FeG Füssen 21.06.2026 - Dr. Mihamm Kim-Rauchholz - Alles ist mir erlaubt!? — Transcript
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- 0:08Mein Name ist Miram King Raucholz und
- 0:09ich stelle mich ganz kurz vor. Ich bin
- 0:11eine gebütige Südkoreanerin, lebe aber
- 0:14schon seit sehr vielen Jahren. Ähm jetzt
- 0:16in Deutschland verheiratet mit Dr.
- 0:18Manuel Raholz äh ein Missionarskips, der
- 0:21lieben Mission. Wir haben drei äh
- 0:24Erwachsene, wunderbare Töchter und äh
- 0:28ich freue mich sehr, dass ich heute den
- 0:29Gottesdienstes gemeinsam den hier in
- 0:31Schüssen FG feiern darf. Ich beginne
- 0:34meine Predigt mit einer mit einem kurzen
- 0:36Gebet.
- 0:46Geliebter Herr Jesus Christus,
- 0:49ich möchte dir von Herzen danken,
- 0:52dass heute dein Tag ist, Herr. Ganz
- 0:55besonders
- 0:57ein Tag, wo wir zusammenkommen.
- 1:00Gottesdienst Feier
- 1:02her. Danke, dass du diesen Ruhettag
- 1:05erschaffen hast und dass deine
- 1:07Schöpfungsworte in uns aufklingen und
- 1:10nachklingen dürfen. Es ist gut so wie es
- 1:14ist.
- 1:16Ja, du hast alles wunderschön gemacht
- 1:18und dafür danke ich dir
- 1:21und ich möchte dir auch von Herzen
- 1:22danken, dass du ein Gott bist, der nicht
- 1:24nur da ist in diesem Universum, sondern
- 1:26hier ist in diesem Raum in unserem
- 1:29Herzen, in unserem Leben, mitten unter
- 1:31uns. Und so bitte ich dich, Herr Jesus
- 1:34Christus, dass du mit deinem Geist
- 1:36unsere Herzen und Ohren öffnest auch in
- 1:38diesem Gottesdienst, dass wir hören
- 1:41lernen, wie Jünger und Jüngerinnen es
- 1:44tun, auf dein Reden, auf dein Wort.
- 1:48Du hast uns verheißen, dass die Wahrheit
- 1:49uns freimachen wird. Herr Jesus, du und
- 1:53dein Wort, das ist Wahrheit. Amen.
- 2:01Alles ist mir erlaubt, wunderschön
- 2:03eingeführt, Fragezeichen und
- 2:05Ausrufezeichen und daran liegt schon ein
- 2:07bisschen das Problem. Es gab mal eine
- 2:09Umfrage in Stuttgart Innenstadt. Es gab
- 2:11es war da, als der Papst Benedikt, der
- 2:13frühere gestorben ist und da kam wieder
- 2:15Religion so bisschen als Thema hoch und
- 2:17es gab eine Umfrage. Ähm was fällt Ihnen
- 2:20ein? wurden spontan einfach Leute auf
- 2:21der Straße gefragt, was fällt Ihnen ein,
- 2:24wenn Sie an Christen denken? Und ähm ein
- 2:28paar Begriffe, die gefallen sind,
- 2:29Gottesdienst, Sonntag, Kirche. Aber was
- 2:33wirklich mit Abstand am häufigsten
- 2:35gefallen ist, war dieser fast banale
- 2:37Satz Ah ja, die dürfen nicht rauchen und
- 2:39nicht trinken. [gelächter]
- 2:41Und zuerst war es ja, vielleicht hat nur
- 2:43ein oder zwei Personen gesagt, aber es
- 2:45kam immer wieder. Und ähm ich sag das
- 2:48mal auch jetzt mich inkludierend mit der
- 2:51Betroffenheit, die ich auch empfinde.
- 2:53Ähm also Vergebung,
- 2:55das Vergebung oder Barmherzigkeit, das
- 2:58kam eigentlich gar nicht. Also, was
- 3:01fällt Ihnen ein, wenn Sie an Christen
- 3:02denken?
- 3:04Es ist auch interessant. Als ich
- 3:05studiert habe in den äh an Ende 80er und
- 3:07Anfang 90er auch im Bengelhaus in
- 3:09Tübingen war in vielen christlichen
- 3:11Kreisen tanzen nicht erlaubt. Und ich
- 3:13erinnere mich ähm, dass man in Korea
- 3:16z.B., wenn man in eine Diskothek gehen
- 3:18wollte, da äh brauchte man gar nicht
- 3:20fragen bei fromen Eltern. Das war von
- 3:22vorne rein nicht erlaubt. Ähm und heute
- 3:25nach 30 Jahren, liebe Brüder und
- 3:26Schwestern, in dieser jüngeren
- 3:27Generation steht's nicht mal zur
- 3:29Debatte, ob man in einem christlichen
- 3:31Wohnheim eine Tanzparty organisieren
- 3:33kann oder nicht, sondern es ist eher die
- 3:35Frage, wie viel Alkoholkonsum auf der
- 3:37Party von Christen erlaubt ist oder
- 3:40auch, wenn es mich sehr betroffen macht,
- 3:41die Frage ist es erlaubt Gras zu rauchen
- 3:44oder nicht? Also, das sind ganz andere
- 3:46Themen ähm die zu unserer zu meiner Zeit
- 3:49zumindest unvorstellbar gewesen wäre. Äh
- 3:52man hätte nicht einmal sich erlaubt zu
- 3:54fragen, ne, äh diese Frage zu stellen.
- 3:56Und worauf ich hinaus will ist, wir
- 3:58merken, ähm, dass Zeiten sich verändern
- 4:02und übrigens auch Kulturen ähm diese
- 4:05Frage mit beeinflussen. Und ähm wir
- 4:08merken, dass die durch die Zeit die
- 4:12ethischen Fragen und Antworten sich
- 4:14ändern. und in verschiedenen Kulturen,
- 4:16ich komme aus Südkorea, ähm das ist aber
- 4:19auch so in vielen afrikanischen
- 4:20Kulturen, anderen asiatischen Kulturen
- 4:22auch, dass z.B. die Frage, ob ein Christ
- 4:25Alkohol trinken kann. Die evangelikalen
- 4:27bibeltreuen Christen in Korea würden
- 4:29sofort sagen, nein, äh ich habe zwei
- 4:31Freunde am theologischen Seminar, die
- 4:33geflogen sind, äh also wirklich ohne äh
- 4:36mit der Wind zucken, die sind geflogen
- 4:37vom theologischen Seminar, weil sie mit
- 4:39einem äh äh Bier in der Hand erwischt
- 4:42worden sind. Und dann fliege ich 11
- 4:44Stunden von Korea nach Tübingen,
- 4:46Süddeutschland. Ähm und die gleiche
- 4:49Frage bei den evangelikalen bibeltreuen
- 4:51Christen in Deutschland eben dem
- 4:53Würtenbergischen Kritismus, der ja nun
- 4:55in Sachen Bibeltreue auch niemandem
- 4:57nachsteht, nicht? Ähm, es ist klar war
- 5:01sofort am ersten Tag schon ein viertel
- 5:04Wein am am Ende am beim Abendessen mit
- 5:06schönen theologischen Diskussionen, das
- 5:08war überhaupt kein Problem.
- 5:10Und da habe ich mich natürlich fragen
- 5:12müssen, verändern 11 Stunden Flug, das
- 5:14Wesen der Sünde? ähm beide beide Seiten
- 5:19ähm eigentlich sehr bibeltreu, sehr sehr
- 5:21fokussiert äh auf Gott und Jesus und die
- 5:24Schrift. Ähm aber die Frage, was erlaubt
- 5:27ist oder was nicht erlaubt ist, wurde
- 5:28völlig anders beantwortet.
- 5:31Kersst hat's gerade sehr schön gesagt,
- 5:33unser Thema heute lhnt sich an an das
- 5:35biblische Wort von Paulus als erster
- 5:36Korinther 6:12. Alles ist mir erlaubt,
- 5:39aber nicht alles dient mir zum Guten.
- 5:41Alles ist mir erlaubt, aber ich will
- 5:43mich von nichts beherrschen lassen.
- 5:46Jetzt kommt schon die erste Frage: Wer
- 5:48bestimmt, was mir zum Guten dient?
- 5:52Ein Teenager 16, 17, voll in der Stumm
- 5:54und Drangphase ist vielleicht überzeugt,
- 5:57dass es für ihn oder für Sie gut ist, äh
- 6:00um 2 oder 3 Uhr morgens mit äh
- 6:02irgendwelchen Freunden am Hauptbahnhof
- 6:04Berlin rumzulungern.
- 6:06Ähm, diese Ansicht müssen die Eltern
- 6:08nicht unbedingt teilen, nicht wahr? Oder
- 6:10ein kleines Kind und unsere Jüngste, die
- 6:12denkt, Nutella ist äh non plus Ultra.
- 6:15Und das heißt ähm ein kleines Kind hat
- 6:17nicht sofort die Einsicht, dass 24
- 6:19Stunden 7 Tage Nutella futtern ihm
- 6:22einfach nicht gut tut, nicht wahr? ähm
- 6:25und fühlt sich von den Eltern völlig
- 6:26ungerecht behandelt und die böse bösen
- 6:29Eltern, wenn es eben nicht äh die
- 6:32Erlaubnis bekommt, ständig durchgängig
- 6:34immer Noteller Nutella äh zu futtern.
- 6:37Und daran merken wir schon klein groß,
- 6:39die Frage ist komplexer, also ist man
- 6:42kann nicht einfach sagen, das ist so und
- 6:43das ist erlaubt oder das ist gut für
- 6:45dich. Diese unterschiedliche Wahrnehmung
- 6:48gilt übrigens auch für die zweite Frage,
- 6:50die dann öfters bei jungen Menschen
- 6:52hochkommt. Also, ich arbeite ja viel mit
- 6:54Studenten. Ab wann ist man beherrscht
- 6:58von etwas? Das häufigste Wort, was ich
- 7:00gehört habe hier von der jetzigen Jugend
- 7:02ist: "Ey, chill mal dein Leben." Weiß
- 7:05gar nicht, was ich mit dem Wort anfangen
- 7:06soll. Chill mal dein Leben. Alles nicht
- 7:09so dramatisch. Höre ich wirklich ganz
- 7:11ganz häufig. Chill mal auch von meinen
- 7:13Töchtern, wenn ich so dramatisch werde
- 7:14wie Karen. Es geht gar nicht und das
- 7:16gefall. Chill, chill.
- 7:20Ab und zu mal schlechte Filme oder
- 7:22Pornografie gucken ist doch nicht
- 7:23beherrscht sein von etwas.
- 7:27Ab und zu Grasuchen gilt auch nicht als
- 7:29beherrscht sein. Für viele junge
- 7:32Menschen Christen, ich rede ja gar nicht
- 7:34von jetzt nicht Christen, sondern von
- 7:35Christen,
- 7:37kommt dieser Satz, das ist nicht
- 7:38beherrscht sein. Also wer entscheidet,
- 7:41ab wann man beherrscht ist von etwas?
- 7:45Diese Art von Fragen mögen nicht
- 7:47unbedingt relevant sein für uns heute,
- 7:48liebe Brüder und Schwestern, weil
- 7:50wahrscheinlich viele von uns äh bereits
- 7:52eine gewisse Meinung gebildet haben zu
- 7:54vielen dieser Fragen. Aber
- 7:55nichtsdestotrotz sind diese Fragen von
- 7:58ihrem Wesen her ähm relevant für den
- 8:01christlichen Glauben. Und zwar nicht
- 8:02nur, weil viele Außenstehende
- 8:05den christlichen Glauben mit diesen
- 8:07Fragen in Verbindung bringen. Und
- 8:08deswegen es so wichtig ist, dass wir zu
- 8:09diesen Fragen eine klare, sag mal,
- 8:11Perspektive haben. Wo stehen diese
- 8:14Fragen? Sind diese Fragen so wirklich in
- 8:17unserem Glaubensleben so offensichtlich,
- 8:20dass Außenstehende immer wieder diese
- 8:22Sachen bei uns einbringen? Und ist das
- 8:24wichtig so? Aber nicht nur deswegen,
- 8:27sondern weil auch wir den glauben, man
- 8:30muss nicht Theologe sein, jede Mutter,
- 8:32jeder Vater, jede Großmutter, jede Groß,
- 8:34jeder Großvater, Tantel, Tanten und
- 8:36Onkel sind Theolog. Sie müssen
- 8:38theologisch antworten, spätestens wenn
- 8:39die Fragen von den eigenen Kindern und
- 8:41Enkelkindern kommen. Da kann man nicht
- 8:43sagen, jetzt frag mal deinem
- 8:46vierjährigen Kind, jetzt frag mal die
- 8:47Theologen oder äh was sie dazu denken.
- 8:49Das heißt, weil wir ja den Glauben der
- 8:51nächsten Generation von Kindern und
- 8:52Enkelkindern weitergeben und sie
- 8:54mitprägen, nicht? war, wie wir unseren
- 8:56Glauben verstehen und leben, das hat
- 8:58eine Auswirkung auf die nächste
- 8:59Generation und allein schon deshalb ist
- 9:01es wichtig, auf diese Fragen eine
- 9:03Antwort zu suchen und zu finden. Denn
- 9:06während, und das ist interessant auch
- 9:07durch die veränderten Zeiten und
- 9:09Kulturen eine gewisse Auflockerung,
- 9:12dieses Chillmal Atmosphäre, eine gewisse
- 9:14Auflockerung in gewissen ethischen
- 9:16Fragen sichtbar wird, gibt es auch die
- 9:19genaue umgekehrte Richtung Entwicklungs.
- 9:22Ganz interessant. Man könnte meinen,
- 9:24diese Generation Gen ist so voll locker
- 9:26flockig. M zu viele Optionen, zu wenig
- 9:30Orientierung.
- 9:31Ganz ar overw, also diese Überforderung
- 9:34bis in die kleinsten Fragen rechts,
- 9:36links, Heidelberg, Tübingen,
- 9:38keine Ahnung welches Studium.
- 9:41Es gibt Menschen und zwar auch junge
- 9:43Menschen, die sich immer wieder fragen,
- 9:45ist das erlaubt, Frau Kim Raucholz? Ist
- 9:46es nicht erlaubt? Ist diese Entscheidung
- 9:48richtig, Frau Kim Raucholz, oder ist es
- 9:50falsch? Und mit dieser Brille werden
- 9:52dann Dinge und Leiter auf Leiter auf
- 9:53Menschen oft beurteilt und verurteilt.
- 9:57Und da viele ethische Themen nicht immer
- 9:59direkt in der Bibel angesprochen werden,
- 10:01Mariana kommt nirgendwo vor
- 10:04und junge Menschen haben mir gesagt, da
- 10:06lesen sie auf einmal alle die Bibel, ne?
- 10:07Sechs vor der Ehe, dass es nicht geht,
- 10:09steht auch da nicht. Ganz interessant.
- 10:12Also ganz, also obwohl die Bibel
- 10:14deutlich macht in Sexualfragen anders,
- 10:18dass in dieser Kultur, in der biblischen
- 10:21Kultur so wie wir sie kennen, das nicht
- 10:22erlaubt ist, aber so diese direkte, das
- 10:24was man sich wünscht, ne, man wird es
- 10:26wird erwähnt und es wird ganz deutlich
- 10:28ja und nein gegeben. Also diese klare
- 10:29Orientierung kommt nicht bei allen
- 10:31Lebensfragen auf.
- 10:34Und deswegen ist die Unsicherheit so
- 10:36groß, gerade auch bei den evangelikalen,
- 10:38bibeltreuen äh jungen Menschen. Ein
- 10:41Student hat mal gesagt in so einem
- 10:43Unterrichtsgeschehen, ja, wenn
- 10:44Suchtmittel äh nicht richtig sind, dann
- 10:46dürfte man auch keinen Kaffee und keine
- 10:48Cola trinken, weil Koffein machtsüchtig.
- 10:51merkt man dann, wenn man drei Tassen
- 10:53Kaffee braucht jeden Morgen um Ja, also
- 10:55das war ein ein Argument von äh seiner
- 10:59Seite und hinter diesen Fragen steht
- 11:01sicherlich bei vielen der Wunsch alles
- 11:03richtig machen zu wollen. Das will ich
- 11:05gar nicht, weil nein und das ist ein
- 11:06guter Wunsch. Aber sehr häufig, liebe
- 11:08Brüder und Schwester, und da möchte ich
- 11:09jetzt noch mal die Stoßrichtung ähm hin
- 11:12hinzeigen. Sehr häufig ist das Motiv
- 11:14hinter diesen Fragen. Ist es erlaubt?
- 11:16Ist nicht erlaubt, ist es richtig, ist
- 11:17es falsch? eben auch diese innere Furcht
- 11:20und Angst ein Fehler zu machen, ein
- 11:23Schritt zu gehen, der mich letztendlich
- 11:26dann in den Abgrund äh reißt, weil ich
- 11:28an der falschen Biegung abgehogen bin.
- 11:31Und das ist übrigens nicht nur
- 11:32anzutreffen bei älteren Generationen,
- 11:34sondern interessanterweise auch sehr
- 11:36häufig bei den jüngeren Generationen,
- 11:37also Studenten und junge Erwachsene, die
- 11:39ihren Glauben immer wieder unter dieser
- 11:41Lupe inzipieren. Ist es erlaubt? Ist es
- 11:44nicht erlaubt, ist es richtig oder
- 11:46falsch? Und diese Fragen gehören
- 11:48tatsächlich zu den häufigsten, die mir
- 11:49gestellt werden. Die Frage, alles ist
- 11:52erlaubt, ich komme jetzt rein, ist
- 11:53zunächst einmal eine ethische Frage. Wir
- 11:56reden von Ethik, wenn wir diese Fragen
- 11:58stellen und hören. Es geht um richtiges
- 12:00oder falsches Handeln und die Frage, wie
- 12:03wir leben sollen und wo unsere Grenzen
- 12:05gezogen werden sollten. Aber das ist das
- 12:08Interessante.
- 12:09Liebe Brüder und Schwestern ist immer
- 12:12immer im Grunde nur die sichtbare Spitze
- 12:16des berühmten Eiswerts. Das heißt,
- 12:18sichtbar sind unsere äußeren Handlungen
- 12:20und deswegen werden wir auch oft
- 12:21daraufhin
- 12:23festgelegt, nicht wahr? Sichtbar ist
- 12:25das, was wir tun, was andere beobachten
- 12:27können, was nach außen tritt. Die
- 12:29entscheidende Frage immer auch beim
- 12:31Eiswerk, nicht wahr? Liegt immer
- 12:34aus welcher Quelle entspringt das was
- 12:37nach außen? bringt. Ähm was ist die
- 12:41Quelle unserer Handlungen? Worauf
- 12:43basiert unser unsere Haltung? Was ist
- 12:45die Wurzel? Genauso wie bei dem Eisberg
- 12:48ist der sichtbare Teil nur ein kleiner
- 12:50Ausschnitt. Der viel entscheidendere
- 12:51Teil ist unter der Wasseroberfläche.
- 12:54Jeder, der vielleicht Titanic kennt,
- 12:56weiß, Titanic ist nicht untergegangen,
- 12:58weil sie an der Oberfläche, an diesem
- 13:00Spitze, was rausgeraagt ist. Das haben
- 13:02sie sehr gut äh manövriert, indem sie
- 13:04Vollgas äh nach hinten und ähm an dem
- 13:07Eisberg eigentlich vorbei, aber unter
- 13:09der Wasserfläche, das haben sie nicht
- 13:11mehr geschafft. Das obere haben sie gut
- 13:14umschifft, aber unten sind dann von zehn
- 13:16Kammern fünf aufgeschlitzt worden durch
- 13:19dieses, was da drunter war, weil der
- 13:20Eisberg geht ja so runter. Das heißt
- 13:22auch, wenn du hier abbrichst und weil es
- 13:25statt 4 fün kam kann man waren, ist die
- 13:27Titanic untergegangen, das als
- 13:28unsinkbare Schiff und über 1400 Menschen
- 13:30sind gestorben. Und das ist ein so gutes
- 13:32Beispiel, liebe Brüder und Schwester,
- 13:34wir zerschellen nicht unser Boot des
- 13:37Glaubens oder auch unseres Lebens
- 13:38zerschellt nicht unbedingt an der Spitze
- 13:41des Eisbecks, sondern an dem, was da
- 13:44drunter liegt unter der
- 13:46Wasseroberfläche.
- 13:47Dieser unsichtbare Teil entscheidet
- 13:49letztendlich drüber, ob unser Schiff die
- 13:52Kollision übersteht oder nicht. Darum
- 13:55möchte ich den Fokus der Predigt heute
- 13:57auf das richten, was unter der
- 13:59Oberfläche liegt, auf die Quelle, aus
- 14:02der unser Handeln entspringt, weil das
- 14:03für die Ethik eine direkte Relevanz hat,
- 14:07denn die Frage alles erlaubt, lässt sich
- 14:09eben nicht allein beantworten. Ich gebe
- 14:11ihn noch einmal diese Wiederholung. Sie
- 14:13lässt sich nicht dadurch beantworten,
- 14:14dass wir einzelne Verhaltensweisen
- 14:16beurteilen.
- 14:18Wie gesagt, die Bibel gibt nicht zu
- 14:20jeder Lebensfrage einer Einzelanweisung,
- 14:23aber sie führt uns zu einer viel
- 14:25grundsätzlichen Frage, nämlich die
- 14:27Frage, was ist, woran hängt unser Herz?
- 14:30Was prägt unser Herz, was bestimmt
- 14:33unsere Freiheit, von der die jüngeren
- 14:35Leute immer so reden? Freiheit,
- 14:36Freiheit. Aus welcher Beziehung
- 14:38herausleben wir und woran orientieren
- 14:40wir uns, wenn wir entscheiden, was gut,
- 14:42was richtig und was lebensdienlich ist?
- 14:45All die Fragen, die ich vorher so
- 14:46aufgebracht habe. Und ich möchte diesen
- 14:48Fokus mit einem Beispiel ähm noch mal
- 14:51verdeutlichen und zwar so wie das liebe
- 14:53ich bei Jesus, dass er immer wieder
- 14:54Beispiele aus diesem aus unserem Leben
- 14:56rauskommt, ne? Ein Vater hatte zwei
- 14:58Söhner, ein Seemann gegen sehen, ein
- 15:00Weinbergbesitzer, eine Frau, die in
- 15:02Groschen verloren hat und so weiter. Und
- 15:03das tut er, weil wir aus dieser
- 15:05horizontalen Menschenebene besser
- 15:08manchmal begreifen können, was
- 15:09eigentlich geistlich gemeint ist. Und
- 15:11ich möchte diesen Fokus so deutlich
- 15:12machen. Ich bin verheiratet mit meinem
- 15:14Mann. Das ist gut, dass er jetzt gerade
- 15:15da sitzt auch. Ähm, jetzt stellen Sie
- 15:18sich vor, heute nach diesem Gottesdienst
- 15:20Schüssen fällt mir auf einmal ein, oh,
- 15:21ich war noch nie in der Mongolei, ich
- 15:23weiß gar nicht, was die da machen in der
- 15:24Mungollei. Deswegen entschließe ich mich
- 15:27einfach direkt in mein Auto zu fahren,
- 15:29in mein Auto zu setzen nach dem
- 15:30Gottesdienst ohne Absprache mit meinem
- 15:32Mann, der jetzt denkt, wir essen noch
- 15:35grillen und dann fahren wir alle nach
- 15:37Hause nach Liebenz, sondern ich
- 15:38entscheide für mich in aller meiner
- 15:40Freiheit, die mir keiner nehmen kann,
- 15:42ich steige ins Auto, fahre nach München,
- 15:44buch mir ein Ticket nach Mongole und
- 15:45flieg los.
- 15:47Er weiß nicht, wo ich bin. Meine Kinder
- 15:49wissen nicht, wo ich bin, unsere
- 15:51Gastgeber, niemand weiß, wo ich bin. Ich
- 15:52bin mir 100 fast, also 99 demütig 99%
- 15:57sicher, dass von Ihnen fast keiner
- 16:00fragen wird, ist das erlaubt?
- 16:03Also, wenn sie jetzt das mitbekommen
- 16:04würden, die mir hab Rauch ist einfach
- 16:06ohne Absprache München Flughafen dann
- 16:09irgendwo weggeflogen, dann würde glaube
- 16:11ich keiner von ihnen sagen, ist es
- 16:13erlaubt, was die Frau Kim Rucholz da
- 16:15macht? sondern ich glaube die erste
- 16:17Frage war die für eine Beziehung zu
- 16:18ihrem Mann?
- 16:20Was haben die denn für eine Ehe? Die
- 16:23spricht das nicht ab und erlaubt sich
- 16:25einfach und fliegt einfach in die
- 16:28Mongolei.
- 16:30Und warum ist es so, liebe Brüder und
- 16:32Schwestern? Warum würden Sie
- 16:33wahrscheinlich nicht fragen, ist es
- 16:34erlaubt? Sondern was hat die für eine
- 16:37Beziehung? Was ist das für eine Ehe?
- 16:41weil es eben keine Frage der Legalität
- 16:44oder des Gesetzes ist, sondern eine
- 16:46Frage der Beziehung. Und das ist ein
- 16:49ganz anderer Blickwinkel, eine ganz
- 16:51andere Grundlage.
- 16:52Natürlich habe ich die Freiheit,
- 16:54natürlich ist es mir erlaubt. Ich bin
- 16:5555, ich muss niemanden mehr fragen. Ich
- 16:58verdiene selber Geld.
- 17:01Ich gehe auch nicht ins Gefängnis. Noch
- 17:03schickt die Polizei mir ein Bußgeld,
- 17:05weil ich jetzt alleine ohne Absprache
- 17:07einfach in die Mongole geflogen bin,
- 17:09nicht wahr? Es ist erlaubt, aber nicht
- 17:11alles, und jetzt kommt das Wichtige.
- 17:13Nicht alles, was erlaubt ist auf der
- 17:15legalen Ebene,
- 17:17ist auch erlaubt in der Beziehungsebene.
- 17:23Noch einmal, nicht alles, was erlaubt
- 17:25ist auf der legalen Ebene von der
- 17:27Polizei, vom Gesetz, juristisch gesehen
- 17:30kann mir keiner was anhängen.
- 17:33Ich bin völlig frei. Aber aus der
- 17:35Beziehungsebene merken wir, oh, da ist
- 17:39was. Seltsam.
- 17:43Und nun ist es interessant zu
- 17:44beobachten. Der Mensch, liebe Brüder und
- 17:46Schwestern, ist von seinem Wesen her auf
- 17:49Beziehung angelegt.
- 17:51Das merkt man am deutlichsten bei
- 17:53neugeborenen Babys,
- 17:55die nur überleben können in einer
- 17:57Beziehung. Also, der Mensch ist
- 17:58erschaffen schon. Und das merken wir,
- 18:00dass ein Baby nur überleben kann, wenn
- 18:02es in eine Beziehung tritt zu einer
- 18:04anderen Person. Am besten Fall die
- 18:05Eltern, aber im schlimmsten Fall
- 18:08wenigstens ein Fremder oder ein Arzt
- 18:09oder eine Krankenschwester, die auf das
- 18:11Baby irgendwie reagiert und es
- 18:13lebensfähig macht. Ein Musiker hat mal
- 18:16gesagt, 95% aller Lieder in der
- 18:18Musikbranche handeln von der Beziehung,
- 18:21von der Liebe bzw. Weise
- 18:23Beziehungsproblemen
- 18:24im menschlichen Leben und übrigens auch
- 18:26ein Großteil der Filmindustrie. Wenn wir
- 18:28das mal durchgehen, wir merken daran,
- 18:30der Beziehungsaspekt ist ein zentraler
- 18:32Wesenszug menschlichen Lebens und auch
- 18:34menschlichen Glaubens. Und ich möchte,
- 18:36weil ich sie natürlich auch nicht nur
- 18:38mit meinen Worten oder mit der
- 18:39Musikbranche überzeugen möchte, sondern
- 18:42noch einmal die durch die Bibel das Fest
- 18:44solide rein ähm stampfen möchte, gebe
- 18:48ich ih nur ein paar von vielen, aber nur
- 18:50ein paar prominente biblische Stellen,
- 18:53die äh uns eigentlich überzeugen
- 18:55sollten, unser Fokus sollte Beziehung
- 18:57sein, nicht unbedingt das Gesetz. Ich
- 18:59lese vor. Und Gott schuf den Menschen
- 19:01nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes
- 19:03schuf er in. Als Mann und Frau schuf er
- 19:05sie also in eine Beziehung hinein. Er
- 19:08Mose 1. Wenn ich nur dich habe, dann
- 19:10frage ich nichts nach Himmel und Erde
- 19:12und Gott nahe zu sein ist mein Glück.
- 19:16Psalm 73. Das ist keine Sprache der
- 19:19Leistung oder des Gesetzes oder des
- 19:21Regelwerkes, sondern eine Sprache der
- 19:22Beziehung, Gott nahe zu sein. Ich bin
- 19:25der Herr, dein Gott. Ich gebe Ägypten
- 19:28als Lösegeld und für dich Kusch und
- 19:30Säber an deiner Stelle. Und jetzt
- 19:31kommt's, weil du treuer bist in meinen
- 19:34Augen und wertvoll bist und ich dich
- 19:36lieb habe. Jesaja 43, Beziehungssprache.
- 19:39Kann auch ein Kind ihr Kann auch eine
- 19:41Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie
- 19:43sich nicht erbarme über den Sohn ihres
- 19:45Leibes? Und ob sie seiner vergesse, so
- 19:48will ich doch deiner nicht vergessen.
- 19:50Siehe, in meine Hände habe ich dich
- 19:52gezeichnet. Jesaja 49. Und beim
- 19:54Propheten Hosea dreht sich das ganze
- 19:56Buch um die Beziehung zwischen Gott und
- 19:58seinem Volk, die an der Ehebeziehung
- 20:01zwischen dem Propheten Hosea und seiner
- 20:02Frau Goma dargestellt wird. Das ist das
- 20:05Thema von dem Buch Hosea. Und als
- 20:07letztes äh wohl wahrscheinlich das
- 20:10bekannteste Gleichnis vom verlorenen
- 20:11Sohn in Lukas 15, wo an einer
- 20:15Vaterkindbeziehung,
- 20:18Vaterkind Beziehung Jesus deutlich
- 20:21macht, wie Gott zu uns Menschen steht.
- 20:24Und wie gesagt, das ist nur ein
- 20:25Bruchteil dessen, was die Bibel zu sagen
- 20:27hat über die zentrale Bedeutung der
- 20:29Beziehung zwischen Gott und dem
- 20:31Menschen. Und ich möchte das erstmal
- 20:32fest verankern, bevor ich zum nächsten
- 20:34Punkt übergehe, weil wenn wir da schon
- 20:36unsicher sind und sagen, na ja, es
- 20:38klingt alles nett, aber eigentlich ist
- 20:39es mehr Regel, mehr Gesetz ist etwas,
- 20:42was ich mehr tun muss, wenn wir da schon
- 20:45stecken bleiben, dann ist das, was
- 20:46danach kommt sehr schwierig zu
- 20:48begreifen. Und ich habe ja noch einmal
- 20:50gesagt, das Ehe die Ehebeziehung habe
- 20:52nicht ich erfunden. Das ist etwas, was
- 20:55Jesus immer wieder sagt, Braut und
- 20:56Bräutiger, nicht wahr? Ein Hochzeitsmal.
- 20:59Immer wieder und wieder kommt er mit
- 21:01Beziehungsgleichnissen
- 21:03an.
- 21:05Das heißt also, ich fasse zusammen, der
- 21:08christliche Glaube zu Gott entfaltet
- 21:10sich nicht innerhalb eines legalen
- 21:12Rahmens, sondern von seinem Wesen her
- 21:14innerhalb eines Beziehungsrahmens. Und
- 21:16das ist entscheidend. Ich knüpfe an dem
- 21:19vorigen Beispiel an, also was ich
- 21:21gegeben habe an, um einen weiteren
- 21:23Aspekt in dieser Frage zu verdeutlichen.
- 21:25Liebe Brüder und Schwestern, es gibt
- 21:26noch einen weiteren Grund, weshalb ich
- 21:27heute nach meinem Dienst Füssen nicht
- 21:29einfach nach in die Mongole fliegen
- 21:31kann. Ich habe einen Vorgesetzten bei
- 21:33der lieben Zeller Mission und ohne ihm
- 21:35Bescheid zu geben, dass ich die nächsten
- 21:37Tage einfach nicht auftauchen werde,
- 21:38weil ich mir mal erlaube in die Mongolei
- 21:41zu fliegen, kann ich nicht einfach so
- 21:42verschwinden. Warum nicht? ganz einfach,
- 21:44weil ich angestellt bin und ich daher
- 21:47Verpflichtungen habe. Das heißt, so eine
- 21:49Aktion mache ich einmal, vielleicht
- 21:51zweimal Maximum und dann aber ähm bin
- 21:54ich nicht mehr bei der Mission
- 21:55angestellt ab einem gewissen Punkt. Das
- 21:57heißt, Pflichtgefühl,
- 22:00gesunder Menschenverstand und jetzt
- 22:01kommt's Furcht davor, gefeuert zu
- 22:04werden. Sagen mir unmissverständlich, du
- 22:07bleibst hier.
- 22:08Du fliegst nicht ohne Erlaubnis, ohne
- 22:11Urlaub äh zu ähm beantragen, einfach in
- 22:13die Mongolei, nur weil du dazu Lust
- 22:15hast. Und das zeigt uns zwei Dinge. Es
- 22:18heißt, es gibt zwei Beziehungsaspekte,
- 22:20die mein äußerliches ethisches Verhalten
- 22:22steuern. Die eine ist die Liebe
- 22:26und die andere ist die Furcht, die
- 22:28Angst.
- 22:30Alles ist mir erlaubt. Diese Frage,
- 22:32liebe Brüder, wenn wir eine Antwort
- 22:33darauf wirklich finden wollen, die trägt
- 22:35im Leben, die Frage ist gekoppelt an
- 22:38diese andere Frage. In was für eine
- 22:40Beziehung zu Gott lebe ich? Das ist der
- 22:44Teil des Eisbergs, unter dem äh der
- 22:46unter dem Wasser liegt und an dem sich
- 22:48ein Schiff immer orientieren muss auf
- 22:50dem Kurs in allen ethischen Fragen,
- 22:52damit es nicht zerschellt. Und das ist
- 22:54nicht erst seit dem neuen Testament und
- 22:56Jesus der Fall, sondern schon lange
- 22:58vorher im Alten Testament wird diese
- 23:00Ebene sehr deutlich zur Sprache
- 23:01gebracht. Ich gebe nur das promeneste
- 23:03Beispiel, der neue Bund Jeremia 3133.
- 23:06Das soll der Bund sein, den ich mit dem
- 23:08Hause Israel schließen will. Nach dieser
- 23:10Zeit spricht der Herr, das ist jetzt
- 23:12unsere Zeit, ich will mein Gesetz in ihr
- 23:14Herz geben und in ihren Sinn schreiben
- 23:17und ich will ihr Gott sein und sie
- 23:19sollen mein Volk sein.
- 23:22Das heißt eine Ethik steht davon. Ich
- 23:24will mein Gesetz in ihr Herz geben und
- 23:27in ihren Sinn schreiben. Das heißt eine
- 23:29Ethik, die ins Herz geschrieben ist und
- 23:32nicht auf Papier oder Stein. Ein neues
- 23:35Herz, ein neuer Geist. Ich will meinen
- 23:38Geist in euch geben. Eine vom Geist
- 23:41Gottes gleitete Ethik. Das ist
- 23:44Beziehungsethik.
- 23:47oft wird vermittelt und das ist nicht
- 23:49nur falsch, aber es ist schade, weil es
- 23:52nur ein Teil, die Spitze eigentlich
- 23:54unseres Eisbergs darstellt, dass unsere
- 23:57Beziehung zu Gott ähm unser Glaube
- 23:59gekoppelt ist an gewisse Regeln und
- 24:01Gesetze, was wir tun dürfen, was wir
- 24:03nicht tun dürfen, was erlaubt ist und
- 24:05was nicht erlaubt ist.
- 24:08Aber unser Glaube an Gott und ich weise
- 24:11zurück auf die biblischen Stellen ist
- 24:13nicht vorrangig gebunden an Regeln und
- 24:16Gesetze, so wichtig diese auch sein
- 24:18mögen, sondern er ist grundsätzlich
- 24:20vorrangig und wesentlich erst einmal
- 24:23gebunden an der Beziehung zu Gott, an
- 24:24der Liebe Gottes zu uns und an unserer
- 24:27Liebe zu Gott.
- 24:29Der wirklich entscheidende Teil in der
- 24:32Frage lautet: In einer Beziehung zu
- 24:35diesem Jesus Christus denke ich,
- 24:37entscheide ich, handle ich und lebe ich
- 24:39in mein Leben? Ich möchte nur ein
- 24:41Beispiel geben aus dem Bibel selber. äh
- 24:43die von vielen gefürchtete Bergpredigt
- 24:46endet noch schlimmer als beginnt äh mit
- 24:49in Matthäus 7 mit den Satz: "Nicht alle,
- 24:52die zu mir Herr Herr sagen werden, in
- 24:55das Himmelreich kommen." Da redet Jesus
- 24:57nicht von den Außenstehenden, da redet
- 24:58er von uns, weil die Außenstehenden, die
- 25:00Nichtgläubigen sagen ja gar nicht Herr
- 25:01Herr. Also wir sind's, die Herr Herr
- 25:04sagen. Und das ist ein ziemlich ähm
- 25:06herausfordernde äh Aussage. Nicht alle,
- 25:09die zu mir Herr her sagen, werden in das
- 25:11Himmelreich kommen, sondern die den
- 25:12Willen tun meines Vaters. Das ist Ethik
- 25:15pur, ungehemmt und unverfälscht, die den
- 25:18Willen tun meines Vaters im Himmel. Und
- 25:20dann sagt Jesus, gibt er selber die
- 25:23Antwort, es werden viele zu mir sagen an
- 25:24jenem Tag, Herr, Herr, haben wir nicht
- 25:26in deinen Namen geweisagt? Haben wir
- 25:28nicht in deinem Namen Dämonen
- 25:30ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem
- 25:32Namen viele Machttaten getan? Und die
- 25:36Antwort von Jesus ist nicht m das war zu
- 25:38wenig oder er hat die falschen Taten
- 25:40getan. Es war nicht gut, es war nicht
- 25:43das Richtige. Sondern er sagt,
- 25:47er sagt, dann werde ich Ihnen bekennen,
- 25:50ich habe euch nie gekrankt.
- 25:53Ich kenne euch nicht. So ungefähr von
- 25:55Facebook, ne? Haben wir uns bei Facebook
- 25:57irgendwo kennengelernt, aber wer sind
- 26:00Sie noch mal? Ich kenne euch nicht.
- 26:02Weicht von mir, ihr Täter der
- 26:03Gesetzlosigkeit.
- 26:06Und dieses gekannt ist interessant.
- 26:08Ginosko, das griechische Wort gekannt
- 26:10ist genau das gleiche Wort mit dem Adam,
- 26:13also im Alten Testament in der
- 26:14griechischen Übersetzung Septinter, wo
- 26:16Adam seine Frau erkennt.
- 26:19Er erkannte sie und sie wurde schwanger.
- 26:23Ist also eine unheimlich intime
- 26:25Beziehungsäm.
- 26:29Das heißt, es ist eine theologische
- 26:31Frage inzwischen, die hier unbedingt
- 26:33eine Antwort finden muss, weil sie
- 26:34existentiell ist. Es geht um Leben oder
- 26:36Tod, Himmelreich oder nicht himmelreich.
- 26:39Wir sagen ja alle Herr, Herr. Was
- 26:42bedeutet es? Woran merken wir dann, dass
- 26:45wir von Jesus erkannt sind? Woran weiß
- 26:46ich, dass ich, wenn ich später vor dem
- 26:48vor dem Himmelstor stehe und Jesus sagt:
- 26:50"Oh, wer bist du?" Und ich habe in
- 26:52deinem Namen gepredigt, auch in Füssen.
- 26:54[gelächter]
- 26:55Erinnerst du dich die ich habe in deinem
- 26:56Namen das und das gemacht? so viele
- 26:58Konferenzen. Sag,
- 27:01ich habe dich nie gekannt. Und jetzt ist
- 27:04doch die Frage wirklich auf unser
- 27:06Lebensende hin. Wie weiß ich, dass ich
- 27:09erkannt bin? Und auch hier gibt die
- 27:11Bibel eine sehr deutliche Antwort in
- 27:13erster Korinther 8:3. Wer Gott liebt,
- 27:15der ist von ihm erkannt.
- 27:18Ein Satz: Wer Gott liebt, der ist von
- 27:20ihm erkannt. Wer Gott liebt, ich komme
- 27:22jetzt zum letzten und dritten Teil der
- 27:24Predigt,
- 27:26wo ich das noch einmal deutlich machen
- 27:27möchte. Ich habe jetzt bin jetzt auf die
- 27:29Liebe gegangen, dass diese
- 27:30Liebesbeziehung der Teil ist unter dem
- 27:32Wasser, woran ein Schiff sich
- 27:34orientieren muss oder eben zerschellt.
- 27:36Wer Gott liebt, das Wesen, das Motiv der
- 27:38Liebe. Warum ist die Liebe so wichtig?
- 27:40Obwohl wir es so fast nicht mehr hören
- 27:42können und jede Musik und jedes jeder
- 27:44Film meistens immer um Liebe und
- 27:46Beziehung geht. Warum ist Liebe so
- 27:47wichtig? Liebe Brüder und Schwestern,
- 27:49aus diesem einen Grund. Das Wesen der
- 27:51Liebe, das Motiv, dass die Liebe nach
- 27:53vorne pusht, ist immer Selbsthingabe.
- 27:57Jeder, der verheiratet ist oder eine
- 27:58gute Beziehung hat, weiß, man kann ohne
- 28:00Kompromisse keine Liebesbeziehung
- 28:02führen. Man kann nicht eine Ehe führen,
- 28:04indem man nicht sagt, okay, ich gebe
- 28:07mich ein Stück weit hin oder ich gebe
- 28:10etwas auf, was mir wichtig ist, weil ich
- 28:11in dieser Beziehung den Menschen lebe.
- 28:13Das Motiv, die das Motiv das Wesen
- 28:17hinter der Furcht ist immer
- 28:18Selbsterhaltung. Das ist das der
- 28:21riesige, das äußerliche ethische ist
- 28:23zwar fast gleich, was sichtbar wird,
- 28:26aber die Quelle, aus der eine ethische
- 28:28Handlung entspringt, kann entweder aus
- 28:30der Liebe entspringen und das ist die
- 28:32Selbsthing oder sie entspringt aus der
- 28:35Selbsterhaltung.
- 28:37Liebe wird getrieben von Selbsthingabe
- 28:39noch einmal und Furcht wird getrieben
- 28:40vom Motor der Selbsteinhaltung. Lassen
- 28:42Sie mich ein letztes Beispiel geben,
- 28:44woran ich das deutlich mache. Wenn ich
- 28:46nur noch zwei Monate zu leben habe,
- 28:48jetzt stellen Sie vor, ich gehe zum Ars
- 28:49und krieg die Diagnose, was weiß ich,
- 28:51Pankatis, Krebs überall schon. Sie
- 28:53werden nicht länger als sechs Wochen
- 28:55haben. Kim Rucholz, das erste, was ich
- 28:57dann loslasse, liebe Brüder und
- 28:58Schwestern, ist meine Höflichkeit, meine
- 29:00Verantwortung, meine Verpflichtung. Das
- 29:02sehe ich ganz oft, dass ich sage, ja,
- 29:03alle meine Verpflichtungen jetzt, all
- 29:05meine Predigt, zack zack zack, habe ich
- 29:07auch kein schlechtes Gewissen. Geht
- 29:08einfach die Nachricht raus. Ich ist mir
- 29:11es tut mir zwar leid für diejenigen, die
- 29:12schon zwei Jahre vorher und so gefragt
- 29:14haben, aber warum? Weil mein Selbst
- 29:16jetzt stirbt. In sechs Wochen bin ich
- 29:19tot. Also ich lasse die ethischen, die
- 29:21guten Handlungen als allererstes los,
- 29:23die aus Verpflichtung entstanden sind
- 29:25oder aus Furcht vor meinem Vorgesetzen,
- 29:28weil ich ja ein Deputat habe und das
- 29:30erfüllen muss, nicht? war das, was mich
- 29:32also jetzt nach vorne treibt. Oh, ich
- 29:33muss die 80 Dienste, 70 Dienste, ich
- 29:36werde sie machen und ich ich freue mich
- 29:37auch darauf. Aber alles, was motiviert
- 29:39ist, daraus lasse ich als allererstes
- 29:41los, sobald meine Selbsterhaltungsfrage
- 29:43eigentlich schon ein Ende sieht, nämlich
- 29:45in sechs Wochen bin ich nicht mehr da.
- 29:47Ich habe Mütter gesehen, die auch nur 6
- 29:50Wochen oder vier Wochen zu leben hatten,
- 29:52Morphium bekommen haben, weil diese
- 29:53letzte Stadium in Krebs so krank so so
- 29:56weh tut und die auf Morphium verzichtet
- 29:58haben, damit sie noch ein Video drehen
- 30:00können für ihre zukünftigen äh Kinder
- 30:03die Kinder, die zukünftig dann
- 30:04irgendwann heiraten werden und mit
- 30:06unglaublichen Schmerzen
- 30:09ein Video drehen, damit sie klar bei bei
- 30:11Sinne sind auf Morphium verzichten und
- 30:13dann mit ihrer letzten Kraft
- 30:15irgendwelche Videobotschaften aufnehmen.
- 30:17damit ihre Kinder später, wenn sie
- 30:18erwachsen sind, die Videos von anschauen
- 30:20können. Warum macht man das in der
- 30:23gleichen Situation? Warum macht eine
- 30:25Mutter das, obwohl es ihrer
- 30:26Selbsterhaltung zero
- 30:30etwas bringt? Weil Liebe immer
- 30:33Selbsthing ist,
- 30:36während Furcht Selbsterhaltung ist. Und
- 30:38deswegen, deswegen liebe Brüder und
- 30:41Schwestern ist es so wichtig, dass Gott
- 30:42sagt, Liebe als erstes Gebot, als
- 30:45wichtigstes Gebot, Liebe. Du sollst den
- 30:47Herrn, dein Gott lieben von ganzem
- 30:49Herzen, von ganzer Seele, mit all deiner
- 30:51Kraft, mit all deinem Verstand und
- 30:53deinen Nächsten wie dich selbst. Da
- 30:54steht nicht, du sollst Gott fürchten
- 30:56oder du sollst Gott ehren oder du sollst
- 30:58ihm gehorsam sein, obwohl das alles
- 30:59biblische Begriffe sind, die super
- 31:02wichtig sind. Aber als erstes und
- 31:05wichtiges Gebot erwählt Gott ein Begriff
- 31:08Liebe. Und das hat genau das meines
- 31:12Achtens als Grund. Selbsterhaltung ist
- 31:15die letzte Grenze.
- 31:18Alle ethisch richtigen Handlungen, die
- 31:20motiviert sind von Pflicht oder Furcht,
- 31:22enden an dieser Grenze, wenn die eigene
- 31:24Selbstgefährdung Selbsterhaltung
- 31:26gefährdet ist,
- 31:29weil die Erhaltung meiner eigenen
- 31:31Person, meines Lebens, meines Reichtums,
- 31:33meiner Gesundheit, meines Wohlbefindens
- 31:36und die Angst all dies zu verlieren,
- 31:38stoppt mich, wenn ich an eine Grenze
- 31:40komme, wenn ich an diese an diese Mauer
- 31:42komme, dass meine Selbsterhaltung in
- 31:44Frage gestellt wird. Liebe ist genau das
- 31:46Gegenteil von Selbsterhaltung. Sie ist
- 31:49Selbsthing
- 31:51und deswegen überspringt die Liebe
- 31:53Grenzen.
- 31:55Sie überspringt die Mauer, die der
- 31:57Furcht gesetzt sind, die der Pflicht
- 31:59gesetzt sind. Wo die Furcht zum Stoppen
- 32:01kommt, überschreitet die Liebe. Wie bei
- 32:04diesem Beispiel mit dieser sterbenden
- 32:06Mutter, wo Pflicht und Furcht zum
- 32:08Stoppen kommt, überschreitet die Liebe
- 32:10diese Grenze und geht weiter, weil nicht
- 32:13die Erhaltung meiner Person, meiner
- 32:15Gesundheit, meines Lebens das Motiv ist
- 32:18hinter der Liebe, sondern selbst
- 32:20Hingabe. Deswegen hört die Liebe nicht
- 32:22auf, sondern sie überspringt die Mauer,
- 32:25an der die Furcht zerschellt. Und die
- 32:28Liebe schafft, was Furcht nicht, was der
- 32:32was der Furcht nicht möglich ist. Sie
- 32:34gibt auch ihr eigenes Leben für die, die
- 32:37sie liebt. Und deswegen sagt Römer 5:8,
- 32:39dass der Beweis der Liebe Gottes ist,
- 32:42dass Jesus Christus für uns am Kreuz
- 32:44stirbt, als wir noch Sünder waren.
- 32:46Hingabe seiner Selbst seines Lebens am
- 32:49Kreuz. Zum Schluss noch ein letzter und
- 32:52wichtiger Gedanke, weil ich immer wieder
- 32:54auch mal gefragt werde. Wenn jemand nun
- 32:56sagt, das klingt alles sehr schön, aber
- 32:58auch niederschmetternd und entmutigend,
- 33:00weil ich gar nicht weiß, ob ich Gott
- 33:01liebe.
- 33:03Ich kenne ihn gar nicht oder manche
- 33:05kennen ihn schon, aber ihr äh ihr Leben
- 33:08lang, aber
- 33:10sie empfinden mehr Furcht, mehr
- 33:12Verpflichtung als Liebe. Ich spüre keine
- 33:15Liebe. Woher weiß ich dann, dass ich
- 33:17Gott liebe? Da möchte ich Ihnen mit
- 33:19diesem Zuspruch, diese Predigt auch
- 33:21schließen. Gott ist Liebe, liebe Brüder
- 33:24und Schwestern er Johannes 4:8. Dort ist
- 33:26die Quelle von dem, was sie nicht haben,
- 33:30auser wir schätzen können und sollen.
- 33:33Wir wenden uns an den Gott, der Liebe
- 33:35ist und bitten ihn: "Ich liebe, hilf
- 33:39meinem nicht lieben können." So wie
- 33:41dieser Vater in Markus 9: "Ich glaube,
- 33:43hilft meinem Unglauben." Das ist das
- 33:46einzige, was wir tun können und auch
- 33:48sollen. Ich liebe Herr, ich möchte
- 33:50lieben.
- 33:52Hilf meinem nicht lieben können. Und die
- 33:55Schrift sagt dazu in Epheser 3:20, Gott
- 33:58aber kann viel mehr tun, als wir jemals
- 34:00von ihm erbitten oder uns auch nur
- 34:02vorstellen können. So groß ist seine
- 34:05Kraft, die in uns wirkt. Amen.
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