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Diabetes mellitus | Krankheitsbild — Transcript

by Pflegerelevant · 3,565 words · 738 segments · language en · Watch on YouTube

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  1. 0:00In diesem Video beschäftigen wir uns mit
  2. 0:01Diabetes Melitus. Gemeinsam schauen wir
  3. 0:04uns das Krankheitsbild mit Ursachen und
  4. 0:06Symptomen genau an. Insbesondere die für
  5. 0:08die Praxis wichtigen Form
  6. 0:09Diabetesmelitus Typ 1 und Typ 2. Das
  7. 0:13Ganze einfach und verständlich erklärt,
  8. 0:15damit du gut für deine Prüfung und die
  9. 0:17Praxis vorbereitet bist. Und damit
  10. 0:20herzlich willkommen auf unserem Kanal
  11. 0:21Pflegerelevant. Wir erklären dir die
  12. 0:24wichtigsten Themen rund um den
  13. 0:25Pflegeberuf.
  14. 0:27Was bedeutet überhaupt der Begriff
  15. 0:29Diabetes Melitus? Diabetes Melitus ist
  16. 0:32umgangssprachlich auch als
  17. 0:34Zuckerkrankheit bekannt und kann vom
  18. 0:36altgriechischen Wort die Albanien
  19. 0:38abgeleitet werden, was dem Deutschen
  20. 0:40hindurchfließen entspricht, sowie dem
  21. 0:42lateinischen Wort Melitus, was mit Honig
  22. 0:45Süß übersetzt werden kann. Frei
  23. 0:47übersetzt ins Deutsche bedeutet
  24. 0:48Diabetesmelitus, also honigsüßer
  25. 0:51Durchfluss. Die Bezeichnung rührt daher,
  26. 0:54dass die Erkrankung zu einer vermehrten
  27. 0:56Urinausscheidung von über 3 lit täglich
  28. 0:58führt. Als Fachbegriff mit Polyrie
  29. 1:01bezeichnet. Zusätzlich hat der Urin bei
  30. 1:04Betroffenen einen süßlichen Geruch und
  31. 1:05einen zuckerähnlichen Geschmack, da
  32. 1:07darin Glucose, eine Form von Zucker,
  33. 1:09enthalten ist. Als Fachbegriff bedeutet
  34. 1:12dies Glucosorie.
  35. 1:14Es scheint also so, als würde übermäßig
  36. 1:16viel süße Flüssigkeit durch die
  37. 1:18erkrankten Menschen durchfließen. Und
  38. 1:20tatsächlich wurde der Geruch und der
  39. 1:22Geschmack des Urins in der Vergangenheit
  40. 1:24von Ärztinnen und Ärzten genutzt, um die
  41. 1:26Diagnose zu stellen. Eine Methode, die
  42. 1:28heute dank des medizinischen
  43. 1:29Fortschrittes nicht mehr angewendet
  44. 1:31werden muss, kommt die Erkrankung
  45. 1:34Diabetesmelitus häufig vor. Laut dem
  46. 1:37Bundesministerium für Gesundheit war in
  47. 1:39Deutschland im Jahr 2024 bei ca. 7,2%
  48. 1:43der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79
  49. 1:45Jahren ein Diabetesmelitus als Diagnose
  50. 1:48bekannt, sodass aktuell mehr als 6
  51. 1:51Millionen erkrankte Menschen in
  52. 1:52Deutschland leben. Dazu kommen noch
  53. 1:54Kinder und Jugendliche und zahlreiche
  54. 1:56bisher unentdeckte Fälle. Es wird davon
  55. 1:58ausgegangen, dass die Häufigkeit und das
  56. 2:00Vorkommen der Erkrankung im Fachbegriff
  57. 2:03Prävalenz unter anderem in Deutschland
  58. 2:05in den nächsten Jahren weiter zunimmt.
  59. 2:07Es ist also eines der relevantesten
  60. 2:09Krankheitsbilder für die Praxis im
  61. 2:11Gesundheitswesen und dementsprechend ein
  62. 2:13wichtiger Teil deiner Ausbildung.
  63. 2:16Wie kann Diabetesmelitus definiert
  64. 2:18werden? Schauen wir uns die Definition
  65. 2:21im Detail an. Diabetes Melitus
  66. 2:23bezeichnet eine chronische
  67. 2:24Stoffwechselstörung, gekennzeichnet
  68. 2:27durch eine Erhöhung des
  69. 2:28Blutzuckerspiegels bei erniedrigter
  70. 2:30intrazellulärer Blutzuckerverfügbarkeit.
  71. 2:33Verursacht durch einen Insulinmangel und
  72. 2:36oder einer verminderten
  73. 2:37Insulinempfindlichkeit.
  74. 2:39Es ist eine chronische
  75. 2:40Stoffwechselstörung.
  76. 2:42Die Hauptbestandteile unserer Nahrung
  77. 2:44sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.
  78. 2:47Vereinfacht gesagt wandelt unser Körper
  79. 2:49Nährstoffe durch Stoffwechselvorgänge
  80. 2:51zur Energiegewinnung um und scheidet
  81. 2:53nicht verwertbare Produkte über Urin und
  82. 2:55Stuhl wieder aus. Stell dir unseren
  83. 2:58Stoffwechsel als eine Fabrik vor, in der
  84. 3:00verschiedene Materialien verarbeitet und
  85. 3:02reguliert werden. Kommt es an einer
  86. 3:04Stelle zu Problemen, wirt sich dies
  87. 3:06gesamte Produktion aus.
  88. 3:09Bei Diabetesmelitus ist dieser
  89. 3:10Stoffwechsel gestört und es gibt
  90. 3:12Probleme bei der Umwandlung der Nahrung
  91. 3:14in Energie. Die Produktion läuft also
  92. 3:17nicht mehr richtig. Dadurch kommt der
  93. 3:19Körper in ein Ungleichgewicht und es
  94. 3:21zeigen sich Symptome. Die Erkrankung ist
  95. 3:24gekennzeichnet durch eine Erhöhung des
  96. 3:26Blutzuckerspiegels.
  97. 3:28Glucose ist ein Hauptenergienährstoff
  98. 3:30für unseren Körper und wird dabei über
  99. 3:32das Blut zu den Körperzellen
  100. 3:34transportiert.
  101. 3:36Glucose wird auch als Einfachzucker
  102. 3:38bezeichnet und kommt sowohl direkt
  103. 3:40beispielsweise in Traubenzucker als auch
  104. 3:42in Bestandteilen in Kohlenhydraten wie
  105. 3:44Brot vor. Der Blutzuckerspiegel
  106. 3:47bezeichnet die Menge an Glucose, welche
  107. 3:49im Blut eines Menschen vorhanden ist.
  108. 3:51Sie kann durch Blutzuckermessung
  109. 3:52bestimmt werden und ist bei
  110. 3:54Diabetesmelitus erhöht. Dadurch zeigt
  111. 3:57sich, dass der Körper die Glucose nicht
  112. 3:59mehr richtig verwerten kann. Bei
  113. 4:02erniedrigter intrazellulärer
  114. 4:03Blutzuckerverfügbarkeit.
  115. 4:05Bei einem gesunden Stoffwechsel
  116. 4:07verbrauchen Muskel und Fettzellen die
  117. 4:09Glucose zur Energiegewinnung.
  118. 4:11Obwohl der Blutzuckerspiegel zwar erhöht
  119. 4:13ist, also genügend Glucose im Blut
  120. 4:15transportiert wird, kommt diese Glucose
  121. 4:18nicht in den Zellen an. Dies meint die
  122. 4:21intrazelluläre Blutzuckerverfügbarkeit
  123. 4:23vom lateinischen Wort intra, was
  124. 4:25innerhalb bedeutet. Bei der Krankheit
  125. 4:28gibt es also ein Problem damit, die
  126. 4:29Glucose aus dem Blut, den Körperzellen
  127. 4:32zur Verfügung zu stellen. Dieses Problem
  128. 4:35wird verursacht durch einen
  129. 4:37Insulinmangel und oder einer
  130. 4:38verminderten Insulinempfindlichkeit.
  131. 4:42Damit die Zelltypen der Muskel und
  132. 4:44Fettzellen die Glucose aus dem Blut
  133. 4:45aufnehmen und verwerten, also verstoff
  134. 4:47wechseln können, wird das Hormon Insulin
  135. 4:50benötigt. Insulin wird normalerweise vom
  136. 4:53Körper selbst produziert. Ohne Insulin
  137. 4:56kann die Glucose nicht vom Blut in die
  138. 4:57Körperzellen gelangen. Dies erklärt,
  139. 5:00warum bei Diabetesmelitus der
  140. 5:01Blutzuckerspiegel, also der
  141. 5:03Glucosegehalt im Blut chronisch erhöht
  142. 5:04ist, während die Zellen jedoch keine
  143. 5:06Glucose erhalten. Der Grund liegt im
  144. 5:09Hormon Insulin, welches entweder im
  145. 5:11Körper nicht mehr ausreichend produziert
  146. 5:13wird, wodurch es zum absoluten
  147. 5:15Insulinmangel kommen kann, oder eine
  148. 5:18andereursache, wenn das Insulin seine
  149. 5:20Wirksamkeit verliert. Das bedeutet, die
  150. 5:22Fett und Muskelzellen des Körpers
  151. 5:24reagieren vermindert auf das Insulin.
  152. 5:27Dies wird auch relativer Insulinmangel
  153. 5:29genannt, da zwar noch Insulin vorhanden
  154. 5:31ist, dies aber aufgrund der
  155. 5:32Unempfindlichkeit relativ nicht mehr
  156. 5:34ausreicht. Es kann also verschiedene
  157. 5:37Ursachen geben, warum es zu dieser
  158. 5:39Stoffwechselstörung kommt. Deshalb wird
  159. 5:41Diabetes Melitus je nach Ursache bzw.
  160. 5:44Auslöser in unterschiedliche Typen
  161. 5:46eingeteilt.
  162. 5:48Welche unterschiedlichen Typen von
  163. 5:50Diabetes Melitus gibt es?
  164. 5:53Die beiden wichtigsten Typen, welche du
  165. 5:55kennen solltest, sind Diabetesmelitus
  166. 5:57Typ 1 und der Diabetesmelitus Typ 2. Die
  167. 6:01Einteilung ist sinnvoll, dass ich
  168. 6:03insbesondere die Ursachen und der
  169. 6:04Krankheitsverlauf und damit auch der
  170. 6:06Therapieansatz von Typ zu Typ
  171. 6:08unterscheiden. Aus der Definition haben
  172. 6:10wir gelernt, dass es zwei hauptsächlich
  173. 6:12unterschiedliche Ursachen geben kann,
  174. 6:14welche zu Diabetes Melitus führen.
  175. 6:17Erstens, ein absoluter Insulinmangel, da
  176. 6:20der Körper zu wenig oder kein Insulin
  177. 6:22mehr bildet. Dies ist ein wesentliches
  178. 6:24Kennzeichen von Diabetesmelitus Typ 1.
  179. 6:28Eine andere Ursache ist ein relativer
  180. 6:30Insulinmangel, bei dem das Insulin durch
  181. 6:32eine verminderte Insulinempfindlichkeit
  182. 6:34von Fett und Muskelzellen seine Wirkung
  183. 6:36verliert. Dies ist ein wesentliches
  184. 6:39Kennzeichen von Diabetes Melitus Typ 2.
  185. 6:42Die beiden Typen treten sehr
  186. 6:44unterschiedlich häufig auf. Von den an
  187. 6:46Diabetesmelitus erkrankten Menschen in
  188. 6:48Deutschland haben 90 bis 95% Typ 2. Ein
  189. 6:53wesentlich geringerer Teil ist der Typ 1
  190. 6:55Diabetes mit ca. 5 bis 10 %. Alle Typen
  191. 6:59von Diabetes haben gemeinsam, dass es zu
  192. 7:01einer Störung des Glucosestoffwechsels
  193. 7:03kommt. Wie funktioniert der
  194. 7:05Gluosestoffwechsel?
  195. 7:07Zentrales Organ zur Regulierung unseres
  196. 7:09Glucosestoffwechsels, also des
  197. 7:11Blutzuckerspiegels, ist die
  198. 7:12Bauchspeicheldrüse als Fachbegriff
  199. 7:15Pankreas, welche sich im Oberbauch
  200. 7:17direkt hinter unserem Magen befindet.
  201. 7:20Die Bauchspeicheldrüse reguliert den
  202. 7:21Blutzuckerspiegel durch die Hormone
  203. 7:23Insulin, was den Blutzucker senkt und
  204. 7:26dem Gegenspieler dem Hormon Glukagon,
  205. 7:28das ihn langsam erhöht. Zum Verständnis
  206. 7:31hilft das Schlüsselschlossprinzip.
  207. 7:33Bei einem physiologischen, also gesunden
  208. 7:35Stoffwechsel wird die Glucose aus der
  209. 7:37Nahrung über das Blut den Zellen als
  210. 7:39Energie zur Verfügung gestellt. Gelangt
  211. 7:42vermehrt Glucose ins Blut, steigt der
  212. 7:44Blutzuckerspiegel.
  213. 7:46Das Hormon Insulin wird benötigt und
  214. 7:48schließt als Schlüssel die Körperzelle
  215. 7:50quasi auf, damit die Glucose in die Fett
  216. 7:53und Muskelzellen gelangen kann, worauf
  217. 7:55die Glucose verbraucht wird und der
  218. 7:56Blutzuckerspiegel wieder sinkt. Da es
  219. 8:00bei Diabetesmelitus jedoch zu einem
  220. 8:02absoluten oder relativen Insulinmangel
  221. 8:04kommt, kann die Zelle nicht mehr richtig
  222. 8:06aufgeschlossen werden. Beim absoluten
  223. 8:08Insulinmangel bildet die
  224. 8:09Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr und
  225. 8:12es stehen quasi keine Schlüssel zur
  226. 8:14Verfügung. Beim relativen Insulinmangel
  227. 8:17sind die Zellen unempfindlicher
  228. 8:18geworden. Das heißt, die Schlüssel
  229. 8:20passen nicht mehr richtig und es werden
  230. 8:22mehr Schlüssel benötigt. Die Fett und
  231. 8:24Muskelzellen können also ohne
  232. 8:26ausreichend Insulin die Glucose aus dem
  233. 8:28Blut nicht mehr aufnehmen. Die Glucose
  234. 8:31verbleibt im Blut und der
  235. 8:32Blutzuckerspiegel von Betroffenen steigt
  236. 8:34immer weiter an.
  237. 8:37Warum ist der Blutzuckerspiegel für den
  238. 8:39Menschen so wichtig? Der
  239. 8:41Blutzuckerspiegel ist für den Menschen
  240. 8:43essentiell, da Glucose die Hauptquelle
  241. 8:45der Energie für unsere Zellen, Organe
  242. 8:48und vor allem das Gehirn ist. Sowohl zu
  243. 8:51hohe als auch zu niedrige
  244. 8:52Blutzuckerwerte sind schädlich. Die
  245. 8:54Blutzuckerwerte eines Menschen schwanken
  246. 8:56über den Tagesverlauf.
  247. 8:58Nach der Aufnahme von Kohlenhydraten
  248. 9:00steigt der Blutzucker. Wie stark und
  249. 9:03schnell der Blutzuckerwert ansteigt, ist
  250. 9:05dabei abhängig, welche Form von
  251. 9:07Kohlenhydraten der Mensch zu sich nimmt.
  252. 9:10Bei gesunden Menschen sorgt die
  253. 9:11Bauchspeicheldrüse nach dem Anstieg für
  254. 9:13die Insulinausschüttung, wodurch Glucose
  255. 9:16in die Zellen gelangt und der Blutzucker
  256. 9:18wieder sinkt. Um zu überprüfen, ob die
  257. 9:20Blutzuckerregulation des Körpers
  258. 9:22funktioniert, ist insbesondere der
  259. 9:24nüchtern Blutzuckerspiegel wichtig.
  260. 9:27Mindestens 8 Stunden nach der letzten
  261. 9:29Mahlzeit, beispielsweise am Morgen vor
  262. 9:31dem Frühstück. Ein normaler Wert liegt
  263. 9:34zwischen 70 bis 99 mg Glucose pro
  264. 9:37Deziliter Blutplasma. International wird
  265. 9:40der Blutzuckerwert oft in Millimol pro
  266. 9:43Liter angegeben. In diesem Fall musst du
  267. 9:45den Wert umrechnen, indem du ihn durch
  268. 9:47die Zahl 18 teilst. Ein zu niedriger
  269. 9:50Blutzuckerspiegel wird auch als
  270. 9:52Hypoglykchemie oder umgangssprachlich
  271. 9:54als Unterzuckerung bezeichnet und tritt
  272. 9:56bei Werten von unter 55 mg Glucose pro
  273. 10:00Dezyliter Blutplasma auf, wobei
  274. 10:02individuell bereits Symptome bei unter
  275. 10:0470 mg auftreten können. Die Hypoglyukäie
  276. 10:07ist ein medizinischer Notfall, da das
  277. 10:09Gehirn dann nicht ausreichend mit
  278. 10:11Energie versorgt wird. Es ist also
  279. 10:13wichtig, dass stets genügend Glucose im
  280. 10:16Blut vorhanden ist.
  281. 10:18Im Gegensatz dazu bezeichnet man eine
  282. 10:20chronische Erhöhung des
  283. 10:21Blutzuckerspiegels als Hyperglykchemie,
  284. 10:24welche bei nüchternen Werten von über
  285. 10:26126 mg auftritt. Dies deutet auf eine
  286. 10:30gestörte Insulinregulation hin, wie sie
  287. 10:32bei Diabetes Melitus vorkommt. Der
  288. 10:35Blutzuckerspiegel fällt also bei einer
  289. 10:37Hyperglykemie im nüchternen Zustand
  290. 10:39nicht wie erwartet in den normalen
  291. 10:41Bereich ab und es befindet sich
  292. 10:42dauerhaft zu viel Glucose im Blut, da
  293. 10:45diese nicht mehr ausreichend in die
  294. 10:46Muskel und Fettzellen gelangen kann. Was
  295. 10:50sind die typischen Symptome bei Diabetes
  296. 10:52Melitus?
  297. 10:54Die zentralen Merkmale von
  298. 10:55Diabetesmelitus sind die Hyperglykchemie
  299. 10:58und die erniedrigte intrazelluläre
  300. 11:00Blutzuckerverfügbarkeit.
  301. 11:02Dies führt zu zahlreichen Symptomen.
  302. 11:05Glucosorie und Polyorie. Der Körper
  303. 11:09versucht den erhöhten Glucosegehalt im
  304. 11:11Blut zu regulieren, indem er Glucose
  305. 11:13bzw. Zucker mit dem Urin ausscheidet.
  306. 11:16Der Fachbegriff Glucosorie und Polyorie.
  307. 11:20Das heißt, die Menge der Urinausschah
  308. 11:24auf über 3 l am Tag. Wir erinnern uns an
  309. 11:27die Namensherkunft Diabetesmelitus für
  310. 11:29honig süßer Durchfluss, welches genau
  311. 11:32diese beiden Symptome beinhaltet.
  312. 11:35Poldypsie und Dehydratation.
  313. 11:37Durch die vermehrte Ausscheidung von
  314. 11:39Urin verlieren die Betroffenen viel
  315. 11:41Flüssigkeit. Dadurch entwickelt sich ein
  316. 11:43starkes Durstgefühl als Fachbegriff
  317. 11:46Polypsie. Obwohl Betroffene übermäßig
  318. 11:49viel und häufig trinken, verliert der
  319. 11:52Körper mehr Flüssigkeit, als er
  320. 11:53aufnimmt, was im Fachbegriff
  321. 11:55Dehydratation bedeutet.
  322. 11:58Gleichzeitig gelangt zu wenig Glucose in
  323. 12:00die Zellen. Dadurch entstehen Symptome
  324. 12:02wie Müdigkeit und Schwäche. Dies kann
  325. 12:06sich beispielsweise in Leistungsverlust,
  326. 12:08Konzentrations und Sprachstörung oder
  327. 12:10auch in Bewusstseinsstörung zeigen.
  328. 12:13Gewichtsverlust. Da der Körper zu wenig
  329. 12:15Glucose zur Verfügung hat, verbraucht
  330. 12:17der andere Energiereserven aus Fett und
  331. 12:20Muskelgewebe. Obwohl sie ausreichend
  332. 12:22Nahrung zu sich nehmen, verlieren
  333. 12:24Betroffene daher häufig rasch an
  334. 12:26Gewicht.
  335. 12:27Was passiert, wenn Diabetesmelitus
  336. 12:29unzureichend behandelt wird? Wird ein
  337. 12:32Diabetesmelitus nicht erkannt oder
  338. 12:35unzureichend behandelt, können
  339. 12:36Langzeitschäden und Folgeerkrankung
  340. 12:38entstehen. Besteht über längere Zeit
  341. 12:41eine Hyperglykämie, werden durch den
  342. 12:43vermehrten Glucosegehalt im Blut,
  343. 12:45Organe, Gefäße und Nerven des Körpers
  344. 12:47geschädigt. Insbesonderen Unterschenkel
  345. 12:50und Füßen können Wundheilungsstörung
  346. 12:52oder Sensibilitätsstörung durch
  347. 12:53geschädigte Gefäße auftreten. Es kann
  348. 12:56dadurch zu zahlreichen Folgeerkrankung
  349. 12:58und Komplikationen im gesamten Körper
  350. 13:00wie vermehrten Infektionen,
  351. 13:02Nierenschäden, Arteriosklerose oder
  352. 13:05schweren Augenschäden mit der Blindung
  353. 13:07kommen. Neben den Langzeitschäden können
  354. 13:09auch akute Komplikationen durch eine
  355. 13:11Stoffwechselentgleisung entstehen. Wenn
  356. 13:13der Blutzuckerspiegel unkontrolliert
  357. 13:15weiter ansteigt, kann es zu einer
  358. 13:17Stoffwechselgleisung kommen. Das heißt,
  359. 13:19der Stoffwechsel des Körpers gerät aus
  360. 13:21dem Gleichgewicht und kann dies nicht
  361. 13:23mehr kompensieren, was im schlimmsten
  362. 13:25Fall zu einem diabetischen Koma führt.
  363. 13:28Wie kann Diabetesmelitus behandelt
  364. 13:30werden? Der Therapieansatz hängt sehr
  365. 13:33von der Ursache, also dem Typ, des
  366. 13:35Diabetes ab. Schauen wir uns zunächst
  367. 13:37Diabetesmelitus Typ 1 an, bei dem es zum
  368. 13:40absoluten Insulinmangel kommt. Was ist
  369. 13:44Diabetes Melitus Typ 1? Wir haben
  370. 13:47bereits gelernt, dass das wichtige
  371. 13:48Hormon Insulin in der Bauchspeicheldrüse
  372. 13:51gebildet und ausgeschüttet wird, genauer
  373. 13:54in den Betaellen der Bauchspeicheldrüse.
  374. 13:57Diabetestyp 1 entsteht, wenn diese
  375. 13:59insulinproduzierenden Betaellen zerstört
  376. 14:01werden. Es gilt als Autoimmunerkrankung.
  377. 14:05Dies ist eine Art Fehlfunktion unseres
  378. 14:07Immunsystems, bei dem körpereigene
  379. 14:09Zellen vom Immunsystem als schädlich
  380. 14:11eingestuft und folglich bekämpft bzw.
  381. 14:14zerstört werden. Infolge kann die
  382. 14:17Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr
  383. 14:19bilden und es kommt zum absoluten
  384. 14:21Insulinmangel.
  385. 14:23Dabei ist es wissenschaftlich nicht
  386. 14:24geklärt, warum die Zerstörung der
  387. 14:26Betazellen genau ausgelöst wird. Eine
  388. 14:29Kombination verschiedener Faktoren wie
  389. 14:31Umweltfaktoren beispielsweise
  390. 14:33Virusinfekte sowie im geringen Maße auch
  391. 14:36eine erbliche Veranlagung erhöhen das
  392. 14:38Risiko an Diabetes Melitus Typ 1 zu
  393. 14:40erkranken. Da sich das Immunsystem in
  394. 14:43jungen Jahren am stärksten entwickelt,
  395. 14:45tritt Typ 1 häufig schon früh im Leben
  396. 14:48auf. oftmals schon im Kindes oder
  397. 14:50Jugendalter, seltener bei Erwachsenen.
  398. 14:53Durch den absoluten Insulinmangel kann
  399. 14:55es zu einem schnellen Fortschreiten der
  400. 14:57Erkrankung innerhalb von Tagen bis
  401. 14:59Wochen mit stark ausgeprägten Symptomen
  402. 15:01kommen und es besteht ein hohes Risiko
  403. 15:04der Stoffwechselentgleisung in Form des
  404. 15:06ketoazidotischen Komas.
  405. 15:09Um die Diagnose zu sichern, kann neben
  406. 15:11den sichtbaren Symptomen durch
  407. 15:13verschiedene Untersuchungen die
  408. 15:14Stoffwechsellage eines Menschen
  409. 15:15untersucht werden, um Hinweise zu
  410. 15:17finden. Hier eignen sich
  411. 15:19Blutuntersuchung wie Blutzuckermessung
  412. 15:22zum Nachweis einer Hyperglykämie, der
  413. 15:24Nachweis von Autoantikörpern, welche für
  414. 15:26die Zerstörung der Betazellen
  415. 15:28verantwortlich sind, oder die Messung
  416. 15:30des sogenannten C-peptids, welches bei
  417. 15:32der Produktion von Insulin entsteht und
  418. 15:35so Rückschlüsse darüber gibt, wie viel
  419. 15:36Insulin der Körper produziert, sowie
  420. 15:39Urinuntersuchung auf Glucosegehalt oder
  421. 15:42Ketonkörper, welche beim Abbau von Fett
  422. 15:45entstehen. Zur Therapie und Behandlung
  423. 15:48Diabetes Melitus Typ 1 ist eine
  424. 15:50chronische und aktuell nicht heilbare
  425. 15:52Stoffwechselerkrankung.
  426. 15:53Die Zerstörung der Betazellen der
  427. 15:55Bauchspeicheldrüse kann nicht mehr
  428. 15:57rückgängig gemacht werden. Somit sind
  429. 15:59Betroffene ein Leben lang darauf
  430. 16:01angewiesen, ihre Stoffwechsellage zu
  431. 16:03kontrollieren und Insulin von außen
  432. 16:05zuzuführen mit dem Ziel, den
  433. 16:07Blutzuckerwert stets im normalen Bereich
  434. 16:09zu halten, um lebensbedrohliche
  435. 16:11Komplikationen und Folgeerkrankung zu
  436. 16:14vermeiden. Da dies eine schwierige
  437. 16:16Aufgabe ist, gibt es sogenannte Diseas
  438. 16:18Management Programme, in denen
  439. 16:20Betroffene professionelle Beratung
  440. 16:22erhalten und lernen mit der Erkrankung
  441. 16:24zu leben und Komplikationen frühzeitig
  442. 16:26wahrzunehmen. Wichtige Bausteine der
  443. 16:29Therapie sind die regelmäßige
  444. 16:31Blutzuckerkontrolle.
  445. 16:33Der Blutzuckerspiegel muß regelmäßig
  446. 16:35überprüft und gegebenfalls angepasst
  447. 16:38werden. Aufgrund der häufigen
  448. 16:39Blutzuckermessung haben viele betroffene
  449. 16:41Menschen mit Typ 1 Sensor zur
  450. 16:43Blutzuckerspiegelmessung im Oberarm,
  451. 16:46welcher insbesondere Alarm schlägt,
  452. 16:47falls der Blutzuckerspiegel zu stark
  453. 16:49abfällt und eine Hypoglykemie droht.
  454. 16:52Insulintherapie.
  455. 16:54Da die Regulation mittels Insulin über
  456. 16:56die Bauchspeicheldrüse nicht mehr
  457. 16:58funktioniert und dem Körper kein Insulin
  458. 17:00mehr zur Verfügung steht, kann der
  459. 17:01Blutzuckerspiegel nach ärztlicher
  460. 17:03Bewertung und Anordnung über Zufuhr von
  461. 17:05Insulin von außen reguliert werden. Die
  462. 17:08Injektion des benötigten Insulins
  463. 17:10geschieht über sogenannte Insulinpens
  464. 17:12durch eine subkutane Injektion oder wird
  465. 17:15automatisch durch Insulinpumpen am
  466. 17:17Körper übernommen. Eine Insulintherapie
  467. 17:20ist schwierig, da der Blutzuckerspiegel
  468. 17:22und die benötigte Menge und Art des
  469. 17:24Insulins von der Ernährung und Aktivität
  470. 17:26eines Menschen abhängen. Durch eine
  471. 17:29falsch angepasste Insulintherapie kann
  472. 17:31der Blutzuckerspiegel zu stark abfallen
  473. 17:33und es besteht das Risiko einer
  474. 17:35Hypoglykemie. Deshalb ist bei Symptomen
  475. 17:37von Menschen mit Insulintherapie zuerst
  476. 17:40an die Möglichkeit einer Hypoglykemie zu
  477. 17:42denken und diese ist unbedingt zu
  478. 17:44vermeiden.
  479. 17:46Angepasste Ernährung. Welche Nahrung wir
  480. 17:49zu uns nehmen, hat einen großen Einfluss
  481. 17:51auf unseren Stoffwechsel und den
  482. 17:52Glucosegehalt im Blut. Hier ist
  483. 17:54insbesondere die Menge und die Art der
  484. 17:56Kohlenhydrate in der Nahrung wichtig, da
  485. 17:59der Körper diese unterschiedlich schnell
  486. 18:00in Glucose aufspaltet.
  487. 18:03Betroffene Menschen benötigen eine
  488. 18:05spezielle Ernährungsberatung, in der sie
  489. 18:07lernen, wie unsere Ernährung sich auf
  490. 18:08den Blutzuckerspiegel auswirkt. Im
  491. 18:11sogenannten gllykämischen Index bzw. der
  492. 18:14gllyukäischen Last wird bestimmt, wie
  493. 18:17stark und schnell ein kohlenhydratiges
  494. 18:19Lebensmittel den Blutzuckerspiegel
  495. 18:20ansteigen lässt. Ein ähnliches System
  496. 18:23die Auswirkung von Kohlenhydraten auf
  497. 18:25unseren Blutzuckerspiegel zu bestimmen,
  498. 18:27sind die Broteinheiten. Durch eine
  499. 18:29bewusste Ernährung und Erfahrung können
  500. 18:31Betroffene sich ihren Insulinbedarf
  501. 18:33durch die Ernährung so ungefähr
  502. 18:35ausrechnen.
  503. 18:37Angepasste körperliche Aktivität.
  504. 18:40Sport und Bewegung sind gesund. Jedoch
  505. 18:42sollten Aktivitäten gut eingeplant und
  506. 18:44bei der Insulintherapie stets
  507. 18:46berücksichtigt werden. Durch Aktivitäten
  508. 18:48wie Bewegung, Sport oder körperliche
  509. 18:51Anstrengung werden unsere Körperzellen
  510. 18:53empfindlicher für Insulin und folglich
  511. 18:55benötigen wir in diesem Fall weniger
  512. 18:57davon. Riskante Sportarten wie Klettern
  513. 19:00können eventuell nicht durchgeführt
  514. 19:02werden, wenn das Risiko einer
  515. 19:03Hypoglykämie und Bewusstseinseintrübung
  516. 19:06besteht. Betroffene sollten im Alltag
  517. 19:09daer stets zuckerhaltige Nahrung oder
  518. 19:11Notfallmedikamente wie Gluagoninjektion
  519. 19:14bei sich tragen, um eine Hypoglykämie
  520. 19:16rasch behandeln zu können. Damit haben
  521. 19:19wir das Krankheitsbild Diabetesmelitus
  522. 19:21Typ 1 abgeschlossen und gelernt, dass
  523. 19:24der absolute Insulinmangel durch eine
  524. 19:26Autoimmunerkrankung,
  525. 19:27bei der die eigenen Immunzellen die
  526. 19:29Insulinproduzierenden Betaellen der
  527. 19:31Bauchspeicheldrüse zerstören, ausgelöst
  528. 19:33wird.
  529. 19:34Der Verlauf ist bei diesem Typ eher
  530. 19:36schnell. Sobald die Betaellen zerstört
  531. 19:39sind, steht dem Körper kein Insulin mehr
  532. 19:41zur Verfügung, wodurch es zu einer
  533. 19:43raschen Stoffwechselgleisung kommen
  534. 19:45kann. Durch den absoluten Insulinmangel
  535. 19:47wird eine lebenslange Insulintherapie
  536. 19:49erforderlich. Typ 1 tritt weitaus
  537. 19:52häufiger schon im Kindes oder
  538. 19:53Jugendalter auf.
  539. 19:56Kommen wir nun zum am häufigst
  540. 19:57verbreiteten Diabetesmelitus Typ 2, an
  541. 20:00dem 90 bis 95% aller Betroffenen
  542. 20:03erkrankt sind.
  543. 20:04Was ist Diabetesmelitus Typ 2?
  544. 20:08Kennzeichnend für Typ 2 Diabetes ist
  545. 20:10eine verminderte Insulinempfindlichkeit
  546. 20:12von Fett und Muskelzellen. Die
  547. 20:15Rezeptoren dieser Zellen werden also
  548. 20:17zunehmend resistent gegenüber dem
  549. 20:19Insulin. Das heißt vereinfacht
  550. 20:21ausgedrückt. Das Insulin verliert seine
  551. 20:23Wirkung und es wird mehr Insulin
  552. 20:25benötigt, um die Glucose in die Zellen
  553. 20:27zu bekommen. Um entgegenzuwirken,
  554. 20:30schüttet die Bauchspeicheldrüse zu
  555. 20:31Beginn der Erkrankung noch mehr Insulin
  556. 20:34aus. Im Verlauf erschöpfen sich jedoch
  557. 20:37die Betaellen und die Insulinproduktion
  558. 20:39nimmt ab. Es kommt dann zu einem
  559. 20:41relativen Insulinmangel im Körper.
  560. 20:45Diese Abnutzung der Insulinrezeptoren
  561. 20:47und der Betaellen der Bauchspeicheldrüse
  562. 20:49geschieht überwiegend durch ein
  563. 20:51Überangebot von Glucose, bedingt durch
  564. 20:53ungesunde Ernährung, Übergewicht und
  565. 20:56Bewegungsmangel, aber auch durch eine
  566. 20:58genetische Veranlagung. Diabetes Melitus
  567. 21:01Typ 2 hängt also in erster Linie mit
  568. 21:03einer ungesunden Lebensweise zusammen
  569. 21:05und wird zum metabolischen Syndrom
  570. 21:07gezählt. Dies ist eine Kombination von
  571. 21:10Risikofaktoren, welche häufig zu
  572. 21:12schwerwiegenden
  573. 21:12Herzkreislauferkrankungen führt. Zum
  574. 21:15metabolischen Syndrom zählen ein
  575. 21:17erhöhter Nüchternblutzuckerwert, ein
  576. 21:19erhöhter Bauchumfang, Hypertonie und
  577. 21:22ungesunde Fettwerte im Blut.
  578. 21:25Aufgrund des hohen Einflusses des
  579. 21:27Lebensstils Typ 2 häufiger in
  580. 21:30Industrieländern und meist erst im
  581. 21:32mittleren bis höheren Lebensalter ab 40
  582. 21:34Jahren auf, wobei die Anzahl jüngerer
  583. 21:37Menschen mit Typ 2 Diabetes in den
  584. 21:39letzten Jahren ebenfalls ansteigt.
  585. 21:42Typ 2 verläuft er langsam und
  586. 21:44fortschreitend, da der Stoffwechsel die
  587. 21:46ungesunde Lebensweise zunächst noch
  588. 21:48kompensieren kann, während die Fett und
  589. 21:50Muskelzellen langsam unempfindlicher
  590. 21:52gegenüber dem Insulin werden. Der
  591. 21:55Krankheitsverlauf kann somit über Monate
  592. 21:57bis zum Teil Jahre verlaufen, in denen
  593. 21:59der Blutzuckerspiegel bereits chronisch
  594. 22:01erhöht ist, der Stoffwechsel des Körpers
  595. 22:04dies aber noch ausgleichen kann und
  596. 22:05nicht entgleißt. Dies kann zu vielen
  597. 22:08Folgeerkrankungen führen. Die ersten
  598. 22:11Symptome sind meist noch unauffällig.
  599. 22:13Durch die anhaltende Hyperglykemie kann
  600. 22:15es zu vermehrten Hautinfektionen kommen,
  601. 22:17da ein erhöhter Blutzuckerwert das
  602. 22:19Wachstum von Bakterien und Pilzen
  603. 22:20begünstigt und der natürliche
  604. 22:22Säureschutz der Haut verloren geht.
  605. 22:25Ebenso kann es aufgrund von Austrocknung
  606. 22:27und Nervenschädigung der Schweißdrüsen
  607. 22:29zu einem Juckreiz kommen. Erst im
  608. 22:31fortgeschrittenen Verlauf von Typ 2
  609. 22:33treten die Diabetesmelitussymptome
  610. 22:35wie Glucosorie und Polyorie sowie ein
  611. 22:38unerklärlicher Gewichtsverlust auf.
  612. 22:40Da die Symptome bei Typ 2 erst spät
  613. 22:42auftreten, wird die Erkrankung häufig
  614. 22:45per Zufallsbefund in Routineuntersuchung
  615. 22:47entdeckt.
  616. 22:49Zur Diagnose wird bei Verdacht ein
  617. 22:51Blutzucker Tagesprofil durchgeführt,
  618. 22:54also drei nüchtern Blutzuckermessungen
  619. 22:56am Tag jeweils vor den Mahlzeiten, um
  620. 22:58eine Hyperglykemie nachzuweisen. Weiter
  621. 23:01können in einer Blutuntersuchung der
  622. 23:03sogenannte HBA1C Wert bestimmt werden.
  623. 23:07Dieser Wert gibt Aufschluss über den
  624. 23:09Langzeitblutzwert der letzten zwei
  625. 23:11Monate und in einer Urinuntersuchung
  626. 23:14geschaut werden, ob Glukosorie vorhanden
  627. 23:16ist.
  628. 23:17Bei dem sich eher langsam entwickelnden
  629. 23:19und fortschreitenden Typ 2 Diabetes
  630. 23:22besteht die Krankheit unter Umständen
  631. 23:24schon einen längeren Zeitraum, das heißt
  632. 23:26über Monate oder Jahre, weshalb nach der
  633. 23:28Diagnose auch immer die Gefäße und
  634. 23:30Organe von Betroffenen genau auf
  635. 23:33Folgeschäden durch Hyperglykchämie
  636. 23:34untersucht werden.
  637. 23:37Der Therapieansatz wird individuell für
  638. 23:39jeden einzelnen Menschen gewählt und ist
  639. 23:41abhängig von Alter und den Ressourcen
  640. 23:43der Betroffenen sowie dem
  641. 23:44Krankheitsverlauf.
  642. 23:46Ziel ist es, den Gluosestoffwechsel zu
  643. 23:48fördern und den Blutzuckerspiegel zu
  644. 23:51normalisieren.
  645. 23:52Je nachdem, wie fortgeschritten die
  646. 23:54Erkrankung bereits ist, sind
  647. 23:55unterschiedliche Therapieansätze
  648. 23:57möglich. Wichtige Bausteine der Therapie
  649. 24:00bei Typ 2 sind insbesondere eine
  650. 24:03Anpassung des Lebensstils. Dazu zählen
  651. 24:06eine gesunde Ernährung, weshalb auch
  652. 24:08hier eine Ernährungsberatung sinnvoll
  653. 24:10sein kann, um Überernährung und
  654. 24:12ungesunde Lebensmittel zu vermeiden. Bei
  655. 24:14Übergewicht eine Reduktion des
  656. 24:16Körpergewichts
  657. 24:18sowie ausreichend Bewegung und
  658. 24:19körperliche Aktivität, um die
  659. 24:21Insulinempfindlichkeit der Körperzellen
  660. 24:23wieder zu erhöhen und den Stoffwechsel
  661. 24:25zu unterstützen.
  662. 24:27Da die Bauchspeicheldrüse bei Typ 2 noch
  663. 24:29in der Lage ist, Insulin zu produzieren,
  664. 24:31kann es sein, dass Betroffene hier durch
  665. 24:33einen gesunden Lebensstil nicht zwingend
  666. 24:36auf eine Insulingabe angewiesen sind.
  667. 24:38Dennoch sollte der Blutzuckerspiegel
  668. 24:40regelmäßig kontrolliert werden, um eine
  669. 24:42Hyperglykchemie zu vermeiden. Lässt sich
  670. 24:44der Blutsuckerwert nicht durch
  671. 24:46Lebensstiländerung in einen normalen
  672. 24:47Bereich senken, wird zunächst mit oralen
  673. 24:50Antidiabetiker häufig dem Wirkstoff mit
  674. 24:53Formin versucht, den Blutzuckerspiegel
  675. 24:55zu normalisieren. Erst wenn die oralen
  676. 24:58Antidiabetiker nicht ausreichen, wird
  677. 25:00mit einer Insulintherapie begonnen. Die
  678. 25:02Insulintherapie, welche bei Typ 1
  679. 25:04zwingt, erforderlich ist, ist bei Typ 2
  680. 25:06also das letzte Mittel der Wahl, da
  681. 25:09diese Gefahr einer lebensbedrohlichen
  682. 25:11Hypoglyukäie, also Unterzuckerung birgt,
  683. 25:14falls zu viel Insulin gegeben wird.
  684. 25:17Damit haben wir auch Diabetes Melitus
  685. 25:19Typ 2 gelernt. Hier ist der
  686. 25:21Krankheitsverlauf eher langsam und
  687. 25:23fortschreitend.
  688. 25:25Die Fett und Muskelzellen werden
  689. 25:26zunehmend unempfindlicher gegenüber dem
  690. 25:28Insulin. In der weiteren Folge kommt es
  691. 25:31zum relativen Insulinmangel.
  692. 25:33Diabetesmelitus Typ 1 und Typ 2 sind die
  693. 25:36beiden für die Pflegepraxis wichtigsten
  694. 25:38Formen, welche du unbedingt kennen
  695. 25:40solltest.
  696. 25:41Der Vollständigkeit halber möchten wir
  697. 25:43kurz die zwei weiteren Formen von
  698. 25:45Diabetesmelitus erwähnen. Eine spezielle
  699. 25:48Form ist der Typ 4, auch Gestations bzw.
  700. 25:51Schwangerschaftsdiabetes genannt. Dieser
  701. 25:54Typ tritt bei ca. 5% aller Frauen in der
  702. 25:57Schwangerschaft in Deutschland auf.
  703. 25:58Ähnlich dem Typ 2 verringert sich die
  704. 26:00Insulinempfindlichkeit von Muskel und
  705. 26:02Fettzellen, jedoch ausgelöst durch die
  706. 26:04veränderte Hormonlage während der
  707. 26:06Schwangerschaft.
  708. 26:08Obwohl Typ 4 Diabetes nach der
  709. 26:09Schwangerschaft meist wieder
  710. 26:10verschwindet, zeigen Mütter, die
  711. 26:12zeitweise ein Gestationsdiabetes hatten,
  712. 26:15ein erhöhtes Risiko im Laufe ihres
  713. 26:17Lebens an einem Typ 2 Diabetes zu
  714. 26:19erkranken. Für seltene Formen des
  715. 26:21Diabetes Melitus, welchem keinem anderen
  716. 26:23Typ zugeordnet werden können, gibt es
  717. 26:25den Typ 3. Dieser Typ betrifft weniger
  718. 26:28als 5% der an Diabetesmelitus erkrankten
  719. 26:30Menschen in Deutschland. Die Ursachen
  720. 26:32können hier unterschiedlich sein.
  721. 26:34Beispielsweise können durch Erkrankung
  722. 26:36der Bauchspeicheldrüse, des
  723. 26:38Hormonsystems oder als unerwünschte
  724. 26:40Medikamentennebenwirkung,
  725. 26:41Störung des Glucosestoffwechsels
  726. 26:43verursacht werden. Damit kennst du jetzt
  727. 26:46das Krankheitsbild Diabetes Melitus.
  728. 26:49Alle Typen haben gemeinsam, dass es zu
  729. 26:51einer Störung des Glucosestoffwechsels
  730. 26:53kommt, was sich in einer Hyperglykemie
  731. 26:55zeigt.
  732. 26:58Wir von Pflegerelvant bedanken uns für
  733. 27:00deine Aufmerksamkeit und wünschen dir
  734. 27:01noch ganz viel Erfolg und Freude beim
  735. 27:03Lernen. Wenn du uns unterstützen
  736. 27:05möchtest, lass uns gerne ein Abo da. Bis
  737. 27:08zum nächsten Mal. Mögen Pflege und
  738. 27:10Sonnenschein stets mit dir sein.

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