Die Lehre Jesu verfälscht? — Transcript
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- 0:00Herzlich willkommen zum Kanal Gemeinde,
- 0:03Glaube, Bibel.
- 0:05Ich bin Volker Blockhaus und ich freue
- 0:08mich, dass ich heute die Episode 10A äh
- 0:13freischalten darf.
- 0:16Äh 10a ist wieder eine KI Bearbeitung
- 0:21der Episode 10, wo es um die Frage ging,
- 0:25ob äh die Apostel die
- 0:29ähm
- 0:31die Lehre Jesu verändert, modifiziert
- 0:34haben.
- 0:36Und die KI hat hier eine sehr
- 0:38interessante ähm Version gebracht, die
- 0:43die Inhalte von Version 10 aufgreift.
- 0:47Ähm und da möchte ich die Frage
- 0:51aufwerfen,
- 0:53wurde die Lehrer Jesu sogar verfälscht?
- 0:58waren die Apostel durch ihre Briefe die
- 1:01ersten, die die Lehrer Jesu nicht nur
- 1:04modifiziert haben, sondern sie
- 1:05letztenendes sogar verfälscht haben.
- 1:09Mit diesem äh spannenden
- 1:12äh mit dieser spannenden Behauptung
- 1:14beginnt der Podcast und es ich finde,
- 1:17das macht richtig Spaß ihm zu folgen,
- 1:21weil wieder neue Aspekte aufgegriffen
- 1:23werden, die äh in der Episode 10 so
- 1:27explizit nicht enthalten waren, die die
- 1:29Sache aber sehr spannend und anschaulich
- 1:32machen. Ich wünsche viel Spaß beim
- 1:36Anhören und ich werde bei passenden
- 1:38Gelegenheiten kurz unterbrechen und äh
- 1:42kommentieren. Ich will das aber auf ein
- 1:45Minimum natürlich reduzieren.
- 1:47So, jetzt gebe ich den Bildschirm frei
- 1:51und dann viel Freude beim Anhören des
- 1:53Podcasts.
- 1:57Also äh weißt du, wenn man sich moderne
- 1:59Institutionen so ansieht, ähm völlig
- 2:02egal, ob das jetzt ein riesiger
- 2:04internationaler Techkonzern ist oder so
- 2:06eine staatliche Behörde.
- 2:08Mhm. Ja,
- 2:09da stellt man eigentlich fast immer
- 2:10fest, dass ganz am Anfang, also wirklich
- 2:12zu Beginn, eine unglaublich simple, fast
- 2:15schon elektrisierende Vision stand.
- 2:17Richtig, so eine Idee, die eigentlich
- 2:19auf einen Bierdeckel passt. Genau. Sowas
- 2:21wie äh wir wollen alle Informationen der
- 2:24Welt frei zugänglich machen
- 2:26und das ist dann etwas, das von jedem
- 2:28sofort verstanden wird. Es gibt am
- 2:30Anfang immer diese eine große vereinende
- 2:32Kernidee oder eine Bewegung, die
- 2:35wirklich von purer Begeisterung getragen
- 2:37wird.
- 2:37Ja, aber dann gibst du dem ganzen so 50
- 2:39Jahre oder ähm vielleicht auch nur 20
- 2:43und plötzlich ertrinkst du in Hunderten
- 2:44von Compliance Handbüchern.
- 2:46Oh ja, Unterausschüsse, Formulare.
- 2:49Exakt. völlig starre Regeln, nur um eine
- 2:52einfache E-Mail verschicken zu dürfen.
- 2:55Es scheint fast so, als wäre es
- 2:56irgendwie in der menschlichen Natur tief
- 2:59verwurzelt, dass wir die Dinge unfassbar
- 3:01kompliziert machen müssen.
- 3:03Absolut. Wir bauen unheimlich gerne
- 3:05komplexe Strukturen, also intellektuelle
- 3:08Mauern um eigentlich einfache Ideen
- 3:10herum. Das gibt uns so ein trügerisches
- 3:13Gefühl von Kontrolle
- 3:14und Sicherheit, ne?
- 3:15Genau. Sicherheit. Und oft tun wir das
- 3:18halt so lange, bis wir den
- 3:19ursprünglichen Sinn, also diesen
- 3:20eigentlichen Funken vom Anfang, völlig
- 3:23aus den Augen verloren haben.
- 3:24Und äh das bringt uns auch direkt zu
- 3:26unserem Thema heute. Wir kommen zu
- 3:28dieser neuen Tiefenanalyse. Wir nehmen
- 3:31uns heute die Notizen von Volker
- 3:33Blockhaus vor und ähm er stellt dann
- 3:36nämlich eine ziemlich unbequeme, aber
- 3:38wahnsinnig faszinierende Frage.
- 3:40Eine sehr berechtigte Frage. Ja,
- 3:42genau. Wenn wir uns nämlich die größte
- 3:44Institution der Weltgeschichte ansehen,
- 3:47also das Christentum, haben die direkten
- 3:49Nachfolger von Jesus, also die Apostel,
- 3:51nach seinem Tod eigentlich genau das
- 3:54getan, was wir gerade beschrieben haben.
- 3:55Das ist der Kern der Sache.
- 3:57Haben sie seine ursprünglichen doch sehr
- 4:00simplen Lehren völlig modifiziert und
- 4:02unnötig verkompliziert, haben sie aus
- 4:05einer revolutionären Idee so ein
- 4:07unüberschaubares theologisches
- 4:09Büroklammerhandbuch gemacht.
- 4:11Ja.
- 4:12Ups, kurze Unterbrechung.
- 4:15Haben wir gemerkt, was hier behauptet
- 4:17wird? Die Apostel hätten die
- 4:20ursprüngliche Lehrer Jesu Christi
- 4:22verkompliziert und ein theologisches
- 4:24Gebäude darauf aufgebaut. Hä?
- 4:28Ja.
- 4:30Ähm, das ist offensichtlich der Stil
- 4:33dieses Podcastes. Es wird eine starke
- 4:35Behauptung aufgestellt und jetzt wird
- 4:38anschließend analysiert, ob diese
- 4:40Behauptung stimmt.
- 4:42Also, ich finde das sehr interessant,
- 4:44wie das aufgebaut ist. Hören wir mal
- 4:47weiter, wie die Argumentation sich
- 4:50fortsetzt. Und wenn man sich ansieht,
- 4:52worauf in vielen heutigen Kirchen oder
- 4:55Freikirchen äh oder eben auch an
- 4:58theologischen Fakultäten der Schwerpunkt
- 5:00gelegt wird, dann ist die Frage mehr als
- 5:02berechtigt.
- 5:03Da geht es ja oft extrem ins Detail,
- 5:05richtig? Wir sehen heute oft einen
- 5:07extremen Fokus auf detaillierte
- 5:09theologische Dogmen, ähm auf das
- 5:12Unterschreiben von sehr spezifischen
- 5:14Glaubensbekenntnissen,
- 5:15strickte moralische Regelwerke. Und wer
- 5:17da auch nur in einem Nebensatz abweicht,
- 5:20ist oft schon draußen.
- 5:22Ganz genau.
- 5:23Okay, also lass uns das mal auspacken.
- 5:25Um überhaupt beurteilen zu können, ob
- 5:26Petrus, Paulus und die anderen da im
- 5:28Nachhinein etwas radikal verändert
- 5:30haben, müssen wir erstmal das Fundament
- 5:32definieren, würde ich sagen. Was war
- 5:34denn überhaupt das ursprüngliche
- 5:35Produkt? Worüber hat Jesus selbst
- 5:37eigentlich am meisten gesprochen? Wenn
- 5:39man sich die historischen Texte ansieht,
- 5:41fällt ja irgendwie auf, dass er äh
- 5:43erstaunlich wenig Interesse an
- 5:45akademischer Theologie hatte, oder?
- 5:47Das ist wirklich der entscheidende
- 5:49Startpunkt bei dieser Analyse. Wenn wir
- 5:51die Evangelien analysieren, stellen wir
- 5:54ganz schnell fest, der Fokus bei Jesus
- 5:56lag fast vollständig auf der gelebten
- 5:59alltäglichen Praxis.
- 6:00Also wirklich das Tun. Genau. Es ging
- 6:02ihm fundamental um das
- 6:04zwischenmenschliche Verhalten. Er hat
- 6:06eben keine systematische Theologie
- 6:08diktiert, sondern er hat Geschichten
- 6:10erzählt
- 6:10über Bauern, verlorene Söhne und so
- 6:13weiter.
- 6:14Ja, unbarmherzige Schuldner. Es ging
- 6:16immer um ganz greifbare Dinge
- 6:19und oft auch sehr unbequeme Dinge, sage
- 6:21ich mal, Vergebung z.B. darum echte
- 6:24Liebe untereinander zu zeigen und äh
- 6:27sogar um Feindesliebe,
- 6:29was damals eine absolute Provokation
- 6:31war.
- 6:31Das war im ersten Jahrhundert eine
- 6:33extrem radikale gesellschaftliche
- 6:35Forderung und das ist sie ja heute
- 6:36eigentlich noch genauso. Jesus sprach
- 6:39davon, täglich das eigene Kreuz auf sich
- 6:41zu nehmen, also persönliche Opfer für
- 6:44andere zu bringen.
- 6:45Und er betonte immer wieder diese
- 6:47sogenannte goldene Regeln, ne? Behandle
- 6:49andere exakt so, wie du selbst von ihnen
- 6:52behandelt werden möchtest.
- 6:53Richtig. Er nannte das ganz poentiert
- 6:56die Erfüllung des Gesetzes und der
- 6:58Propheten. Er hat damit im Grunde die
- 7:01gesamte jüdische Bibel seiner Zeit auf
- 7:04einen simplen ethischen Nenner
- 7:06heruntergebrochen.
- 7:07Wahnsinn eigentlich.
- 7:09Ja. Und im Matthäusevangelium, also
- 7:11genauer gesagt im 23. Kapitel, da kommt
- 7:14es deswegen ja auch zum ultimativen
- 7:16Clash mit den damaligen religiösen
- 7:18Eliten. Ah,
- 7:19du meinst die Pharisäer und
- 7:20Schriftgelehrten, also Leute, die äh
- 7:23wirklich für alles eine Regel hatten.
- 7:25Genau, die. Und Jesus kritisiert sie
- 7:27dort unglaublich scharf. Er sagt ihnen
- 7:30wirklich ins Gesicht, dass sie zwar
- 7:32akribisch den Zehnten von kleinsten
- 7:34Kräutern wie Minze und Kümmel berechnen,
- 7:37also die religiösen Regeln bis ins
- 7:39Absurde perfektionieren.
- 7:41Exakt. Aber das eigentlich Wichtige im
- 7:43Gesetz, das ignorieren sie völlig. Und
- 7:47als dieses Wichtige definiert der drei
- 7:49Dinge, nämlich das Recht, das Erbarmen
- 7:53und den Glauben, was im damaligen
- 7:55Kontext übrigens tiefes Vertrauen
- 7:57meinte.
- 7:58Ist das nicht exakt die Situation, also
- 8:00als würde der charismatische Gründer
- 8:02eines Startups zu seinem Team sagen:
- 8:04"Leute, vergesst den Drashcode, vergesst
- 8:06die Hierarchien. Unsere einzige Mission
- 8:08ist es, den Kunden glücklich zu machen.
- 8:10Ja, schöne Analogie.
- 8:11Und Jahre später sitzen dann die neuen
- 8:13Manager im klimatisierten Büro und
- 8:15schreiben ein 500 seitiges
- 8:17knochentrockenes Regelwerk darüber, äh
- 8:19wer wann in die Kaffeekasse einzahlen
- 8:21muss.
- 8:22Genau, das ist die Gefahr.
- 8:25Kurze Unterbrechung. Äh hier ein schönes
- 8:28Beispiel dafür, wie sich die Bedeutung
- 8:30von Worten im Lauf der Zeit verändern
- 8:33können. Er erwähnt hier einen
- 8:35charismatischen Gründer eines
- 8:37Unternehmens. hat natürlich null zu tun
- 8:40mit äh der Charismatik im äh
- 8:44christlichen Glauben. Ähm das Wort
- 8:47charismatisch kommt ja von griechisch
- 8:49Charisma bedeutet die Gnadengabe. Da
- 8:52steckt das Wort Charis drin, also die
- 8:54Gnade.
- 8:56Und ähm im Lauf der Zeit äh hat
- 9:00charismatisch im deutschen
- 9:02Sprachgebrauch eine völlig andere
- 9:03Bedeutung angenommen. Es ist ein Mensch,
- 9:06der Ausstrahlung hat, ein Mensch, der
- 9:08allein durch seine Ausstrahlung und die
- 9:10Art, wie er spricht, jemanden überzeugen
- 9:12kann. Und das ist der Sinn des Begriffs
- 9:16Charismatik, wie er hier verwendet wird.
- 9:20Also nicht verwechseln mit der
- 9:21christlichen Charismatik.
- 9:23Die spannende Frage für unsere heutige
- 9:25Recherche ist doch jetzt, haben diese
- 9:27neuen Manager der frühen Gemeinde, also
- 9:29Leute wie Petrus und Paulus, genau
- 9:30dieses theologische Regelwerk verfasst?
- 9:33Lass uns das wirklich mal genau auf den
- 9:35Prüfstand stellen. Haben Sie aus der
- 9:37aktiven gelebten Liebe so ein
- 9:40theoretisches Konstrukt voller
- 9:41Bedingungen gemacht?
- 9:44So, jetzt kommen sie nämlich zur Sache.
- 9:47Stimmt das wirklich, dass die Apostel so
- 9:49ein theoretisches Gebäude, so ein
- 9:52theologisches Übergebäude
- 9:54ähm erstellt haben oder wie ist die
- 9:58Sache zu sehen?
- 9:59Wie finden wir das raus?
- 10:01Dafür müssen wir uns einfach ansehen,
- 10:03was Paulus und Petrus in ihren eigenen
- 10:05Briefen als den absoluten Kern des
- 10:08Evangeliums, also der rettenden
- 10:09Botschaft definieren. Was ist für sie
- 10:12unverhandelbar?
- 10:13Okay, fangen wir mit Paulus an. Wenn man
- 10:15in den ersten Korintherbrief schaut, ins
- 10:1715. Kapitel, dann fasst er das
- 10:19Evangelium dort extrem kompakt zusammen.
- 10:22Ziemlich kurz. Er sagt im Grunde nur,
- 10:24der Kern ist, dass Christus für unsere
- 10:26Sünden gestorben ist, dass er begraben
- 10:28wurde und dass er am dritten Tag
- 10:30auferstanden ist. Punkt.
- 10:31Das war's. Da ist äh keine seitenlange
- 10:34Abhandlung über die genaue Natur der
- 10:36Dreieinigkeit dabei.
- 10:37Und im Kolosserbrief fügt er noch diese
- 10:39kosmische Dimension hinzu, dass durch
- 10:42dieses Ereignis alles versöhnt wird im
- 10:44Himmel und auf Erden. Aber es bleibt bei
- 10:47diesen zentralen befreienden Geschehen.
- 10:50Und Petrus.
- 10:52Petrus macht es in seinem ersten Brief
- 10:54ganz ähnlich. Er definiert das
- 10:56Evangelium eben nicht über
- 10:58intellektuelle Zustimmung zu
- 10:59irgendwelchen abstrakten Konzepten,
- 11:02sondern massiv über das reale Leben.
- 11:04Er spricht da ja von der Wiedergeburt
- 11:07und was ich auch sehr spannend finde,
- 11:09ganz pragmatisch vom Erdulden von
- 11:11Anfechtung.
- 11:12kein Zuckerschlecken.
- 11:13Genau. Blockhaus arbeitet in seiner
- 11:15Analyse sehr schön heraus, dass es bei
- 11:18Petrus definitiv kein modernes
- 11:20Wohlfühlevangelium gibt. Also nicht nach
- 11:22dem Motto: "Komm zu Gott und du kriegst
- 11:24immer ein Parkplatz und wirst reich."
- 11:27Nein, überhaupt nicht. Es geht bei ihm
- 11:29um einen reinen Lebenswandel und vor
- 11:31allem um eine ungeheuchelte Bruderliebe.
- 11:34Und Petrus macht ja unmissverständlich
- 11:36klar, was das Endziel des Ganzen ist.
- 11:40Dieses Endziel ist nicht das Gewinnen
- 11:42von intellektuellen Debatten oder das
- 11:44Schreiben der besten theologischen
- 11:45Bücher,
- 11:46richtig? Sondern schlicht die Errettung
- 11:48der Seele. Was in all diesen
- 11:50Aufzählungen der Apostel völlig fehlt,
- 11:53sind detaillierte Höllenlehren oder
- 11:55super komplexe institutionelle
- 11:57Strukturen als Teil dieser rettenden
- 11:59Kernbotschaft. Aber warte mal, lass uns
- 12:01hier mal kurz innerhalten und noch mal
- 12:03über Paulus sprechen. Das ist nämlich
- 12:06der Punkt, an dem ich beim Lesen der
- 12:07Notizen so richtig stutzig geworden bin.
- 12:11Okay. Warum?
- 12:12Na ja, Paulus war ein Pharisäer. Er war
- 12:14nicht einfach nur ein Fischer wie
- 12:16Petrus. Er war ein absoluter
- 12:18intellektueller Hyperformer, ein
- 12:20Schriftgelehrter, der unter Gamaliel
- 12:22studiert hat, also einem der
- 12:23berühmtesten Rabiner der damaligen Zeit.
- 12:25Ein absoluter Elitestudent. Ja,
- 12:27er kannte das Alte Testament in und
- 12:29auswendig, kannte alle 613 Gebote und
- 12:33Verbote der Tora, müsste er von seinem
- 12:35psychologischen Profil her nicht exakt
- 12:38der Typ sein, der sofort anfängt, eine
- 12:40extrem komplexe akademische Theologie
- 12:42aufzubauen?
- 12:44Das würde man denken. Ja,
- 12:45warum hält ausgerechnet dieser brillante
- 12:48Intellektuelle das Ganze so extrem
- 12:50simpel? Das ist wirklich ein spannendes
- 12:51psychologisches und historisches
- 12:53Phänomen. Man würde von seiner ganzen
- 12:55Biografie her erwarten, dass er das
- 12:57Judentum nimmt, Jesus hinzufügt und ein
- 13:00noch komplexeres System erschafft.
- 13:02Genau das meinte ich.
- 13:03Aber die Texte zeigen, dass Paulus sich
- 13:05seiner Herkunft völlig bewusst war. Er
- 13:07nennt das alles später wörtlich Dreck im
- 13:09Vergleich zur Erkenntnis Christi und er
- 13:11entscheidet sich ganz aktiv gegen diese
- 13:13Komplexität. Im Galaterbrief und im
- 13:16Römerbrief warnt er seine Leser ja sogar
- 13:18regel panisch davor, sich einem äh
- 13:20anderen Evangelium zuzuwenden. Richtig.
- 13:23Und damit meint er keine satanischen
- 13:25Kulte,
- 13:25sondern den Versuch, sich das Heil durch
- 13:27das penible Befolgen von Regeln, also
- 13:29diese sogenannte Werksgerechtigkeit
- 13:32wieder irgendwie erarbeiten zu wollen.
- 13:34Paulus hat die befreiende Wucht der
- 13:35Einfachheit verstanden. Er schreibt an
- 13:37die Gemeinde in Korinth ganz offen, dass
- 13:40er überhaupt nicht den Wunsch hatte,
- 13:42durch brillante philosophische Reden zu
- 13:44glänzen.
- 13:45Er wollte unter ihnen nur eines kennen,
- 13:47nämlich Christus als den Gekreuzten.
- 13:49Genau. Für Paulus erfühlt sich das
- 13:52gesamte Gesetz, also das ganze riesige
- 13:54Regelwerk, dass er jahrzehntelang so
- 13:56perfekt studiert und anfangs sogar
- 13:59gewaltsam verteidigt hatte in einem
- 14:01einzigen Satz.
- 14:02Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
- 14:05Exakt.
- 14:05Das leuchtet alles extrem ein. Aber wenn
- 14:08die eigentliche Lehre im Kern so
- 14:10dermaßen simpel ist, also einfach Liebe,
- 14:14Vergebung, Vertrauen, äh warum gab es
- 14:17dann schon in diesen frühen Gemeinden,
- 14:20die die Apostel gegründet haben,
- 14:22permanent diese massiven Streitereien
- 14:24über theologische Details?
- 14:27Gute Frage.
- 14:28Und vor allem, wie sind Paulus und Co
- 14:30damit umgegangen, wenn es in den
- 14:32Gemeinden richtig gekracht hat? Hier
- 14:34kommen wir zu einem der spannendsten
- 14:35Aspekte in der Analyse. Es ist der
- 14:38Umgang mit sogenannten sekundären
- 14:40theologischen Fragen.
- 14:42Okay. Was heißt das genau?
- 14:44Wenn Menschen mit unterschiedlichen
- 14:45kulturellen Hintergründen zusammenkommen
- 14:47und das war im antiken Mittelmeerraum
- 14:49der Fall, da prallten Juden und Heiden
- 14:51aufeinander, dann gibt es einfach
- 14:53Reibung.
- 14:54Das ist klar. Wir haben zwei sehr
- 14:56prägnante historische Beispiele aus den
- 14:59Briefen, die zeigen, wie fundamental
- 15:02anders Paulus Konflikte löste, als wir
- 15:05das heute oft tun. Was hier wirklich
- 15:08faszinierend ist, ist seine Geduld.
- 15:11Nehmen wir mal das erste Beispiel. In
- 15:13der Gemeinde in Korinth gab es
- 15:15tatsächlich Leute, die behaupteten, es
- 15:16gäbe gar keine Auferstehung der Toten.
- 15:19Ja, unglaublich eigentlich. Das muss man
- 15:22sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
- 15:24Wir haben gerade vor 10 Minuten
- 15:25etabliert, dass die Auferstehung der
- 15:27absolute Kern von Paulus Botschaft war.
- 15:30Richtig, sein Fundament. Wenn es heute
- 15:33in einer strengen Kirche Leute gäbe, die
- 15:35den Kern des Glaubensbekenntnisses
- 15:36leugnen, äh die würden wahrscheinlich
- 15:38sofort als Irrlehrer gebranntmarkt und
- 15:41vom Hof gejagt werden. Der schnelle
- 15:43Kirchenausschluss, um die reine Lehre zu
- 15:45schützen.
- 15:45Das wäre der menschliche, der
- 15:48institutionelle Reflex, von dem wir
- 15:49gesprochen haben.
- 15:52Auch kurze Unterbrechung. [räuspern]
- 15:54Natürlich äh ist die Auferstehung nicht
- 15:58wirklich der Kern. Die Auferstehung
- 16:00gehört zum Kern äh des Evangeliums. Aber
- 16:03tatsächlich steht im Zentrum unser Herr
- 16:06Jesus Christus, unser Erlöser, der durch
- 16:09das Opfern seines Lebens, seines Leibes,
- 16:12das Vergießen seines Blutes, all das,
- 16:15worum es geht, ähm
- 16:18bewirkt hat.
- 16:20Und die Auferstehung hängt damit
- 16:21natürlich zusammen. Er wurde am dritten
- 16:23Tag auferweckt und Paulus argumentiert,
- 16:27wenn er auferweckt worden ist, dann ist
- 16:29das der Beweis dafür, dass die Gläubigen
- 16:31auch auferweckt werden. Aber die
- 16:33Auferstehung alleine ist nicht wirklich
- 16:36das Zentrum, sondern gehört eben nur zum
- 16:39Zentrum.
- 16:40Aber schau dir an, warum diese Leute in
- 16:43Korinth zwaffelten,
- 16:44weil sie Griechen waren.
- 16:45Genau. Korinth war eine griechische
- 16:48Stadt, stark geprägt von platonischer
- 16:50Philosophie. In dieser Denkschule war
- 16:52der materielle Körper etwas Schlechtes,
- 16:55eine Art Gefängnis für die Seele.
- 16:57Die Idee, dass ein Körper wieder
- 16:58aufersteht, war für gebildete Griechen
- 17:00also schlichtweg abstoßend.
- 17:02Absolut. Paulus versteht diesen
- 17:05kulturellen Hintergrund. Deshalb holt er
- 17:07nicht sofort die institutionelle
- 17:08Machtkeule heraus.
- 17:10Er argumentiert zwar unglaublich
- 17:11detailliert, logisch und
- 17:13leidenschaftlich, warum die Auferstehung
- 17:15zwingend Sinn macht. Er baut da ja einen
- 17:17wasserdichten Fall auf, aber er fordert
- 17:19an keiner Stelle den Ausschluss der
- 17:21Zweifler.
- 17:22Richtig. Er legt die Argumente auf den
- 17:25Tisch und überlässt es dann Gott und der
- 17:28Zeit, wie die Herzen und der Verstand
- 17:30dieser Menschen darauf reagieren. Er
- 17:32vertraut auf die Kraft der Wahrheit
- 17:34selbst, nicht auf Zwang. Das erfordert
- 17:36ein immenses Vertrauen, das vielen
- 17:38religiösen Führern heute vielleicht
- 17:40fehlt.
- 17:41Ist das nicht klasse?
- 17:44Eine super Anregung, wie wir mit solchen
- 17:47kontroversen Ideen oder Gedanken oder
- 17:50Glaubensüberzeugungen umgehen sollten.
- 17:53Geduld und Gott, unserem Herrn Jesus
- 17:56Christus, die die Gelegenheit geben,
- 18:01Haupt zu sein und die Gemeinde zu
- 18:03korrigieren durch die Kraft des Heiligen
- 18:05Geistes. Da gehört Vertrauen dazu. Und
- 18:10wie das hier in diesem Podcast so
- 18:12unterstrichen wird, dieses Vertrauen,
- 18:15das ist leider oft relative Mangelbare.
- 18:21Definitiv. Und das zweite Beispiel ist
- 18:22noch alltäglicher, aber damals ein
- 18:24riesiges Problem. Darf ein Christ
- 18:27Fleisch essen, das zuvor in heitnischen
- 18:29Tempeln den Götzen geopfert wurde?
- 18:32Man muss dazu sagen, das war in Korinth
- 18:33kein abstraktes Gedankenspiel. der
- 18:35Großteil des Fleisches auf den antiken
- 18:37Märkten stammte aus solchen
- 18:38Tempelopfern.
- 18:39Ja, das war Alltag
- 18:40und fast das gesamte gesellschaftliche
- 18:42Leben, also Zunft, Treffen, Feiern, all
- 18:45das fand oft in oder um diese
- 18:46Tempelanlagen statt. Wenn du sagst, ich
- 18:49esse das nicht, bist du gesellschaftlich
- 18:51komplett isoliert.
- 18:52Genau diese Lebensrealität greift Paulus
- 18:55da auf und seine theologische Analyse
- 18:58ist messerscharf. Götzen, sagt er,
- 19:01existieren gar nicht. Es gibt nur einen
- 19:04Gott.
- 19:05Ergo ist das Fleisch einfach nur
- 19:08Fleisch. Ein starker aufgeklärter Christ
- 19:11kann das also völlig problemlos essen.
- 19:13Ja, aber dann kommt sein genialer Twist.
- 19:15Er sagt: "Eure theologische Freiheit und
- 19:18eure brillante Erkenntnis bringen gar
- 19:21nichts, wenn ihr damit das Gewissen
- 19:23eines anderen, vielleicht noch
- 19:25ängstlicheren Mitglieds der Gemeinde
- 19:26zerstört, dass diese innere Freiheit
- 19:29noch nicht hat."
- 19:30Das mündet in diesem absolut brillanten
- 19:32Schlüsselsatz von Paulus. Erkenntnis
- 19:35blädht auf, die Liebe aber erbaut.
- 19:39Wow,
- 19:41das wird richtig gut herausgestellt.
- 19:45Also, wollen wir
- 19:48in der Gemeinde so wirken, wie Jesus das
- 19:51will, Jesus, das Haupt der Gemeinde,
- 19:54hören wir doch auf dogmatisch auf
- 19:57Theologien herumzureiten
- 20:00und setzen den Fokus auf das, worauf es
- 20:02wirklich ankommt. Unsere Beziehung zu
- 20:05Jesus Christus, unsere Beziehung zum
- 20:07Vater und unsere Beziehung zu den
- 20:10Gliedern der Gemeinde.
- 20:13Im Glaubens schwache, möglicherweise
- 20:16sogar zweifelnde Gemeindemitglieder sind
- 20:19wertvoller als korrekte Theologie,
- 20:23vor allem wenn es um sekundäre äh Dinge
- 20:26geht.
- 20:28Okay, hören wir weiter.
- 20:29Ein fantastischer Satz,
- 20:31weißt du, das ist im Grunde die antike
- 20:33Version unserer heutigen Internetkultur.
- 20:35Wie meinst du das? Na ja, das ist wie,
- 20:37wenn heute jemand auf Twitter oder in
- 20:39irgendeinem Forum ein hitziges
- 20:41theologisches oder politisches Argument
- 20:43gewinnt, alle Fakten auf seiner Seite
- 20:45hat, äh sich danach furchtbar wichtig
- 20:47nimmt und ein riesiges Ego entwickelt,
- 20:49dabei aber völlig vergisst, ein
- 20:51anständiger Mensch zu sein und seinem
- 20:53Gegenüber mit Würde zu begegnen.
- 20:55Besser kann man es wirklich nicht
- 20:57übertragen. Es ist eine eindringliche
- 20:59Warnung davor, theologische Korrektheit
- 21:02über das mitmenschliche Verhalten zu
- 21:04stellen. Da sieht man eigentlich
- 21:06ziemlich gut, dass die Apostel
- 21:07verstanden haben, dass du in jeder
- 21:09Diskussion im Recht sein kannst. Du
- 21:12kannst die Bibel auf Griechisch und
- 21:13Hebräisch rückwärtsch zitieren, aber
- 21:15wenn du dabei arrogant wirst und die
- 21:17Liebe zu deinen Mitmenschen verlierst,
- 21:19bist du am eigentlichen Ziel völlig
- 21:20vorbeigeschossen.
- 21:22Amen.
- 21:24Ganz genau.
- 21:25Wenn man sieht, wie massiv selbst
- 21:27Theologen solche scheinbar klaren
- 21:29Prioritäten durcheinander bringen, fragt
- 21:32man sich unweigerlich, wie das bei noch
- 21:34komplexeren Themen abläuft.
- 21:37Oh ja. Wenn wir uns anschauen, wie
- 21:39biblische Texte heute verdreht werden,
- 21:41stoßen wir in Blockhausalyse auf das
- 21:43Paradebeispiel schlecht hin, nämlich das
- 21:46Thema Endzeit und die Wiederkunft
- 21:48Christi. Hier wird es wirklich
- 21:49interessant.
- 21:50Das ist das Feld, in dem die
- 21:52theologische Akrobatik heute ihre
- 21:54größten Blüten treibt. Absolut.
- 21:57Blockhaus verweist hier auf den ersten
- 21:59Thessalonicher Brief. Da geht es um die
- 22:01Posaune Gottes, den herabsteigenden
- 22:03Herrn und darum, dass die Gläubigen in
- 22:05den Wolken entrückt werden.
- 22:07Wenn man diese Verse heute mal auf
- 22:09YouTube eingibt, da öffnet sich ein
- 22:11endloses Kaninchenbauuniversum.
- 22:14Oh ja, das nimmt kein Ende.
- 22:15Der Dipp ist Prediger, die aus diesen
- 22:17wenigen Sätzen riesige sekundengenaue
- 22:20Zeitpläne basteln mit bunten Grafiken,
- 22:24historischen Berechnungen und einer
- 22:26gehörigen Portion Panik mache, wann
- 22:29exakt der Antichrist auftaucht und wann
- 22:31die Gläubigen in den Himmel gebeamt
- 22:32werden.
- 22:34Genau, das passiert ständig.
- 22:35Aber wenn man sich die Verse davor und
- 22:37danach ansieht, merkt man plötzlich, äh,
- 22:40das ist gar kein prophetisches
- 22:42Kalenderblatt, oder? überhaupt nicht.
- 22:44Und hier liegt der massive Fehler, den
- 22:46Blockhaus den Raptusirtum nennt,
- 22:49abgeleitet vom lateischen Wort für
- 22:51Entrückung.
- 22:52Okay.
- 22:53Man ignoriert den historischen und
- 22:55emotionalen Kontext dabei völlig. Die
- 22:57Gläubigen in Thessalonik haben nämlich
- 22:59keine theologische Zukunftsforschung
- 23:01betrieben. Sie hatten schlichtweg
- 23:03Todesangst.
- 23:04Ah, weil einige Mitglieder ihrer
- 23:06Gemeinde gestorben waren, bevor Jesus
- 23:08zurückgekehrt ist.
- 23:09Richtig. trauerten.
- 23:12Genau. Paunus schreibt diesen Text als
- 23:14reine Seelsorge. Er will ihnen die Angst
- 23:16nehmen und ihnen versichern, eure Toten
- 23:18sind nicht verloren. Wenn Christus
- 23:20kommt, werden sie sogar zuerst
- 23:22auferstehen.
- 23:23Seine Absicht war es also, einen
- 23:25weinenden Freund in den Arm zu nehmen.
- 23:28Exakt. Deshalb schließt er diese Passage
- 23:30ja auch mit der Aufforderung. So tröstet
- 23:33nun einander mit diesen Worten.
- 23:35Es ist faszinierend und erschreckend
- 23:37zugleich. Aus einem Text, der eigentlich
- 23:40eine warme, tröstende Umarmung für
- 23:42trauernde Menschen sein sollte, haben
- 23:44spätere Generationen einen starren,
- 23:47angsteinflößenden Science Fiction
- 23:49Fahrplan für die Zukunft gemacht.
- 23:51Ja, leider.
- 23:51Warum tun wir das? Wahrscheinlich, weil
- 23:53wir Menschen ein extremes
- 23:55psychologisches Bedürfnis nach Kontrolle
- 23:57haben. Oder ein chronologischer
- 23:59Fahrplan, selbst ein gruseliger gibt uns
- 24:02das Gefühl, die Zukunft berechnen zu
- 24:04können. Einfach nur auf Gottestiming zu
- 24:06vertrauen erfordert Kontrollverlust und
- 24:09das hassen wir. Das ist der Kern des
- 24:11Problems. Wir verwechseln theologische
- 24:14Gewissheit mit Glauben. Und das wirft
- 24:16natürlich für jeden, der heute die Bibel
- 24:18liest, eine ganz praktische Frage auf,
- 24:21nämlich
- 24:22wie geht man mit diesem riesigen, oft
- 24:24verwirrenden Text um, wenn man sich eben
- 24:26nicht in solchen Zeitplänen und
- 24:28komplexen Debatten verlieren soll? Waras
- 24:30tun wir bei Wissenslücken?
- 24:31Blockhaus machte eine extrem hilfreiche
- 24:34Unterscheidung. Er trennt ganz
- 24:35pragmatisch zwischen primären und
- 24:37sekundären Fragen. Sekundäre Fragen sind
- 24:40Dinge wie eben die genauen Abläufe der
- 24:42Endzeit, äh das Verständnis komplexer
- 24:45Prophetien oder kleine historische
- 24:47Details.
- 24:47Und sein Rat für diese sekundären Fragen
- 24:49ist bestend simpel. Er sagt: "Entspann
- 24:52dich."
- 24:53Einfach abwarten.
- 24:54Genau. Du musst das nicht heute komplett
- 24:56entschlüsseln. Sehr oft fällt der
- 24:58Groschen bei solchen Themen erst Jahre
- 25:00später durch einen Zufall. durch ein
- 25:02gutes Gespräch oder dass man was Neues
- 25:04liest.
- 25:05Ja, man muss keine riesige Theologie aus
- 25:08Dingen bauen, die man noch nicht
- 25:09durchblickt.
- 25:10Aber was ist mit den primären Dingen?
- 25:12Also dem Verständnis für den Kern des
- 25:14Evangeliums?
- 25:15Das eigene Leben, die Liebe zum
- 25:17Nächsten.
- 25:17Hier verweist die Analyse auf den
- 25:19Jakobusbrief. Da steht: "Wenn es
- 25:21jemandem an Weisheit mangelt, so erbitte
- 25:24er sie von Gott. Gott gibt diese
- 25:26Weisheit gern und ohne Vorwürfe.
- 25:28Die zentrale Botschaft ist also, dass es
- 25:29am Ende der Heilige Geist ist, der uns
- 25:31leiten soll, nicht das theologische
- 25:33Regelwerk der örtlichen
- 25:33Kirchenverwaltung und ähm auch nicht der
- 25:36klügste YouTube Prediger.
- 25:38Richtig. Als wirklich gute visuelle
- 25:40Stütze für diesen klaren Fokus wird
- 25:43übrigens auch das Bible Project
- 25:45empfohlen, das die großen Linien der
- 25:47Bibel genial und verständlich
- 25:49nachzeichnet, ohne sich im Kleinklein zu
- 25:51verlieren.
- 25:52Warte mal kurz, da muss ich jetzt mal
- 25:53den Advokatus Diaboli spielen. Heißt das
- 25:56im Umkehrschluss, wir sollen alle
- 25:58Studienbücher ins Feuer werfen, aufhören
- 26:00nachzudenken und einfach im Sessel
- 26:02warten, bis uns eine göttliche Eingebung
- 26:04trifft? Nein, nein, hier müssen wir
- 26:06vorsichtig sein, damit das nicht falsch
- 26:08verstanden wird. Das bedeutet natürlich
- 26:10nicht, dass kritisches Denken
- 26:12unerwünscht ist. Paulus hat in Korinther
- 26:14bewiesen, wie scharf er argumentieren
- 26:16konnte.
- 26:16Stimmt,
- 26:17der Verstand ist ein Werkzeug, das
- 26:19genutzt werden soll, aber das Fundament,
- 26:22auf dem alles ruht, ist ein anderes. Im
- 26:25Hebräerbrief wird das griechische Wort
- 26:27Pistes verwendet. Wir übersetzen das
- 26:29meistens flach mit Glaube, was
- 26:32heutzutage oft wie das Bloße für
- 26:33Wahrhalten von Fakten klingt,
- 26:35als müsste man einfach intellektuell
- 26:37zustimmen.
- 26:38Genau. Aber in der Antike bedeutete
- 26:40Pistis vor allem Treue, Loyalität und
- 26:43Vertrauen. Es beschreibt eine
- 26:45Beziehungsebene. Es geht um das
- 26:47Vertrauen darauf, dass ein ernsthaftes
- 26:49Suchen belohnt wird. Es geht eben genau
- 26:52nicht darum, sich den Zugang zur
- 26:54göttlichen Wahrheit durch ein
- 26:56akademisches Theologiestudium quasi
- 26:58verdienen zu müssen. Das ändert die
- 27:00Perspektive wirklich komplett. Also, was
- 27:02bedeutet das alles für uns? Wenn wir
- 27:04jetzt mal ein Schritt zurücktreten und
- 27:06all diese Stränge zusammenziehen?
- 27:08Mhm.
- 27:08Unsere Ausgangsfrage, als wir uns
- 27:10Blockhaus Recherchen vorgenommen haben,
- 27:12war ja: "Haben die Apostel die Lehre
- 27:14Jesu verändert oder unnötig in ein
- 27:17komplexes System verwandelt?" Und nach
- 27:19allem, was wir gesehen haben, von der
- 27:21simplen Kreuzesbotschaft des Paulus bis
- 27:23zur gelebten Bruderliebe bei Petrus
- 27:25lautet die Antwort ganz klar: Nein.
- 27:28Sie sind der radikalen Linie von Jesus
- 27:30absolut treu geblieben. Ihr Fokus lag
- 27:32auf dem simplen Vertrauen in Christus
- 27:34und auf der echt gelebten Liebe im
- 27:36Alltag.
- 27:36Theologische Debatten mögen
- 27:38intellektuell reizvoll sein, ja, aber
- 27:40sie sind nicht heilsrelevant. Das
- 27:42Erbarmen und der Glaube stehen immer
- 27:45weit über den starren Regeln und dem
- 27:47bloßen intellektuellen Recht haben.
- 27:49Blockhaus deutet am Ende seine Analyse
- 27:51noch an, dass diese simple, befreiende
- 27:54Wahrheit in der harten Realität vieler
- 27:56moderner Gemeinden ironischerweise oft
- 27:58für massive Konflikte sorgt.
- 28:00Ja, das ist das Paradoxe.
- 28:02Wenn man versucht, diesen einfachen
- 28:03Fokus wieder in den Mittelpunkt zu
- 28:05rücken, wären sich die alten Strukturen
- 28:07meistens wehement. Institutionen, die
- 28:09auf komplexen Regeln aufgebaut sind,
- 28:12schaffen sich eben extrem ungern selbst
- 28:14ab.
- 28:15Das stimmt.
- 28:16Und für dich, der du uns jetzt zugehört
- 28:18hast, während wir dieses Thema
- 28:19auseinandergenommen haben, habe ich zum
- 28:21Abschluss noch einen Gedanken
- 28:22mitgebracht, über den du mal nachdenken
- 28:24kannst. Wir haben ganz am Anfang über
- 28:26diese Startup Analogie gesprochen, über
- 28:29diesen unbändigen Drang von uns
- 28:31Menschen, aus etwas simplematisches
- 28:34Monster zu machen.
- 28:35Mhm. Denk heute mal in Ruhe rüber nach.
- 28:38Wenn das ursprüngliche Evangelium
- 28:39wirklich so befreiend, so simpel und so
- 28:42extrem auf Liebe und Trost ausgerichtet
- 28:45ist, welches tiefe psychologische
- 28:47Bedürfnis in uns hat dann im Laufe der
- 28:50zweitausendjährigen Geschichte dazu
- 28:52geführt, dass wir immer wieder diesen
- 28:54unstillbaren Drang verspüren, diese
- 28:56einfache Gnade mit riesigen Mauern aus
- 28:59komplexen Regeln zu umbauen?
- 29:01Warum haben wir als Menschen eigentlich
- 29:03so oft mehr Angst vor der echten
- 29:05Freiheit als vor strengen Regeln? Danke,
- 29:08dass du bei dieser tiefen Analyse dabei
- 29:10warst und dir die Zeit genommen hast.
- 29:12Bleib neugierig.
- 29:18Schon interessant, oder? Also, mir hat
- 29:21das sehr gut gefallen, die Art und
- 29:23Weise, wie hier argumentiert wurde und
- 29:26der der Finger wurde in Wunden gelegt,
- 29:29die geheilt werden sollten.
- 29:32Ähm, es wurden die Problemzonen
- 29:35beleuchtet und jetzt ist die große Frage
- 29:39und was machen wir damit?
- 29:43Das äh ist kein Problem, das ungelöst
- 29:46ist. Das ist keine Sache, die Frust
- 29:48hervorrufen sollte, sondern äh das ist
- 29:53lösbar. Allerdings ein paar Dinge sind
- 29:56da notwendig.
- 29:59Demut,
- 30:01unsere eigene Meinung ist nicht so
- 30:03wichtig, dass wir sie unbedingt
- 30:05durchsetzen sollten.
- 30:07Die Berücksichtigung dessen, was die
- 30:09Heilige Schrift, also auch Jesus
- 30:12natürlich in an erster in erster Linie
- 30:15und die Apostel dazu sagen.
- 30:18Und äh
- 30:21noch mal ein Appell, dass wir das zu
- 30:24Herzen nehmen, was Jesus uns nahelegt,
- 30:28den Heiligen Geist wirken lassen.
- 30:32Ähm, er sagt mal,
- 30:34wer um den Heiligen Geist bittet, der
- 30:36wird ihn auch bekommen. Gott wird nicht
- 30:39äh einfach sich diese Bitten anhören und
- 30:42sie dann ignorieren, sondern wir dürfen
- 30:44davon ausgehen, wenn wir ernsthaft im
- 30:47Glauben beten um Heiligen Geist, dass
- 30:50wir ihn bekommen. Und der ist notwendig,
- 30:53damit wir die Schrift, die Bibel
- 30:57auch richtig verstehen, damit wir etwas
- 31:00damit anfangen können und vor allem sie
- 31:02umsetzen können äh im täglichen
- 31:05Glaubensleben.
- 31:07Ähm, noch ein Hinweis zu dem, was in dem
- 31:11Video erwähnt wurde. Eine Menge von
- 31:12Bibeltexten sind angeschnitten worden,
- 31:15die sind hier in dem Podcast natürlich
- 31:18nicht ähm äh genannt worden. Wer wen die
- 31:22interessieren, dem kann ich sagen, schau
- 31:24in die Videobeschreibung des äh der äh
- 31:29Episode 10, die dem hier ja zugrunde
- 31:31lag. Da sind sie komplett alle
- 31:33aufgeführt und dort ist auch ein Link
- 31:36enthalten ähm zu dem Bible Project, das
- 31:39hier äh gegen Ende dann erwähnt wurde.
- 31:43So, und jetzt was bringt das alles?
- 31:46Jetzt haben wir einen Haufen Dinge äh
- 31:49beleuchtet in den letzten Episoden. Wir
- 31:51wissen, wo Jesus den Fokus drauf gesetzt
- 31:54hat. Wir wissen, was die Apostel in den
- 31:57Mittelpunkt gestellt haben, aber wir
- 31:59wissen auch, dass das eben in vielen
- 32:02christlichen Gemeinden heute nicht so
- 32:04umgesetzt wird. Was tun?
- 32:08Wir brauchen auch da nicht frustriert
- 32:10sein, traurig sein, sondern wir dürfen
- 32:13äh zuversichtlich nach vorne schauen,
- 32:15denn wir dürfen nicht vergessen, Jesus
- 32:17Christus ist das Haupt seiner Gemeinde
- 32:20und er weiß, wie es geht.
- 32:23Und äh mit diesen äh Aspekten, wie kann
- 32:27man damit umgehen in Harmonie mit dem,
- 32:30was Jesus Christus äh möchte. Darum
- 32:33werden sich die kommenden Episoden
- 32:36drehen. Herzlichen Dank fürs Zuhören.
- 32:39Einen gesegneten Tag und ciao.
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