Design-Ikone Stefan Sagmeister: Wie man im Job kreativ bleibt — Transcript
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- 0:00Stefan Sagmeister ist einer der
- 0:02berühmtesten Designer der Welt. Er ist
- 0:05geboren in Vadelberg, wurde geprägt in
- 0:07Wien und ist berühmt geworden in New
- 0:09York. Er hat für Stars gearbeitet, wie
- 0:12die Rolling Stones, wie Lou Reed. Er hat
- 0:14zwei Grammys gewonnen, ist besonders
- 0:16berühmt geworden für seine Albumcover.
- 0:19Und dann hat er sich von der klassischen
- 0:22Designstudio verabschiedet und
- 0:24beschäftigt sich heute mit viel größeren
- 0:27Fragen. Unter anderem: Ist die Welt
- 0:29eigentlich besser als wir jeden Tag
- 0:31glauben? Darüber und noch viel mehr
- 0:34spreche ich heute im CEO Podcast des
- 0:36Standard mit Stefan Sagmeister.
- 0:45Ja, gut Stefan,
- 0:46wunderbar.
- 0:47Schön, dass du da bist. Freut mich auch.
- 0:49Ich sch, dass ich zwar vor Radelberger
- 0:50zwiren treffen können
- 0:51allerdings,
- 0:53aber wir wären jetzt nicht das ganze
- 0:55Interview im Dialekt machen, oder?
- 0:56Nein, die Kommentare möchte ich
- 0:58hinterher nicht durchlesen. Lass uns so
- 1:01beginnen. Viele Menschen sagen von sich,
- 1:02sie sind nicht kreativ, können nicht
- 1:04zeichnen, das müssen irgendwie andere
- 1:06machen oder eine ganze Lehre, mit der
- 1:08sie nichts zu tun haben wollen. Besser
- 1:10sich nicht in diese Richtung zu bewegen.
- 1:12So richtig gut zeichnen. Das war aber
- 1:14auch irgendwie nicht ganz deins von
- 1:16Anfang an. Nein, also ich war im
- 1:18Zeichenunterricht, sowohl in der
- 1:20Volksschule als auch im Gymnasium nicht
- 1:24unglaublich talentiert. Da gab's welche
- 1:27in der Klasse, also ich kann mich
- 1:28erinnern, wir hatten einen, der konnte
- 1:31damals schon irgendwelche Raumschiffe
- 1:34äh zeichnen, wo sich Klassenkameraden
- 1:38das Butterbrot aufgegeben haben als
- 1:41Tauschobjekt gegen diese Zeichnung.
- 1:44Das war bei mir nicht so. Ich war
- 1:45mittelmäßig eigentlich und bei mir hat
- 1:49das Zeichnen eigentlich nur angefangen,
- 1:51weil ich dann später für ein kleines
- 1:55Jugendmagazinst geschrieben habe, dann
- 1:59äh weil die Person, die das Layout
- 2:02gemacht hat, nach Wien zum Studieren
- 2:04gegangen ist, äh das Layout angefangen
- 2:08habe und da braucht es dann irgendwann
- 2:10Zeichnungen, die ich damals noch alles
- 2:12kopiert habe, also durchkopiert mit
- 2:14Pause. Papier und aber durch diese
- 2:18Tätigkeit beim Alphorn hieß das in Domb
- 2:24hatte ich dann auch Plakate gemacht,
- 2:26weil das Alpan auch irgendwelche
- 2:28Musikfestivals, kleine Musikfestivals
- 2:31organisiert hat und so bin ich zur
- 2:34Grafik gekommen und dann wollte ich auf
- 2:37der angewandten Hochschri angewandte
- 2:39Kunst in Wien studieren und da gab es
- 2:42einen älteren Professor, den Paul
- 2:45Schwarz, der hat nur Leute aufgenommen,
- 2:46die nicht zeichnen konnten. Also, wenn
- 2:48du nicht zeichnen konntest, konntest
- 2:51wurdest du nicht in die Klasse
- 2:52aufgenomm.
- 2:52Keine Chance für dich.
- 2:53Keine Chance für mich. Und dann habe ich
- 2:55war ich ein Jahr lang auf der Wiener
- 2:57Kunstschule, es war so privat kleine
- 2:59Privatschule
- 3:00und habe dort richtig gezeichnet. Also
- 3:03für mich auch. Ich habe jeden Morgen von
- 3:066 bis 7 am Monat Stunde Naturstudium
- 3:09gemacht und es hat sich herausgestellt,
- 3:11dass sowas er lernbar ist. Also das
- 3:14geht, also ich glaube jetzt nicht, dass
- 3:16ich
- 3:18zum besten Zeichner der Welt werden
- 3:20könnte, aber bei Naturstudium, das ging
- 3:24schon immer bisschen auf und ab, da
- 3:26gab's Tage, die waren nicht so gut und
- 3:28Tage, die kammen besser, aber das
- 3:29funktioniert. Und wie ist es bei der
- 3:31Kreativität? Da gibt's ja Leute auch in
- 3:33kreativen Prozessen, in Unternehmen.
- 3:34Design Thinking war einige Zeit der
- 3:36Burner. Die sagen, jeder ist kreativ,
- 3:39alle sind total kreativ. Du hast einen
- 3:41Instagram oder hast ordentlich Instagram
- 3:43Follower äh und hast einige Zeit auch
- 3:46deren Arbeiten bewertet. Äh warst
- 3:48manchmal sehr streng. Man muss ja auch
- 3:50sagen, nicht jeder kann gut gestalten.
- 3:53Also bei meinem Inst Account, das waren
- 3:56natürlich praktisch ausschließlich junge
- 3:59Designer, also Leute, die schon entweder
- 4:02in dem Beruf stehen oder auf jeden Fall
- 4:05in dem Beruf wollen. Schon
- 4:06da konnte man fachlich bewerten. Ja. Ja.
- 4:08Ja. Und wir haben im Studio immer so
- 4:11wahnsinnig viele Anfragen bekommen,
- 4:13könnte ich nicht vorbeikommen und du
- 4:16gibst mal ein Tipp für mein Portfolio
- 4:18oder äh oder sagst mal was über meine
- 4:20Arbeit, dass ich das dann irgendwann
- 4:23nach dem Vorbild von der Louis
- 4:25Bourgeois, die das
- 4:27Zeit Lebens jeden Sonntag gemacht hat,
- 4:29äerst persönlich gemacht hab im Studio.
- 4:33Montag konnte man reinkommen und ich
- 4:34habe für zehn Leute ihr Portfolio
- 4:37besprochen. Damals noch viel härter,
- 4:39weil natürlich im persönlichen, wenn wir
- 4:41nur zu zehn sind, kann man viel
- 4:44ehrlicher sein. im öffentlichen, also
- 4:47beim Instagram, war ich dann eher milder
- 4:50mein eigenes Gefühl, weil das natürlich
- 4:55wegen der Öffentlichkeit und ich hatte
- 4:57überhaupt keine keinen, also keine Lust
- 5:00irgendwie zynisch oder also das war
- 5:03schon eher als Aufbauservice gedacht.
- 5:07Und wie ist das bei der Kreativität,
- 5:09wenn jetzt jemand von sich selber sagt,
- 5:10ich weiß, das ist nicht meine
- 5:13Hauptdomäne, ich könnte kreativer sein.
- 5:15Gibt's Möglichkeiten, Frameworks, Dinge,
- 5:17die man sich vornehmen kann?
- 5:19Klar, absolut. Also in alle Richtungen,
- 5:21ich glaube, man kann in in alle
- 5:24Richtungen besser werden.
- 5:26Wie kriegst du deine Ideen?
- 5:28Also noch ganz kurz beim Besser werden.
- 5:30Also, ich kann natürlich äh wenn ich den
- 5:33Marathon trainiere und das habe ich ja
- 5:35mal gemacht, ich habe einen Marathon
- 5:37gerannt, ich bin wahnsinnig unsportlich,
- 5:39also das ist nicht meine Sache, aber mit
- 5:42der May trainieren habe ich den Marathon
- 5:44fertig gebracht und so ist es mit dem
- 5:47Zeichnen und so ist es auch mit dem
- 5:51Trainieren vom Hirn. M me I um auf deine
- 5:55Frage zurückzukommen oder sag mal so
- 5:57Technik die ich sehr häufig verwend ist
- 6:01eine, die ich täglich verwende ist, dass
- 6:03ich immer fünf bis sieben Jobs offen
- 6:06habe gleichzeitig. Wenn ich irgendwo
- 6:08stecken bleib, wechsle ich sofort zum
- 6:10nächsten,
- 6:11weil das stecken bleiben auch wahnsinnig
- 6:13unangenehm ist. Ich sitze ja nicht gerne
- 6:16vor dem weißen Computerbild oder vor dem
- 6:18weißen Blattpier und nichts kommt raus,
- 6:21dann schaue ich lieber zum nächsten und
- 6:24das ist sehr häufig, dass ein Ding, das
- 6:27mich bei einem aufgehalten hat, hilft
- 6:30mir vielleicht bei einem anderen.
- 6:32Mhm. Und also das ist täglich, aber was
- 6:35ich sonst sehr häufig mache ist ja
- 6:37Technik, die kommt vom Edward de Bono.
- 6:39Das heißt, wenn ich
- 6:42jetzt über irgendwas nachdenken muss
- 6:44oder wenn ich irgendeine Idee haben
- 6:45muss,
- 6:46was auch immer, sag mal, weil ich jetzt
- 6:48gerade hier vor mir sehe, ich muss einen
- 6:51Kaffeebecher neu gestalten und mein
- 6:54normaler Weg als Designer wäre, ich
- 6:56würde mal alle Kaffeeber dieser Welt
- 6:58anschauen. Ich würde die Kaffeetrinker
- 7:00fragen, was möchtest du denn im Becher?
- 7:03Was ist gut, was ist schlecht? Und am
- 7:04Schluss würde ich wahrscheinlich einen
- 7:06Kaffeebecher gestalten, der sehr ähnlich
- 7:08ist wie die existierenden Kaffeebechers.
- 7:11Undter Bon sagt,
- 7:13fange an über den Kaffeebecher
- 7:16nachzudenken mit irgendwas, was nichts
- 7:18mit dem Kaffebecher zu tun hat, gar
- 7:20nichts. Also, sage mal, mit was sehe ich
- 7:23gerade hier drin ist nicht viel
- 7:24mit dieser Schaumstoff mit diesem
- 7:27Schaumstoff. Ja, mit diesem äh
- 7:30Studio der hat jetzt so Art
- 7:33Pyramidenform.
- 7:36Das wäre jetzt schon mal könnte mal den
- 7:38Deckel pyramidenformartig machen. Wird
- 7:41das Sinn machen oder machen mal
- 7:42Halbpyramide? Ich ich spüre die Magie
- 7:44beginnt. Ja,
- 7:45mache mal Halbbpyramide.
- 7:49Ich glaube, die Mittelpyramide würde
- 7:51nicht gehen. Wohl aber z.B. Ach
- 7:53vielleicht machen wir es nicht für den
- 7:56für den Kaffeebecher, aber was wäre,
- 7:58wenn wir eine äh einen Becher machen für
- 8:01Kaltgetränke mit einem Stroh, das oben
- 8:04einen pyramidenförmigen Deckel hat? Mm
- 8:07schon mal gar nicht schlecht. Ist schon
- 8:08irgendwas Albneues.
- 8:10Wäre jetzt eine sehr direkte Sache. Oft
- 8:12sind da noch ein paar Schritte
- 8:13dazwischen, aber das könnte das könnte
- 8:16ich mir jetzt z.B. vorstellen, wenn
- 8:18jetzt ein Kunde wäre, der sagt, okay, äh
- 8:22die Hälfte unserer Getränke sind
- 8:23Kaltgetränke und wir wollen aber was
- 8:26Besonderes sein, machen wir
- 8:27pyramidenförmigen Deckel, der oben, wo
- 8:31das der oben ein Loch hat mit dem äh für
- 8:34das für das Strohhalm machen noch
- 8:35Papierstrohhalm rein, machen das und da
- 8:38können wir es alles so gestalten, dass
- 8:40das Strohhalm mit dem das der Druck das
- 8:43der Druck auf dem Strohhalm mit dem
- 8:45Druck auf der Pyramide, was zu tun hat
- 8:48und mit dem Druck auf dem auf dem
- 8:49Beicher, dann haben wir schon eine
- 8:51Identity für dieses Geschäft gemacht und
- 8:54das ging jetzt,
- 8:55wie du gesehen hast, 30 Sekunden und ich
- 8:59wäre nie auf die Pyramide gekommen, wenn
- 9:02ich mir nur die Kaffeeber angeschaut
- 9:04hätte, was alle anderen machen. Und
- 9:06funktionieren tut das deshalb, weil
- 9:09unser Hirn sehr ungern denkt, weil es
- 9:11wahnsinnig Energie äh aufwendig ist für
- 9:14uns, für das Hirn wirklich zu denken.
- 9:16Und wenn ich sie, wenn ich mein Hirn
- 9:18Hirn und meine Idee frag, dann gibt's
- 9:21mal eine, die sie schon gesehen hat, wo
- 9:23die Synapsen schon Verbindung haben. Und
- 9:26noch schlimmer für Designer ist, wenn
- 9:28ich mal ein Kaffeebecher irgendwann
- 9:30schon geschaltet habe, dann gibt's mir
- 9:31natürlich diese Idee als erstes, weil
- 9:34das sieh das sind die größten Problem
- 9:36schon einmal gelöst. Genau. Absolut.
- 9:38Drum gibt's 1000 Designer, die jeden Tag
- 9:40genau das gleiche machen, weil das Hirn
- 9:43ihnen liefert. Und
- 9:44wer sich für die Technik interessiert,
- 9:46du hast es angesprochen, Edward Debono
- 9:48vor vier Jahren gestorben, maltesischer
- 9:50Professor.
- 9:50Ja. Ja. Das Buch, das ich gelesen habe,
- 9:52ist Thinking Kurs, aber er hat einige
- 9:55und ich glaube, diese Technik
- 9:57äh beschreibt dann einigen. Aber ich
- 10:00habe mal viele der die Bonotechniken
- 10:02angeschaut, der es war eigentlich
- 10:04ein Mensch, der über das Denken
- 10:06nachgedacht hat. Wie denkt man, war was
- 10:09sind Denkhilfen? Äh, diese hat für mich
- 10:12am besten funktioniert. Also, ich habe
- 10:15ich müsste dem Debono nachlass
- 10:19wäre ich einiges geldschuldig, weil wir
- 10:21haben viele Projekte damit gemacht oder
- 10:23sind ist viel rausgekommen damit. Ich
- 10:25habe mir immer vorgenommen bei
- 10:27Berufswechseln oder Stationen, die im
- 10:29Leben halt manchmal so kommen, wo man
- 10:31dann einige Zeit für sich auch
- 10:32rausnehmen könnte, das irgendwann zu
- 10:34tun, aber es ist nie was draus geworden.
- 10:36Melonenpflücken in Australien oder sonst
- 10:38irgendwas, was man hätte machen können.
- 10:40Einmal war ein Sommer in Amerika, d dre
- 10:41d Monate, zwei Monate, drei Monate lang.
- 10:44Du machst alle 7 Jahre ein Sbatical,
- 10:46hast begonnen damit, sehr konsequent,
- 10:48bist sozusagen ein Evangelist ofticals.
- 10:51Wie kam das und wie schwierig war es zum
- 10:54ersten Mal zu sagen, du ich bin dann
- 10:56jetzt ein Jahr weg?
- 10:58Also das erste Mal war in New York, das
- 11:02war angefangen darüber nachzudenken,
- 11:05habe ich 6 Jahre
- 11:07nach der Gründung des Studios
- 11:10und der Grund war, weil ich den Eindruck
- 11:13hatte, dass ich die Arbeit anfang zu
- 11:15wiederholen. Da das Ziel meines Studios
- 11:19war
- 11:21für mich so gute Arbeit wie möglich zu
- 11:24machen. Ich würde sagen, das war das
- 11:25Hauptziel und das in einem um und das so
- 11:28zu gestalten, dass es finanziell möglich
- 11:32ist,
- 11:33aber nur so, dass es irgendwie, also das
- 11:36müsste irgendwie auf finanziellen
- 11:40Beinen stehen können, aber das Wichtige
- 11:43war so gute Arbeit wie möglich und
- 11:46dadurch, dass ich in der Wiederholung
- 11:50wurde das irgendwie schwieriger oder
- 11:52lang, meine
- 11:52also Fragezeichen im Kopf, Ja, habe ich
- 11:56gedacht, ich muss irgendwas machen, weil
- 11:58wenn ich nichts mache, dann
- 12:01wird die Arbeit schlechter, dann habe
- 12:03ich noch weniger Spaß, dann wird die
- 12:04Arbeit noch schlechter, da komme ich in
- 12:06irgendeinen Teufelskreis hinein und
- 12:11ich habe mal das ungefähr Jahren
- 12:13überlebt überlegt und hab es nachher
- 12:15wirklich also nach 7 Jahren geschafft
- 12:18mit 1000 Ängsten. Die Hauptdängste waren
- 12:22ä wir werden vergessen werden oder wir
- 12:25hatten erfolgreich, aber erfolgreiche
- 12:27Studie aufgebaut, das
- 12:29gemacht hat, was ich mal vorgestellt
- 12:31hat.
- 12:31Das war und da werden wir auch gleich
- 12:32noch mal drauf kommen, auf diese drei
- 12:34Perioden sozusagen, aber das das war ja
- 12:36die Zeit äh in in der du deinen Fame
- 12:39aufgebaut hast, der bis heute weit weit
- 12:41strahlt. Albumcover, Bands, äh das wilde
- 12:45Leben in New York, Designs, die ikonisch
- 12:48bis heute sind. Ähm und dann einfach zu
- 12:50sagen jetzt das sagen nicht nur die
- 12:52Eltern, das ist das ist eine blöde Idee.
- 12:55Ja, das war schwer. Also alles und äh
- 12:57wenn man sich zurückerinnert oder Studio
- 12:59äh
- 13:01ich habe es aufgesperrt 93, das BICL
- 13:04warim Jahre 2000 Jahre 2000 war die der
- 13:08Höhepunkt des ersten Internetbooms. So,
- 13:10meine Kollegen, die ander meine anderen,
- 13:13die Kollegen von anderen Designstudios,
- 13:15die waren alle sehr damit beschäftigt,
- 13:17Geld zu schäfeln, weil das konnte man
- 13:19gut im Jahre 2000. Und von dem her war
- 13:23das außergewöhnlich. Meine zweite Angst
- 13:25war, dass es als unprofessionell gilt
- 13:28für die Allgemeinheit, aber auch für
- 13:29meine Eltern. Meine Eltern hatten
- 13:31Kleidergeschäft in Bre, sie waren kleine
- 13:35Unternehmer und
- 13:37ein Kleider, das Kleidergeschäft in
- 13:39Bregen,
- 13:39das Kleider, also das das große
- 13:41Kleidergeschäft in der Kleinstadt. Ja.
- 13:43Und äh da hatte ich Angst, dass die das
- 13:46auch als unprofessionell ansehen werden.
- 13:49Äh
- 13:51und ich habe es dann aber trotzdem
- 13:53gemacht, aber es brauchte Mut und
- 13:57die Ängste, keine der Ängste äh haben
- 14:00sich äh
- 14:02bewirkelligt. Aber wie ist das jetzt
- 14:04plötzlich an an dem Montag, an dem dann
- 14:07gut die Mobiltelefone haben beim ersten
- 14:09Mal eine geringere Rolle gespielt zu der
- 14:11Zeit, aber an dem du nicht mehr ins
- 14:13Studium war es damals auch schon
- 14:14Stockwerk höher oder indem du nicht mehr
- 14:16greifbar bist?
- 14:17Ja, also das da das war natürlich die
- 14:19Zeit der Anrufbeantworter
- 14:21und ich habe dann doch relativ stolz
- 14:24eine Message aufgenommen. Col in Oktober
- 14:282001 next year.
- 14:32Ja.
- 14:33Mit Aufnahmemöglichkeit oder ohne
- 14:35Aufnahmemöglichkeit?
- 14:36Mit Aufnahmemöglichkeit.
- 14:37Ah, okay. Also, man h konnte dir eine
- 14:38Message hinterlassen.
- 14:40Aber hast du nicht abgehört oder schon?
- 14:41Wohl habe ich abgehört. Und ich hatte da
- 14:44am Anfang auch noch, weil ich ja noch
- 14:46nie gemacht habe, noch einige Fehler
- 14:48gemacht. Ich habe mal da vorgestellt im
- 14:49ersten Subtical, ich werde das ohne Plan
- 14:52machen, weil ich normalerweise ein
- 14:54großer Planer bin. Ich wollte das ganz
- 14:55anders machen. Das hat schon mal gar
- 14:57nicht funktioniert, weil das braucht die
- 14:59Struktur.
- 14:59Ja, ohne Plan war ich bis sie. Welche
- 15:02Struktur braucht den Beticel, wenn uns
- 15:04jetzt beschäftigte Managerinnen und
- 15:06Manager hören, die sagen eigentlich
- 15:08wollte ich ja immer schon, aber wie ich
- 15:10bin im Hamster, ich komme nicht. Was ist
- 15:11der Plan für satic? Also ich, nachdem
- 15:14ich drei Wochen ohne Plan sehr
- 15:15frustriert war, habe noch habe danach
- 15:18einen sehr genauen Plan gemacht, ich
- 15:20habe
- 15:21davor immer schon ein Business Tagebuch
- 15:24geschrieben, einmal die Woche. Ich bin
- 15:26das Tagebuch durchgegangen und habe
- 15:28geschaut, wann immer ich mich beschwert
- 15:30habe über das möchte ich gern machen,
- 15:32aber ich habe kein Zeit. Habe aus diesen
- 15:35Beschwerden eine Liste gemacht. Was sind
- 15:38dann auchch welche Sachen weggefallen,
- 15:39die ich mich die mich nicht mehr
- 15:40interessiert haben und habe aus habe
- 15:43diese Punkte der Liste
- 15:46nach Wichtigkeit gewertet und hab ein
- 15:49Stundenplan gemacht. Die wichtigen haben
- 15:51fünf Wochenstunden bekommen, die weniger
- 15:53wichtigen halbe
- 15:54und dann war es wie in der Volksschule
- 15:57Montag 8 bis 9 dir das 10 bis 12 das und
- 16:02so weiter und bin dann drauf gekommen,
- 16:04dass nach
- 16:073 vi Monaten habe ich die Liste nicht
- 16:10mehr gebraucht, weil dann gab's so viel
- 16:11Projekte, die irgendwie am laufen waren,
- 16:14dass die Liste nicht mehr notwendig war.
- 16:16Und dann würde ich sagen, war das
- 16:19zweite, dritte und vierte Serbetikel
- 16:20sehr, sehr einfach. Sowohl komplett
- 16:23angstfrei
- 16:25als auch äh da wusste ich dann am besten
- 16:29geht's bei mir mit Plan.
- 16:32Hatte noch hat auch Pläne. Genau. Also
- 16:34es war für alle Sebtic so, dass ich am
- 16:35Anfang ein Plan hatte, den ich dann
- 16:38relativ schnell wieder vergessen konnte.
- 16:42Wie werden die Vergangenheit, deine
- 16:44Vergangenheit, deine deine Gestehung
- 16:46Schritt für Schritt äh aufarbeiten? Aber
- 16:48ich möchte im hier und jetzt beginnen,
- 16:50vielleicht etwas, also das nicht äh
- 16:52linear äh
- 16:56abfragen, sondern im Hier und Jetzt
- 16:58beginnen. Ähm die aktuellen Arbeiten und
- 17:01irgendwie
- 17:03ähm fühlt sich das ja für für jemanden,
- 17:06der in der Designindustrie
- 17:08äh in der Metropole der Designindustrie
- 17:10tätig war und tätig ist irgendwie an wie
- 17:13ein andauendes beitelt. Du beschäftigst
- 17:14dich mit ganz großen Themen. Viele Jahre
- 17:17jetzt werde ich verfolgt wird sehr stark
- 17:20die These ist better. Es ist jetzt eine
- 17:23extrem gute Zeit und während wir hier
- 17:26reden, du sitzt deinem Journalisten
- 17:27gegenüber, der heute in der
- 17:28Frühkonferenz schon wieder 1000 Gründe
- 17:30gehört hat, warum eigentlich jetzt ganz
- 17:32furchtbar ist.
- 17:33Wie viel musst du deinen Optimismus
- 17:35pflegen, um dann auch wirklich überzeugt
- 17:37zu sein, dass jetzt da extrem gute Zeit
- 17:39ist?
- 17:40Ja, eigentlich gar nicht, weil mein
- 17:42Research zeigt. oder also und das ist
- 17:46sehr interessant. Klar, wenn du heute in
- 17:48der Konferenz sitzt,
- 17:51nehme ich an, bespräch sie alle die
- 17:53Dinge, die gestern, heute Nacht und
- 17:56heute früh passiert sind.
- 17:57Iran, Lefticke, richtig?
- 18:01Und in der Kurzzeit
- 18:04schaut die Welt komplett anders aus, wie
- 18:07sie in der Langzeit ausschaut. Und das
- 18:09ist das Interessante. Die
- 18:11Kurzzeitansicht ist wah ist faktisch und
- 18:15die schaut immer miserabel aus, weil
- 18:18weil schlechte Dinge wahnsinnig schnell
- 18:20passieren. Skandale, Katastrophen,
- 18:23Kriegsangriffe, das funktioniert alles
- 18:25in der Kurzzeit und wird dann natürlich
- 18:28auch wahnsinnig oft korportiert in der
- 18:31Langzeit. Äh die Dinge, die sich gut
- 18:34entwickeln, brauchen wahnsinnig lang für
- 18:36diese Entwicklung. Mhm.
- 18:37oft Jahre, oft Jahrzehnte und die fallen
- 18:40aus den Kurzzeitmeldungen raus. Und ich
- 18:44glaube natürlich, dass dass beide diese
- 18:46Dinge wichtig sind. Ich glaube, dass
- 18:49wenn ich gut informiert sein möchte über
- 18:54den Zustand der Welt, dann muss ich
- 18:57etwas über die kurze Zeit wissen und
- 18:59muss etwas über die lange Zeit wissen.
- 19:01Und derzeit ist aber so, dass die Medien
- 19:04alle, auch der Standard ja viel
- 19:06kurzzeitiger geworden sind durch den
- 19:09durch den Online Teil oder also eine
- 19:13eine Tageszeitung war ja ein Tag lang.
- 19:17Jetzt ist stündlich oder minütlich oder
- 19:20und auch dadurch, dass ihr natürlich
- 19:22wisst vom Online ist so Unterstellung,
- 19:26aber ich nehme an, aber ich würde dich
- 19:27sollte dich eigentlich fragen, ihr wisst
- 19:30ja, wer auf was klickt, nehme ich an.
- 19:33Ja,
- 19:33und dann, nehme ich an, klicken die
- 19:35Leute auf negative Nachrichten viel mehr
- 19:38wie auf positive Nachrichten.
- 19:40Na ja, das ist ja auch das, was auf
- 19:41Social Media passiert, dass die negative
- 19:43der negative Impact was wäre, was immer
- 19:46gut funktioniert. Das unterstellt man ja
- 19:48auch Medien gerne mit Only Bad newser
- 19:50Good news, ihr profitiert vom Unglück
- 19:52anderer.
- 19:53Tatsächlich ist es aber so, dass eine
- 19:54Marke auch, ich würde annehmen, auch die
- 19:56des Standards extrem darunter leidet,
- 19:59wenn du dich nur auf diesen Schockmoment
- 20:01konzentrierst. Mn bist sehr schnell in
- 20:04den sein willst.
- 20:05Dann hast zwar vielleicht viele, die
- 20:06irgendwo hinklicken, aber die sind
- 20:08hinter enttäuscht oder wenden sich
- 20:11angeekelt ab etc. Da löst du Dinge aus.
- 20:13drum wir merken und dann drehe ich das
- 20:16Interview gleich wieder um her
- 20:17sagenister äh, dass neben dem puren
- 20:20Update Me, also diesen Bedürfnis das
- 20:22Neueste zu erfahren, ähm beispielsweise
- 20:25die die gedruckte Zeitung mhm
- 20:27ähm der Standard in den vergangenen 20
- 20:29Jahren wesentlich magaziniger geworden
- 20:30ist, wesentlich hintergründiger, dass
- 20:32Recherchen aufwendige Recherchen,
- 20:34Recherche kollaborative
- 20:36Jan Maraleek aufspüren in Moskau etc.
- 20:39auch ein Teil geworden ist, der fernab
- 20:41vom Tagesjournalismus sich entwickelt
- 20:42hat. Aber natürlich, es gibt die zwei
- 20:43Richtungen.
- 20:45Das der Leftedicker, in dem ich jetzt
- 20:46wissen will, was heute Nacht im Iran
- 20:48passiert ist.
- 20:50Äh und äh eine Zusammenfassung, was
- 20:54passiert. Aber beides ist eben immer
- 20:55wieder auch für Journalistinnen,
- 20:56Journalisten ein riesiger Squeeze. Klar.
- 20:58Mhm. Mhm. Ja. Also äh bei mir hat sich
- 21:02das so herauskristallisiert,
- 21:05dass ich vor ewigen Zeiten, ich glaube
- 21:07vor 7 Jahren äh ein Resident war in der
- 21:11amerikanischen Akademie in Rom.
- 21:13Ja.
- 21:13Äh die haben ausgezeichnetes Essen, drum
- 21:16kommen alle.
- 21:16Du hast zweimal in Rom bei solchen
- 21:18Studienaufentlich das Beste, was man
- 21:21also ich war einmal auf der deutschen
- 21:22Akademie und einmal auf der
- 21:24amerikanischen.
- 21:25Unser Essen in Amerika besser
- 21:27viel. Die haben die die Alice Waters
- 21:30angestellt, ein Essensprogramm zu
- 21:32gestalten dafür. Also das ist super.
- 21:34Drum kommen alle. Also, da gibt's 75
- 21:36schon viel größer als gibt's 75
- 21:38Residences dort in alle Richtungen, von
- 21:41Archäologinnen bis zu
- 21:43Schreibern, Filme Machern,
- 21:46Architekten, Designern, Künstlern und da
- 21:48waren Rechtsanwalt dort, der da Ehemann,
- 21:52einer der eingeladenen Künstler war
- 21:55und der hat mir erzählt, dass was man
- 21:57jetzt gerade sieht in Polen, aber auch
- 21:58in Brasilien, das bedeutet das Ende der
- 22:01modernen Demokratie. Mm. Und ich habe
- 22:04das am Abend beim Abendessen habe ich
- 22:06nicht viel dazu gesagt, aber ich habe es
- 22:07am Abend nachgeschaut.
- 22:09Wie schaut's denn aus mit der modernen
- 22:11Demokratie? und hab das halt ein
- 22:13bisschen gecha. Vor 200 Jahren gab's
- 22:16eine, die die Vereinigten Staaten, vor
- 22:19116, heute 86, also die vereinten
- 22:22Nationen sagen, es gibt heute 86
- 22:25demokratische Länder. Es war zum ersten
- 22:28Mal in der Geschichte der Menschheit das
- 22:30mehr als die Hälfte in der Demokratie
- 22:32leben und das war jetzt ein Mann, der
- 22:35fünf Tageszeitungen liest in drei
- 22:37Sprachen und der hatte keine Ahnung von
- 22:41der Welt in der erlebt. keine Ahnung,
- 22:43komplett. Also vier Jahre vor, vier
- 22:46Jahre davor hatten wir die absolute
- 22:49Superspitze der Demokratie erlebt und
- 22:52die kurz das kürzeste
- 22:55äh negative Entwicklung Polen, Brasilien
- 22:58in der Zwischenzeit wieder voll
- 23:00demokratisch. Beide Länder haben bei ihm
- 23:02den Eindruck gemacht, obwohl er fünf
- 23:05Tageszeitungen gelesen hat, dass wir am
- 23:08dass wir das Ende den wir das Ende der
- 23:11modernen Demokratie erleben. Und das war
- 23:14für mich als Kommunikationsdesigner
- 23:16interessante Geschichte.
- 23:18Ich habe oft mit Menschen zu tun, für
- 23:20die fühlt sich so an. mit Blick auf
- 23:22Ungarn von hier, mit Blick auf
- 23:24äh rechtspopulistische Parteien wie die
- 23:26FPÖ, mit
- 23:28mit sorgenvollen Blick auf das, was
- 23:30nicht nur in Minneapolis, sondern in
- 23:31ganz Amerika passiert. Wie
- 23:33viele Freunde, die genauso denken wie
- 23:35mein Rechtsanwalt
- 23:36und dieses, dass die Demokratie
- 23:38untergeht, vergesst es, das das stimmt
- 23:40nicht. Das würdest du auch jetzt aus New
- 23:41York heraus genauso sagen.
- 23:44Ich würde sagen, dass die Demokratie
- 23:46gepflegt werden muss und dass die
- 23:48Demokratie, weil sie demokratisch ist,
- 23:51auch rechtsextreme
- 23:54Parteien aushalten muss, glaube ich, ist
- 23:57Teil davon. Und ich glaube, dass es auf
- 24:01jeden Fall gut ist, das zu beobachten,
- 24:03was passiert jetzt gerade hier oder da.
- 24:06Aber es ist auch gut zu wissen, dass wir
- 24:09heute 86 demokratische Länder haben und
- 24:13dass wir in der Geschichte, in der
- 24:17menschlichen Geschichte hat die
- 24:19Demokratie, die moderne Demokratie 250
- 24:22Jahre in etwa äh Geschichte und in von
- 24:27diesen 250 Jahren sind wir jetzt sehr
- 24:30nahe an der Spitze.
- 24:31Mm. Und ich glaube, das braucht beides.
- 24:33Also das Bewusstsein braucht beides,
- 24:36aber
- 24:37viele Leute, gerade auch viele sehr gut
- 24:40gebildete Leute sehen fast nur die kurze
- 24:44Zeit und gar nicht die lange Zeit.
- 24:46Mhm.
- 24:47Und ich glaube, das kommt natürlich
- 24:49davon, aber ich gebe da überhaupt nicht
- 24:53den Medien die Schuld. Ich gebe mir die
- 24:54Schuld oder uns die Schuld, weil die
- 24:58Medien machen, was wir wollen. Die
- 25:01Medien liefern das für äh
- 25:04was wir was wir wollen und äh das ist
- 25:07natürlich aus vielen Gründen. Eine davon
- 25:11ist die Amikalab.
- 25:13Wir haben halt diese Abkürzung für die
- 25:15Angst und die es aber nicht für das für
- 25:18das Positive gibt. Mhm. viel davon und
- 25:20das lässt sich auch schon
- 25:21wissenschaftlich beweisen, oder? Also in
- 25:23den letzten 20 Jahren sind die
- 25:24Nachrichten viel negativer geworden. Das
- 25:26heißt hat natürlich wahnsinnig viel mit
- 25:28der Verkürzung, die durch das die durch
- 25:31das Digitale gekommen ist zu tun.
- 25:33Ja, ich meine die Algorithmen, wie wie
- 25:35siehst du das als aus dem
- 25:36Kommunikationsdesign heraus? Das ist ja
- 25:38eigentlich, du interessierst dich für
- 25:40ein Produktsampel
- 25:42und dann komme ich mit dem ganzen
- 25:43Lastwagen und kipp dich absolut
- 25:45kip dich voll mit dem, was dir also
- 25:46egal, ob das Islamistenvos oder
- 25:49Designvos von dir oder oder was
- 25:51Positives, vielleicht noch bisschen was
- 25:53Positives hineingestürzt, damit die
- 25:55Suizidrate nicht so hoch wird. Ich
- 25:56übertreibe es natürlich ein bisschen,
- 25:58aber um es herauszuarbeiten, es ist
- 25:59eigentlich ein more of the same. Die
- 26:01Scheuklappen werden enger, wenn da
- 26:04irgendwas rausgefunden wurde, was dir
- 26:05gefallen könnte, wo deine Engagement
- 26:07Rate höher ist. Ich gebe dir mehr
- 26:08davonne. Aber ich glaube, also die
- 26:10Algorithmen sind ein riesen Problem,
- 26:12aber ich glaube, es sind nicht nur die
- 26:14Algorithmen, es ist die Verkürzung an
- 26:15sich oder also
- 26:17äh
- 26:18und das im Sinne von Attention Band, das
- 26:19eigentlich einfach alles lauter wird,
- 26:21oder?
- 26:21Ja. Ja. Oder ich, wenn ich mal schaue,
- 26:24welche Artikel von der New York Times
- 26:26werden geordnet nach Emotion werden am
- 26:30meisten an Freunde geschickt. Nummer
- 26:32eins, Outrage,
- 26:34also die Empung.
- 26:35Ja. Ja. Ja.
- 26:36Und äh das weiß natürlich auch die New
- 26:38York Times, die verwenden das auch. Es
- 26:41gibt auch einen Grund, wieso auch in der
- 26:43New York Times von zehn Headlines neun
- 26:46das Wort Trump verwenden. Mm.
- 26:48Also das äh aber das sind wiederum wir
- 26:52oder es sind in dem Fall die Leserschaft
- 26:54der New York Times, die alle AntiTrump
- 26:56sind, die bedient werden von diesem
- 26:59Medium. Wie geht's dir als politischer
- 27:03Mensch, als jemand, der seine Umgebung
- 27:05äh aufmerksamst wahrnimmt in diesem
- 27:08Land? Was hat sich verändert? Was macht
- 27:10die Kurzzeitbetrachtung, die du ja
- 27:11selbst auch hast mit dir? Also, ich
- 27:14wohne natürlich in New York, nicht in
- 27:15Amerika. Ist immer noch ein großer
- 27:17Unterschied, oder? Wir haben vielleicht
- 27:19den linkesten
- 27:21Bürgermeister Amerika gerade g
- 27:23rechtlinken Bürgermeister. Ja,
- 27:26da kriegt man, also ich kriege vom Trump
- 27:28gleich viel mit wie du.
- 27:30Mhm.
- 27:30Ich lese es in der Zeitung. betreffen
- 27:33als Person. Betroffen als Person bin ich
- 27:37genauso
- 27:38wenig wie jemand in Wien.
- 27:40Mhm.
- 27:41äh und viel viel weniger wie jemand im
- 27:45Iran oder in Kuba oder sonst wo. Ich
- 27:48glaube, ich bin so negativ,
- 27:51also mein meine Gedanken über die
- 27:54derzeitige Regierung sind so negativ,
- 27:57wie sie sein können. Und ich hoffe, dass
- 27:59es
- 28:00in einem halben Jahr schon einmal besser
- 28:02wird
- 28:03mit den Mittterms und in zwei Jahren das
- 28:07Bendelum wieder in die andere Richtung
- 28:08schwingt. Du hast dich jetzt öfters auf
- 28:10die Datenlage bezogen und das ist ja
- 28:11auch ein ein großer Teil deiner
- 28:13zurückliegenden Projekte
- 28:16abstrahierbare oder ja Daten, die da
- 28:20sind zu verwenden, um Longterm Progress
- 28:23langzeit Fortschritt zu zeigen. Was sind
- 28:25Dinge, die dich da auch selbst
- 28:27überrascht haben? Ich bin Journalist,
- 28:28ich muss natürlich nach Superlativen
- 28:30Fragen nicht.
- 28:32Also, wir haben äh in Glchar in Mexico
- 28:36gerade Ausstellung beendet. äh wo wir
- 28:40eine große Installation drinnen haben,
- 28:43äh
- 28:45die zeigt, dass Frankreich 1700
- 28:49war der durchschnittliche Kalorien
- 28:52Haushalt geringer wie im Kongo heute.
- 28:57Kongo ist eines der drei unternährtesten
- 28:59Länder der Welt und wir haben da in der
- 29:02Installation dann einen äh einen Eintopf
- 29:06aus Frankreich aus 1700 den Besuchern
- 29:10angeboten und einen zeitgenössischen
- 29:14Eintopf von äh vom Kongo, die man
- 29:18probieren konnte. Die waren
- 29:19wahrscheinlich beide besser, wie sie in
- 29:20Wirklichkeit waren, was sie von einem
- 29:22mexikanischen äh Chef, also Koch äh
- 29:26gemacht worden sind. Und ich habe die
- 29:29Zahlen noch mal ordentlich
- 29:30nachrecherchiert, also die kommen von
- 29:32einem Nobelpreisgewinner
- 29:34in der Ökonomie und ich fand das deshalb
- 29:37so faszinierend,
- 29:39weil wir über Frankreich 1700
- 29:42nur über den König Bescheid wissen und
- 29:46dessen Hof und gar nichts darüber, wie
- 29:49die Leute gelebt haben und schon gar
- 29:52nichts darüber, dass 90% 90% in der
- 29:56extremen Armut gelebt haben, also die
- 29:58extreme Armut, also die Hunger gelitten
- 30:01haben und das war natürlich nicht nur in
- 30:03Frankreich so, sondern eigentlich in
- 30:05ganz Mitteleuropa. England ist ein
- 30:07bisschen besser gegangen, aber in ganz
- 30:10Mitteleuropa, also wir wissen es ja auch
- 30:13als Feralberger oder bis 1930 mit den
- 30:16Schwabenkindern, die nicht ernährt
- 30:18werden konnten von den eigenen Familien,
- 30:21die nach Deutschland geschickt äh
- 30:23geschickt werden mussten. Das ist auch
- 30:26interessant, weil ich da natürlich jetzt
- 30:27nicht nur mich auf Zahlen berufen muss,
- 30:30sondern ich kann mich auch auf die
- 30:31Familiengeschichte
- 30:32äh schauen oder so von Urgroßeltern,
- 30:37von denen sechs Kinder gestorben sind.
- 30:39Mm.
- 30:40Nicht als Babys, sondern als 1 2 4
- 30:43Ajährige. Schlimmste was einer was
- 30:46Eltern passieren kann. sechs mal
- 30:48Urgroßeltern, also nächste Generation,
- 30:50da sagen meist als fünf Kinder sind
- 30:52gestorben.
- 30:53Und das ist denen passiert, obwohl die
- 30:56schon zur Elite gehört haben, weil sie
- 30:59zu den 15% der Österreicher gehört
- 31:01haben, die lesen und schreiben konnten.
- 31:03Und das ist einfach interessante
- 31:04Geschichte, dass wir jetzt nie nicht von
- 31:06der Uhrzeit reden, sondern wir reden
- 31:08hier von drei Generationen zurück.
- 31:10Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Die
- 31:13Urgroßeltern waren noch bei den wenigen,
- 31:16die lesen und schreiben konnten und der
- 31:19Rest war in der Armutsgrenze und nicht
- 31:22ein paar, sondern 90%. Also, das ist
- 31:25einfacher,
- 31:26also ich find es interessant,
- 31:30das wieder einmal zu beleuchten, weil in
- 31:33unserem in meinem Geschichtsunterricht,
- 31:35ob wir einen guten Geschichtsprofessor
- 31:36hatten, wurde das nicht behandelt. Also
- 31:39die so auch heute noch ist es ja
- 31:41eigentlich,
- 31:43wenn ich äh in der Geschichte, wenn ich
- 31:46in der gut in ein gutes Buchgeschäft
- 31:49gehe und ich gehe in die Geschichte
- 31:51Abteilung, dann werde ich dort fast
- 31:54alles, was ich dort sehe, sind über die
- 31:57Herrschenden, ganz wenig über
- 31:59Sozialgeschichte, wie ist es denn den
- 32:01Leuten gegangen?
- 32:04Und das ist alles, ich fand, ich finde
- 32:07das alles unglaublich interessant, weil
- 32:11ich glaube, dass zu einem runden
- 32:14Verständnis
- 32:16des Lebens und der Welt auch ein
- 32:20Langzeitverständnis
- 32:22gehört. Ja,
- 32:25dieses Langzeitverständnis
- 32:27ähm führt dir dann oder das nicht
- 32:30wahnsinnig ausgeprägte
- 32:31Langzeitverständnis, wie du oft
- 32:33aufzeigst, äh führt dann ja auch äh
- 32:35dazu, dass Dinge als zu
- 32:36selbstverständlich gesehen werden, dass
- 32:38die Dinge klar, das frische Luft da ist,
- 32:40für den Moment, es ist
- 32:42selbstverständlich, unsichtbar äh wie
- 32:44eben äh auch Luft oder Sauerstoff in im
- 32:47konkreten Fall meine ich ja damit äh wie
- 32:50wie notwendig brauchen wir diese
- 32:52Erkenntnis? zum Leben, zum Überleben.
- 32:54Und damit spiele ich natürlich an. Du
- 32:55hast jetzt Godara angesprochen, du warst
- 32:58auch in Kiev mit deinen Themen. Äh
- 33:00vielleicht kannst du da einen Einblick
- 33:02geben, wie du dich Kiev angenähert hast
- 33:05und äh wie du aus Kiev zurückgefahren
- 33:08bist mit dem Zug. Du, ja, ich war
- 33:10irgendwann auf einem deutschen Podcast,
- 33:13wo mich der Podcaster gefragt habe,
- 33:15würde ich diese diese Message, dass
- 33:18heute alles besser ist oder ich glaube,
- 33:20wir haben irgendwas drüber gesprochen
- 33:21über, dass weniger Leute im Krieg
- 33:24sterben wie früher,
- 33:26was so ist,
- 33:28ob ich diese Message auch nach in die
- 33:30Ukraine bringen würde. Und ich habe auf
- 33:32gar keinen Fall, weil ich mir nicht
- 33:34vorstellen kann, dass Leute denen die
- 33:36Bomben auf den Kopf fallen eine
- 33:37Interesse dran haben, dass sich
- 33:40statistisch das verringert hat.
- 33:43Und dann hat mich ein paar Wochen danach
- 33:46eine Frau aus der Ukraine
- 33:49kontaktiert und der gesagt, sie würde
- 33:51gerne über Zoom ein einen Event machen.
- 33:56Sie ladet 100 Leute ein. äh sie wird
- 34:00mich projizieren an die Wand und ich
- 34:03würde das Thema machen. Und ich habe
- 34:04gesagt, das mache ich solange danacher
- 34:07Stunde haben zum Diskutieren, wenn ihr
- 34:10Mikrofone organisiert, dass man auch
- 34:12wirklich, dass man das wirklich äh
- 34:14diskutieren können. gemacht.
- 34:17Ich habe meinen Standardvortrag über das
- 34:20Thema gehalten und dann gab's da unter
- 34:25diesen, ich glaube 80 sind gekommen,
- 34:27gab's da relativ hohe Begeisterung und
- 34:30irgendwer hat gesagt, wir sollten das
- 34:32Buch ins Ukrainische übersetzen lassen
- 34:34und irgendwer gesagt, wir sollten die
- 34:36Ausstellung bringen und ich habe
- 34:38natürlich gedacht, das wird nie
- 34:39funktionieren oder es gibt ja nicht
- 34:40einmal ein Flugverkehr in die Ukraine
- 34:43und das hat aber beides funktioniert und
- 34:45ich war dann zuerst in Lawiv, also äh
- 34:48und dann in Kiev
- 34:50und äh
- 34:53also ich würde sagen,
- 34:55in der VI haben es nachher auch noch
- 34:58eine kleine oder ursprünglich kleine
- 35:01Designkonferenz organisiert mit mir und
- 35:04lokalen Designern.
- 35:07Da kamen 3ieinhal000 Leute, haben noch
- 35:10mal 5000 online live zugehört. Also das
- 35:13war das war dann die größte
- 35:15Designkonferenz Europas. Mm. Aber nur
- 35:18mit den Ukrainern, weil es war ja so
- 35:20schwer ins Land zu kommen.
- 35:23Und
- 35:25ich habe dann auf dieser Konferenz oder
- 35:27nach der Konferenz Bücher ukrainische
- 35:29Bücher signiert, die die auch wirklich
- 35:31äh hergestellt und gedruckt haben und
- 35:34habe dort wirklich hunderte Male beim
- 35:37Signieren gehört, hunderte Male. Thank
- 35:40you so much for bringing this message to
- 35:42Ukraine.
- 35:43Mhm. Und
- 35:46also mein Eindruck ist, dass wenn die
- 35:49Leute wirkliche Probleme haben, dann
- 35:52sind sie für solche Nachrichten viel
- 35:54offener.
- 35:55Mhm.
- 35:55Ich kriege am meisten
- 36:00Widerstand
- 36:02von den reichsten Leuten, die in den
- 36:04reichsten Ländern wohnen.
- 36:07Widerstand infern? Also, die denken,
- 36:10das kann nicht sein, das ist ein
- 36:12Blödsinn. Der ist nicht der Ja, der ist
- 36:15zu, der ist naiv. Äh, der ist immer äh
- 36:20das so äh Poliana, der sieht nur das
- 36:23Positive der blendet positiv. Rosarote
- 36:25Brille.
- 36:25Ganz genau. Ja, ja, ja, ja, ja. Und ich
- 36:28muss sagen, ich verstehe es auch, weil
- 36:32ich die ganzen Untersuchungen kenne. Der
- 36:35Kritiker, der das Buch hast, wird immer
- 36:38intelligenter angesehen als der
- 36:40Kritiker, der das Buch liebt.
- 36:41Mhm.
- 36:42Ich selber oder? Also äh du hast es
- 36:45vorhin kurz angesprochen. Wir haben ja
- 36:47im ersten Teil des Designs des
- 36:49Designstudios haben wir viele
- 36:51Plattencovers gestaltet, unter anderem
- 36:53auch für die Talking Heads und den David
- 36:54BN. Du wirst noch ein bisschen mehr
- 36:56darüber erzählen müssen, befürchte ich
- 36:57gleich. Ja, also der David hat äh eine
- 37:01kleine Medienorganisation, die heißt
- 37:04Reasons to Be Cheerful,
- 37:06wo er selber aus eigenem Geld ein paar
- 37:08Journalisten anstellt, die positiven
- 37:11Meldungen nachgehen. Mhm. Und ich
- 37:14verfolge das natürlich, ist eh klar,
- 37:16aber ich muss zugeben, ich lese es
- 37:18selten, weil es so langweilig ist
- 37:21und auch ich, obwohl ich mich jetzt mit
- 37:23seit 6 Jahren oder 7 Jahren mit dem
- 37:26Stoff beschäftige, tendiere dazu,
- 37:29negative Nachrichten interessanter zu
- 37:32finden.
- 37:34Und da
- 37:36würde ich jetzt gleich einmal einen
- 37:38Challenge oder mal
- 37:41würde ich die an dich fragen. Also,
- 37:45es gibt im wir haben ja viel über
- 37:48Schönheit einmal gemacht,
- 37:49ja,
- 37:50Buch und Ausstellung.
- 37:51Ja. Ja.
- 37:52Und im Zuge des der Recherche für die
- 37:54Schönheit bin ich drauf gekommen, dass
- 37:56viele Designer, die von sich sagen, ich
- 37:59bin ein Problemlöser.
- 38:02mehr. Ich habe mit der Ästhetik nichts
- 38:03zu tun,
- 38:05das selber wirklich glauben,
- 38:09aber von meiner Seite aus ist es
- 38:10eigentlich nur Faulheit, weil es wenn
- 38:14ich nur wenn ich nur einen
- 38:16funktionierenden Stuhl machen muss, also
- 38:20kann ich 100 davon machen heute
- 38:22Nachmittag, weil ich weiß die Höhe, die
- 38:24Sitzhöhe, ich weiß die optimale Lehnen
- 38:27der optimale Lehnenwinkel, kann ich aus
- 38:30der Geschichte schöpfen und kein
- 38:32Problem, weil die Probleme, die wirklich
- 38:35zu lösen haben, sehr einfach zu lösen
- 38:37sind. Und jetzt auf der anderen Seite äh
- 38:41wenn ich jetzt aber einen Stuhl
- 38:42gestalten muss, der funktional ist,
- 38:46schön ist und 2026 ein Recht hat
- 38:52gestaltet zu werden, dann ist es eines
- 38:55der schwierigsten Aufgaben in der im
- 38:57Design überhaupt, weil ich kämpfe
- 38:59dagegen 5000 Jahre Stuhlgeschichte an äh
- 39:02und du willst den nächsten Imshare
- 39:04hinstellen? Du willst nicht den nächsten
- 39:06Imscher hin
- 39:07ganz genau. Und da was besseres zu
- 39:09machen ist unglaublich schwer.
- 39:10Wahnsinnig anspruchsvoll.
- 39:13Und jetzt habe ich so den Eindruck, aber
- 39:15da möchte ich deine Meinung wissen, dass
- 39:17im Journalismus,
- 39:19was wir gemeinsam haben, ist wir wollen
- 39:22ja alle etwas machen, was interessant
- 39:24ist.
- 39:26Und ich habe den Eindruck, dass
- 39:30im Journalismus für viele Leute jeder
- 39:33will interessant sein und
- 39:37man hat das Gefühl, dass es viel
- 39:40einfacher interessant ist zu sein im
- 39:43Negativen wie im Positiven und dass das
- 39:46auch ein Grund ist ins Negative zu
- 39:50gehen.
- 39:51Und da frage ich jetzt, glaubst du, dass
- 39:53da auch eine gewisse Faulheit dabei ist,
- 39:56weil es schwerer wäre einen
- 39:59interessanten positiven Artikel zu
- 40:01schreiben.
- 40:02Na ja, also ist auch billiger.
- 40:04Inwiefern?
- 40:05Na, weil du weniger Ressourcen dafür
- 40:06brauchst. ein mir fällt natürlich nach
- 40:09wie vor nur ein Literaturkritiker in dem
- 40:11Fall ein ein verstorbener Deutschein,
- 40:13aber es einen Literaturkritiker sich zu
- 40:15halten, der alles vernichtet,
- 40:17wäre günstiger in Summe als eineköpfige
- 40:20Redaktion zu haben, die nach Nachrichten
- 40:23sucht. Klar,
- 40:23die sind ja auch alles Menschen und
- 40:25glücklicherweise keine AI Agents. Das
- 40:28heißt, die äh unterliegen denselben
- 40:32Biases Vorurteilen wie wie wir alle. und
- 40:36und
- 40:37auch in den Journalismusschulen wurde
- 40:39und wird gelehrt äh, dass äh wenn ein
- 40:43Hund einen Mann beißt, das keine
- 40:44Geschichte ist und wenn ein Mann einen
- 40:46Hund beißt, das vielleicht dann eben
- 40:48eine Geschichte ist, du suchst das
- 40:49Außergewöhnliche, du willst natürlich
- 40:52Interesse, Aufmerksamkeit, das darf
- 40:53nicht langweilig sein, wie du zum
- 40:55Newsletter vorher
- 40:56gesagt hast, aber trotzdem gibt's eine
- 40:58langenhaltende Diskussion um
- 40:59konstruktiven Journalismus. Und wenn
- 41:01konstruktiver Journalismus gut gemeint
- 41:02ist im Sinne von Lösungen aufzeigt, dann
- 41:05ist es was anderes als wenn der
- 41:06Politiker sagt, schreibt ein bisschen
- 41:08weniger negativ. Es wä jetzt bess da das
- 41:11sind schon Grundsätze, in denen wir uns
- 41:12bewegen, nicht? Ähm, aber natürlich, wir
- 41:15haben kürzlich, wir haben sehr positive
- 41:16Rückmeldungen auf eine Kolumne, die am
- 41:18Freitag jeweils kommt, drei gute
- 41:19Minuten.
- 41:20Ja, Turns out, es gibt Leute, die wollen
- 41:22abgelenkt werden. Und übrigens ist das
- 41:24eine große große ein großes Bedürfnis ab
- 41:27Donnerstagabend, ab Sonntag Nachmittag,
- 41:29die Leute wollen nicht nur über das
- 41:30Neueste informiert sein, wollen auch
- 41:32entführt werden, inspiriert werden in
- 41:34eine andere Welt. ist auch kein Zufall,
- 41:36wieso das Rondom Magazin und andere aufs
- 41:39Wochenende hingibt. Das ist Weekend
- 41:41Feeling, ein anderes Feeling als
- 41:42Dienstag morgen. Ähm, aber richtig ist,
- 41:45dass wir uns sicherlich alle an der Nase
- 41:47nehmen müssen, äh ständig, weil die
- 41:52Flut, die auf uns hereinbricht, oft eine
- 41:55ist aus Polizeimeldungen, aus
- 41:57Agenturmeldungen,
- 41:59die negativ sind.
- 42:01Faulheit. Es ist einfacher, was
- 42:04Negatives zu finden als was Positives.
- 42:05Ist sicher richtig. Und auch die Leute
- 42:08mit was inspirierenden zu begeistern.
- 42:10Mhm.
- 42:11ist ja auch für dich viel aufwendiger,
- 42:13als wenn du sagst, das Bild alleine ist
- 42:14schon so wahnsinnig, das müssen wir
- 42:15einfach absolut
- 42:16genau als und ich glaube al sag mal ein
- 42:19Hauptgrund,
- 42:22wieso ich seit 6 Jahren da Bücher und
- 42:24Ausstellungen und aller möglichen Teifel
- 42:27machst,
- 42:29weil ich glaube, dass soziale
- 42:31Veränderung
- 42:33sich durch positive und negative
- 42:38Meldungen
- 42:40Inhalt alte äh herstellen lässt oder
- 42:44wenn ich mal die nichtrauchen
- 42:46nichtraucherkampagnen anschaue,
- 42:47unglaublich erfolgreich oder im meisten
- 42:50in fast in allen Ländern Zahlen
- 42:53halbiert, in manchen Ländern, also in
- 42:55England vert geviertelt,
- 42:58äh
- 42:59also Anzahl der Raucher,
- 43:00ja,
- 43:01und da gab es natürlich die
- 43:03Versprechung, Geld zu sparen, gesünder
- 43:05zu sein und das Negative, die
- 43:08grauslichen Fotos, welchen Krebs man
- 43:09kriegen wird auf den Packungen und wenn
- 43:12ich d auch eine große Installation
- 43:15gemacht
- 43:16damit
- 43:17es gab letztes Jahr große Umfrage 10 000
- 43:2210 000 Jugendliche zwischen 15 und 25,
- 43:25wo 53% geglaubt haben, die Menschheit
- 43:28geht zu Ende. 53% und die sitzen
- 43:32depressiv in ihren Schlafzämern und tun
- 43:34gar nichts gegen die Klimakatastrophe
- 43:36und das Attensterben und so weiter und
- 43:38so fort, weil natürlich Depression und
- 43:41Angst nicht aufbauend sind, lät
- 43:44ja läm sind ganz genau. Und da glaube
- 43:47ich ist es gut, wenn es Zuckerbrot und
- 43:50Peitsche gibt. Und von der Peitsche
- 43:53kriegen wir wahnsinnig viel mit. Und es
- 43:55gibt, also ich glaube, dieser
- 43:59die diese Mixtur zwischen Zuckerbrot und
- 44:02Peitsche ist viel zu peitschen
- 44:06heftig.
- 44:07Mhm.
- 44:08Das ist also auch eine Gegenbewegung. Du
- 44:11hast die äh der Beauty äh die die
- 44:14Schönheit der Beautyhow angesprochen
- 44:16auch. Der Mensch tendiert aber schon
- 44:18dazu, eine Welt sich auch zu wünschen,
- 44:20auch im medialen Betrieb, die schöner
- 44:22ist als in Wirklichkeit, die ein
- 44:24bisschen hübscher ist, die ein bisschen
- 44:26ansehnlich ist. Also da reicht's ja
- 44:27auch, den Fernseher kurz anzumachen. Das
- 44:29ist ja auch nicht immer die Realität,
- 44:31sondern es ist abgesehen jetzt von
- 44:32Nachrichtensendungen äh
- 44:35nicht der Präsentation von
- 44:36Nachrichtensendungen, die ist auch
- 44:38hübscher als im Alltag im üblichen und
- 44:40und geschminkt und hergerichtet sind die
- 44:42Nachrichtensprecher und Sprecherinnen.
- 44:45Ähm ist das eine Sehnsucht? äh nach
- 44:47Schönheit oder wie wie bist du wie hast
- 44:49du dich dem Thema genähert ursprünglich?
- 44:51Wo kam die Faszination? Ich glaube
- 44:53natürlich, dass wir alle ja auf jeden
- 44:55Fall
- 44:57ja auch angezogen sind von Schönheit
- 44:58absolut ja ja von der Schönheit
- 45:00angezogen werden, ohne jeden Zweifel und
- 45:03dass wir uns in schönen Umgebungen
- 45:08besser fühlen und uns auch besser
- 45:11benehmen. Und das ist jetzt nicht nur
- 45:14eine äh eine Meinung von mir, sondern
- 45:17das kann man auch gut oder kann ich auch
- 45:19gut wissenschaftlich beweisen. Äh
- 45:23ganz ein ganz einfacher Beweis wäre, ich
- 45:26schaue mal die Umfragen der
- 45:29Reisemagazine
- 45:30auf jedem Kontinent an. Äh die zehn
- 45:34schönsten Großstädte sind meistens die
- 45:37gleichen zehn. Paris, Rom, Wien und so
- 45:40weiter und so fort. Äh und schau dann
- 45:44aber auch,
- 45:46das sind natürlich auch die zehn Städte,
- 45:48wo alle Leute, die in hässlichen
- 45:50Gegenden wohnen, auf Urlaub gehen
- 45:52wollen, die dadurch paradoxerweise die
- 45:57Schönheit dieser Städte oft
- 45:58hinunterziehen, wie man das gut in
- 46:00Barcelona oder auch in Prag im Sommer
- 46:03sehen kann. Da werden wir uns noch was
- 46:05einfallen lassen müssen, weil so kann
- 46:07das nicht weitergehen.
- 46:09Oder es gibt da eine tolle Sache in New
- 46:12York oder wir haben zwei verschiedene
- 46:15Bahnhöfe, die optisch sehr verschieden
- 46:18sind. Der Grand Central, ein großartiges
- 46:2019. Jahrhundert Bauwerk und die Pen
- 46:22Station ein ganzer misslungenes 60er
- 46:26Jahre Bau und es gibt die äh
- 46:29New England Complex Systems Network, die
- 46:33eine äh äh eine App äh gestaltet haben,
- 46:37die mit äh Twitter oder Ex funktioniert.
- 46:41Die meisten kann aus welchem Ort
- 46:43geographisch mehr positive oder mehr
- 46:46negative Nachrichten rauskommen.
- 46:49Penstation.
- 46:50Penstation ist immer rot, Grand Center
- 46:53ist immer grün. M
- 46:54gleiche Funktion, gleiche
- 46:57gleiche Art von Leuten äh sind Pendler
- 47:01in beiden Richtungen äh
- 47:05kannst sagen ganz ganz ähnlich
- 47:07ökonomisch äh aufgesetzt und komplett
- 47:10andere komplett andere Nachrichten
- 47:12kommen raus.
- 47:14Hast du dich aus deiner Funktion als
- 47:17Designer und Rolle als Design Funktion?
- 47:19Klingt so schnö aus deiner Rolle als
- 47:21Designer auch immer stärker mit
- 47:25Verhaltensökonomie
- 47:27beschäftigt, weil ja auch die Effekte,
- 47:29die du erzielen solltest vom Kunden
- 47:32gewünscht sind, ja oft nicht nur das
- 47:35Süche und die Beauty of Itself ist,
- 47:36sondern das, was die Menschen daraus
- 47:38schließen und tun. Ich meine, bei mir
- 47:40ist es so, dass mir mittelschnell
- 47:43langweilig wird oder nach den ersten 7
- 47:47Jahren, wo wir Plattencovers gemacht
- 47:49haben, habe ich im SBIEL danach
- 47:51entschlossen,
- 47:53das habe ich jetzt glaube ich gemacht,
- 47:54da haben wir genug gemacht. Äh, mach was
- 47:56anderes. Da gibt's noch so viel anderes
- 47:59Interessantes. Machen wir was anderes.
- 48:01Oh, das waren damals dann wir wollten
- 48:04eigentlich große NGOs machen, also
- 48:07Charities. äh äh weil mich das
- 48:10interessiert hat, war dann schwieriger
- 48:13als ich es mal vorgestellt hat, weil
- 48:16die großen Charityties hatten alle ein
- 48:18Board und da was Gutes für die zu machen
- 48:21mit dem Komitee war äußerst schwierig,
- 48:24aber äh versucht auf jeden Fall und das
- 48:30ich habe dann im Zuge auch schon nach
- 48:32dem ersten Sebel bin ich drauf gekommen,
- 48:34dass die Sprache des Designs
- 48:38sehr speziell les und dass ich die ich
- 48:40habe ja zuerst auf der angewandten und
- 48:42dann in New York noch mal studiert, die
- 48:45auch wirklich gelernt habe. Und ich habe
- 48:48mal überlegt, das ist ja eigenartig,
- 48:50dass ich diese Sprache gelernt habe und
- 48:53sie bisher eigentlich nur für
- 48:55promotionelle Zwecke eingesetzt habe.
- 48:57Ich würde ja jetzt habe ich gerade
- 48:59Spanisch gelernt, es wird ja wir niemals
- 49:01im Kopf einfallen zu sagen, so jetzt
- 49:04rede ich nur noch in Werbesprüchen in
- 49:07Spanisch und habe dann versucht zu
- 49:11schauen, was kann man dann mit der
- 49:13Sprache noch sprechen, was gibt's denn
- 49:15da, was kann man mit dem noch
- 49:16ausdrücken, was andere Leute mit
- 49:19Sicherheit schon einmal als
- 49:20Schriftsteller ausgedrückt haben oder
- 49:23vielleicht als Filmemacher? geht gibt's
- 49:25was zu sagen mit der Sprache und aus dem
- 49:28kam eigentlich,
- 49:30ich glaube die erste große Serie war
- 49:32Things Le in my life so far, also
- 49:35Dinge, die ich bisher im Leben gelernt
- 49:37habe, die wir dann damals noch auf
- 49:40Kundenflächten, also auf Billboards, die
- 49:43von Kunden bezahlt worden sind, die uns
- 49:45diese Flächen zur Verfügung gestellt
- 49:47haben, um diese typographischen
- 49:51gelernten Dinge in die Öffentlichkeit zu
- 49:54bringen. Galerieraum zu schaffen
- 49:55ja eigentlich ja absolut. Und von dem
- 49:58ging das dann in den Film als
- 50:02ursprünglich den Film, den Happy Film,
- 50:03der dann aber auch zu einer Ausstellung
- 50:06wurde und dann über die Schönheit und
- 50:08jetzt zu dem Langzeitdenken die neuesten
- 50:12Ausstellungen heißen Finally something
- 50:14good, also endlich einmal was Gutes.
- 50:16Wo stehen wir jetzt in der Sebaticle
- 50:20Phase? Anfang des des der fünften Zeit,
- 50:23also äh mein letztes Sebticle, das
- 50:26vierte ist gerade zu Ende gegangen
- 50:28letzten Oktober.
- 50:29Also von daher jetzt ongoing mal se
- 50:32Jahre geht jetzt mal weiter. Okay,
- 50:34aber wie du eh schon angesprochen hast,
- 50:37ist sind durch die ersten
- 50:40drei Sebeticals
- 50:42ist meine Normalzeit sehr sacelartig
- 50:47geworden.
- 50:48Es vermischt sich. Na sag ja,
- 50:51wir reden mit Stefan sagmeister und
- 50:53manch eine manch einer wird jetzt sagen,
- 50:55ich hätte so gern viel mehr über
- 50:57Grafikdesign gehört. Lass uns da kurz
- 50:59eintauchen und vielleicht auch für dich
- 51:01gedanklich in deiner ersten in der
- 51:03wüdenphase, in der wahrscheinlich Vor
- 51:05Alberg to Small war, wie es mal ein
- 51:08nicht so wichtiger Politiker ausgedrückt
- 51:09hat und dann vielleicht auch Wien to
- 51:10small war und du in New York warst und
- 51:12da lag dir die Welt zu Füßen. Du hast in
- 51:13einer Zeit begonnen, du bist mit
- 51:16physischen Albumcovers äh aufgewachsen,
- 51:19die sind dann in den 90er Jahren
- 51:21natürlich mit den CDs kleiner geworden,
- 51:23aber da waren Booklets, da gab's die
- 51:25Möglichkeit Editions zu machen und über
- 51:28die ein über das einzelne Produkt
- 51:30hinauszudenken, was nicht viele gemacht
- 51:31haben.
- 51:33Wie geht's dir heute, wenn du Spotify
- 51:34aufmachst und das ist dann eine
- 51:37Briefmarke noch? Also die Entwicklung,
- 51:39glaube ich, ist am schlechtesten für die
- 51:41Musiker,
- 51:42also für die Designer, dass die
- 51:45Möglichkeit, ein Studio zu machen, wie
- 51:48wir das hatten
- 51:50in den 90er Jahren, dass sich wirklich
- 51:53auf Albumcover konzentriert hat, war ja
- 51:56immer sehr gering und also reine
- 51:59Albumcover Studio gab es glaube ich nie
- 52:01mehr als fünf auf der Welt. Ja,
- 52:03unglaubliche Spezialisierung oder
- 52:04natürlich auch die Möglichkeit Leute
- 52:06kennenzulernen, die zu verstehen.
- 52:08Und du hast David Burnner angesprochen,
- 52:10die Rolling Stones war dabei, bis zu
- 52:12bist zu bist du OK oder? Also
- 52:14ja. Ja, also es war äh super
- 52:15interessant. Ä, ich finde auch heute
- 52:18noch die Übersetzung von etwas so
- 52:20emotionalem Musik, das aber in also das
- 52:24aber an sich nicht visuell ist in etwas
- 52:28visuelles ist eine unglaublich
- 52:30interessante Aufgabe, glaube ich immer
- 52:32noch. Also di das die Gestaltung eines
- 52:35Albumcovers fand ich immer viel
- 52:37interessanter, sage mal wie ein
- 52:38Filmposter, weil ein Film ist ja schon
- 52:40visuell. Das heißt, da musst du
- 52:42eigentlich ein Trichtinhalten und das
- 52:46genau da irgendwie das konzentrieren,
- 52:50was es schon gibt visuell.
- 52:52Wie geht das wie geht das bei Musik? Ja,
- 52:54viel interessanter, weil es natürlich
- 52:57drum geht, die Emotionalität der Musik
- 53:02in ein Bild oder im Falle von CDs
- 53:05vielleicht auch in 20 Bildern, weil sie
- 53:07ein Booklet gibt, sich proberaum
- 53:09gesetzt, um zuzuhören, zu spüren,
- 53:12aufzusaugen. Also unser normaler Prozess
- 53:15damals war, ich bin ins Studio gegangen,
- 53:18unser Auftrag kam, während die Bands in
- 53:20den Studios war, haben mit den Leuten,
- 53:22die die Musik
- 53:24äh äh geschrieben haben oder die die
- 53:27komponiert haben, gesprochen drüber,
- 53:31wieso macht's ein neues Album, um was
- 53:33geht's im neuen Album, was sind die
- 53:35Einflüsse fürs neue Album,
- 53:38solche Sachen und versucht überhaupt
- 53:40nicht übers Cover zu sprechen.
- 53:43Weil ich das immer als unsere Aufgabe
- 53:45angesehen habe, diese Umsetzung. Äh und
- 53:49das war interessant. Wir haben auch, es
- 53:52gab so bei uns ein paar Regeln, also
- 53:54wenn die Band nicht verfügbar war, haben
- 53:56wir es nicht gemacht. Also, wenn wir da
- 53:59gab's manchmal die Situation, dass die
- 54:02Plattenfirma uns briefen wollte.
- 54:05Ja, ist ja auch sehr technokratisch in
- 54:06dem Business insgesamt. Da kommt der
- 54:07Manager von Manager und Wüdern oder?
- 54:09Ja. Und das haben wir nicht gemacht.
- 54:12Halt das auch bei den Rolling Stones?
- 54:14Nein, bei den Stones war man überhaupt
- 54:16nur mit Mcchiger unterwegs.
- 54:18Ja,
- 54:19weil das war wiederum ein spezieller
- 54:20Fall, weil die Stones die Rechte für
- 54:24ihre Visuals besitzen. Also und
- 54:28ungewöhnlicherweise normalerweise ist
- 54:30unser Kunde, also sie wir normalerweise
- 54:32stellen wir die Rechnung an die
- 54:34Plattenfirma. Bei den Stones haben wir
- 54:37die Rechnung an die Stones gestellt,
- 54:38weil die Stones natürlich das Visual
- 54:41besitzen wollen. Es war ja auch im
- 54:43ersten Briefing vom Tiger dabei, er will
- 54:46irgendwas, was gut gestickt auf einer
- 54:49Baseballcappe auf einer Baseballkappe
- 54:51ausschaut. Also, das war sehr finanziell
- 54:54orientiert überraschend für mich. Mhm.
- 54:56Äh
- 54:57und äh vor allem, weil die besten
- 55:00Covers, über die wir gesprochen haben,
- 55:02die besten Stones Covers, haben alle
- 55:04nicht gut auf einer Baseball Camp
- 55:06gestickt ausgeschaut. Also
- 55:08das hat er wahrscheinlich schon fünf mal
- 55:09gehört in seinem Leben. Ja, genau.
- 55:11Ja, aber an sich natürlich auch für mich
- 55:14interessanter mit Leuten, denen du Leben
- 55:17lang schon mal zugehört hast. Äh ich war
- 55:20Lorid Fan, ich war Talking Heads Fan. äh
- 55:23mit diesen Leuten
- 55:25über die Gründe zu sprechen, wieso sie
- 55:27ein neues Album zu machen, als jetzt
- 55:29irgendwie in Marketing Meetings zu
- 55:31sitzen. Äh, also es war schon eine gute
- 55:34Zeit, aber auch das
- 55:38auch in dem Bereich war halt das 45.
- 55:40Cover nicht so interessant wie das
- 55:42erste.
- 55:42Stell mir ständig die Frag, wenn dir so
- 55:43schnell langweilig wird und wenn das
- 55:44repetitiv wird und wenn du auch wenn ich
- 55:46auch Gespräche mit den Idolen deiner
- 55:50Jugend, weil also es hätte auch ein
- 55:52Musiker aus dir werden können. Du
- 55:54standest auf du standest auf kleinen
- 55:56Bühnen mit einem Instrument in der Hand.
- 55:59Was für Instrument eigentlich?
- 56:01Ich habe Querflöte gespielt und gesongen
- 56:03für eine Prag Rock Band,
- 56:07die nicht gut war. Ah, und ich glaube,
- 56:12wir waren
- 56:14wir sind einfach komplett falsch
- 56:16gelegen. Also, wir haben damals gedacht
- 56:18als 15, 16-jährige,
- 56:20dass wenn wir die PA und die und die
- 56:25Verstärker und Instrumente hätten von
- 56:30King Crimson oder Pink Floy, dann wären
- 56:31wir genauso gut.
- 56:33Also, das war natürlich sowas von dumm.
- 56:36Hast du das vorher schon gesehen oder
- 56:37als du dann im Proberaum saß und
- 56:40bei mir war es dann bei mir gab
- 56:43der Albumkunden.
- 56:44Ja. Ja. Also genau, also als ich die
- 56:47alben Kunden hier und da im Studio
- 56:50spielen gehört habe und gesehen habe,
- 56:52dass die eigentlich auf der gleichen
- 56:54Stratocaster mit dem gleichen Fenderamp
- 56:58gespielt haben wie wir, dann muss ich
- 57:01sagen, war ich nie in einer Band, weil
- 57:03wenn das Band ist, war das war komplett
- 57:07andere Geschichte. Also hatte mit uns
- 57:09nichts zu tun. Nichts zu tun. Deine
- 57:13Anfänge waren, hast du auch kurz
- 57:16beschrieben, im Layout, in der
- 57:17Druckgrafik, im wie hießen die Letras
- 57:20Buchstaben aufhobeln und so
- 57:22und zu der Zeit, in der du in New York
- 57:24warst, hat MTV natürlich längst
- 57:25eingeschlagen Videos aller Orten, aber
- 57:28gefangen auf diesen unpraktischen
- 57:30Fernseher die Computer erst langsam und
- 57:33da in schlechter Qualität an
- 57:34Windows Media und Real Player sich
- 57:36niemand mehr erinnern.
- 57:38Wie hat Video dem Albumcover oder dieser
- 57:42ikonischen Grafik, Druckgrafik auch den
- 57:45Rang abgelaufen oder wie beurteilst du
- 57:46du heute, wo wir Musik in
- 57:49wiederkehrenden Clips oder in in sich
- 57:51bewegenden
- 57:53äh ja Videosequenzen eigentlich auch
- 57:54visualisieren?
- 57:56Also insgesamt fand ich Musikvideos gut,
- 57:59also vor allem gute, also es gab ja
- 58:01unglaubliche Kultur von sehr sehr guten
- 58:04Videos.
- 58:06Viele davon sind ja auch sehr sehr gute
- 58:09äh Regisseure von Filmen geworden.
- 58:12Äh
- 58:14Spike Jones und viele andere.
- 58:17Insgesamt aber glaube ich, dass wenn ich
- 58:20das aus einer Musikrichtung betrachte,
- 58:22ist ein Album Cover ein viel idealeres
- 58:26Medium wie ein Musikvideo, weil ein
- 58:27Musikvideo viel zu detailliert und
- 58:31deutlich ist. Also, wenn ich ein Lied
- 58:34zum ersten Mal höre, dann ist man viel
- 58:37lieber, ich höre das nur als Musik und
- 58:39nicht mit Video. Weil wenn ich nur mit,
- 58:42wenn ich es mit Video höre, dann habe
- 58:43ich das in meinem Kopf und da ist ein
- 58:46Cover viel angenehmer, weil das kann
- 58:48eine Richtung vorgeben. Das zeigt mal
- 58:50ah, das ist ein Band, die geht in die
- 58:52Richtung. Aber ich, das ist als
- 58:55Einzelimage oder als eine Serie von
- 58:57Images immer noch so frei, dass ich noch
- 59:00mein meine komplett eigene Geschichte
- 59:03darum bauen kann. Darum glaube ich, dass
- 59:07der Verlust eigentlich ist der größte
- 59:09für die Musiker.
- 59:10Mhm. Weil jetzt dadurch, dass alle meine
- 59:14Freunde
- 59:15Playlisten hören,
- 59:18wo sie nicht einmal wie wo sie weder
- 59:21wissen, wie die Band ausschaut oder die
- 59:23Musikerin ausschaut, noch wissen den
- 59:26noch den Namen
- 59:28von der Musikerin wissen. Das heißt,
- 59:31wenn die Musikerin in ihre Stadt live
- 59:33spielt, wüssten sie nicht einmal, ach,
- 59:35das ist die, wo ich im Büro immer das
- 59:37Lied, mein Lieblingslied gehört habe.
- 59:41Es gibt Ausnahmen, aber man sieht's ja
- 59:42auch, dass
- 59:44bei den großen Touring Acts, das sind
- 59:48mit Ausnahmen, also klar, da gibt's die
- 59:50Taylor Swift, aber die andere die ganzen
- 59:55anderen großen Touring Acts sind immer
- 59:57noch Leute wie Metallica und so weiter
- 1:00:00und so fort. Also Leute, die in der
- 1:00:02Zeit, wo es noch Covers gab, ihre ihre
- 1:00:07Brand groß gemacht haben
- 1:00:08und würde dich auch null reizen, wenn
- 1:00:10Taylor Swift sich meldet von mir aus
- 1:00:12null
- 1:00:12auch selbst und sagt, bitte komm Revival
- 1:00:15jetzt nach all den Jahren.
- 1:00:17Ja. Nein, nicht, also
- 1:00:19das ist so
- 1:00:22auch kein Gefühl drin. Ich hätte anders
- 1:00:23gemacht oder wenn du du kaufst ja auch
- 1:00:26gerne Vinyl nach wie vor, oder?
- 1:00:27Ja. Ja. Ja. Also die Qualität von Vinyl,
- 1:00:30von der Vinyl Albumgestaltung ist
- 1:00:33wahnsinnig hoch. Ja,
- 1:00:34man konnte vielleicht sogar
- 1:00:36von der Qualität her betrachtet vom
- 1:00:38goldenen Zeitalter rechnen äh oder
- 1:00:41reden. Aber das ist natürlich eine
- 1:00:43kleines Spartenpublikum oder Leute, die
- 1:00:47Milliarden Streams auf Spotify haben,
- 1:00:50verkaufen 10.000 Menyülalben. Mm.
- 1:00:53Also das ist verschwend man freut sich
- 1:00:55über eine Revival, aber es dass es
- 1:00:57produziert wird. Ja.
- 1:00:58Ja, absolut. Aber äh ansonsten gar
- 1:01:00nicht. Das wäre so ein bisschen wie
- 1:01:03wieder zu einer ganz alten Beziehung
- 1:01:06zurückzugehen. So, also das macht mich
- 1:01:09nicht an, mache lieber was Neues.
- 1:01:11Ähm umgeben sind wir ja auch und da
- 1:01:15gab's in Österreich vor einiger Zeit äh
- 1:01:18einen weiteren Versuch, Kinder vom Handy
- 1:01:20zu entwöhnen, fernzuhalten, das
- 1:01:23Smartphone wegzulegen. Äh und das ist
- 1:01:26dann schon drei Wochen lang ziemlich
- 1:01:27kompliziert. Wie geht's dir? eigentlich
- 1:01:29in diesen ja wie vorgegebenen
- 1:01:30Umgebungen, die wir seit 2007, also seit
- 1:01:33Erfindung, seit uns Steve Jobs das
- 1:01:34iPhone gegeben hat, hat sich unser Leben
- 1:01:36ja massiv verändert und sehr vieles
- 1:01:38passiert auf einem flachten Bildschirm,
- 1:01:40also so ziemlich alles mit
- 1:01:41Kommunikationsdesign, was da drauf
- 1:01:43passiert.
- 1:01:43mm,
- 1:01:44wie geht's dir selber, wenn du plötzlich
- 1:01:46aus einer Flat Design Era, wo alles
- 1:01:48zurückgenommen Johnny I mäßig reduziert
- 1:01:51wurde und jetzt kommt dann Liquid Glass
- 1:01:53und die KI generiert irgendwas und alles
- 1:01:54bewegt sich, es wird bunt. Äh, wie
- 1:01:57geht's dir selber auf iOS
- 1:01:58beispielsweise?
- 1:02:00Ja, also ich mache physikalische Bilder,
- 1:02:03also ich setze ä ich kaufe auf kleinen
- 1:02:06Auktionshäusern
- 1:02:08zwei oder 300 Jahre alte Bilder,
- 1:02:10zerschneide die und setz physikalische
- 1:02:14äh Dinge da hinein, die ausschauen, wie
- 1:02:16minimalist wie minimalistische Kunst,
- 1:02:18aber Datenvisualisierungen sind. Also,
- 1:02:21und das hat natürlich einen Grund, weil
- 1:02:25mich auch, also vor allem als Gestalter
- 1:02:28dieses nie fertige, immer sich
- 1:02:32verändernde
- 1:02:35nicht
- 1:02:37nicht so anmacht, ist einfach nicht so
- 1:02:39befriedigend. Ich sehe das, ich habe
- 1:02:40früher gedacht, das hat vielleicht mit
- 1:02:42meinem Alter was zu tun.
- 1:02:43Mhm.
- 1:02:44Sehe aber jetzt gerade, wenn ich auf
- 1:02:46irgendwelchen digitalen Konferenzen und
- 1:02:48Vortrag halte, wo ich danach 30
- 1:02:5220-jährige rund um mich habe, die alle
- 1:02:54irgendwie fragen, wie komme ich in
- 1:02:56irgendeine Sparte, wo man wieder
- 1:02:58irgendwas physikalisches machen kann.
- 1:03:00Mhm.
- 1:03:01Also auch jetzt
- 1:03:02auch, weil es digitale flüchtig damit
- 1:03:04ist, auch wenn sich ständig bewegt. Ja,
- 1:03:05also man sieht das, ich sehe das bei
- 1:03:08mir, also in in meiner Beziehung meine
- 1:03:11Partnerin äh, die lange
- 1:03:16Interfaes für äh Virtual Reality
- 1:03:20Programme gestaltet hat,
- 1:03:24hat jetzt im letzten Jahr äh einen
- 1:03:27Kronleuchter aus Porzellan gemacht aus
- 1:03:30genau diesem Grund. oder wenn ich sehe
- 1:03:33äh in sagen mal in in Brücklin in
- 1:03:36Williamsburg in dem Bezirk, wo die der
- 1:03:41Prozentsatz von den Leuten, die digital
- 1:03:43arbeiten, am größten sind, gibt's auch
- 1:03:46die meisten Leute, die Marmelade
- 1:03:48einmachen und äh und am Wochenende
- 1:03:53Holzstühlschreiner
- 1:03:55Lehren machen und solche weiter.
- 1:03:58Ja, ja, ja, ja, ja. Also, ich glaube, es
- 1:04:00gibt
- 1:04:01eine verinnerlichte Liebe zu Dingen, die
- 1:04:05anfassbar sind. Es ist natürlich auch,
- 1:04:08also ich kann mich da auch noch
- 1:04:09erinnern, unter den Berufen, als wir
- 1:04:13viel über das Glück nachgeforscht haben,
- 1:04:15waren die Schreiner gerade die
- 1:04:17Möbelschreiner immer ganz oben, weil die
- 1:04:20halt gesehen haben, was sie gemacht
- 1:04:22haben
- 1:04:23am Abend. gesehen. Ich habe am Morgen
- 1:04:25diesen Stuhl angefangen und jetzt steht
- 1:04:27er da und schaut gut aus und ist so
- 1:04:28geworden, wie ich ihn ungefähr wollte.
- 1:04:30Das ist befriedigend
- 1:04:31aus heutiger Perspektive gerne ein
- 1:04:33Schreiner geworden.
- 1:04:35Nein, glaube ich nicht. Also äh oder
- 1:04:39weiß ich sogar, dass ich nicht, weil wir
- 1:04:42haben im zweiten Sebticle relativ viele
- 1:04:45Möbel gestaltet, also zwei Lehnstühle
- 1:04:49und drei drei Lehnstühle, ein paar
- 1:04:52Lampen, Decke und so weiter und da hätte
- 1:04:56ich die Zeit und die Möglichkeit gehabt,
- 1:04:59das war in Indonesien, das auch selber
- 1:05:02zu machen. Und als ich die Zeit und die
- 1:05:05Möglichkeit hatte, das selber zu machen,
- 1:05:07wollte ich die Gestaltung des Ding
- 1:05:09machen und habe jemand angestellt, der
- 1:05:12das fertig gestellt hat. Also nein, das
- 1:05:14war also das mussliche Zeit auf Bali war
- 1:05:17das glaube ich genossen.
- 1:05:18Ja
- 1:05:19oder lieber noch eben statt ich hätte es
- 1:05:22vielleicht ich ist ja relativ steile
- 1:05:25Lernkurr also und
- 1:05:28das wäre für mich zu einengend gewesen.
- 1:05:31Also z.B. Die drei Lehstüne, die
- 1:05:33gemacht, die wir gemacht haben, war
- 1:05:34einer aus Rat, einer aus Edelstahl mit
- 1:05:37Taiwak und äh und der Dritte aus
- 1:05:41Tickholz. Mm. komplett verschiedene
- 1:05:44Techniken, total verschieden, also in
- 1:05:46der Herstellung, das heißt, ich hätte,
- 1:05:48wenn ich einen selber gemacht hätte,
- 1:05:51wenn ich jetzt den Edelstahl selber
- 1:05:53gemacht hätte, ja, mein Gott, also
- 1:05:55Edelstahl zu schweißen, bis ich das
- 1:05:57gekonnt hätte in dieser Präzision, da
- 1:06:00wäre das Jahr drauf gegangen. Also ich
- 1:06:02glaube, da hätte ich ein Jahr gebraucht,
- 1:06:05einfach technisch auf diesen Level zu
- 1:06:07kommen, dass ich das selber das hät mich
- 1:06:10viel zu wenig interessiert. Aber du
- 1:06:12siehst auch für junge Leute, wenn die
- 1:06:15das hören und sich auch fragen, soll ich
- 1:06:17mehr ins Digitale nur oder ist die
- 1:06:19spielt die Materialität auch eine Rolle,
- 1:06:21da ist schon auch ein ein eine
- 1:06:23Gegenbewegung da zum digitalen und eine
- 1:06:25große Sehnsucht nach materiellen. Und
- 1:06:27jetzt sowieso, also ob ich jetzt als
- 1:06:30junger Mensch ins Digitale
- 1:06:33möchte, jetzt würde ich ja mal sagen ist
- 1:06:37schwierig, weil es wahnsinnig schwer
- 1:06:39vorauszusehen ist, dass oder vielleicht
- 1:06:43es ist sehr einfach vorauszusehen, dass
- 1:06:45jeder Beruf, der rein digital ist große
- 1:06:49Wahrscheinlichkeit hat, ersetzt zu
- 1:06:50werden. Und da glaube ich ist das
- 1:06:53physische noch mal sehr wichtiger. We es
- 1:06:56hat bei mir keine Rolle gespielt, also
- 1:06:58ich bin nicht ins Physische gegangen,
- 1:07:00weil ich schon vor 6 Jahren die
- 1:07:02Entwicklung der KI vorausgesehen habe.
- 1:07:05Das war reines so reiner Zufall.
- 1:07:07Wie geht's dir heute eigentlich mit der
- 1:07:08KI? Wenn ich gerade eben bei Chat GPT
- 1:07:10eingetippt, erstell mir eine Grafik äh
- 1:07:13Daten basiert mit folgenden Zahlen im
- 1:07:15Stille von Stefan Sagmeister,
- 1:07:16kommt was raus.
- 1:07:17Na ja, es tut uns leid, aber der Prompt
- 1:07:20verstößt möglicherweise gegen unsere
- 1:07:22Schutzmechanismen im Bezug auf die
- 1:07:23Ähnlichkeit mit Inhalten dritter. Und es
- 1:07:25kann es liegen, dass ich das aus der EU
- 1:07:27heraus abgefragt habe. Wenn ich nicht
- 1:07:29recht habe und wir uns geirrt haben,
- 1:07:30dann schreibt das bitte noch einmal. D
- 1:07:32habe ich gesagt, na, du hast nicht recht
- 1:07:33natürlich, weil force it to do so
- 1:07:36und ne, aber es bleibt dabei. Also, die
- 1:07:38Bilderstellung wurde angehalten. Ich
- 1:07:39meine,
- 1:07:39alles klar,
- 1:07:40das war jetzt Chat oder wer ist das?
- 1:07:42Das war jetzt Chat. Das war oben.
- 1:07:44Das wundert mich. Ja, also äh wenn jetzt
- 1:07:47das Cloud gewesen wäre, wä es
- 1:07:49wahrscheinlicher gewesen, dass es nicht
- 1:07:50durchgeht. Bei Chat wundert's mich und
- 1:07:53jetzt kann man es noch bei Grock
- 1:07:54probieren. Ja,
- 1:07:55da geht alles.
- 1:07:55Da wird wahrscheinlich da wird's
- 1:07:56wahrscheinlich durchgehen, nehme ich an,
- 1:07:58oder?
- 1:07:58Da könnte ich auch den nackten Stefan
- 1:08:00Sagmeister von deiner Einladungskarte
- 1:08:02der ersten Agentur anfordern.
- 1:08:03Den sicher und vielleicht noch nackiger
- 1:08:06machen.
- 1:08:06Noch nackiger machen. Genau.
- 1:08:08Es gab jetzt auch irgendwer war wir
- 1:08:11haben gerade eine kleine Postausstellung
- 1:08:12gemacht in New York
- 1:08:14und da war ein befreundter Designer auf
- 1:08:16der Ausstellung. Da ist meine erste
- 1:08:19nackte Einladungskarte im Hintergrund
- 1:08:21gesessen und der hat Bilder gepostet bei
- 1:08:23sich auf Instagram, die haben sie im
- 1:08:25Nart gesperrt. Diese nackte
- 1:08:26Einladungskarte müssen wir aber noch
- 1:08:28kurz erklären. Das war die Einladung,
- 1:08:29als du frisch angekommen in New York
- 1:08:32quasi deinen Claim gemacht hast, Here I
- 1:08:33am.
- 1:08:34Mhm.
- 1:08:34Da hast du dich nackt verschickt.
- 1:08:37Ja. Ja, das war mit kurzem und mit
- 1:08:40langem Penis und da gab's halt dann Text
- 1:08:42dazu
- 1:08:43und die Zeite mit dem kurzen Penis war
- 1:08:46bisher habe ich für andere gearbeitet,
- 1:08:48jetzt mache ich mein eigenes Studio auf.
- 1:08:52Das war eine Zeit, wo man Penisze machen
- 1:08:55konnte und das hat auch vielleicht das
- 1:08:58war ein anderes, wo ich Schiss hatte.
- 1:09:01Also meine damalige Partnerin hat
- 1:09:03gesagt, du wirst deinen einzigen Kunden
- 1:09:05verlieren,
- 1:09:06den du hast. Ich habe es dann aber
- 1:09:08trotzdem gemacht und war dann ein paar
- 1:09:10Wochen später bei dem Kunden im Büro.
- 1:09:13Der hat ein reinweises Büro und das
- 1:09:15einzige Ding, was an der Wand gehangen
- 1:09:17ist, war meine Einladungskarte mit einem
- 1:09:20Posted drauf und auf dem Posted stand so
- 1:09:22etwa
- 1:09:24der only risk ist not take risk und der
- 1:09:27Kunde hatte vier verschiedene Firmen,
- 1:09:29die uns dann alle gegeben hat. Also, wir
- 1:09:31haben noch hal vier Identi, die ersten
- 1:09:33Jobs vom Studio waren dann die vier
- 1:09:36Identities für seine vier Firmen. Also,
- 1:09:38das hat funktioniert und
- 1:09:42die Einladungskarte wurde zu dutzenden
- 1:09:45malen in jedem Designmagazin der Welt,
- 1:09:47also bis nach Indonesien abgedruckt
- 1:09:51und hat uns eigentlich oder das war eine
- 1:09:53Postkarte, das hat 300$ gekostet. Druck
- 1:09:57der Postkarte, ich halt ausgeschickt
- 1:09:58habe, war dann aber mit einem Schlag
- 1:10:02waren wir irgendwie angekommen als
- 1:10:04Studio, also hat als
- 1:10:06Kommunikationsmittel
- 1:10:08sehr gut funktioniert.
- 1:10:10Das heißt, was ich daraus nehme, Mut
- 1:10:11lohnt sich.
- 1:10:13Das ist bei mir, muss ich sagen, mein
- 1:10:14ganzes Leben lang so geblieben. Also das
- 1:10:17ist,
- 1:10:19ich weiß das und muss mich aber trotzdem
- 1:10:22immer wieder neu überwinden. Also, das
- 1:10:25ist vielleicht ein bisschen leichter
- 1:10:27geworden mit der Zeit, aber im
- 1:10:32wenn ich drüber nachdenke, wie oft das
- 1:10:35gut ausgegangen ist, praktisch immer von
- 1:10:3820 mal 19 mal gut,
- 1:10:41müsste ich würde ich mir müsste ich
- 1:10:44eigentlich das verinnerlicht haben und
- 1:10:46immer mutig sein. Ist aber leider nicht
- 1:10:47so. Das heißt, wenn du dich selber
- 1:10:49frägst, ist es jetzt eine zu verrückte,
- 1:10:52ein zu bolder Move, wie auch immer man
- 1:10:54da sagen würde, ist es eine zu verrückte
- 1:10:56Wende, dann wird die Tendenz bei dir
- 1:10:59zwischenzeitlich auch dazu gehen, komm,
- 1:11:01probieren wir es. Wenn es mal gut geht,
- 1:11:02mache ich's. Wenn es mal nicht so gut
- 1:11:04geht, ziehe ich trotzdem den Schwanz
- 1:11:06sein. Die kurzfristigen Krisen, ich
- 1:11:10folge deiner Lehre, wir sollen sie nicht
- 1:11:11beachten, langfristig wird alles besser
- 1:11:13und trotzdem sitzt man in dem Loch und
- 1:11:15trotzdem sieht's äh traurig aus. helft
- 1:11:17auch in persönlichen Krisen oder kann
- 1:11:19auch langfristiges Denken und Datenlagen
- 1:11:21in persönlichen Krisen äh einem Mut
- 1:11:24zusprechen.
- 1:11:24Absolut.
- 1:11:25Absolut. Also Beispiel von der letzten
- 1:11:28Woche, wir haben
- 1:11:31gerade vor dem Subitel habe ich noch das
- 1:11:34die Terrasse renovieren lassen. Jetzt
- 1:11:37gibt's da schon wieder Leaks. Also
- 1:11:41es regnet. Komm da kommt das Wasser
- 1:11:42rein.
- 1:11:43Ja,
- 1:11:43hab mich natürlich wahnsinnig geärgert
- 1:11:45dem neugerichteten
- 1:11:47in der neugerichteten Terrasse, wo jetzt
- 1:11:49geblettelt ist.
- 1:11:52Mit Vallberger Handwerkern wäre das
- 1:11:53nicht passiert hätten deine Brüder deine
- 1:11:55Geschwister gesagt, abol es würde es
- 1:11:57wurde nicht körig gemacht. Also
- 1:11:59nicht körig. Jawohl.
- 1:12:02Und wo ich dann drauf gekommen bin, dass
- 1:12:04das ja, dass das kein einfaches Leit,
- 1:12:07sondern ein schwieriges, ein schwierig
- 1:12:09zu finden ist, war ich ein mal zwei
- 1:12:12Stunden sehr bedrückt und dann
- 1:12:13irgendwann haben wir gedacht, okay, aber
- 1:12:15jetzt schauen wir mal die Situation an
- 1:12:16oder also äh ich habe gerade wieder
- 1:12:19gutes Jahr vor mir. Ich komme frisch aus
- 1:12:22dem Satical. Meine Reisetätigkeit hat
- 1:12:25sich gerade ein bisschen ist gerade auf
- 1:12:28der Unterkurve. Jetzt ich hab jetzt die
- 1:12:30nächsten Monate auch wirklich in New
- 1:12:32York ist der Zwischenzeit wieder
- 1:12:34bisschen anders.
- 1:12:34Ja, man kann dich auch hier sehen
- 1:12:35übrigens kurzer Einschub äh in Berlin
- 1:12:38ein Vortrag im Sommer glaube ich.
- 1:12:40Ja. Ja. Ausstellungen gibt's ja, du
- 1:12:42warst in den alten gerade bist es gibt
- 1:12:45gibt schon bist schon auf Tournee auch
- 1:12:47bin schon unterwegs oder so, aber auch
- 1:12:49glücklicherweise jetzt ein mal
- 1:12:51wobei jetzt bin ich in Mailand in
- 1:12:53nächster Woche aber auch wieder gut in
- 1:12:56New York. Äh
- 1:12:58ich bin in einer Beziehung, die man sehr
- 1:13:00viel, also die gut ist, die äh
- 1:13:04langzeitig ist und die
- 1:13:07meiner Partnerin und mir sehr gut tut.
- 1:13:09Äh, ich kann im Prinzip machen, was ich
- 1:13:13will mit dem Studio. Also, es ist
- 1:13:15komplett frei. Ich muss keine äh
- 1:13:18Auftragsarbeiten machen.
- 1:13:19Ist es auch was Befreiendes? Weil das
- 1:13:21wissen ja auch nicht alle. Du wolltest
- 1:13:22ja immer klein sein. Du hast alles
- 1:13:24getan, damit es nicht ein riesen Studio
- 1:13:27wird.
- 1:13:27Absolut. Ja, ich habe einen ein großes
- 1:13:29Vorbild gehabt, ä den Tibor Kalmen, bei
- 1:13:32dem ich mal gearbeitet habe bevor dem
- 1:13:35Studio und als ich den gefragt habe,
- 1:13:39soll man Tipp geben und gesagt, the only
- 1:13:42difficult thing is not to grow
- 1:13:44in Design Studio. Everything else is
- 1:13:46easy.
- 1:13:46Mhm.
- 1:13:47Und das habe ich meistens befolgt in der
- 1:13:51Zeit, wo die Jessica Walch Partnerin war
- 1:13:54und sie wachsen wollte, sind wir dann
- 1:13:56auch größer geworden, weil natürlich
- 1:13:58einer
- 1:13:59Partnerin auch einen gewissen Freiraum
- 1:14:03geben musst.
- 1:14:04Wie groß wart ihr da? 30, 40
- 1:14:05ja 25 inen, aber noch mal 25 Freelancer
- 1:14:09vielleicht oder 20, also schon relativ
- 1:14:11groß und es hat mir, wie ich es mir
- 1:14:13erwartet hatte, nicht gefallen,
- 1:14:15weil es Pflichten mit sich bringt.
- 1:14:17Ja, weil dann hast du bist du HR Person.
- 1:14:20Wir waren nicht groß genug, dass wir
- 1:14:22eine HR Abteilung gehabt hätten, aber äh
- 1:14:26das du hast halt diese ganzen
- 1:14:29politischen Dinge, also kleinpolitischen
- 1:14:32innerhalb des Studios Dinge, die denken,
- 1:14:36die sind talentierter wie die, die
- 1:14:38glauben und so weiter und so fort. Ja,
- 1:14:40und das hat mich nicht interessiert und
- 1:14:43die
- 1:14:46das Kleinstudio, also für mich ist das
- 1:14:49beste vier, fünf Leute.
- 1:14:51Mhm.
- 1:14:51Das funktioniert irgendwie am besten. Da
- 1:14:54gibt's klare Rollenverteilung, sind die
- 1:14:56Rollen auch nicht so vergleichbar, tut
- 1:15:00allen gut. Äh ja, das gefällt mir gut.
- 1:15:04Mhm.
- 1:15:06Wir haben immer in unserem Podcast 12
- 1:15:09Schnellfeuerfragen, ein Wordrap. Die
- 1:15:11sind natürlich
- 1:15:13auch für Manager gebaut. Äh, aber ich
- 1:15:16stell die dir einfach und äh würde kurze
- 1:15:19Antwort bitten.
- 1:15:20Gerne.
- 1:15:21Äh vier Tage Woche oder 7 Tage Woche?
- 1:15:23Vier.
- 1:15:25Sport vor oder nach der Arbeit?
- 1:15:27Vor
- 1:15:28führst du deinen Terminkalender selbst?
- 1:15:30Ja. Auf welche Eigenschaften achtest du
- 1:15:33am meisten, wenn du Leute kennenlernst?
- 1:15:36M
- 1:15:39Feinfühligkeit
- 1:15:41und
- 1:15:44Gutherzigkeit
- 1:15:45und vielleicht auch mit Sicht auf das
- 1:15:47große Studio gibt's eine gute Art zu
- 1:15:50kündigen.
- 1:15:53Hm.
- 1:16:00besserer Job.
- 1:16:02Was ist dein wichtigster Softskill?
- 1:16:07H
- 1:16:10organisiert.
- 1:16:12Ich spreche hier mit einem zweifachen
- 1:16:14Grammy Gewinner und frage trotzdem,
- 1:16:16welches Networking Event ist das
- 1:16:17Wichtigste?
- 1:16:19Hm. TED.
- 1:16:20Ja.
- 1:16:21Mhm.
- 1:16:23Office, Homeoffice oder Hybrid?
- 1:16:27Hybrid. Welche Eigenschaft hat dich an
- 1:16:29die Spitze gebracht?
- 1:16:32Kör Schaffer.
- 1:16:34Wie übersetzt man Kör eigentlich auf ein
- 1:16:36körriges Hochdeutsch? Das ordentlich ist
- 1:16:38ja nicht gar alles, oder?
- 1:16:40Ja. Nein, aber also
- 1:16:42ich glaube, dass die Dinge
- 1:16:44so
- 1:16:47fertiggestellt werden,
- 1:16:53dass man sie selber nicht besser machen
- 1:16:55könnte. Und es schwingt auch so ein ganz
- 1:16:57oder gar nicht mit irgendwie von der
- 1:16:59Attitüde.
- 1:16:59Ja, absolut. Und ich glaube das, ich
- 1:17:02sehe das in Vorlberg, ich sehe das aber
- 1:17:05auch in der West, also in der
- 1:17:07Ostschweiz.
- 1:17:08Mhm. Also, wenn ich in Zürich ins
- 1:17:12Buchgeschäft gehe, dann sehe ich dort
- 1:17:1520 Titel, die alle nur Schweiz bezogen
- 1:17:19sind, die unglaublich gestalterisch
- 1:17:23aufwendig gemacht werden, wo ich weiß,
- 1:17:25da hat jemand dre Jahre seiner seines
- 1:17:27Lebens hineingesteckt und die Auflage
- 1:17:30ist wahrscheinlich 500 oder 1000. Also,
- 1:17:32da verliert jeder einen Haufen Geld
- 1:17:35dabei. Das sind lauter Liebesarbeiten,
- 1:17:38die kirrig fertiggestellt worden sind,
- 1:17:40wo es komplett egal war, ob man ob das
- 1:17:43jetzt ob sich das rentiert oder nicht.
- 1:17:46Und all das könnte man zusammenfassen
- 1:17:48mit einem äh bewundern Blick und einem
- 1:17:51kurzen Körig.
- 1:17:53Ja.
- 1:17:54Gibt es eine Worklife Balance?
- 1:17:58Klar. Ja, also ich bin kein
- 1:18:02Wirkholik,
- 1:18:04ich arbeite, also ich war ein mal zwei
- 1:18:08Jahre lang in Hong Kong in der Zeit, 16
- 1:18:11Stunden täglich dran.
- 1:18:13Du warst in deiner ganzen Karriere nur
- 1:18:15zwei Jahre angestellt, oder?
- 1:18:16Ja. Ja,
- 1:18:17das waren diese zwei Jahre
- 1:18:18und das hat mir nicht gefallen. Also das
- 1:18:21war ich wusste dann, dass
- 1:18:24wenn ich so weitermachen würde, bin ich
- 1:18:27mit 35 nicht mehr Designer und das war
- 1:18:29mal zu schad, weil ich gern Designer war
- 1:18:32und ich habe dann im Studio als im
- 1:18:33eigenen Studio einfach gesagt, wir
- 1:18:35fangen um 10 Uhr an, wir hören um 7 Uhr
- 1:18:37auf und wir arbeiten länger wie 7 oder
- 1:18:42am Wochenende nur mit richtigen
- 1:18:44Katastrophen. Also, das muss ein
- 1:18:46wirkliches Ding sein. Ansonsten sind wir
- 1:18:48um 7 Uhr draußen und auch das hat super
- 1:18:51funktioniert.
- 1:18:53Was ist für dich ein gutes Unternehmen?
- 1:18:56Eines, das Dinge macht, die ein Recht
- 1:18:59haben in der Welt zu stehen und das in
- 1:19:02einer Atmosphäre
- 1:19:04diese Dinge in einer Atmosphäre
- 1:19:07vollbringt,
- 1:19:09die den Leuten, die in dieser Firma
- 1:19:12beschäftigt sind, Freude macht. Und dein
- 1:19:14Tipp an junge Menschen, die erfolgreich
- 1:19:17werden wollen.
- 1:19:19Versuch versuche so gute Arbeit zu
- 1:19:21machen, wie du kannst.
- 1:19:23Mhm. Vielleicht zur Abrundung noch, was
- 1:19:26vielleicht auch jetzt den Hörerin Hörern
- 1:19:28auch jenen, die uns auf YouTube sehen
- 1:19:30aufgefallen ist, ä du bist seit über 30
- 1:19:33Jahren in Amerika. Mhm. äh und hörst
- 1:19:36dich nicht wie der Orni Schwarzennecker
- 1:19:38an, sondern man kann vorzüglich mit dir
- 1:19:41sogar im Vallberger Dialekt reden. Hörst
- 1:19:43dich ebeno an, wie sich Vor Alberger
- 1:19:45anhört, der Hochdeutsch spricht, nicht?
- 1:19:48Wie hast du dir die Sprache überhaupt
- 1:19:50erhalten und diesen Bezug? Du hast ja
- 1:19:52laufen und regelmäßige Bezüge zur
- 1:19:54Altenheimat. Also, ich habe zwei Brüder
- 1:19:57und drei Schwestern und
- 1:20:00bin mit denen gut im Kontakt. Komm auch
- 1:20:03relativ häufig, als wenn es ein runden
- 1:20:06Geburtstag oder Hochzeit oder sowas
- 1:20:09gibt, bin ich meistens dabei. Äh habe
- 1:20:13mit einer Schwester ein wöchentliches
- 1:20:15Telefongespräch. Mhm.
- 1:20:17Aber darüber hinaus habe ich da nichts
- 1:20:20bewusst gemacht. Und ich muss auch
- 1:20:23sagen,
- 1:20:26also bei Vortragen passiert's mal hier
- 1:20:27und da, wenn ich einen Vortrag auf
- 1:20:29Deutsch halten muss, dass ich sehr viele
- 1:20:32das mal gerade im Fachbereich englische
- 1:20:34Wörter unterkommen. Ich entschuldige
- 1:20:37mich dann immer, weil
- 1:20:41mir das immer so werbig vorgekommen ist
- 1:20:44oder ich kann mich erinnern,
- 1:20:45wenn einer sagt, wo ist die Attitude
- 1:20:46oder?
- 1:20:46Ja, ja, ja. Und ich gehe auf Meetings
- 1:20:49und den ganzen Scheiß oder ich kann mich
- 1:20:51erinnern vor ewigen Zeiten einmal im
- 1:20:56Fernsehen, ich glaube das war noch mit
- 1:20:57der Vera Russwurm, den Joe Zavinull
- 1:21:01gehört zu haben. Okay.
- 1:21:03Und der hatte einen Pilzmantel an und
- 1:21:07hat so halb Englisch, halb Deutsch
- 1:21:08gesprochen und ich habe mir gedacht, so
- 1:21:10ein Arschloch. Also, ich habe das,
- 1:21:14aber ich habe das natürlich ich, das war
- 1:21:16ich 16. Ich habe das auch nicht
- 1:21:18verstanden. Also, mir ist das als reine
- 1:21:20Angabe vorgekommen, aber das war es
- 1:21:23wahrscheinlich gar nicht.
- 1:21:24Wahrscheinlich. Der hat einfach lange,
- 1:21:25lange, lange in Amerika gewohnt
- 1:21:29und ich sehe da schon, ich habe hier und
- 1:21:32da mal nicht sehr häufig, aber wenn ich
- 1:21:34jetzt einen älteren Menschen, einen
- 1:21:37älteren Österreicher treff, der seit 50
- 1:21:41Jahren, also bei mir sind das jetzt
- 1:21:46ja auch schon 40 oder so, aber wenn ich
- 1:21:50jemand, der vielleicht noch 10 Jahre 15
- 1:21:52Jahre länger ist,
- 1:21:54Dann
- 1:21:56hört sich das das kommt in die Sprache
- 1:21:59rein. Das kann bei mir auch passieren.
- 1:22:01Wer weiß? Also äh also aktuell bist du
- 1:22:05jetzt geht's noch wie die jungen
- 1:22:07Menschen wahrscheinlich dann
- 1:22:09äh sagen würden. Wie geht's dir, wenn du
- 1:22:11zurückkommst nach Österreich? Was sind
- 1:22:13Dinge, auf die du dich freust, die du
- 1:22:15bemerkst?
- 1:22:16Was für Gerüche? Äh, das ist ja oft auch
- 1:22:19ein ein sehr haptisches, ein sehr ein
- 1:22:21sehr mit allen Sinnen erlebbares
- 1:22:24äh Thema, wenn man zurückkommen. Also,
- 1:22:26ich bin gern hier, sowohl in Frelberg
- 1:22:28als auch in Wien.
- 1:22:30Wenn ich hier bin, also in Wien, ich
- 1:22:32schaue natürlich die ganzen
- 1:22:33Institutionen an. Also, ich war gestern
- 1:22:37auch sehr positiv überrascht, in welchem
- 1:22:39guten Schuss das ma
- 1:22:41super. Also da gibt's, ich habe nicht
- 1:22:44jede Ausstellung gemacht, aber es sind
- 1:22:47sech 7 ausstellungen drin. Also, das
- 1:22:52rentiert sich dort hinzugehen. Die haben
- 1:22:54das die ä die 1900 Ausstellung, also
- 1:22:59Etappe neu gemacht. Super find ich
- 1:23:01ausgezeichnet.
- 1:23:03Grundsätzlich glaube ich, dass die
- 1:23:05österreichischen Institutionen gut sind,
- 1:23:07also im guten Schuss sind. das ob das
- 1:23:09jetzt das das äh kunsthistorisch ist
- 1:23:12oder das Belvidär oder die die äh äh die
- 1:23:17Albertina, also da gibt's einfach viel
- 1:23:18Gutes beim Leopold auch, also es gibt
- 1:23:21einfach viel Gutes. Es könnte noch
- 1:23:24mehr gutes zeitgenössisches geben. Ja,
- 1:23:27ich war im letzten Seber Monate in
- 1:23:30Madrid und die zweiten
- 1:23:32die zweiten achtern in Guarahara in in
- 1:23:35Mexiko und so Madrid ist man so auf
- 1:23:37einer ähnlichen Schiene vorgekommen wie
- 1:23:40Bienen. Es gibt zeitgenösüssisches,
- 1:23:43aber das könnte sich verbessern kein
- 1:23:45Pompido und kein New Museum. Da könnte,
- 1:23:48also da ist jetzt ja mit New York ist
- 1:23:50schwer zu vergleichen, aber mit Paris
- 1:23:52oder London kann es natürlich verglichen
- 1:23:53werden und da passiert in Paris und
- 1:23:55London mehr. Mhm.
- 1:23:57Aber grundsätzlich
- 1:23:59besuche ich Österreich natürlich gerade
- 1:24:01aus der Ferne
- 1:24:03mit sehr wohlwollendem Blick, weil es
- 1:24:06natürlich insgesamt sehr sehr vielen
- 1:24:09Leuten gut geht hier. Trotz ich bin weiß
- 1:24:12natürlich auch, dass es wenn man hier
- 1:24:15ist die Sicht wieder ganz anders ist.
- 1:24:18Aber so in vielen Dingen, also gerade,
- 1:24:22wenn ich schaue, dass es man in Wien
- 1:24:25gerade, wenn man jetzt nicht gerade im
- 1:24:26ersten wohnen will, noch relativ günstig
- 1:24:30im Vergleich zu anderen Großstädten, zu
- 1:24:32anderen schönen Großstädten vor allem
- 1:24:34oder äh wohnen kann äh auch also ja, ich
- 1:24:40find's äh ich bin gern hier.
- 1:24:44Wir denken in, du denkst in Beticles.
- 1:24:47Ähm, es ist jetzt eine Periode vor dir,
- 1:24:49in der noch was geht sozusagen. Ähm, du
- 1:24:53hast doch schon sehr früh in deinen
- 1:24:55Arbeiten mit mit Bucketlists gearbeitet,
- 1:24:57was man abgehackt haben will.
- 1:24:59Miradelberger sind ja alle auch sehr,
- 1:25:01das muss äh Hand und Furs muss das
- 1:25:04haben.
- 1:25:05Äh, worauf können wir uns einstellen?
- 1:25:08Was passiert in den kommenden Jahren?
- 1:25:09Was hast du vor? Was möchtest du noch äh
- 1:25:12machen? Was treibt dich an? Worauf bist
- 1:25:13du hungrig?
- 1:25:15Also das letzte Beitrickel ganz
- 1:25:18unterschiedlich wie alle anderen habe
- 1:25:20ich eigentlich am Thema weitergearbeitet
- 1:25:22und kein Neues angefangen. Die Sebatic
- 1:25:26123 waren ja auch immer
- 1:25:31zum Forumen des Grundstocks von neuen
- 1:25:33Themen da. Und im vierten habe ich
- 1:25:36bewusst gesagt, na, ich bleib bei dem
- 1:25:38Thema Langzeitdenken oder Navis Bett
- 1:25:42oder wie immer man das nennen will, weil
- 1:25:44ich das Gefühl hatte, das ist noch nicht
- 1:25:46fertig, da gibt's noch Sachen.
- 1:25:49Äh habe dann auch im Sebikel angefangen
- 1:25:53Skulpturen zu machen oder Installationen
- 1:25:56und da bin ich jetzt gerade dran. Also,
- 1:25:57wir planen eine große Ausstellung vor
- 1:25:59Paris für den Herbst. Mhm.
- 1:26:01Äh, in diesem Thema, das wird heißen,
- 1:26:05endlich einmal was Gutes.
- 1:26:06Mhm. Äh, also auf Französisch nehme ich
- 1:26:09an, aber äh äh von dieser Richtung und
- 1:26:15haben da versucht eine Ausstellung zu
- 1:26:17machen, die die Leute interessiert. Also
- 1:26:19da wird's auch Videos geben und so
- 1:26:20weiter und so fort, die eben einen
- 1:26:24bisschen Zuckerbrot anbietet zu der
- 1:26:27Pitsche. Ich find es ja auch gerade in
- 1:26:29Frankreich wahnsinnig interessant.
- 1:26:32Ich frage z.B. mein Publikum immer, wenn
- 1:26:35ich bei Vorträgen äh
- 1:26:38durch Hände aufzeichen aufzeichen, wer
- 1:26:41glaubt, dass dass wir nahe am Menschheit
- 1:26:44am Ende der Menschheit sind, wer glaubt,
- 1:26:46es wird langweilig, wer glaubt, es wird
- 1:26:48super, wer ist wahnsinnig optimistisch?
- 1:26:50Und dann frage ich das Ganze zum zweiten
- 1:26:53Mal für sich selber persönlich
- 1:26:56und da ist die Meinung persönlich immer
- 1:26:59viel viel
- 1:27:01positiver
- 1:27:02wie die Allgemein Meinung.
- 1:27:05Und das eigenartige ist, dass das jedem
- 1:27:07einzelnen Menschen auf der Welt in jeder
- 1:27:09Kultur so geht. Also das heißt, da
- 1:27:12gibt's ein Fehler irgendwo. Wenn jeder
- 1:27:15für sich denkt, es geht uns viel besser,
- 1:27:17wie es allen anderen geht, ist irgendwo
- 1:27:19ein Fehler, der das ist so, da gibt's so
- 1:27:22ganze Spart in der Psychologie, das
- 1:27:24heißt der Optimism Gap, also der dieser
- 1:27:28jetzt weiß ich das Wort nicht mehr für
- 1:27:30ein
- 1:27:31ein Optimismus.
- 1:27:33Es ist ein es ist ein großer Unterschied
- 1:27:35eine als Vorlage w man sagen Schlucht
- 1:27:37dazwischen dann, aber das stimmt ja
- 1:27:39nicht.
- 1:27:40Ich werde die ich habe ja die KI hier
- 1:27:42nicht, also wir googlen jetzt
- 1:27:44und die Hörer können kommentieren und
- 1:27:45die Hörerin, wie furchtbar das alles
- 1:27:47ist.
- 1:27:48Ähm
- 1:27:49Lücke, danke schön, die Optimismuslücke.
- 1:27:53Mhm.
- 1:27:54Und äh
- 1:27:56die ist nirgendwo so groß wie in
- 1:27:58Frankreich. Der Unterschied zwischen wie
- 1:28:00es einem selber geht und wie es
- 1:28:02Frankreich geht, ist nirgendwo so
- 1:28:04nirgendwo auf der Welt so groß wie in
- 1:28:05Frankreich. Äh
- 1:28:10ist interessante Sache.
- 1:28:12Eine interessante Sache war auch das
- 1:28:14Gespräch mit dir. Wir sind weit weit
- 1:28:16über der Zeit. Habe dich nahezu doppelt
- 1:28:18so lang beansprucht, wie ich es
- 1:28:19versprochen habe ursprünglich. Danke,
- 1:28:21dass du dir Zeit genommen hast. Danke
- 1:28:23für die Einblicke
- 1:28:23Spaß an ausgezeichneter Weg einen
- 1:28:26Mittwochvormittag zu verbringen.
- 1:28:28Ja und dass dir nicht langweilig
- 1:28:29geworden ist, ist unsere größte
- 1:28:30Auszeichung. Vielen Dank.
- 1:28:32Danke schön. Wunderbar.
- 1:28:33Ja, eine Folge mit Überlänge, wenn sie
- 1:28:35euch gefallen hat. Wir freuen uns auf
- 1:28:38eure Kommentare, eure Hinweise, eure
- 1:28:40Likes auf den Podcast Plattformen eures
- 1:28:44Vertrauens, natürlich auch auf YouTube,
- 1:28:46wo es diesen Podcast auch zum Sehen
- 1:28:48gibt. Wenn ihr unsere Arbeit
- 1:28:50unterstützen wollt, dann tut ihr das am
- 1:28:52besten mit einem Abo. Weitere
- 1:28:53Informationen dazu gibt's unter
- 1:28:56abo.standard.at.
- 1:28:59Diese Folge wird produziert von
- 1:29:00Christoph Neuwirt und Tobias Holup.
- 1:29:03Schold Wilhelm ist unser Chef vom
- 1:29:04Dienst. Die Musik kommt von Maximilian
- 1:29:07Bläs. Mein Name ist Gerold Redmann und
- 1:29:09ich freue mich, wenn wir uns schon in
- 1:29:10Bälle wiederhören.
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