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Deutsch lernen (B1): Ganzer Film auf Deutsch - "Nicos Weg" | Deutsch lernen mit Videos | Untertitel — Transcript

by Deutsch lernen mit der DW · 14,582 words · 2,152 segments · language de-DE · Watch on YouTube

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  1. 0:06– Sie können eine Ausbildung beginnen oder studieren.
  2. 0:09Ohne gute bis sehr gute Deutschkenntnisse geht das nicht.
  3. 0:13– Aber so wie ich das sehe, haben Sie schon viel Deutsch gelernt.
  4. 0:19Herr González?
  5. 0:20– Hm ... ’tschuldigung,
  6. 0:24könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen?
  7. 0:26– Ich habe gesagt, dass Sie für viele Ausbildungsberufe oder ein Studium
  8. 0:30gute bis sehr gute Deutschkenntnisse brauchen.
  9. 0:33– Ich hab gerade mit B1-Niveau angefangen.
  10. 0:35– Das klingt gut. – Mhm.
  11. 0:36– Haben Sie die A2-Prüfung gemacht?
  12. 0:39– [Nein.] Aber ich hab einen A2-Kurs gemacht.
  13. 0:42– Ich bin mir sicher, dass Sie das können.
  14. 0:44Aber ich bin mir auch sicher, dass die meisten Betriebe
  15. 0:47einen Nachweis über Ihre Deutschkenntnisse verlangen.
  16. 0:50Dafür müssen Sie eine Sprachprüfung machen.
  17. 0:53– Okay, dann mach ich diese Sprachprüfung.
  18. 0:55Und dann kann ich eine Ausbildung machen?
  19. 0:57– Mal sehen.
  20. 0:58Welchen Beruf möchten Sie denn lernen?
  21. 1:01– Ich bin mir nicht sicher.
  22. 1:02– Sie sind sich unsicher? – Mhm.
  23. 1:04Gibt es eine Schauspiel-Ausbildung?
  24. 1:07– Sie können in Deutschland eine Schauspielschule besuchen.
  25. 1:10Aber da gibt es eine sehr schwere Aufnahmeprüfung.
  26. 1:13Niemand kann Ihnen garantieren, dass Sie nach der Ausbildung
  27. 1:16auch als Schauspieler arbeiten können.
  28. 1:18Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für Schauspieler sehr schwierig.
  29. 1:22– Hab ich schon gehört, ja.
  30. 1:24– Sie können es natürlich versuchen.
  31. 1:26Haben Sie denn vielleicht noch andere Interessen?
  32. 1:28Oder gibt es etwas, das Sie sehr gut können?
  33. 1:31– Ja! Ich kann Fahrräder und Mopeds reparieren.
  34. 1:39– Wie lange lernen Sie schon Deutsch?
  35. 1:41– Ich lerne seit ein Jahre Deutsch.
  36. 1:43– Seit einem Jahr.
  37. 1:45– Richtig. Ich weiß, dass man das so sagt, aber …
  38. 1:49– Sprechen Sie auch andere Sprachen?
  39. 1:51– Ich spreche Arabisch und Armenisch.
  40. 1:53– Sie sprechen Armenisch?
  41. 1:55– Meine Mutter ist zweisprachig aufgewachsen.
  42. 1:58– Wow.
  43. 1:59– Das ist bei uns normal.
  44. 2:02– Sprechen Sie auch Englisch?
  45. 2:04– Ich habe schon [einen] Kurs besucht in Syrien.
  46. 2:07Aber leider spreche ich nicht so gut Englisch.
  47. 2:10Ich weiß aber, dass Englisch [eine] wichtige Sprache ist.
  48. 2:14– Welche Sprachen lernt ihr denn in der Schule?
  49. 2:17– Bei uns lernt man Englisch und Französisch in der Schule.
  50. 2:20– Du sprichst Französisch?
  51. 2:22– Leider sprech ich nur ein bisschen Französisch.
  52. 2:25Aber ich kann ganz gut Englisch sprechen.
  53. 2:27– Verstehe.
  54. 2:28Ich bin mir sicher, dass du die B2-Sprachprüfung bestehst.
  55. 2:32– Echt? – Echt.
  56. 2:33– Ich möchte auf jeden Fall studieren!
  57. 2:36– Ich finde auch, dass du studieren solltest. Du schaffst das!
  58. 2:39Für welches Studienfach interessierst du dich?
  59. 2:41– Ich weiß nicht.
  60. 2:42Vielleicht studier ich …
  61. 2:45Medizin oder ich werde Lehrerin, wie du.
  62. 2:49– Ja, du hast ja noch ein bisschen Zeit.
  63. 2:52Wir sehen uns morgen?
  64. 2:53– Ja!
  65. 2:54Danke, Lisa, für deine Hilfe.
  66. 2:57– Das mach ich doch gern.
  67. 3:01– Frau Brunner, vielen Dank für Ihre Hilfe!
  68. 3:04– Gern.
  69. 3:05Ich finde, dass Selma erstaunliche Fortschritte macht.
  70. 3:08– Sie ist intelligent. Wir sind sehr stolz auf sie.
  71. 3:11– Was ist eigentlich mit Ihnen?
  72. 3:14– Mit mir?
  73. 3:15– Ja. Sie haben doch einen neuen Job.
  74. 3:16Gefällt Ihnen die Arbeit?
  75. 3:17– Ach so.
  76. 3:19Na ja.
  77. 3:20Der Unterschied zu meiner Arbeit als Arzt ist sehr groß.
  78. 3:23Aber ich habe Arbeit.
  79. 3:26Und das ist am wichtigsten.
  80. 3:27– Wissen Sie denn schon, wann Ihre Sprachprüfung ist?
  81. 3:30Die ist schon bald, oder?
  82. 3:32– Ja.
  83. 3:33In ein paar Wochen.
  84. 3:36Das Datum aber hab ich jetzt nicht im Kopf.
  85. 3:39– Ja, das ist ja auch nicht so wichtig.
  86. 3:41Sind Sie denn gut vorbereitet?
  87. 3:43– Na ja.
  88. 3:45Ich habe nur wenig Zeit zum Lernen,
  89. 3:48und ich kenne auch nicht viele Deutsche.
  90. 3:51Ich spreche die Sprache viel zu selten.
  91. 3:54Ich kann wirklich nicht sagen, ob ich es schaffe.
  92. 3:57Aber ich hoffe es.
  93. 3:58– Ach, Sie sprechen doch schon sehr gut Deutsch!
  94. 4:03Herr Al-Pascha,
  95. 4:06ich möchte wissen, ob es möglich ist,
  96. 4:08dass wir Selmas Sprachunterricht ab jetzt wieder bei mir machen.
  97. 4:14– Es tut mir sehr leid,
  98. 4:16aber das ist nicht möglich.
  99. 4:19Selma hat uns angelogen.
  100. 4:21Wir können ihr nicht mehr vertrauen.
  101. 4:23– Ja, ich meine nur …
  102. 4:26Gibt es nicht irgendeine Lösung?
  103. 4:28Hier geht es um Selmas Zukunft.
  104. 4:31– Das ist Sache der Familie.
  105. 4:35– Okay.
  106. 5:05– Hey!
  107. 5:07– Nico! Was machst du hier?
  108. 5:09– Ich bin hier, weil ich dich sehen will.
  109. 5:12– Wie war dein Termin bei der Agentur für Arbeit?
  110. 5:14– Sehr gut. Ich werde eine Ausbildung zum
  111. 5:20– wie ist das Wort? – Zweiradmechatroniker machen.
  112. 5:23Ich werde eine Ausbildung zum Zweiradmechatroniker machen.
  113. 5:26– Was ist das?
  114. 5:27– Ich arbeite in einer Werkstatt und muss da Fahrräder und Motorräder reparieren.
  115. 5:31– Also alles mit zwei Rädern?
  116. 5:33– Ja. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
  117. 5:35– Das klingt super.
  118. 5:36– Ja. Find ich auch, denn ich muss endlich Geld verdienen.
  119. 5:41– Geht das?
  120. 5:43– Zuerst muss ich eine Sprachprüfung bestehen
  121. 5:45und dann kann ich die Ausbildung beginnen.
  122. 5:47– Das schaffst du, Nico. Jetzt sei doch mal optimistisch!
  123. 5:51So schwer ist die Prüfung auch nicht.
  124. 5:53Du musst dich gut darauf vorbereiten.
  125. 5:55– Ja, ich weiß. Und was ist mit dir?
  126. 6:00– Ich möchte studieren, aber ich weiß noch nicht so genau, was.
  127. 6:02Es gibt so viele Studienfächer!
  128. 6:05Aber im Moment brauch ich vor allen Dingen einen Job.
  129. 6:07– Und suchst du schon?
  130. 6:09– Ich kann schlecht einen Job suchen, wenn ich immer zu Hause bleiben muss.
  131. 6:12– Es geht um deine Zukunft!
  132. 6:14– Komisch. Das sagen meine Eltern auch immer.
  133. 6:18Ich muss wieder nach oben.
  134. 6:26– Bis bald!
  135. 6:40– Hast du kurz Zeit?
  136. 6:42– Ja.
  137. 6:43– Hey!
  138. 6:44– Hey!
  139. 6:46Es gibt Neuigkeiten! Wir haben einen Investor!
  140. 6:50– Yes!
  141. 6:52– Was? Einfach so?
  142. 6:55– Nicht ganz. Er gibt uns vier Wochen Zeit.
  143. 6:57Das heißt, wir müssen den Lieferservice in einem Monat starten.
  144. 7:00– In einem Monat? Wozu soll das denn gut sein?
  145. 7:03– Na ja, er will sehen, dass wir es wirklich ernst meinen.
  146. 7:06– Wir meinen es ernst! Deshalb brauchen wir auch mehr Zeit zum Planen und so.
  147. 7:10Das schaffen wir nie im Leben in vier Wochen!
  148. 7:12– Wozu brauchen wir am meisten Zeit?
  149. 7:15– Na ja, wir brauchen bestimmt viel Zeit zum Ausbauen der Küche.
  150. 7:18Das dauert mindestens drei bis vier Wochen – wenn es gut läuft.
  151. 7:23– Außerdem brauchen wir noch ... ein paar Wochen, um neues Personal einzustellen.
  152. 7:27Das geht auch nicht so einfach. Die müssen ja auch noch eingearbeitet werden.
  153. 7:32– Und du? Was musst du noch machen?
  154. 7:33– Ich erstelle die App und die Webseite und überarbeite den Businessplan.
  155. 7:37Aber das geht relativ schnell.
  156. 7:39– Das wird stressig. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen.
  157. 7:43Die Arbeit im Restaurant ist ja auch noch da. Wir können ja nicht einfach schließen.
  158. 7:46– Können wir den Termin nicht verschieben?
  159. 7:48– Nein. Und es gibt noch eine Bedingung …
  160. 8:01– Ich habe meinen Terminplan verlegt. Hast du ihn gesehen?
  161. 8:05– Nein.
  162. 8:06– Verdammt!
  163. 8:08Egal! Ich kann weitersuchen, während ich telefoniere.
  164. 8:20– Achtung!
  165. 8:21Frisch gewischt.
  166. 8:23– Cool!
  167. 8:24– Mhm …
  168. 8:26– Was macht Lisa?
  169. 8:28– Tja. Die macht wieder alles gleichzeitig.
  170. 8:31Die telefoniert, während sie die Sachen zusammenpackt.
  171. 8:34Und es stört mich auch überhaupt nicht, dass sie hier ständig durch das
  172. 8:37frisch gewischte Wohnzimmer rennt, während sie telefoniert.
  173. 8:39– Ach komm schon!
  174. 8:41Du siehst doch, dass Lisa Stress hat.
  175. 8:45– Bist du jetzt wieder auf ihrer Seite?
  176. 8:48– Wir haben uns wieder vertragen, ja.
  177. 8:50Außerdem ist Streit auch ein Stressfaktor, und ich muss mich entspannen.
  178. 8:55– Warum musst du dich entspannen?
  179. 8:56– Darum!
  180. 8:59– Heißt das, du behältst das Baby?
  181. 9:01– Du, Nina, dein Termin beim Frauenarzt, der ist doch um halb vier, oder?
  182. 9:06– Ja. Aber ich kann auch alleine hingehen.
  183. 9:08– Das kommt gar nicht in Frage. Ich hab’s dir doch versprochen.
  184. 9:11Während wir beim Arzt sind, kann ich auch noch ’n bisschen
  185. 9:13auf meinem Laptop arbeiten. Wir sehen uns in der Praxis, ja?
  186. 9:16– Okay.
  187. 9:17– Okay! Tschüss!
  188. 9:21– Sag mal, hast du Toilettenpapier gekauft?
  189. 9:23– Toilettenpapier?
  190. 9:25Das ist … sind Stressfaktoren, überall Stressfaktoren …
  191. 9:35– Hallo! Vielen Dank fürs Kommen!
  192. 9:39– Sehr gerne.
  193. 9:41Ist alles in Ordnung?
  194. 9:43– Ach ja, ich musste bloß rennen, um nicht zu spät zu kommen.
  195. 9:50Ja. Wir beginnen mit dem Unterricht.
  196. 9:53Wir haben heute zwei Gäste hier,
  197. 9:56die mit uns über das Thema Flucht sprechen werden:
  198. 10:00Inge Kohlhaas und Selma Al-Pascha.
  199. 10:06Du, wenn man zu spät kommt, dann sollte man sich wenigstens entschuldigen.
  200. 10:10Schließlich waren alle anderen hier pünktlich da, ja?
  201. 10:12– ’tschuldigung!
  202. 10:15– Also,
  203. 10:16beide Familien mussten aus ihrer Heimat fliehen ...
  204. 10:21Du auch!
  205. 10:22Wenn ich zu spät komme, dann entschuldige ich mich.
  206. 10:26Findest du es in Ordnung,
  207. 10:27dass ich den Unterricht jedes Mal wieder unterbrechen muss?
  208. 10:30Das stört alle.
  209. 10:31– Entschuldigung.
  210. 10:34– Also mir reicht’s langsam, ja?
  211. 10:36Diese ständige Unpünktlichkeit ist absolut inakzeptabel
  212. 10:39und überhaupt kein Grund zum Grinsen.
  213. 10:42Setz dich!
  214. 10:46Können wir jetzt weitermachen?
  215. 10:56– Auf gar keinen Fall!
  216. 10:57– Aber wieso? Dadurch ist das Risiko für euch nicht so hoch.
  217. 11:00– Pepe, ich weiß nicht, ob du uns richtig verstanden hast,
  218. 11:02aber es gibt kein Risiko mehr,
  219. 11:03weil es nämlich keinen Deal mehr gibt.
  220. 11:05– Ich weiß auch nicht, ob das ’ne gute Idee ist.
  221. 11:08Der will für sein Geld 50 Prozent von unserem Geschäft haben!
  222. 11:10Das ist viel zu viel!
  223. 11:11– Das war doch klar, dass der uns nicht einfach so viel Geld gibt.
  224. 11:13– Nein, das war nicht klar.
  225. 11:14Und ich hätte nicht gedacht, dass er euer Geschäftspartner werden will
  226. 11:17und 50 Prozent fordert.
  227. 11:18– Die bekommt er ganz sicher nicht, denn wir brauchen ihn nicht.
  228. 11:21– Ich arbeite jedenfalls nicht umsonst.
  229. 11:22– Das sollst du auch nicht.
  230. 11:24Mir war die ganze Sache sowieso viel zu riskant!
  231. 11:26– Tarek …
  232. 11:27– Was denn?
  233. 11:28Mich wundert, dass du unser Restaurant größer machen willst.
  234. 11:32Bist du unzufrieden?
  235. 11:33– Nein.
  236. 11:34– Max? Was ist der Plan?
  237. 11:41– Es tut mir leid, Pepe. Tarek hat recht.
  238. 11:43Es ist unser Restaurant. Wir wollen keinen Investor.
  239. 11:59– Woher stammt Inges Familie? Was glaubt ihr?
  240. 12:03Na? Wer möchte es versuchen?
  241. 12:05– Ich glaube, dass sie aus Deutschland kommt.
  242. 12:08– Ja … und nein.
  243. 12:11Der Ort, aus dem meine Familie kommt, liegt heute in Polen.
  244. 12:15Aber als meine Eltern dort lebten, lag er noch in Deutschland.
  245. 12:20– Wer kann mir sagen, wann das war?
  246. 12:23– Das war bestimmt vorm Zweiten Weltkrieg.
  247. 12:25– Ganz genau.
  248. 12:26Und als Deutschland den Krieg verloren hat,
  249. 12:29mussten meine Eltern unsere Heimat verlassen.
  250. 12:32Da war ich noch nicht geboren.
  251. 12:34– Gab es damals genauso viele Flüchtlinge wie heute?
  252. 12:36– Ha! Sogar mehr.
  253. 12:38Und die Menschen kamen in ein Land, in dem sehr viel kaputt war.
  254. 12:43Immerhin konnten sie die Sprache verstehen.
  255. 12:45Denn sie haben auch zu Hause Deutsch gesprochen.
  256. 12:48Das war sicher ein großer Vorteil.
  257. 12:51Da hat es deine Familie nicht so leicht.
  258. 12:55– Wo ist Ihre Heimat?
  259. 12:56Hier oder der Ort, aus dem Ihre Familie stammt?
  260. 12:59– Ja, das kleine Dorf, aus dem meine Familie kommt, ist auch ein Teil von mir.
  261. 13:05Ach, meine Mutter hat mir viele Geschichten aus ihrer Jugend und Kindheit dort erzählt.
  262. 13:09Ich bin mit meinen Eltern noch ein paar Mal da gewesen.
  263. 13:12Aber meine Heimat ist hier, in Deutschland.
  264. 13:18– Selma, du hast auch Fotos mitgebracht.
  265. 13:20– Ja. Also, die Fotos zeigen meine Heimatstadt in Syrien.
  266. 13:25Das ist die Straße, in der wir gewohnt haben.
  267. 13:28– Wirklich schön. Wenn ich das sehe, denke ich sofort an Urlaub.
  268. 13:33Während Selma spricht, könnt ihr gerne Notizen machen.
  269. 13:36– Ja, es gab viele Touristen, als noch Frieden war.
  270. 13:39Aber jetzt ist alles anders.
  271. 13:41Viele Häuser und Wohnungen sind zerstört.
  272. 13:43Sehr viele Menschen sind vor dem Krieg geflohen,
  273. 13:46und es kommen natürlich auch schon lange keine Touristen mehr.
  274. 13:49– Willst du wieder zurück? Denkst du oft an deine Heimat?
  275. 13:53– Ich denke sogar sehr oft an meine Heimat.
  276. 13:56Hier ist es auch schön, aber ich möchte gerne wieder zurück nach Hause.
  277. 13:59Aber im Moment ist das nicht möglich.
  278. 14:01Wir versuchen jetzt, hier ein neues Leben zu beginnen.
  279. 14:05– Schicke Krone.
  280. 14:09– Ja, das war mein sechzehnter Geburtstag.
  281. 14:12Daran erinner ich mich gut. Wir haben richtig toll gefeiert.
  282. 14:15Es gab so viel zu essen, dass allen am Abend ganz schlecht war.
  283. 14:19– Ist das Ihre Familie?
  284. 14:22– Ja genau. Das ist meine Familie. Das kleine Mädchen bin ich.
  285. 14:26Das war für mich ein ganz besonderer Tag,
  286. 14:28weil ich das erste Mal mein neues Kleid anhatte.
  287. 14:32Es war etwas Besonderes. Meine Eltern hatten nicht sehr viel Geld damals.
  288. 14:39– Vielen Dank für die tollen Geschichten und die Fotos.
  289. 14:42Das war’s auch schon wieder.
  290. 14:43– Darf ich mit Ihnen und Selma noch ein Foto machen?
  291. 14:46– Klar.
  292. 14:59– Hi, Yara!
  293. 15:01– Schau dir das Fahrrad an, Nico! Wunderschön, oder?
  294. 15:05– Na ja.
  295. 15:06– Als ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich auch so ein Fahrrad.
  296. 15:09Es ist leider irgendwann kaputtgegangen.
  297. 15:12– Ist das nicht auch kaputt?
  298. 15:14– Was? Nein!
  299. 15:15– Na ja, das Fahrrad sieht aus wie Schrott.
  300. 15:18– Er weiß ja nicht, was er da sagt. Schrott!
  301. 15:21– Nein, das weiß er wirklich nicht.
  302. 15:23– Als ich in deinem Alter war, hab ich von diesem „Schrott“ geträumt!
  303. 15:29– Nico, das ist Otto. Er sammelt Fahrräder.
  304. 15:32– Ah, ich sammle viel zu viel. Deshalb verkaufe ich manche Dinge –
  305. 15:36am liebsten an so nette Menschen wie Yara.
  306. 15:40– Hallo, ich bin Nico, der Neffe von Yara. Ich wollte nicht unhöflich sein.
  307. 15:44– Ist schon gut.
  308. 15:46– Was ist denn nun so besonders an diesem Fahrrad?
  309. 15:49– Das ist ein altes Fahrrad aus der Deutschen Demokratischen Republik.
  310. 15:52Seit der Wiedervereinigung gibt es die DDR nicht mehr.
  311. 15:55– Ja, das hab ich in der Schule gelernt.
  312. 15:57– Ja, siehst du? Und dieses Klapprad wurde in der DDR produziert,
  313. 16:02als es das Land noch gab.
  314. 16:04Dieser Typ wird heute gar nicht mehr gebaut.
  315. 16:06– Sagten Sie „Klapprad“?
  316. 16:08– Ja, weil man es zusammenklappen kann. Pass auf!
  317. 16:11– Oh, Vorsicht! Nicht, dass es jetzt noch kaputtgeht!
  318. 16:14Dieses Fahrrad ist ein Stück Geschichte.
  319. 16:16– Ja, so wie ich, wenn ich nicht gleich was esse.
  320. 16:20– Mach’s gut, Otto. Und vielen Dank! Das Fahrrad bedeutet mir viel!
  321. 16:24– Pass gut drauf auf!
  322. 16:26– Tschüss!
  323. 16:30Nico!
  324. 16:31– Stabil ist es nicht. Schrott!
  325. 16:35– Warum werden diese Fahrräder eigentlich nicht mehr gebaut?
  326. 16:38– Die Räder werden nicht mehr gebaut, weil es die Firma nicht mehr gibt.
  327. 16:42Hierher! – Aber diese …
  328. 16:44Klapp… Klappräder waren doch sehr beliebt?
  329. 16:47– Ja, in der DDR. Aber nach der Wende
  330. 16:51wurden viele Firmen in der ehemaligen DDR geschlossen.
  331. 16:54– Was bedeutet „Wende“?
  332. 16:56– So nennt man die Zeit der Wiedervereinigung.
  333. 16:59Das war die Zeit, als aus Ostdeutschland und Westdeutschland ein Land wurde.
  334. 17:03– Okay. Aber warum mussten diese Firmen schließen? Das versteh ich nicht.
  335. 17:08– Ostdeutschland und Westdeutschland waren nicht nur geteilt.
  336. 17:12Es waren zwei total unterschiedliche Länder
  337. 17:14mit völlig verschiedenen politischen Systemen.
  338. 17:17– Und unterschiedlichen Währungen, und die Menschen in der DDR konnten nicht
  339. 17:20so einfach ihre Verwandten oder Freunde im Westen besuchen oder in andere
  340. 17:23westliche Länder reisen, so wie heute. Das weiß ich ja alles.
  341. 17:27– Ja, und irgendwann hatten viele Ostdeutsche genug von der DDR
  342. 17:31und haben für mehr Freiheit demonstriert.
  343. 17:33Und als die Grenze dann endlich weg war,
  344. 17:35da gab es viele Produkte aus der ehemaligen DDR auch nicht mehr.
  345. 17:39– Aber die Produkte waren ja nicht schlecht?
  346. 17:41– Nein. Aber die Menschen wollten eben Veränderung. So!
  347. 17:47Und jetzt bringen wir das Rad mal wieder so richtig auf Vordermann.
  348. 17:58– Zum Wohl!
  349. 17:59– Danke!
  350. 17:59– Wir haben so schon viel zu tun.
  351. 18:01Es war ganz sicher die richtige Entscheidung,
  352. 18:02den Betrieb nicht zu vergrößern.
  353. 18:03– Das denk ich auch.
  354. 18:05Aber wir könnten unser Restaurant trotzdem ein bisschen ... verändern.
  355. 18:09– Denkst du an was Bestimmtes?
  356. 18:11– Na ja.
  357. 18:11Ich finde die Idee mit dem Lieferservice immer noch total gut,
  358. 18:14aber wir sollten nicht an Privatpersonen liefern,
  359. 18:16sondern an Institutionen.
  360. 18:17Zum Beispiel an die Tafel, Kindergärten, Altenheime …
  361. 18:22– Du meinst einen kostenlosen Service mit Zutaten, die übrig bleiben?
  362. 18:26Die Idee ist nicht schlecht.
  363. 18:27– Denk drüber nach!
  364. 18:28Mahlzeit!
  365. 18:30Was darf’s denn sein?
  366. 18:32– Einen griechischen Salat bitte
  367. 18:34und ein Wasser.
  368. 18:35– Sie können wohl keine Pommes mehr sehen, was?
  369. 18:38– Vor allen Dingen kann ich sie bald nicht mehr riechen.
  370. 18:43Dieser …
  371. 18:45Geruch nach Fett …
  372. 18:47ist ziemlich eklig.
  373. 18:50Aber ich möchte mich auch nicht beklagen.
  374. 18:53– Ach bei uns dürfen Sie das.
  375. 18:56– Ich hoffe, dass ich bald wieder als Arzt arbeiten kann.
  376. 18:59– Sie sind Arzt?
  377. 18:59– Ja, in Syrien war ich Arzt.
  378. 19:03Ich bin Urologe.
  379. 19:05Aber hier hab ich noch Probleme mit der Sprache.
  380. 19:08Meine Tochter spricht schon viel besser.
  381. 19:12– Na, da sind Sie bestimmt besonders stolz auf sie.
  382. 19:15– Ja und nein.
  383. 19:17Sie macht mir große Sorgen.
  384. 19:19– Das tun Töchter.
  385. 19:21– Söhne aber auch!
  386. 19:24– Jetzt mal ehrlich, Pepe:
  387. 19:25Wie soll ich dich denn ernst nehmen, wenn du dauernd deine Meinung änderst?
  388. 19:28– Ja, ich weiß,
  389. 19:29ich hab dir vor ein paar Tagen gesagt,
  390. 19:31dass ich dir keine neue Website machen kann. Aber ...
  391. 19:34ich hab nachgedacht, und du hast recht:
  392. 19:36Familie ist das Wichtigste,
  393. 19:37und du gehörst zu meiner Familie.
  394. 19:39Deswegen möchte ich dir helfen.
  395. 19:41– Aha.
  396. 19:42Soll das jetzt heißen, dass du doch eine Website für mich machst?
  397. 19:45– Ja.
  398. 19:46Also natürlich müssen wir noch über den Preis sprechen,
  399. 19:48aber ich mach dir da ’n faires Angebot –
  400. 19:51familienfair sozusagen …
  401. 19:55– Nein!
  402. 19:56– Wie „nein“?
  403. 19:57– Ich meine: nein.
  404. 19:59Das Geschäft mit Max und Tarek ist geplatzt,
  405. 20:02deshalb kommst du jetzt zu mir, oder?
  406. 20:05– Ich brauch den Auftrag, Yara.
  407. 20:09– Warum?
  408. 20:11– Meiner Firma geht es schlecht.
  409. 20:12Ich hab … ich hab finanzielle Probleme.
  410. 20:14Ich hab Schulden, Yara.
  411. 20:16Darum brauch ich die Aufträge.
  412. 20:17– Du hast kein Geld mehr, hm?
  413. 20:21Weißt du, was unsere Eltern immer sagen?
  414. 20:23Nimm dir ein Beispiel an Pepe! Mach es wie er!
  415. 20:25Beende dein Studium und werde so erfolgreich wie Pepe!
  416. 20:27Und du hast kein Geld mehr?
  417. 20:29– Ja, tut mir leid, Nico!
  418. 20:30Ich hab gelogen.
  419. 20:30Ich wollte, dass unsere Eltern stolz auf mich sind.
  420. 20:34– Wahnsinn …
  421. 20:35– Was soll ich denn jetzt machen?
  422. 20:39– Du wirst die Wahrheit sagen.
  423. 20:41Keine Show mehr.
  424. 20:43Keine teuren Autos,
  425. 20:45keine teuren Hotels.
  426. 20:46Das muss alles aufhören.
  427. 20:48Du musst ganz neu anfangen.
  428. 20:51– Ich bekomm aber keine neuen Aufträge,
  429. 20:53wenn die Leute sehen, dass ich kein Geld hab.
  430. 20:55– Du bekommst meine Website.
  431. 20:58Mach was draus.
  432. 21:02– Okay.
  433. 21:09– Hallo! Oh, Entschuldigung! Wartest du schon lange?
  434. 21:14– Na ja. Wir haben noch Zeit. Warmen Tee?
  435. 21:17– Oh, danke schön.
  436. 21:19Ich bin in letzter Zeit ziemlich gestresst, weil einige Kollegen krank sind.
  437. 21:23– Wirklich nur in letzter Zeit? Wie lange willst du das eigentlich noch machen?
  438. 21:28Ich finde, du solltest einfach mal weniger arbeiten.
  439. 21:32Du könntest auch mal Nein sagen. Hm?
  440. 21:34– Mhm.
  441. 21:37– Ja, ich bin heute auch gestresst wegen dem Termin.
  442. 21:40Ich weiß immer noch nicht, ob ich das Kind überhaupt will.
  443. 21:43Sebastian meint, ich muss mich endlich entscheiden.
  444. 21:45– Das stimmt.
  445. 21:47Aber zum hundertsten Mal, Nina: Du schaffst das!
  446. 21:51Du kannst auch … du kannst auch eine Beratung machen. Vielleicht hilft dir das.
  447. 21:55– Okay.
  448. 21:57Aber nur, wenn du einen Yoga-Kurs machst, um etwas gegen deinen Stress zu tun.
  449. 22:00– Nur, wenn du mitkommst.
  450. 22:04– Lisa, du bist auch nur ein Mensch. Vergiss das nicht, ja?
  451. 22:08– Ja.
  452. 22:10Apropos Mensch: Da ist einer in deinem Bauch, der heute untersucht werden soll.
  453. 22:16Oh, das …
  454. 22:18– Ja, ist okay. Lass uns einfach reingehen und dann schauen wir weiter, ja?
  455. 22:21– Ja. Ich … ich wollte nicht …
  456. 22:31– Nico …
  457. 22:45Ich war die letzten Jahre kein guter Bruder.
  458. 22:49Ich … ich war nicht für dich da.
  459. 22:56Ich hab nur an die Firma gedacht.
  460. 22:59Und ... am Anfang lief die auch wirklich gut. Ich … ich hab nicht die ganze Zeit gelogen.
  461. 23:07– Vergiss es!
  462. 23:09Ich will nicht mehr zurückschauen. Was passiert ist, ist passiert.
  463. 23:13– Ja … leider.
  464. 23:17– Jetzt sind wir beide hier und fangen neu an.
  465. 23:21– Mach nur nicht den gleichen Fehler wie ich.
  466. 23:25– Mach dir keine Sorgen.
  467. 23:29Ich helfe meinem Bruder.
  468. 23:33Wir sind eine Familie.
  469. 23:35Wir passen auf uns auf und unterstützen einander.
  470. 23:39– Ja. Und wir geben nicht auf, versprochen?
  471. 23:45Versprich mir das!
  472. 23:49– Versprochen.
  473. 24:01– Das haben Sie geschrieben?
  474. 24:03Das ist super.
  475. 24:05Haben Sie die Bewerbung denn auch abgeschickt?
  476. 24:07– Nein, der Text war nicht für eine bestimmte Bewerbung,
  477. 24:09sondern nur eine Übung in meinem Sprachkurs.
  478. 24:11– Dann wird es Zeit, dass wir die Theorie in die Praxis umsetzen.
  479. 24:15Sie haben jetzt hier eine Aufenthaltserlaubnis.
  480. 24:18Mit dieser Erlaubnis dürfen Sie nicht nur in Deutschland wohnen,
  481. 24:21sondern können hier auch arbeiten oder studieren.
  482. 24:25Sie haben die B1-Prüfung bestanden und wie ich das hier so sehe,
  483. 24:28ist B2 auch für Sie gar kein Problem.
  484. 24:30Haben Sie schon mal über die Möglichkeit nachgedacht, hier zu studieren?
  485. 24:34– Ja, aber …
  486. 24:37– Sie wissen nicht, was Sie studieren möchten?
  487. 24:39– Selma ist sehr gut mit Zahlen.
  488. 24:43– Interessieren Sie sich für ein technisches Fach?
  489. 24:46– Eigentlich macht mir kreative Arbeit mehr Spaß.
  490. 24:49– Nun, es gibt viele Berufe, in denen man nicht nur technisch
  491. 24:52und mathematisch interessiert, sondern auch kreativ sein muss.
  492. 24:56Vielleicht interessieren Sie sich für die Arbeit im Produktdesign
  493. 25:00oder im Social-Media-Bereich.
  494. 25:02Mein Vorschlag:
  495. 25:04Bewerben Sie sich für ein Praktikum in einer Firma.
  496. 25:06Dann sehen Sie, ob Ihnen die Arbeit Spaß macht, okay?
  497. 25:10Ich such Ihnen mal etwas Informationsmaterial raus.
  498. 25:14– Danke, Mama.
  499. 25:17– Bitte schön!
  500. 25:23– Das sind so viele Stellenanzeigen für Praktika.
  501. 25:25Ich kann mich gar nicht entscheiden.
  502. 25:27– Dann entscheide ich. Lies vor!
  503. 25:29– Okay, zum Beispiel hier:
  504. 25:31„Zuverlässige, zielorientierte und flexible Praktikanten im Bereich Grafikdesign.
  505. 25:36Junges, motiviertes Team sucht Verstärkung.
  506. 25:39Du willst Erfahrungen sammeln und hast Interesse an Design?
  507. 25:41Dann schick uns deine Bewerbung an …“ und so weiter.
  508. 25:45– Ich hab nicht alles verstanden.
  509. 25:48– Es ist eine Anzeige für ein Praktikum im Bereich Grafikdesign.
  510. 25:52– Und was macht man da im Praktikum?
  511. 25:55– Ich weiß nicht genau. Aber ich finde, dass sich das gut anhört.
  512. 25:58– Was hast du noch?
  513. 26:00Eine Stellenanzeige von einem Architekturbüro.
  514. 26:03Die suchen auch Praktikanten.
  515. 26:05– Architekt klingt nach einem Beruf, der Spaß macht.
  516. 26:07– Ja, aber ich weiß nicht, ob ich das kann. Hier:
  517. 26:10„Zuverlässige, kreative Praktikantin im ...“
  518. 26:16– Mit wem sprichst du?
  519. 26:18– Ich? Ach so, ich übe nur ein paar Sätze für ein Bewerbungsgespräch.
  520. 26:22– Du schaffst das. Hilfst du mir beim Essen?
  521. 26:25– Ja, ich komm gleich.
  522. 26:31Ich muss Schluss machen.
  523. 26:33– Okay. Du schreibst die Bewerbung für das Architekturbüro!
  524. 26:36– Und du schreibst die Bewerbung für die Schauspielschule!
  525. 26:40– Ich weiß nicht.
  526. 26:40Ich wollte doch die Ausbildung zum Zweirad…
  527. 26:43– Kannst du ja trotzdem. Du sollst es wenigstens versuchen!
  528. 26:47– Okay.
  529. 26:48– Okay. Tschüss!
  530. 26:59– Hey!
  531. 27:00– Huhu!
  532. 27:01– Hey!
  533. 27:03– Ich hab grad mein Auto verkauft.
  534. 27:05– Sehr gut!
  535. 27:07Du kannst mal Nicos Bewerbung für die Schauspielschule lesen.
  536. 27:10Er will’s jetzt doch versuchen.
  537. 27:11– Was? Wozu das denn?
  538. 27:13– Wozu? Du bist gut!
  539. 27:16Es ist wichtig, dass alles korrekt ist.
  540. 27:18– Also!
  541. 27:22Name, Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Geburtsort,
  542. 27:26Nationalität: Spanier. Das ist soweit in Ordnung.
  543. 27:29Hm … Schulausbildung ist hier …
  544. 27:32Sprachkenntnisse, Computerkenntnisse – okay, Interessen und Fähigkeiten …
  545. 27:37Seit wann interessierst du dich denn für modernes Theater?
  546. 27:42Das hast du selbst geschrieben?
  547. 27:43– Ja!
  548. 27:46– Also, der Lebenslauf ist bis auf ein paar kleine Rechtschreibfehler
  549. 27:49so schon in Ordnung.
  550. 27:50Ich würd vorschlagen, wir schauen uns mal dein Motivationsschreiben an.
  551. 27:53– Na los, fangen wir an.
  552. 27:59– Also hier können wir auf jeden Fall noch ’n paar Formulierungen ändern.
  553. 28:05Dein Motivationsschreiben muss überzeugender sein.
  554. 28:07Mach es persönlich.
  555. 28:09Warum willst du auf diese Schule und warum bist du der Richtige dafür?
  556. 28:12Du interessierst dich doch für das Studium, oder?
  557. 28:15– Klar!
  558. 28:17Danke, Pepe. Bis morgen.
  559. 28:19– Gern, bis später.
  560. 28:27Da ist noch was.
  561. 28:31Hier: die Struktur deiner Website.
  562. 28:34Ich hab ’n paar kurze Texte geschrieben und …
  563. 28:36Ist nur ’n erster Entwurf, aber ... schau einfach mal rein.
  564. 28:39– Werd ich machen. Danke.
  565. 28:45– Bis später, Yara.
  566. 28:46– Bis dann.
  567. 28:53– Mein Bruder hat sich total verändert.
  568. 28:56Die letzten Wochen waren ... großartig mit ihm.
  569. 29:02– Apropos großartig:
  570. 29:05Ich hab ein paar gute Tipps für dich,
  571. 29:06damit du gut auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitet bist.
  572. 29:10– Wie meinst du das?
  573. 29:14– Ich hab eine Zusage für das Praktikum!
  574. 29:18– Wirklich? Wow! – Ja!
  575. 29:20– Davon hast du mir gar nix erzählt. Wann war denn das Bewerbungsgespräch?
  576. 29:24– Heute Vormittag.
  577. 29:25Es war gar nicht so schlimm, sondern eigentlich sogar ziemlich angenehm.
  578. 29:29Mit Lisas Hilfe war ich wirklich gut vorbereitet.
  579. 29:31Sie hat mir gesagt, um bei Bewerbungsgesprächen zu überzeugen,
  580. 29:34muss man auf ein paar Sachen achten.
  581. 29:37– Zum Beispiel?
  582. 29:38– Du solltest dich vorher über die Ausbildung und die Schule informieren.
  583. 29:42Das hab ich auch gemacht und deshalb war ich wohl auch gar nicht so aufgeregt
  584. 29:45und habe alle Fragen sofort verstanden!
  585. 29:47– Du bist unglaublich!
  586. 29:49– Sie haben sofort zugesagt.
  587. 29:50Ich muss ihnen nur noch ein paar Dokumente schicken,
  588. 29:52um schnell anfangen zu können.
  589. 29:54– Das müssen wir feiern. Hm?
  590. 29:57– Ich würde gerne, aber …
  591. 29:58ich muss jetzt gehen, damit ich rechtzeitig zu Hause bin.
  592. 30:02– Wieso? Ich dachte, deine Eltern kontrollieren dich nicht mehr so sehr.
  593. 30:05– Ja. Und so soll es jetzt auch bleiben!
  594. 30:10Wir sehen uns!
  595. 30:12– Bis dann!
  596. 30:46– Ich habe ein Problem mit meiner Webseite.
  597. 30:50Ich habe gestern Abend ziemlich lange versucht …
  598. 30:52– Zeig mal her!
  599. 30:57So, bitte!
  600. 31:00– Das hast du mir aber anders gezeigt.
  601. 31:01– Ja, schon okay. Frauen und Technik, das passt eben nicht zusammen.
  602. 31:05Immerhin kannst du Fahrräder reparieren.
  603. 31:07– Entschuldigung?
  604. 31:08– Was? Das war ’n Kompliment.
  605. 31:11– Das soll ein Kompliment gewesen sein?
  606. 31:13Du hast ja keine Ahnung.
  607. 31:15„Frauen und Technik“ – was für ein blödes Klischee!
  608. 31:17– Okay. Aber jetzt konzentrier dich mal wieder auf die Webseite.
  609. 31:20Also, mach es so, wie ich’s dir gezeigt hab.
  610. 31:23Ist eigentlich ganz einfach – sogar für Frauen.
  611. 31:26– Du machst es schon wieder!
  612. 31:27– Was denn?
  613. 31:28– Na, „sogar für Frauen“.
  614. 31:31Es muss aber nicht immer alles ganz einfach sein, damit ich es verstehe.
  615. 31:35Es gibt bestimmt jede Menge Frauen, die besser programmieren können als du!
  616. 31:38– Ja, das kann sein, aber trotzdem gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
  617. 31:42Und ich kenne ziemlich viele Frauen, die eben nicht mit Computern umgehen können.
  618. 31:46– Aha?
  619. 31:47So ein Unsinn!
  620. 31:48– Ja. Ich finde, die meisten Frauen machen irgendwie alles komplizierter, als es ist.
  621. 31:55– Männer auch.
  622. 31:57Ich finde nicht, dass das typisch weiblich ist.
  623. 32:00– Machen wir jetzt weiter mit der Webseite?
  624. 32:03– Ja.
  625. 32:07– Wie wär’s mit Pink?
  626. 32:12– Und bald fahren wir gemeinsam in den Urlaub!
  627. 32:15– Und du glaubst, dass es eine gute Idee ist?
  628. 32:17– Ja, wieso denn nicht?
  629. 32:19Im Gegensatz zu den meisten Männern ist Jacques
  630. 32:22rücksichtsvoll, charmant, humorvoll, romantisch …
  631. 32:27– Was heißt denn „im Gegensatz zu den meisten Männern“?
  632. 32:30– Na, viele Männer sind unsensibel
  633. 32:32und reagieren verständnislos, wenn sie … hey, hey, hey!
  634. 32:35– Es tut mir leid, aber Klischees werden hier nicht bedient.
  635. 32:37– Ihr seid aber heute auch sensibel.
  636. 32:40– Hi!
  637. 32:41– Hallo, Nico!
  638. 32:42– Hi, Nico!
  639. 32:43– Warum haben wir deinen Jacques eigentlich noch nicht gesehen?
  640. 32:45Hast du kein Foto von ihm?
  641. 32:47– Oder sieht er vielleicht gar nicht so gut aus, wie du immer sagst?
  642. 32:49– Jetzt werd bloß nicht frech!
  643. 32:52Jacques ist sehr attraktiv.
  644. 32:54Er ist groß und schlank,
  645. 32:56er hat schöne Augen und … Moment! Hier.
  646. 33:03– Kann ich das bitte noch mal sehen?
  647. 33:07Das ist Otto, der Fahrradhändler von Yara.
  648. 33:09– Wie bitte? Ein Fahrradhändler?
  649. 33:12So ein Quatsch! Das ist Jacques!
  650. 33:15– Ich sag ja nur, dass er so aussieht.
  651. 33:18– Wieso red ich überhaupt mit euch?
  652. 33:20– Weil du uns magst, liebe Inge!
  653. 33:22– Und weil wir immer noch die besten Köche sind, die du kennst.
  654. 33:25– Hm.
  655. 33:29– Hier, guck mal.
  656. 33:30Ich hab einen Fotoauftrag von einer Frauenzeitschrift bekommen.
  657. 33:34– Das sieht eher nach ’ner Männerzeitschrift aus.
  658. 33:38– Findest du das zu …?
  659. 33:40– Ich find’s gut.
  660. 33:41Aber worum geht’s denn?
  661. 33:44– Also,
  662. 33:45das Thema sind Frauen- und Männerberufe.
  663. 33:48Deshalb hab ich diese Frau in der typischen Berufsbekleidung
  664. 33:51eines Bauarbeiters dargestellt.
  665. 33:53– Okay. Also du möchtest Frauen
  666. 33:55in typischen Männerberufen fotografieren
  667. 33:57oder auch
  668. 33:58Männer in typischen Frauenberufen?
  669. 33:59– Beides.
  670. 34:00Es geht um Gleichberechtigung
  671. 34:02und Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen.
  672. 34:05Ja.
  673. 34:06Und ich überlege die ganze Zeit, welche Berufe typische Männerberufe sind.
  674. 34:12– Na ja, die Handwerkerberufe, oder?
  675. 34:15Lackierer,
  676. 34:17Maurer, Klempner,
  677. 34:19Berufskraftfahrer ...
  678. 34:20– LKW-Fahrer hab ich auch schon auf meiner Liste.
  679. 34:24Und bei den typischen Frauenberufen habe ich:
  680. 34:28Friseurin, Erzieherin, Sekretärin
  681. 34:31und Verkäuferin.
  682. 34:33– Es gibt aber auch viele Friseure.
  683. 34:35Ich finde nicht, dass das ’n typischer Frauenberuf ist.
  684. 34:39– Apropos Beruf:
  685. 34:43Wie lange willst du denn eigentlich noch weitermachen?
  686. 34:45– Wegen des Babys?
  687. 34:46– Mhm.
  688. 34:48– Keine Ahnung.
  689. 34:51So lange es geht.
  690. 34:53Ich glaube, das Problem wird eher die Zeit nach der Geburt.
  691. 34:57– Also, das heißt, du …
  692. 35:00du willst das Baby auf jeden Fall behalten?
  693. 35:09– Mitbewohner Nummer fünf!
  694. 35:15– Ist das schön!
  695. 35:25– Hast du das grade gehört?
  696. 35:27– Was denn?
  697. 35:28– Was denn? Na, dass die Chefin mich
  698. 35:30grade beschimpft hat!
  699. 35:31Vor den anderen Kollegen!
  700. 35:34Obwohl ich manchmal Fehler mache, kann sie so nicht mit mir sprechen.
  701. 35:38– Ja, stimmt. Das war respektlos. Aber sie ist die Chefin.
  702. 35:44– Jetzt hör aber auf! Ich sage dir, ich akzeptiere das nicht länger.
  703. 35:48Was fällt der eigentlich ein? Okay, sie ist meine Chefin.
  704. 35:50Trotzdem kann sie doch normal mit mir sprechen.
  705. 35:53Mit Herrn Müller hat es solche Probleme nie gegeben,
  706. 35:56obwohl er der Chef war! Aber diese Frauen!
  707. 36:00– Na ja …
  708. 36:01– Was denn sonst? Männer gehen arbeiten. Frauen machen den Haushalt.
  709. 36:05Dafür gibt es gute Gründe! Dann macht jeder, was er am besten kann.
  710. 36:09– Jetzt mal langsam. Ich seh das ganz anders.
  711. 36:13Meine Tochter Selma arbeitet und möchte bald studieren.
  712. 36:19Und ich bin sehr stolz auf sie.
  713. 36:21– Ich rede ja gar nicht von deiner Tochter. Gegen die hab ich ja gar nix.
  714. 36:24Aber so eine Situation wie grade wär mit dem letzten Chef nicht passiert.
  715. 36:29Der war total anders!
  716. 36:31Ibrahim! Ibrahim! Ibrahim! Hey!
  717. 36:40Ja? Ja, ich brauch bitte einen Krankenwagen.
  718. 36:42’n Kollege von mir ist grad umgekippt.
  719. 36:44Ich weiß nicht …
  720. 36:45– Beschreiben Sie sich mit eigenen Worten, um die Partnersuche zu erleichtern. Ja.
  721. 36:53Mein Name ist … Milan.
  722. 37:00Ich bin 75 Jahre alt, aber trotzdem noch sehr aktiv.
  723. 37:11Ich bin für alles offen.
  724. 37:16Ich bin ein ...
  725. 37:21humorvoller, loyaler Mann
  726. 37:26und suche eine sportliche, charmante Frau …
  727. 37:38– Jacques? – Inge!
  728. 37:40– Warst du bei der Bank?
  729. 37:43– Ja, ich war bei der Bank.
  730. 37:45– Und?
  731. 37:47– Es gibt da immer noch irgendein Problem.
  732. 37:51– Hast du …?
  733. 37:52– Ja, ich habe alle wichtigen Formulare ausgefüllt,
  734. 37:55trotzdem schaffen sie es nicht, meine Überweisung zu bearbeiten.
  735. 37:59Ich verstehe das wirklich nicht!
  736. 38:01– Aber du musst doch die Übernachtung und die Fahrt heute noch bezahlen.
  737. 38:05– Ich weiß, ich weiß.
  738. 38:07Es tut mir leid, Inge.
  739. 38:10Das ist so peinlich. Erst lade ich dich ein und …
  740. 38:13und dann passiert so was.
  741. 38:15Aber wenn die Bank das Problem nicht lösen kann, müssen wir stornieren.
  742. 38:19– Auf keinen Fall!
  743. 38:21Du hast vielleicht Probleme mit deiner Bank, trotzdem fahren wir ein paar Tage weg.
  744. 38:27Ja, ich kann die Reise doch bezahlen. Das ist kein Problem!
  745. 38:31– Auf keinen Fall!
  746. 38:32– Ach, Jacques!
  747. 38:34Du bist kein Fremder aus dem Internet.
  748. 38:36Ich habe dich nicht in irgendeinem Partnerportal kennengelernt.
  749. 38:40Ich kenne dich lange genug. Ich vertraue dir.
  750. 38:44– Natürlich …
  751. 38:46– Also,
  752. 38:47ich bezahle die Reise. Keine Diskussionen.
  753. 38:50Wenn du unbedingt willst, kannst du mir das Geld zurückgeben,
  754. 38:54wenn du die Probleme mit der Bank gelöst hast. Einverstanden?
  755. 39:01– Einverstanden.
  756. 39:14– Es ist wichtig, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen.
  757. 39:22Es ist wichtig, Versprechen zu halten.
  758. 39:26– Nico?
  759. 39:28Nico?
  760. 39:30Kannst du mir bitte ’n Putztuch bringen?
  761. 39:33– Es ist sinnvoll, einen Putzplan zu erstellen.
  762. 39:37– Nico!
  763. 39:39Ich brauch ’n Putztuch.
  764. 39:43Das ist ein Geschirrtuch.
  765. 39:45Ich brauche ein Putztuch oder ein Wischtuch. Hier.
  766. 39:52Putztuch.
  767. 39:53– Hey! Ihr macht sauber?
  768. 39:57– Ja. Also, ich mach hier eigentlich seit Wochen ständig sauber.
  769. 40:03Was ist denn eigentlich aus unserem Putzplan geworden?
  770. 40:06Ich fand die Idee super, die Arbeit aufzuteilen,
  771. 40:08und eine Schwangerschaft ist übrigens kein Grund, nicht mitzuhelfen.
  772. 40:12– Ich finde schon.
  773. 40:13– Ich finde nicht.
  774. 40:15Nico und ich, wir … also ich … mach hier fast die ganze Arbeit alleine.
  775. 40:21– Ich darf mich aber nicht anstrengen.
  776. 40:25– Dann kaufen wir doch einen Saugroboter.
  777. 40:28– Jetzt fang nicht an, wieder von diesem Roboter zu erzählen.
  778. 40:37Nico, alles okay?
  779. 40:41– Keine Ahnung. Selma antwortet seit gestern Abend nicht mehr.
  780. 40:57– Steckt ihr in einer Beziehungskrise?
  781. 41:00– Eine was?
  782. 41:01– Was Nina meint, ist:
  783. 41:04Habt ihr euch gestritten?
  784. 41:06– Nein.
  785. 41:08– Selma antwortet nicht.
  786. 41:10Na und?
  787. 41:11Vielleicht hat sie einfach keine Zeit, mit dir zu schreiben.
  788. 41:15Und sie arbeitet doch jetzt auch, oder?
  789. 41:17– Aber sie geht seit gestern nicht ans Telefon,
  790. 41:19obwohl ich dreimal angerufen habe.
  791. 41:21– Ja, das kann tausend Gründe haben.
  792. 41:23Wahrscheinlich hat sie einfach keine Zeit.
  793. 41:26– Ich denke ja:
  794. 41:29Sie will dich testen.
  795. 41:32Sie will nicht, dass du aufgibst!
  796. 41:33– So ein Unsinn!
  797. 41:34– Das ist überhaupt gar kein Unsinn.
  798. 41:37– Selma hat deinen Anruf bestimmt gesehen.
  799. 41:39Jetzt warte mal ab, sonst nervst du sie nur.
  800. 41:41– Obwohl sie deinen Anruf gesehen hat, geht sie nicht ran.
  801. 41:44Komisch.
  802. 41:45Ich denke,
  803. 41:48sie ist doch sauer.
  804. 41:51Vielleicht hast du irgendwas Falsches gesagt.
  805. 41:53– Nein, wir haben nur über ihr Praktikum geredet.
  806. 41:56– Die Frage ist nicht, worüber ihr gesprochen habt,
  807. 41:59sondern was du gesagt hast.
  808. 42:01Zwischen Männern und Frauen, da gibt’s manchmal …
  809. 42:05Kommunikationsprobleme.
  810. 42:07Mhm.
  811. 42:08Ja, vielleicht ist Selma sauer,
  812. 42:10obwohl für dich alles okay ist.
  813. 42:13Oder ihr ist irgendwas passiert.
  814. 42:15Das kann natürlich auch sein.
  815. 42:15– Sebastian!
  816. 42:16– Was denn?
  817. 42:17– Mann!
  818. 42:19Du sollst ihn nicht verunsichern, sondern ihm helfen.
  819. 42:21– Ich helf ihm doch!
  820. 42:23– Hm. Ich muss das klären.
  821. 42:30– Also, Basti, du hast wirklich gar keine Ahnung.
  822. 42:33Von nichts!
  823. 42:34– Von nichts.
  824. 42:51– Hey! Spinnst du?
  825. 42:54– Selma, es tut mir leid …
  826. 42:56– Was soll das?
  827. 42:58– Warum antwortest du mir nicht? Ich hab dir geschrieben, dich angerufen und …
  828. 43:02– Das hab ich gesehen.
  829. 43:03– Ich ... ich versteh einfach nicht, was los ist.
  830. 43:06Entweder du sagst mir, warum du mir nicht antwortest,
  831. 43:09oder ich bleib den ganzen Tag hier vor deinem Haus stehen.
  832. 43:12– Nico, wovon sprichst du?
  833. 43:14– Ich will einfach nicht,
  834. 43:15dass es irgendwelche Missverständnisse zwischen uns gibt.
  835. 43:18Hab ich was Falsches gesagt?
  836. 43:20– Nico, ich …
  837. 43:22– Ich weiß, entweder wir treffen uns heimlich in der WG oder in der Stadt, aber …
  838. 43:27aber ich musste dich sehen. Deshalb bin ich gekommen.
  839. 43:30– Du hast nichts falsch gemacht, Nico. Es hat nichts mit dir zu tun.
  840. 43:34Wir dürfen uns nicht treffen, Nico. Meine Eltern erlauben es nicht.
  841. 43:38– Ich weiß, aber …
  842. 43:39– Ich kann nicht mehr lügen, Nico. Ich fühl mich so …
  843. 43:43so unglaublich schlecht. Gerade jetzt.
  844. 43:46Meine Eltern dürfen sich jetzt nicht aufregen.
  845. 43:50– Aber was ist denn passiert, hm?
  846. 43:55– Mein Vater ist wieder im Krankenhaus.
  847. 44:00– Was?
  848. 44:04– Er hatte einen Herzinfarkt und muss operiert werden.
  849. 44:09– Das tut mir leid. Aber es ist nicht deine Schuld.
  850. 44:14– Es tut mir leid, Nico.
  851. 44:24– Selma!
  852. 44:28– Hallo, Sebastian! – Ey,
  853. 44:30schön, dich zu sehen. Geht’s dir gut?
  854. 44:33– Danke, mir geht’s gut. Ich bin auf dem Weg zu meinem Praktikum.
  855. 44:36Und du?
  856. 44:36– Ja, ich treff mich jetzt mit ’ner Freundin zum Frühstück.
  857. 44:38Ich hab keine Lust auf dieses Kantinenessen in der Uni.
  858. 44:41Und wie gefällt dir das Praktikum?
  859. 44:43– Die Arbeitsbedingungen in der Firma sind toll,
  860. 44:45obwohl die Arbeitszeiten an manchen Tagen ziemlich lang sind.
  861. 44:49– Und dein Chef? Ist der nett?
  862. 44:51– Er ist streng, aber hilfsbereit und verständnisvoll.
  863. 44:55Und ich find es gut, dass ich viele verantwortungsvolle Aufgaben habe.
  864. 44:58– Cool, das klingt super.
  865. 45:00Ich hoffe, dass deine Kollegen auch nett und unkompliziert sind.
  866. 45:03– Ja, aber ich hab mit den meisten nicht viel zu tun.
  867. 45:05Ich arbeite nicht so viel im Team. Das find ich ein bisschen schade,
  868. 45:08aber wir treffen uns jeden Mittag zum Essen.
  869. 45:10– Na ja, es kann ja nicht gleich am Anfang alles perfekt sein.
  870. 45:15– Wie geht es Nico?
  871. 45:16– Nico? Ja, du, Nico geht’s eigentlich ganz gut.
  872. 45:20Der ist immer noch auf der Suche nach ’nem Ausbildungsplatz.
  873. 45:23Soll ich ihn von dir grüßen?
  874. 45:25– Besser nicht.
  875. 45:26– Okay.
  876. 45:28Dann wünsch ich dir viel Spaß auf der Arbeit!
  877. 45:30– Danke. – Bis bald!
  878. 45:31– Bis bald, Sebastian! – Ciao!
  879. 45:34– Das gibt’s doch gar nicht! Ich arbeite doch nicht rund um die Uhr,
  880. 45:37um am Ende nur die Hälfte meines Gehalts zu bekommen!
  881. 45:39Die spinnen doch!
  882. 45:40Oh, sorry.
  883. 45:42– Kein Problem. Ich kenne das.
  884. 45:43Nach Abzug der Steuer und der Versicherungen
  885. 45:45bleibt vom Bruttogehalt nicht so viel übrig.
  886. 45:49Soll ich mal schauen, ob alles stimmt?
  887. 45:50– Mhm.
  888. 45:53Also, das hier sind die Abzüge für die Einkommenssteuer.
  889. 45:56Das hier ist die Krankenversicherung, die Rentenversicherung
  890. 46:00und die Arbeitslosenversicherung.
  891. 46:01Und die Kirchensteuer.
  892. 46:03– Was, die Kirchensteuer?
  893. 46:04– Mhm.
  894. 46:05– Aber ich bin doch schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten.
  895. 46:07– Also, wenn du ausgetreten bist, dann …
  896. 46:10musst du auch keine Kirchensteuer bezahlen.
  897. 46:12Ruf mal an und frage nach.
  898. 46:14– Danke, mach ich.
  899. 46:17Ist das die neue Website für deinen Fahrradladen?
  900. 46:20– Ja.
  901. 46:22– Cool! Darf ich?
  902. 46:24– Die Website hat schon viel verändert.
  903. 46:26Seit sie online ist, hab ich fast doppelt so viele Kunden.
  904. 46:29– Im Ernst?
  905. 46:30– Mhm. Das Problem ist: Ich schaffe das nicht mehr alleine.
  906. 46:33Ich brauche Hilfe im Laden und in der Werkstatt,
  907. 46:36um die Kunden nicht mehr zu verlieren.
  908. 46:39– Warum guckst du mich so an? Was hast du vor?
  909. 46:42Ich will dir einen Vorschlag machen.
  910. 46:47– Hm.
  911. 46:56– Danke, das geht schon.
  912. 47:05– Hat der Mann von der Versicherung schon angerufen?
  913. 47:07– Nein, noch nicht.
  914. 47:09Und ich hatte auch kein[e] Zeit zum Telefonieren.
  915. 47:12– Lisa, hast du vielleicht Zeit, den Unfallbericht einmal durchzulesen?
  916. 47:15– Na klar!
  917. 47:17– Danke für Ihre Hilfe!
  918. 47:19– Kein Problem. Das mach ich doch gerne.
  919. 47:22– Das könnten wir auch bei einer Tasse Tee machen, oder?
  920. 47:26Trinken Sie eine Tasse mit, Frau Brunner?
  921. 47:29– Gerne.
  922. 47:31– Ja, okay.
  923. 47:34Vielen Dank.
  924. 47:36Auf Wiederhören!
  925. 47:40– Und?
  926. 47:42– Also, es gibt gute Nachrichten und es gibt schlechte Nachrichten.
  927. 47:46Die gute:
  928. 47:48Wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, dann bezahlt die Versicherung die Reha.
  929. 47:52– Das ist doch fantastisch.
  930. 47:55– Ja. Und die schlechte Nachricht ist, dass Sie in dieser Zeit möglicherweise
  931. 47:58kein Gehalt bekommen.
  932. 47:59– Was?
  933. 48:00Aber Papa ist doch krankgeschrieben!
  934. 48:03Das Problem ist, dass Sie einen befristeten Arbeitsvertrag haben,
  935. 48:07der diese Woche ausläuft.
  936. 48:09Wenn Sie nicht arbeiten,
  937. 48:10dann wird Ihr Arbeitgeber den Vertrag bestimmt nicht verlängern.
  938. 48:13Deshalb muss er Sie auch nicht weiter bezahlen.
  939. 48:16– Aber Papa hat immer gut gearbeitet. Es gibt keinen Grund …
  940. 48:19– Selma …
  941. 48:20– Nein, das ist ungerecht!
  942. 48:22– Wir können da leider nichts machen.
  943. 48:23– Was ist mit der Unfallversicherung?
  944. 48:25Mein Vater hatte den Herzinfarkt doch während der Arbeit.
  945. 48:28– Selma, es war aber kein Arbeitsunfall.
  946. 48:31– Und wie sollen wir unsere Miete bezahlen?
  947. 48:36– Das kriegen wir hin.
  948. 48:37Wir werden eine Lösung finden.
  949. 48:50– Also, das gibt maximal die Note Vier.
  950. 48:52– Pff! Ich will dich mal sehen …
  951. 48:56– Kein Problem.
  952. 48:59Pass auf!
  953. 49:04– Ja, und runter!
  954. 49:06– Ich krieg das nicht so gut hin.
  955. 49:08Wahrscheinlich, weil ich lange keinen Sport mehr gemacht hab.
  956. 49:10Sport war früher mein Lieblingsfach.
  957. 49:11– Ernsthaft?
  958. 49:12– Mhm, deins nicht?
  959. 49:13– Ne!
  960. 49:14Meine Lieblingsfächer waren Deutsch und Geschichte.
  961. 49:17– Oh Gott!
  962. 49:19Die mochte ich überhaupt nicht.
  963. 49:21Wahrscheinlich, weil meine Lehrerin mir immer schlechte Noten gegeben hat.
  964. 49:26– Wahrscheinlich hat sie dir schlechte Noten gegeben,
  965. 49:28weil du schlecht warst.
  966. 49:30– Ich konnte Naturwissenschaften immer ziemlich gut:
  967. 49:32Physik, Bio,
  968. 49:34Chemie …
  969. 49:37Mathe!
  970. 49:38Aber Deutsch und Geschichte …
  971. 49:40– Ich fand Mathe immer superätzend!
  972. 49:42– Ich find das hier superätzend.
  973. 49:44Entschuldige bitte!
  974. 49:47– Geht’s auch ein bisschen leiser?
  975. 49:48Manche Menschen wollen arbeiten!
  976. 49:53– Also wenn ihre Laune nicht besser wird, dann ...
  977. 49:56dann zieh ich aus.
  978. 49:58– Und ich könnte nach der Ausbildung wirklich bei dir arbeiten?
  979. 50:01– Ja. Das ist mein Angebot. Du müsstest es nur wollen und du müsstest dafür arbeiten.
  980. 50:07– Okay, ich will es! Also, wie geht’s jetzt weiter?
  981. 50:09– Zuerst müsstest du deine spanischen Zeugnisse übersetzen lassen.
  982. 50:13Sobald du einen Platz an der Berufsschule hast,
  983. 50:16kannst du mit der Ausbildung beginnen.
  984. 50:17– Und ich kann die Ausbildung wirklich bei dir machen?
  985. 50:20– Ja. Mein Fahrradladen ist ein Meisterbetrieb. Ich darf auch ausbilden.
  986. 50:25– Und ich wäre nach drei Jahren mit der Ausbildung fertig?
  987. 50:28– Genau. Und ich hätte einen top Mitarbeiter!
  988. 50:32– Gut. Muss ich bei der Übersetzung der Zeugnisse irgendwas beachten?
  989. 50:36Ich meine:
  990. 50:38Sind die deutschen Schulabschlüsse anders als die in Spanien?
  991. 50:43– Etwas anders schon.
  992. 50:44Es gibt den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss und das Abitur.
  993. 50:49Das kannst du auf dem Gymnasium machen.
  994. 50:50– Aber ich könnte mit meinem spanischen Abschluss hier studieren?
  995. 50:54– Das ist kein Problem.
  996. 50:56Aber frag lieber noch mal nach.
  997. 50:58– Okay. Ich erkundige mich, ob das mit meinem spanischen Abschluss funktioniert.
  998. 51:03Hier steht noch, dass ich einen Nachweis über meine Deutschkenntnisse brauche.
  999. 51:09– Du müsstest die B1-Prüfung machen.
  1000. 51:13– Dann muss ich auf jeden Fall noch ’ne Menge lernen …
  1001. 51:16– Glaubst du, du kannst das schaffen?
  1002. 51:17– Auf jeden Fall!
  1003. 51:19– Ich bin stolz auf dich!
  1004. 51:22– Lisa? Du, es tut uns leid. Wir wollten dich vorhin nicht stören.
  1005. 51:27– Nein, es ist nur ... mein Arbeitsplan macht mich total verrückt.
  1006. 51:30Ich weiß echt nicht, wie ich das alles schaffen soll.
  1007. 51:32– Wolltest du nicht ’n paar Sprachkurse absagen? Oder die Privatstunden?
  1008. 51:36Ist doch unglaublich stressig, wenn du zu jedem Einzelnen hinmusst.
  1009. 51:40– Das ist kein Stress für mich. Außerdem: Mit wem sollen sie denn sonst lernen?
  1010. 51:44– In ’ner Gruppe? Oder zu zweit?
  1011. 51:47Du könntest dich auch mit ihnen in der Bibliothek treffen … oder ins Café gehen.
  1012. 51:52– Ich weiß, ich muss irgendwas reduzieren. Aber ich …
  1013. 51:55ich will niemanden im Stich lassen.
  1014. 51:57– Lisa …
  1015. 51:59– Ich weiß, ich weiß. Ich denk drüber nach.
  1016. 52:01Aber jetzt muss ich erst mal neues Material
  1017. 52:03für die nächste Förderstunde zusammensuchen.
  1018. 52:05– Was ist das Thema?
  1019. 52:06– Es geht um Berufe. So, wo sind jetzt meine Notizen?
  1020. 52:10Die haben doch eben noch hier gelegen.
  1021. 52:11Oder hab ich die in der Küche liegen lassen?
  1022. 52:13– Okay. Hör auf zu suchen. Ich hab ’ne Idee!
  1023. 52:20– Und welcher Beruf ist das?
  1024. 52:23– Bauarbeiter.
  1025. 52:24– Im ganzen Satz bitte!
  1026. 52:29– Die Frau, die den Helm trägt, ist eine Bauarbeiter?
  1027. 52:35– Bauarbeiter-r-r-r…?
  1028. 52:39– …rin?
  1029. 52:39– Sehr gut!
  1030. 52:41Was ist das Besondere an den Fotos, die ich euch eben gezeigt habe?
  1031. 52:47– Alle sind verkleidet?
  1032. 52:49– Wieso?
  1033. 52:50– Na ja … Bauarbeiter ist ein Beruf für Männer,
  1034. 52:55und im Kindergarten arbeiten meistens nur Frauen.
  1035. 52:58– Nicht ganz.
  1036. 53:00Viele Männer sind Bauarbeiter. Und viele Frauen sind Kindergärtnerinnen.
  1037. 53:04Aber das sind Berufe, die im Prinzip jeder lernen kann.
  1038. 53:07Du, Zora, kannst Bauarbeiterin werden, wenn du gerne möchtest,
  1039. 53:11und du, Alan, kannst Erzieher in einem Kindergarten werden, wenn du willst.
  1040. 53:16Ihr könnt die Berufe lernen, die euch interessieren
  1041. 53:19und die euch Spaß machen.
  1042. 53:21Egal, was es ist.
  1043. 53:24So, schaut bitte auf die Arbeitsblätter, die ich ausgeteilt habe!
  1044. 53:30– Ich musste die Büros verkaufen.
  1045. 53:33– Und wo arbeitet ihr jetzt?
  1046. 53:35– Zu Hause oder in Cafés.
  1047. 53:37Es ist schwierig, aber es geht.
  1048. 53:39Immerhin musste ich niemanden entlassen.
  1049. 53:42– Und hast du neue Aufträge? Ich mein, wovon willst du jetzt leben?
  1050. 53:46– Ich rede gerade mit ’n paar kleineren Firmen,
  1051. 53:48die sich für unsere Arbeit interessieren.
  1052. 53:51Es sieht ganz gut aus, und wenn das klappt, können wir die Schulden bald abbezahlen.
  1053. 53:55Und du? Arbeitest bald bei Yara?
  1054. 53:58Du kannst dich ja auch noch bei mir bewerben.
  1055. 54:01– Zuerst mach ich eine Ausbildung. Dafür muss ich eine Sprachprüfung machen.
  1056. 54:05– Wofür brauchst ’n diese Ausbildung?
  1057. 54:06Wenn du die Sprachprüfung gemacht hast, kannst du doch auch studieren.
  1058. 54:10– Aber ich will nicht studieren.
  1059. 54:12– Du willst also wirklich lieber Zweiradmechatroniker werden?
  1060. 54:16Aber wovon willst du leben?
  1061. 54:18Womit willst du dein Geld verdienen? Mit kaputten Fahrrädern?
  1062. 54:20– Ich weiß ja nicht, wie es dir geht,
  1063. 54:23aber ich habe keine Schulden.
  1064. 54:26– Ich will ja nur, dass du jetzt keinen Fehler machst.
  1065. 54:28– Okay, worum geht es hier eigentlich?
  1066. 54:31Ich muss nicht reich werden.
  1067. 54:32Ich will, dass mir meine Arbeit gefällt.
  1068. 54:34– Sag das mal unseren Eltern.
  1069. 54:36– Wieso sollte ich?
  1070. 54:38– Wir rufen sie gemeinsam an.
  1071. 54:40Wird Zeit, dass wir uns gegenseitig helfen, oder?
  1072. 54:44– Okay. Wenn es sein muss.
  1073. 54:52– Ist das die letzte? – Ja.
  1074. 54:56– Hilfst du mir?
  1075. 54:57– Ich muss noch ein paar Getränke servieren.
  1076. 54:59Die Gäste an Tisch 3 haben schon bestellt, als du in der Küche warst.
  1077. 55:01– Kein Problem, das krieg ich auch alleine hin.
  1078. 55:03– Oh! – Hey, Nico! Danke schön.
  1079. 55:05– Hey! – Bitte schön.
  1080. 55:09Was macht ihr?
  1081. 55:10– Was meinst du?
  1082. 55:12– Die Kisten.
  1083. 55:14– Ach so.
  1084. 55:15Wir liefern die Lebensmittel, die am Wochenende übrig geblieben sind,
  1085. 55:18an soziale Institutionen, die sie gebrauchen können.
  1086. 55:19– Cool.
  1087. 55:21– Und wo kommst du jetzt her?
  1088. 55:22– Ich komme gerade von der Agentur für Arbeit.
  1089. 55:25Ich will ja bald meine Ausbildung beginnen.
  1090. 55:26– Bei Yara?
  1091. 55:28– Mein spanischer Abschluss ist anerkannt worden.
  1092. 55:31– Echt? Super! Freust du dich?
  1093. 55:33– Ja, sehr!
  1094. 55:35Als ich klein war, hab ich auch schon gerne Sachen repariert
  1095. 55:38und bald verdien ich damit Geld.
  1096. 55:40– Und wenn es irgendwann einmal langweilig wird, machst du einfach eine Umschulung.
  1097. 55:45– Hm? Umschulung?
  1098. 55:46– Ja. Du lernst etwas Neues.
  1099. 55:48Tarek und ich haben eine Umschulung gemacht,
  1100. 55:50als wir das Restaurant eröffnet haben.
  1101. 55:54– Ich helf dir!
  1102. 55:56– Okay.
  1103. 56:04Oh! Och, Nico.
  1104. 56:16– Du bist in letzter Zeit nicht so gut vorbereitet, Selma.
  1105. 56:20– Tut mir leid.
  1106. 56:22– Du bist immer noch gut ... Ich meine nur ...
  1107. 56:25ist alles in Ordnung?
  1108. 56:26– Ja, ja. Ich habe nur viel Stress.
  1109. 56:30– Dein Praktikum ist wohl ziemlich anstrengend?
  1110. 56:32– Ja, aber es macht auch großen Spaß!
  1111. 56:34Architektur ist superinteressant und mein Chef ist sehr zufrieden mit mir.
  1112. 56:38– Ja, alles andere würde mich auch wundern.
  1113. 56:40– Wir nehmen gerade an einer Projektausschreibung teil.
  1114. 56:42Das ist total spannend.
  1115. 56:44– Aha. Worum geht es denn?
  1116. 56:46– Es geht um den Entwurf für eine neue Brücke.
  1117. 56:48Und ich darf auch einen Vorschlag machen.
  1118. 56:50Und der Gewinnerentwurf wird vielleicht wirklich gebaut.
  1119. 56:52Stell dir das mal vor: eine richtige Brücke!
  1120. 56:56– Wow. Selma, das ist … das klingt großartig.
  1121. 56:59– Danke. Aber es ist eigentlich ein Wettbewerb für junge Architekten.
  1122. 57:03Die können und wissen natürlich viel mehr als ich.
  1123. 57:05Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass ich gewinne.
  1124. 57:08– Aber es ist ein Anfang!
  1125. 57:11– Bis dann!
  1126. 57:12– Bis dann!
  1127. 57:16Ich bin schon sehr gespannt auf deine Brücke!
  1128. 57:27– Juhu! Ja!
  1129. 57:32– Was ist denn los?
  1130. 57:34Alles in Ordnung?
  1131. 57:36– Wisst ihr, wer vor euch steht?
  1132. 57:38– Ein Mann, der blöde Fragen stellt?
  1133. 57:43– Der Mann mit dem besten Abschluss im gesamten Jahrgang.
  1134. 57:48– Nein!
  1135. 57:49– Gratuliere!
  1136. 57:51– Schön!
  1137. 57:52– Das ist ja toll!
  1138. 57:55– Ja. Tja, das bedeutet: Ein Ende meines Studiengangs ist in Sicht.
  1139. 58:00– Dein Studium ist erst beendet,
  1140. 58:01wenn du deine Studiengebühren abbezahlt hast.
  1141. 58:05– Tja, wenn ich erst mal arbeite, wird das kein Problem.
  1142. 58:07Könnt ihr euch an die Fotos erinnern, die ich für die Zeitschrift gemacht hab?
  1143. 58:11– Mhm.
  1144. 58:12Die Berufsporträts?
  1145. 58:15Die Redakteurin hat mir schon einen Job angeboten.
  1146. 58:18– Krass!
  1147. 58:19– Und nimmst du ihn an?
  1148. 58:21– Ich weiß noch nicht. Dann wär ich ja angestellt.
  1149. 58:24– Und du willst dich lieber selbstständig machen?
  1150. 58:27– Schon …
  1151. 58:29– Was bedeutet „selbstständig machen“?
  1152. 58:32– Wenn ich selbstständig arbeite, dann bin ich mein eigener Chef.
  1153. 58:36– Und ich kann entscheiden, welche Aufträge ich annehme
  1154. 58:38und welche nicht.
  1155. 58:40– Aber es kann auch sein, dass du gar keine Aufträge bekommst.
  1156. 58:43– So wie bei Pepe, hm?
  1157. 58:47– Tja, das ist eben ’n bisschen unsicher, ja.
  1158. 58:50Aber das muss ich ja jetzt nicht entscheiden!
  1159. 58:53Später!
  1160. 58:55– Cheese!
  1161. 59:06– Guten Tag.
  1162. 59:06– Guten Tag.
  1163. 59:12– Ich finde es ja auch kalt. Aber übertreiben Sie nicht ein bisschen?
  1164. 59:15– Übertreiben? Ich kann es nicht verstehen, wie man diese lange Kälte aushalten kann.
  1165. 59:22– Man gewöhnt sich an das Klima.
  1166. 59:24– Ich hoffe!
  1167. 59:25– Woher kommen Sie?
  1168. 59:26– Ich komme aus Syrien.
  1169. 59:28– Da ist es natürlich meistens wärmer.
  1170. 59:31– Nur wärmer? Manchmal ist es richtig heiß.
  1171. 59:36Kennen wir uns?
  1172. 59:37– [Nein.]
  1173. 59:41– Wie kann ich Ihnen denn helfen?
  1174. 59:43– Ich möchte vielleicht ein gebrauchtes Fahrrad kaufen und mich informieren.
  1175. 59:48– Das heißt, Sie haben noch keins?
  1176. 59:50– Genau. Aber meine Tochter Selma. Sie hat ein Fahrrad.
  1177. 59:54Sie fährt damit zur Arbeit
  1178. 59:56und das ist günstiger als eine Monatskarte für die Straßenbahn.
  1179. 1:00:00– Das verstehe ich. Ich zeig Ihnen mal unsere gebrauchten Räder, ja?
  1180. 1:00:04– Vielen Dank.
  1181. 1:00:14– Hallo!
  1182. 1:00:15– Inge!
  1183. 1:00:18– Ich hätte gerne das Mittagsmenü und ich möchte nicht nur Bohnen,
  1184. 1:00:21sondern auch Karotten.
  1185. 1:00:22– Inge, schön, dich zu sehen!
  1186. 1:00:25– Du wirkst mindestens
  1187. 1:00:27zehn Jahre jünger.
  1188. 1:00:30– Der Urlaub war offenbar sehr entspannend.
  1189. 1:00:32– Macht euch nur lustig!
  1190. 1:00:34Ich erfreue mich bester Gesundheit.
  1191. 1:00:36Es sei denn, Alter ist eine Krankheit.
  1192. 1:00:39– Heißt das etwa, der Urlaub war anstrengend?
  1193. 1:00:41– Ach, der Urlaub war toll.
  1194. 1:00:44Das Problem war das Wetter.
  1195. 1:00:46Je größer die Temperaturschwankungen sind,
  1196. 1:00:49desto stärker spüre ich meine Knochen.
  1197. 1:00:53– Ich mach dir erst mal einen Tee, dann werden die Beschwerden gleich besser.
  1198. 1:00:55– Ach, das ist lieb, danke!
  1199. 1:00:57– Inge, wo wart ihr noch gleich?
  1200. 1:00:58– In Ägypten.
  1201. 1:00:59– In Ägypten! – Schön!
  1202. 1:01:02– Ach!
  1203. 1:01:03– Ich hoffe, ihr wart nicht nur im Hotel, sondern auch im Landesinneren?
  1204. 1:01:07– Unser Hotel war im Landesinneren.
  1205. 1:01:09– Inge!
  1206. 1:01:10– Aber natürlich haben wir uns auch die Sehenswürdigkeiten angeschaut:
  1207. 1:01:14das Tal der Könige, Gizeh, die Pyramiden …
  1208. 1:01:19– Toll!
  1209. 1:01:20– Ja. Aber diese vielen Touristen!
  1210. 1:01:23Das war furchtbar!
  1211. 1:01:24Die alten Pharaonen würden sich im Grabe umdrehen.
  1212. 1:01:28– Habt ihr etwa keinen Selfie-Stick gekauft?
  1213. 1:01:30– Haha. Jacques wollte.
  1214. 1:01:33Männer werden einfach nie erwachsen.
  1215. 1:01:36Ach, danke!
  1216. 1:01:38Ach! Nee, Jungs, nee.
  1217. 1:01:50– Hallo, Inge! Du bist ausm Urlaub zurück.
  1218. 1:01:52– Ja. Und du? Was gibt’s bei dir Neues, Nico?
  1219. 1:01:56– Nico wird bald bei Yara im Fahrradladen eine Ausbildung machen.
  1220. 1:02:01– Wirklich? Das ist ja toll!
  1221. 1:02:03– Das wird eine harte Zeit, Nico. Das weißt du hoffentlich.
  1222. 1:02:05– Wieso?
  1223. 1:02:07– Yara ist eine harte Chefin. Du wirst Tag und Nacht arbeiten müssen.
  1224. 1:02:10– Bei uns wäre das anders gewesen.
  1225. 1:02:12Du hättest im Restaurant die Zeit deines Lebens haben können.
  1226. 1:02:15– Lass dir nichts einreden!
  1227. 1:02:18– Das stimmt. Zumindest im Winter.
  1228. 1:02:20– Im Sommer ist wegen der vielen Gäste draußen auch mehr Betrieb.
  1229. 1:02:23– Aber im Winter ist es im Fahrradladen ja auch ruhiger:
  1230. 1:02:26Wegen des Wetters fährt ja fast niemand Fahrrad.
  1231. 1:02:28– Du wirst dich wundern!
  1232. 1:02:29– Wir zumindest fahren bei Schnee und Eis mit dem Fahrrad.
  1233. 1:02:32Es tut uns leid, Nico, aber ... du wirst nie wieder Freizeit haben.
  1234. 1:02:36– Dafür gibt es im Sommer wegen der Hitze am Mittag eine Siesta.
  1235. 1:02:39– Hahaha. In Spanien vielleicht.
  1236. 1:02:42– Du wirst deine Gewohnheiten ändern müssen.
  1237. 1:02:43– Also, ich find Siesta super.
  1238. 1:02:46– Ja, vielleicht machen wir eine Siesta.
  1239. 1:02:49Dann können wir Nico im Fahrradladen besuchen, denn er muss mittags arbeiten.
  1240. 1:02:54– Ich weiß nicht, was mit denen heute los ist.
  1241. 1:02:57– Zu viel Arbeit.
  1242. 1:03:04– Guten Tag, Frau González!
  1243. 1:03:05– Guten Tag.
  1244. 1:03:06– Könnte ich bitte einen Kaffee haben?
  1245. 1:03:08– Gerne.
  1246. 1:03:11– Wie geht es Ihnen?
  1247. 1:03:12– Danke, gut.
  1248. 1:03:14Aber vielleicht bald nicht mehr,
  1249. 1:03:15wenn weiterhin jeder seine Abgase in die Luft bläst.
  1250. 1:03:17– Hm?
  1251. 1:03:19– Nicht Sie …
  1252. 1:03:21– Schon wieder Herr Murz?
  1253. 1:03:22– Wenn er minutenlang seinen Motor nicht abstellt,
  1254. 1:03:25dann ist das nicht nur Lärmbelästigung.
  1255. 1:03:26Es ist auch schlecht für die Umwelt!
  1256. 1:03:28– Vielleicht wollte er den Wagen aufheizen.
  1257. 1:03:32– Wenn die Belastung weiter zunimmt und die
  1258. 1:03:35Klimaprognosen der Forscher und Experten eintreten,
  1259. 1:03:37dann wird sich hier bald sowieso alles erwärmen.
  1260. 1:03:40Herzlichen Glückwunsch!
  1261. 1:03:42– Also, ich wäre nicht böse über eine Klimaänderung.
  1262. 1:03:45Die Kälte heute ist wirklich furchtbar.
  1263. 1:03:48– Die globale Erwärmung ist eine Tatsache.
  1264. 1:03:50Es wird immer wärmer.
  1265. 1:03:52Und es werden immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen.
  1266. 1:03:55Von Menschen wie Herrn Murz!
  1267. 1:03:56– Ach, nun kommen Sie schon.
  1268. 1:03:59– Was zahlt der Ihnen eigentlich, damit Sie ihm das alles durchgehen lassen?
  1269. 1:04:02– Mehr als Sie …
  1270. 1:04:24– Möchtest du ein Plätzchen? Hab ich heute Morgen frisch gebacken.
  1271. 1:04:28– Vielen Dank!
  1272. 1:04:31– Also, ich will auch eins!
  1273. 1:04:33– Weil du so lieb Bitte gesagt hast?
  1274. 1:04:39– Hm ...
  1275. 1:04:42Die sind aber nicht von dir!
  1276. 1:04:43– Wieso nicht?
  1277. 1:04:45– Weil die so wahnsinnig lecker sind.
  1278. 1:04:46– Ja! Lecker!
  1279. 1:04:48– Gut. Das war dein letztes.
  1280. 1:04:51Lisa, möchtest du auch ein Plätzchen?
  1281. 1:04:52– Danke!
  1282. 1:04:55– Was machst ’n du da?
  1283. 1:04:59– Ich muss morgen das Thema Recycling und Umweltschutz
  1284. 1:05:03im Unterricht behandeln. Aber ich weiß noch nicht, wie.
  1285. 1:05:05– Und wieso? Wo ist das Problem?
  1286. 1:05:07– Na, das Thema ist total wichtig.
  1287. 1:05:09Aber wenn der Unterricht nicht spannend ist,
  1288. 1:05:10dann ist es total langweilig.
  1289. 1:05:12– Langweilig?
  1290. 1:05:14Also, pass mal auf:
  1291. 1:05:15Wenn wir unseren Planeten weiterhin so ausbeuten,
  1292. 1:05:17dann brauchen wir 2030 mindestens zwei Erden.
  1293. 1:05:20Und du kannst deinen Schülern auch sagen, dass jeden Tag 130 Tierarten aussterben.
  1294. 1:05:24Nur mal so.
  1295. 1:05:25– Was?
  1296. 1:05:26– Mhm. Insekten zählen auch dazu.
  1297. 1:05:29– Also, je statistischer das Thema, desto langweiliger wird es.
  1298. 1:05:33– Stimmt überhaupt nicht.
  1299. 1:05:34– Doch, das ist viel zu abstrakt.
  1300. 1:05:36Meine Schüler sollen ja selber aktiv werden.
  1301. 1:05:38Die sollen ein Umweltbewusstsein entwickeln
  1302. 1:05:40und sich über ihr Konsumverhalten klar werden.
  1303. 1:05:43– Na ja, es reicht ja eigentlich schon, wenn du mal ’ne Woche kein Plastik kaufst.
  1304. 1:05:46Das Zeug ist sowas von umweltschädlich.
  1305. 1:05:48– Ja, das ist super!
  1306. 1:05:49– Ach, das ist super? Das ist ultralangweilig!
  1307. 1:05:53– Also, wenn die mal eine Woche auf Plastik verzichten würden,
  1308. 1:05:55dann würden sie ja merken, was alles aus Plastik ist.
  1309. 1:05:58Das ist toll!
  1310. 1:05:59– Ja!
  1311. 1:06:01– Also, hier sitzt ein Mensch mit zwei Gehirnen, ganz klar –
  1312. 1:06:05und vielen Plätzchen.
  1313. 1:06:08– Was ist … was ist „Gehirn“?
  1314. 1:06:19– Ihr sollt nicht euer ganzes Leben lang auf Plastik verzichten,
  1315. 1:06:22sondern nur eine Woche.
  1316. 1:06:24Kommt schon!
  1317. 1:06:27Plastik ist eine wahnsinnig große Umweltbelastung.
  1318. 1:06:30Wusstet ihr, dass viele Tonnen Plastik im Meer schwimmen?
  1319. 1:06:34Die Fische werden krank davon.
  1320. 1:06:35Wir essen die Fische,
  1321. 1:06:37dann werden wir krank davon.
  1322. 1:06:38Das ist ein Kreislauf.
  1323. 1:06:41Also,
  1324. 1:06:41macht ihr mit?
  1325. 1:06:43– Sie auch, Frau Brunner!
  1326. 1:06:45– Natürlich!
  1327. 1:06:50– Nina, ist das dein Ernst? Ich hab Hunger!
  1328. 1:06:53– Lisa,
  1329. 1:06:54du hast deiner Klasse versprochen,
  1330. 1:06:55eine Woche auf Plastik zu verzichten.
  1331. 1:06:57Umweltschutz ist kein Zuckerschlecken!
  1332. 1:06:59– Du hast ja recht.
  1333. 1:07:01Gegenvorschläge?
  1334. 1:07:15– Also, erzähl mal: Wie geht’s denn mit deiner Brücke voran?
  1335. 1:07:18– Du meinst die Brücke für den Wettbewerb?
  1336. 1:07:19– Ja, genau.
  1337. 1:07:21– Ich habe ziemlich viel zu tun, trotzdem bin ich schon weitergekommen.
  1338. 1:07:25– Und bist du zufrieden?
  1339. 1:07:27– Hm, noch nicht ganz.
  1340. 1:07:29Aber ich hatte die Idee, Solarzellen an die Seiten zu montieren.
  1341. 1:07:31Die können die Lampen auf der Brücke dann mit Strom versorgen.
  1342. 1:07:34Das fanden ein paar andere gut und machen jetzt mit.
  1343. 1:07:36– Cool!
  1344. 1:07:37– Ich finde alternative Energien sowieso am interessantesten, auch in der Architektur.
  1345. 1:07:41Man kann auch an Gebäuden viel Energie sparen. Das ist so spannend!
  1346. 1:07:44– Ja, ich hab neulich einen Artikel über intelligente Häuser gelesen.
  1347. 1:07:49– So, zweimal die Tagessuppe. Bitte schön. Guten Appetit.
  1348. 1:07:54– Danke.
  1349. 1:07:55– Hallo, Tarek.
  1350. 1:07:56– Na? Hallo!
  1351. 1:07:58– Ist Max gar nicht hier?
  1352. 1:07:59– Nein, der hat heute frei. Möchtest du was essen?
  1353. 1:08:02– Gleich.
  1354. 1:08:05Lisa, hallo!
  1355. 1:08:06– Hallo, Yara. Wie geht’s?
  1356. 1:08:07– Gut. Ich will auch gar nicht lange stören,
  1357. 1:08:10aber wenn ich dich jetzt gerade sehe ...
  1358. 1:08:11– Was gibt's denn?
  1359. 1:08:13– Ich will für morgen einen kleinen Flohmarkt für Flüchtlinge organisieren:
  1360. 1:08:17Gebrauchte Sachen, Fahrräder, Klamotten …
  1361. 1:08:19Wenn ihr irgendwas habt, was ihr nicht mehr braucht, dann bringt’s gerne vorbei.
  1362. 1:08:23– Ja, das ist ’ne super Idee. Ich sag gleich meinen Schülern Bescheid
  1363. 1:08:26und du deinen Eltern!
  1364. 1:08:27– Ja, auf jeden Fall.
  1365. 1:08:28– Super.
  1366. 1:08:29– Das ist echt sehr nett, vielen Dank!
  1367. 1:08:31– Entschuldigung. Yara.
  1368. 1:08:32– Selma.
  1369. 1:08:34– Selma? Nicos Selma?
  1370. 1:08:38Freut mich.
  1371. 1:08:39Dann sehen wir uns morgen.
  1372. 1:08:41– Bis morgen.
  1373. 1:08:42– Bis dann.
  1374. 1:08:46– Also, Selma, du und Nico: Was ist denn da los?
  1375. 1:08:52– Guten Tag! Fromme mein Name. Sind Sie die Veranstalterin des Flohmarkts?
  1376. 1:08:57– Ja, die bin ich.
  1377. 1:08:58– Ich bin vom Lokalteil des Tageblatts. Darf ich Ihnen ’n paar Fragen stellen?
  1378. 1:09:02– Klar, gerne.
  1379. 1:09:03– Wie sind Sie auf die Idee für den Flohmarkt gekommen?
  1380. 1:09:06– Ganz einfach: Man kann nicht immer alles neu kaufen. Hier wird recycelt.
  1381. 1:09:11Gebrauchte Gegenstände werden hier nicht weggeworfen, sie wechseln den Besitzer.
  1382. 1:09:16– Das Besondere hier ist ja, dass alles umsonst ist. Warum?
  1383. 1:09:20– Wenn Sie etwas wegwerfen, bekommen Sie doch auch kein Geld dafür, oder?
  1384. 1:09:25– Das hier ist doch toll!
  1385. 1:09:27– Das hier find ich schöner.
  1386. 1:09:32– Frau González?
  1387. 1:09:35– Entschuldigung, was wollten Sie noch wissen?
  1388. 1:09:39– Na ja, ich weiß nicht …
  1389. 1:09:40– Ich versteh dein Problem nicht.
  1390. 1:09:43– Worüber redet ihr?
  1391. 1:09:44– Die Zeitung, in der der Artikel über Yaras Aktion erscheinen wird,
  1392. 1:09:47die würden kostenlos ’ne Annonce für den Laden drucken.
  1393. 1:09:50– Das ist doch super.
  1394. 1:09:51– Ich glaube, der Reporter hat sich in mich verknallt.
  1395. 1:09:53– Na und? Du kannst jede Werbung gut gebrauchen.
  1396. 1:09:56Und du solltest jede Möglichkeit,
  1397. 1:09:57mit der du mehr Leute in den Laden kriegst, nutzen.
  1398. 1:10:00– Na ja, schon.
  1399. 1:10:02– In welcher Rubrik würden sie die Annonce denn platzieren?
  1400. 1:10:05– Die Annonce würde wahrscheinlich im Lokalteil erscheinen.
  1401. 1:10:08– Sport wär besser.
  1402. 1:10:09– Das entscheide ich nicht.
  1403. 1:10:10– Na ja, wer weiß …
  1404. 1:10:11– Was bedeutet „Rubrik“?
  1405. 1:10:14– Rubriken sind Teile in der Zeitung, in denen es um verschiedene Themen geht,
  1406. 1:10:17wie Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur …
  1407. 1:10:22– Kultur nennt man oft Feuilleton. Das ist Französisch.
  1408. 1:10:24– Jedenfalls solltest du das Angebot, das er dir gemacht hat, unbedingt annehmen.
  1409. 1:10:30Pass auf: Ich entwerfe dir noch heute eine Annonce
  1410. 1:10:33und du meldest dich dafür bei dem Reporter. Einverstanden?
  1411. 1:10:38Vielleicht ist er ja wirklich nett. Immerhin bist du Single, oder?
  1412. 1:10:42– Hey!
  1413. 1:10:45– Zuerst wird eine Idee für einen Artikel vorgeschlagen
  1414. 1:10:48und dann mit der Redaktionsleitung besprochen.
  1415. 1:10:51Hey, Harry, den letzten Schnaps gestern gut verkraftet?
  1416. 1:10:58Erst dann beginnen die Reporter zu recherchieren und Interviews zu machen.
  1417. 1:11:02Dann werden die Artikel geschrieben. Danach wird lektoriert.
  1418. 1:11:07Zum Schluss werden dann alle Artikel zusammengefasst von den Grafikern.
  1419. 1:11:12Und dann erst geht das Ganze in den Druck.
  1420. 1:11:15– Wow, das klingt nach viel Arbeit.
  1421. 1:11:19– Natürlich. Wir sind alle Profis. Und wir wollen’s auch gar nicht anders.
  1422. 1:11:24Das hier ist die Lokalredaktion – das Herz der Zeitung.
  1423. 1:11:28– Ich möchte mich noch einmal sehr bedanken,
  1424. 1:11:31dass die Anzeige kostenlos abgedruckt wird.
  1425. 1:11:33– Gar kein Problem. Dafür ist man Chef, nicht wahr?
  1426. 1:11:37Da kann man hin und wieder auch mal jemandem einen Gefallen tun.
  1427. 1:11:41– Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen.
  1428. 1:11:43– Wir können ja mal ’n Kaffee trinken gehen, wenn Sie wollen.
  1429. 1:11:47Ich zahl auch! Also, klar. Ich mein, das ist ja etwas Gutes. Nicht wahr?
  1430. 1:11:57– Und dann wollte er mit mir Kaffee trinken.
  1431. 1:12:01– Wieso hast du’s nicht gemacht?
  1432. 1:12:02Du hättest es bestimmt noch auf die Titelseite gebracht!
  1433. 1:12:04– Hör auf. Ich schäme mich jetzt schon.
  1434. 1:12:06– Ach Quatsch!
  1435. 1:12:08Aber kein Wunder, dass heutzutage niemand mehr Zeitung liest.
  1436. 1:12:11Keine Sorge, die Annonce war trotzdem ’n guter Deal. Sie wird dir helfen.
  1437. 1:12:15– Ich lese total gerne Zeitung.
  1438. 1:12:19Und ich bin mir sicher, ich bin nicht die Einzige.
  1439. 1:12:21– Wann liest du denn Zeitung?
  1440. 1:12:24– Ich lese am liebsten morgens.
  1441. 1:12:27Dazu trinke ich dann eine Tasse Kaffee.
  1442. 1:12:29Oder abends vor dem Schlafengehen.
  1443. 1:12:31– Aber man liest doch heutzutage alles im Handy nach.
  1444. 1:12:34Zeitungen sind unpraktisch und einfach nicht mehr modern.
  1445. 1:12:38– Journalismus ist immer noch extrem wichtig.
  1446. 1:12:40Und Zeitungen werden auch immer wichtig sein.
  1447. 1:12:42Die meisten Zeitungen haben heutzutage eine App.
  1448. 1:12:46– Die meisten, aber nicht alle, oder?
  1449. 1:12:49– Was meinst du?
  1450. 1:12:56– Ich begrüße Sie ganz herzlich.
  1451. 1:12:58Mein Name ist José González. Aber bitte nennen Sie mich Pepe.
  1452. 1:13:01Ich präsentiere Ihnen eine vollständige digitale Lösung für Ihre Zeitung.
  1453. 1:13:06Wir entwickeln für Sie nicht nur Apps und Internetseiten,
  1454. 1:13:08wir stellen Ihnen auch Lösungen für steigende Leserzahlen vor.
  1455. 1:13:12Die vielen Vorteile liegen natürlich auf der Hand.
  1456. 1:13:14Mit der neuen App werden mehr Leute Ihre Zeitung lesen.
  1457. 1:13:19Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
  1458. 1:13:32– Hallo, Otto!
  1459. 1:13:33– Hallo, Thomas.
  1460. 1:13:35Schön, dich zu sehen. Wie war der Urlaub?
  1461. 1:13:37Bestimmt total günstig.
  1462. 1:13:41Wir werden bald sehr groß, Otto … größer als jede andere Zeitung in der Stadt.
  1463. 1:13:48Soziale Netzwerke, digitale Versionen, Apps – und wir sind dabei!
  1464. 1:13:56Und für dich ist es dann auch besser. Dann lesen mehr Frauen deine Anzeigen.
  1465. 1:14:02– Ich habe eine Bitte, Thomas.
  1466. 1:14:04– Ich weiß. Wie willst du diesmal heißen? Jérôme? Rodrigo?
  1467. 1:14:12– Das ist es nicht …
  1468. 1:14:13– Wie soll ich dich in deiner nächsten Kontaktanzeige beschreiben?
  1469. 1:14:17Der einfühlsamste Mann der Welt sucht seine Erfüllung?
  1470. 1:14:23Verständnisvoller, charmanter als alle anderen Männer?
  1471. 1:14:28Oder lieber ’n bisschen direkter?
  1472. 1:14:30Der Mann, vor dem Sie Ihre Kinder warnen,
  1473. 1:14:33aber von dem Sie ganz heimlich träumen?
  1474. 1:14:36– Thomas, ich möchte keine Kontaktanzeige mehr.
  1475. 1:14:41– Was? Wieso?
  1476. 1:14:44– Ich habe mich total verliebt, Thomas. Und zwar echt.
  1477. 1:14:49Sie ist die tollste, lustigste Frau, die ich in meinem Leben kennengelernt habe.
  1478. 1:14:56Und ich möchte, dass du mir hilfst, sie nie mehr zu verlieren.
  1479. 1:15:03– Wir kennen uns jetzt seit 15 Jahren, Otto.
  1480. 1:15:06Seit zehn Jahren schalte ich Kontaktanzeigen in meiner Zeitung für dich.
  1481. 1:15:12Den Gefallen tu ich dir sehr gerne, mein Freund!
  1482. 1:15:22– Hallo? Wir wurden gerufen!
  1483. 1:15:24– Hallo! Ja! Das Ganze ist uns wirklich unglaublich peinlich,
  1484. 1:15:29aber es handelt sich um ein ärgerliches Missverständnis.
  1485. 1:15:31– Ein Missverständnis?
  1486. 1:15:32– Ja. Wir können das aber alles erklären.
  1487. 1:15:34– Mhm.
  1488. 1:15:35– Max?
  1489. 1:15:36– Ja.
  1490. 1:15:37Es war normaler Betrieb zur Mittagszeit.
  1491. 1:15:40Nico saß im hinteren Bereich.
  1492. 1:15:42– Ja. Und dann begann Inge zu husten.
  1493. 1:15:46– Alles in Ordnung, Inge?
  1494. 1:15:47– Es klang richtig gefährlich. Sie wurde ganz rot.
  1495. 1:15:50– Hier, trink das! Trink das!
  1496. 1:15:52– Inge trank das Wasser und der Husten wurde etwas besser.
  1497. 1:15:54– Inge lächelte sofort wieder, ging aber auf Toilette,
  1498. 1:15:57um sich frisch zu machen.
  1499. 1:15:58– Ich geh mich schnell frisch machen.
  1500. 1:15:59– Wir sind dann zurück in die Küche gegangen,
  1501. 1:16:01während Nico offenbar mitbekam, dass Inge auf der Toilette
  1502. 1:16:04wieder einen Hustenanfall bekam.
  1503. 1:16:05– Davon hatten wir gar nichts mitbekommen, weil die Tiegelwurst angebrannt ist.
  1504. 1:16:08– Und als ich das in der Küche gesehen habe,
  1505. 1:16:09rief ich laut: „Scheiße, die Tote Oma!“
  1506. 1:16:18– „Die Tote Oma“?
  1507. 1:16:20– Ja, das Gericht „Tiegelwurst“ hatten wir so genannt.
  1508. 1:16:23Das ist umgangssprachlich.
  1509. 1:16:26– Ja, Nico hatte das aber wörtlich genommen. Er ist nicht aus Deutschland.
  1510. 1:16:31– Es tut mir leid, ich war ängstlich.
  1511. 1:16:33Ich dachte, Oma Inge wäre wirklich etwas passiert.
  1512. 1:16:36– Du bist herrlich, Nico!
  1513. 1:16:40– Ja, das alles ist uns wirklich sehr peinlich.
  1514. 1:16:42Wir bedauern sehr, dass Sie kommen mussten.
  1515. 1:16:43– Aber das war keine böse Absicht!
  1516. 1:16:45– Nein. Das hätte jedem passieren können. – Ja.
  1517. 1:16:47– Also, jedem, der die Sprache nicht kennt.
  1518. 1:16:50– Eigentlich sollten wir Nico dankbar sein.
  1519. 1:16:52Er hat Zivilcourage bewiesen!
  1520. 1:16:54Er hatte sich Sorgen gemacht.
  1521. 1:16:55– Genau! Eigentlich ist es gar nicht peinlich,
  1522. 1:16:58wenn jemand es gut meint!
  1523. 1:17:00– Sollen wir uns denn Ihren Hals mal anschauen, junge Frau,
  1524. 1:17:03wenn wir schon einmal hier sind?
  1525. 1:17:04– Junge Frau! Sie machen mich ganz verlegen.
  1526. 1:17:08Mir geht’s gut!
  1527. 1:17:10– Dann einen schönen Tag noch!
  1528. 1:17:11– Ach, danke! Ihnen auch! – Dankeschön!
  1529. 1:17:12– Schönen Tag noch! Danke. – Wiedersehen!
  1530. 1:17:14– Wiedersehen! Ich mach schon.
  1531. 1:17:16– Wiedersehen!
  1532. 1:17:17– Wiedersehen!
  1533. 1:17:24– Vielen Dank. Bis dann!
  1534. 1:17:29– Hey!
  1535. 1:17:30– Hallo! Die Al-Paschas haben uns für heute Abend zum Essen eingeladen.
  1536. 1:17:34– Ja? Wirklich?
  1537. 1:17:36– Als Dankeschön für den Flohmarkt und das Fahrrad.
  1538. 1:17:40– Bin ich auch eingeladen?
  1539. 1:17:42– Ja, wieso nicht? Ich dachte, du bist mit Selma befreundet.
  1540. 1:17:46– Ja, schon.
  1541. 1:17:50– Was machst du?
  1542. 1:17:52– Ich erkundige mich nur nach Benimmregeln in Syrien.
  1543. 1:17:55Mir ist heute schon etwas Peinliches passiert. Das reicht.
  1544. 1:17:58Hier steht: „Wenn Sie eine syrische Familie begrüßen,
  1545. 1:18:01sollte der Mann der Frau nicht die Hand geben.
  1546. 1:18:04Das ist unüblich und gilt als unhöflich.
  1547. 1:18:07Außerdem wird sich nach dem Befinden der Familie erkundigt.“
  1548. 1:18:10– Wir kennen die Familie überhaupt nicht.
  1549. 1:18:12– Ja und? Hier steht, es gehört sich so.
  1550. 1:18:15– Du nimmst das ganz schön ernst.
  1551. 1:18:17– Hm?
  1552. 1:18:19– Hat das etwas mit dieser Selma zu tun?
  1553. 1:18:23– Nö.
  1554. 1:18:26– Hallo, ich bin Yara.
  1555. 1:18:27– Ich bin Aya.
  1556. 1:18:28– Meine Frau.
  1557. 1:18:29– Freut mich sehr. Vielen Dank für die Einladung.
  1558. 1:18:32– Selma, meine Tochter.
  1559. 1:18:34– Hallo! – Hi!
  1560. 1:18:36– Hallo, ich bin Nico. Freut mich, Sie kennenzulernen.
  1561. 1:18:44– Bitte, setzen Sie sich.
  1562. 1:18:47– Wir können uns gerne duzen.
  1563. 1:18:59– Wie geht es der Familie?
  1564. 1:19:01– Welcher Familie?
  1565. 1:19:03– Ja, eurer Familie.
  1566. 1:19:07– Ich denke, der Familie geht’s gut. Und … deiner Familie?
  1567. 1:19:12– Ich denke, auch.
  1568. 1:19:22– Nachtisch.
  1569. 1:19:24– Sieht toll aus!
  1570. 1:19:25– Vielen Dank!
  1571. 1:19:27– Bitte!
  1572. 1:19:29Ich möchte nicht, dass du hungrig nach Hause gehst.
  1573. 1:19:32Du musst probieren!
  1574. 1:19:34– Sind in Syrien alle Menschen so gastfreundlich?
  1575. 1:19:37– Ja.
  1576. 1:19:39Aber ... in Deutschland auch.
  1577. 1:19:43Ich hab den Eindruck, dass viele Verhaltensregeln sehr ähnlich sind.
  1578. 1:19:48– Da musst du Nico fragen, er ist der Experte.
  1579. 1:19:50– Hm?
  1580. 1:19:53– Ich verstehe. Darum die Frage nach der Familie.
  1581. 1:19:57– Ich habe gelesen, dass es höflich ist, zu fragen, wie es der Familie geht.
  1582. 1:20:01– Wenn man die Familie kennt, ja.
  1583. 1:20:07Aber es ist toll, dass du dich informiert hast.
  1584. 1:20:13– Auf Wiedersehen!
  1585. 1:20:17– Tschüss! Und vielen Dank für das tolle Essen.
  1586. 1:20:21– Bis bald!
  1587. 1:20:22– Danke.
  1588. 1:20:26– Selma und du – das ist ja wohl glasklar.
  1589. 1:20:30– Leider nicht. Es ist sogar ziemlich kompliziert …
  1590. 1:20:35– Nico!
  1591. 1:20:38– Selma!
  1592. 1:20:43– Du willst wohl heute Abend feiern?
  1593. 1:20:45– Ja, na ja. Yara besteht darauf, dass Pepe, sie und ich
  1594. 1:20:48auf unseren neuen Lebensabschnitt anstoßen.
  1595. 1:20:51– Neuen Lebensabschnitt?
  1596. 1:20:52– Na ja, weil wir alle in Deutschland bleiben
  1597. 1:20:55und ich hoffentlich bald in Yaras Laden anfange zu arbeiten.
  1598. 1:20:58– Das ist toll, Nico. Wirklich.
  1599. 1:21:01– Ich hätte gerade eben fast den Sekt und den Wein nicht bekommen.
  1600. 1:21:04– Die Verkäuferin wollte mir die Flaschen nicht verkaufen,
  1601. 1:21:07zumindest nicht ohne Personalausweis.
  1602. 1:21:10– Hat sie dir nicht geglaubt, dass du volljährig bist?
  1603. 1:21:13– Mal ganz ehrlich:
  1604. 1:21:15Seh ich aus wie siebzehn?
  1605. 1:21:17– Es ist ein Kompliment, dass die Verkäu- ferin dich nach deinem Ausweis gefragt hat.
  1606. 1:21:20Du siehst eben jünger aus, als du bist.
  1607. 1:21:22– Danke.
  1608. 1:21:26– Das war ein schöner Abend gestern.
  1609. 1:21:28– Ja, das fand ich auch.
  1610. 1:21:32– Ich vermisse dich, Nico.
  1611. 1:21:35– Dann treffen wir uns morgen. Nur kurz.
  1612. 1:21:37Egal wie, aber ich muss dich sehen. Hm?
  1613. 1:21:41– Ich schreibe dir.
  1614. 1:21:58– Du belügst deine Familie immer noch.
  1615. 1:22:01Mit ihm?
  1616. 1:22:03Das ist eine Schande!
  1617. 1:22:05Als wir in Syrien lebten, hast du nie gelogen.
  1618. 1:22:09Seit du dich mit ihm triffst, tust du das.
  1619. 1:22:12– Herr Al-Pascha, wir haben uns nur zufällig getroffen.
  1620. 1:22:15– Glaubst du, ich bin ein Idiot?
  1621. 1:22:18Dieser Mann lügt mich an.
  1622. 1:22:20Er bringt dich dazu, zu lügen.
  1623. 1:22:25Ihr kauft sogar schon Alkohol!
  1624. 1:22:29Er ist kein Umgang für dich!
  1625. 1:22:30– Hey!
  1626. 1:22:32– Seit wann seht ihr euch schon?
  1627. 1:22:35– Es geht Sie überhaupt nichts an, wen Ihre Tochter sieht.
  1628. 1:22:38– Es geht mich nichts an?
  1629. 1:22:40Es geht mich nichts an, wenn meine Tochter ihr Leben wegwirft?
  1630. 1:22:43Was sind deine Erwartungen vom Leben?
  1631. 1:22:45Was sind deine Perspektiven?
  1632. 1:22:51Du hast keine!
  1633. 1:22:53Wie willst du für meine Tochter sorgen?
  1634. 1:22:59– Ich liebe ihn, Papa!
  1635. 1:23:01– Ich liebe dich auch, Selma. Du bist meine einzige Tochter!
  1636. 1:23:05Deshalb verbiete ich dir, ihn zu sehen.
  1637. 1:23:09Zu deinem eigenen Wohl!
  1638. 1:23:11– Das können Sie nicht.
  1639. 1:23:17– Selma!
  1640. 1:23:24– Bevor ich ein Restaurant hatte, hab ich lange als Koch gearbeitet.
  1641. 1:23:27In einem Bistro, das ganz ähnlich aussah wie euer Restaurant.
  1642. 1:23:32– Bevor wir das Restaurant aufgemacht haben,
  1643. 1:23:33hatte ich in einer Firma als Elektriker gearbeitet.
  1644. 1:23:36– Und ich war Bankkaufmann.
  1645. 1:23:37– Nein, wirklich? Das ist ja erstaunlich.
  1646. 1:23:40Da arbeiten Sie jetzt ja in einem ganz anderen Beruf.
  1647. 1:23:43– Aber es hat sich gelohnt.
  1648. 1:23:45– Auch wenn die Gastronomie ganz schön anstrengend ist.
  1649. 1:23:47– Ja, wem sagen Sie das!
  1650. 1:23:50Aber man erlebt viel in der Gastronomie.
  1651. 1:23:53Bevor ich den Job als Koch hatte, war ich Spüljunge in der Küche.
  1652. 1:23:57Na, das waren Zeiten. Ich könnte ’n Buch drüber schreiben.
  1653. 1:24:00– Deine Biografie will doch gar keiner lesen.
  1654. 1:24:04– Was?
  1655. 1:24:05Aber vielleicht interessieren sich die Menschen ja für meine Erfahrungen.
  1656. 1:24:09– Jacques, wir würden es lesen. Nicht wahr, Max?
  1657. 1:24:12– Ganz sicher!
  1658. 1:24:13– Da! Zwei Käufer haben wir schon!
  1659. 1:24:17– Hey, habt ihr zufällig Nico gesehen? Er hatte gesagt,
  1660. 1:24:21dass er einkaufen wollte.
  1661. 1:24:22Er ist jetzt aber schon seit Ewigkeiten unterwegs.
  1662. 1:24:24– Seit er gestern die Sanitäter gerufen hat, hab ich ihn nicht mehr gesehen. Du?
  1663. 1:24:30– Otto! Was machst du denn hier?
  1664. 1:24:33Hallo, Otto! Ich bin’s, Yara.
  1665. 1:24:36– Entschuldigung, das muss aber eine Verwechslung sein. Das ist Jacques.
  1666. 1:24:40– Nein, ganz sicher nicht. Das ist Otto aus Duisburg.
  1667. 1:24:44Ich kenne ihn schon seit Jahren. Ich kaufe gebrauchte Fahrräder von ihm ab.
  1668. 1:24:49– Inge …
  1669. 1:24:49– Sag nicht, dass sie recht hat.
  1670. 1:24:51– Was ist denn hier los?
  1671. 1:24:53– Das würde ich auch gerne wissen.
  1672. 1:24:56– Lass es mich erklären!
  1673. 1:24:59Inge!
  1674. 1:25:01Inge!
  1675. 1:25:02Inge, warte! Ich ...
  1676. 1:25:11– Inge!
  1677. 1:25:12Inge, bitte!
  1678. 1:25:14Ich weiß, du bist wütend,
  1679. 1:25:15und … und du hast jedes Recht dazu. Ich habe gelogen.
  1680. 1:25:20Ich bin nicht Jacques,
  1681. 1:25:21ich habe keine Restaurants und …
  1682. 1:25:24und ich komme auch nicht aus Frankreich.
  1683. 1:25:27– Ging’s immer ums Geld?
  1684. 1:25:30Das Geld zum Kaufen des Champagners,
  1685. 1:25:33das Geld zum Bezahlen des Urlaubs …
  1686. 1:25:35– Du bekommst alles wieder!
  1687. 1:25:36– Ich will nichts zurück, Jacques!
  1688. 1:25:38Kannst du das nicht verstehen?
  1689. 1:25:40Mir ist das Geld egal!
  1690. 1:25:42Ich brauche das zum Glücklichsein nicht.
  1691. 1:25:45War irgendetwas wahr?
  1692. 1:25:49– Was meinst du?
  1693. 1:25:50– Ich meine: War irgendetwas wahr von dem, was du gesagt hast?
  1694. 1:25:53Und bitte …
  1695. 1:25:55bitte, dieses eine Mal: Lüg mich nicht an!
  1696. 1:26:02– Alles über mich ist gelogen ...
  1697. 1:26:04– Ha!
  1698. 1:26:05– ... aber … aber jetzt, seit unserem Urlaub, ist plötzlich alles wahr geworden.
  1699. 1:26:12Ich will einen Neuanfang mit dir.
  1700. 1:26:15Und ich glaube, dass alles funktionieren kann.
  1701. 1:26:17Ich weiß, du musst ein furchtbares Gefühlschaos haben,
  1702. 1:26:22und ich weiß, dass ich schuld bin.
  1703. 1:26:25Aber ... mein Herz und mein Verstand sagen mir …
  1704. 1:26:30– Fang bloß nicht an, von Herz und Verstand zu sprechen!
  1705. 1:26:33Beides hast du nicht.
  1706. 1:26:36Und ich glaube dir kein einziges Wort mehr.
  1707. 1:26:39Ich will dich nie mehr wiedersehen ...
  1708. 1:26:42Jacques!
  1709. 1:26:52– Ich glaube nicht, dass „Jan im Sack“ ein Gericht aus Baden-Württemberg ist.
  1710. 1:26:56– Hier steht: „eine Spezialität der Stadt Oldenburg“.
  1711. 1:27:00– Ach und Oldenburg liegt in Baden-Württemberg?
  1712. 1:27:02– Ja. Also, dachte ich.
  1713. 1:27:06– Du bist nicht nur im falschen Bundesland, du bist in der komplett falschen Region.
  1714. 1:27:10Oldenburg liegt im Nordwesten des Bundeslandes Niedersachsen.
  1715. 1:27:14– Oh, ups …
  1716. 1:27:17– Hi, Nico.
  1717. 1:27:18– Hey!
  1718. 1:27:19Ich suche mein Vokabelheft. Hab ich es zufällig hier liegen lassen?
  1719. 1:27:23– Ja. Im linken Schrank unter der Theke.
  1720. 1:27:26– Super. Ich brauch es nämlich, weil ich später meine B1-Prüfung habe.
  1721. 1:27:31– Echt? Viel Erfolg!
  1722. 1:27:32– Danke!
  1723. 1:27:34– Yara hat dich gestern gesucht.
  1724. 1:27:36– Hat sich alles schon geklärt.
  1725. 1:27:39„Jan im Sack?“
  1726. 1:27:41Was macht ihr hier?
  1727. 1:27:43– Wir suchen klassische deutsche Gerichte mit total verrückten Namen –
  1728. 1:27:47wie „Tote Oma“.
  1729. 1:27:48– Wir erklären die Herkunft des Gerichts und wie man es zubereitet.
  1730. 1:27:52Und die Videos stellen wir dann ins Internet.
  1731. 1:27:55– Coole Idee!
  1732. 1:27:56– Danke!
  1733. 1:27:59– Viel Erfolg!
  1734. 1:28:00– Danke!
  1735. 1:28:01– Also: Woher kommt „Kalter Hund“?
  1736. 1:28:06– „Kalter Hund“ …
  1737. 1:28:10– Mir ist das doch vollkommen egal, womit Sie sich
  1738. 1:28:12in Ihrer Freizeit beschäftigen. Aber die Nachbarn haben sich beschwert.
  1739. 1:28:16– Wer hat sich beschwert?
  1740. 1:28:18Etwa Herr Murz?
  1741. 1:28:20Worüber denn?
  1742. 1:28:22– Na ja, es war den ganzen Tag über sehr laut
  1743. 1:28:25und da war ein großes Gedränge vor der Eingangstür.
  1744. 1:28:29– Ein großes Gedränge.
  1745. 1:28:30– Ich gebe doch nur wieder, wovon mir berichtet wurde.
  1746. 1:28:34– Ja, natürlich.
  1747. 1:28:37– Sie hätten mich einfach vorher anrufen können.
  1748. 1:28:39Wofür gibt es heutzutage Handys?
  1749. 1:28:42– Wir haben den Hauseingang extra frei gelassen.
  1750. 1:28:45Und zu den Ruhezeiten war alles wieder abgebaut.
  1751. 1:28:48– Sie meinen …?
  1752. 1:28:50– Ich habe nichts falsch gemacht.
  1753. 1:28:53Ich meine,
  1754. 1:28:54worüber reden wir hier eigentlich?
  1755. 1:28:57Haben Sie nichts Besseres zu tun?
  1756. 1:29:00Wir engagieren uns für Flüchtlinge und Sie interessiert nur der Lärm?
  1757. 1:29:07– Überlassen Sie das doch besser den Politikern.
  1758. 1:29:11– Ich finde, dass Politiker viel zu wenig tun.
  1759. 1:29:14Also müssen wir uns eben selbst mehr engagieren.
  1760. 1:29:19– Warum engagieren Sie sich nicht direkt in der Politik?
  1761. 1:29:24– Vielleicht mach ich das ja sogar.
  1762. 1:29:30– Ich weiß nicht, ob ich gut genug bin.
  1763. 1:29:32– Keine falsche Bescheidenheit, Bruderherz!
  1764. 1:29:34Du sprichst großartig.
  1765. 1:29:35Du kannst die Regeln.
  1766. 1:29:37Sei einfach entspannt.
  1767. 1:29:40– Hey, Pepe. – Hi!
  1768. 1:29:42– Du, ich weiß, ihr lernt gerade für die Sprachprüfung. Aber
  1769. 1:29:45kannst du vielleicht mal kurz über meine Steuererklärung schauen?
  1770. 1:29:48Ich mach das zum ersten Mal und ich hab da
  1771. 1:29:50noch nicht so die Gelassenheit.
  1772. 1:29:53– Ich komm alleine klar.
  1773. 1:29:55– Bist du sicher? – Ja.
  1774. 1:29:57– Dann helf ich dir.
  1775. 1:30:06– Ach, vielen, vielen Dank! Jetzt hab ich ein bisschen Klarheit.
  1776. 1:30:09Ich wusste nicht, dass ich meine Fahrtkosten für meine ehrenamtlichen
  1777. 1:30:12Tätigkeiten absetzen kann.
  1778. 1:30:14– Manchmal geht’s, manchmal nicht
  1779. 1:30:15Du solltest es aber auf jeden Fall probieren.
  1780. 1:30:19– Mich wundert, wie du die ganzen Sachen überhaupt schaffst.
  1781. 1:30:21– Mich auch.
  1782. 1:30:25– Machst du Sport?
  1783. 1:30:30Ich meine, wenn ich so viel zu tun hab,
  1784. 1:30:31dann brauch ich immer irgendeinen Ausgleich.
  1785. 1:30:36– Nein, tu ich nicht. Was machst du?
  1786. 1:30:38– Boxen. Das ist anstrengend und man kann sich super abreagieren.
  1787. 1:30:43Aber das ist vielleicht nicht das Richtige für dich.
  1788. 1:30:47– Also, um ehrlich zu sein,
  1789. 1:30:48wollte ich das schon immer mal ausprobieren.
  1790. 1:30:51– Okay. Wann?
  1791. 1:30:57– Jetzt?
  1792. 1:30:58– Okay, dann gehen wir!
  1793. 1:31:03– Tschüss!
  1794. 1:31:07– So, das war’s. Ich kann nicht mehr lernen.
  1795. 1:31:11– Was du bis jetzt nicht weißt,
  1796. 1:31:12wirst du in den nächsten zwei Stunden auch nicht mehr hinbekommen.
  1797. 1:31:14Ruh dich lieber noch ein bisschen aus.
  1798. 1:31:16– Da hast du recht.
  1799. 1:31:20– Überraschung!
  1800. 1:31:22– Was ist das?
  1801. 1:31:23– Das hier? Das ist die Wahlbenachrichtigung für die Landtagswahl im nächsten Monat.
  1802. 1:31:29– Ich kann mich nie entscheiden: liberal, sozial …
  1803. 1:31:32– Na ja, also, Hauptsache, nicht konservativ!
  1804. 1:31:36– Das kann man so auch nicht sagen.
  1805. 1:31:38– Wen oder was wählt man in Deutschland?
  1806. 1:31:41– Es ist ein bisschen kompliziert.
  1807. 1:31:45Also, im nächsten Monat wählen wir den Landtag
  1808. 1:31:49für das Bundesland, in dem wir wohnen.
  1809. 1:31:52Dann gibt’s noch Kommunalwahl,
  1810. 1:31:55Bundestagswahl und Europawahl.
  1811. 1:31:58– Sebastian versteht es scheinbar auch nicht so ganz.
  1812. 1:32:01– Also, ich versteh es gut genug, um keinen Quatsch zu wählen.
  1813. 1:32:05– Wir leben in einer Demokratie.
  1814. 1:32:07Viele Meinungen sind erlaubt.
  1815. 1:32:09– Und wählt man eine Person oder eine Partei?
  1816. 1:32:13– Also, es ist so:
  1817. 1:32:16Mit der Erststimme wählt man den Kandidaten des jeweiligen Wahlkreises,
  1818. 1:32:23mit der Zweitstimme die Partei.
  1819. 1:32:26Wenn eine Partei oder beziehungsweise wenn von einer Partei
  1820. 1:32:30mehr Kandidaten gewählt wurden, als sie Sitze hat,
  1821. 1:32:33dann gibt es Überhangmandate.
  1822. 1:32:36Aber so genau versteh ich das auch nicht.
  1823. 1:32:38– Aha ...
  1824. 1:32:50– Jetzt du!
  1825. 1:33:04Ich dachte, du boxt zum ersten Mal.
  1826. 1:33:06– Ich boxe auch zum ersten Mal.
  1827. 1:33:08– Dafür muss das Säckchen aber ganz schön einstecken!
  1828. 1:33:11– Ja, ich hab in meiner Kindheit nicht mit Puppenhäuschen gespielt.
  1829. 1:33:15Ich war mit den Jungs unterwegs. Da wird man nicht zimperlich.
  1830. 1:33:18– Wo bist du denn aufgewachsen?
  1831. 1:33:20– Im Ruhrpott.
  1832. 1:33:21– Da wurde viel Steinkohle für die Industrie abgebaut, oder?
  1833. 1:33:24– Ja, dafür ist das Gebiet besonders bekannt.
  1834. 1:33:27Während der Industrialisierung hat es angefangen
  1835. 1:33:30und danach verwandelten sich die ganzen kleinen Städtchen nach und nach
  1836. 1:33:34während des wirtschaftlichen Umschwungs in Großstädte.
  1837. 1:33:37– Mehr Kraftwerke, mehr Arbeiter.
  1838. 1:33:39– Ja. Und je mehr Arbeiter,
  1839. 1:33:40desto mehr Arbeiterjungs, die frech werden konnten.
  1840. 1:33:45– Wann bist du von dort weggezogen?
  1841. 1:33:47– Als ich mit dem Studium angefangen habe.
  1842. 1:33:51Das Ruhrgebiet hat seinen Charme, aber es sind alles Arbeiterstädte.
  1843. 1:33:55Und die sind alle nicht besonders schön.
  1844. 1:33:57– Ja, im Krieg wurde viel bombardiert, oder?
  1845. 1:33:59– Ja, ich beklage mich auch nicht.
  1846. 1:34:01Ich sage nur, dass es schönere Orte gibt.
  1847. 1:34:08– Wie spät haben wir’s?
  1848. 1:34:09– Keine Ahnung.
  1849. 1:34:13– Kannst du mir dein Auto leihen?
  1850. 1:34:16– Ja, klar.
  1851. 1:34:17– Ja?
  1852. 1:34:19– Warte!
  1853. 1:34:32– Hallo, Selma.
  1854. 1:34:35Was liest du?
  1855. 1:34:37– Das Architekturbüro hat ein neues Wohnungsbauprojekt.
  1856. 1:34:40Auf dem Gebiet eines ehemaligen Tagebaus im Ruhrgebiet
  1857. 1:34:42werden ökologische Wohnungen für verschiedene Generationen gebaut.
  1858. 1:34:45Ich informiere mich darüber.
  1859. 1:34:47– Tagebau?
  1860. 1:34:55– Während des industriellen Zeitalters um 1800
  1861. 1:34:58entdeckte man im Ruhrgebiet große Kohlevorkommen.
  1862. 1:35:01Seitdem wurde im Ruhrgebiet unter schweren Arbeitsbedingungen
  1863. 1:35:04viel Bergbau betrieben.
  1864. 1:35:06Die Region hatte während des Aufschwungs fast sechs Millionen Einwohner.
  1865. 1:35:10Heute ist die Nachfrage an Braun– und Steinkohle gesunken
  1866. 1:35:13und deshalb werden viele Bergwerke geschlossen.
  1867. 1:35:16Und die Frage ist: Was macht man mit ihnen?
  1868. 1:35:19Schrebergärten kann man nicht überall bauen.
  1869. 1:35:23Zufrieden?
  1870. 1:35:25– Selma, achte auf deinen Ton!
  1871. 1:35:28Du musst mich und deine[n] Vater verstehen.
  1872. 1:35:34– Und wer versteht mich?
  1873. 1:35:58Hey, Lisa. Ich brauche deine Hilfe!
  1874. 1:36:04Liebe Grüße, Selma.
  1875. 1:36:11– Inge! Bitte! Lass mich rein!
  1876. 1:36:22Wenn ich könnte, ich würde alles rückgängig machen –
  1877. 1:36:26die ganze Lügerei so viele Jahre lang.
  1878. 1:36:32Es ist einfach passiert.
  1879. 1:36:38Ich komme aus Duisburg, Inge.
  1880. 1:36:42Mein Vater war Arbeiter in der Stahlindustrie …
  1881. 1:36:45und ich später auch.
  1882. 1:36:48Wir sind – wie so viele in den 60er-Jahren – ins Ruhrgebiet gezogen.
  1883. 1:36:55Ja, bis es dann keine Arbeit mehr gab.
  1884. 1:37:01Aber ich sah gut aus.
  1885. 1:37:05Mit den Frauen klappte es immer.
  1886. 1:37:09Und immer, wenn ich mit einer ausgegangen war, bestand sie darauf, mich einzuladen …
  1887. 1:37:14den armen arbeitslosen Burschen.
  1888. 1:37:18Irgendwann … irgendwann habe ich das dann genutzt … und verinnerlicht.
  1889. 1:37:31Meine Miete zahlte ich mit Gebrauchtwagenhandel,
  1890. 1:37:34Fahrrädern, allem möglichen Kram.
  1891. 1:37:40Und die Frauen ermöglichten mir ein schönes Leben.
  1892. 1:37:48Ein schönes Leben –
  1893. 1:37:50das bedeutet jetzt nur noch, mit dir zusammen zu sein, Inge.
  1894. 1:37:57Und ich allein bin schuld, wenn das ein Traum bleibt.
  1895. 1:38:16– Entschuldigen Sie, dass ich Sie störe.
  1896. 1:38:19Guten Tag. – Guten Tag.
  1897. 1:38:21– Sie stören nicht.
  1898. 1:38:22Bitte, setzen Sie sich.
  1899. 1:38:24– Ich habe leider nicht viel Zeit.
  1900. 1:38:27Ich habe kurzfristig zwei Tickets
  1901. 1:38:29für eine spannende Kulturveranstaltung in der Stadt bekommen.
  1902. 1:38:33Es wird eine sehr interessante Ausstellung geben
  1903. 1:38:35und ein neues Theaterstück wird aufgeführt.
  1904. 1:38:38Danach gibt es noch einen tollen Film im Kino.
  1905. 1:38:42– Das klingt interessant.
  1906. 1:38:45– Ja, das ist auch sehr interessant, weil
  1907. 1:38:48die Ausstellungen das aktuelle Thema Flucht und Heimat haben.
  1908. 1:38:54Und ich dachte,
  1909. 1:38:56es wäre vielleicht schön, wenn Selma mich begleitet.
  1910. 1:39:02– Selma hat dafür leider keine Zeit.
  1911. 1:39:08– Ibrahim, du solltest Selma gehen lassen.
  1912. 1:39:18– Also, mich würde interessieren, wobei ich dir helfen soll,
  1913. 1:39:21weil ich deine Eltern gerade eiskalt anlügen musste.
  1914. 1:39:24– Es tut mir leid, es war eine Notlüge!
  1915. 1:39:26Ich muss zu Nico!
  1916. 1:39:26Weißt du, wo er ist?
  1917. 1:39:29– Ja komm! Wir müssen uns beeilen!
  1918. 1:39:37– Und?
  1919. 1:39:38– Ich weiß nicht.
  1920. 1:39:39– Wie ist dein Gefühl?
  1921. 1:39:41– Gut.
  1922. 1:39:42– Nico!
  1923. 1:39:43– Selma!
  1924. 1:39:45– Ist die Prüfung schon vorbei?
  1925. 1:39:47– Ja, ich bin gerade fertig geworden.
  1926. 1:39:48– Oh ich dachte schon, wir kommen viel zu spät.
  1927. 1:39:51– Ich muss mit dir reden!
  1928. 1:39:54– Wir warten draußen.
  1929. 1:39:56– Ja! Ja.
  1930. 1:40:01– Nico …
  1931. 1:40:02– Du musst nichts sagen.
  1932. 1:40:04Ich hätte dich niemals in diese Situation bringen dürfen.
  1933. 1:40:07– Welche Situation?
  1934. 1:40:09– Du solltest dich niemals zwischen mir und deinen Eltern entscheiden müssen.
  1935. 1:40:13– Das warst nicht allein du.
  1936. 1:40:15– Ich weiß.
  1937. 1:40:18Und ich wünsch mir auch, dass wir einfach so zusammen sein können.
  1938. 1:40:21Ich würde alles dafür geben.
  1939. 1:40:23– Ich auch.
  1940. 1:40:25– Aber das können wir nicht.
  1941. 1:40:29Weißt du, ich …
  1942. 1:40:32ich hab Angst, dass du es bereuen würdest, wenn du dich jetzt für mich entscheidest.
  1943. 1:40:37– Warum sagst du das?
  1944. 1:40:39– Meine Familie ist ein totales Chaos.
  1945. 1:40:42Und ich werde nicht der Grund dafür sein, dass noch eine andere kaputtgeht.
  1946. 1:40:48– Machst du Schluss?
  1947. 1:40:52– Wir waren nie zusammen, Selma. Nie.
  1948. 1:41:14– Es ist wirklich unglaublich, was du geschafft hast!
  1949. 1:41:17– Ich weiß doch noch gar nicht, ob ich die Prüfung bestanden habe.
  1950. 1:41:20– Ich bin überzeugt, dass du bestanden hast.
  1951. 1:41:22– Hoffentlich reicht’s.
  1952. 1:41:26Ich bin mir wegen des Briefs, den ich schreiben musste, nicht sicher.
  1953. 1:41:29Und ich habe Angst, dass ich im schriftlichen Teil meines Tests
  1954. 1:41:32zu viele Fehler gemacht habe.
  1955. 1:41:33– Du wirst wegen ein paar Fehlern schon nicht durchfallen.
  1956. 1:41:35Du musst dir keine Sorgen machen.
  1957. 1:41:37– Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir keine Sorgen zu machen.
  1958. 1:41:40– Noch drei Gläser davon und das Problem ist gelöst.
  1959. 1:41:43– Und bald beginnt dann deine Ausbildung.
  1960. 1:41:44Da wirst du noch viele Prüfungen machen müssen.
  1961. 1:41:46– Stimmt. Und ich bin gespannt auf alles, was jetzt kommt.
  1962. 1:41:52– Diese Prüfung ist der erste Schritt auf deinem neuen Weg.
  1963. 1:41:55Auf Nicos Weg!
  1964. 1:41:56– Auf Nicos Weg!
  1965. 1:42:01– Bist du dir sicher?
  1966. 1:42:04– Wir leben hier seit mehr als einem Jahr.
  1967. 1:42:06Der Krieg in unserer Heimat wird noch lange dauern.
  1968. 1:42:10Meine Frau liebt dieses Land
  1969. 1:42:12und meine Tochter hat die Chance, hier zu studieren.
  1970. 1:42:14Ich plane eine Zukunft hier, Pepe.
  1971. 1:42:17Und ich habe vor, eine gute Zukunft zu haben.
  1972. 1:42:20– Ich bin kein Fachmann, Ibrahim, aber du kommst nicht aus einem EU-Land.
  1973. 1:42:23Und ich glaube, nicht einmal deine Abschlüsse werden einfach so anerkannt.
  1974. 1:42:28– Das weiß ich.
  1975. 1:42:29– Und trotzdem willst du hier eine eigene Praxis eröffnen?
  1976. 1:42:31– Nicht sofort, vielleicht in ein paar Jahren.
  1977. 1:42:34Ich hab dir gesagt, meine Familie verdient eine Zukunft in diesem Land.
  1978. 1:42:38Ich werde dafür kämpfen.
  1979. 1:42:40– Was ist mit einem Job im Krankenhaus?
  1980. 1:42:43– Auch dafür muss ich meinen Abschluss anerkennen lassen
  1981. 1:42:46und Sprachprüfungen ablegen
  1982. 1:42:48und als Mediziner neu zugelassen werden.
  1983. 1:42:50– Verstehe.
  1984. 1:42:51– Es gibt Bedarf in Deutschland.
  1985. 1:42:54Es gibt viel zu wenige Hausärzte.
  1986. 1:42:57Und ich hätte Zeit für meine Familie.
  1987. 1:43:01Als Arzt im Krankenhaus
  1988. 1:43:03hast du Überstunden,
  1989. 1:43:06Nachtschichten. Das ist anstrengend, Pepe.
  1990. 1:43:08– Das glaub ich.
  1991. 1:43:10– Ich muss mich um sehr viele Dinge kümmern
  1992. 1:43:13und hoffen, dass mein Abschluss anerkannt wird.
  1993. 1:43:16Dann muss ich Sprachprüfungen ablegen und
  1994. 1:43:18vielleicht weitere Prüfungen absolvieren.
  1995. 1:43:22Das kostet viel Zeit und Geld.
  1996. 1:43:25Und in dieser Zeit,
  1997. 1:43:27da kann ich nicht
  1998. 1:43:28voll arbeiten, um das Geld für meine Familie zu verdienen.
  1999. 1:43:33– Irgendwie muss die Miete gezahlt werden. Was du brauchst, ist ein Kredit.
  2000. 1:43:46– Ich glaub nicht, dass es einfach wird, ’n Kredit zu bekommen.
  2001. 1:43:49– Das versteh ich nicht.
  2002. 1:43:51Natürlich bin ich kein reicher Mann,
  2003. 1:43:54aber es muss trotzdem eine Möglichkeit geben.
  2004. 1:43:59– Erst einmal gibt es Kredite nur unter
  2005. 1:44:01bestimmten Voraussetzungen und Konditionen.
  2006. 1:44:03– Die Konditionen sind mir bekannt und damit bin ich einverstanden.
  2007. 1:44:06– Ja, das ist gut, jedoch muss vor allem die Bank mit dir einverstanden sein.
  2008. 1:44:10– Warum soll sie mit mir nicht einverstanden sein?
  2009. 1:44:13– Du kannst deine Liquidität nicht belegen.
  2010. 1:44:15Außerdem fehlen einkommensnachweisende Unterlagen …
  2011. 1:44:20– Meine Familie und ich sind vor Krieg und Tod geflohen!
  2012. 1:44:24Die Unterlagen haben wir nicht mitgenommen.
  2013. 1:44:28– Hey. Ich bin auf deiner Seite.
  2014. 1:44:30Aber ich kann das System nun mal nicht ändern.
  2015. 1:44:34– Was brauche ich, damit ich einen Kredit aufnehmen kann?
  2016. 1:44:38Ich habe alle Unterlagen, aber ... in Syrien
  2017. 1:44:43– Die Bank braucht eine Versicherung, dass du lange genug in Deutschland bleibst,
  2018. 1:44:46um den Kredit zurückzuzahlen.
  2019. 1:44:49– Wie soll diese Versicherung aussehen?
  2020. 1:44:53Es muss eine Lösung geben.
  2021. 1:44:55– Die gibt’s. Ich bürge für dich.
  2022. 1:45:00– Bürgen?
  2023. 1:45:01– Ja, das bedeutet, wenn du nicht zahlst, trage ich die Verantwortung.
  2024. 1:45:07– Das würdest du tun?
  2025. 1:45:10– Was soll schon passieren?
  2026. 1:45:16– Danke.
  2027. 1:45:20– Gerne.
  2028. 1:45:21– Also, welche Migrationsgründe kennt ihr?
  2029. 1:45:25– Die Menschen verlassen ihr Land, weil sie in ihrem
  2030. 1:45:29eigenen Land keine Perspektive mehr sehen.
  2031. 1:45:33– Stimmt, aber woran kann das liegen?
  2032. 1:45:37– Sie sind unzufrieden mit ihrer Regierung.
  2033. 1:45:41– Politische Gründe. Manche werden sogar verfolgt.
  2034. 1:45:45Diese Menschen können in anderen Ländern Asyl beantragen.
  2035. 1:45:50Wer kann das alles?
  2036. 1:45:53– Menschen, die in Kriegsgebieten leben,
  2037. 1:45:55oder Menschen, die extrem arm sind.
  2038. 1:45:58– Ja, im Grunde genommen alle Menschen, die um ihr Leben fürchten müssen.
  2039. 1:46:03Sie hoffen auf ein bisschen Frieden in einem anderen Land.
  2040. 1:46:07Aber das ist oft nicht so einfach.
  2041. 1:46:09Was gibt es für Probleme?
  2042. 1:46:11– Bürokratie!
  2043. 1:46:13– Ja, aber das größte Problem ist wahrscheinlich,
  2044. 1:46:16dass man die Sprache nicht kann.
  2045. 1:46:18Und dann folgt der ganze Papierkram:
  2046. 1:46:20Asyl beantragen, Visum beantragen, Pass beantragen, Ausweis beantragen.
  2047. 1:46:25Und das sind nur ein paar Beispiele.
  2048. 1:46:29Ihr habt alle einen Migrationshintergrund.
  2049. 1:46:34Und trotz der ganzen Schwierigkeiten sitzen wir alle hier zusammen
  2050. 1:46:37und lernen zusammen. Warum?
  2051. 1:46:42– Weil wir zusammen lernen wollen, Probleme zu lösen.
  2052. 1:46:46– Weil wir wissen, dass jeder von uns irgendwann mal Hilfe braucht.
  2053. 1:46:51– Ein Zuhause zu finden, in dem man sich auch zu Hause fühlt, ist nicht einfach.
  2054. 1:46:58– Aber jeder verdient das, findet ihr nicht?
  2055. 1:47:11– So, ihr Lieben. Heute werden wir für euch
  2056. 1:47:13unser erstes verrückt klingendes Gericht kochen.
  2057. 1:47:15Wenn ihr Ideen, Fragen oder Anregungen habt, lasst es uns wissen!
  2058. 1:47:19– Das ganze Rezept
  2059. 1:47:21und die Zutaten dazu haben wir euch in die Beschreibung geschrieben.
  2060. 1:47:25Und wie das alles zubereitet wird, zeigen wir euch in dem Video.
  2061. 1:47:29– Dieses Mal gibt es „Himmel und Erde“.
  2062. 1:47:32Das ist ein Gericht aus der westfälischen Region
  2063. 1:47:33im Westen Deutschlands.
  2064. 1:47:37– Dazu
  2065. 1:47:39werden zuerst die Kartoffeln geschält,
  2066. 1:47:42gewaschen
  2067. 1:47:43und ein bisschen klein geschnitten.
  2068. 1:47:46– Übrigens:
  2069. 1:47:47So alt und traditionell kann das Gericht gar nicht sein.
  2070. 1:47:50Denn:
  2071. 1:47:51Die Kartoffel ist zwar mittlerweile „typisch deutsch“,
  2072. 1:47:53aber ihr Ursprung liegt gar nicht in Deutschland.
  2073. 1:47:56– Ist das so? – Ja.
  2074. 1:47:57Ursprünglich kommt die Kartoffel aus Südamerika,
  2075. 1:48:00aber mittlerweile gibt es sie natürlich in jedem Gewächshaus
  2076. 1:48:03und in jedem Supermarkt.
  2077. 1:48:04Gut für alle, die „Himmel und Erde“ machen wollen.
  2078. 1:48:08– Hallo, ’tschuldigung!
  2079. 1:48:10– Jetzt kann ich das alles noch mal erzählen!
  2080. 1:48:13– Das interessiert doch sowieso niemanden.
  2081. 1:48:14– Doch, das ist total spannend.
  2082. 1:48:16– Sicher …
  2083. 1:48:17– Entschuldigung, ich wollte nicht stören.
  2084. 1:48:19– Ja, zu spät.
  2085. 1:48:20Was …
  2086. 1:48:21was wollen Sie hier?
  2087. 1:48:25– Ich weiß, Sie mögen mich nicht, weil ich Inge belogen habe.
  2088. 1:48:29Aber
  2089. 1:48:30lassen Sie es mich wiedergutmachen!
  2090. 1:48:33Ich liebe Inge –
  2091. 1:48:35von ganzem Herzen.
  2092. 1:48:36– Na, dann sagen Sie ihr das.
  2093. 1:48:38– Sie hört mir nicht zu.
  2094. 1:48:40– Wir lassen die ganze Zeit laufen.
  2095. 1:48:42– Das ist Pech.
  2096. 1:48:45– Vielleicht wird sie Ihnen zuhören!
  2097. 1:48:48Ich flehe Sie an. Helfen Sie mir!
  2098. 1:49:00– Ich habe den Wettbewerb der jungen Architekten gewonnen!
  2099. 1:49:04– Selma, ich bin sehr stolz auf dich.
  2100. 1:49:07Du hast dich gegen den Favoriten durchgesetzt.
  2101. 1:49:11Ich hab mit deinem Chef gesprochen.
  2102. 1:49:12– Du hast mit meinem Chef gesprochen?
  2103. 1:49:14– Ja, diesem Herrn mit der tiefen Stimme.
  2104. 1:49:18Er meinte, der Zulassungsbescheid für die Universität
  2105. 1:49:22wäre mit diesem Preis kein Problem.
  2106. 1:49:27Du kannst hier studieren, Selma.
  2107. 1:49:29Und ich werde einen Kredit bekommen und meine eigene Praxis eröffnen.
  2108. 1:49:33– Du bekommst einen Kredit?
  2109. 1:49:35– Ja. Pepe bürgt für mich.
  2110. 1:49:41– Ach, plötzlich ist die Familie González keine Schande mehr!
  2111. 1:49:45– Wir bauen uns etwas hier auf!
  2112. 1:49:47Unser Leben geht weiter, Schatz.
  2113. 1:49:50Und es wird besser als jemals zuvor!
  2114. 1:49:53– Ja, was immer ihr sagt.
  2115. 1:49:55– Selma, ich muss dir noch etwas sagen.
  2116. 1:50:11– Max?
  2117. 1:50:12Bring mir bitte einen Champagner, ja?
  2118. 1:50:15– Inge! Gibt’s was zu feiern?
  2119. 1:50:18– Nein.
  2120. 1:50:19Ich hab mich nur gerade an eine besondere … Begegnung erinnert.
  2121. 1:50:25– Ach, ich würd auch gerne ’n Champagner trinken.
  2122. 1:50:27– Du trinkst Orangensaft!
  2123. 1:50:30– Ja, ist ja gut! Ich mein ja nur.
  2124. 1:50:32Es wäre schön, wenn ich jetzt ein Glas trinken könnte.
  2125. 1:50:41– Oh mein Gott.
  2126. 1:50:48– Oh, ich heul gleich.
  2127. 1:50:51– Oh Gott. Ich glaube, ich auch.
  2128. 1:51:00– Inge!
  2129. 1:51:02Vor vielen …
  2130. 1:51:06vielen Jahren bin ich von zu Hause weggegangen.
  2131. 1:51:12Ich habe nicht nur meine Arbeit verloren,
  2132. 1:51:15ich habe mich verloren.
  2133. 1:51:18Otto gab es nicht mehr.
  2134. 1:51:21Nur noch Jacques.
  2135. 1:51:24Nur noch Lügen,
  2136. 1:51:27nur noch Unwahrheiten.
  2137. 1:51:32Und dann kamst du, Inge.
  2138. 1:51:37Ich hätte nicht gedacht, dass ich Jacques mal nicht mehr brauche.
  2139. 1:51:45Aber es ist so weit.
  2140. 1:51:49Ich will heimkehren.
  2141. 1:51:57Ich will nie wieder lügen und nie wieder jemandem wehtun, vor allem dir nicht.
  2142. 1:52:06Ich wünsche mir nichts mehr, als mein Leben mit dir zu verbringen, Inge.
  2143. 1:52:13Ich liebe dich!
  2144. 1:52:19Willst du meine Frau werden?
  2145. 1:52:27– Ist der Champagner …
  2146. 1:52:29– … bezahlt?
  2147. 1:52:30Ja.
  2148. 1:52:35– Ich glaube dir, Otto.
  2149. 1:52:38Und ich wünsche mir auch, deine Frau zu werden.
  2150. 1:52:45– Champagner, Champagner, Champagner!
  2151. 1:53:12– Oh!
  2152. 1:53:17Auf die Liebe!

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