:14der aktuellen Baseline 8 und in der
- 10:16Strikelength Ausführung mit insgesamt 96
- 10:19Zellen, 64 im Vorschiff und 32 mit
- 10:23Schiffs. Dieses kampferprobte System ist
- 10:25bei 13 Marinen weltweit im Einsatz und
- 10:27ermöglicht den Abschuss einer breiten
- 10:29Palette von Flugkörpern. Für die F127
- 10:31sind die Flugabwehrraketen ESSM Block 2,
- 10:35SM2 Block 3C, SM6 Block 1 und
- 10:39perspektivisch Heideev vorgesehen.
- 10:40Hinzukommen Tommerhawk Marschflugkörper
- 10:43und der in Entwicklung befindliche See
- 10:45und Landzielflugkörper Superic Strike
- 10:47Missile Kurz 3SM. Die SM3 zur
- 10:51exoatmosphärischen Raketenabwehr ist
- 10:53hingegen aktuell nicht mehr vorgesehen.
- 10:55Das angestrebte Fähigkeitsniveau im
- 10:57Bereich der Raketenabwehr soll durch SM6
- 10:59und Hidef erreicht werden. Zur
- 11:01Bekämpfung von Überwasserzielen sind zu
- 11:03dem acht Seezielfil Flugkörper vom Typ
- 11:05Naval Strike Missile Block 1A bzw. 3 SM
- 11:09vorgesehen für die
- 11:10Nahbereichsverteidigung sind zwei
- 11:12Rammstarter vom Typen Mark 49 GMLS Mod 5
- 11:16vorgesehen, die jeweils über 21
- 11:18Lenkflugkörper verfügen und als Schutz
- 11:20gegen anfliegende Flugkörper, Flugzeuge
- 11:22und Hubschrauber dienen. Neben
- 11:24Lenkflugkörpern soll die F127 auch
- 11:27verschiedene Rohrwaffen erhalten. Als
- 11:29Schiffsgeschütz ist das BEA Mark 45 Mod
- 11:334 vorgesehen. Dieses verfügt über eine
- 11:35Reichweite von mehr als 36 km und vor
- 11:37allem über bessere Flugabwehrfähigkeiten
- 11:39als das ursprünglich vorgesehene Otto
- 11:42127/64
- 11:45Lightweight. Für den Nahbereichschutz
- 11:47und die Bekämpfung asymmetrischer
- 11:48Bedrohungen wie Schnellbote oder Drohnen
- 11:50sind zwei Marine Leichtgeschütze des
- 11:52Typs Mark 38 Mod 4 mit 30 mm Kanone
- 11:57vorgesehen. Für den Unterwassersehekrieg
- 11:59sind zwei Waffensysteme geplant. Zum
- 12:01einen zwei Drillingstorpedorohre für
- 12:04MU90 Leichtgewicht Torpedos zur
- 12:06Bekämpfung feindlicher U-Boote und zum
- 12:08anderen das Antiorpedo Torpedosystem
- 12:11Seider zur Selbstverteidigung gegen
- 12:13feindliche Torpedos. Als weitere
- 12:15zukunftsweisende Komponente ist ein
- 12:17Hochenergielaser mit einer Leistung von
- 12:19über 100 kW vorgesehen.
- 12:24Die F127 wird voraussichtig bis in die
- 12:272070er Jahre im Dienst stehen und damit
- 12:29Deutschlands maritime
- 12:30Verteidigungsfähigkeit für Jahrzehnte
- 12:32prägen. Vor diesem Hintergrund stellt
- 12:34sich die Frage, wie klug eine
- 12:35tiefgehende Abhängigkeit von den USA bei
- 12:37einem derart zentralen Rüstungsprojekt
- 12:39ist, zumal die transatlantischen
- 12:41Beziehungen aktuell nicht gerade als gut
- 12:43bezeichnet werden können. Theoretisch
- 12:44stehen der Marine drei westliche
- 12:47Lenkflugkörperfamilien zur
- 12:48Luftverteidigung zur Verfügung. Die
- 12:51amerikanische Standard Missile, die
- 12:53europäische A von MBDA sowie die
- 12:55israelische Barack. Beide Alternativen
- 12:58zur bereits gesetzten Standard Missil
- 13:00überzeugen jedoch nicht. Barack ist auf
- 13:03S-Bahnfeuerradare ausgelegt, während
- 13:05Europa auf X-Band setzt. Eine
- 13:07Modifikation wäre notwendig und das
- 13:09leistungsfähigste System der Familie
- 13:11genügt den Anforderungen der F127
- 13:14schlichtweg nicht. Das Astö Ökosystem
- 13:17wiederum zeigt technische Schwächen bei
- 13:19der Abwehr ballistischer Raketen und
- 13:21Frankreich hat in der Vergangenheit
- 13:22mehrfach die Integration des Silver VLS
- 13:26in Exportprojekte von TKMS verhindert.
- 13:28ein Muster poliitischen Protektionismus,
- 13:30das auch eine deutsche-uropäische
- 13:32Kooperation belasten könnte. Langfristig
- 13:35könnte die IRS Familie eine nationale
- 13:37Alternative bieten. Die IST SLX mit 100
- 13:40km Reichweite soll ab 2029 erprobt
- 13:43werden und die IST Heidev könnte ab
- 13:45Mitte der 2030er Jahre mit 150 bis 200
- 13:49km Reichweite auch BMD Anforderungen
- 13:52erfüllen. Voraussetzung wäre jedoch die
- 13:54Entwicklung eines offenen nationalen
- 13:56VLS. kostspieliges und zeitaufwendiges
- 13:59Unterfangen, das Partner wie
- 14:01beispielsweise das Vereinigte Königreich
- 14:03erfordern würde. Bei der Sensorik fehlen
- 14:05europäische Alternativen auf Augenhöhe
- 14:07mit dem Spy 6 noch weitgehend. Der
- 14:10vielversprechendste Ansatz wäre ein
- 14:12neues S-Bahradar von Leonardo, das
- 14:14allerdings frühstens Ende dieses
- 14:15Jahrzehns verfügbar sein soll.
- 14:17Entscheidend ist jedoch, selbst eine
- 14:19vollständig europäisch gerüstete F127
- 14:22würde die Abhängigkeit von den USA nicht
- 14:24beseitigen, denn GPS, militärische
- 14:26Satellitenkommunikation und taktische
- 14:29Datenlinks wie Links 16 bleiben auf
- 14:31absehbare Zeit in US-amerikanischer
- 14:33Hand. Gerade für die BMD Fähigkeiten der
- 14:35F127 ist die Einbindung in Satelliten
- 14:38gestützte Frühwandensysteme unabdingbar.
- 14:41Ohne externe Daten bleibt die
- 14:42Vorwarnzeit bei ballistischen Angriffen
- 14:44im einstelligen Minutenbereich kaum
- 14:46nutzbar. Eine vollständige europäische
- 14:48Unabhängigkeit in diesem Bereich dürfte
- 14:51daher vor den 2040er Jahren als
- 14:53unrealistisch bewertet werden.
- 14:55Angesichts der Drohnenfähigkeitslücke
- 14:57nach der Außerdienststellung der
- 14:58Sachsenklasse und dieser vielschichtigen
- 15:01Ausgangslage bleiben die US-Systeme zum
- 15:03jetzigen Zeitpunkt die beste Wahl,
- 15:05schneller verfügbar, leistungsfähiger
- 15:07und weniger riskant. Wer dennoch eine
- 15:09europäische Alternative anstrebt, muss
- 15:11immense finanzielle Mittel und
- 15:13politisches Kapital mobilisieren.
- 15:15Andernfalls droht Deutschland eine
- 15:17Abhängigkeit lediglich durch eine andere
- 15:19zu ersetzen und dabei noch an
- 15:21Leistungsfähigkeit einzubüßen.
- 15:25Die Fregatte der Klasse 127 ist ohne
- 15:27Zweifel das ambitionierteste und
- 15:29teuerste Rüstungsvor in der Geschichte
- 15:32der deutschen Marine. Dass ein solches
- 15:34Projekt kritisch begleitet werden muss,
- 15:35liegt auf der Hand, denn die getroffenen
- 15:37Entscheidungen werden die
- 15:38Einsatzfähigkeit der Marine für mehrere
- 15:40Jahrzehnte prägen. Ein zentraler
- 15:42Diskussionspunkt bleibt die Entscheidung
- 15:44für zwei parallele Führungs- und
- 15:45Waffeneinsatzsysteme. Die Idee,
- 15:47nationale und ITAfreie Komponenten
- 15:50einfacher über das CMS 330 integrieren
- 15:52zu können, klingt zunächst plausibel.
- 15:54Bei näherer Betrachtung stellt sich
- 15:56jedoch die Frage, ob die zusätzlichen
- 15:58Kosten für die Beschaffung des CMS330,
- 16:00die Entwicklung des GTI sowie die
- 16:03erheblichen Integrationsrisiken wirklich
- 16:05gerechtfertigt sind, zumal die
- 16:07betreffenden Systeme erst auch
- 16:08vollständig in das CMS330 eingebunden
- 16:11werden müssten. Vor diesem Hintergrund
- 16:13erscheint es nahliegender konsequent auf
- 16:15Elges Kompatibilität zu setzen und eine
- 16:17direkte Integration der betreffenden
- 16:19Systeme anzustreben. Die US-Ahängigkeit,
- 16:22die als Begründung für den CMS 330
- 16:24Ansatz ins Feld geführt wird, kann
- 16:26angesichts der grundlegenden
- 16:27Entscheidung für Elges kaum als
- 16:29tragfähiges Argument gelten. Nicht
- 16:31unerwähnt bleiben sollte in diesem
- 16:33Zusammenhang, dass der Eindruck
- 16:34entsteht, die Notwendigkeit eines
- 16:36zweiten Fües sei primär durch den
- 16:38Wunschentenen Export des Obots 212 CD
- 16:41nach Kanada zu fördern und werde nun
- 16:43nachträglich begründet. Eng verknüpft
- 16:45mit der Füßes Frage ist die geplante
- 16:47ELOCA Konfiguration. Das Einrüsten
- 16:49zweier grundlingen verschiedener Elca
- 16:51Sueten innerhalb derselben Klasse und
- 16:53deren Integration in zwei
- 16:55unterschiedliche Füs dürfte zu
- 16:57erheblichen Herausforderungen in
- 16:58Schiffbau, Systemintegration, Ausbildung
- 17:00und Instandhaltung führen. Gerade weil
- 17:03die ELOCA organisch mit der Flugabwehr
- 17:04verknüpft ist, wäre einheitliches
- 17:06Gesamtsystem besonders wünschenswert.
- 17:08Eine konsequente Lösung auf Basis des
- 17:11ANSLQ32,
- 17:12idealerweise in der moderneren Seved
- 17:15Block 3 Variante, erschiene hier
- 17:17deutlich kohenter. Ähnliches gilt für
- 17:20die Nahbereichssensorik. Das Spexa 2000
- 17:22erzeugt eine operative Dopplung mit dem
- 17:25bereits vorgesehenen AN SPQ9B, das
- 17:28Drohnen und Seezielfilflugkörper
- 17:29eigenständig erfassen und erfolgen kann.
- 17:31Wer ein zweites Nahbereichsradar für
- 17:33zwingend notwendig hält, könnte
- 17:35stattdessen auf das ANSPS 73V18 setzen,
- 17:39das bereits eine Elges Integration
- 17:41besitzt. Bei der Bewaffnung verdient die
- 17:43Entscheidung gegen die SM3 eine
- 17:45kritische Anmerkung. Zar wird F127 mit
- 17:48den nötigen Schnittstellen und
- 17:50Vorbereitungen für eine spätere
- 17:52Integration ausgerüstet, doch dürfte der
- 17:54operative Bedarf angesichts der
- 17:56erwartbaren Proliferation von
- 17:57ballistischen Antischiffsraketen und
- 17:59Hypersonic Light Vehicles früher kommen
- 18:01als erhofft. Da 3 Bestände bereits heute
- 18:04knapp sind und die geringe
- 18:05Produktionsrate entsprechend lange
- 18:07Lieferzeiten bedeutet, sollte eine
- 18:09frühzeitige Beschaffung ernsthaft in
- 18:11Betracht gezogen werden. ebenso wie eine
- 18:13zügige Beschaffung der SM6, um im
- 18:15Ernstfall über ausreichende
- 18:17Munitionsbestände zu verfügen.
- 18:18Schließlich verdient auch die
- 18:19schiffbauliche Komponente und die
- 18:21Infrastrukturbe Achtung F127 ist längst
- 18:24keine Weiterentwicklung eines
- 18:26bestehenden Entwurfs mehr, sondern eine
- 18:28echte Neuentwicklung mit allen damit
- 18:30verbundenen Risiken. Die geplante
- 18:31Endausrüstung im Marinearsenal Wilhelms
- 18:33Hafen wirft dabei gleich mehrere Fragen
- 18:36auf. Ob das zentral in der Stadt
- 18:38gelegene Arsenal der geeignetste Ort
- 18:40ist, das leistungsstärkste Breitband
- 18:42Face Array Radar der Marine zu
- 18:44installieren und in Betrieb zu nehmen,
- 18:46darf bezweifelt werden. Hinzuommen
- 18:48potenzielle Kapazitätsengpässe während
- 18:50der zwei bis dreijährigen
- 18:52Endausrüstungsphase, die den ohnehin
- 18:54straffen Zeitplan gefährden könnte.
- 18:56Ebenso müssen frühzeitig die nötigen
- 18:58infrastrukturellen Voraussetzungen
- 19:00geschaffen werden, um acht Fregatten
- 19:01dieser Größe dauerhaft am
- 19:03Heimatstützpunkt Wilhelmshafen betreiben
- 19:05zu können. Die deutsche Marine benötigt
- 19:07die Fregaten der Klasse 127 so free wie
- 19:10möglich. Unnötige Risiken und
- 19:12fragwürdige Auswentscheidungen, die den
- 19:13Zulauf verzögern oder die Kosten unnötig
- 19:16in die Höhe treiben könnten, sollten
- 19:18ergebnis offen hinterfragt werden.
- 19:20Geschwindigkeit und Risikoreduktion
- 19:22müssen die Handlungsmaxime bleiben,
- 19:24sonst droht eine Fähigkeitslücke, die
- 19:26wir uns nicht leisten können. Das war's
- 19:28auch schon zur F127. Wenn ihr unsere
- 19:30objektive und sachliche
- 19:31Berichterstattung unterstützen wollt,
- 19:33schaut gerne mal bei Steady vorbei. Den
- 19:35Link findet ihr auf dem I und in der
- 19:37Videobeschreibung. Und wenn euch dieses
- 19:39Video gefallen hat, gibt dem Video doch
- 19:41einen Daumen nach oben und abonniert
- 19:42unseren Kanal, damit ihr zukünftig immer
- 19:44auf dem neuesten Stand in Sachen
- 19:45Sicherheits und Verteidigungspolitik
- 19:46seid. An dieser Stelle noch ein
- 19:48herzliches Dankeschön an Moritz, der
- 19:50dieses Video sicherlich wieder wunderbar
- 19:51zusammenschneiden wird und an euch ein
- 19:53herzliches Dankeschön fürs Zuschauen und
- 19:55damit hoffentlich bis zum nächsten Mal.
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This page contains the full transcript of Fregatte 127 - die zukünftigen Flugabwehrfregatten der Deutschen Marine by Sicherheit & Verteidigung, generated from the public captions YouTube serves with the video. The transcript has 2,656 words across 540 segments, with the original timestamps preserved so you can click any line to jump to that moment in the embedded player.
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