BUNDESTAG LIVE - 105. Sitzung - AfD-Fraktion im Bundestag — Transcript
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- 14:03Ja, trotzdem.
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- 14:39Guten Morgen alle zusammen. Hiermit
- 14:41eröffne ich unsere Sitzung.
- 14:46Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor
- 14:47wir in die reguläre Tagesordnung
- 14:50eintreten, möchte ich noch nachträglich
- 14:52gratulieren zu Geburtstagen. Wir
- 14:55erwennen die runden Geburtstage der, die
- 14:57anwesend sind und es ist einmal die
- 15:00Kollegin Sandra Stein.
- 15:04Ganz kurz, ich bin [applaus]
- 15:07hätte die Bitte einmal die Kollegin
- 15:09Sandra Stein. Sie ist Ende Oktober 40
- 15:12Jahre jung geworden. Alles Gute im Namen
- 15:14unseres Hauses. So wiee die Kollegin Dr.
- 15:17Kirstin Kppert Gonter. Sie hat am
- 15:19Dienstag ihren 60. Geburtstag gefeiert.
- 15:22Auch Ihnen alles Gute
- 15:25und Zuversicht fürs neue Lebensjahr.
- 15:28Nun haben wir noch eine Wahl
- 15:30durchzuführen. In den Verwaltungsrat des
- 15:32deutsch-französischen Jugendwerks soll
- 15:34auf Vorschlag der Fraktion der CDU CSU
- 15:37der Abgeordnete Dr. Jannik Bur als
- 15:39ordentliches Mitglied und der
- 15:41Abgeordnete Thomas Silberhorn als
- 15:43Stellvertretung für die neue Amtszeit ab
- 15:45dem Januar 2027 gewählt werden. Sind Sie
- 15:49alle damit einverstanden? Das sieht ganz
- 15:52so aus und insofern gratulieren wir dem
- 15:55Kollegen. Er ist damit gewählt oder die
- 15:57Kollegin. Ich rufe nun auf den
- 15:59Tagesordnungspunkt 7 sowie die
- 16:01Zusatzpunkte 3 und 4. Es geht um die
- 16:04erste Beratung des von der
- 16:05Bundesregierung eingebrachten
- 16:06Gesetzentwurfs zur Neuordnung der
- 16:08Pflegeversicherung sowie Beratung der
- 16:11Anträge der Fraktion Die Linke mit den
- 16:13Titeln Verhinderungspflege erhalten und
- 16:15stärken vertraute Pflege sichern,
- 16:18Angehörige entlasten und Alltagshilfen
- 16:21sichern statt Leistungen kürzen,
- 16:23Umwandlungsanspruch
- 16:24und Entlastungsbetrag erhalten. Wir
- 16:27haben uns geeinigt für die Aussprache
- 16:29eine Dauer von 60 Minuten anzusetzen und
- 16:32ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat
- 16:34für die Bundesregierung der
- 16:35Bundesminister für Gesundheit Dr.
- 16:37Karsten Linnemann. Bitte sehr.
- 16:40[applaus]
- 16:48Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 16:50Kollegen,
- 16:52Pflege geht mitten ins Herz unserer
- 16:54Gesellschaft. Es geht um Menschen, die
- 16:56auf Hilfe angewiesen sind, oft in
- 16:59Ausnahmesituation sehr emotional.
- 17:03Es geht genauso um die Menschen, die
- 17:04Verantwortung übernehmen für ihre
- 17:06Angehörigen
- 17:07und sie aufopferungsvoll
- 17:09pflegen. Und es geht um Pflegekräfte,
- 17:12die jeden Tag in der stationären Pflege
- 17:14oder bei den Menschen zu Hause extrem
- 17:17viel leisten.
- 17:19Pflege betrifft uns alle. Das weiß ich
- 17:23auch aus meiner Familie.
- 17:25Pflege ist in jeder Familie anders. sind
- 17:29eigene Geschichten, es sind eigene zum
- 17:31Teil große Sorgen.
- 17:34Kürzlich gab es eine neue Studie zu
- 17:38pflegenden Angehörigen. Sie hat eine
- 17:39bemerkenswerte
- 17:41Aufmerksamkeit bekommen. Es ging um
- 17:43Menschen, die nicht Vollzeit arbeiten
- 17:45können, weil sie den Partner, die
- 17:47Mutter, den Vater oder das Kind pflegen.
- 17:51In der Studie wurden Menschen
- 17:53umgerechnet in Vollzeitstellen, die dem
- 17:55Arbeitsmarkt entgehen.
- 17:58Ich halte solche Studien für nicht
- 18:00zielführend, denn häusliche Pflege lässt
- 18:04sich nicht in nackten Zahlen, nicht in
- 18:06kalten Statistiken ausdrücken,
- 18:09denn wir dürfen nie vergessen, worum es
- 18:10geht. Es geht um Mitmenschlichkeit. Ja,
- 18:12es geht um Würde in äußerst schwierigen
- 18:16Lebenslagen. [applaus]
- 18:22Die meisten Menschen, und das geht uns
- 18:24doch alle so,
- 18:26wollen zu Hause gepflegt werden in ihrer
- 18:29vertrauten Umgebung und deswegen will
- 18:31ich, dass wir die häusliche Pflege
- 18:34unterstützen. Deshalb war es mir von
- 18:35Anfang an wichtig, im neuen Pflegegesetz
- 18:38keine Abstriche bei der Rente zu machen,
- 18:41bei der Rente von pflegenden
- 18:43Angehörigen. Denn Menschen, die jeden
- 18:45Tag hart arbeiten, indem sie Angehörige
- 18:48pflegen, dürfen bei der Rente nicht
- 18:51anders behandelt werden, als wenn sie
- 18:52etwa in der Verwaltung oder in der
- 18:54Wirtschaft unterwegs sind. [applaus]
- 18:58Diese Menschen sind unsere Altershelden.
- 19:01Sie sind der Kit, der unsere
- 19:02Gesellschaft zusammenhält.
- 19:05Meine Damen, meine Herren, zur Wahrheit
- 19:08gehört auch die soziale
- 19:11Pflegeversicherung steht unter Druck wie
- 19:13selten zuvor. Das ist nicht vor allem
- 19:16Folge von Demografie, sondern auch Folge
- 19:20von politischer von politischen
- 19:22Entscheidung aus der Vergangenheit.
- 19:25Als die fünf Pflegegrade vor rund 10
- 19:27Jahren eingeführt wurden, ging man von
- 19:30etwa 3,5 Millionen Pflegebedürftigen im
- 19:33Jahr 2030 aus. Wir und damit meine ich
- 19:37uns Politiker und mich auch persönlich
- 19:41sind bei der Einführung des neuen
- 19:42Pflegebedürftigkeitsbegriffs damals über
- 19:44das hinausgegangen,
- 19:46was Experten, was die Wissenschaft uns
- 19:49empfohlen hatte. Das Geld schien ja da
- 19:52zu sein. Heute müssen wir ehrlicherweise
- 19:54sagen, dass unsere Prognosen falsch
- 19:56waren. Die Zahl der Menschen, die
- 19:59Pflegeleistung erhalten, hat sich in der
- 20:00Zwischenzeit mehr als verdoppelt auf
- 20:03mehr als 6 Millionen. Und auch die
- 20:05Kosten steigen immer weiter. Wenn wir
- 20:07unser Pflegesystem bewahren wollen,
- 20:09müssen wir diese Kostenspirale
- 20:11durchbrechen.
- 20:13Ziel des neuen Pflegegesetzes ist es,
- 20:15Einnahmen und Ausgaben wieder in eine
- 20:18Balance zu bringen, denn nur so können
- 20:21wir ein verlässliches Pflegesystem auch
- 20:23für die nächsten Generationen
- 20:26gewährleisten. Das sogenannte
- 20:28Pflegeneuordnungsgesetz, das wir heute
- 20:30beraten, leistet ihr erste Hilfe. Ohne
- 20:32dieses Gesetz würden wir 2027 in ein
- 20:35Defizit von rund 8 Milliarden Euro
- 20:38hineinlaufen. hätte bedeutet noch höhere
- 20:41Beiträge für alle, noch mehr Belastungen
- 20:43für die arbeitende Bevölkerung und das
- 20:45verhindern wir heute mit dem Gesetz. Wir
- 20:48gehen aber auch strukturelle Dinge an,
- 20:50strukturelle Verbesserung Beispiel
- 20:52Prävention.
- 20:54Die stärken wir durch den Grundsatz,
- 20:56dass wir Prävention und Reer vor Pflege
- 20:58stellen, um Pflegebedürftigkeit zu
- 21:00verhindern oder zumindest
- 21:01hinauszuschieben.
- 21:03Die Rehrmöglichkeiten werden wir
- 21:05verbessern, denn mehr gesunde
- 21:08Lebensjahre sind keine abstrakte Größe.
- 21:10Sie sind mehr Lebensqualität,
- 21:12mehr Mobilität und es heißt auch mehr
- 21:15Zeit, etwa für die Enkel. dazu sein.
- 21:19[applaus]
- 21:22Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich habe
- 21:23inzwischen mehr als 50 60 Gespräche
- 21:26geführt, ob am Telefon oder persönlich
- 21:30in meinem Büro. Viele davon sind mir
- 21:32sehr nah gegangen. Etwa der Besuch von
- 21:34Nela Hope, die mit ihrer Mutter kam.
- 21:37Nila Hope ist 12 Jahre alt, ein extrem
- 21:41lebensliebenswertes
- 21:42Mädchen, schwerkrank und auf intensive
- 21:45medizinische Betreuung angewiesen. Ich
- 21:48bekam aber auch eine beeindruckende Mail
- 21:51einer 62-jährigen Frau, die in ihr
- 21:54Kinderzimmer zurückgezogen ist, um ihre
- 21:57Demenz erkrankte Mutter zu pflegen. Die
- 22:00vielen Gespräche und Zuschriften von
- 22:02Betroffenen haben klar gemacht, was
- 22:03funktioniert im Pflegesystem. Sie haben
- 22:06mir aber auch klar gemacht, was eben
- 22:08nicht funktioniert.
- 22:10Eine Sache, die viele Betroffene derzeit
- 22:13umtreibt, ist die konkrete Umstellung,
- 22:15vor allem beim Entlastungsbetrag und bei
- 22:17der Verhinderungspflege.
- 22:19Für mich ist es essentiell, dass wir die
- 22:21Betroffenen hier nicht überfordern.
- 22:24Zu Jahresbeginn darf es nicht zu harten
- 22:27Brüchen kommen. Behilfe [applaus]
- 22:34Behilfe benötigt wird sie auch in
- 22:35Zukunft bekommen. Derzeit laufen mit den
- 22:38Regierungsfraktionen die Gespräche mit
- 22:40dem Ziel, sich besser auf das neue
- 22:43System einzustellen. Wir wollen das
- 22:44Gesetz nachbessern.
- 22:47Unser Ziel bleibt klar. Die
- 22:50Unterstützung muss dort ankommen, wo sie
- 22:51gebraucht wird. Wir wollen das System
- 22:54zielgenauer und gerechter machen.
- 22:56Gleichzeitig müssen wir am
- 22:57Einsparvolumen festhalten auch und das
- 23:00sage ich ausdrücklich, indem wir dafür
- 23:03sorgen, dass das System nicht
- 23:04missbraucht wird. Das sehen wir auch an
- 23:06einigen Stellen und Verschwendungen
- 23:08vermieden werden. Liebe Kolleginnen und
- 23:11Kollegen, das Pflegene Gesetz ist ein
- 23:13erster wichtiger Schritt. Ein zweiter
- 23:15struktureller wird im nächsten Jahr
- 23:17folgen. Warum machen wir das alles? Wir
- 23:19tragen hier Verantwortung für die
- 23:21nächsten Generationen. Wir müssen alles
- 23:23tun, dass die Pflegeversorgung, die
- 23:25Gesundheitsversorgung sichergestellt
- 23:27ist, verlässlich ist heute, morgen und
- 23:30in den nächsten Jahren. Herzlichen Dank
- 23:32[applaus]
- 23:40für die AfD Fraktion hat nun Frau
- 23:42Abgeordnete Nicole Hest das Wort, bitte.
- 23:46[applaus]
- 23:54Sehr geehrte Frau Präsidentin, werrte
- 23:57Kollegen, Herr Minister,
- 24:00Pflegepersonaluntergrenze
- 24:01eingeführt im April 26, aufgehoben 3
- 24:04Monate später extra budgitäre Vergütung
- 24:07für Neupatienten.
- 24:092019 eingeführt, 22 wieder abgeschafft.
- 24:12Qualitätsorientierte Ausschreibung für
- 24:13Heil und Hilfsmittel eingeführt 2017,
- 24:16abgeschafft 2019, soll jetzt im Rahmen
- 24:18des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes
- 24:21zurückkehren. Volle Refinanzierung von
- 24:23Tarifsteigerungen. 24 beschlossen, 26
- 24:26wieder eingeschränkt. Hybrid DRG
- 24:29eingeführt, 24, praktisch abgeschafft
- 24:3127. Liebe Kollegen der Koalition, es ist
- 24:35lediglich ihre Aufgabe,
- 24:37ein eine verlässliche Rahmenbedingungen
- 24:41zu schaffen. Die Menschen im System sind
- 24:43es, die es dann mit Leben erfüllen. Die
- 24:45Leistungserbringer, die Ärzte, die
- 24:47Praxen, die Heil und
- 24:48Hilfsmittelerbringer, die
- 24:49Psychotherapeuten, die Ambulanten,
- 24:51Zentren, die Krankenhäuser und die
- 24:53unzähligen Pflegekräfte.
- 24:56Zumindest wäre das so, wenn eben die
- 24:57Leistungserbringer auch nur ansatzweise
- 25:00Planungssicherheit in diesem Land
- 25:01verspüren würden. Aber da die Gesetze im
- 25:04deutschen Gesundheitswesen aktuell eine
- 25:05Halbwertzeit von ca. zweieinhalb Jahren
- 25:07erreicht haben, bezweifle ich, dass hier
- 25:10irgendjemand noch an Planungssicherheit
- 25:12glaubt. [applaus]
- 25:14Das erste
- 25:16ambulante Operationszentrum in Tutlingen
- 25:19hat bereits angekündigt, dass unter
- 25:21diesen neuen Rahmenbedingungen zukünftig
- 25:23nicht mehr gearbeitet werden kann. Da
- 25:26kann man nur sagen, herzlichen
- 25:27Glückwunsch, Sie wurden reformiert.
- 25:30Meine Damen und Herren, stellen Sie sich
- 25:32doch mal vor, Ihr Dach ist undicht und
- 25:34der Handwerker verkündet
- 25:35freudestrahlend, dass er es nicht
- 25:37reparieren muss, sondern lediglich die
- 25:39Bezeichnung des Wasserschadens ändert.
- 25:41Und sollte es dennoch weitertropfen,
- 25:43dann bräuchte es wohl nur eine etwas
- 25:45intensivere Beratung.
- 25:49Das ist das Pflegeneuordnungsgesetz der
- 25:51Bundesregierung. Die Pflegeversicherung
- 25:53steckt in höchster finanzieller Not.
- 25:56Unzählige Familien, Herr Minister, Sie
- 25:58haben es gesagt, sind bereits am
- 25:59Anschlag. Pflegekräfte sind frustriert
- 26:01und was sie hier als Entlastung
- 26:03verkaufen, bedeutet für viele Betroffene
- 26:05höhere Hürden weniger Hilfen und
- 26:07zusätzliche Belastungen. Natürlich ist
- 26:11Beratung wichtig, [applaus] aber wer
- 26:14sein Mittagessen nicht mehr selbst
- 26:15zubereiten kann, der braucht Hilfe in
- 26:17der Küche. Ein Beratungsgespräch, das
- 26:19macht nicht satt, auch nicht dann, wenn
- 26:20Sie zum Nachtisch noch ein paar
- 26:21Leistungskürzungen servieren. Auch Ihre
- 26:24Beitragsstabilität ist bemerkenswert.
- 26:26eine höhere Beitragsbemessungsgrenze,
- 26:28ein höherer Zuschlag für Kinderlose,
- 26:31Arbeitgeberbeiträge auf Minijobs und
- 26:33Zuschläge bei der Mitversicherung von
- 26:36Ehepartnern. Der allgemeine
- 26:38Beitragssatz, der soll stabil bleiben,
- 26:39aber die Rechnung für viele Versicherte,
- 26:41die steigt interessanterweise trotzdem.
- 26:44Stabilisieren Sie nach dieser Logik
- 26:46demnächst bitte dann auch mal die
- 26:48Energiekosten.
- 26:50Reden wir doch mal über eine junge
- 26:52Mutter. Der ältere Sohn ist
- 26:55schwerpflegebedürftig, der Jüngere
- 26:56braucht ebenfalls besondere
- 26:58Unterstützung. Einmal im Jahr gönnen Sie
- 27:01sich einen zehntägigen Entlastungsurlaub
- 27:05in einem Kinderhospiz,
- 27:07wo Fachkräfte ihren älteren Sohn
- 27:09versorgen, ermöglicht durch die
- 27:11Verhinderungspflege und die Mutter, die
- 27:14liegt eben nicht mit einem Pinacolada an
- 27:16irgendeinem Karibikstrand, sondern sie
- 27:19kümmert sich endlich mal um ihr anderes
- 27:21Kind. Sie hört ihm zu und hat endlich
- 27:22mal Zeit für seine Bedürfnisse, die
- 27:24sonst meistens zurückstehen müssen. Das
- 27:26ist ihre Auszeit. Das ist Ihr
- 27:28Entlastungsurlaub. 10 Tage, die wieder
- 27:30einem anderen Menschen gehören. Jetzt
- 27:32wollen sie die Verhinderungspflege als
- 27:34eigenständigen Ab Anspruch abschaffen.
- 27:36Damit nehmen Sie nicht nur den Familien
- 27:38ihre Möglichkeit auf eine Auszeit, Sie
- 27:40nehmen den Hospizen auch gleichzeitig
- 27:41eine Einnahmequelle. Damit trifft es mal
- 27:44wieder die schwächsten. Und wieso oft
- 27:46rechnen Sie wie selbstverständlich mit
- 27:48dieser mit der Opferbereitschaft dieser
- 27:50Familien?
- 27:51Wir fordern verlässlich finanzierte
- 27:54Ersatzpflege und ein
- 27:55Personalausstattung, die dem
- 27:57tatsächlichen Hilfebedarf entspricht.
- 27:59Diese Mutter, die verlangt keine
- 28:01Karibik. Die braucht 10 Tage, in denen
- 28:04sie sich um ihren anderen Sohn kümmern
- 28:06kann und sorgen Sie bitte dafür, dass
- 28:08sie wenigstens diese 10 Tage zur
- 28:10Verfügung hat. Herzlichen Dank.
- 28:13[applaus]
- 28:19[applaus]
- 28:20Für die SPD Fraktion hat Frau
- 28:22Abgeordnete Dagm Schmidt das Wort,
- 28:24bitte. [applaus]
- 28:29[applaus]
- 28:35Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 28:36geehrte Damen und Herren, liebe
- 28:38Kolleginnen und Kollegen, die
- 28:39Pflegereform
- 28:41wird eine der bedeutendsten Reformen
- 28:43dieser Legislatur.
- 28:45Sie berührt weit über 10 Millionen
- 28:47Menschen direkt als Pflegebedürftige,
- 28:50als pflegende Angehörige oder als
- 28:53Menschen, die in der Pflege arbeiten.
- 28:55Aber eigentlich betrifft sie alle
- 28:57Menschen, denn jeder und jede von uns
- 28:59kann pflegebedürftig werden und jeder
- 29:02und jede von uns möchte dann würdevoll
- 29:04und teilhabevoll gepflegt werden. Und
- 29:08genau deswegen darf es nicht in erster
- 29:10Linie um Zahlen gehen, sondern es geht
- 29:12um die Sicherstellung einer würdevollen,
- 29:14einer zugewandten Pflege und es geht um
- 29:17Gerechtigkeit.
- 29:19Die Entwürfe, [applaus]
- 29:23die Entwürfe zu dem Gesetz, die
- 29:25Diskussion und auch der jetzige
- 29:27Kabinettsentwurf haben vielen Menschen
- 29:29Angst gemacht und haben für
- 29:31Verunsicherung gesorgt. Und gerade weil
- 29:33es so elementar das Leben der
- 29:36Pflegebedürftigen und ihrer Familien
- 29:37betrifft, heißt das für uns ein Auftrag
- 29:41und vieles konnte schon im Kabinett
- 29:43verändert werden. Die Kürzung der
- 29:44Beiträge zur Rentenversicherung für
- 29:46pflegende Angehörige
- 29:48wurden zurückgenommen. Genauso die
- 29:50Kürzung im Entlastungsbudget und bei den
- 29:52Zuschüssen zur stationären Pflege oder
- 29:54auch die Angriffe auf die
- 29:56Tarifrefinanzierung.
- 29:58Aber einiges bleibt dann doch noch, um
- 30:00es im parlamentarischen Verfahren zu
- 30:02diskutieren. Die Dinge, die besonders
- 30:04vielen Menschen sorgebereiten Familie
- 30:06mit pflegebedürftigen Kindern oder
- 30:08Menschen, die in ambulanten
- 30:09Pflegediensten arbeiten, die nehmen wir
- 30:12in den Fokus und dazu gehört die
- 30:15Abschaffung der Verhinderungspflege,
- 30:17aber dabei auch ein Blick auf die
- 30:19Neuordnung der Leistungen insgesamt um
- 30:22ob das so wie das jetzt vorgeschlagen
- 30:24ist am Ende wirklich für alle gut
- 30:26funktioniert.
- 30:28Aber gleichzeitig stecken eben auch
- 30:30Dinge darin, Innovationen im Sinne der
- 30:32Pflegebedürftigen, der pflegenden
- 30:34Angehörigen, die es wirklich lohnt, im
- 30:36parlamentarischen Verfahren zu stärken.
- 30:38Und dazu gehört die Ausgestaltung der
- 30:40Pflegebegleitung. Wir wollen eine
- 30:43Begleitung als echtes Caseemanagement,
- 30:45das im Sinne der Pflegebedürftigen gute
- 30:47Pflege sicherstellt und die Angehörigen
- 30:50bei der Organisation der Pflege
- 30:52entlastet.
- 30:54[applaus]
- 30:54Und das Sozialraumbud
- 30:56muss wirklich muss wirklich eine niedrig
- 30:59schwellige Möglichkeit sein,
- 31:01unbürokratisch Hilfe zu bekommen und es
- 31:04muss wirklich flexibel einsetzbar sein
- 31:06und das können dann auch mehr
- 31:07Möglichkeiten sein, als bisher im
- 31:10Entwurf stehen. Und auch die Notfall und
- 31:13Akutversorgung ist eine echte
- 31:15Verbesserung. Es darf aber eben nicht
- 31:18nur eine Leistung sein, sondern es
- 31:20müssen auch die passenden Strukturen zur
- 31:22Verfügung stehen, gerade für Kinder und
- 31:25für Menschen mit komplexen Bedarfen.
- 31:28War es aber auch niemand kommt an den
- 31:30Zahlen vorbei. Die gesetzliche
- 31:32Pflegeversicherung steht vor einem in
- 31:34erheblichen vor einer erheblichen
- 31:36Finanzierungslücke. Die Zahl der
- 31:38Leistungsbeziehenden hat sich in den
- 31:40letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt,
- 31:42tendenzsteigend und das ist mehr als die
- 31:44Demografie hergibt. Und deswegen,
- 31:47deswegen darf aber niemand, der
- 31:48Unterstützung braucht, alleinelassen
- 31:51werden und eine Reform der Leistung darf
- 31:53nicht heißen, dass sie gekürzt werden.
- 31:55Im Gegenteil, wir wollen die Leistung
- 31:57einfacher, zielgenauer und besser machen
- 31:59und auch da gibt es noch Luft.
- 32:03[applaus]
- 32:06Wir wollen auch Einsparung und das durch
- 32:08gezielte Prävention, die wir stärken und
- 32:11z.B. mit der Möglichkeit früh beim
- 32:13Hausarzt auf mögliche pflegerelevante
- 32:15Themen und auf Reha Möglichkeiten
- 32:16hingewiesen und dann auch entsprechend
- 32:18unterstützt zu werden. Reha vor Pflege
- 32:21spart nicht nur Geld, es ist auch ein
- 32:23Beitrag zu einer besseren
- 32:24Lebensqualität. Der Minister hat dazu
- 32:26gesprochen, aber es geht uns auch um
- 32:29eine gerechte Finanzierung und es ist
- 32:31kein Geheimnis, dass die SPD für eine
- 32:33Bürgerversicherung auch in der Pflege
- 32:35steht. Eine Beteiligung der privaten
- 32:37Versicherung am Risikostrukturausgleich
- 32:39würde helfen und es ist auch ein Gebot
- 32:42der Gerechtigkeit.
- 32:44[applaus]
- 32:47Wenn es darum geht, was den Familien das
- 32:49Leben leichter macht, dann geht es auch
- 32:50um Planbarkeit. Und wenn es nach uns
- 32:53geht, dann hilft hier eine Teilcasco,
- 32:54ein Deckel für die stationäre Pflege,
- 32:56bei dem man weiß, was auf einen zukommt.
- 33:00Aber das Thema Planbarkeit ist weiter
- 33:02und da möchte ich das aufnehmen, was der
- 33:04Herr Minister gesagt hat. Es darf nicht
- 33:06sein, dass ich von einem Moment auf den
- 33:08anderen am 1. Die Lage für viele
- 33:10Menschen ihre Angehörige, ihre
- 33:11Pflegedienste so ändert, dass sich
- 33:14keiner darauf einstellen kann, dass auf
- 33:16einmal gewohnte und gelebte
- 33:17Unterstützungssettings in Frage stehen,
- 33:20gerade in Familien, die durch Pflege
- 33:22besonders belastet sind. Diese Familien
- 33:24brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit.
- 33:27Und ich bin dem Minister deshalb sehr
- 33:28dankbar, dass er heute klar gemacht hat,
- 33:30dass das so nicht passieren wird. und
- 33:33ich hoffe, dass wir das sehr schnell die
- 33:34nächsten Tage auch konkretisieren
- 33:36können. Es liegt also noch viel Arbeit
- 33:38vor uns, aber ich freue mich drauf.
- 33:41[applaus]
- 33:46Für die Fraktion von Bündnis 90 die
- 33:49Grünen hat nun Frau Abgeordnete Simone
- 33:51Fischer das Wort. Bitte. [applaus]
- 34:09Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 34:11Kolleginnen und Kollegen, was heißt es,
- 34:14Tag und Nacht für jemanden da zu sein,
- 34:16das eigene Kind absaugen, wenn nachts
- 34:18das Beatmungsgerät Alarm schlägt? Den
- 34:21Vater mit Demenz beruhigen, der sein
- 34:22Zuhause nicht mehr erkennt? Und morgens
- 34:26klingelt trotzdem der Wecker. Auf dem
- 34:28Küchentisch liegen Medikamentenpläne,
- 34:30Anträge und Rechnungen und immer diese
- 34:33Frage: Wer übernimmt, wenn ich selbst
- 34:36einmal nicht kann? Für Simone Brucker
- 34:39ist das keine theoretische Frage. Die
- 34:41alleinerziehende Mutter pflegt seit 10
- 34:43Jahren ihren schwer chronischkranken
- 34:45Sohn. 55 Stunden pro Woche fällt die
- 34:48nächtliche Intensivpflege aus, sind es
- 34:51rund 70. Daneben arbeitet sie. In diesem
- 34:55Sommer hatte sie 7 Tage Entlastung. 7
- 34:58Tage. Dann war das Budget für Kurzzeit
- 35:01und Verhinderungspflege aufgebraucht.
- 35:04In einem offenen Brief an Sie, Herr
- 35:05Minister Linnemann, fragt Sie: "Wir sind
- 35:08der Rückhalt unserer Kinder, aber wer
- 35:10ist unser Rückhalt?
- 35:124,6 Millionen Menschen pflegen
- 35:15angehörige oder nahstehende Personen.
- 35:17Vi
- 36:05ein bis drei erhöhen. Wer künftig Pflege
- 36:07braucht, könnte notwendige Unterstützung
- 36:10erst später oder in gerüngerem Umfang
- 36:12bekommen. Der Hilfebedarf bleibt, jemand
- 36:15muss einspringen, oft die Familie. Damit
- 36:18wollen sie Milliarden sparen und wir
- 36:20sagen, die Folgen müssen unabhängig
- 36:22geprüft werden vor dem Beschluss, nicht
- 36:24danach.
- 36:26Menschen mit Pflegegrad 1 sollen ihren
- 36:29Entlastungsbetrag schon 2027 verlieren.
- 36:32Die vorgesehene Pflegebegleitung beginnt
- 36:34erst 202 und man muss schon auch sehen,
- 36:37Beratung ersetzt niemanden, der im
- 36:39Alltag anpackt.
- 36:412028 sollen die Pflegeleistungen nicht
- 36:44an die steigenden Preise angepasst
- 36:46werden. Steigen die Kostenzahlen
- 36:48Pflegebedürftige und ihre Familien die
- 36:50Differenz. Und besonders deutlich wird
- 36:53das bei der Verhinderungspflege. Wer
- 36:55pflegt, muss zum Arzt arbeiten oder
- 36:57durchatmen können. Und dafür braucht es
- 37:00Ersatz bei pflegebedürftigen Kindern
- 37:02oder Menschen mit Demenz oft jemanden,
- 37:04dem sie vertrauen. Und Herr Minister,
- 37:07Sie haben gerade signalisiert, die
- 37:09Verhinderungspflege zu erhalten. Das
- 37:11begrüßen wir ausdrücklich.
- 37:13Jetzt [applaus] muss ich das im Gesetz
- 37:15wiederfinden als eigenständiger Anspruch
- 37:18zusätzlich zur laufenden Versorgung. Und
- 37:21sagen Sie auch, wie Sie das finanzieren
- 37:23wollen. Entlastung ist nicht gewonnen,
- 37:25wenn Sie dafür an anderer Stelle bei
- 37:27Pflegebedürftigen und ihren Familien
- 37:29kürzen.
- 37:31[applaus]
- 37:32Liebe Kolleginnen, natürlich muss die
- 37:34Pflegeversicherung finanziell stabil
- 37:36werden. Prävention und Rehabilitation
- 37:38sind richtig, aber streichen ist keine
- 37:41Reform. Und trotz ihrer Einschnitte
- 37:43fehlen nach ihrer eigenen Rechnung, Herr
- 37:45Minister, eine Milliardenlücke.
- 37:47Sie kürzen Leistungen und lösen das
- 37:49Finanzierungsproblem trotzdem nicht. Wir
- 37:52Grüne wollen die Finanzierung gerechter
- 37:54aufstellen. Bundesmittel für
- 37:56gesgesellschaftliche Aufgaben und einen
- 37:58solidarischen Finanzausgleich zwischen
- 38:01privater und sozialer
- 38:02Pflegeversicherung. Unser Angehörigen
- 38:04Entlastungsbudget soll Hilfen flexibel
- 38:07bündeln. Pflegefachpersonen sollen die
- 38:09Versorgung koordinieren. Pflegende
- 38:11Angehörige brauchen eine Pflegezeit mit
- 38:13Lohnersatz. Deshalb, liebe Union, liebe
- 38:16SPD, bessern Sie nach. Lassen Sie die
- 38:19Folgen der höheren Zugangshörden
- 38:21unabhängig prüfen. Schließen Sie die
- 38:23Lücke bei Pflegegrad 1. Erhalten Sie die
- 38:26Verhinderungspflege zusätzlich zur
- 38:28laufenden Versorgung. Gestalten Sie
- 38:31Entlastung, so dass Familien sie nutzen
- 38:33können, wenn sie gebraucht wird.
- 38:37[applaus]
- 38:37damit jemand, der jahrelang pflegt,
- 38:40sagen kann, heute kann ich nicht. Und
- 38:43trotzdem ist für den Menschen gesorgt,
- 38:45den ich pflege. Bis dahin bleibt die
- 38:48Frage von Simone Brucker. Wer ist unser
- 38:51Rückhalt? Eine gute Pflegepolitik muss
- 38:55antworten können. Wir
- 39:00[applaus]
- 39:09[applaus]
- 39:10Fraktion Die Linke hat nun Herr
- 39:12Abgeordneter Luigi Pantisano das Wort.
- 39:15Bitte. [applaus]
- 39:21[applaus]
- 39:29Sehr geehrte Frau Präsidentin,
- 39:31demokratische Kolleginnen und Kollegen,
- 39:34Daniela kann nie richtig schlafen.
- 39:37Tagsüber organisiert sie Therapien,
- 39:39Termine und Medikamente für ihren
- 39:41Kranken Vater. Sie bedient medizinische
- 39:44Geräte, füttert und wächt. Für ihren Job
- 39:47als Coach hat sie nur nachts Zeit. Wenn
- 39:50Daniela sich endlich selbst neben dem
- 39:52Pflegebett des Vaters hinlegt, bleibt
- 39:54sie trotzdem auf Abruf. Wenn die Windel
- 39:57von ihrem Vater ausläuft und das Bett
- 39:59nass wird, steht sie wieder auf. Daniela
- 40:03hält in Deutschland den Laden am laufen.
- 40:06Ohne sie und Millionen weiterer Danielas
- 40:08wäre unser Pflegesystem längst
- 40:11zusammengebrochen.
- 40:13[applaus]
- 40:14Wir als Linke fordern. Geben Sie den
- 40:16pflegenden Angehörigen endlich mehr
- 40:19Unterstützung, also mehr Geld, damit sie
- 40:22nicht zusammenbrechen.
- 40:25[applaus]
- 40:27Stattdessen haben Sie, Herr März und
- 40:29Herr Linnemann, es mit diesem
- 40:31Pflegekürzungsgesetz
- 40:33nun auf Daniela abgesehen. Sie sollten
- 40:36sich schämen.
- 40:38[applaus]
- 40:39Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
- 40:42können sich kaum wehren, weil die
- 40:44meisten die Kraft dafür nicht haben.
- 40:47Und Herr Merz, Sie besitzen den Haufen
- 40:49Kohle und sind privat versichert. Wenn
- 40:52sie hoffentlich bald in Rente gehen,
- 40:55werden Sie ihren Lebensabend in einem
- 40:57Privatdomiz mit Bergpanorama verbringen,
- 41:00umgeben von einer Schar angestellter.
- 41:03Kein Wunder, dass sie sich in ihrem
- 41:05Elfenbeinturm dem Alltag von echten
- 41:07Menschen nicht vorstellen können. Da
- 41:09können sie noch so sehr weglaufen hier.
- 41:13Deswegen helfe ich Ihnen gerne weiter.
- 41:16Für Pflegebedürftige und ihre Familien
- 41:18ist das Leben bereits jetzt kaum
- 41:21bezahlbar.
- 41:22100ta000ende sind auf Sozialhilfe
- 41:24angewiesen. Die Pflegeversicherung, die
- 41:27sie eigentlich absichern soll, wurde
- 41:29über Jahrzehnte von ihnen kaputt
- 41:31gespart.
- 41:32Angeblich wollen sie jetzt die Pflege
- 41:34retten, aber ihre Vorschläge bedeuten in
- 41:37Wirklichkeit, dass Menschen wie Daniela
- 41:39mehr Zahlen und weniger bekommen. Und
- 41:42gleichzeitig lassen sie ihre reichen
- 41:45Freunde außen vor. Sie merken wohl hier
- 41:47gar nichts mehr. Dabei brauchen wir eine
- 41:51wirkliche Reform. Wir als Linke haben
- 41:53längst ein Konzept vorgelegt, wie das
- 41:55geht. Alle zahlen ein. auch die Reichen,
- 41:58auch die Privatversicherten, auch Sie
- 42:00Herr Merz und wer mehr hat, trägt mehr
- 42:03bei. Wir wollen eine starke Pflege,
- 42:05damit Daniela sich entscheiden kann, ob
- 42:07sie ihren Vater selbst pflegt oder
- 42:09nicht, damit sie Pausen machen kann,
- 42:12damit die Pflege Daniela nicht arm
- 42:14macht. Ja,
- 42:15die Linke, [applaus]
- 42:18die Linke steht an der Seite der
- 42:19arbeitenden Menschen. Wir lassen die
- 42:21Schwachen nicht allein und wir werden
- 42:24Widerstand leisten gegen diesen
- 42:26Sozialrup, den sie hier wieder planen.
- 42:30[applaus]
- 42:39[applaus] Für die CDU CSU
- 42:41Bundestagsfraktion hat nun Frau
- 42:43Abgeordnete Simone Borchert das Wort.
- 42:45Bitte. [applaus]
- 42:51[applaus]
- 42:53Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 42:55Kolleginnen und Kollegen,
- 42:57vor der Debatte habe ich mit mich mit
- 42:59dem Verein Wir pflegen EV getroffen. Das
- 43:02ist Verein für pflegende Angehörige und
- 43:04die Mitglieder des Vereins sind heute
- 43:06auf der Tribüne. Herzlich willkommen.
- 43:08Sie sind uns alle wichtig.
- 43:11[applaus]
- 43:13Und liebe Kollegen der Linke, das ist
- 43:15hier ein Plenum und der Bundestag und
- 43:17kein Parteitag. Und ich finde schade,
- 43:18dass diese Debatte dafür missbraucht
- 43:20wird. [applaus]
- 43:24Unsere Pflege unsere Pflegeversicherung
- 43:27braucht eine Reform, denn für 2027 wird
- 43:30erwartet, dass ohne Gegenmaßnahmen ein
- 43:32Defizit von rund 7,6 Milliarden Euro
- 43:35entstehen wird. Und das ist noch
- 43:36optimistisch geschätzt. Das können und
- 43:39werden wir nicht so laufen lassen.
- 43:40Deshalb ist es für uns als
- 43:41Regierungsfraktion maßgeblich, dass wir
- 43:44hier die Stabilisierung der
- 43:45Pflegeversicherung wollen, aber wir
- 43:48wollen auch, dass die Leistungen, die in
- 43:50der Pflegeversicherung gibt, da
- 43:52eingesetzt werden, wo sie die Menschen
- 43:53am meisten helfen. Und ich bin dem
- 43:56Minister sehr dankbar, dass er
- 43:58frühzeitig herangegangen ist und die
- 43:59Priorität so gesetzt hat, dass nämlich
- 44:01die Rentenbeiträge für pflegende
- 44:03Angehörige geblieben sind. Und das ist
- 44:05richtig und das ist gut.
- 44:08[applaus]
- 44:08Und gleich wohl ist es wichtig, dass wir
- 44:11eben Leistungen nicht mehr mit der
- 44:12Gießkanne ausschütten, wie wir es
- 44:14teilweise jetzt machen, sondern wirklich
- 44:16zielgenau werden und dass wir in diesem
- 44:18System auch Verwerfung haben, da müssen
- 44:20wir uns ein Stück weit ehrlich machen.
- 44:22Das ist so. Wir gehen jetzt ins
- 44:24parlamentarische Verfahren und ich kann
- 44:26Ihnen sagen, natürlich werden wir hier
- 44:28als CDU CSU Bundestagsfraktion noch mal
- 44:30nachjustieren. Das ist auch wichtig und
- 44:32gut und das zeigt uns ja, dass
- 44:33Demokratie funktioniert. Momentan sind
- 44:35wir da noch nicht Zielgenau, aber das
- 44:37wollen wir und ich mach es mal an zwei
- 44:39Beispielen fest, z.B. am Thema
- 44:41Pflegebegleitung. Die vorgesehene
- 44:43Pflegebegleitung soll Familien einen
- 44:44festen Ansprechpartner geben, der
- 44:46konkrete Unterstützung organisiert und
- 44:49gerade wenn Pflege abrupt nötig wird,
- 44:51kann das natürlich den Unterschied
- 44:53machen. In den Regionen gibt es schon
- 44:56gute Strukturen und damit haben wir
- 44:58Leistungserbringer, die Pflegeberatung
- 45:00und in zukünftig auch die
- 45:02Pflegebegleitung schon anbieten könnten.
- 45:05Es gilt nun diese Strukturen zu erhalten
- 45:07und nicht zu zerschlagen und das ist uns
- 45:09wirklich wichtig und damit auch jeder
- 45:11die neue Pflegebegleitung nutzen kann.
- 45:13Wir haben das im Blick und werden das
- 45:15dementsprechend auch umsetzen. Wir
- 45:17wollen keine Parallelstrukturen
- 45:19aufbauen. Ich glaube, das kann ja nicht
- 45:21das Ansinnen sein. Und auch beim Thema
- 45:23Alltagshiilfen, wie es oft
- 45:25fälschlicherweise jetzt auch von rechts
- 45:27und von links kommuniziert wird.
- 45:28Entweder versteht man es nicht, das
- 45:30parlamentarische Verfahren oder man will
- 45:32das für populistische Zwecke nutzen.
- 45:34Beim Thema Alltagshilfe und
- 45:35Sozialraumbudget sind wir auch sehr
- 45:37klar. Hier werden wir nachbessern, denn
- 45:39wir haben gute Strukturen in den
- 45:41Regionen, Pflegediensten, Caritas,
- 45:44Diakonie, äh ich sag mal, das kann eine
- 45:46private Anbieter sein. Die, die da sind,
- 45:49sollen diese den das Sozialraumbudget
- 45:52abrechnen dürfen und das muss das Ziel
- 45:54sein. Es kann eben nicht sein, wie es
- 45:56jetzt im Gesetz ist, dass erst die
- 45:58Pflegeassistenz rausfährt und wieder
- 46:00zurück und dann kommt der Alltagshelver
- 46:02und fährt wieder raus und fährt dann
- 46:03wieder zurück. Wir würden ja
- 46:04Parallelstrukturen aufbauen. Das können
- 46:07[applaus] wir uns in der jetzigen
- 46:08Situation anhand der Ressourcen gar
- 46:10nicht leisten und wir würden wirklich
- 46:12gute Strukturen in der Fläche kaputt
- 46:15machen und das kann keiner wollen. Und
- 46:17hier sind wir sehr, sehr klar. Und liebe
- 46:20Kollegen, [applaus] das neue
- 46:22Pflegeordnungsgesetz eröffnet die
- 46:24Chance, die Versorgung besser zu
- 46:25organisieren. Wir haben einen Checkup ab
- 46:2760. sollen Risiken früher erkannt
- 46:29werden. Die Rehabilitation soll gestärkt
- 46:32werden, damit Selbstständigkeit erhalten
- 46:34wird. Aber ich möchte auch noch mal
- 46:36erinnern, das geht oft verloren. Alt
- 46:38heißt eben nicht automatisch
- 46:39pflegebedürftig. Mit diesem Mythos
- 46:41müssen wir auch endlich aufräumen, meine
- 46:43Damen und Herren. Wir müssen genau
- 46:45hinschauen, wo wir das Geld hinsteuern
- 46:47und wer pflegebedürftig ist, soll das
- 46:49Geld auch bekommen. Und so ist die
- 46:51Bündelung von Leistung auch eine Chance.
- 46:53Übersichtliche Budgets sollen im mehr
- 46:55Spielraum schaffen und unnötige Anträge
- 46:58ersparen. Deshalb schauen wir im
- 46:59parlamentarischen Verfahren genau hin,
- 47:02ob durch die Neuordnung Verwerfungen
- 47:04entstehen und wo wir das Geld im Ziel
- 47:07genau hinsteuern.
- 47:08Frau Abgeordnete, lassen Sie eine
- 47:10Zwischenfrage aus den Reihen der Linken
- 47:12zu.
- 47:12Ja, bitte sehr.
- 47:18Ja, sehr geehrte Kollegin Borch, danke,
- 47:20dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Ich
- 47:22bin äh eine Mischung aus erfreut und
- 47:24irritiert, erfreut darüber, dass nicht
- 47:27nur die Opposition, sondern anscheinend
- 47:29auch alle Regierungskoalitionen und
- 47:32sogar Teil des Kabinetts, Herr Lenemann,
- 47:33der heute geredet hat, dieses Gesetz
- 47:35nicht gut finden. Ähm, ich bin
- 47:38irritiert, wer eigentlich für solche
- 47:41Schreibungen dann verantwortlich ist.
- 47:44Wenn sie sich im Schattenboxen ergehen
- 47:47und das alles schlecht finden, wenn Sie
- 47:49hier heute am Plenum stehen und die
- 47:51Menschen zuhören, dann sagen Sie doch
- 47:53einfach mal, ein solches Gesetz kann in
- 47:55die Tonne getreten werden, wenn es jeder
- 47:58schlecht findet. [applaus]
- 48:00Also ich danke Ihnen wirklich,
- 48:01wenn sie wenn Sie das nicht tun wollen,
- 48:05dann sagen Sie, was Sie mit Würde
- 48:08wirklich meinen. Herr Linnemann hat eben
- 48:10ausgeführt, wie wichtig es ist, nicht
- 48:12nur über Zahlen zu sprechen. Dann hat er
- 48:15angesprochen, um welche Zahlen es gehen
- 48:17wird, um eine Verringerung der
- 48:20Pflegebedürftigen
- 48:21Gesetzesgebung und nicht Quar
- 48:23Prävention. Ich verlange von Ihnen sich
- 48:27unsere Anträge anzuschauen, die eine
- 48:29Lösung bieten, die nämlich alle
- 48:31Menschen, die pflegebedürftig sind,
- 48:34unabhängig von ihrem Geld, was sie
- 48:36haben, auch Pflege gewähren. Das findet
- 48:39bei ihrem Gesetzentwurf überhaupt nicht
- 48:42statt. Sie kürzen bei denen, die
- 48:45bedürftig sind. Sie verlangen mehr bei
- 48:47denen, die bedürftig sind, bei den
- 48:49pflegenden Angehörigen, bei den zu
- 48:51pflegenden. Deswegen machen Sie es sich
- 48:54doch ein wenig einfacher. Erzählen Sie
- 48:56nichts von Herrn Struck. Ein kein Gesetz
- 48:59geht so rein, geht so raus, wie
- 49:00reingekommen ist, sondern machen sie
- 49:02einen neuen Entwurf, der sich an einer
- 49:04Bürgerversicherung
- 49:06alle doppelte Redezeit. [applaus]
- 49:10Also erstmal
- 49:11also ganz kurz, die Redezeit habe ich
- 49:12angehalten. Das wird nicht angerechnet.
- 49:15So eine Frage und die Antwort auch
- 49:16nicht.
- 49:16Danke schön.
- 49:18Das gibt mir die Gelegenheit auch noch
- 49:19mal auf die Debatte von Ihnen
- 49:21einzugehen. Also ich glaube, sie haben
- 49:22das ganze System nicht verstanden. Es
- 49:23kommt ein Gesetzesentwurf raus und das
- 49:25ist gut und richtig und dass wir dieses
- 49:27Gesetz brauchen, ist auch richtig, weil
- 49:29es geht nicht um Kürzung. Es geht darum,
- 49:30dass wir Ziel genauer werden. Wenn es
- 49:32ihnen aufgefallen ist, die neuen Budgets
- 49:34sind sogar höher als das Pflegegeld.
- 49:36Natürlich ist stimmt das. Das
- 49:37Sozialraumbudget ist höher als das
- 49:40Entlastung.
- 49:40Also, Entschuldigung ganz kurz noch mal
- 49:42die Regeln. Wenn Sie hier eine Frage
- 49:44stellen, hören wir Ihnen zu. Aber es ist
- 49:45Ihnen auch zuzumuten, die Antwort zu
- 49:48ertragen, bitte. Das Sozialraumbudget
- 49:51ist höher geworden als das
- 49:52Entlastungsbudget. Das Pflegegeld wird
- 49:54höher. Das ist jetzt Entlastungsbudget
- 49:56und Sachleistungsbudget. Selbst die
- 49:58Sachleistung werden höher. Das heißt,
- 50:00Pflegedienste können jetzt auch mehr
- 50:02abrechnen. Und ihre Lösung immer mehr
- 50:04Geld in ein System zu pumpen, was mit
- 50:06unter nichtmodern darstellt, das ist
- 50:08absolut falsch. Wir brauchen moderne
- 50:10Strukturen und deshalb ist die
- 50:11Strukturkommission auch so wichtig und
- 50:14wir sind jetzt im parlamentarischen
- 50:15Verfahren. Das heißt, der
- 50:16Gesetzesentwurf ist gut und das erkläre
- 50:18ich Ihnen jetzt mal, weil im
- 50:19parlamentarischen Verfahren sitzen wir
- 50:21als Koalitionsfraktionen
- 50:23und dann definieren wir noch mal
- 50:24Schnittstellen und ich finde es eine
- 50:26Größe auch vom BMG zu sagen, an der und
- 50:28der Stelle haben wir Fehler gemacht oder
- 50:30die müssen wir noch mal nachbessern. Das
- 50:31habe ich Ihnen aber das letzte Mal schon
- 50:32erklärt. Anscheinend scheint sie es ja
- 50:34nicht zu verstehen. Und jetzt sind wirim
- 50:36parlamentarischen Verfahren und im
- 50:38letzten Gesetzesentwurf hatten wir über
- 50:39[applaus] 60 Änderungsanträge, möchte
- 50:41ich bitten. Also, das zeigt ja, dass wir
- 50:43fleißig sind, dass wir jeden Stein
- 50:45umdrehen, was wir es gut und richtig
- 50:46machen und das zeigt auch, dass
- 50:48Demokratie funktioniert und erst dann
- 50:50gehen wir in die zweite, dritte Lesung
- 50:51und erst dann wird das Gesetz richtig
- 50:52verabschiedet. Danke.
- 50:54[applaus]
- 51:02Sehr geehrte Damen und Herren und ich
- 51:03werde mich ausdrücklich auch dafür
- 51:05einsetzen und das kam ja auch schon von
- 51:06unserem Koalitionspartner, dass
- 51:09Angehörige, die regelmäßig Ersatzpflege
- 51:11brauchen und das sind Familien mit
- 51:12pflegebedürftigen Kindern z.B. äh, dass
- 51:15wir da das Überbrückungsbudget oder das
- 51:16ehemalige Verhinderungsgeld noch mal uns
- 51:18anschauen und da noch mal nachjustieren
- 51:21oder auch bei Familien mit behinderten
- 51:22Kindern da auch noch mal nachjustieren.
- 51:24Ich finde das wichtig, da müssen wir die
- 51:26Leistung anpassen und das in den Fokus
- 51:27nehmen. Und es darf natürlich keine
- 51:29Abrisskanten geben. Wir brauchen
- 51:31vernünftige Übergangszeiten für
- 51:33Angehörige, aber auch für die
- 51:34Pflegedienste und Leistungserbringer.
- 51:36Das halte ich für sehr sehr wichtig.
- 51:37Meine Damen und Herren, wir werden auch
- 51:39das Thema Tagespflege mitführen.
- 51:40Tagespflege stärken, denn auch hier
- 51:42können wir am Ende viel Ressourcen
- 51:44einsparen. Ich freue mich auf das
- 51:46parlamentarische Verfahren mit dem
- 51:47Koalitionspartner und lassen Sie uns
- 51:49alle gemeinsam an einem Strang ziehen,
- 51:51damit wir ein modernes Pflegesystem auf
- 51:53den Weg bringen und die Angehörigen
- 51:54stärken. Herzlichen Dank. [applaus]
- 52:03Für die AfD Fraktion hat jetzt das Wort
- 52:06Frau Abgeordnete Claudia Weiß, bitte.
- 52:08[applaus]
- 52:13Frau Präsidentin, werrte Kollegen, der
- 52:16Bundeskanzler Herr Merz hat im
- 52:17Zusammenhang mit den Reformen seiner
- 52:19Bundesregierung erklärt, man müsse den
- 52:22Menschen diese Reform besser erläutern.
- 52:24Ich empfandage doch als sehr
- 52:27unverschämt, denn Herr Bundeskanzler,
- 52:30die Bürger haben kein
- 52:32Verständigungsproblem.
- 52:34Sie haben ein Verständnisproblem und
- 52:37zwar nicht, weil sie ihre Reform nicht
- 52:39verstehen, sondern weil die Bürger nicht
- 52:41mehr verstehen können, warum sie mit
- 52:43nahezu jeder neuen Reform weitere
- 52:46Belastungen, Leistungseinschränkungen
- 52:48und finanzielle Nachteile hinnehmen
- 52:50müssen. Die Menschen verstehen sehr
- 52:52wohl, was hier passiert. Sie verstehen,
- 52:54dass Sie immer höhere Beiträge zahlen
- 52:56müssen und gleichzeitig um bisherige
- 52:58Leistungen fürchten. Sie verstehen, dass
- 53:00ihnen Entlastungen gestrichen werden,
- 53:02während von Ihnen immer mehr
- 53:04Eigenverantwortung verlangt wird. Aber
- 53:06sie verstehen eins nicht mehr, warum sie
- 53:08ausgerechnet bei den Menschen sparen,
- 53:11die auf Hilfe angewiesen sind. Und das
- 53:13sage nicht nur ich. Sie wissen, dass
- 53:14Pflegeverbände Angehöriger Alarms
- 53:16schlagen. Sie waren vor
- 53:18Versorgungslücken, finanziellen
- 53:20Belastungen und Wegfall bewährter
- 53:22Hilfsangebote. Das sind keine
- 53:24theoretischen Warnungen, das sind die
- 53:26realen Sorgen der Menschen, die ihre
- 53:28Reform ausbahen müssen. Schauen wir uns
- 53:31doch an, was sie mit dem neuen
- 53:32Sozialraumbudgetrichten
- 53:34können. Bisher konnten ambulante
- 53:36Pflegedienste, Pflegebetreuung und
- 53:38hauswirtschaftliche Unterstützung aus
- 53:40einer Hand anbieten. Eine vertraute
- 53:42Mitarbeiterin kam ins Haus. unterstützte
- 53:44beim Einkaufen, machte die Wohnung,
- 53:46bereitete eine Mahlzeit zu und bemerkte
- 53:49dabei auch, wenn es einem Menschen
- 53:50gesundheitlich schlechter ging. Diese
- 53:53gewachsenen Versorgungsstrukturen
- 53:55funktionieren und jetzt schaffen sie
- 53:57neue Voraussetzungen, unter denen genau
- 53:59diese Leistungen möglicherweise nur noch
- 54:02über gesonderte, anerkannte Angebote
- 54:05abgerechnet werden können. Das bedeutet
- 54:07im schlimmsten Fall, ein ambulanter
- 54:09Pflegedienst muss für dieselbe Leistung
- 54:11eine zweite Unternehmensstruktur
- 54:13schaffen. Ein zusätzliches Unternehmen,
- 54:15neue Anerkennungsverfahren,
- 54:17eine weitere Verwaltung, zusätzliche
- 54:19Buchhaltung, Abrechnung und
- 54:22Organisationsaufwand.
- 54:23Wo ist hier die versprochene
- 54:25Entbürokratisierung?
- 54:27Sie schaffen das Risiko von
- 54:28Doppelstrukturen, obwohl wir bereits
- 54:30heute unter Personalnot steigenden
- 54:32Betriebskosten und enormen
- 54:34Verwaltungsaufwand leiden. Und was
- 54:36glauben Sie, was der kleine Amulante
- 54:38Pflegedienst auf dem Land macht, wenn
- 54:40sich diese zusätzlichen Strukturen
- 54:42wirtschaftlich nicht rechnen? Er stellt
- 54:44die hauswirtschaftlichen Leistungen ein.
- 54:47Vielleicht muss er Mitarbeiter entlassen
- 54:48und am Ende steht die ältere Dame ohne
- 54:51bisherige Unterstützung da. Das bedeutet
- 54:54nicht nur einen möglichen Verlust von
- 54:56Arbeitsplätzen, das bedeutet den Verlust
- 54:58von Versorgung. Und als wäre das nicht
- 55:01schon genug, greifen Sie auch noch in
- 55:02die Verhinderungspflege ein. Eine
- 55:04Leistung, die vor pflegende Angehörige
- 55:06oftmals die letzte Möglichkeit ist
- 55:08überhaupt einmal durchzuatmen. Sie
- 55:10behaupten, das werde alles flexibler.
- 55:12Angehörige brauchen aber keine neuen
- 55:15Budgetbezeichnungen. Sie brauchen
- 55:16tatsächlich Entlastung. Und dann ist da
- 55:20noch der Pflegekrad 1. Hier streichen
- 55:21Sie den bisherigen Entlastungsbetrag von
- 55:23131 € im Monat. Stattdessen bieten Sie
- 55:26neue Beratung und Prävention an.
- 55:29Beratung kann sinnvoll sein, das ist
- 55:30richtig. Prävention ist wichtig, aber
- 55:33eine Beratungskraft putzt keine Wohnung.
- 55:35Besonders erschreckend sind auch die
- 55:37geplanten strengeren Voraussetzungen
- 55:39beim Zugang zu Pflegeleistungen. Wer
- 55:41künftig eine Einstufung schwerer
- 55:43erreicht, hat nicht weniger Hilfe nötig.
- 55:46Der Pflegebedarf verschwindet doch nicht
- 55:48nur, weil Sie die gesetzlichen Hürden
- 55:49erhöhen. Sie wollen die
- 55:51Pflegeversicherung finanziell
- 55:52stabilisieren? Ja, die Versicherung muss
- 55:55gesichert werden, darüber besteht kein
- 55:56Zweifel. Aber eine Reform ist nicht
- 55:59allein deshalb gut, weil sie Reform
- 56:01heißt. Eine Reform muss ich daran messen
- 56:03lassen, ob die Versorgung [applaus]
- 56:05danach besser funktioniert und ob die
- 56:07Menschen tatsächlich entlastet werden.
- 56:09Wir können es uns nicht leisten, auch
- 56:11noch die wenigen funktionierenden
- 56:13Strukturen zu gefährden. Vielen Dank.
- 56:16[applaus]
- 56:21Für die SPD Fraktion hat nun Frau
- 56:23Abgeordnete Claudia Moll das Wort.
- 56:25Bitte. [applaus]
- 56:29Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 56:31Kolleginnen und Kollegen, erstmal einen
- 56:32wunderschönen guten Morgen.
- 56:35Beginnen wir mit dem, was dieses Gesetz
- 56:37heute schon besser gemacht hat, als der
- 56:39Entwurf, mit dem es gestartet ist.
- 56:42Das ist kein Zufall, sondern ergebnisha
- 56:45Arbeit.
- 56:47Erstens, die Rentenbeiträge für
- 56:49pflegende Angehörige bleiben erhalten.
- 56:51Wer zu Hause pflegt, wird dem Alter
- 56:53nicht dafür bestraft. Zweitens, die
- 56:56Tariftreue bleibt gesichert. Wer pflegt,
- 56:59soll nach Tarif bezahlt werden. Das ist
- 57:01Anerkennung und zugleich das beste
- 57:04Mittel gegen den Fachkräftemangel.
- 57:06Drittens, die Zuschüsse zu den
- 57:09Eigenanteilen im Pflegeheim nach
- 57:11Paragraph 53C bleiben bestehen und sie
- 57:14werden nicht zeitlich nach hinten
- 57:15geschoben. Wer im Heim lebt, kann sich
- 57:18darauf verlassen, kann sich darauf
- 57:20verlassen. Und das Entlastungsbudget,
- 57:22also das bisherige Pflegegeld, wird zu
- 57:25Beginn der Pflegebedürftigkeit
- 57:27nicht gekürzt.
- 57:29In einem Punkt sind wir uns, glaube ich,
- 57:31über die Koalition hinweg einig.
- 57:34Die Budgets steigen, aber ihre
- 57:36Verwendung wird enger. Genau das
- 57:39beschäftigt. Ja, ängstigt die
- 57:41versicherten und Beschäftigten
- 57:43gleichermaßen.
- 57:45Und ein großes Thema ist die
- 57:47Verhinderungspflege.
- 57:49Eltern, die eine Auszeit brauchen,
- 57:52können ihr schwer beherhes Kind nicht
- 57:54einen beliebigen Dienst überlassen. Sie
- 57:57brauchen eine vertraute Person, die das
- 57:59Kind kennt und umgekehrt genauso.
- 58:03Wenn der gemeinsame Jahresbeitrag
- 58:05wegfällt und die vertraute Ersatzpflege
- 58:07künftig aus dem Pflegegeld bezahlt
- 58:09werden muss, dass viele Familien bereits
- 58:13für ihren Alltag brauchen, dann ist das
- 58:15für diese Familien keine Entlastung,
- 58:18sondern ein Rückschritt. Die
- 58:20Verhinderungspflege muss auch im neuen
- 58:22System als eigene Leistung erkennbar und
- 58:25nutzbar bleiben. Und ich freue mich,
- 58:27dass wir auch mit der Union darüber
- 58:29sprechen, wie wir gerade Familien mit
- 58:32schwerbehinderten Kindern besser
- 58:34unterstützen können. [applaus]
- 58:37Das zweite große Thema ist das
- 58:39Sozialraumbudget.
- 58:41175 € im Monat für jüngere 300 €. Das
- 58:46ist ein Fortschritt.
- 58:48Viele Pflegedienste fürchten aber, dass
- 58:50ihnen vertraute Leistungen wegbrechen
- 58:53und hinter jeder dieser Leistung stehen
- 58:55Beschäftigte, die wir dringend brauchen
- 58:58und die sich um ihren Arbeitsplatz
- 58:59sorgen. Auch die Pflegebedürftigen haben
- 59:03Angst. Viele wissen heute nicht, wer ab
- 59:06Januar zu ihnen nach Hause kommt und sie
- 59:08unterstützen wird. Deshalb müssen wir
- 59:10bestehende Versorgungsstrukturen
- 59:12schützen und den Einrichtung
- 59:14zumindestens
- 59:16ausreichend Zeit geben, sich auf neue
- 59:18Bedingungen einzustellen.
- 59:20Ich sehe hier auch viele Gemeinsamkeiten
- 59:22mit unserem Koalitionspartner und ich
- 59:24bin zuversichtlich, dass wir gemeinsame
- 59:27tragfähige Lösungen finden.
- 59:30[applaus]
- 59:31Zum Schluss noch ein grundsätzlicher
- 59:33Punkt und das sage ich auch in Richtung
- 59:35der Bundesregierung.
- 59:37Das ist meins. Wir beraten im Alltempo
- 59:40eine Neuordnung unter erheblichen
- 59:42finanziellen Druck, die tief in bestehen
- 59:45Zeit versorgungstrukturen machen wir
- 59:47eine extra Ansprache
- 59:49uns. Ja, es tut mir auch leid, aber es
- 59:52ist wirklich drüber. Danke.
- 59:53Ich geb's ihm persönlich.
- 59:55Ja, so machen wir das jetzt. [applaus]
- 1:00:02Dann fahr dann fahren wir fort.
- 1:00:06Ähm, aber bitte überschaubares Gespräch.
- 1:00:11Das
- 1:00:12Ja, danke schön.
- 1:00:15Einfach in die Hand drücken. So,
- 1:00:19ich würde gern weitermachen.
- 1:00:22Danke sehr.
- 1:00:25So, wir machen weiter in der Debatte.
- 1:00:27Verbindnis 90. Die Grünen hat nun Frau
- 1:00:29Abgeordnet Dr. Kirsten Ket Gonter das
- 1:00:31Wort. Bitte sehr. [applaus]
- 1:00:39Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen,
- 1:00:41liebe Kollegen,
- 1:00:43in was für einer Gesellschaft
- 1:00:46wollen wir leben?
- 1:00:49Was für eine Gesellschaft wir sind,
- 1:00:52zeigt sich besonders daran, wie wir mit
- 1:00:55Menschen umgehen, die Unterstützung
- 1:00:56brauchen. Mit pflegebedürftigen, älteren
- 1:00:59Menschen, ihren Angehörigen und
- 1:01:01professionell pflegende.
- 1:01:04Fachkräftemangel, steigende Kosten,
- 1:01:06wachsender Pflegebedarf stellen uns vor
- 1:01:09zentrale Entscheidungen. Grenzen wir
- 1:01:12stärker aus oder rücken wir enger
- 1:01:15zusammen?
- 1:01:18Viele Pflegeprobleme sind nicht gelöst.
- 1:01:21Wir brauchen deshalb zwingend eine
- 1:01:23Reform, die Pflegebedürftigkeit
- 1:01:26verhindert oder wenigstens hinauszögert
- 1:01:28und zugleich eine gute Versorgung
- 1:01:31sichert.
- 1:01:33Und dafür, liebe Kolleginnen und
- 1:01:35Kollegen, müssen wir Pflege umfassender
- 1:01:37denken. Einsamkeit, psychische
- 1:01:40Belastung, körperliche Erkrankung, die
- 1:01:43beeinflussen sich gegenseitig.
- 1:01:45Sie können Pflegebedürftigkeit
- 1:01:47begünstigen und sogar Teilhabe
- 1:01:50verhindern. Doch Teilhabe ist keine
- 1:01:54Sonderleistung, kein Add-on. Sie ist
- 1:01:56Voraussetzung für ein gutes Leben auch
- 1:01:59im Alter und auch mit Pflegebedarf. Und
- 1:02:02wir brauchen mehr Prävention, Begegnung,
- 1:02:05niedrigschwellige Unterstützung vor Ort
- 1:02:08sowie bessere Entlastung für pflegende
- 1:02:11Angehörige. Herr Minister, ich finde,
- 1:02:14Sie haben gute Worte gefunden. Nur dann
- 1:02:18kann dieses Gesetz so ja nicht kommen.
- 1:02:21Ich empfinde das als Auftrag auch an die
- 1:02:24regierungskragenden Fraktionen hier zu
- 1:02:26Verbesserung zu kommen. Ich hoffe, dass
- 1:02:29uns das auch gemeinsam gelingt. Und die
- 1:02:31Klimakrise verlangt neue Antworten.
- 1:02:34Hitzeschutz durch kommunale Hitze
- 1:02:36Schutzpläne, Schatten, Grünflächen,
- 1:02:39geschützte Pflegeeinrichtung.
- 1:02:42Auch das muss auch die Pflege muss
- 1:02:44zwingend auf Stromausfälle und
- 1:02:46Hochwasser vorbereitet werden und dafür
- 1:02:49unter anderem stehen unsere grünen
- 1:02:51Anträge. Wir brauchen eine einen
- 1:02:54solidarischen Finanzausgleich zwischen
- 1:02:57sozialer und privater
- 1:02:58Pflegeversicherung,
- 1:02:59eine faere Beteiligung des Bundes und
- 1:03:02wirksam begrenzte Eigenanteile.
- 1:03:06Gute Pflege darf nicht von den eigenen
- 1:03:08finanziellen Mitteln abhängen und wer
- 1:03:10pflegt, darf nicht selbst krank werden.
- 1:03:14Wie wäre denn, wie wäre denn eine
- 1:03:16seelenfreundliche Pflege, die Würde,
- 1:03:20Nähe, Selbstbestimmung und Teilhabe
- 1:03:23ermöglicht? Wie wäre denn eine
- 1:03:26seelenfreundliche Welt, in der wir
- 1:03:29füreinander da sind, Einsamkeit
- 1:03:31überwinden und niemand zurücklassen?
- 1:03:35Was brauchen wir denn dafür? Begegnung,
- 1:03:39Verbindung,
- 1:03:40Menschlichkeit.
- 1:03:42Gestalten wir eine Pflege, die Menschen
- 1:03:46stärkt, Angehörige entlastet und
- 1:03:48professionell pflegende gute
- 1:03:50Arbeitsbedingungen bietet. Das wäre dann
- 1:03:53sogar mehr als eine gute Pflegereform.
- 1:03:56Das wäre ein Beitrag für eine
- 1:03:58seelenfreundliche Gesellschaft. Ich
- 1:04:00danke Ihnen.
- 1:04:02[applaus]
- 1:04:06Für die Fraktion Die Linke hat nun Frau
- 1:04:08Abgeordnete Eveline Schz das Wort.
- 1:04:10Bitte. [applaus]
- 1:04:22[räuspern]
- 1:04:24Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 1:04:26Damen und Herren,
- 1:04:28hunderte Mails haben mein Büro erreicht
- 1:04:32von Menschen, die Angst haben, dass
- 1:04:34diese Pflegereform
- 1:04:36ihr Leben noch schwerer macht, die uns
- 1:04:39auffordern, bitte unternehmen Sie alles,
- 1:04:42um die Verhinderungspflege zu erhalten.
- 1:04:46Und genau deshalb stehe ich hier und
- 1:04:48genau deshalb habe ich auch diesen
- 1:04:50Antrag eingebracht,
- 1:04:52[applaus] denn sie versprechen Familien
- 1:04:54mit ihren neuen Budgets mehr
- 1:04:56Flexibilität und wollen Missbrauch
- 1:04:59verhindern,
- 1:05:01aber das Überbrückungsbudget,
- 1:05:04es hat an Notdienst und Kürzzeitpflege
- 1:05:06gebunden, das Sozialraumbudget
- 1:05:09an bestimmte anerkannte Angebote.
- 1:05:12Wenn Freunde, Nachbarn oder Verwandte
- 1:05:15bei der Pflege einspringen, können
- 1:05:17Familien das künftig nicht mehr über
- 1:05:20diese Budgets bezahlen. Dabei brauchen
- 1:05:23gerade Kinder und Menschen z.B. mit
- 1:05:26Demenz vertraute Personen, die sie zu
- 1:05:29Hause betreuen. Stattdessen müssen
- 1:05:31Familien dafür ihr Pflegebudget nutzen,
- 1:05:35also Geld, das ihre tägliche
- 1:05:37Pflegearbeit anerkennen und oft
- 1:05:40fehlendes Einkommen ersetzen soll.
- 1:05:44Was Sie als Schutz vor Missbrauch
- 1:05:46verkaufen, nimmt Familien genau die
- 1:05:49Flexibilität, die sie dringend brauchen
- 1:05:52und stellt Millionen pflegende
- 1:05:54Angehörige unter Generalverdacht.
- 1:05:59[applaus]
- 1:06:01Stellvertreten für diese Menschen sage
- 1:06:04ich, die Verhinderungspflege muss
- 1:06:06erhalten bleiben und wir erwarten mit
- 1:06:09Spannung die zugesagten Nachbesserungen.
- 1:06:13Doch damit nicht genug.
- 1:06:16Hunderte weitere Menschen haben
- 1:06:17geschrieben und wissen nicht, wie es
- 1:06:20weitergeht, wenn der
- 1:06:21Umwandlungsaufspruch
- 1:06:23Umwandlungsanspruch
- 1:06:24auf Pflegeleistungen für anerkannte
- 1:06:27Haushalts, Betreuungs und Alltagshilfen
- 1:06:30entfällt und der Entlastungsbetrag für
- 1:06:32Menschen mit Pflegegrad 1 gekürzt wird.
- 1:06:36Auch für diese Menschen stehe ich hier.
- 1:06:39Mit dem Umwandlungsanspruch
- 1:06:41äh können Menschen ab Pflegad 2
- 1:06:45ungenutzte Pflegesachleistungen
- 1:06:47für Hilfe im Alltag einsetzen.
- 1:06:50Fällt er weg, müssen Familien selbst
- 1:06:53zahlen oder noch mehr Pflegearbeit
- 1:06:55übernehmen und die bleibt natürlich
- 1:06:58wieder an den Frauen hängen.
- 1:07:00Menschen mit Pflege Grad 1 bekommen
- 1:07:03weder Pflegegeld noch
- 1:07:05Pflegesachleistungen.
- 1:07:08Der Entlastungsbetrag hilft Ihnen
- 1:07:10selbständig zu Hause zu leben. Deshalb
- 1:07:14sage ich, halt sie diese Unterstützung.
- 1:07:17Millionen Menschen halten mit [applaus]
- 1:07:19ihrer Pflegearbeit dieses System am
- 1:07:21Laufen und ausgerechnet ihnen wollen sie
- 1:07:24die Unterstützung streichen. Wer Pflege
- 1:07:28stärken will, muss die Menschen stärken,
- 1:07:30die sie jeden Tag leisten. Das müssen
- 1:07:34und können wir uns leisten. Vielen Dank.
- 1:07:38[applaus]
- 1:07:43[applaus]
- 1:07:46Für die CDU CSU Fraktion hat Frau
- 1:07:48Abgeordnete Emy Zollner das Wort. Bitte.
- 1:07:50[applaus]
- 1:07:58Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 1:08:00Kolleginnen und Kollegen, sensibel und
- 1:08:04mutig zugleich. Das muss das Motto sein,
- 1:08:06mit dem wir diese Pflegereform angehen.
- 1:08:09Mutig vor dem Hintergrund, dass wir
- 1:08:12natürlich Veränderungen im System
- 1:08:14erwarten, aber gleichzeitig eben
- 1:08:16sensibel, dass wir auf die Rücksicht
- 1:08:18nehmen, die entsprechend Unterstützung
- 1:08:20brauchen, beispielsweise auf die
- 1:08:22Familien mit Kindern mit Behinderung
- 1:08:25mutig, weil wir z.B. ähm das System
- 1:08:28dahingehend
- 1:08:29ändern, dass wir Menschen, die einen
- 1:08:32Pflegebedarf haben, sich über den
- 1:08:34medizinischen Dienst melden und eine
- 1:08:36Pflegeeingradung beantragen, dass wir da
- 1:08:39auf ein Instrument zurückgreifen, wie es
- 1:08:41damals von Wissenschaftlern
- 1:08:432017, als wir es eingeführt haben, auch
- 1:08:45vorgeschlagen wurden. Wir nehmen jetzt
- 1:08:48einen neuen Anlauf und sagen eben nicht,
- 1:08:51wir verweigern oder verändern oder
- 1:08:55verhindern die Unterstützung von
- 1:08:57Pflegebedürftigen, indem wir eben sagen,
- 1:08:59es gibt ein anderes System, das sie
- 1:09:01schlechter stellt, sondern wir werden an
- 1:09:03dem Punkt kommen, wo wir sagen, wir
- 1:09:05nehmen die wissenschaftliche Grundlage
- 1:09:07und nehmen das als Grundlage für die
- 1:09:09Zukunft. Und es bedeutet eben in der
- 1:09:11Konsequenz, dass es nicht dazu führen
- 1:09:13würde, wie auch die Kollegen der Linken
- 1:09:15formulieren, dass Menschen weniger
- 1:09:17Pflegeunterstützung erhalten, sondern
- 1:09:19sondern es ist das Gegenteil der Fall,
- 1:09:22wir gehen zielgenauer heran, dass gerade
- 1:09:25in den höheren Pflegegraden, wo die
- 1:09:27Pflege größer und in der Herausforderung
- 1:09:29für die Familien größer ist, dass dort
- 1:09:31noch mal eine veränderte Unterstützung
- 1:09:33stattfindet.
- 1:09:35[applaus]
- 1:09:38Der zweite Punkt sensibel dahingehend,
- 1:09:41dass wir auch das jetzt schon
- 1:09:43angesprochene Verhinderungsbudget noch
- 1:09:45mal anschauen. Wir werden gucken ähm wie
- 1:09:48wir Familien unterstützen können, die
- 1:09:50eben äh besondere Herausforderungen
- 1:09:53haben. Familien mit Kindern, die eine
- 1:09:55Behinderung haben, wo z.B. gar keine
- 1:09:58passgenauen Angebote im Bereich der
- 1:10:00Kurzzeitpflege vorhanden sind. Diese
- 1:10:02Familien können wir nicht allein lassen
- 1:10:04und wollen wir auch nicht allein lassen.
- 1:10:06Und deswegen schauen wir da noch mal
- 1:10:08genau hin, denn das Gesetz ist auch
- 1:10:10nicht da darauf angelegt, dass wir
- 1:10:12verhindern wollen, dass Menschen
- 1:10:14Leistungen, die sie dringend brauchen
- 1:10:15und Unterstützung, die sie dringend
- 1:10:16brauchen, dass die nicht zur Verfügung
- 1:10:18gestellt wird, sondern gerade und das
- 1:10:20haben hier alle Kolleginnen und Kollegen
- 1:10:22noch mal formuliert, für diese Familien
- 1:10:24wollen wir Flexibilität ermöglichen und
- 1:10:27da stehen wir auch zusammen und werden
- 1:10:28das auch noch mal wieder Minister
- 1:10:30angekündigt hat entsprechend im Gesetz
- 1:10:32verändern.
- 1:10:33Frau Abgeordnete, lassen [applaus] Sie
- 1:10:37eine Zwischenfrage aus den Reen der
- 1:10:38Linksfraktion zu. Selverständlich. Bitte
- 1:10:40sehr.
- 1:10:45[räuspern]
- 1:10:50Vielen Dank, Frau Kollegin, dass Sie die
- 1:10:52Zwischenfrage zulassen. Wir kommen ja
- 1:10:53nun beide aus der Pflege, wissen, was
- 1:10:55das bedeutet für Angehörige, die sich
- 1:10:57kümmern müssen. Ähm, wenn Sie die
- 1:11:00Leistungen für den Pflegegrad 1
- 1:11:02abschaffen, aber gleichzeitig möchten,
- 1:11:04dass äh die Menschen länger zu Hause
- 1:11:07aktiv bleiben, sich selbst versorgen
- 1:11:09können, sehen Sie darin keinen
- 1:11:10Widerspruch.
- 1:11:13[applaus]
- 1:11:18Also, wer Pflege bekommt, das ähm ist
- 1:11:20das, was ich versucht habe zu erklären.
- 1:11:22Das äh entscheidet der medizinische
- 1:11:25Dienst. Also, es kommt eine Pflege
- 1:11:26Fachkraft, wie Sie und ich, zu den
- 1:11:28Menschen nach Hause und schaut, welche
- 1:11:30Möglichkeiten und welche
- 1:11:31Selbständigkeiten haben die betroffenen
- 1:11:34Personen. Und dann kommt man eben zu
- 1:11:36einem Ergebnis und schaut sich genau an.
- 1:11:38und dieses wissenschaftliche
- 1:11:40wissenschaftliche Grundlage von
- 1:11:42Pflegewissenschaftlern auch mit ähm
- 1:11:44entwickeln, beispielsweise von Herrn
- 1:11:46Professor Rotgang. Diese wenden wir
- 1:11:47jetzt an und dann ist es
- 1:11:49selbstverständlich so, dass es nicht
- 1:11:50passieren wird, dass eben, wenn ein
- 1:11:52Bedarf in den Familien da ist, dass der
- 1:11:54nicht gewährt wird. Und was haben wir in
- 1:11:56der Vergangenheit gemacht? In der
- 1:11:58Vergangenheit, als wir die Umstellung
- 1:11:59vor 10 Jahren gemacht haben, im Jahr
- 1:12:022017, war es eben so, dass wir
- 1:12:04Pflegestufen hatten und die wollten wir
- 1:12:07verändern. Und um zu verhindern, dass
- 1:12:09irgendwer bei dieser großen Veränderung
- 1:12:11und Reform innerhalb der Pflege
- 1:12:13gegebenenfalls durchs Raster fällt, um
- 1:12:16diese diese Umstellung auch gut und
- 1:12:18solide und nach bestem Wissen ähm zu
- 1:12:20verantworten, sind wir eben darüber
- 1:12:23hinausgegangen über das, was eben
- 1:12:25Pflegewissenschaft empfohlen hat. Und
- 1:12:27deswegen können wir jetzt zum jetzigen
- 1:12:29Zeitpunkt nach besten Wissen und
- 1:12:30Gewissen eben sagen, wir gehen jetzt,
- 1:12:32nachdem diese Umstellung stattgefunden
- 1:12:34hat und bei den Familien angekommen ist,
- 1:12:37gehen wir jetzt auf die
- 1:12:38wissenschaftliche Grundlage hin und das
- 1:12:41wird für die Zukunft auch tragen und das
- 1:12:43ist ja unser Ziel, dass eben zielgenau,
- 1:12:46Passgenau die Menschen Unterstützung
- 1:12:48bekommen, die eben auch Pflegebedarf
- 1:12:50haben und deswegen wird es weiterhin
- 1:12:52passieren und da können wir auch ganz
- 1:12:54ähm können wir zuversichtlich sein, dass
- 1:12:56das auch für die bei den Menschen auch
- 1:12:58ankommt, nämlich ganz zielgenau.
- 1:13:01[applaus]
- 1:13:04Also, wer wer sich in mit einem Beitrag
- 1:13:08einklinken möchte, gerne eine Frage
- 1:13:09stellen und die Kollegin entscheidet,
- 1:13:12sie entscheidet, ob sie sie zulässt.
- 1:13:14Aber das wird jetzt nicht regel werden,
- 1:13:16wenn man reinbrüllt, dass man dann eine
- 1:13:17Zwischenfrage kriegt. Das will ich auch
- 1:13:19nur kurz sagen. Frau Kollegin, lassen
- 1:13:21Sie eine weitere Zwischenfrage zu.
- 1:13:28Vielen Dank für die zulassende
- 1:13:29Zwischenfrage. Auch Ihnen, Frau
- 1:13:30Klöckner, ich äh werde mich bemühen
- 1:13:32nicht mehr reinzurufen, sondern nur
- 1:13:33Fragen zu stellen und ich finde die in
- 1:13:35der bitten, dass man vielleicht auch
- 1:13:36reden darf bei der eigenen Fraktion. Ja,
- 1:13:38mich hat es deswegen ein bisschen
- 1:13:40irritiert, weil Kollegin Zölner auf
- 1:13:42Professor Rotgang verwiesen hat, der
- 1:13:43damals bei der Einstufung 2017 oder 2018
- 1:13:46dabei gewesen ist. Und da widerspricht
- 1:13:49Professor Rotgang genau dem von ihm
- 1:13:51gesagten. Er sagt nämlich, dass die
- 1:13:53damalige Einstufung der Pflegestufen
- 1:13:55nicht wissenschaftlich fundiert war und
- 1:13:58dass die jetzige Erschwerung, wo er
- 1:14:00dabei war und dass die jetzige
- 1:14:01Erschwerung in die Pflege gerade
- 1:14:03reinzugehen ein Problem ist für die
- 1:14:05Menschen. Das hat er selbst, ich glaube
- 1:14:06in diesem Jahr erzählt. Wenn Sie sich
- 1:14:08auf Professor Rotgang berufen, der
- 1:14:10damals dabei war, dann müssen Sie es
- 1:14:13zurücknehmen, dass das damals
- 1:14:15wissenschaftlich fundiert war und Sie
- 1:14:16sich darauf wieder zurückbeziehen
- 1:14:18wollen. Das ist schlicht und ergreifend
- 1:14:20falsch. [applaus]
- 1:14:21Das ist keine zwischen zwischen, das ist
- 1:14:23keine Zwischenfrage, aber eine erlaubte
- 1:14:24Zwischenbemerkung. Deswegen bitte ich
- 1:14:26Sie das zumindest zurückzunehmen. Vielen
- 1:14:28Dank.
- 1:14:30[applaus]
- 1:14:32was sie suggerieren, dass er jetzt hier
- 1:14:36Willkür stattfindet und das ist ja
- 1:14:38entsprechend die Konnotation in allen
- 1:14:40Bereichen, dass wir jetzt aufgrund der
- 1:14:42der finanziellen Situation schauen äh
- 1:14:45dass wir ein System dahingehen,
- 1:14:46verändern mit dem Ziel, dass Menschen
- 1:14:48einfach nur weniger Leistungen bekommen
- 1:14:50und das ist eben nicht das Ziel und das
- 1:14:52möchte ich hier noch mal klarstellen,
- 1:14:54nämlich die einzige wissenschaftliche
- 1:14:56Basis, es gibt nämlich keine neuere aus
- 1:14:58der Pflegen wir Wissenschaft, wo Rotgang
- 1:15:00Gang mit beteiligt war, ist eben die aus
- 1:15:022017 und die nehmen wir als Grundlage
- 1:15:05und das ist mein Punkt. Deswegen es ist
- 1:15:07nicht redlich, wenn Sie hier
- 1:15:08formulieren, dass es uns egal ist, ob
- 1:15:11jetzt jemand Pflegeunterstützung erhält
- 1:15:13oder nicht, sondern wir wollen nach
- 1:15:14besten Wissen und Gewissen und einer
- 1:15:16wissenschaftlichen,
- 1:15:17pflegewissenschaftlichen Grundlage, bei
- 1:15:19der Rotgang mitgearbeitet hat, das ist
- 1:15:22die Grundlage dieses Gesetz und deswegen
- 1:15:24stimmt es einfach nicht, was sie sagen,
- 1:15:26dass wir da willkürlich irgendwas
- 1:15:27zusammen streichen. Es ist einfach
- 1:15:30schlicht falsch.
- 1:15:33[applaus]
- 1:15:37Und was wir auch organisieren und das
- 1:15:39hat der Minister auch angesprochen, ist,
- 1:15:41dass wir eine geteilte Verantwortung
- 1:15:43wollen. Menschen, die dahe heim pflegen,
- 1:15:46in den Familien pflegen, tun das in
- 1:15:48einer aufopferungsvollen Art und Weise.
- 1:15:50Und wir wollen eben ganz klar noch mal
- 1:15:52auch mit dem Thema der Pflegebegleitung
- 1:15:55adressieren, dass wir sie nicht alleine
- 1:15:57lassen wollen und deswegen bündeln wir
- 1:15:59Maßnahmen in diesem Bereich. Wir
- 1:16:01schaffen also Synergien und gleichzeitig
- 1:16:03wird die Pflegebegleitung dazu führen,
- 1:16:05dass wir vor ein Netzwerk aufbauen, wo
- 1:16:08eben Kommunen beteiligt sind, bestehende
- 1:16:11Dienste beteiligt sind, Fachkräfte
- 1:16:13beteiligt sind, aber eben auch das
- 1:16:15Ehrenamt und eben pflegende Angehörige,
- 1:16:18so dass keiner durch dieses Netzwerk
- 1:16:19durchfällt oder durch das Netz
- 1:16:21durchfällt. Und diese
- 1:16:22Unterstützungsleistungen
- 1:16:24eben über die Pflegebegleitung ist
- 1:16:26etwas, was bereits in den Kommunen und
- 1:16:28vor Ort schon mit vielen Fachkräften
- 1:16:30funktioniert. Beispielsweise in
- 1:16:32Augsburg, in Koburg, in Kronacht. Dort
- 1:16:35haben sich die Region in den Regionen
- 1:16:37die Menschen schon längst auf dem Weg
- 1:16:38gemacht, weil sie wissen, dass wir jetzt
- 1:16:41eben zum einen die Stabilisierung
- 1:16:43hinbekommen müssen und Weichen stellen
- 1:16:45müssen für die Struktur der Zukunft,
- 1:16:46aber dass wir natürlich insgesamt mit
- 1:16:48den Reformen noch nicht am Ende sind,
- 1:16:50deswegen bin ich auch dankbar über die
- 1:16:51Einsetzung der Strukturreform
- 1:16:54Kommission durch Minister Linnemann und
- 1:16:56da werden wir uns weiter intensiv
- 1:16:58beschäftigen. Wir wollen, dass die
- 1:16:59Menschen nicht alleine sind, wenn sie in
- 1:17:02der Familie pflegen und wenn sie auf
- 1:17:04Unterstützung angewiesen sind. Vielen
- 1:17:05Dank. [applaus]
- 1:17:13Für die AfD Fraktion hat Frau
- 1:17:15Abgeordnete Karina Schiesel das Wort,
- 1:17:17bitte. [applaus]
- 1:17:23Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 1:17:25Kolleginnen und Kollegen, liebe
- 1:17:27Mitbürger, während vorgestern die
- 1:17:30Hauptstadt abgeriegelt wurde, um den
- 1:17:31wohlreichsten Bettler der Welt 200
- 1:17:34Millionen Euro an Winterhöfen zu
- 1:17:37Kredenzen werden unsere
- 1:17:39Pflegebedürftigen in der Költe stehen
- 1:17:41gelassen. Frei nach dem Motto, was
- 1:17:45interessiert mich mein Geschwätz von
- 1:17:47gestern, spricht diese Bundesregierung
- 1:17:50ausgerechnet jenen Menschen das Recht
- 1:17:52auf eine angemessene pflegerische
- 1:17:55Versorgung ab, für deren Versorgung sie
- 1:17:592017 eigens im Pflegegrad eingeführt
- 1:18:02hat.
- 1:18:04Es stellt sich eigentlich nur eine
- 1:18:06Frage.
- 1:18:07Haben Sie sich damals geirrt oder irren
- 1:18:10Sie sich heute?
- 1:18:11Nun, wir dürfen eher von letzterem
- 1:18:13ausgehen, denn es geht nicht um die
- 1:18:16gesundheitliche Situation der
- 1:18:18Pflegebedürftigen. Es geht Ihnen darum,
- 1:18:21genau dort Geld zu sparen. Während sie
- 1:18:23den Bürgern mit immer neuen Steuern und
- 1:18:26Abgabe vorhaben, zusätzlich Lasten
- 1:18:29aufbürden und Milliarden für
- 1:18:31internationale Projekte bereitstellen,
- 1:18:33wächst bei den Pflegebedürftigen und
- 1:18:35ihren Angehörigen die Verzweiflung.
- 1:18:40Für eine verlässliche Versorgung im
- 1:18:42eigenen Land fehlt offenbar zunehmend
- 1:18:45der politische Wille.
- 1:18:47Genau jenen Menschen, die nun in der
- 1:18:50Unsicherheit leben, was für Sie
- 1:18:52zukünftig noch gilt und ob Sie ihren
- 1:18:55Alltag mit denen zugestandenen Mitteln
- 1:18:57noch bewältigen können, möchte ich noch
- 1:18:59einen Rat in Ihrer Not geben. Wenn Sie
- 1:19:02einen Pflegegrad
- 1:19:04oder die Höherstufung eines Pflegegrades
- 1:19:06benötigen, dann beantragen Sie diesen
- 1:19:09bitte noch dieses Jahr. Schicken Sie
- 1:19:12Ihre Versicherung ein Einschreiben zu,
- 1:19:14indem Sie Ihren Antrag kurz und formlos
- 1:19:16stellen. Wenn Sie sich dieses Jahr noch
- 1:19:19fünf Minuten damit auseinandersetzen,
- 1:19:22gilt für die Erteilung des Pflegegrades
- 1:19:24noch die alte Gesetzeslage.
- 1:19:27Denn auch wenn diese Bundesregierung die
- 1:19:30gefühlt für jeden uns in Geld übrig hat,
- 1:19:33nur eben nicht für die Leute im eigenen
- 1:19:34Land hier an der falschen Stelle sparen
- 1:19:37möchte. So erwerben Sie zumindest noch
- 1:19:40einem Pflegegrad, der Ihnen zusteht.
- 1:19:43Wie Sie genau vorgehen müssen, können
- 1:19:45Sie auch gerne noch mal bei meinen
- 1:19:47geschätzten Kollegen Roland Magerel aus
- 1:19:49dem Bayerischen Landtag und mir in den
- 1:19:51sozialen Netzwerken nachlesen.
- 1:19:54Natürlich wird die Bundesregierung alles
- 1:19:56zusammenstreichen, was nicht niet und
- 1:19:58nagelfest ist und es wird erst wieder
- 1:20:03besser, wenn wir dieses Land endlich
- 1:20:06wieder vom Kopf auf die Füße stellen.
- 1:20:12[applaus]
- 1:20:16Für die SPD Fraktion hat nun Herr
- 1:20:19Abgeordneter Dr. Christos Fantatis.
- 1:20:23[applaus]
- 1:20:28Sehr geehrte Frau Präsidentin, verehrte
- 1:20:29Kolleginnen und Kollegen, diese Reform
- 1:20:31ist nicht irgendeine Reform.
- 1:20:34Sie berührt die Grundfesten unseres
- 1:20:35gesellschaftlichen Zusammenhalts. Denn
- 1:20:37wie wir Pflege organisieren, finanzieren
- 1:20:40und pflegende Angehörige unterstützen,
- 1:20:41ist weit mehr als eine
- 1:20:42gesundheitspolitische Frage. Sie ist
- 1:20:45eine Frage der sozialen Gerechtigkeit,
- 1:20:47der Solidarität zwischen den
- 1:20:48Generationen und des Vertrauens in
- 1:20:50unseren Sozialstaat.
- 1:20:52Den Pflegebedürftigkeit kann jeden von
- 1:20:54uns treffen. Weit mehr als 6 Millionen
- 1:20:56Menschen sind pflegebedürftig,
- 1:20:58gleichzeitig steht unsere
- 1:20:59Pflegeversicherung unter erheblichen
- 1:21:00finanziellen Druck. Deshalb müssen wir
- 1:21:03handeln. Aber eines sage ich deutlich,
- 1:21:06eine Reform von dieser
- 1:21:08gesellschaftlichen Tragweite beginnt man
- 1:21:11nicht mit einer Kürzungsdebatte.
- 1:21:13Denn wer bei der Pflege zuerst über
- 1:21:15Leistungskürzungen spricht, verunsichert
- 1:21:18Millionen Menschen, die sich um ihre
- 1:21:20Versorgung oder ihre Versorgung und die
- 1:21:22ihrer Angehörigen sorgen. Diese Reform
- 1:21:25darf also nicht ein bloßes auf ein
- 1:21:28bloßes Sparprogramm reduziert werden.
- 1:21:30Wir wollen eine Pflegeversicherung, die
- 1:21:32finanziell tragfähig bleibt, keine
- 1:21:34Frage. Und den Menschen Sicherheit gibt.
- 1:21:36Im Kabinettsverfahren haben wir übrigens
- 1:21:39bereits gezeigt, was das bedeutet. Die
- 1:21:42geplante Albierung des Pflegegeldes bei
- 1:21:43erstmaliger Einstufung in Pflegegrad 2
- 1:21:45und 3 ist vom Tisch. Die geplante
- 1:21:48Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge
- 1:21:50für pflegende Angehörige ist vom Tisch.
- 1:21:53Verschlechterungen bei den
- 1:21:53Leistungszuschlägen im Pflegeheim bei
- 1:21:55Tariftreuer und Tarifrefinanzierung sind
- 1:21:58ebenfalls vom Tisch. Das sind [applaus]
- 1:22:02keine abstrakten Korrekturen auf dem
- 1:22:04Papier. Sie betreffen unmittelbar die
- 1:22:07Lebensrealität von Pflegebedürftigen,
- 1:22:09ihren Familien und den Beschäftigten.
- 1:22:11Verehrte Kolleginnen und Kollegen, viele
- 1:22:13Menschen, aber auch soziale Dienste
- 1:22:15haben Angst und sorgen sich um die
- 1:22:17Veränderung. Ihre Zuschriften nehmen wir
- 1:22:19ausdrücklich ernst. Deshalb sehen wir
- 1:22:22auch als SPD Bundestagsfraktion weiteren
- 1:22:25parlamentarischen Beratungsbedarf,
- 1:22:28insbesondere beispielsweise bei der
- 1:22:29Verhinderungspflege. Gerade Familien mit
- 1:22:31pflegebedürftigen Kindern brauchen
- 1:22:33verlässliche flexible Entlastung. Diese
- 1:22:36darf durch neue Budgetsstrukturen nicht
- 1:22:38verloren gehen. Und wir brauchen faire
- 1:22:41Übergangsregelung. Ich habe das heute
- 1:22:42danken zur Kenntnis genommen. Zum 1.
- 1:22:44Januar 27 darf es keinen abrupten Bruch
- 1:22:48bei Pflearrangements und
- 1:22:49Leistungsansprüchen geben. Auch das
- 1:22:51Sozialraumbudget muss flexibler nutzbar
- 1:22:54sein und Menschen mit Pflegegrad 1
- 1:22:56dürfen wir nicht aus dem Blick
- 1:22:58verlieren, denn wir müssen diese Reform
- 1:23:01von Menschen her denken, von seinen
- 1:23:03Bedürfnissen, seiner Würde und dem
- 1:23:06Grundsatz sozialer Gerechtigkeit. Und
- 1:23:08wenn ich bei der Thematik Gerechtigkeit
- 1:23:11bin, müssen wir zugleich auch über die
- 1:23:13grundlegende Finanzierungsfrage. Diese
- 1:23:16müssen wir auch beantworten. Bevor also
- 1:23:18über paschale Leistungskürzung
- 1:23:19diskutiert wird, müssen wir alle
- 1:23:21Möglichkeiten einer gerechten
- 1:23:23Finanzierung ausschöpfen. Dazu gehört
- 1:23:25für uns ein verfassungskonformer
- 1:23:27Finanzausgleich zwischen sozialer und
- 1:23:29privater Pflegeversicherung schlichtweg
- 1:23:32dazu. Ein solcher Ausgleich könnte die
- 1:23:34soziale Pflegeversicherung um Milliarden
- 1:23:37entlasten. Deshalb haben wir erreicht,
- 1:23:40dass die Pflegestrukturkommission diese
- 1:23:41Frage ausdrücklich sich ihrer selbst
- 1:23:43annimmt. Das heutige Gesetz, so ehrlich
- 1:23:46müssen wir sein, ist ein erster
- 1:23:48Baustein. Die strukturellen Probleme
- 1:23:50unserer Pflegeversicherung wird es
- 1:23:52alleine nicht lösen. Die
- 1:23:53Pflegestrukturkommission soll bis Ende
- 1:23:55Januar Vorschläge vorlegen. Bis zum 1.
- 1:23:57Juli 27 wollen wir die grundlegende
- 1:23:59Strukturreform verabschieden. Denn nur
- 1:24:01wenn wir die Finanzierung dauerhaft
- 1:24:03undgerecht ordnen, wird die Reform
- 1:24:06langfristig Vertrauen und Akzeptanz
- 1:24:08finden. Ferrte Kolleginnen und Kollegen,
- 1:24:10ich komme daher zum Schluss. Gute Pflege
- 1:24:12braucht wirtschaftliche Vernunft,
- 1:24:14soziale Gerechtigkeit und vor allem
- 1:24:15Verlässlichkeit. für Pflegebedürftige,
- 1:24:18für ihre Angehörigen, für die Menschen,
- 1:24:19die täglich in der Pflege arbeiten.
- 1:24:21Daran werden wir diese Reform messen,
- 1:24:22denn die Stärke unseres Sozialstaates
- 1:24:24zeigt sich nicht allein an seinen
- 1:24:26Finanzen, sondern darin, ob Menschen auf
- 1:24:28seine Solidarität vertrauen können, wenn
- 1:24:30sie schlichtweg sie am nötigsten haben.
- 1:24:33Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
- 1:24:35[applaus]
- 1:24:42Für die AfD Fraktion hat nun Herr
- 1:24:44Abgeordneter Martin Sichert das Wort,
- 1:24:46bitte. [applaus]
- 1:24:53Frau Präsidentin, meine Damen und
- 1:24:54Herren, Herr Linnemann, Sie haben ja
- 1:24:56gesagt, dass Sie als Gesundheitsminister
- 1:24:58ungeeignet wären, weil Sie nichts von
- 1:25:00Gesundheitspolitik verstehen, aber ich
- 1:25:03hätte wenigstens erwartet von Ihnen,
- 1:25:04dass Sie sich als Diplom betriebswertz
- 1:25:06der Wirtschaft studiert hat, wenigstens
- 1:25:08mit den Grundlagen der Wirtschaft
- 1:25:09auskennen, denn sie können sich doch
- 1:25:11nicht allen Ernstes hier hinstellen
- 1:25:13heute und sagen, wir wollen nachbessern
- 1:25:15bei einem Gesetz, das zum 1. Januar 2027
- 1:25:19greifen soll, wo sie den Unternehmen
- 1:25:22massiv in ihrem Gesetzesentwurf die
- 1:25:24Grundlage für die Alltagsversorgung
- 1:25:27wegnehmen. Was bedeutet das denn für den
- 1:25:29Unternehmer? Wir haben jetzt heute haben
- 1:25:31wir Anfang November. Wenn Sie zwei
- 1:25:33Monate Kündigungsfrist haben als
- 1:25:34Unternehmer und ich als Unternehmer
- 1:25:36sehe, da kommt ein Gesetzentwurf, der
- 1:25:38die Alltagspflege ab dem Januar
- 1:25:40streicht, was mache ich dann? Dann
- 1:25:42kündige ich alle meine Mitarbeiter, die
- 1:25:44in diesem Bereich tätig sind, weil ich
- 1:25:46nicht mehr weiß, wie ich die ab Januar
- 1:25:48finanzieren soll. Und das, was Sie hier
- 1:25:50machen als CDU, als SPD ist eine
- 1:25:52absolute Katastrophe für unser Land,
- 1:25:55weil sie hier einen elementaren Bereich
- 1:25:57der Daseinsvorsorge für über 2 Millionen
- 1:26:01äh Pflegebedürftige, für Krebskranke,
- 1:26:04für alte, für schwache Menschen, weil
- 1:26:06sie diesen hier heute mit ihrem
- 1:26:09Gesetzesentwurf massiv schädigen, weil
- 1:26:11die Kündigungen, die einer einmal
- 1:26:13ausgesprochen hat, wo man nicht mehr
- 1:26:14weiß, wird es jetzt noch kommen oder
- 1:26:16wird es nicht kommen, sie sagen, es wird
- 1:26:17keine harten Brüche geben. Aber
- 1:26:19letztlich wissen wir alle, wie stimphaft
- 1:26:21die Gesetzentwürfe sind, die dann
- 1:26:23letztlich auch als Gesetze beschlossen
- 1:26:24werden hier. Ich erinnere nur daran. Im
- 1:26:26Juli wurde hier ein Gesetz beschlossen
- 1:26:28zur GKV Reform, bei dem man mal aus
- 1:26:31Versehen, ja, das wollte weder SPD noch
- 1:26:32CDU. Irgendwie wollten sie es nicht,
- 1:26:34aber bei den über 60 Änderungsanträgen
- 1:26:36ist es ihnen dann durchgerutscht, bei
- 1:26:37dem man plötzlich mal einfach so
- 1:26:39rausgestrichen hat, dass die
- 1:26:41Versicherungen noch die Versicherten
- 1:26:42informieren müssen. Ja, und der das
- 1:26:44Finanzministerium hat jetzt mal eben
- 1:26:45hier ein Gesetz beschlossen, bei dem man
- 1:26:47äh einfach mal so jetzt die Tabaksteuer
- 1:26:49von einem Tag auf den anderen erhöht hat
- 1:26:51und jetzt kommt hier ein Gesetzentwurf
- 1:26:52in der Pflege, der zum 1. Januar 2027
- 1:26:56greifen soll und bei dem jetzt Land auf
- 1:26:59Land ab die Pflegedienste alle
- 1:27:01Alarmschlagen, weil sie nicht mehr
- 1:27:02wissen, wie sie ihre Alltagsversorgung
- 1:27:05für die Pflegebedürftigen ab Januar noch
- 1:27:08finanzieren sollen, weil sie es im
- 1:27:09Gesetzentwurf rausstreichen, was die
- 1:27:12Menschen in diesem Land erwarten, wenn
- 1:27:13sie von Reformen schon reden und der der
- 1:27:15Kanzler März ständig Land Aufland abelt
- 1:27:17und sagt, es wird alles besser werden,
- 1:27:18wir werden Reformen machen, dann machen
- 1:27:20Sie doch mal vernünftige Reformen.
- 1:27:22schmeißen Sie nicht irgendwelche
- 1:27:23Entwürfe von irgendwelchen Referenten
- 1:27:25hier in den Bundestag und dann stellen
- 1:27:26Sie sich hier hin und sagen, ja, im
- 1:27:28parlamentarischen Verfahren werden wir
- 1:27:29es besser machen und schaffen aber da
- 1:27:31draußen erstmal eine riesenunsicherheit
- 1:27:33für zeusende Beschäftigte, die ihre
- 1:27:36Kündigung bekommen, für Millionen
- 1:27:38Pflegebedürftige, die nicht mehr wissen,
- 1:27:40ob ihre Alltagsversorgung noch gesichert
- 1:27:42ist. Wo sind wir denn hier? Wir sind im
- 1:27:43deutschen Bundestag und die Menschen
- 1:27:45haben ein Anrecht da drauf, dass sie von
- 1:27:47SPD, von CDU, von der Bundesregierung
- 1:27:49vernünftig regiert werden und dass man
- 1:27:51nicht hier ständig Regierungsentwürfe
- 1:27:53bekommt, wo der Minister selber sich ja
- 1:27:55hinstellt und sagt, wir wollen
- 1:27:56nachbessern. Das ist absoluter Unsinn.
- 1:27:59setzen se das ist Katastrophe, was Sie
- 1:28:01hier machen.
- 1:28:05[applaus]
- 1:28:09Abschließend in dieser Debatte hat nun
- 1:28:11für die CDU CSU Fraktion Herr
- 1:28:13Abgeordneter Dr. Henrik Streck das Wort.
- 1:28:15Bitte. [applaus]
- 1:28:20[applaus]
- 1:28:21Einen schönen guten Morgen, sehr geehrte
- 1:28:23Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr
- 1:28:25Minister, liebe Kolleginnen und
- 1:28:26Kollegen. Als Arzt habe ich die
- 1:28:28Erfahrung gemacht, dass es besser ist,
- 1:28:31schwierige Diagnosen einfach mal offen
- 1:28:33anzusprechen, auch wenn es dann weh tut,
- 1:28:35aber dann kann man auch gemeinsam an
- 1:28:37Lösungen arbeiten. Wir haben in der
- 1:28:40Pflege über Jahre Leistungen ausgebaut,
- 1:28:43ohne ihre Finanzierung dauerhaft zu
- 1:28:46sichern. Die Pflegeversicherung lebt
- 1:28:48inzwischen auf Pump mit einem
- 1:28:49derzeitigen Bundesdathen von 3,2
- 1:28:51Milliarden. Im nächsten Jahr fehlen 8
- 1:28:54Milliarden, im darauffolgenden Jahr 15,4
- 1:28:57Milliarden. Wir haben keine Spielräume
- 1:28:59hier und das sieht man relativ deutlich,
- 1:29:01denn ein System, das auf Kredit gebaut
- 1:29:03ist, funktioniert nicht langfristig und
- 1:29:06auch nicht über die Generationen hinweg.
- 1:29:09Wer hier in der Debatte einfach nur mehr
- 1:29:11Leistungen fordert und verspricht neue
- 1:29:13Dinge zu behalten oder auszubauen, dann
- 1:29:16muss er auch sagen, wie er das
- 1:29:17finanzieren soll, denn man macht sich am
- 1:29:20Ende einfach nur unglaubwürdig. Die
- 1:29:24[applaus]
- 1:29:26Pflegeversicherung ist eine
- 1:29:27Teilkostenversicherung. Sie soll das
- 1:29:29finanzielle Risiko der Pflege abfn. Sie
- 1:29:32waren nie dafür gedacht, sämtliche
- 1:29:34Kosten des Lebens im Alter zu
- 1:29:36übernehmen. Den Teil, den die
- 1:29:38Versicherung nicht trägt, tragen aber
- 1:29:41die pflegenden Angehörigen und das jeden
- 1:29:43Tag. Mehr als 8 von zehn
- 1:29:45Pflegebedürftigen werden zu Hause
- 1:29:47versorgt. Diese Arbeit ist die zweite,
- 1:29:50sie ist die größte und sie ist die
- 1:29:52unausgesprochene Finanzierung unseres
- 1:29:54Pflegesystems.
- 1:29:55Diese wertvolle Stütze unserer
- 1:29:57Gesellschaft ist aber auch nicht
- 1:29:58unbegrenzt. Wenn häusliche Pflege
- 1:30:00zusammenbricht und ein Mensch deshalb
- 1:30:02ins Heim muss, ist das für alle
- 1:30:04Beteiligten die schwerste, ja und die
- 1:30:06teuerste Lösung. Bei allen Einschnitten
- 1:30:09bleibt es da unsere Aufgabe, auch hier
- 1:30:11im Parlament dafür zu sorgen, dass
- 1:30:12pflegende Angehörige entlastet werden,
- 1:30:15praxisnah, unbürokratisch und mit dem
- 1:30:17Frauraum sich selber auch wieder erholen
- 1:30:20zu können. Wir müssen deshalb in einer
- 1:30:22Reformierung der Pflegeversicherung
- 1:30:24gerade beides leisten, die
- 1:30:25Pflegeversicherung stabilisieren und die
- 1:30:28pflegenden Angehörige unterstützen. Und
- 1:30:30ja, das Pflege Neuordnungsgesetz enthält
- 1:30:33Einschnitte und ich werde Kürzung nicht
- 1:30:35als eine Verbesserung verkaufen. Aber
- 1:30:38niemand geht es hier doch eigentlich um
- 1:30:39sparen. Dieses Gesetz ist ein dringend
- 1:30:42notwendiger Schritt, um das System zu
- 1:30:44stabilisieren, bis Strukturreformen im
- 1:30:47kommenden Jahr kommen. Und für diese
- 1:30:49Strukturreform sehe ich drei wichtige
- 1:30:51Leitgedanken. Erstens, früh, statt spät.
- 1:30:55Wir müssen Selbständigkeit erhalten,
- 1:30:57bevor sie verloren geht. Wir müssen sie
- 1:31:00auch zurückgewinnen, wo sie verloren
- 1:31:02gegangen ist und Pflegebedürftigkeit
- 1:31:04darf ja auch keine Einbahnstraße sein.
- 1:31:06Im Gegenteil, es geht hier um
- 1:31:07Prävention, Frühintervention, Stichwort
- 1:31:10Reha vor Pflege, dass wir die
- 1:31:12Pflegebedürftigkeit so lange wie es geht
- 1:31:14hinauszögern.
- 1:31:16[applaus]
- 1:31:20Zweitens müssen wir über Pflege und
- 1:31:22Beruf reden. Pflege und Beruf sind
- 1:31:24genauso müssen genauso vereinbar sein
- 1:31:26wie Familie und Beruf. Hier darf es
- 1:31:28nicht um ein entweder oder gehen. Hier
- 1:31:31brauchen wir richtige und passgenaue
- 1:31:33Entlastung, dass beides auch in Zukunft
- 1:31:35weiter geht. Und drittens müssen die
- 1:31:37Hilfen leichter zugänglich sein. Heute
- 1:31:40profitiert am meisten, wer das System am
- 1:31:42besten kennt. Wer Pflege braucht, muss
- 1:31:44Hilfe bekommen, ohne vorere Experte für
- 1:31:47Budgets, Zuständigkeiten und
- 1:31:48Antragsverfahren zu werden. Und am Ende
- 1:31:51muss ich diese Reform aber auch an allen
- 1:31:53drei Generationen messen lassen. Die
- 1:31:55Eltern werden verlässlich versorgt, die
- 1:31:57Kinder können sich um sie kümmern, ohne
- 1:31:59ihre eigene Gesundheit und ohne ihren
- 1:32:02eigenen Beruf Beruf zu verlieren. und
- 1:32:04die Enkel müssen diese Versicherung aber
- 1:32:06auch in 20 Jahren noch tragen können und
- 1:32:08bezahlen können.
- 1:32:11[applaus]
- 1:32:13Generationsfest wird die
- 1:32:15Pflegeversicherung nur durch ein neues
- 1:32:17gesellschaftliches Verständnis davon,
- 1:32:19was eine Pflegeversicherung leisten
- 1:32:21kann, was sie leisten muss, was die
- 1:32:24Aufgabe der Gesellschaft ist und was die
- 1:32:26Aufgabe der Angehörigen ist. Vielen
- 1:32:28Dank.
- 1:32:29[applaus]
- 1:32:36Danke schön für diese Debatte, die wir
- 1:32:40hiermit jetzt äh beenden.
- 1:32:43Interfraktionell wird Überweisung der
- 1:32:46Vorlage auf den Drucksachen 8869,
- 1:32:508927
- 1:32:52und 892
- 1:32:54an die in der Tagesordnung aufgeführten
- 1:32:57Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es
- 1:32:59weitere Überweisungsvorschläge? Das ist
- 1:33:01nicht der Fall. Dann verfahren wir wie
- 1:33:03vorgeschlagen. Und so rufe ich jetzt auf
- 1:33:06den Zusatzpunkt 5 sowie die
- 1:33:08Tagesordnungspunkte
- 1:33:108A bis 8C. Es geht um die Beratung
- 1:33:12mehrer Vorlagen zum weltweiten Ausbau
- 1:33:15von Partnerschaften mit Demokratien zum
- 1:33:17Schutz des internationalen
- 1:33:19Strafgerichtshofes
- 1:33:21sowie zur Stärkung des Völkerrechts. Für
- 1:33:23die Aussprache wurde eine Dauer von 60
- 1:33:26Minuten vereinbart. Ich eröffne nun die
- 1:33:28Aussprache und das Wort hat für Bündnis
- 1:33:3190 die Grünenfrau Abgeordnete Katharina
- 1:33:33Drüge. Bitte sehr. [applaus]
- 1:33:52Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 1:33:54geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir
- 1:33:55alle haben ja in den letzten Jahren mit
- 1:33:58Entsetzen auf das geschaut, was in den
- 1:34:00USA unter Trump passiert ist. Eine
- 1:34:02Einwanderungsbehörde Eis, die auf
- 1:34:03offener Straße Menschen gejagt und
- 1:34:06erschossen hat. Ein US-Präsident, der
- 1:34:08Angriffe gegen verschiedene Länder auf
- 1:34:10der Welt geführt hat und ein
- 1:34:11Handelskrieg gegen die ganze Welt. ein
- 1:34:13US-Präsident, der Schritt für Schritt
- 1:34:15dabei war, die älteste Demokratie der
- 1:34:18Welt zu zerstören und in einen korrupten
- 1:34:20Selbstbedienungsladen für sich und seine
- 1:34:22Milliardärskumpels zu verwandeln. Das
- 1:34:25alles ist gestern bei den Mitschirms
- 1:34:27abgewählt worden und das ist die
- 1:34:30wahnsinnig ermutigende Nachricht dieser
- 1:34:32Zeit. [applaus]
- 1:34:33Der Sieg der Demokraten, der glich einem
- 1:34:35Erdrutsch. selbst Texas, Ohio und seit
- 1:34:38fast 100 Jahren auch Kansas sind jetzt
- 1:34:41demokratisch und ich finde das einfach
- 1:34:44wahnsinnig ermutigend. Ich finde die
- 1:34:48Mittelwahlen in den USA, die sind ein
- 1:34:50Signal an die freie Welt, ein Signal
- 1:34:53daran, dass Demokratien stark sind,
- 1:34:55vielleicht stärker als wir alle geglaubt
- 1:34:59oder auch gefürchtet haben. Weil so
- 1:35:01viele Menschen haben sich ja in den
- 1:35:02letzten Jahren gefragt mit Blick auf den
- 1:35:04erstärkenden Rechtsextremismus weltweit,
- 1:35:07gibt es eigentlich nur noch eine
- 1:35:09Richtung und die ist abwärts und
- 1:35:11Richtung Dunkelheit und ich finde die
- 1:35:14starke Antwort dieser Zeit ist nein.
- 1:35:17Rechtsextreme und Autokraten verlieren
- 1:35:20und mutige Demokraten gewinnen überall
- 1:35:23[applaus] auf der Welt. Sie gewinnen in
- 1:35:25Brasilien, sie gewinnen in Serbien, sie
- 1:35:26gewinnen in Ungarn. Überall haben
- 1:35:29Demokraten gewonnen. Und wenn ich in die
- 1:35:32betröppelten und auch betrübten
- 1:35:33Gesichter in den Reihen der AfD schaue,
- 1:35:36dann weiß ich auch, die AfD fürchtet die
- 1:35:38Niederlage hier in Deutschland. Und das
- 1:35:41macht mir ganz hervorragende Laune, denn
- 1:35:45Donald Trump, ihr großes Vorbild, die
- 1:35:47Magerbewegung in den USA, die ist
- 1:35:50abgewählt worden, weil die ganze Welt
- 1:35:52gesehen hat, was für eine verhehrende
- 1:35:55Politik Trump macht. Die Welt weiß nun,
- 1:35:58wer Trump Welt oder wer die AfD Welt der
- 1:36:02Welt explodierende Preise. Und es sind
- 1:36:04besonders die Autofahrer, es sind
- 1:36:06besonders die Verbrennerfahrer,
- 1:36:09die mit explodierenden Preisen an den
- 1:36:11Tankstellen aufgewacht sind, weil Trump
- 1:36:13einen Krieg gegen den Iran begonnen hat,
- 1:36:15der zu explodierenden Ölpreisen auf der
- 1:36:17ganzen Welt geführt hat. Und die ganze
- 1:36:20Welt weiß, wer Trump wel oder wer die
- 1:36:23AfD Welt, der wacht mit einem
- 1:36:25einbrechenden Arbeitsmarkt auf. Wir
- 1:36:28können uns die Zahlen ja mal anschauen
- 1:36:29für die USA. 200.000 neue Jobs jedes
- 1:36:33Jahr sind unter Joe Biden in den USA
- 1:36:35entstanden. Mit Donald Trump gab es
- 1:36:38einen Einbruch um 85%.
- 1:36:41Wer rechtsextreme Welt wählt ein Jobvern
- 1:36:43Vernichtungsprogramm. Das ist die
- 1:36:45Realität, auf die Menschen in den USA
- 1:36:48[applaus] jetzt eine Antwort gegeben
- 1:36:50haben. Und deswegen sind es insbesondere
- 1:36:51die Arbeiter gewesen, die Donald Trump
- 1:36:54bei dieser Wahl ihren Rücken gekehrt
- 1:36:56haben. Und die weitere Botschaft ist, es
- 1:36:58sind auch die Menschen mit geringen
- 1:37:00Einkommen, die ganz besonders unter der
- 1:37:02Politik von Trump oder auch unter der
- 1:37:04Politik der AfD leiden würden. Ich habe
- 1:37:06mit Menschen in Harlem gesprochen, die
- 1:37:08haben gesagt, in diesem Land, das zu den
- 1:37:11reichsten Ländern auf der Welt gehört,
- 1:37:13da sind Menschen so arm. Wir verschenken
- 1:37:15Waschmittel an Eltern, weil die Eltern
- 1:37:17nicht das Geld haben, um Waschmittel zu
- 1:37:19kaufen, um die Schuluniform der Kinder
- 1:37:22zu waschen. Diese haben so wenig Geld,
- 1:37:24dass die Wahl für einen Schultornister
- 1:37:26für Kinder bedeutet, dass in der Woche
- 1:37:28die warme Mahlzeit ausfallen muss. Das
- 1:37:31ist der kalte Neoliberalismus, für den
- 1:37:33Trump und seine Magerbewegung und für
- 1:37:35den auch die AfD steht. Und deswegen ist
- 1:37:38es so richtig, dass die Menschen in den
- 1:37:41USA dem einen Denkzettel gegeben haben.
- 1:37:44Aber und das ist die Botschaft an uns
- 1:37:46alle als Demokraten, wir dürfen uns
- 1:37:49jetzt nicht zurücklehnen. Das ist auch
- 1:37:51die wichtige Nachricht. Trump ist noch
- 1:37:54Präsident der USA und insbesondere seine
- 1:37:56Außenpolitik, die kann in den nächsten
- 1:37:58Jahren noch iratischer und gefährlicher
- 1:38:00werden. Deshalb ist es so wichtig, dass
- 1:38:03wir als Europäische Union weiterhin auf
- 1:38:05unsere Souveränität und auf unsere
- 1:38:07eigene Sicherheit setzen. Deswegen wäre
- 1:38:09es so wichtig, wenn wir eine
- 1:38:10Bundesregierung hätten, die sich
- 1:38:12international dafür einsetzt, dass wir
- 1:38:14Bündnisse schließen mit Staaten, die
- 1:38:15gemeinsam mit uns eine freie und faire
- 1:38:18Welt verteidigen wollen. Und ich sehe
- 1:38:19nicht, wo Friedrich Merz da ist. Das
- 1:38:21wäre doch sein Job.
- 1:38:24Und die Welt hat auch schon einmal den
- 1:38:26Fehler gemacht, erleichtert aufzuatmen,
- 1:38:28als Trump abgewählt wurde. Und das
- 1:38:30sollten wir nicht wieder tun. Das
- 1:38:33Problem mit dem Rechtsextremismus
- 1:38:34weltweit ist struktureller und tiefer
- 1:38:37als nur die Wahl eines einzigen Mannes.
- 1:38:40Aber ich finde jetzt ist einfach ein
- 1:38:42sehr gutes Zeitfenster, ein Zeitfenster
- 1:38:44hinzuschauen, was funktioniert hat, ein
- 1:38:46Zeitfenster zu lernen aus dem was
- 1:38:48Menschen überall auf der Welt uns
- 1:38:50vorgemacht haben, wie man gewinnt. Und
- 1:38:52ich finde, es ist eigentlich der
- 1:38:53schönste Satz, den man in einem Jahr wie
- 1:38:56diesem aussprechen kann. Ich finde, es
- 1:38:58gibt berechtigte Hoffnung, dass wir
- 1:39:00gewinnen werden. [applaus]
- 1:39:07[applaus]
- 1:39:09Für die CDU CSU Fraktion hat Herr
- 1:39:12Abgeordneter Dr. Norbert Rötgen das
- 1:39:15Wort. Bitte sehr. [applaus]
- 1:39:22Frau Präsidentin, sehr geehrte
- 1:39:24Kolleginnen und Kollegen, Frau Kollegin
- 1:39:26Dröge, ich war verwundert, muss ich
- 1:39:29sagen. Ihre Fraktion setzt ein
- 1:39:31bedeutendes Thema auf die Tagesordnung
- 1:39:34internationaleer Bündnisse und
- 1:39:35Völkerstrafrecht
- 1:39:37und na ja, trotzdem steht es auf der
- 1:39:39Tagesordnung und sie reden zu etwas
- 1:39:41völlig anderem. Also, Sie als
- 1:39:43Fraktionsvorsitzender haben jetzt kein
- 1:39:45Interesse an diesem Thema begrunden. Ja,
- 1:39:47ich ich sage es ich sage es aus
- 1:39:50Enttäuschung, einerseits Anerkennung für
- 1:39:52das Thema, aber es ist Ihnen zu dem
- 1:39:54Thema nichts eingefallen. Ich möchte
- 1:39:56also zum Thema sprechen, weil das Thema
- 1:39:58wichtig ist, zu dem wir einen Antrag
- 1:40:00haben. [applaus]
- 1:40:02Zu diesem Thema, zu dem Sie nicht
- 1:40:04gesprochen haben, hat sich schon vor
- 1:40:06zweieinus Jahren.
- 1:40:11Also, ich lasse jetzt erstmal keine
- 1:40:12Zwischenfrage zu. Der Kollege hat noch
- 1:40:14gar nicht angefangen zu sprechen und
- 1:40:16deshalb
- 1:40:17so ist es.
- 1:40:18Jetzt lassen wir kein jetzt hören wir
- 1:40:19dem Kollegen erstmal zu, denn die
- 1:40:22Fraktion Bündnis 90, die Grünen hat noch
- 1:40:25mehrere Redner im Laufe der Zeit. Gebe
- 1:40:27Ihnen Hoffnung, dass sie noch
- 1:40:28Zwischenfragen Material bekommen. Ich
- 1:40:30war dabei bald zu starten, das ist
- 1:40:32richtig. Vor 2ie000 Jahren hat sich der
- 1:40:36griechische Historiker Türkides mit der
- 1:40:38Frage des Völkerrechts und der
- 1:40:40internationalen Bündnisse bereits
- 1:40:42beschäftigt. Wir kennen sein
- 1:40:44wahrscheinlich berühmtestes Zitat: "Die
- 1:40:46starken tun, was sie können und die
- 1:40:49schwachen edulden, was sie müssen." Das
- 1:40:52ist die Welt, in der die Macht herrscht
- 1:40:56und nicht das Recht. Und das ist unser
- 1:40:58Thema von heute. Und weil wir
- 1:41:01Deutschland, die deutsche Außenpolitik
- 1:41:03heute wie die der vergangenen
- 1:41:05Regierungen diese Welt nicht wollen, in
- 1:41:08der die Macht herrscht und die Starken
- 1:41:10herrschen, war Völkerrecht und ist
- 1:41:12Völkerrecht und Völkerrechtspolitik ein
- 1:41:14zentraler Bestandteil der deutschen
- 1:41:16Außenpolitik, meine Damen und Herren,
- 1:41:18[applaus]
- 1:41:19und das ist das Thema heute, denn dieses
- 1:41:22Verständnis ist unter Druck und wir
- 1:41:24haben Möglichkeiten dafür etwas zu tun.
- 1:41:26Wir wollen ein starkes Völkerrecht und
- 1:41:29darum braucht das Recht auch
- 1:41:31Institutionen und die Institution ist
- 1:41:34dann besonders stark, wenn sie wie der
- 1:41:36internationale Strafgerichtshof sogar
- 1:41:38ein internationales unabhängiges Gericht
- 1:41:41ist, das Verantwortliche für schwerste
- 1:41:44Verbrechen verfolgt und verantwortlich
- 1:41:46macht. Es war ein historischer Erfolg,
- 1:41:49dass das römische Statut beschlossen
- 1:41:51worden ist. Und hier in diesem Haus ist
- 1:41:53es vor 25 Jahren bei der Umsetzung
- 1:41:56dieses und wir stehen zu diesem Erfolg
- 1:41:58und wollen ihn weiterentwickeln. Meine
- 1:41:59Damen und Herren, [applaus]
- 1:42:02die Weiterentwicklung, die wir vornehmen
- 1:42:04wollen, gilt auch vor allen für das
- 1:42:06Verbrechen der Aggression, denn dieses
- 1:42:08schwerste Verbrechen, wir erleben es
- 1:42:10gerade in Europa seit viereinhalb Jahren
- 1:42:12durch Russland gegen die Ukraine. Der
- 1:42:14völkerrechtswidrige Angriffskrieg ist
- 1:42:17noch unzulänglich in diesem Statut
- 1:42:19erfasst. Deutsche Außenpolitik setzt
- 1:42:21sich dafür ein, dass auch dieses
- 1:42:23schwerste Verbrechen, ein
- 1:42:24Vernichtungskrieg, der
- 1:42:25Völkerrechtswidrig ist, genauso erfasst
- 1:42:27wird wie die anderen Verbrechen. Das ist
- 1:42:29unsere aktive Völkerrechtspolitik, die
- 1:42:32wir betreiben.
- 1:42:33Herr Kollege, lassen Sie eine
- 1:42:35Zwischenfrage aus den Reihenbündnis 90,
- 1:42:37die Grünzu.
- 1:42:38Gern.
- 1:42:39So.
- 1:42:42So. Ähm, vielen Dank, Frau Präsidentin.
- 1:42:44Vielen Dank, Herr Kollege Röttken. Wir
- 1:42:46sind ja beide stellvertretende
- 1:42:48Fraktionsvorsitzende
- 1:42:50und ich kann ja verstehen, dass Sie eine
- 1:42:52andere Rede heute vorbereitet haben,
- 1:42:54aber es sind zwei Anträge und es lohnt
- 1:42:56sich beide zu lesen und die haben auch
- 1:42:58einen inneren Zusammenhang und das Thema
- 1:43:02der Debatte, das bestimmt ja vor allem
- 1:43:04die Fraktion, die den die den
- 1:43:05Tagesordnungspunkt beantragt hat in die
- 1:43:07Innen und Außenpolitik der
- 1:43:09Magerbewegung.
- 1:43:10kann ich was aufgreifen, was sie gesagt
- 1:43:12haben. Die beruht ja eben auf diesem
- 1:43:15vermeintlichen Recht des stärkeren, ich
- 1:43:17würde sogar sagen skrupeloseren. Und ich
- 1:43:19bin schon sehr verwundert, weil ich habe
- 1:43:21hier ihre sehr guten Reden zu den USA
- 1:43:23der letzten Monate in Erinnerung und sie
- 1:43:26sind doch stellvertretender
- 1:43:27Fraktionsvorsitz an die Außenpolitik ist
- 1:43:29ihr Kerngeschäft. gibt es diese Woche
- 1:43:32ein wichtigeres, außenpolitischeres
- 1:43:34Ereignis als die Midterms in den USA in
- 1:43:38ihrer Bedeutung für die Innen und
- 1:43:41Außenpolitik. Und warum tun Sie so, als
- 1:43:44wäre das hier heute nicht Gegenstand der
- 1:43:45Debatte?
- 1:43:47[applaus]
- 1:43:50Also zunächst mal, Frau Kollegin, haben
- 1:43:52Sie ja noch nicht in vollen Zügen meine
- 1:43:56noch zu haltende Rede genießen können.
- 1:43:59Es sind ja noch ein paar Minuten, die
- 1:44:01Ihnen bevorstehen. Insofern könnte ja
- 1:44:03schon deshalb ihr Urteil voreilig
- 1:44:05gewesen sein. Zweitens stimme ich Ihnen
- 1:44:08zu, dass das wichtigste, auch
- 1:44:10außenpolitische
- 1:44:12äh Thema dieser Woche die amerikanischen
- 1:44:16äh Zwischenwahlen sind. Und sie sind
- 1:44:19deutlich ausgegangen mit einer
- 1:44:21Deutlichkeit, die mich überrascht hat
- 1:44:23und die mich positiv überrascht hat. Und
- 1:44:24es wird auch für es wird für die USA
- 1:44:26eine Zensur sein. Es wird auch für die
- 1:44:27deutsche Außenpolitik, für die
- 1:44:29translantischen Beziehung eine Bedeutung
- 1:44:32haben. Darüber kann man auch
- 1:44:33diskutieren. Ich finde bin nur der
- 1:44:35Auffassung. Und zweitens hält jede
- 1:44:37Fraktion die Reden, die sie halten
- 1:44:38möchte. Auch das ist klar. Und darum
- 1:44:40halte ich heute für unsere Fraktion eine
- 1:44:43Rede zur Bedeutung des Völkerrechts für
- 1:44:45eine friedliche Welt. Das finden wir ein
- 1:44:48besonders bedeutsames Thema. Dieses
- 1:44:51Thema steht auch auf der Tagesordnung.
- 1:44:54Ich lese jedenfalls mal noch mal vor Top
- 1:44:568 in großen Buchstaben internationale
- 1:44:59Bündnisse, Völkerstrafrecht.
- 1:45:01Darum finde ich es nicht abwegig, wenn
- 1:45:04ich für unsere Fraktion als
- 1:45:05stellvertretender Vorsitzender zum
- 1:45:07internationalen Strafgerichtshof
- 1:45:08spreche, wenn es um Völkers Strafrecht
- 1:45:10geht. Ich finde, der thematische
- 1:45:12Zusammenhang müsste sich jedenfalls bei
- 1:45:14einer weiteren Erläuterung auch Ihnen
- 1:45:16gegenüber schließen.
- 1:45:18Also, Entschuldigung, Entschuldigung.
- 1:45:21Sie haben eine Frage gestellt und die
- 1:45:22Antwort kommt dann und dann muss man die
- 1:45:25Antwort auch hinnehmen. Nein, jetzt mal
- 1:45:28hinnehmen und nicht wieder neues und
- 1:45:30dann wünschen, dass man die Debatte
- 1:45:32verlängert, indem man sich zwischendrin
- 1:45:34dann noch mehrfach meldet. Ich lasse das
- 1:45:36jetzt nicht zu. Bitte sehr. War das die
- 1:45:39Antwort auf die Frage? noch einen Satz
- 1:45:41erlaube mir, weil Sie mir die Frage
- 1:45:43gestellt haben, dann auch zu bewerten,
- 1:45:45wie die ihre Prioritäensetzung zum
- 1:45:47Völkerstrafich sind. Sie setzen sich zu
- 1:45:49allererst mal mit der AfD aus und mit
- 1:45:50der AfD muss man sich auch viel
- 1:45:51auseinandersetzen, aber die AfD hat zum
- 1:45:53Völkerstrafrecht gar nichts zu sagen.
- 1:45:55Meine Damen und Herren, man muss auch
- 1:45:56mal sehen, wo die AfD keine Rolle spielt
- 1:45:59[applaus] und darum glaube ich wählen
- 1:46:01wir gut das Thema und jeder kann ja
- 1:46:03bewerten die Prioritäensetzung, die die
- 1:46:05einzelnen vornehmen. Ich finde
- 1:46:06jedenfalls, dass dieser historische
- 1:46:09Erfolg weiter gefördert werden muss, der
- 1:46:11in der internationalen unabhängigen
- 1:46:13Strafgerichtsbarkeit
- 1:46:15liegt.
- 1:46:17Dieser Prozess, der vor 25 Jahren
- 1:46:20begonnen hat mit der Begründung des
- 1:46:21Gerichts, hat seinen Ausgangspunkt
- 1:46:24gefunden genommen, ein wesentlichen in
- 1:46:26den Nürnberger
- 1:46:27Kriegsverbrecherprozessen.
- 1:46:30Übrigens, fast vor 80 Jahren, am 1.
- 1:46:32Oktober 1946 wurde das Urteil im Haupt
- 1:46:36sogenannten Hauptkriegsverbrecherprozess
- 1:46:37vorgelesen. Ich betone das, weil es
- 1:46:41bezeugt, dass am Anfang dieses Prozesses
- 1:46:43die Vereinigten Staaten von Amerika eine
- 1:46:46prägende Rolle gespielt haben für die
- 1:46:49Entwicklung einer Weltordnung, die sich
- 1:46:51an Recht und nicht an purer und nackter
- 1:46:53Macht orientiert.
- 1:46:55Das verdient Anerkennung.
- 1:46:58Und weil das so ist,
- 1:47:01ist es umso bedauerlicher
- 1:47:04und ich würde auch sogar sagen
- 1:47:05trauriger, dass wir jetzt erleben, dass
- 1:47:08die jetzige amerikanische Administration
- 1:47:12und vor allen Dingen auch durch ihren
- 1:47:14gegenwärtigen Außenminister Rubio, den
- 1:47:17internationalen Strafgerichtshof,
- 1:47:20den ich gerade gewürdigt habe und ich
- 1:47:22hoffe, diese Würdigung wird breiter
- 1:47:23geteilt und ich weiß, dass sie breiter
- 1:47:25geteilt wird als nur durch unsere
- 1:47:26Fraktion zum Feind der amerikanischen
- 1:47:29Außenpolitik erklärt hat. Die
- 1:47:32amerikanische Außenpolitik und nicht die
- 1:47:34amerikan die amerikanische Regierung hat
- 1:47:36bekundet, dass sie diesen
- 1:47:39internationalen Strafgerichtshof Stein
- 1:47:41für Stein auseinandernehmen möchte. Sie
- 1:47:44hat am 9. Oktober dieses Jahres
- 1:47:46Sanktionen gegen diesen Strafgerichtshof
- 1:47:49angekündigt mit dem Ziel, die
- 1:47:52Arbeitsfähigkeit des Strafgerichtshofs
- 1:47:54zu beenden und zu zerstören. Und die
- 1:47:57Aussage von uns als CDU CSU Fraktion und
- 1:48:00auch der Bundesregierung ist, wir
- 1:48:03stellen uns dieser Politik entgegen. Wir
- 1:48:05werden alles tun, damit der
- 1:48:06Strafgerichtshoft arbeitsfähig bleibt.
- 1:48:09Das ist unsere Aussage und unsere
- 1:48:10konkrete Politik zu der amerikanischen
- 1:48:13Ankündigung.
- 1:48:15Aus Mr. Rubio hat angekündigt, darüber
- 1:48:17sprechen zu wollen und wir nehmen das
- 1:48:19Gesprächsangebot an. Seine Begründung
- 1:48:21ist, der Strafgerichtshof ist eine
- 1:48:23Einschränkung,
- 1:48:24eine unzulässige Einschränkung
- 1:48:26amerikanischer Souveränität. Und wir
- 1:48:29werden das halbe Jahr, das er genutzt
- 1:48:31hat, ausnutzen. Darum mache ich den
- 1:48:32Punkt auch hier, dass dieses Argument
- 1:48:35schon politisch falsch und intellektuell
- 1:48:38unredlich ist, denn es ist keine
- 1:48:40Verletzung der Souveränität der Staaten,
- 1:48:43die keine Vertragsstaaten sind. Der
- 1:48:45internationale Strafgerichtshof ist sehr
- 1:48:47begrenzt. Er ist erstens mal für die
- 1:48:50Straftaten begrenzt. Nur schwste
- 1:48:52Straftaten,
- 1:48:53Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die
- 1:48:56Menschlichkeit, Völkermord und das
- 1:48:58Verbrechen der Aggression sind überhaupt
- 1:49:00Straftatbestände. Meine Damen und
- 1:49:03Herren, es ist und kann nicht teil
- 1:49:06amerikanischer Souveränität sein,
- 1:49:08Verbrecher, Täter von Völkermord und
- 1:49:12Verbrechen gegen die Menschlichkeit
- 1:49:14strafloszulassen. Meine Damen und
- 1:49:15Herren, das hat mit Souveränität von
- 1:49:17Staaten nichts zu tun. [applaus]
- 1:49:21Nur nur solche Taten, die geschehen
- 1:49:24entweder auf dem Gebiet eines
- 1:49:26Vertragsstaates oder begangen werden
- 1:49:29durch einen Staatsbürger eines
- 1:49:30Vertragsstaates, können durch den
- 1:49:32Strafgerichtshof verfolgt werden. Keine
- 1:49:35keine Einschränkung der Souveränität.
- 1:49:37Und drittens, es gilt die Subsidiarität.
- 1:49:39Jeder Staat, der in der Lage und Willens
- 1:49:41ist, solche Verbrechen zu verfolgen,
- 1:49:43kann das tun. und der internationale
- 1:49:45Strafgerichtshof wird dann nicht
- 1:49:47einschreiten. Und darum ist unsere
- 1:49:49Politik die Förderung dieses
- 1:49:50Strafgerichtshofes. Wir werden uns
- 1:49:52diesen Sanktionen entgegenstellen und
- 1:49:54wir werden jetzt auch besonders den
- 1:49:57Dialog mit den USA über diese Politik
- 1:50:01führen. Wir halten sie für befremdlich.
- 1:50:03Ich halte sie für eine Verehrung der
- 1:50:05amerikanischen Außenpolitik und wir
- 1:50:08haben jetzt neue Chancen mit einer neuen
- 1:50:11Mehrheit im amerikanischen Kongress
- 1:50:13darüber zu sprechen, dass dieses Souver
- 1:50:16Souveränitätsverständnis der
- 1:50:17amerikanischen Regierung nicht Teil der
- 1:50:19amerikanischen Außenpolitik gibt und
- 1:50:21dass wir wieder zu einem gemeinsamen
- 1:50:23transatlantischen Verständnis der
- 1:50:25internationalen Strafgerichtsfigkeit
- 1:50:27kommen. Dafür werden wir uns einsetzen.
- 1:50:29Vielen Dank. [applaus]
- 1:50:37Für die Fraktion der AfD hat nun Herr
- 1:50:39Abgeordnete Torben Brager das Wort.
- 1:50:41Bitte. [applaus]
- 1:50:47Frau Präsidentin, meine Damen und
- 1:50:48Herren, die Kritik von Kollegen Dr. Röke
- 1:50:50möchte ich aufgreifen. Wenn die
- 1:50:52Fraktionsvorsitz der Fraktion Bich die
- 1:50:54Grün schon nicht zu ihrem eigenen Antrag
- 1:50:55spricht, dann will ich es mir erlauben,
- 1:50:57es für Sie zu tun, denn der Antrag
- 1:50:59bietet genug Anlass zur Kritik. Wieo oft
- 1:51:03trägt dieser Antrag bei oberflächlicher
- 1:51:05Betrachtung zumindest einen Titel, bei
- 1:51:07dem kaum jemand widersprechen könnte.
- 1:51:08Demokratien schützen, Bünd schmieden,
- 1:51:11wer könnte schon was dagegen haben? Der
- 1:51:12Teufel steckt aber wie so oft im Detail.
- 1:51:14Wir im Bundestag sollen ein weltweites
- 1:51:17Netzwerk von Abgeordneten Gründen, um zu
- 1:51:19Wahlen in fremden Ländern gemeinsam
- 1:51:21öffentlich Stellung zu beziehen. Die
- 1:51:22Bundesregierung soll über die Botschaft
- 1:51:24in Washington Demokratieprojekte in den
- 1:51:26Vereinigten Staaten fördern und es soll
- 1:51:28sich eine sogenannte Allianz der
- 1:51:29Gegenmacht etablieren. Da hat glaube ich
- 1:51:31jemand irgendwie zu viel Star Wars
- 1:51:32geguckt oder so, die sich gegen eines
- 1:51:34unserer wichtigsten Verbündeten richtet.
- 1:51:36Meine Damen und Herren von den Grünen,
- 1:51:38wir kennen ihre Maßstäbe aus solchen
- 1:51:40Debatten seit langer Zeit. Wenn ein
- 1:51:41Vertreter meiner Partei den
- 1:51:43amerikanischen Vizepräsidenten trifft,
- 1:51:44mit Republikanern spricht, vielleicht
- 1:51:46auch mit Vertretern, äh sich in Moskau
- 1:51:48trifft, dann ist es direkt ein
- 1:51:50handlanger fremder Mächte. dann ist er
- 1:51:52von fremder Einflussnahme die Rede von
- 1:51:54Geheimnisverrat und so weiter. Wenn Sie
- 1:51:56selbst aber mit deutschem Steuergeld
- 1:51:58amerikanische NGOs unterstützen wollen,
- 1:52:00Wahlen im Ausland kommentieren,
- 1:52:01bewerten, beeinflussen wollen, ähm ja,
- 1:52:04abgeordnet aus aller aller Welt unter
- 1:52:06einer Art Gesinnungsclub irgendwie
- 1:52:07zusammenschließen wollen, dann heißt es
- 1:52:09bei Ihnen demokratische Solidarität.
- 1:52:11Dieser Antrag ist eigentlich ein
- 1:52:13Dokument eines zutiefst gestörten
- 1:52:15Verhältnisses ihrer Partei zu echter
- 1:52:17Demokratie und Volksherrschaft. Das muss
- 1:52:19an dieser Stelle ganz klar gesagt werden
- 1:52:21und geradezu unterhaltsam, wirklich
- 1:52:23unterhaltsam wird es, wenn die
- 1:52:24Antragsteller angeben, Deutschland vor
- 1:52:26ausländischeer Einflussnahme schützen zu
- 1:52:27wollen. Ausdrücklich auch, wenn sie von
- 1:52:29verbündeten Staaten ausgeht. Entscheiden
- 1:52:32darüber, welche Akteure extremistisch
- 1:52:34sind aus ihrer Sicht natürlich, ob sie
- 1:52:36zu demokratischer Zivilgesellschaft
- 1:52:37gehören oder wirklich nur böse Akteure
- 1:52:39sind, das behalten sich natürlich selber
- 1:52:40vor. Damit ist die Regel vollständig
- 1:52:41beschrieben. Einmischung ist nicht nur
- 1:52:43erlaubt, sie ist sogar explizit
- 1:52:44erwünscht, solange sie von Ihnen kommt
- 1:52:46und von ihren Unterstützern und
- 1:52:48politischen Freunden. Dieselbe Regel,
- 1:52:50das wird auch klar, gilt im Antrag vor
- 1:52:53in ihrem Antrag für Wahlen. Als Beleg
- 1:52:54für den angeblich autoritären Kurs von
- 1:52:56Donald Trump führen Sie an, er habe den
- 1:52:58Wahlerfolg der AfD in Saxsanhalt
- 1:53:00gefeiert. Glückwunsch an eine
- 1:53:01befreundete Partei in der Tat 44% bei
- 1:53:03einer Landtagswahl. Das ist für sie ein
- 1:53:05Angriff auf die Demokratie. Jetzt muss
- 1:53:07ich gar nicht im Antrag weiterblättern.
- 1:53:09zwei Seiten oder mir in der Presseschau
- 1:53:11ihre Erklärung von gestern oder
- 1:53:12vorgestern anschauen. Ich brauche mir
- 1:53:13nur ihre Rede noch mal anhören. Frau
- 1:53:15Kollegin Drüge, sie haben hier gefeiert
- 1:53:17das Ergebnis in Amerika wie keine
- 1:53:18zweite. Ist das jetzt nicht auch eine
- 1:53:20Einmischung? Ist das jetzt auch ein
- 1:53:21Angriff auf die amerikanische
- 1:53:22Demokratie, wenn Sie das hier so loben,
- 1:53:24weil der Präsident ja Wahlergebnisse in
- 1:53:25Deutschland irgendwie nicht loben darf
- 1:53:27aus Ihrer Sicht. Das ist ja völlig
- 1:53:28absurd. Es ist ein Maß an Verlogenheit,
- 1:53:30dass man wirklich erstmal erreichen
- 1:53:31muss. Und mir fehlen echt fast die
- 1:53:32Worte, wie man mit diesem Widerspruch im
- 1:53:34eigenen Verhalten umgehen kann. Ich muss
- 1:53:36auch davon ausgehen, dass sie uns
- 1:53:38verhöhnen wollen, wenn sie verlangen,
- 1:53:40versuchen entschieden entgegenzutreten,
- 1:53:42legitim entstandene Wahlergebnisse in
- 1:53:43Frage zu stellen. Meine Damen und
- 1:53:45Herren, wo waren denn diese Forderungen
- 1:53:47von Ihnen beispielsweise bei der
- 1:53:49Präsidentschaftswahl in Rumänien? Da
- 1:53:50wurde ein Wahlgang vollständig
- 1:53:51annulliert, der führende Kandidat
- 1:53:52ausgeschlossen von der Wiederholungswahl
- 1:53:54oder bei Verbotsforderung gegen die
- 1:53:56stärkste Oppositionspartei in
- 1:53:58Deutschland. Da halten Sie sich auch
- 1:53:59nicht zurück. Ihr Demokratiebegriff,
- 1:54:01meine Damen und Herren, das kennt
- 1:54:02offenbar nur eine Frage. Was müssen wir
- 1:54:04als Grüne tun, um unseren ungehinderten
- 1:54:06Zugang zur Macht und zum Geld der
- 1:54:08Steuerzahler zu sichern? Das ist die
- 1:54:09einzige Frage, die Sie sich stellen.
- 1:54:12[applaus] Und außenpolitisch,
- 1:54:13außenpolitisch ist dieses di dieser
- 1:54:15Antrag auch ein wirklich ein
- 1:54:16erstaunliches Dokument. Erstaunlich. Sie
- 1:54:18erklären die Vereinigten Staaten
- 1:54:20faktisch zu einer werdenden Autokratie.
- 1:54:22Das haben sie in Ihrer Rede auch bund
- 1:54:23ausgeführt. Sie äußern sich abfällig
- 1:54:25über Haftbedingung der amerikanischen
- 1:54:26Einwanderungsbehörde zum amerikanischen
- 1:54:28Wahlrecht. Sie wollen mit Staaten des
- 1:54:30sogenannten globalen Südens ein Bündnis
- 1:54:32schmieden, das Washington Parole bietet.
- 1:54:33Sie geben aber zugleich offen zu, offen
- 1:54:35geben sie zu im Antrag, dass die
- 1:54:36Sicherheit Deutschlands erheblich von
- 1:54:38den Vereinigten Staaten abhängt. Da
- 1:54:40würde auch keiner widersprechen. Aber
- 1:54:41Gesinnungspflege, ihre Gesinnungspflege
- 1:54:44ist Ihnen offenkundig wichtiger als
- 1:54:45deutsche Interessen, deutsche
- 1:54:46Sicherheit. Das geben Sie in ihren
- 1:54:47Antrag offen zu. Und wie so oft, wie so
- 1:54:51oft bei ihren Initiativen stellt sich
- 1:54:52wie immer die Frage, wer soll das Ganze
- 1:54:54bezahlen? Wer soll das Ganze bezahlen?
- 1:54:56Der Vizepräsident Wenz, der hat gestern
- 1:54:59bemerkenswert offen und wie ich finde
- 1:55:01auch zutreffend Aufarbeitung in seiner
- 1:55:03Aufarbeitung der des Wahgebnis vier
- 1:55:04Gründe genannt für das Ergebnis seiner
- 1:55:06Partei und Nummer 2 war Fokus auf
- 1:55:08Lebenshaltungskosteninflation.
- 1:55:10Amerika steht in dieser Frage eigentlich
- 1:55:11gar nicht so weit weg von uns hier in
- 1:55:13Deutschland. Die Debatte, die wir hier
- 1:55:14zur Pflegereform gehört hatten, die hat
- 1:55:16das auch gezeigt. Trotz eines Haushalts,
- 1:55:19in dem für die eigenen Bürger an allen
- 1:55:21Ecken das Geld fehlt, soll Deutschland
- 1:55:23weltweit jetzt einspringen, wo immer
- 1:55:24sich irgendwie jemand anders
- 1:55:25zurückzieht. Das deutsche Interessen bei
- 1:55:27bestimmten Ausgaben jetzt keine Rolle
- 1:55:29spielen für sie. das geschenkt, das hat
- 1:55:30sie noch nie interessiert. Aber auch Sie
- 1:55:32müssen doch erkennen, dass einer
- 1:55:34Gesellschaft der auch Sie ununterbrochen
- 1:55:36ununterbrochen erzählen, sie müssen sich
- 1:55:38allben auf Kürzungen, auf
- 1:55:39Leistungskürzungen, auf
- 1:55:40Beitragsersteigerung gefasst machen,
- 1:55:42dass da es dieser Gesellschaft nicht
- 1:55:44zuzumuten ist, auch noch eine
- 1:55:45Demokratiepolizei für die ganze Welt zu
- 1:55:47finanzieren. Wie soll das denn
- 1:55:48funktionieren, meine Damen und Herren?
- 1:55:49Natürlich will ich auch und meine Partei
- 1:55:51ein souveränes Deutschland, dass seine
- 1:55:53Abhängigkeiten von fremden Mächten auch
- 1:55:54von der amerikanischen
- 1:55:55Sicherheitsgarantie verringert.
- 1:55:56Souveränität bedeutet für uns allerdings
- 1:55:58auch, dass wir anderen Völkern ihre
- 1:56:00eigene Souveränität auch zubilligen und
- 1:56:01das tun sie an keiner Stelle. [applaus]
- 1:56:06Die Amerikaner haben am Dienstag ihren
- 1:56:08Kongress gewählt und sie haben das ohne
- 1:56:10Ratschläge von Bundesneutig die Grün
- 1:56:11getan. Die Ungarn haben ohne sie
- 1:56:13gewählt. Ganz viele andere Völker dieser
- 1:56:15Welt haben das auch getan, auch die
- 1:56:16Bürger in Sachsenanhalt. Eine deutsche
- 1:56:18Politik, die sich an Interessen
- 1:56:19orientiert. Sie spricht auch mit jeder
- 1:56:21Regierung, die dabei hervorkommt aus
- 1:56:23einer Wahl und die ein anderes Volk
- 1:56:25gewählt hat. Gespräche, die deutschen
- 1:56:27Interessen dienen, sollten wir immer
- 1:56:28führen und nicht nach unserem Weltbild
- 1:56:30ausschauen äh aussuchen. Nun ein Wort
- 1:56:33auch zum Antrag der Koalitionsfraktion,
- 1:56:35Herr Kollege Rötgen, Sie meinten, die
- 1:56:38AfD habe nicht zum Völkerstrafrecht zu
- 1:56:39sagen. Ich will Ihnen äh nur daran
- 1:56:42erinnern auch an Aussagen ihres eigenen
- 1:56:44Bundeskanzlers, um Ihr Verhältnis mal
- 1:56:45zum Völkerrecht zu unterstreichen als
- 1:56:47Partei. Der Bundeskanzler hat als
- 1:56:48Kandidat
- 1:56:50ja angekündigt, den Haftbefehl des
- 1:56:53internationalen Strafgerichtshofs gegen
- 1:56:54den israelischen Ministerpräsidenten
- 1:56:55nicht zu vollstrecken und stattdessen
- 1:56:57nach Deutschland eingeladen. Der heutige
- 1:56:59Außenminister, der hat äh die
- 1:57:00Vollstreckung dieses Haftbefehls
- 1:57:01unvorstellbar genannt. Auch hier
- 1:57:03Völkerrecht gilt für sie nur dann, wenn
- 1:57:05es ihnen politisch passt. Und die Grünen
- 1:57:07und die SPD und die Union, die
- 1:57:08unterscheiden sich in dieser Frage auch
- 1:57:09keineswegs mehr. Alle drei messen mit
- 1:57:11zweierlei Maß und unterscheiden sich
- 1:57:13vielleicht vielleicht noch darin, wem
- 1:57:15sie das günstigere Maß in diesem äh in
- 1:57:18dieser Unterscheidung zugestehen.
- 1:57:19Demokratie, meine Damen und Herren, das
- 1:57:21ist die Selbstregierung eines Volkes.
- 1:57:23Sie entsteht im eigenen Land durch die
- 1:57:25Bürger dieses Landes und sie lässt sich
- 1:57:27weder durch ein parlamentarisches
- 1:57:28Frühbahnsystem nach grüner Fantasie
- 1:57:30exportieren, noch durch Haushaltsmittel
- 1:57:32für befreundete Organisationen im
- 1:57:33Ausland sichern. Der Schutz der
- 1:57:35Demokratie beginnt damit, die
- 1:57:36Entscheidung der eigenen Wähler zu
- 1:57:37respektieren, auch die für sie unbequem
- 1:57:40vielleicht äh etwa dann, wenn man die
- 1:57:42AfD die Rechte zugesteht, die aufgrund
- 1:57:44ihrer Wahlergebnisse zustehen. Wir haben
- 1:57:45es ja mit den Ausschussvorsitzen in
- 1:57:46diese Woche erlebt, die sie alle samt
- 1:57:48und sonners abgelehnt haben. Diesen
- 1:57:50Respekt lassen sie an jeder Stelle
- 1:57:52vermissen. Wahre Demokraten, für die Sie
- 1:57:54sich ja so halten, sind sie nicht meine
- 1:57:57Zeit.
- 1:58:00[applaus]
- 1:58:07[applaus]
- 1:58:09Für die Fraktion der SPD hat nun Herr
- 1:58:12Abgeordneter Adis Achmetowitsch das
- 1:58:13Wort. Bitte sehr.
- 1:58:22Frau Präsidentin, meine Damen und
- 1:58:23Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 1:58:24zu allererst möchte ich mich bei der
- 1:58:26Kollegin Frau Drüge bedanken, ganz
- 1:58:27herzlich dafür, dass Sie die Rede
- 1:58:29gehalten haben, so wie Sie gehalten
- 1:58:30haben. Keiner von uns hier im Hause hat
- 1:58:32ihn vorzuschreiben, zu welchem Thema Sie
- 1:58:33sprechen wollen. Und Sie haben genau das
- 1:58:35richtige Thema angesprochen, denn dieses
- 1:58:36Thema, das sie nämlich angesprochen
- 1:58:38haben, die erste Halbzeit der Niederlage
- 1:58:40von Donald Trump trifft vor allem die
- 1:58:42hier rechts außen. Denn die letzten
- 1:58:45[applaus] denn die letzten Wochen waren
- 1:58:46schon ziemlich hart für Sie, Herr
- 1:58:48Brager.
- 1:58:49Bolsonaro musste verschwinden. Er hat
- 1:58:52knallhart gegen Präsident Lula verloren.
- 1:58:55Dementsprechend auch ein Sieg der
- 1:58:57liberalen Demokratie. Danke an die
- 1:58:58Brasilianerinnen und Brasilianer, dass
- 1:59:00sie sich für Demokratie eingesetzt stark
- 1:59:03und in Schlossen haben. Genauso
- 1:59:05schmerzhaft für Sie muss die Niederlage
- 1:59:06Orbs sein. Ihr Engster Verbündeter Orban
- 1:59:08ist auch weg. Weg vom Fenster. Ihr
- 1:59:11autoritärer Bündnispartner, den gibt es
- 1:59:13nicht mehr. Ein Sieg der Demokratie in
- 1:59:14Ungarn, wie auch, meine Damen und
- 1:59:16Herren, ein Sieg der Demokratie in
- 1:59:18Serbien, ihr enger Partner Wutic und
- 1:59:21auch alle anderen, die sehr nah an ihm
- 1:59:23dran sind, auch dieser hat verloren,
- 1:59:25weil die demokratische Bewegung in
- 1:59:27Serbien, die jungen Menschen in Serbien
- 1:59:29sich entschlossen haben, den
- 1:59:30europäischen Weg zu gehen und nicht
- 1:59:32ihren autoritären Weg zu gehen. Deshalb
- 1:59:35kann ich verstehen, dass Sie heute mit
- 1:59:36einem Trauma hier in diesem Plenum
- 1:59:38stehen, wenn es um internationale
- 1:59:40Bündnisse und um das Völkerstrafrecht
- 1:59:42geht. Denn Ihnen, liebe AfD, wird es
- 1:59:45genauso gehen. Das ist der Beginn ihres
- 1:59:47Niedergangs. Liebe AfD,
- 1:59:51[applaus]
- 1:59:52wir werden nächstes Jahr Wahlen haben.
- 1:59:53Wir werden nächstes Jahr Wahlen haben.
- 1:59:54Und in Niedersachsen sah leider so aus,
- 1:59:56dass sie auf die Klappe bekommen haben.
- 1:59:58Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Die
- 1:59:59Menschen Niedersachsen haben bei der
- 2:00:00Kommunalwahl richtig gewählt. Es gibt
- 2:00:02durchweg Mehrheiten für CDU, Grüne und
- 2:00:04SPD. Die Menschen Niedersachsen haben
- 2:00:06bei der Wahl gezeigt, wir wollen sie
- 2:00:08nicht. Und das ist auch richtig so. Und
- 2:00:09im nächsten Jahr in Niedersachsen, wenn
- 2:00:10wir das zeigen, keine Regierung mit der
- 2:00:12AfD und die AfD wird klein gehalten,
- 2:00:14meine Damen und Herren. Ja, es ist gut
- 2:00:16und ich danke auch Herrn Röttkin dafür,
- 2:00:17dass wir gemeinsam bei CDU CS und SPD
- 2:00:19einen richtig starken Antrag auf den Weg
- 2:00:21gebracht haben. Ich hätte es mir nicht
- 2:00:22glauben Kir Röttkin, dass wir gemeinsam
- 2:00:24eine gemeinsame Position zum Thema
- 2:00:26Völkerrecht auf die auf die Beine
- 2:00:28stellen können, weil wir immer mal
- 2:00:30wieder immer mal wieder in der
- 2:00:32Kommentierung unterschiedliche
- 2:00:33Auffassungen sind. Wie kommentiert man
- 2:00:35Venezuela, wie kommentiert man den
- 2:00:37Angriff auf den Iran? Aber umso
- 2:00:38wichtiger ist es, dass wir bei allen
- 2:00:40Unterschieden, die es gibt, eine
- 2:00:42Gemeinsamkeit haben. Und diese
- 2:00:43Gemeinsamkeit ist das Fundament unseres
- 2:00:45Grundgesetz. Unser Grundgesetz sagt, wir
- 2:00:47haben Pflichten und Rechte. Pflicht und
- 2:00:49Recht unseres Grundgesetz ist es ein
- 2:00:51klares Bekenntnis zum Völkerrecht. Und
- 2:00:53deshalb ist es wichtig, meine Damen und
- 2:00:55Herren, dass wir uns heute diesem Thema
- 2:00:57stellen. Und es ist wichtig, dass wir
- 2:00:58das auch verbinden mit dem Ausgang der
- 2:01:00Wahlen in USA. Es ist nämlich bekannt
- 2:01:02und nichts davon ist ein Bauchgefühl,
- 2:01:04dass der US-Präsident seine
- 2:01:05Magerbewegung, dass die Republikaner
- 2:01:08schrittweise, step by Step intensiv dran
- 2:01:10gearbeitet haben, dieses System
- 2:01:12auszuhöhen. Sie sind nicht für das
- 2:01:15Völkerrecht, sie sind nicht für die
- 2:01:17Institutionen, die das Völkerrecht
- 2:01:19verteidigen und waren, weil ansonsten
- 2:01:21welche Gründe können denn dafür
- 2:01:23sprechen, Denhag, der internationalen
- 2:01:25Strafgerichtshof zu sanktionieren. Wenn
- 2:01:27man für das Völkerrecht ist, dann muss
- 2:01:29man Denha stärken. Wenn man Denha
- 2:01:31schwächt, dann will man auch das
- 2:01:33Völkerrecht schwächen. Deshalb ist der
- 2:01:34Wahlervolk der Demokraten ein genau
- 2:01:36richtiges Zeichen. Deshalb danke ich
- 2:01:38diesem Hause, diesem Parlament, dass wir
- 2:01:40den Demokraten und Demokraten unsere
- 2:01:41vollzunterstützung zusprechen, meine
- 2:01:43Damen und Herren. Und ebenso, wenn es
- 2:01:46darum geht, handlungsfähig zu sein, ist
- 2:01:48es richtig, dass wir in militärische
- 2:01:50Ausgaben investieren. Es ist richtig,
- 2:01:51dass wir in internationalen Bündnissen
- 2:01:53investieren. Ich bin deshalb dem
- 2:01:55Staatsminister Florian Hann sehr, sehr
- 2:01:56dankbar. Ihr seid nur am Reisen, ihr
- 2:01:58seid auf der ganzen Welt unterwegs, ihr
- 2:02:00versucht alles neue Partner und Partner
- 2:02:01auf dieser Welt zu ähm zu zu finden und
- 2:02:04ich finde, das macht ihr äh Stand jetzt
- 2:02:07sehr sehr gut. Unsere vollzen
- 2:02:08Unterstützung habt ihr dafür. Ich kenne
- 2:02:09kaum einen Außenminister, der so viel
- 2:02:11durch die Welt reißt wie unseren
- 2:02:13Außenminister Joe Wadeful, aber umso
- 2:02:15wichtiger ist es. Und damit will ich
- 2:02:17gerne schließen, meine Damen und Herren,
- 2:02:18Völkerrecht ist nicht nur eine Frage,
- 2:02:20dann zu verwenden ein Instrument, wenn
- 2:02:22Feinde möglicherweise oder Staaten, die
- 2:02:24uns nicht sympathisch rüberkommen, dann
- 2:02:26Völkerrechtsverbrechungen zu benennen.
- 2:02:28Völkerrecht wird dann glaubwürdig, wenn
- 2:02:29man Völkerrechtsbrüche benennt, wenn es
- 2:02:32auch enge Partner tun. Wenn wir daran
- 2:02:33mehr arbeiten würden, bin ich mir
- 2:02:35ziemlich sicher, dass wir noch
- 2:02:36handlungsfähiger Welt werden. Vielen,
- 2:02:38vielen Dank.
- 2:02:39[applaus]
- 2:02:43Für die Fraktion Die Linke hat Frau
- 2:02:45Abgeordnete Lehrer Reisner das Wort.
- 2:02:47Bitte sehr. [applaus]
- 2:02:54Frau Präsidentin Abgeordnete, ich habe
- 2:02:55tatsächlich vor zum Thema zu reden, aber
- 2:02:57erlauben Sie mir vorab einen Kommentar.
- 2:02:58Ich finde das sehr interessant zu sehen,
- 2:03:00wer sich hier gerade alle über diese
- 2:03:01alles über diese Siege in den USA freut,
- 2:03:03wo ja wirklich in erster Linie unsere
- 2:03:05demokratisch sozialistischen Genossinnen
- 2:03:07gewonnen haben, gegen die [applaus] hier
- 2:03:08vermutlich offene Briefe geschrieben
- 2:03:10werden würden, würden sie in der
- 2:03:11deutschen Linken sein. Aber zum Thema.
- 2:03:14Am 7. April 2027 könnte in Den Haag das
- 2:03:18Licht ausgehen. Dann laufen nämlich die
- 2:03:20Ausnahmegenehmigungen der US-Sanktionen
- 2:03:22aus. Danach drohen dem internationalen
- 2:03:24Strafgerichtshof Probleme bei Gehältern,
- 2:03:26IT und Zahlungen, also bei allem, was
- 2:03:28ein Gericht zum Arbeiten braucht. Und
- 2:03:31was legt die Koalition heute vor? Ein
- 2:03:33Antrag, in dem die Sanktionen
- 2:03:34zurückgewiesen werden und dann steht da,
- 2:03:36die USA seien ein unverzichtbarer
- 2:03:38Partner, mit denen man den Dialog
- 2:03:40fortsetzen müsste. Die EU-
- 2:03:42Blockingverordnung, also das eine
- 2:03:44Instrument, das europäische Banken
- 2:03:46tatsächlich schützen würde, kommt in
- 2:03:47ihrem Antrag einfach nicht vor. Spanien,
- 2:03:50Belgien und Slowenien fordern sie. Die
- 2:03:51Grünen fordern sie, wir fordern sie, die
- 2:03:54Bundesregierung aber schweigt. Sie
- 2:03:55sagen, sie wollen das Gericht retten,
- 2:03:57aber bloß niemanden in Washington weh
- 2:03:58tun, aber so funktioniert das nicht. Das
- 2:04:01eigentliche Problem liegt noch tiefer.
- 2:04:03Der Strafgerichtshof und die
- 2:04:04internationale Ordnung sterben nicht nur
- 2:04:05an Trumps Sanktionen, sie verlieren auch
- 2:04:07an Glaubwürdigkeit, weil immer mehr
- 2:04:09Menschen auf der Welt den Eindruck
- 2:04:11gewinnen, dass internationales Recht
- 2:04:12eben doch nicht für alle gleichermaßen
- 2:04:14gilt. Und dieser Eindruck kommt nicht
- 2:04:16von ungefähr. 20 Jahre lang saßen in den
- 2:04:19Hak fast nur Staatsmänner aus dem
- 2:04:20globalen Süden auf der Anklagebank und
- 2:04:22der Westen fand das völlig in Ordnung.
- 2:04:24Jetzt hat das Gericht zum ersten Mal
- 2:04:25eine Verbündeten eingefasst und
- 2:04:27plötzlich heißt es in Berlin, es geläbe
- 2:04:29komplexe Rechtsfragen. Der Kanzler hat
- 2:04:31Netanahu, der einen strafbefehl gegen
- 2:04:33schwerster Menschenrechtsverbrechen
- 2:04:34bekommen hat, Mittel und Wege
- 2:04:36versprochen, damit er Deutschland
- 2:04:37besuchen kann, ohne festgenommen zu
- 2:04:39werden. Den Haftbefehl gegen Putin
- 2:04:41feiern sie in ihrem Antrag für als Beleg
- 2:04:44für die Bedeutung des Gerichts und das
- 2:04:45auch zurecht. Aber ein Satz dazu, dass
- 2:04:48Deutschland jeden Haftbefehl
- 2:04:50vollstreckt, der fehlt. Denn die
- 2:04:52entscheidende Frage ist doch, [applaus]
- 2:04:54gilt das Völkerrecht wirklich für alle
- 2:04:56oder gilt es nur so lange, wie die
- 2:04:58Beschuldigten nicht zu unseren
- 2:04:59Verbündeten gehören? Das Völkerrecht
- 2:05:02kennt keine Freundfeindkategorien und
- 2:05:04das Völkerstrafrecht kennt keine
- 2:05:05moralisch begründeten Ausnahmen für die
- 2:05:07Mächtigen dieser Welt. Wer die
- 2:05:09internationale Rechtsordnung verteidigen
- 2:05:10will, der muss bereit sein, auch die die
- 2:05:13ihre Regeln auch dann anzuwenden, wenn
- 2:05:14es politisch unbequem wird. Als die USA
- 2:05:17Venezuela angegriffen haben, war die
- 2:05:18Rechtslage komplex. Den Krieg im Iran
- 2:05:20hat diese Bundesregierung nie als das
- 2:05:22benannt, was er ist. Ein Frucht des
- 2:05:24Gewaltverbots. Im Gegenteil, der
- 2:05:25deutsche Bundeskanzler sprach von
- 2:05:27Drecksarbeit. Das ist keine konsequente
- 2:05:29Verteidigung des Völkerrechts. Das ist
- 2:05:31eine politische Relativierung seiner
- 2:05:32Grundprinzipien.
- 2:05:34Burkina Faso, Mali, Niger treten aus dem
- 2:05:36Strafgerichtshof aus. Die
- 2:05:38Bundesregierung bedauert das. Dabei
- 2:05:39liefert sie Ihnen die Begründung frei
- 2:05:41Haus. Wenn es hart auf hart kommt, gilt
- 2:05:43das internationale Recht nur für die
- 2:05:45anderen. Wer diesen Gericht zur
- 2:05:47Verteidigen will, muss bei sich selbst
- 2:05:48anfangen. Nehmen Sie die US Sanktionen
- 2:05:51in die Blockingverordnung auf. Sichern
- 2:05:53Sie die Gehälter IT und Zahlungsverkehr,
- 2:05:55bevor die Frust abläuft und schaffen Sie
- 2:05:57endlich Klarheit. Jeder Haftbefehl des
- 2:05:59internationalen
- 2:06:00Gerichtsstrafgerichtshofs wird in
- 2:06:01Deutschland vollstreckt. Jeder. Und
- 2:06:04jeder Völkerrechtsbruch wird als solcher
- 2:06:05benannt und Konsequenzen bezogen. Jeder.
- 2:06:08Solange Sie das nicht sagen können, sind
- 2:06:10alle Ihre schönen Worte über die
- 2:06:11regelbasierte Ordnung genau das schöne
- 2:06:13Worte.
- 2:06:15Opfer der Sanktionen ist ja nicht in
- 2:06:17erster Linie der Gerichtshof. Es sind
- 2:06:19diejenigen, die durch
- 2:06:20Völkerrechtsverbrechen gestorben sind,
- 2:06:21ihre Angehörigen verloren haben oder
- 2:06:23unendliches Leid durch Entscheidungen
- 2:06:25von Mächtigen erleben mussten. Dafür,
- 2:06:28dass diese Menschen Gerechtigkeit
- 2:06:30erfahren, dafür werden wir uns weiter
- 2:06:31einsetzen, gemeinsam mit Verbündeten auf
- 2:06:33der ganzen Welt, denn die Internationale
- 2:06:36erkämpft das Menschenrecht. Vielen Dank.
- 2:06:38[applaus]
- 2:06:45Für die CDU CSU Fraktion hat Herr
- 2:06:47Abgeordnete Stefan Meier das Wort. Bitte
- 2:06:50sehr. [applaus]
- 2:06:55Sehr verehrte Frau Präsidentin, sehr
- 2:06:56verehrte Kolleginnen, sehr geehrte
- 2:06:57Kollegen, man muss in dieser Debatte ja
- 2:06:59offenbar zunächst mal begründen, warum
- 2:07:01man welche Rede hält. Äh, ich muss
- 2:07:03begrunden, ich bin bin ganz altmodisch
- 2:07:05und äh ganz konventionell. Ich spreche,
- 2:07:08nachdem hier drei Anträge zum Völker
- 2:07:11Recht und zum Völkerstrafrecht vorlegen
- 2:07:13vorliegen genau zu diesem Thema.
- 2:07:16Meine sehr verehrten Kolleginnen und
- 2:07:17Kollegen, es ist unzweifelhaft, dass die
- 2:07:20Entwicklung des internationalen
- 2:07:22Völkerrechts, des Völkerstrafrechts eine
- 2:07:24der größten, der herausragendsten
- 2:07:26zivilisatorischen Errungenschaften
- 2:07:29des letzten Jahrhunderts ist. Äh und ich
- 2:07:31bin auch der festen Überzeugung, dass es
- 2:07:33nicht nur eine großartige Errungenschaft
- 2:07:35ist, sondern dass es in der Bedeutung
- 2:07:37gar nicht hoch genug einzuschätzen ist,
- 2:07:39dass nach der Urkatastrophe der
- 2:07:41Menschheit, nach dem Zweiten Weltkrieg
- 2:07:43es möglich war, auf internationalem
- 2:07:45Terrain dieses Völkerrecht und dieses
- 2:07:47Völkerstrafrecht zu entwickeln. Und ich
- 2:07:50bin der festen Überzeugung, dass es
- 2:07:51immer unabhängig davon, wie sich die
- 2:07:53Bundesregierung zusammensetzt,
- 2:07:55Kernbestandteil der Bundespolitik und
- 2:07:58der deutschen Außen und
- 2:07:59Sicherheitspolitik sein muss, dass wir
- 2:08:01uns zum internationalen Völker und
- 2:08:03Völkerstrafrecht bekennen und Vorkämpfer
- 2:08:06für dasselbe sind.
- 2:08:08Meine sehr verehrten Kolleginnen und
- 2:08:10Kollegen, aber es gehört zur Wahrheit
- 2:08:12auch, dass das internationale
- 2:08:14Völkerrecht unter enormem Druck steht.
- 2:08:15und in einem Druck steht von Seiten
- 2:08:18bestimmter Akteure Russland, China, aber
- 2:08:21auch den USA. Und gerade wenn es um den
- 2:08:23internationalen Strafgerichtshof geht,
- 2:08:25ist es natürlich auch die Aufgabe
- 2:08:27Deutschlands darauf hinzuwirken, dass
- 2:08:30die in keiner Weise hinzunehmenden
- 2:08:33Sanktionen der USA, die im Februar
- 2:08:36letzten Jahres im Allgemeinen äh
- 2:08:39auferlegt wurden und am 9. Oktober
- 2:08:41dieses Jahres konkret dem
- 2:08:43internationalen Strafgerichts Hof auch
- 2:08:45zugeordnet wurden, dass diese Sanktionen
- 2:08:48weiter aufrechterhalten werden. Diese
- 2:08:49Sanktionen, um es ganz klar und
- 2:08:51eindeutig zu sagen, sind ein Angriff auf
- 2:08:54die Unabhängigkeit und auf die
- 2:08:56Arbeitsfähigkeit des
- 2:08:57internationalenstrachgerichtshofes.
- 2:09:00Und deshalb geht es mit Sicherheit jetzt
- 2:09:02in den nächsten Monaten auch intensiv
- 2:09:04darum, dass die Bundesregierung alle
- 2:09:06Bemühungen auch intensiviert, die
- 2:09:09entsprechenden Sanktionen äh wieder zu
- 2:09:12senken bzw. aufzuheben. Es geht darum,
- 2:09:15[applaus] den internationalen
- 2:09:17Strafgerichtshof arbeitsfähig zu
- 2:09:19gestalten und es geht natürlich auch
- 2:09:20darum und da habe ich auch eine klare
- 2:09:22Erwartung an die Bundesregierung auch
- 2:09:24den das römische Statut entsprechend
- 2:09:27weiterzuentwickeln. Wir bekennen uns zum
- 2:09:28römischen Statut, aber die Erfahrung
- 2:09:31zeigt auch Sie, die die
- 2:09:33Zuständigkeitslücken, die insbesondere
- 2:09:35im Bereich der Verbrechen der Aggression
- 2:09:37gegen bestimmte Länder, beispielsweise
- 2:09:39gegen die Ukraine auch offenbaren, dass
- 2:09:42es Zuständigkeitsdefizite
- 2:09:44gibt beim internationalen
- 2:09:45Strafgerichtshof. Und deswegen möchte
- 2:09:47ich die Bundesregierung auch ermuntern,
- 2:09:49die äh die Intensivierung auch der
- 2:09:52Bemühungen voranzutreiben, insbesondere
- 2:09:54das römische Institut
- 2:09:55weiterzuentwickeln. aus meiner Sicht ein
- 2:09:58sehr wichtiger äh Aspekt, weil natürlich
- 2:10:00es nicht hinnehmbar ist, dass viele
- 2:10:02Länder darunter die USA, aber auch
- 2:10:04China, Russland, das römische Statut
- 2:10:07nicht unterzeichnet haben und damit die
- 2:10:09Gerichtsbarkeit des internationalen
- 2:10:10Strafgerichtshofes nicht anerkennen und
- 2:10:13auch die Zusammenarbeit mit dem
- 2:10:14internationalen Strafgerichtshof
- 2:10:16verweigern. Ein weiteres wichtiges Thema
- 2:10:19im Bereich des Völkerrechtes muss aus
- 2:10:21meiner Sicht auch die Weiterentwicklung
- 2:10:22der Vereinten Nationen sein. Die
- 2:10:24Erfahrung hat gezeigt, dass der
- 2:10:27Sicherheitsrat so wie er sich derzeit
- 2:10:28zusammensetzt aus meiner Sicht nicht
- 2:10:30mehr zeitgemäß ist. Und deswegen bin ich
- 2:10:33der Bundesregierung sehr dankbar, dass
- 2:10:34Sie im Bereich der G4 Gruppe gemeinsam
- 2:10:36mit Brasilien, mit Indien und mit Japan
- 2:10:39die Initiative weiter vorantreibt, dass
- 2:10:42die Repräsentanz insbesondere von
- 2:10:44Lateinamerika, von Afrika, aber auch von
- 2:10:46Asien im Sicherheitsrat gestärkt wird.
- 2:10:49Auch hier äh sollten wir nicht
- 2:10:51nachlassen in unseren [applaus]
- 2:10:54Bemühungen.
- 2:10:56Und es geht natürlich in ganz
- 2:10:58entscheidender Weise auch darum, dass
- 2:10:59wir uns auch als Bund und als
- 2:11:01Bundesregierung und als die die
- 2:11:03Bundesregierung tragenden Fraktionen
- 2:11:04auch immer zum humanitären Völkerrecht
- 2:11:06bekennen. Gerade schreckliche humanitäre
- 2:11:09Katastrophen wie im Sudan, im Südsudan
- 2:11:12zeigen in erschreckender Brutalität, wie
- 2:11:15stark dort das humanitäre Völkerrecht
- 2:11:18unterminiert wird. missachtet wird,
- 2:11:20nicht geachtet wird und deshalb bin ich
- 2:11:22der festen Überzeugung, muss es auch
- 2:11:25immer die Aufgabe Deutschland sein, das
- 2:11:27humanitäre Völkerrecht auch hochzuhalten
- 2:11:30und insbesondere auch den Schutz von
- 2:11:32humanitären Helfern im Blick zu haben.
- 2:11:36Meine sehr verehrten Damen und Herren,
- 2:11:38das Völkerrecht, das Völkerstrafrecht
- 2:11:40brauchen nicht die Länder, die stark
- 2:11:42sind, die groß sind. Ein Völkerrecht
- 2:11:45benötigen schwache und kleine Länder und
- 2:11:48deshalb müssen wir uns als Deutschland
- 2:11:50auch immer dazu bekennen, dass es darum
- 2:11:52geht, die Stärke des Rechts
- 2:11:55voranzutreiben und nicht das Recht des
- 2:11:57Stärkeren. Ich danke ganz herzlich für
- 2:11:59die Aufmerksamkeit [applaus]
- 2:12:06für die AfD Fraktion hat Frau
- 2:12:08Abgeordnete Dr. Anna Ratert das Wort.
- 2:12:11Bitte. [applaus]
- 2:12:31Frau Präsidentin, meine sehr geehrten
- 2:12:33Damen und Herren, eine Mehrheit in
- 2:12:35diesem Haus will den internationalen
- 2:12:37Strafgerichtshof gegen amerikanische
- 2:12:40Sanktionen verteidigen. seine
- 2:12:41Finanzierung sicherstellen und seine
- 2:12:44Autorität stärken.
- 2:12:46Ich möchte Ihnen zu Beginn jedoch eine
- 2:12:49ganz andere Frage stellen. Warum glauben
- 2:12:52Sie, Kriege und menschliches Leid
- 2:12:55verhindern zu können, indem Sie Staaten
- 2:12:58dazu bringen, ihre Souveränität an eine
- 2:13:00Institution abzugeben, die selbst nicht
- 2:13:03über die Macht verfügt, ihrer
- 2:13:05Entscheidungen durchzusetzen?
- 2:13:09[applaus]
- 2:13:10Meine Damen und Herren, die Geschichte
- 2:13:12lehrt uns eine einfache Wahrheit.
- 2:13:15Staaten handeln normalerweise jedenfalls
- 2:13:18nach Interessen. Sie streben nach ihrer
- 2:13:21Sicherheit, behaupten ihre Stellung und
- 2:13:23verteidigen ihre Unabhängigkeit.
- 2:13:27Das ist keine moralische Verfehlung,
- 2:13:30sondern die Grundlage internationaler
- 2:13:32Politik.
- 2:13:33Und wer diese Wirklichkeit nicht
- 2:13:35anerkennt, der wird sie auch nicht
- 2:13:37gestalten können.
- 2:13:39[applaus]
- 2:13:41Wer glaubt, politische Macht durch
- 2:13:43Resolutionen, Gerichtsurteile und
- 2:13:45moralische Ermahnungen ersetzen zu
- 2:13:48können, der verwechselt Wunschdenken mit
- 2:13:51Tatsachen.
- 2:13:54Seit Jahren überziehen die
- 2:13:56Bundesregierung und die übrigen
- 2:13:57Fraktionen dieses Hauses die Machthaber
- 2:14:00dieser Welt mit Erklärungen, Appellen
- 2:14:02und Verurteilungen.
- 2:14:04Man könnte meinen, sie wollten die
- 2:14:06Despoten dieser Welt oder die, die sie
- 2:14:08für Despoten halten, regelrecht tot
- 2:14:11beten.
- 2:14:13Es wäre wunderbar, wenn Vladimir Putin
- 2:14:15auf einen Zuruf aus Berlin seine Truppen
- 2:14:18zurückzüge oder wenn ein Gewaltherrscher
- 2:14:20in Afrika schweißgebadet aufwachte und
- 2:14:23von seinen Verbrechen abließe, weil
- 2:14:25Richter in Den Haag ihn möglicherweise
- 2:14:27irgendwann mal wegen Völkermordes
- 2:14:29verurteilen könnten.
- 2:14:31Aber irgendwann müssen wir doch
- 2:14:33verstanden haben, dass die Welt so nicht
- 2:14:36funktioniert. Woche für Woche werden wir
- 2:14:38von der Bundesregierung über den
- 2:14:40entsetzlichen Krieg und das furchtbare
- 2:14:42Leid im Sudan informiert. Die Art und
- 2:14:46Weise, wie wir Außenpolitik betreiben,
- 2:14:48scheint diesem Leid eben gerade kein
- 2:14:50Ende setzen zu können.
- 2:14:53Ein Herrscher, der bereit ist, tausende
- 2:14:54Menschen leben für seine Macht zu
- 2:14:56opfern, wird bestimmt nicht ausgerechnet
- 2:14:58durch unsere moralische Empörung zum
- 2:15:00Einlenken gebracht.
- 2:15:04Er wird sein Verhalten nur dann ändern,
- 2:15:07wenn sich die Machtverhältnisse
- 2:15:08verändern, die Kosten seines Handelns
- 2:15:11steigen oder eine Verständigung seinen
- 2:15:14Interessen besser dient.
- 2:15:17Das ist keine Rechtfertigung seines
- 2:15:19Handelns, aber es zu erkennen ist die
- 2:15:22Voraussetzung dafür, es wirksam
- 2:15:24beeinflussen zu können.
- 2:15:27Frau Kollegin,
- 2:15:28es gibt eine Zwischenfrage
- 2:15:31aus der
- 2:15:32von
- 2:15:33SPD Fraktion.
- 2:15:35Herr Stegner,
- 2:15:36sehr gern.
- 2:15:43Frau Abgeordnete, Sie haben davon
- 2:15:45gesprochen, dass es unrealistisch sei
- 2:15:47und dass es was mit moralischen Appellen
- 2:15:48zu tun habe, sich dafür einzusetzen,
- 2:15:51dass Menschen zur Verurte zur
- 2:15:54Verantwortung gezogen werden, wenn sie
- 2:15:55für Mord, wenn sie für Kindesentführung,
- 2:15:57wenn sie Vergewaltigung, wenn sie für
- 2:15:58Zerstörung äh von ziviler Infrastruktur
- 2:16:02verantwortlich sind. Ich würde gerne mal
- 2:16:03von Ihnen wissen, wie Sie denn glauben,
- 2:16:05dass mit solchen Menschen umgegangen
- 2:16:07werden soll und ob es nicht richtig ist,
- 2:16:09dass internationale Institutionen sich
- 2:16:10darum bemühen, dass solche Straftaten,
- 2:16:13dass solche Gewaltverbrechen, dass
- 2:16:14solche Verbrechen gegen die
- 2:16:15Menschlichkeiten verfolgt werden. Was
- 2:16:17sollte denn eigentlich die Lehre daraus
- 2:16:18sein, wenn man das nicht mehr tut? Was
- 2:16:20ist eigentlich ihre Werte Vorstellung?
- 2:16:21Oder ist die Sympathie für Autokraten
- 2:16:23geht, die soweit zu sagen, dass man es
- 2:16:25auch zulässt und dass es unverfolgt
- 2:16:27bleiben soll, wenn man für all dieses
- 2:16:29Verantwortlich ist, was in der Welt an
- 2:16:31Leid sehen? Was nützt es, wenn sie hier
- 2:16:32reden gegen menschliches Leid halten,
- 2:16:34aber jede Konsequenz dagegen ablehnen.
- 2:16:36Herr Stegner, ich bin mit
- 2:16:38[applaus][jubel] Ihnen und auch mit den
- 2:16:39Kollegen, die vor mir gesprochen haben,
- 2:16:40einer meinung, ich glaube, wir sind, wir
- 2:16:41wollen alle Frieden, wir wollen alle
- 2:16:43Leid beenden, aber wir sehen auch und
- 2:16:45ich habe die Debatten über den Sudan und
- 2:16:47ich auch die wöchentlichen
- 2:16:48Ausschusssitzung, wenn über den Sudan
- 2:16:50berichtet wird oder über anderes Leid in
- 2:16:51anderen Teilen der Welt geht mir das
- 2:16:53sehr nahe und es ist meine Überzeugung
- 2:16:56und wir hab wir können es beobachten.
- 2:16:58Wir können beobachten, dass das, was wir
- 2:16:59seit Jahren versuchen, seit Jahrzehnten
- 2:17:01probieren, dass das einfach nicht
- 2:17:03ausreicht. Wir schaffen es nicht. Wir
- 2:17:05die wir erzielen nicht die Wirkung,
- 2:17:07diese Kriege zu beenden und das Leid zu
- 2:17:10beenden. Und das ist einfach eine
- 2:17:12Tatsache. Das können Sie, da muss man
- 2:17:13keinen Autokraten mögen. Sie müssen mir
- 2:17:15nicht unterstellen, ich hätte Sympathie
- 2:17:17für Autokraten. Das habe ich mit
- 2:17:18Sicherheit nicht. Alles was ich sage,
- 2:17:20worauf ich hinweise ist, dass das was
- 2:17:21wir machen seit Jahrzehnten nicht dazu
- 2:17:24führt, dass wir menschliches Leid,
- 2:17:26entsetzliches menschliches Leid, dass
- 2:17:28wir uns wöchentlich anhören müssen, dass
- 2:17:31wir das damit beenden können.
- 2:17:34[applaus]
- 2:17:38Meine Damen und Herren, der
- 2:17:40internationale Strafgerichtshof
- 2:17:42offenbart den Widerspruch zwischen dem
- 2:17:44Anspruch einer uns angenehmen
- 2:17:47überstaatlichen Rechtsordnung und der
- 2:17:49Wirklichkeit souveräner Staaten. Er kann
- 2:17:52Haftbefehle ausstellen, aber er besitzt
- 2:17:54keine eigene Polizei, keine eigene
- 2:17:57Vollstreckungsgewalt und keine Macht,
- 2:17:59die mächtigsten Staaten der Welt zur
- 2:18:02Zusammenarbeit zu zwingen. Er ist eben
- 2:18:05auf jene Staaten angewiesen, deren
- 2:18:07Souveränität seine Befürworter so
- 2:18:09bereitwillig begrenzen möchten. Die
- 2:18:12Vereinigten Staaten, China, Russland,
- 2:18:14Indien, Israel und die Türkei sind keine
- 2:18:16Vertragsparteien des römischen Statuts,
- 2:18:19also der des römischen Statuts, der
- 2:18:22Vertragsgrundlage des internationalen
- 2:18:23Strafgerichtshof. Drei der fünf
- 2:18:26ständigen Mitglieder der des UNS
- 2:18:27Sicherheitsrats gehören dem Gerichtshof
- 2:18:29also gar nicht an. Diese Staaten haben
- 2:18:32höchst unterschiedliche politische
- 2:18:34Systeme und Interessen, aber eines
- 2:18:35verbindet sie. Und zwar wollen sie nicht
- 2:18:38sich einer supranationalen Organisation
- 2:18:40unterwerfen, sondern im Falle von
- 2:18:42Verfehlungen selbst über ihre politische
- 2:18:45und militärische Führung richten.
- 2:18:49Der Faktor Macht jedenfalls verschwindet
- 2:18:52nicht, weil man ihn für unerwünscht
- 2:18:54erklärt. und eine Rechtsordnung,
- 2:18:57deren Durchsetzung von der Bereitschaft
- 2:18:59der Mächtigen abhängt, geht vielleicht
- 2:19:01einem Bedürfnis von Bequemlichkeit nach,
- 2:19:04hat aber die Machtfrage nicht
- 2:19:06überwunden.
- 2:19:08Damit bleibt es wie es ist.
- 2:19:09Durchsetzungsfähigkeit kann man nicht
- 2:19:11mit infantilem Fuß aufstampfen,
- 2:19:13ertrotzen, sondern nur mit Klugheit,
- 2:19:15Verhandlungsgeschick und vor allem
- 2:19:18Leistungsfähigkeit erreichen.
- 2:19:21Verantwortliche Politik muss nach der
- 2:19:23Wirkung fragen. Ich hatte das Herrn
- 2:19:25Stegner gerade erläutert und da noch und
- 2:19:27danach, ob sie Verbrechen, Krieg und
- 2:19:30Leid verhindert in der Ukraine, im Sudan
- 2:19:33und anderswo.
- 2:19:35Bewis, ein Strafgericht dient zunächst
- 2:19:37der Ahnung begangener Verbrechen. Doch
- 2:19:39gerade deshalb darf man es nicht zum
- 2:19:42Ersatz wirksamer Friedenspolitik
- 2:19:44erheben. Ein Haftbefehl ist keine
- 2:19:46Friedensordnung und ein Urteil ist keine
- 2:19:50diplomatische Lösung.
- 2:19:52Wer beispielsweise den Krieg in der
- 2:19:55Ukraine beenden will, muss Russland als
- 2:19:57militärischen Machtfaktor ernst nehmen,
- 2:19:59ohne seinen Angriff zu rechtfertigen.
- 2:20:01Und er muss ebenso die Interessen und
- 2:20:03Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine
- 2:20:05berücksichtigen. Er muss mit beiden
- 2:20:06Seiten sprechen und nach Bedingungen für
- 2:20:08einen dauerhaften Frieden suchen. Das
- 2:20:10ist zwar mühsamer als Schuldzuweisungen
- 2:20:13zu formulieren, aber Diplomatie ist eben
- 2:20:16nicht die Kunst recht zu behalten,
- 2:20:18sondern sie ist die Kunst unter den
- 2:20:19gegebenen Verhältnissen das Mögliche zu
- 2:20:22erreichen.
- 2:20:24Und das erfordert die Fähigkeit, den
- 2:20:27anderen in seiner Andersartigkeit zu
- 2:20:30verstehen, eigene Eitelkeiten
- 2:20:32zurückzustellen und gegensätzliche
- 2:20:34Auffassungen auszuhalten. Es reicht
- 2:20:36nicht, ein Positionspapier mit den
- 2:20:38eigenen Anschauungen auf den Tisch zu
- 2:20:39legen, ohne sich die Positionen des
- 2:20:41anderen wenigstens einmal anzuhören. Das
- 2:20:44wäre keine Schwäche, das zu tun, sich
- 2:20:47die anderen Positionen anzuhören,
- 2:20:49sondern politische und nicht zuletzt
- 2:20:51auch menschliche Reife.
- 2:20:54[applaus]
- 2:20:55Meine Damen und Herren,
- 2:20:57die Vereinten Nationen bedürfen einer
- 2:20:59grundlegenden Reform und da Frau
- 2:21:00Klöckner heute hinter mir sitzt, wird
- 2:21:02sie Ach, Frau Lindholz ist jetzt da,
- 2:21:05wird mir wahrscheinlich aber auch jetzt
- 2:21:06nach 8 Sekunden das Wort entziehen. Das
- 2:21:08Wichtigste habe ich gesagt. Ich danke
- 2:21:10Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und ich
- 2:21:12wünsche mir sehr, dass wir einen Weg
- 2:21:13finden tatsächlich Leid in der Welt und
- 2:21:16wir haben zu viel davon in Belde zu
- 2:21:18beenden. Vielen Dank. [applaus]
- 2:21:26Wir hatten ein technisches Problem,
- 2:21:28deswegen habe ich das auch durchlaufen
- 2:21:30lassen, weil wir es neu starten mussten
- 2:21:32und da haben ihm haben Ihnen einige
- 2:21:34Sekunden gefehlt, die Sie jetzt aber
- 2:21:37auch natürlich bekommen haben. So, was
- 2:21:39passiert?
- 2:21:47Geschäftsordnungsantrag.
- 2:21:49Ja.
- 2:21:50Okay,
- 2:21:54sehr geehrte Frau Präsidentin, wir haben
- 2:21:56jetzt mehrfach äh angemerkt, bilateral
- 2:21:59auch mit Frau Präsidentin Klöckner, das
- 2:22:03vereinbart ist zwischen den Fraktionen
- 2:22:05ähm auch auf ausdrücklichen Wunsch im
- 2:22:08Ältesten Rat, dass mindestens zwei
- 2:22:10Minister anwesend sind.
- 2:22:13Die äh äh Fraktion der Union hat
- 2:22:17zugesagt, äh dass Sie das sicherstellen.
- 2:22:20Das versuchen wir schon seit Beginn der
- 2:22:22Debatte. Kanzleramt ist jetzt vertreten,
- 2:22:25aber nach wie vor
- 2:22:27stellen wir fest, dass in dieser
- 2:22:29wichtigen Debatte die ähm
- 2:22:32Bundesregierung
- 2:22:33dem Parlament nicht die angemessene
- 2:22:36Würde erteilt? Deswegen möchten wir
- 2:22:38bitten, Herr Wadefu ist entschuldigt,
- 2:22:40dass die zuständige Ministerin Hubig
- 2:22:42kommt und damit ist das jetzt
- 2:22:43sichergestellt.
- 2:22:46[applaus]
- 2:22:47Vielleicht ähm
- 2:22:50nehmen wir aber trotzdem zur Kenntnis,
- 2:22:51dass die Regierungsbank mit sehr vielen
- 2:22:53Staatssekretären vertreten ist, dass der
- 2:22:56Zuständ, dass der Minister Wadefu
- 2:22:58beispielsweise im Haushaltsausschuss
- 2:22:59ist, dass wir den Sportminister hier
- 2:23:01haben und jetzt begrüßen wir auch die
- 2:23:03Justizministerin
- 2:23:05wieder zurück. Ich bin ja auch gerade
- 2:23:07erst gekommen, deswegen wusste ich gar
- 2:23:08nicht, wer in den letzten 60 Minuten
- 2:23:10oder eineinhalb Stunden hier war. So,
- 2:23:11damit haben wir jetzt das Thema erledigt
- 2:23:13und kommen dann jetzt weiter in der
- 2:23:15Debatte zu dem Punkt ähm der nächsten
- 2:23:18Rednerin und das ist für die SPD
- 2:23:20Fraktion Gabriella Heinrich.
- 2:23:22[applaus]
- 2:23:31Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 2:23:34Kolleginnen und Kollegen,
- 2:23:36stellen Sie sich vor, vor einem Tag auf
- 2:23:38den anderen funktionieren ihre
- 2:23:40Kreditkarten nicht mehr. Ihre Bank
- 2:23:42verweigert Überweisung und ihre
- 2:23:44Krankenversicherung erstattet Ihnen
- 2:23:46keine Behandlungskosten mehr. Mit
- 2:23:48solchen Problemen musste plötzlich die
- 2:23:50kanadische Richterin Kimberly Prost
- 2:23:53umgehen. Sie war wegen ihrer Tätigkeit
- 2:23:55beim internationalen Strafgerichtshof
- 2:23:58auf der Sanktionsliste der USA gelandet.
- 2:24:02Diese Sanktionen richten sich nicht
- 2:24:05gegen Kriegsverbrecher.
- 2:24:07Sanktioniert sind Menschen, die solche
- 2:24:09Verbrechen aufklären und die
- 2:24:11Verantwortlichen zur Rechenschaftschaft
- 2:24:13ziehen. Mittlerweile treffen die
- 2:24:16Sanktionen nicht mehr nur einzelne
- 2:24:18Richterinnen und Richter, sondern den
- 2:24:20gesamten Gerichtshof. Das ist ein
- 2:24:22ungeheuerlicher Angriff auf die
- 2:24:25internationale Strafjustiz.
- 2:24:28[applaus]
- 2:24:29Wir müssen
- 2:24:31die Amtsträger und Mitarbeitenden des
- 2:24:33Gerichtshofs als konkret dabei
- 2:24:35unterstützen, ihre Arbeit fortsetzen zu
- 2:24:38können. Die Bundesregierung muss sich
- 2:24:41dafür einsetzen, dass der internationale
- 2:24:44Strafgerichtshof das Europäische
- 2:24:47Zentralbanksystem
- 2:24:49nutzen kann. Denkbar und möglich sind
- 2:24:52Ken bei einer nationalen europäischen
- 2:24:55Zentralbank, z.B. bei der Bundesbank.
- 2:25:00Es geht aber nicht alleine um den
- 2:25:02internationalen Strafgerichtshof heute.
- 2:25:06Das Völkerraftsrecht insgesamt steht
- 2:25:08unter Druck. Wir müssen es verteidigen,
- 2:25:10widerstandsfähiger machen, strukturellen
- 2:25:13Schwachsinn überwinden und seine
- 2:25:15Errungenschaften dauerhaft absichern.
- 2:25:18Das schlagen wir in unserem Antrag vor.
- 2:25:21Es geht darum, die Vereinten Nation, vor
- 2:25:23allem den Sicherheitsrat, durch
- 2:25:25grundlegende Reformen zu stärken und
- 2:25:28handlungsfähiger zu machen. Es geht
- 2:25:30darum, Lücken bei der Strafverfolgung
- 2:25:33von Angriffskriegen zu schließen. Die
- 2:25:35Verantwortlichen müssen auch
- 2:25:37international zur Rechenschaft gezogen
- 2:25:39werden, ohne dass wir erst den Umweg
- 2:25:42über Sondertribunale eben müssen, wie
- 2:25:44jetzt gerade im Fall des russischen
- 2:25:46Angriffs auf die Ukraine.
- 2:25:49Und es muss auch darum gehen, die
- 2:25:51strafrechtliche Verfolgung
- 2:25:53sexualisierter Gewalt in bewaffneten
- 2:25:56Konflikten gerade auch im Sudan weiter
- 2:26:00zu stärken. Denn obwohl solche
- 2:26:03Verbrechen systematisch als Kriegswaffe
- 2:26:06eingesetzt werden und völkerrechtlich
- 2:26:08strafbar sind, hat der internationale
- 2:26:11Strafgerichtshof seit seiner Gründung
- 2:26:13erst in wenigen Fällen rechtskräftige
- 2:26:16Verurteilung aussprechen können. Wir
- 2:26:19brauchen hier Ansätze, um die gezielten
- 2:26:21Gewaltstrategien hinter einzelnen Taten
- 2:26:24zu erkennen. Eins möchte ich betonen,
- 2:26:27wir sprechen so oft darüber, dass das
- 2:26:30Völkerrecht, was es nicht leisten kann.
- 2:26:33Darüber vergessen wir manchmal, was für
- 2:26:36eine ungeheure zivilisatorische
- 2:26:39Errungenschaft es überhaupt ist. Der
- 2:26:41Kollege Meer hat es bereits gesagt.
- 2:26:44Unsere Aufgabe ist es, das globale
- 2:26:47Regelsystem zu bewahren, es zu
- 2:26:50verteidigen und es weiter zu entwickeln.
- 2:26:53Professor Christoph Saferen, den ich als
- 2:26:55Völkerrechtsexperten sehr schätze, hat
- 2:26:58es treffend beschrieben. Das Völkerrecht
- 2:27:01ist behebig, aber auch geduldig und
- 2:27:04beharlich, auch wenn gerade Kriegs und
- 2:27:07Menschheits Menschlichkeitsverbrechen
- 2:27:09die politische Agenda beherrschen, das
- 2:27:12Völkerrecht ist da. Es ist gültig und
- 2:27:16wird am Ende dem Recht und der
- 2:27:18Gerechtigkeit Geltung verschaffen. Wir
- 2:27:21werden dabei mitmachen. [applaus]
- 2:27:24Vielen Dank.
- 2:27:28Der nächste Redner dieser Debatte ist
- 2:27:30Boris Miatowits für die Fraktion Bündnis
- 2:27:3290 die Grünen. [applaus]
- 2:27:38Vielen Dank, Frau Präsidentin, liebe
- 2:27:39Kolleginnen und Kollegen. Es ist ein
- 2:27:41wichtiges Thema und wir sind uns im
- 2:27:43Hause allamt einig, wenn wir von rechts
- 2:27:46außen mal absehen. Es ist eine
- 2:27:48Grundüberzeugung unserer Geschichte und
- 2:27:51eine der wichtigsten Errungenschaften,
- 2:27:53ja, in der Geschichte der Menschheit,
- 2:27:55dass wir den internationalen
- 2:27:56Strafgerichtshof haben und unsere
- 2:27:58Überzeugung ist, dass diese Institution
- 2:28:01zu schützen ist und schwerste
- 2:28:03Verbrechen, schwerste
- 2:28:04Völkerrechtsverbrechen nicht straflos
- 2:28:07bleiben. Diese Überzeugung, meine Damen
- 2:28:09und Herren, ist an Erkenntnis einfach.
- 2:28:12Es ist also kein Problem des
- 2:28:14Erkenntnisgewinns oder Erkenntnis zu
- 2:28:16erhalten. Es ist ein Problem der
- 2:28:18Handlung. Und hier ist eben unsere
- 2:28:22Auffassung und deswegen bin ich meiner
- 2:28:24Kollegin und Fraktionsvorsitz Katharina
- 2:28:26Dröge so dankbar, die die Mittterms nach
- 2:28:28vorne gestellt hat, dass die USA diese
- 2:28:31schäbigen Sanktionen zurücknehmen. Diese
- 2:28:33Institution muss arbeiten können.
- 2:28:36[applaus]
- 2:28:38Und meine Damen und Herren, lassen Sie
- 2:28:39mich an der Stelle ein ausdrücklichen
- 2:28:41Dank an 900 Menschen in den Hak
- 2:28:44ausrichten, aussenden hier aus diesem
- 2:28:46Hause.
- 2:28:48Wir sind Ihnen und ihrem Einsatz für
- 2:28:50diese Arbeit sehr sehr dankbar, denn sie
- 2:28:53sind erfolgreich. Herr Elhischri aus
- 2:28:56Lübien erfährt das gerade. Herr Duterte
- 2:28:58aus Philippinen, erfährt das gerade. Und
- 2:29:01dass das Völkerstrafrecht nicht
- 2:29:03erfolgreich war, wie Frau Ratterd hier
- 2:29:05vorne gerade gesagt hat, ist eine mehr.
- 2:29:07Herr Mads kann davon berichten und viele
- 2:29:09andere mehr. Das ist einfach zu dünn,
- 2:29:11was Sie hier vortragen.
- 2:29:14Aber trotz des enormen politischen
- 2:29:15Drucks kämpfen wir weiter für die
- 2:29:17Aufklärung schwerst der Verbrechen und
- 2:29:19vor allen Dingen auch für die Rechte der
- 2:29:21Opfer. Meine Damen und Herren, wenn den
- 2:29:23Hak eine Ermittlung aufgenommen wird,
- 2:29:25interessiert das hier vielleicht nicht
- 2:29:27so viele Ministerinnen und Minister,
- 2:29:29aber im Sudan, in vielen Orten dieser
- 2:29:31Welt wird es verfolgt und deswegen ist
- 2:29:34es so eine Stärke dieser Institution,
- 2:29:36das für Sie brauchen. Und lassen Sie
- 2:29:38mich meine letzte Minute darauf
- 2:29:39verwenden, weil Herr Rötkin scheinbar
- 2:29:41meinen Antrag, der seit drei Wochen
- 2:29:43vorliegt, nicht gut genug gelesen hat.
- 2:29:45Wir machen sehr klare Forderungen, Herr
- 2:29:47Röttin, was die Bundesregierung tun
- 2:29:49kann. Von Ihnen kam dazu kein Wort. Wir
- 2:29:52wollen den Zahlungsverkehr sichern. Wir
- 2:29:54wollen die EU-Blockingverordnung
- 2:29:56erweitern. Wir wollen, dass die 900
- 2:29:58Menschen am Gericht geschützt werden
- 2:30:00hier durch die Bundesregierung. Tun Sie
- 2:30:02mir den Gefallen. Handeln Sie nicht nur
- 2:30:04technisch, sondern machen Sie einen
- 2:30:05politischen Auftritt, dass wir diese
- 2:30:08Institution wollen und schützen wollen.
- 2:30:10Nutzen Sie, lachen Sie bitte nicht,
- 2:30:11nutzen Sie ihre transatlantischen
- 2:30:13Kontakte doch mal für eine gute Sache an
- 2:30:15der Stelle.
- 2:30:17Und meine Damen und Herren, wichtig ist
- 2:30:19auch, dass wir in der Europäischen Union
- 2:30:22uns doch einig sind. 27 Mitgliedstaaten
- 2:30:25der Europäischen Union sind Mitglied in
- 2:30:27dieser supranationalen Organisation im
- 2:30:29internationalen Strafgerichtssuch. Und
- 2:30:32deswegen ist es eine europäische
- 2:30:34Aufgabe, dieses Gericht zu stützen und
- 2:30:36zu stärken. Und deswegen ist es auch so
- 2:30:39wichtig, dass wir in Europa uns
- 2:30:40gemeinsam aufstellen. Ich würde mich
- 2:30:42freuen, wenn wir da mehr Aufmerksamkeit
- 2:30:44reinlegen. Vielen Dank für Ihre
- 2:30:46Aufmerksamkeit.
- 2:30:48[applaus]
- 2:30:48Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 2:30:50Luca Hos für die Fraktion Die Linke.
- 2:30:53[applaus]
- 2:31:07Geehrte Frau Präsidentin, Abgeordnete,
- 2:31:10letzte Woche war ich mit Abgeordneten
- 2:31:12des Rechtsausschusses in Den Haag.
- 2:31:14Selten habe ich so inspirierende
- 2:31:16Juristinnen getroffen wie beim
- 2:31:17internationalen Strafgerichtshof. All
- 2:31:19den persönlichen Einschränkungen
- 2:31:21zumtrotz, sie sind bereit zu kämpfen.
- 2:31:25Die Beschäftigten, [applaus]
- 2:31:26die lassen sich von den US-Sanktionen
- 2:31:28nicht einschüchtern. Der Gerichtshof
- 2:31:30rückt zusammen. Er wehrt sich nicht nur,
- 2:31:32er will gestärkt aus diesem Kampf gehen.
- 2:31:35Es ist die Aufgabe dieser
- 2:31:36Bundesregierung, die, die sich dem
- 2:31:38großen Ganzen verschreiben und selbst
- 2:31:40tiefgreifende Einschnitte erleben
- 2:31:41müssen, in vollem Umfang zu
- 2:31:43unterstützen.
- 2:31:45[applaus] Deshalb
- 2:31:47schließen Sie [jubel] sich der
- 2:31:48Initiative Spaniens an, die
- 2:31:49US-Sanktionen in die EU-
- 2:31:51Blockingverordnung aufzunehmen.
- 2:31:52Undtergreifen Sie alle Möglichkeiten,
- 2:31:54damit der ISGH funktionsfähig bleibt.
- 2:31:57Doch ihr Antrag und ihre
- 2:31:58Pressestatements, sie wirken, als hätten
- 2:32:00sie ein schlechtes Gewissen. Ich sage
- 2:32:03berechtigt. In der Zeit, in der ISTGH
- 2:32:05den schlimmsten Angriffen ausgesetzt
- 2:32:07ist, schafft es Deutschland nicht,
- 2:32:08Richterinnen nach den Hag zu senden. Und
- 2:32:11diese Bundesregierung, sie gräbt ganz
- 2:32:13aktiv am Vertrauen in die internationale
- 2:32:15Rechtsordnung. Wer sich nicht konsequent
- 2:32:17hinter das Völkerrecht stellt, vor allem
- 2:32:19dann, wenn seine Verbündeten es brechen,
- 2:32:21wer Haftbefehle in Zweifel zieht, der
- 2:32:23macht sich nicht nur unglaubwürdig, der
- 2:32:25macht sich zum Erfüllungsgehilfen
- 2:32:26Trumps, Putins und der AfD das Recht des
- 2:32:28Stärkeren durchzusetzen. Und das dürfen
- 2:32:30wir niemals akzeptieren. [applaus]
- 2:32:35Der Kampf für den ISTGH ist ein Kampf
- 2:32:38gegen Straflosigkeit in der Welt.
- 2:32:39Deutschland trägt eine historische
- 2:32:41Verantwortung dafür. Der General
- 2:32:43Bundesanmalt ermittelt wegen Verbrechen
- 2:32:45gegen die Menschlichkeit und
- 2:32:46Kriegsverbrechen in Syrien und in der
- 2:32:48Ukraine. Gut so. Im September hat
- 2:32:50Amnesty einen Bericht vorgestellt. Die
- 2:32:52mörderische Niederschlagung der Frau
- 2:32:54Lebenfreiheitrevolution in Iran bleibt
- 2:32:56bisher völlig straflos. Sorgen Sie
- 2:32:58dafür, dass der Fall dem ISGH vorgelegt
- 2:33:01wird oder ermitteln Sie endlich selbst
- 2:33:03gegen das iranische Regime?
- 2:33:06[applaus]
- 2:33:10Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 2:33:12Karl Philip Sassenrat für die
- 2:33:14Unionsfraktion.
- 2:33:15[applaus]
- 2:33:22Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 2:33:24Kollegen, meine Damen und Herren, um
- 2:33:25zunächst bei ihrer Interpretation des
- 2:33:27Tagesordnungspunkts zu bleiben, Frau
- 2:33:29Kollegin Dröge, wenn die falschen
- 2:33:32gewinnen, dann ist die US-Demokratie
- 2:33:34kaputt und wenn die richtigen gewinnen,
- 2:33:36dann ist alles okay. So hört sich das
- 2:33:39bisweilen bei Ihnen an, meine Damen und
- 2:33:41Herren. Und so funktioniert das mit der
- 2:33:43Demokratie eben nicht bei allen
- 2:33:45politischen Herausforderungen,
- 2:33:48die die US-Demokratie hat und bei allen
- 2:33:50politischen Herausforderungen, die wir
- 2:33:52mit den USA haben und es werden gerade
- 2:33:54eher mehr, speziell bei dem Thema, dass
- 2:33:56wir heute diskutieren, die USDokratie
- 2:34:00lebt nicht immer so, wie uns das
- 2:34:02gefällt, aber sie lebt und das verändert
- 2:34:05auch die Ausgangsposition bei unserem
- 2:34:07Thema. Ich komme darauf gleich noch
- 2:34:09einmal zurück.
- 2:34:11Was in den USA passiert ist, braucht
- 2:34:13aber dann auch eine differenziertere
- 2:34:15Betrachtung. Die Amerikaner
- 2:34:17haben nicht wegen der Außenpolitik
- 2:34:19gewählt, Frau Kollegin Drüge, sondern
- 2:34:21wegen ihrer heimischen Konsequenzen
- 2:34:24dieser Außenpolitik.
- 2:34:26Und wenn man die richtigen Lehren aus
- 2:34:27dieser Wahl zielen wollen, dann ist es
- 2:34:29die Rückkehr ja die Rache des
- 2:34:32materiellen in der Politik, die
- 2:34:34Lebenshaltungskosten und Frau Kollegin
- 2:34:36Dröge, wenn Sie schon Lehren aus der
- 2:34:38US-Wahl ziehen sollen und wollen, dann
- 2:34:41eben auch diese wählen. Die
- 2:34:43Lebenshaltungskosten als großes Thema
- 2:34:45und eine grüne Politik, die in vielen
- 2:34:47Bereichen eher die Preise und die Kosten
- 2:34:49treibt, ist dann gerade keine Lösung und
- 2:34:51nicht die richtige Lehre. sind
- 2:34:54zurechtend. [applaus]
- 2:34:56Die Leitfrage dieser Debatte ist doch
- 2:34:59um zum Thema ihrer Anräge zu kommen. Die
- 2:35:02Leitfrage dieser Debatte ist doch,
- 2:35:04glauben wir noch, die Welt besser machen
- 2:35:07zu können, auch durch und mit dem
- 2:35:09Völkerrecht, mit Vereinbarung zwischen
- 2:35:12Staaten, die Berechenbarkeit und
- 2:35:14Verantwortlichkeit schaffen. Und ja,
- 2:35:16gerade fühlt es sich so an, dass wir
- 2:35:19eher verh Verschlechterung verhindern
- 2:35:21müssen, dass wir überwintern müssen. Und
- 2:35:24wenn der US-amerikanische Außenminister
- 2:35:27offen zugibt, den internationalen
- 2:35:29Gerichtshof Brick bei Brick Stein für
- 2:35:33Stein deinstallieren zu wollen, dann
- 2:35:35müssen und dann werden wir uns dagegen
- 2:35:38stellen. Das ist für uns eine Frage der
- 2:35:40grundsätzlichen Prinzipien in der
- 2:35:42Völkerrechtspolitik.
- 2:35:45Unsere Völkerrechtspolitik funktioniert
- 2:35:47nicht, macht Durchrecht. Diese Lehre
- 2:35:52müssten wir gezogen haben, sondern sie
- 2:35:54funktioniert eben nur Macht zusammen mit
- 2:35:57Recht. Ohne Macht und ohne Verbündete
- 2:36:00haben wir keine Chance. Und wenn Frau
- 2:36:02Kollegin Drüge sie den Kanzler
- 2:36:04kritisieren hier, er würde nicht für
- 2:36:06Bündnisse sorgen, dann darf ich Ihnen
- 2:36:07entgegenhalten. In der vergangenen Woche
- 2:36:09war der Bundeskanzler in Asien
- 2:36:11unterwegs. Wir haben in diesem Hause
- 2:36:14Investitionsschutzabkommen
- 2:36:15und Handelsabkommen ratifiziert und
- 2:36:17abgeschlossen, die Sie in Ihrer
- 2:36:19Wahlperiode nicht hingekriegt haben. ist
- 2:36:22proaktive Völkerrechts und
- 2:36:24Bündnispolitik
- 2:36:26[applaus]
- 2:36:29und ja,
- 2:36:31dann müssen wir auch eine kohente Linie
- 2:36:34an den Tag legen. Regeln gelten für alle
- 2:36:37und immer. Und liebe Kolleginnen auf
- 2:36:40dieser Seite des Hauses, wenn Sie
- 2:36:42einfordern, dass Völkerrecht gegenüber
- 2:36:44allen angebracht werden muss, dann hätte
- 2:36:46ich mir an dieser Stelle auch eine
- 2:36:48Aussage zu den täglichen
- 2:36:50Völkerrechtsverbrechen
- 2:36:51des russischen Aggressors in der Ukraine
- 2:36:54gewünscht.
- 2:36:55[applaus]
- 2:36:59Und ja, es geht im Völkerrecht
- 2:37:02nicht um Moral. Moral spielt eine Rolle
- 2:37:04als Quelle bei der Entstehung des
- 2:37:06Völkerrechts
- 2:37:07und dabei ist es wichtig und da kommen
- 2:37:10in diesem Hause ganz unterschiedliche
- 2:37:12Konzeptionen
- 2:37:14zutage. Auf der in der politischen Mitte
- 2:37:16des Hauses glauben wir daran, die Lehren
- 2:37:19aus der Geschichte gezogen zu haben.
- 2:37:21Deswegen unsere internationale
- 2:37:23Unterstützung für den internationalen
- 2:37:24Strafgerichtshof und auf Ihrer Seite des
- 2:37:27Hauses, das haben Sie klar gemacht, Sie
- 2:37:29stehen auf der Seite der Autokarten, wir
- 2:37:30stehen auf der Seite des Rechts und
- 2:37:32deswegen werden wir uns weiter für den
- 2:37:33internationalen Strafgerichtshof
- 2:37:35einsetzen. Vielen Dank. [applaus]
- 2:37:39Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 2:37:42für die SPD Fraktion Matchet Karamoklu.
- 2:37:46Jetzt hoffe ich, dass ich es richtig
- 2:37:48ausgesprochen habe.
- 2:37:50[applaus]
- 2:37:53Kolleginnen und Kollegen, stellen Sie
- 2:37:55sich vor, Sie leben in einer
- 2:37:56Einfamilienhausssiedlung.
- 2:37:58Stellen Sie sich weiter vor, es gibt
- 2:37:59keine Polizei, keine Staatsanwälte und
- 2:38:01keine Gerichte. Nun behauptet der
- 2:38:04Nachbar ihres unmittelbaren Nachbarn,
- 2:38:07ein Teil von dessen Grundstück stehe ihm
- 2:38:09eigentlich zu. Eines Nachts reißt er den
- 2:38:12Zaun ein, tötet den Familienhund, eignet
- 2:38:15sich den beanspruchten Teil einfach an.
- 2:38:18Einige Jahre später erklärt er,
- 2:38:20eigentlich stehe ihm das gesamte
- 2:38:21Grundstück zu. Er überfällt den Nachbarn
- 2:38:24erneut, bringt eines seine Kinder um und
- 2:38:27verbreit vertreibigt die verbleibende
- 2:38:28Familie aus ihrem Haus. Plötzlich lebt
- 2:38:31dieser völlig unberechenbare Mörder
- 2:38:34unmittelbar an ihr Grundstück
- 2:38:36angrenzend. Nun beginnt er auch ihnen zu
- 2:38:38drohen und macht ihnen Vorschriften. Er
- 2:38:40verlangt z.B., dass sie einen Baum
- 2:38:43fallen, den ihr Vater vor 77 Jahren
- 2:38:45angepflanzt hat, weil dieser
- 2:38:46Angebeinträchtigt.
- 2:38:49Sie wissen, wie ihr neue Nachbar dortin
- 2:38:51gekommen ist und sie wissen auch, was
- 2:38:54ihnen drohen könnte, wenn sie nicht
- 2:38:55Folge leisten. Genau das ist die Lage,
- 2:38:58in der wir uns befen. Wenn Russland die
- 2:39:01Ukraine überrennen würde, dann stünde
- 2:39:04ein Staat, der Grenzen mit Gewalt
- 2:39:07verschiebt, Menschen tötet und anderen
- 2:39:09Ländern ihre souveränen Entscheidungen
- 2:39:11absprechen will, unmittelbar an weiteren
- 2:39:14Grenzen der NATO sowie der Europäischen
- 2:39:16Union. Werrte Kolleginnen und Kollegen,
- 2:39:19[applaus]
- 2:39:20die AfD kümmert das beschriebene
- 2:39:23Szenario überhaupt nicht. Es ist ihr
- 2:39:25egal, dass der gewalttätige Mann seinen
- 2:39:28Nachbarn überfallen, dessen Kind getötet
- 2:39:30und die Familie vertrieben hat und bald
- 2:39:32an unser Grundstück stehen könnte. Das
- 2:39:36wirkt naiv, grob fahrlässig und
- 2:39:38hinterlässt einen ratlos. Wenn man z.B.
- 2:39:41Will den Recherchen von ZDF, Spiegel und
- 2:39:44Co. Aus dem Jahr 2019 folgt, wird daraus
- 2:39:47aber ein Schw. Russische
- 2:39:49Geheimdienstkreise stuften
- 2:39:51beispielsweise den heutigen
- 2:39:53außenpolitischen Sprecher der
- 2:39:55AfD-Faktion Marcus Fronmeier schon vor
- 2:39:58seiner Wahl als künftigen Abgeordneten
- 2:40:00ein, der absolut unter Kontrolle stehe.
- 2:40:03Die Frage, die sich längst stellt, ist,
- 2:40:06wie weit reicht Putins Einfluss auf die
- 2:40:09AfD? wie bereitwillig sie seine
- 2:40:11Interessen vertritt, ist jedenfalls kaum
- 2:40:14zu übersehen. Für uns hat dagegen der
- 2:40:16Schutz unserer eigenen Souveränität und
- 2:40:19der Souveränität anderer Staaten höchste
- 2:40:21Priorität. Und deshalb müssen wir zwei
- 2:40:24Ziele verfolgen. Erstens, wir müssen den
- 2:40:26überfallenen Nachbarn beistehen und
- 2:40:29dafür sorgen, dass der Angreifer von
- 2:40:31unseren Grenzen ferhalten wird. Wer die
- 2:40:34Ukraine ihrem Schicksal überlässt,
- 2:40:36schafft keinen Frieden. Er lässt die
- 2:40:38Gefahr nun näher an uns heranrücken. Und
- 2:40:40zweitens, wir müssen das
- 2:40:42Völkerstrafrecht und den internationalen
- 2:40:44Strafgerichtsof stärken, damit alle
- 2:40:47Kriegsverbrecher zu Verantwortung
- 2:40:49gezogen werden. Der internationale
- 2:40:51Strafgerichtshof ist eine der
- 2:40:53bedeutendsten zivilisatorischen
- 2:40:55Errungenschaften. Das wurde heute schon
- 2:40:57mehrmals unterstrichen. Es steht für den
- 2:40:59Anspruch, dass die Stärke des Recht das
- 2:41:01Recht des Stärkeren überwindet und
- 2:41:04niemand für schwerste Verbrechen
- 2:41:06straflos bleibt.
- 2:41:08[applaus] Wir stehen in der Pflicht gün
- 2:41:10künstigen Generationen eine bessere
- 2:41:12Weltordnung zu hinterlassen, in der das
- 2:41:14Völkerrecht mit dem internationalen
- 2:41:16Strafgerichtshof in Den Haag einen
- 2:41:18effektiven Schutzschild der
- 2:41:20Menschlichkeit erhält. Wir dürfen nicht
- 2:41:22zulassen, dass dieser geschwächt wird.
- 2:41:24Wer in der Ukraine in Gaza oder anderswo
- 2:41:28auf der Welt schwerster Verbrechen
- 2:41:29begeht oder solchen Tätern
- 2:41:31Straflosigkeit zusichern will und
- 2:41:33deshalb den internationalen
- 2:41:35Strafgerichtshof zerschlagen möchte,
- 2:41:37kann kein Freund Europas sein. Ganz
- 2:41:40gleich, ob er Putin, Trump oder sonst
- 2:41:43wie heißt. Vielen herzlichen Dank.
- 2:41:48[applaus]
- 2:41:50Und den Schluss in dieser Debatte macht
- 2:41:52für die Unionsfraktion Jürgen Hart.
- 2:41:56[applaus]
- 2:42:01Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 2:42:03Kollegen, zunächst möchte ich als
- 2:42:04letzter Redner an der Debatte der grünen
- 2:42:06Fraktion danken, dass wir heute hier die
- 2:42:08Gelegenheit zu hatten. Dass das ein
- 2:42:10wichtiges Thema ist, zeigt ja auch, dass
- 2:42:11die anderen Fraktionen sich entsprechend
- 2:42:13auch mit Anträgen beteiligt haben. Man
- 2:42:16muss nicht in der Nuance einer Meinung
- 2:42:18sein, aber klar ist, dass Völkerrecht,
- 2:42:20Völkerstrafrecht alle Dinge, die mit dem
- 2:42:23der regelbasierten internationalen
- 2:42:24Ordnung zusammenhängen, von essentieller
- 2:42:27Bedeutung für die Sicherheit, den
- 2:42:29Wohlstand Deutschlands und Europas und
- 2:42:32der Zukunft der Welt sind. Und deswegen
- 2:42:33ist es wichtig und richtig, dass wir uns
- 2:42:35in dieser Kernzeitdebatte heute damit
- 2:42:37befassen.
- 2:42:38[applaus]
- 2:42:42Blick auf äh den internationalen
- 2:42:45Strafgerichtshof möchte ich nur
- 2:42:46anmerken, wir haben heute die
- 2:42:48Gelegenheit gehabt, seitens der CDU CSU
- 2:42:50mit Oswaldo Savala Gila, zu sprechen.
- 2:42:53ist der Verwaltungschef, wenn man so
- 2:42:54will, Generaldirektor, Kanzler des
- 2:42:57internationalen Strafkriegshoffs und er
- 2:42:59hat uns konkret geschildert, welche
- 2:43:01Herausforderungen durch die
- 2:43:03Sanktionierung äh da ist. Er hat sich
- 2:43:06dafür bedankt, dass Deutschland auf der
- 2:43:08Seite des Strafkriegshofs steht. Er hat
- 2:43:11sich auch dafür bedankt, dass zahl
- 2:43:13wichtige Außenminister der Europäischen
- 2:43:15Union sehr schnell versucht haben im
- 2:43:17Sinne einer Taskforcours konkrete Mittel
- 2:43:20zu finden. Und mein Appell nach den
- 2:43:23Wahlen in Amerika vorgestern mein Appell
- 2:43:27an den Kongress der Vereinigten Staaten
- 2:43:29von Amerika ist doch schnell darüber
- 2:43:31nachzudenken, ob man nicht diese
- 2:43:33Maßnahme auch seitens des Kongresses
- 2:43:35einhegen kann. Es wäre ein schönes
- 2:43:37Zeichen, ein starkes Zeichen, wenn
- 2:43:39Amerika sagt, wir sind nicht
- 2:43:41Unterzeichner des Protokolls, wir haben
- 2:43:43viel zu kritisieren, aber wir wollen
- 2:43:45nicht diese gemeinsame Initiative von
- 2:43:48vielen Ländern dieser Erde, einer
- 2:43:49wachsenden Zahl von Ländern dieser Erde
- 2:43:52äh ausbremsen. Das wäre meine mein
- 2:43:54Wunsch an die neugewählten Kolleginnen
- 2:43:56und Kollegen im US-Kongress zu diesem
- 2:43:58Thema.
- 2:44:00[applaus] Ich
- 2:44:02möchte
- 2:44:04ich möchte ähm angesichts der
- 2:44:06Erweiterung des Themenkreises durch den
- 2:44:08zweiten Antrag der Grünen doch nun mal
- 2:44:11ein
- 2:44:11Herr Kollege Hart, es gibt eine
- 2:44:12Zwischenfrage aus der AfD Fraktion
- 2:44:15Frömming. Herr Fröming, bittte schön.
- 2:44:16Bit schön.
- 2:44:21Vielen Dank, Frau Präsidentin. Vielen
- 2:44:22Dank, sehr geehrter Herr Kollege Hart,
- 2:44:24dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Sie
- 2:44:26haben wir nun auch noch mal über die
- 2:44:28Rolle gesprochen des internationalen
- 2:44:31Strafgerichtshofs. Ich war bisschen
- 2:44:33überrascht, dass sie gar nicht auf die
- 2:44:34Aussage ihres Vorredners, der Kollege
- 2:44:36von der SPD, immerhin ihr
- 2:44:38Koalitionspartner
- 2:44:39hat er gesagt, dass er ähm sich
- 2:44:41vorstellen kann oder sogar sich wünscht,
- 2:44:44dass die Schergen und Autokraten dieser
- 2:44:46Welt, er nannte dann Putin und er nannte
- 2:44:48auch Trump, sich vor diesem Gerichtshof
- 2:44:50verantworten sollen. Wie sehen Sie das?
- 2:44:53Gehören für Sie auch Trump? Und erwähnte
- 2:44:55ja auch noch Gaza. Netano ist gemeint.
- 2:44:58Möchten Sie auch ähm den US-Präsidenten
- 2:45:00Trump oder den israelischen Staatschef
- 2:45:03vor diesen Gerichtshof bringen?
- 2:45:07Also zunächst einmal würde ich mir
- 2:45:08wünschen, dass in allen diesen Ländern
- 2:45:10ähm die Justiz so unabhängig ist, das
- 2:45:14selbst übernehmen. Das wäre ja überhaupt
- 2:45:16der allererste Wunsch, dass nicht
- 2:45:18internationales Strafrecht einschreiten
- 2:45:20muss, sondern dass die russischjustiz äh
- 2:45:24eben auch die Justiz in den von Ihnen
- 2:45:26genannten anderen Ländern die Dinge
- 2:45:28untersucht und dann zu entsprechenden
- 2:45:29Ergebnissen kommt. Und das zweite ist,
- 2:45:32dass ich der Meinung bin, dass jeder
- 2:45:34aufrechte ähm verantwortliche Führer
- 2:45:37einer Regierung oder wichtige Minister
- 2:45:40keine Angst davor haben sollte, sich der
- 2:45:42Herausforderung zu stellen, seine
- 2:45:43Politik auch international zu
- 2:45:45rechtfertigen. Ähm, wenn man
- 2:45:47entsprechend dazu aufgefordert ist,
- 2:45:49sollte man, wie ich finde, der
- 2:45:50Aufforderung auch Folge leisten. heißt
- 2:45:52ja nicht, dass man ähm ähm verurteilt
- 2:45:55wird oder garteil akzeptiert, sondern es
- 2:45:57geht einfach darum, dass man in seinem
- 2:45:59Handeln so aufrichtig ist, dass man auch
- 2:46:01in der Lage es ist rechtsverbindlich zu
- 2:46:04erklären. Und das ist der Unterschied
- 2:46:05zwischen zwischen Despoten und
- 2:46:07Demokraten oder legitimen
- 2:46:09verantwortungsvollen Führern und
- 2:46:11Despoten, das erstere eben grundsätzlich
- 2:46:15so handeln, dass sie dazu zu jeder Zeit
- 2:46:17bereit wären. Ich als Abgeordneter wäre
- 2:46:19es, der deutsche Bundeskanzler wäre es,
- 2:46:21die Präsidentin der Europäischen
- 2:46:23Kommission. Das ist eigentlich
- 2:46:24selbstverständlich und so sollte es
- 2:46:26sein.
- 2:46:28[applaus]
- 2:46:32ähm die Antwort Antwort unsere Antwort
- 2:46:35auf die Herausforderung, dass wir sehen,
- 2:46:38dass die internationale regelbasierte
- 2:46:40Ordnung im hohen Maße in unserem
- 2:46:42Interesse, nicht nur aus unserer
- 2:46:45politischen Überzeugung, auch aus der
- 2:46:48historischen Erfahrung heraus, nicht nur
- 2:46:50aufgrund unseres ähm idealistischen
- 2:46:53Ansatzes einer freien und friedlichen
- 2:46:55Welt, in der alle Völker ähm sich falten
- 2:46:58können, sondern auch aus ganz einfachen
- 2:47:00pragmatischen Gründen. Stellte sich mal
- 2:47:02vor, eine große Handelsnation wie
- 2:47:03Deutschland könne sich nicht verlassen
- 2:47:05auf internationales Seerecht, dass die
- 2:47:07Freiheit der Meere und die Freiheit der
- 2:47:10Seewege äh garantiert oder zumindest als
- 2:47:12Standard äh einführt. Das wäre für
- 2:47:14großen Schaden für uns. Man stelle sich
- 2:47:17vor, man könne nicht ähm äh durch
- 2:47:19UNRolutionen oder andere geeignete
- 2:47:21Maßnahmen gegen Dispoten vorgehen. Wie
- 2:47:23viel Menschen würden in Elend gestürzt
- 2:47:25worden? Wie viel Menschen würden sich ja
- 2:47:26auch auf die Flucht machen und im
- 2:47:28Zweifel natürlich vielleicht versuchen
- 2:47:29nach Europa zu kommen. Es gibt also auch
- 2:47:31für diejenigen, die nicht das
- 2:47:32altruistische Motiv sehen, ganz
- 2:47:34pragmatische Gründe, warum wir für diese
- 2:47:37äh Rechtsordnung eintreten, für die
- 2:47:39regelbandisierte internationale und wir
- 2:47:41müssen es tun und es verschärfen. In den
- 2:47:43Bündnissen, in denen wir sind, tun wir
- 2:47:45es. Die Europäische Union ist, wie ich
- 2:47:47finde, außen und sicherheitspolitisch
- 2:47:49stärker geworden. Äh, das s die
- 2:47:51Sanktionen, die wir in der Lage sind,
- 2:47:53gemeinsam gegen Russland zu verhängen,
- 2:47:54z.B. sind dafür ein gutes Beispiel. Das
- 2:47:57zweite große Bündnis, in dem wir
- 2:47:58unterwegs sind, in der NATO, die ist
- 2:48:00auch stärker und besser geworden im
- 2:48:02Blick auf die Abwehr
- 2:48:04völkerrechtswidriger Angriffe oder
- 2:48:06Bedrohung, denen wir uns ausgesetzt
- 2:48:07fühlen. Und im Blick auf die Schaffung
- 2:48:10neuer Bündnisse sind wir auch
- 2:48:12hervorragend vorangekommen. Und da
- 2:48:13möchte ich sagen, die Politik der
- 2:48:15Bundesregierung, Bundeskanzler,
- 2:48:17Außenminister, aber auch andere Minister
- 2:48:18der Bundesregierung ähm durch intensive
- 2:48:22bilaterale und multilaterale Formate
- 2:48:24sich mit äh anzunäheren weiter an
- 2:48:27weiteren Nationen auf dieser Welt.
- 2:48:29Unsere Beziehung zu Indien ist in den
- 2:48:32letzten Jahren deutlich vorangekommen.
- 2:48:34Unsere Beziehung zu Großbritannien
- 2:48:36innerhalb Europas hat durch den
- 2:48:38Kernsichten Vertrag einen entsprechenden
- 2:48:40Sprung nach vorne gemacht. Es gibt noch
- 2:48:42eine Zwischenfrage aus der Fraktion
- 2:48:43Bündnis 90 die Grün. Wollen Sie die
- 2:48:45zulassen?
- 2:48:45Ja, bitte.
- 2:48:47Herr Miatowitsch, bitte.
- 2:48:50Vielen Dank. Vielen Dank, Frau
- 2:48:52Präsidentin. Vielen Dank, Herr Kollege,
- 2:48:53dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Ich
- 2:48:55wollte noch mal auf Ihren Eingang ihrer
- 2:48:57Rede eingehen. Sie haben mit dem
- 2:48:58Registrar, mit Herrn Zavallo Giler
- 2:49:00gesprochen. Wir haben ein Riesenproblem
- 2:49:02hier auch in der Debatte schon
- 2:49:04thematisiert, was Overcomliance angeht,
- 2:49:06das Gehälter nicht gezahlt werden
- 2:49:08können, das Banken, ja, das
- 2:49:09Versicherungen, Verträge kündigen. Die
- 2:49:11AXA hat es im Sommer getan, dass
- 2:49:14europäische Banken Sorge haben, wenn sie
- 2:49:15weiterhin geschäftstätig sind, äh mit
- 2:49:18dem internationalen Strafgerichtshof,
- 2:49:19dass Ihr Geschäft in den USA leiden
- 2:49:21könnte. Es gibt die Frist von 180 Tagen.
- 2:49:24Ich wollte Sie noch mal fragen, ob Sie
- 2:49:26aus dem Gespräch oder auch aus dem
- 2:49:28Eindruck, aus dem Austausch Ihrer
- 2:49:30Fraktion mit der Bundesregierung uns
- 2:49:32noch mal ein deutliches Signal setzen
- 2:49:34können, dass die Banken und dass die
- 2:49:35Versicherungen sich hier nicht in
- 2:49:37Overcompliance, in vorauseilendem
- 2:49:39Gehorsam aus dem Geschäft mit dem
- 2:49:42internationalen Strafshof zurückziehen
- 2:49:45sollten bzw. was wir als Bundesregierung
- 2:49:47tun können. Frau Heinrich, geschätzte
- 2:49:50Kollegin, hat angedeutet, die
- 2:49:52Zentralbank das übernehmen könnte. Würde
- 2:49:54mich freuen, wenn Sie das beanken.
- 2:49:56Vielen Dank.
- 2:49:57Also, erstens, die Auswirkungen sind
- 2:49:59gravierend. Zweitens, ich glaube, dass
- 2:50:02die Bundesregierung und andere
- 2:50:03europäische Regierung das sehr schnell
- 2:50:05erfasst haben und auch bereits in
- 2:50:07einigen Bereichen Abhilfe geschaffen
- 2:50:09haben. Drittens, es gibt die Ideallösung
- 2:50:12der Abhilfe, dass der Kongress oder der
- 2:50:14US-Präsident andlers entscheidet. daran
- 2:50:15sollten wir politisch wirken. Es gibt
- 2:50:18außerdem bei den Vereinten Nationen
- 2:50:20selbst Institutionen, z.B. äh
- 2:50:22Gesundheitsversicherung
- 2:50:24äh die in Anspruch gennte. Das passiert
- 2:50:27nach meinem Kenntnis stand jetzt auch
- 2:50:28für die Beschäftigten des
- 2:50:29internationalen Strafkriedshofs, also
- 2:50:31dass sie nicht drauf angewiesen sind,
- 2:50:33persönlich Versicherung am freien Markt
- 2:50:35einkaufen zu müssen. Und dort, wo es
- 2:50:37noch nicht gelöste Probleme gibt, finde
- 2:50:39ich, dass die Bundesregierung ähm hart
- 2:50:41äh und konstruktiv daran arbeitet, ihren
- 2:50:44Beitrag zu leisten. Und die Vorschläge,
- 2:50:46die hier genannt worden sind, gehören
- 2:50:48mit Sicherheit zu dem, was zu überlegen
- 2:50:50ist und wir werden das vielleicht im
- 2:50:52auswertigen Ausschuss auch vertiefen
- 2:50:53können.
- 2:50:56Ähm oder im Menschenrechtsausschuss.
- 2:50:58Richtig. So. Ähm, ich möchte nur noch
- 2:51:01meine Ausführung fortführen. Ich finde,
- 2:51:04die Art und Weise, wie wir sowohl biler
- 2:51:06bilateral als auch multinational
- 2:51:08multilateral neue Bündnisse schmieden
- 2:51:11mit anderen ist ein wirklich
- 2:51:13erfreuliches Zeichen. und die Nationen
- 2:51:17Kanada, Europäische Union, wir mit
- 2:51:19Indien, aber auch der Besuch des
- 2:51:22deutschen Bundeskanzlers in Asien. Es
- 2:51:24war ja nicht umsonst, dass er nach
- 2:51:26Singapur gegangen ist, weil Singapur
- 2:51:29möglicherweise anstrebt ein
- 2:51:31Handelsabkommen von ganz Asian mit der
- 2:51:33Europäischen Union für das nächste Jahr
- 2:51:34seiner Präsidentschaft. Das sind
- 2:51:36ermutigende Zeichen, wo wir einfach
- 2:51:38versuchen, uns stärker noch zu vernetzen
- 2:51:40und damit auch ein Stück weit
- 2:51:41unabhängiger von alten Bindungen zu
- 2:51:43werfen. Herzlichen Dank.
- 2:51:46[applaus]
- 2:51:47Damit schließe ich jetzt die Aussprache.
- 2:51:49Zusatzpunkt 5: Interfraktionell wird die
- 2:51:51Überweisung der Vorlage auf der
- 2:51:53Drucksache 8901 an die in der
- 2:51:55Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse
- 2:51:57vorgeschlagen. Gibt es weitere
- 2:51:58Überweisungsvorschläge? Das sehe ich
- 2:52:00nicht. Dann verfahren wir wie
- 2:52:02vorgeschlagen Tagesordnungspunkt 8a. Wir
- 2:52:05kommen jetzt zur Abstimmung über die
- 2:52:06Beschlussempfehlung des auswärtigen
- 2:52:08Ausschusses zu dem Antrag der Fraktion
- 2:52:10Bündnis 90 die Grünen mit dem Titel
- 2:52:12Völkerstrafrecht verteidigen,
- 2:52:13internationalen Strafgerichts sofort
- 2:52:15Sanktionen schützen. Der Ausschuss
- 2:52:17empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung
- 2:52:19auf der Drucksache 8975
- 2:52:21den Antrag der Fraktion Bündnis 90 die
- 2:52:23Grünen auf der Drucksache 8562
- 2:52:26abzulehnen. Wer stimmt für diese
- 2:52:28Beschlussfassung?
- 2:52:30ist die AfD, die Unionsfraktion und die
- 2:52:32Fraktion der SPD. Wer stimmt dagegen?
- 2:52:34Das ist die Fraktion Bündnis 90, die
- 2:52:36Grünen und Fraktion Die Linke. Die
- 2:52:38Beschlussempfehlung ist damit
- 2:52:40angenommen. Abstimmung zu
- 2:52:42Tagesordnungspunkt 8brag der Fraktion
- 2:52:45Die Linke auf Drucksache 8929
- 2:52:47mit dem Titel Völkerstrafrecht
- 2:52:49verteidigen, internationalen
- 2:52:51Strafgerichtshof gegen Angriffe
- 2:52:52schützen. Wer stimmt für diesen Antrag?
- 2:52:54dass die Fraktion die Linke, wer stimmt
- 2:52:56dagegen, dass die AfD, die Union und die
- 2:52:58SPD, wer enthält sich? Das ist die
- 2:53:01Fraktion Bündnis 90, die Grünen. Der
- 2:53:03Antrag ist damit abgelehnt.
- 2:53:04Tagesordnungspunkt 8C, Abstimmung über
- 2:53:07den Antrag der Fraktion der CDU CSU und
- 2:53:09SPD auf der Drucksache 8911 mit dem
- 2:53:12Titel Völkerrecht stärken durchsetzen
- 2:53:14und Weiterentwickeln für eine
- 2:53:15handlungsfähige
- 2:53:17internationale Rechtsordnung. Wer stimmt
- 2:53:19für diesen Antrag? dass die
- 2:53:21Unionsfraktion und die SPD Fraktion, wer
- 2:53:23stimmt dagegen? Das sind alle übrigen
- 2:53:26Fraktionen. Der Antrag ist damit
- 2:53:28angenommen.
- 2:53:30Angenommen. So, damit haben wir die
- 2:53:31Abstimmungen durch. Ich rufe jetzt auf
- 2:53:33den Tagesordnungspunkt 9. Das ist die
- 2:53:35vereinbarte Debatte 15 Jahre Aufdeckung
- 2:53:37des NSU der Opfergedenken, der
- 2:53:40Verantwortung gerecht werden und heutige
- 2:53:43Bedrohung ernst nehmen. Ich eröffne
- 2:53:45hiermit die Aussprache und der erste
- 2:53:47Redner in dieser Debatte ist für die
- 2:53:49Unionsfraktion Alexander Troom. Die
- 2:53:51übrigen Kollegen und Kolleginnen und
- 2:53:53Kollegen bitte ich jetzt zügig die
- 2:53:56Plätze zu wechseln. [applaus]
- 2:54:04Sehr geehrte Frau Präsidentin, werrte
- 2:54:06Kolleginnen und Kollegen, gestern jährt
- 2:54:09sich die Aufdeckung des NSU zum 15. Mal.
- 2:54:12Das Terrorrio war jahrelang morden
- 2:54:15durchs Land gezogen. Insgesamt zehn
- 2:54:18Menschen brachten sie um, davon neun aus
- 2:54:21rassistischen Motiven sowie eine
- 2:54:24Polizistin. Diese junge Polizistin
- 2:54:27Michelle Kiesewetter wurde am 25.4.2.
- 2:54:302007 in meiner Heimatstadt Halbron
- 2:54:33ermordet. Ihr Kollege wurde schwer
- 2:54:35verletzt. Bis heute wissen wir letztlich
- 2:54:37nicht das Motiv, das dahinter stand. Ich
- 2:54:41erinnere mich noch genau an diesem Tag,
- 2:54:44wie die Stadt an diesem Nachmittag
- 2:54:46stilland. Sie war komplett abgeriegelt
- 2:54:48von der Polizei. Jedes ausfahrende
- 2:54:50Fahrzeug wurde kontrolliert. nichts kein
- 2:54:54Treffer. In Halbrun wurde vergangene
- 2:54:57Woche am Tatort ein großflächiges
- 2:54:59Mahnmal eingeweiht. Es erinnert mit den
- 2:55:02Anfsbuchstaben aller zehn Opfer an alle
- 2:55:05Opfer der Mordserie und nicht nur an
- 2:55:08Frau Kiesewetter. Es soll ein Zeichen
- 2:55:11gegen Rassismus und Rechtsextremismus
- 2:55:14setzen, denn das [applaus]
- 2:55:20das war es.
- 2:55:22Rassistische Terrorserie, die lang
- 2:55:25unentdeckt blieb. Unsere
- 2:55:26Sicherheitsbehörden hatten in all den
- 2:55:27Jahren nie ein rechtsextremes Motiv
- 2:55:30ernsthaft in Erwegung gezogen. Eine
- 2:55:33braune RAF, wie es als einziger ganz am
- 2:55:36Anfang der damalige bayerische
- 2:55:38Innenminister Beckstein nannte, konnte
- 2:55:41es in der Gedankenwelt schlicht nicht
- 2:55:43geben. Stattdessen wurden die das Umfeld
- 2:55:47der Täter wurden die Täter im Umfeld der
- 2:55:49Opfer vermutet, was die Familien der
- 2:55:52Opfer tief verletzt hat. Es offenbarten
- 2:55:55sich erst nach und nach die gravierenden
- 2:55:57Fehler der Sicherheitsbehörde und als
- 2:55:59dieses Versagen sichtbar wurde, traf es
- 2:56:01die Bundesrepublik bis ins Mark. Es
- 2:56:04folgte: Ein beispielloser
- 2:56:06Aufarbeitungsprozess,
- 2:56:07insgesamt 15 Untersuchungsausschüsse.
- 2:56:10Herr Kollege, es gibt eine Zwischenfrage
- 2:56:13aus der Fraktion Die Linke. Wollen Sie
- 2:56:15die zulassen? Ja, gerne.
- 2:56:18Oh mein Gott.
- 2:56:22Vielen Dank, Frau Vorsitzende. Ähm, die
- 2:56:25Angehörigen der NSU Opfer mussten
- 2:56:27jahrelang erleben. Sie haben das gerade
- 2:56:28selber gesagt, wie ihre ermordeten
- 2:56:30Familienmitglieder kriminalisiert
- 2:56:31wurden. Unter dem rassistischen Titel
- 2:56:33Dönermode im Umfeld der Betroffenen
- 2:56:35ermittelt wurde, während die
- 2:56:36Ermittlungsbürden rassistische
- 2:56:38Tatenmotive ausblendeten. Das war nicht
- 2:56:40einfach nur individuelles Versagen,
- 2:56:42sondern Ausdruck von institutionellem
- 2:56:43Rassismus. Meine Frage: Wann werden Sie
- 2:56:46als CDU CSU Fraktion endlich anerkennen,
- 2:56:48dass Rassismus nicht nur auf der Straße
- 2:56:50existiert, sondern auch in staatlichen
- 2:56:52Institutionen? Und welche strukturellen
- 2:56:54Konsequenzen ziehen sie daraus?
- 2:56:58[applaus]
- 2:57:01Herr Kotjak, das ist also wirklich sehr
- 2:57:03bemerkenswert, das ausgerechnet Sie die
- 2:57:05Schutzbehaben, sich heute hier zu Wort
- 2:57:09zu melden bei diesem Thema.
- 2:57:13[applaus]
- 2:57:18nach den Verfehlungen,
- 2:57:20die Sie auch persönlich im Umgang mit
- 2:57:24bestimmten Personengruppen begangen
- 2:57:27haben, dass sie die Schutzbehaben hier
- 2:57:29heute derartige Fragen zu stellen. Ich
- 2:57:34sag Ihnen meine Antwort einmal nicht auf
- 2:57:36Ihre Frage, sondern auf Ihr Verhalten.
- 2:57:40Sie gehören nicht. Sie gehören nicht in
- 2:57:42dieses Hohlhaus. Sie müssten ihr
- 2:57:45Abgeordneten Mandat niederlegen. Und
- 2:57:47wenn es Ihre Partei, [applaus] wenn es
- 2:57:50Ihre,
- 2:57:52wenn es Ihre Partei ernst meinen würde
- 2:57:56mit dem Kampf gegen Antisemitismus, dann
- 2:57:58würden Sie sie zumindest aus der
- 2:57:59Fraktion ausschließen. Liebe Kolleginnen
- 2:58:02und Kollegen.
- 2:58:04Und jetzt [applaus]
- 2:58:11bedau im übrigen, dass diese Debatte
- 2:58:13eine solche Tonalität hier erhält, will
- 2:58:15ich ausdrücklich sagen.
- 2:58:17Herr Kollege, sie sind jetzt nicht dran,
- 2:58:19sondern der Kollege spricht und Herr
- 2:58:20Kotschak setzt sich jetzt hin, weil die
- 2:58:22Frage beantwortet ist.
- 2:58:24beantwortet, Frau Präsidentin, wenn Sie
- 2:58:26erlauben, ich wollte jetzt eigentlich
- 2:58:28auf die Beantwortung der Frage kommen,
- 2:58:29welche Konsequenzen wir daraus gezogen
- 2:58:32haben sie gestatten.
- 2:58:35Wir haben nämlich nach diesem
- 2:58:36beispiellosen
- 2:58:37Aufklärungsprozess
- 2:58:39viele Konsequenzen gezogen. Rechtlicher
- 2:58:41Hinsicht komme ich noch drauf hin, aber
- 2:58:42vor allem haben wir eines nicht gemacht,
- 2:58:44das nämlich was die Linkspartei damals
- 2:58:46gefordert hat. Übrigen auch die Grünen,
- 2:58:48die wissen es heute besser. Respekt. Sie
- 2:58:51haben nicht gefordert, den
- 2:58:51Verfassungsschutz abzuschaffen, so wie
- 2:58:53sie es in Berlin auch machen wollen. Das
- 2:58:56Gegenteil dessen ist richtig. Wir müssen
- 2:58:58uns gegen Extremismus formen,
- 2:59:00insbesondere Rechtsextremismus währen
- 2:59:02und besser aufstellen. Und das machen
- 2:59:04wir. Das ist eine Lehre dieses
- 2:59:06Parlaments schon 2015 2016 und wir
- 2:59:10werden dies in allernächster Zukunft in
- 2:59:12diesem Parlament nochmals verstärken.
- 2:59:14Liebe Kolleginen, Kollegen, danke Frau
- 2:59:16Präsidentin für die Gelegenheit.
- 2:59:20[applaus]
- 2:59:21Ja, und ich wollte gerade dazu kommen,
- 2:59:24Herr Abgeordneter,
- 2:59:26dass wir heute trotz all dieser
- 2:59:28Aufklärungsbemühungen noch keine
- 2:59:30Klarheit haben über viele Fragen.
- 2:59:32Beispielsweise, wie kam es gerade zur
- 2:59:35Auswahl dieser 9 bzw. 10 Opfer? Auch
- 2:59:38darüber gibt es heute keine Klarheit. Da
- 2:59:41könnte die letzte Überlebende dieses
- 2:59:44Trios Aufklärung äh zeitigen. Das tut
- 2:59:48sie jedoch nicht. Wir haben darüber
- 2:59:50hinaus als Konsequenzen die
- 2:59:52Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden
- 2:59:54deutlich verbessert. Die
- 2:59:56Rechtsextremismus Datei Red wurde
- 2:59:59geschaffen. Das gemeinsame Extremismus
- 3:00:00und Terrorismus Abwehrzentrum GTZ
- 3:00:04eingewichtet. Der Verfassungsschutz, ich
- 3:00:06sagte umfassend reformiert und vor allem
- 3:00:08aber auch die parlamentarische Kontrolle
- 3:00:10des Verfassungsschutzes im Bund und der
- 3:00:12Länder deutlich gestärkt. auch dieses
- 3:00:16eine Lehre, der das damalige Mitglied
- 3:00:18der Untersuchungsausschüsse im Bund und
- 3:00:20jetzige sächsische Innenminister Armin
- 3:00:22Schuster nannte es damals so, es blieb
- 3:00:25kein Stein auf dem anderen. Ja, und es
- 3:00:27war richtig und gut so, dass wir dieses
- 3:00:31getan haben, liebe Kolleginnen und
- 3:00:33Kollegen.
- 3:00:35Und wir müssen jetzt in der Tat den
- 3:00:38Verfassungsschutz nochmals stärken als
- 3:00:40unsere frühwahen ähm Funktion, weil wir
- 3:00:43tagtäglich angegriffen werden,
- 3:00:45rechtsextremistisch,
- 3:00:47linksextremistisch, islamistisch und
- 3:00:49aber auch von fremden Mächten, die
- 3:00:51unsere Demokratie destabilisieren
- 3:00:54wollen. Und deswegen werden wir die
- 3:00:56Nachrichtendienste stärken, effektiver
- 3:00:58ausstellen und auch die Kontrolle
- 3:01:01[applaus]
- 3:01:03des Parlaments und der Gerichte oder der
- 3:01:05gerichtsendlichen Gräien entsprechend
- 3:01:08verstärken. Ich komme am Anfang meiner
- 3:01:10Rede zurück. Es war damals für viele
- 3:01:12nicht vorstellbar, dass es angesichts
- 3:01:14unserer Geschichte in Deutschland eine
- 3:01:17braune RF geben könnte.
- 3:01:20Heute wissen wir umso leidvoller, dass
- 3:01:22es in Deutschland nach wie vor den
- 3:01:24widerwärtigen Rechtsextremismus gibt und
- 3:01:27er leider nicht ausgemerzt wurde. Umso
- 3:01:31wachsamer müssen wir
- 3:01:34in der politischen Mitte bleiben und
- 3:01:36liebe Kolleginnen und Kollegen in der
- 3:01:38politischen Mitte
- 3:01:40mit der Auswahl unserer Partner auch
- 3:01:42zusammenstehen und die Extremismusformen
- 3:01:44insgesamt zu bekämpfen. Deshalb wird es
- 3:01:47auch auf nicht nur auf Lockhauer Ebene
- 3:01:50an Tatorten Wien Halbrondstädten der
- 3:01:51Mahnung geben, sondern wir werden als
- 3:01:53Bundesregierung, Bundeskoalition
- 3:01:56auch ein NSU Dokumentationszentrum mit
- 3:01:59Sitz in Nürnberg schaffen. Das
- 3:02:01entsprechende Stiftungsgesetz werden wir
- 3:02:03als bald zum Abschluss bringen. Das ist,
- 3:02:05liebe Kolleginnen und Kollegen, die
- 3:02:07Verneigung Deutschlands vor den Opfern
- 3:02:09und ihren Angehörigen. Das Geschehene
- 3:02:11können wir leider nicht rückgängig
- 3:02:13machen. Herzlichen Dank. [applaus] Ich
- 3:02:23will jetzt den Hinweis an die beiden
- 3:02:24Kollegen aus der Linksfraktion geben,
- 3:02:27dass der Vorwurf, die Rede, der Redner
- 3:02:29solle für seine Rede schämen
- 3:02:31unparlamentarisch ist. Und ich weiß es
- 3:02:33jetzt hiermit auch ganz ganz
- 3:02:34unparlamentarisch zurück. So, der
- 3:02:36nächste Redner in dieser Debatte bzw.
- 3:02:38die nächste Rednerin ist für die AfD
- 3:02:40Fraktion Beatrix von Storch. [applaus]
- 3:02:50[applaus]
- 3:02:51Frau Präsidentin, meine Damen und
- 3:02:53Herren, 15 Jahre nationalsozialistischer
- 3:02:56Untergrund NSU, auf dessen Konto gehen
- 3:02:58zwischen 1999 und 2007
- 3:03:0110 Morde, 43 Mordversuche, 13
- 3:03:03Raubüberfälle und drei
- 3:03:05Sprengstoffanschläge. Erst vier Jahre
- 3:03:07später flog das Trio auf. Ich habe vier
- 3:03:10Punkte. Erstens, die Inkompetenz der
- 3:03:12Altparteien. Zweitens, die Ignoranz der
- 3:03:14Linken gegenüber den Opfern. Drittens,
- 3:03:17die Infiltration der Neonaziszene durch
- 3:03:19den Verfassungsschutz und viertens, die
- 3:03:21Instrumentalisierung der Neonaziszene.
- 3:03:24Zuerstens Inkompetenz, politisch
- 3:03:26verantwortlich in der Zeit der
- 3:03:28Serienmorde des NSU, Regierung im Bund
- 3:03:32Rotgrün, Chef des Verfassungsschutzes
- 3:03:35From SPD, Bundesinnenminister Schili,
- 3:03:38SPD und der Präsident des BKA Zirke,
- 3:03:41SPD. Dazu kommen sechs Landesregierungen
- 3:03:43mit sechs Landeskriminalämtern und äh
- 3:03:46sechs Landesämtern für
- 3:03:48Verfassungsschutz, unter deren Augen
- 3:03:51konnte das NSU Trio jahrelang unentdeckt
- 3:03:54Morden und Rauben so viel zum Thema
- 3:03:56Versagen der Altpartei. Punkt 2. Die
- 3:03:59Ignoranz der Linken gegenüber den
- 3:04:01Opfern. Gerhard Schröder rief im Jahr
- 3:04:042000 den Aufstand der anständigen aus
- 3:04:06den Kampf gegen Rechts mit großen
- 3:04:08Demonstrationen Initiativen. Anders
- 3:04:10waren zwei Fälle von rechtsextremer
- 3:04:13Gewalt, die frei erfunden waren. Der
- 3:04:15Brandanschlag auf die Düsseldorfer
- 3:04:17Synagoge, das waren keine
- 3:04:18Rechtsextremisten, sondern judenhassende
- 3:04:21Araber und der angebliche Mord an einem
- 3:04:23irakischen Jungen in Snitz durch
- 3:04:26Neonazis frei erfunden gab es nicht.
- 3:04:28Rot-grün war der Kampf gegen rein
- 3:04:31fiktive rechtsextreme Verbrechen
- 3:04:33wichtiger als die Aufklärung der
- 3:04:35Serienmorde an türkischen
- 3:04:37Kleinunternehmen. Warum? Weil die
- 3:04:40Behörden zuerst von Mafiamorden ausging
- 3:04:43und ein türkischer Kioskbesitzer, der
- 3:04:45von der türkischen Mafia ermordet wird,
- 3:04:47weil er kein Schutzgeld bezahlt, ist
- 3:04:49eben politisch nicht auszuschlachten.
- 3:04:51Die Opfer sind den Linken dann
- 3:04:53vollkommen egal. Das ist so wie Punkt
- 3:04:56Dch
- 3:04:58wichtigste Punkt, die Infiltration der
- 3:05:00Nazisene durch den Verfassungsschutz.
- 3:05:03Der NSU ging aus einem Neonazetzwerker
- 3:05:06hervor. Frau
- 3:05:06Kollegin,
- 3:05:08ich Sie mäßigen sich jetzt.
- 3:05:11Ansonsten gibt's von mir ein
- 3:05:12Ordnungsruf, wenn Sie der Kollegin Lüge
- 3:05:14unterstellen und anderes, was Sie gerade
- 3:05:16noch gesagt haben und ich werde mir es
- 3:05:17auch ein Protokoll anschauen. Sie haben
- 3:05:18alle die Möglichkeit hier zu erwidern.
- 3:05:21Ich wieder
- 3:05:22der NSU ging aus einem Neonazienetzwerk
- 3:05:25hervor und wer hat das dieses Netzwerk
- 3:05:28aufgebaut, finanziert und gelenkt? Es
- 3:05:32war der Verfassungsschutz selbst. Stefan
- 3:05:35Aust hat in seinem Buch Heimatschutz
- 3:05:37alles haarklein zusammengetragen. Woher
- 3:05:40kommt der NSU? aus der gefährlichen
- 3:05:42Neonazit Truppe Thüringer Heimatschutz
- 3:05:45organisiert von Timo Brand, Faumann des
- 3:05:48Verfassungsschutzes. Wir haben
- 3:05:50gewaltbereit Neonazis damals
- 3:05:52kommuniziert über die Neonazi Plattform
- 3:05:55Tulennetz aufgebaut von Kai Delek und
- 3:05:58Thomas Richter, beides Vleute des
- 3:06:01Verfassungsschutzes. Die haben sich die
- 3:06:03Neonazis damals vernetzt über das
- 3:06:05Netzwerk Blood and Honor aufgebaut in
- 3:06:08Deutschland von Stefan L. Formann des
- 3:06:11Verfassungsschutzes. Und war der VS bei
- 3:06:14NSU Morden auch mal persönlich vor Ort?
- 3:06:17Ja, mindestens am 6. April 2006
- 3:06:22in Kassel. Da war der Mitarbeiter des
- 3:06:24Verfassungsschutzes
- 3:06:26Andreas Temme physisch anwesend. seine
- 3:06:29Aufgabe beim Fassionschutz Führung von
- 3:06:32Vleuten. Wie lange geht das schon so?
- 3:06:35Beispiel Solinge 1993 Brandanschlag auf
- 3:06:38das Haus der türkischen Familie Gensch,
- 3:06:41fünf Tote 14 schwer verletzt.
- 3:06:43Radikalisiert wurden die Täter in ihrer
- 3:06:46Kampfsportschule
- 3:06:47durch Bernt Schmidt, Formann des
- 3:06:51Verfassungsschutzes.
- 3:06:52Die Frage, die sich aufträngt, warum das
- 3:06:54alles? Da kommen wir zum vierten Punkt.
- 3:06:56Instrumentalisierung der Neonaziszene.
- 3:06:59Der Verfassungsschutz hat die
- 3:07:00gewaltbereite Neonaziszene
- 3:07:02hochgezüchtet, um die demokratische
- 3:07:04Rechte zu diskreditieren. Das hat in der
- 3:07:06Bundesrepublik lange funktioniert. Nach
- 3:07:09dem Erfolg der Republikaner in
- 3:07:10Baden-Würtemberberg unter dem gemäßigten
- 3:07:13Schlierer werden die Republikaner mit
- 3:07:14großer Wahrscheinlichkeit in den
- 3:07:16Bundestag eingezogen. Aber durch die
- 3:07:18Radikalisierung durch Vute und den
- 3:07:21Anschlag von Solingen hat das
- 3:07:23verhindert. Der NSU war das
- 3:07:25Frankensteinmonster,
- 3:07:27das dem VS außer Kontrolle geraten ist.
- 3:07:29Darum die umfassende Aktenvernichtung
- 3:07:33nach der Entung. In der Türkei nannte
- 3:07:37man diese Verbindung mit Bezug auf die
- 3:07:39NSU, die NSU Morde mit den türkischen
- 3:07:43Opfern, deren Deflet tiefer Staat,
- 3:07:46Regierung, Geheimdienste und
- 3:07:48extremistische Gewalt Hand in Hand. Den
- 3:07:53Angehörigen der NSU Opfer möchte ich an
- 3:07:55dieser Stelle sagen, wenn Sie wollen,
- 3:07:57dass ihren ermordeten Angehörigkeit
- 3:08:00Angehörigen Gerechtigkeit wiederfährt,
- 3:08:02dass die Machaften des tiefen Staates
- 3:08:05restlos aufgeklärt werden und die
- 3:08:07politisch verantwortlichen zur
- 3:08:09Rechenschaft gezogen werden, dann wählen
- 3:08:11Sie gerne die AfD. Vielen Dank.
- 3:08:14[applaus]
- 3:08:19Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:08:20ist für die Bundesregierung Natalie
- 3:08:23Paflik, beauftragte der Bundesregierung
- 3:08:25für Migration, Flüchtlinge und
- 3:08:26Integration, Staatsministerin bei der
- 3:08:28Bundesministerin für Arbeit und
- 3:08:30Soziales, beauftragte der
- 3:08:32Bundesregierung für Antirassismus.
- 3:08:37[applaus]
- 3:08:39Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:08:42Kolleginnen und Kollegen,
- 3:08:44vor 15 Jahren am 4. November 2011 wurde
- 3:08:48bekannt, dass eine rechtsextremistische
- 3:08:51Terrorgruppe über Jahre hinweg Menschen
- 3:08:54in unserem Land ermordet hat. Zehn
- 3:08:57Menschen starben zwischen 2000 und 2007.
- 3:09:01Neun von ihnen hatten eine
- 3:09:02Einwanderungsgeschichte.
- 3:09:04Eine junge Polizistin wurde getötet
- 3:09:07mutmaßlich, weil sie den Staat
- 3:09:09repräsentierte.
- 3:09:11Hinzu kamen Sprengstoffanschläge, bei
- 3:09:13denen viele Menschen verletzt wurden und
- 3:09:15eine Serie ein Raub überfällen.
- 3:09:18Lange wurde das Rechtsextreme, das
- 3:09:20rassistische Motiv der Mordserie nicht
- 3:09:23erkannt. Stattdessen gerieten die
- 3:09:25Angehörige selbst unter Verdacht.
- 3:09:28Menschen, die vom Staat Schutz erwarten
- 3:09:31durften, mussten erleben, dass dieser
- 3:09:34Staat gerade ihnen misstraute.
- 3:09:37Das wiegt schwer, meine Damen und
- 3:09:39Herren.
- 3:09:41Heute erinnern wir an zehn Menschen, die
- 3:09:43der NSU aus dem Leben gerissen hat.
- 3:09:47Enwa Schimsek, Abdurahim Ösoduru,
- 3:09:51Süleimann Taschkopyro,
- 3:09:54Habel
- 3:09:55Kellet, Mehmed Turgut, Ismael Yascha,
- 3:10:01Theodorus Bulgarides,
- 3:10:03Mehmed Kubasek, Halit Joskap, Michelle
- 3:10:08Kiesewetter.
- 3:10:10Hinter jedem dieser Namen steht ein
- 3:10:12Mensch, der Teil einer Familie war ein
- 3:10:15Vater, ein Ehemann, ein Sohn, eine
- 3:10:17Tochter. Ihre Familie tragen den Verlust
- 3:10:20bis heute.
- 3:10:22Liebe Kolleginnen und Kollegen, 15 Jahre
- 3:10:25nach der Aufdeckung des NSU müssen wir
- 3:10:27uns fragen, welche Lehren haben wir
- 3:10:30daraus gezogen und was bleibt zu tun.
- 3:10:33Der Bundestag und auch die Landtage
- 3:10:35haben das Versagen der
- 3:10:36Sicherheitsbehörden untersucht.
- 3:10:38Strukturen wurden verändert. Die
- 3:10:40Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden
- 3:10:42wurde verbessert, aber bis heute gibt es
- 3:10:45offene Fragen. Deshalb bleibt es auch
- 3:10:47unsere Verpflichtung, die Taten und die
- 3:10:49Umstände, die zu Ihnen geführt haben,
- 3:10:51weiter aufzuarbeiten und die
- 3:10:53Konsequenzen fortlaufend zu überprüfen.
- 3:10:57Wir sind den Ermordeten und ihren
- 3:10:59Familien dieser Haltung schuldig und wir
- 3:11:01sind es unserer Gesellschaft schuldig,
- 3:11:03alles dafür zu tun, dass sich diese
- 3:11:05Taten nicht wiederholen.
- 3:11:09[applaus]
- 3:11:10Ein wichtiger Beitrag dazu ist das
- 3:11:13geplante NSU Dokumentationszentrum
- 3:11:15als Ort des Gedenkens, der Aufklärung
- 3:11:18und der politischen Bildung. Denn
- 3:11:20Erinnerung bedeutet nicht nur
- 3:11:21zurückzublicken, Erinnerung bedeutet
- 3:11:23auch Verantwortung für die Gegenwart zu
- 3:11:25übernehmen. Und meine Damen und Herren,
- 3:11:29jeder vierte Mensch in Deutschland hat
- 3:11:31eine Einwanderungsgeschichte.
- 3:11:33Das sind Menschen, Nachbarn, Freundinnen
- 3:11:35und Freundinnen, Kolleginnen und
- 3:11:37Kollegen auch in diesem Saal. Sie sind
- 3:11:39hier bei uns zu Hause. Und wenn Menschen
- 3:11:42heute Angst haben wegen ihrer Herkunft,
- 3:11:44ihres Namens oder ihres Glaubens,
- 3:11:46angefeindet oder angegriffen zu werden,
- 3:11:49dann muss uns das alle beschäftigen.
- 3:11:51Denn das Vertrauen in den Rechtsstaates
- 3:11:53ist das Fundament unseres
- 3:11:55Zusammenlebens. [applaus]
- 3:11:57Wir müssen alles dafür tun, dass sich
- 3:11:59jeder Mensch in Deutschland darauf
- 3:12:01verlassen kann, dass das Staat ih
- 3:12:02schützt, unabhängig von Herkunft, Name
- 3:12:05oder Glaube. Das ist eine Aufgabe, die
- 3:12:07wir nicht allein in der Regierung, in
- 3:12:09der Politik oder in den Behörden klären
- 3:12:13können. Das ist eine Aufgabe, die uns
- 3:12:15als demokratische Kräfte überall in
- 3:12:17unserer Gesellschaft betrifft betrifft,
- 3:12:20in den Schulen, in jeder Nachbarschaft,
- 3:12:23in jedem Ort dieses Landes. Das ist
- 3:12:25unsere gemeinsame Aufgabe, Vertrauen zu
- 3:12:27festigen und jeder Form von Rassismus,
- 3:12:29Hass und Extremismus entgegenzutreten.
- 3:12:33Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
- 3:12:35[applaus]
- 3:12:40Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:12:42ist für die Fraktion Bündnis 90, die
- 3:12:44Grünen, Dr. Irene Mihallitsch. [applaus]
- 3:12:58Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:13:00Kolleginnen, liebe Kollegen. Als ich vor
- 3:13:0315 Jahren von der Selbstentarnung des
- 3:13:06NSU erfahren habe, war ich
- 3:13:08Polizeibeamtin in Köln, dem Ort, an dem
- 3:13:11der NSU in der Kolbstraße und in der
- 3:13:14Propstehigasse zwei Sprengstoffanschläge
- 3:13:16verübt hat.
- 3:13:18Wie so viele war ich wahnsinnig
- 3:13:20betroffen, aber vor allen Dingen auch
- 3:13:22fassungslos.
- 3:13:24Über Jahre hinweg wurden Menschen
- 3:13:26eiskalt ermordet, neun von zehn aus
- 3:13:30rassistischen Motiven und scheinbar
- 3:13:31niemand hat die Zusammenhänge erkannt.
- 3:13:35Wie konnte das geschehen? Wie konnte der
- 3:13:37NSU diese grausame Blutspur quer durch
- 3:13:40unser Land ziehen und dabei vollkommen
- 3:13:42unbehelligt bleiben? Diese Terrorserie
- 3:13:45und der Kampf gegen den
- 3:13:46Rechtsterrorismus waren damals einer der
- 3:13:48Gründe, warum ich 2013 erstmals für den
- 3:13:50Bundestag kandidiert habe. Und ich habe
- 3:13:52mich damals im zweiten parlamentarischen
- 3:13:55Untersuchungsausschuss zum NSU an der
- 3:13:58Aufklärung beteiligt, aber das Thema
- 3:14:00lässt mich bis heute nicht los, so wie
- 3:14:03viele andere Menschen auch. Wir sehen
- 3:14:05dabei das unermessliche Leid der Opfer
- 3:14:09ihrer Hinterbliebenen, ihrer
- 3:14:10Angehörigen, ihrer Lieben verursacht
- 3:14:13durch die Terroristen, aber eben auch
- 3:14:15durch das eklatante Staatsversagen.
- 3:14:19Aber auch das Netzwerk hinter dem NSU
- 3:14:21ist bis heute nicht vollständig
- 3:14:24aufgeklärt. Also die Strukturen, die es
- 3:14:26dem Trio ermöglicht haben, jahrelang zu
- 3:14:29morden und zuletzt völlig unauffällig in
- 3:14:31der Zwickauer Frühlingsstraße zu leben.
- 3:14:33Wer also neben Beatet Schäpe und den
- 3:14:36wenigen verurteilten Unterstützern
- 3:14:38vielleicht im Hintergrund noch ein paar
- 3:14:39Fäden gezogen hat, meine Damen und
- 3:14:41Herren, wurde nie vollständig
- 3:14:43ausermittelt und ich will dazu mal ein
- 3:14:45Beispiel nennen. Vor etwa 10 Jahren
- 3:14:47haben wir im Untersuchungsausschuss
- 3:14:49über eine Festplatte von Ralf Wohleben
- 3:14:52gesprochen. Er hatte die Tatwaffe
- 3:14:53organisiert und stand dem Trio besonders
- 3:14:56nah. Damals konnte das Bundeskriminalamt
- 3:14:58die Festplatte nicht entschlüsseln.
- 3:15:01Letzte Woche habe ich die
- 3:15:02Bundesregierung gefragt, ob diese
- 3:15:04Festplatte immer noch im BKA liegt und
- 3:15:06die Antwort war ja. Aber was darauf
- 3:15:08gespeichert ist, das weiß bis heute kein
- 3:15:11Mensch.
- 3:15:13Woleben war eine zentrale Figur der
- 3:15:15Thüringer Neonaziszene und wurde sogar
- 3:15:18als Mittäter verurteilt. Meine Damen und
- 3:15:20Herren, da ist es doch nahliegend, dass
- 3:15:22auf dieser Festplatte wichtige
- 3:15:25Informationen über Tatplanungen, über
- 3:15:27weitere Unterstützer und über Netzwerke
- 3:15:29schlummern. Und jetzt stellen wir uns
- 3:15:31mal einen Moment vor, dass diese
- 3:15:34unerkannten Netzwerke einfach so
- 3:15:37weitergemacht haben könnten. Meine Damen
- 3:15:39und Herren, da müssen wir doch alles
- 3:15:41tun, um beschlagnahmte
- 3:15:42Kommunikationsgeräte und Datenträger
- 3:15:45solcher [applaus] Figuren endlich zu
- 3:15:47entschlüsseln.
- 3:15:50zumal zumal die technischen
- 3:15:52Möglichkeiten und das wissen wir doch
- 3:15:54heute wesentlich besser sind als noch
- 3:15:56damals vor 15 Jahren. Und deshalb habe
- 3:16:00ich letzte Woche die Bundesregierung
- 3:16:02auch gefragt, ob sich der Bundeskanzler
- 3:16:04eigentlich an Angela Merkels
- 3:16:06Aufklärungsversprechen von damals
- 3:16:08gebunden sieht und ob die
- 3:16:10Bundesregierung eine
- 3:16:11Entschlüsselungsoffensive
- 3:16:13für alle NSU relevanten Datenträger
- 3:16:15starten wird.
- 3:16:17Die Antwort war: Die Aufklärung des NSU
- 3:16:20bleibe ein wichtiges Anliegen. Da aber
- 3:16:23der Generalbundesanwalt zuständig sei,
- 3:16:25bestehe, Zitat, kein Anlass für ein
- 3:16:28Einwirken im Sinne der Fragestellung.
- 3:16:32Meine Damen und Herren, eine solche
- 3:16:34Antwort finde ich ehrlich gesagt
- 3:16:36beschämend. Mord verjrt nicht. Und wenn
- 3:16:39es weitere Helfer und Unterstützer des
- 3:16:41NSU gibt, da muss alles getan werden, um
- 3:16:44diese Ding festzumachen. Experten aus
- 3:16:45den Sicherheitsbürden haben mir gesagt,
- 3:16:47dass sie sich sehr gerne mal mit diesen
- 3:16:49Festplatten befassen würden. Also nutzen
- 3:16:51Sie die Kompetenzen ihren Behörden.
- 3:16:53Starten Sie eine Aufklärungsoffensive.
- 3:16:55Sie müssen mehr Verantwortung für die
- 3:16:57Aufklärung unter übernehmen. Das sind
- 3:17:00wir den Hinterbliebenen und den Opfern
- 3:17:02und der Angehörigen [applaus] einfach
- 3:17:03schuldig. Vielen Dank.
- 3:17:11Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:17:13ist Kara Bünger für die Fraktion Die
- 3:17:15Linke. [applaus]
- 3:17:26Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:17:28Kolleginnen und Kollegen,
- 3:17:30vor 15 Jahren wurden Uwe Mundlos Uwe
- 3:17:32Böhnhart tot in einem Wohnmobil in
- 3:17:35Eisenach gefunden. Am selben Nachmittag
- 3:17:37ging in Zwickau eine Wohnung in die
- 3:17:38Luft. Behrte Tepe hatte sie angezündet.
- 3:17:42Damit wurde bekannt, dass eine
- 3:17:43Neonazigruppe jahrelang mordend durch
- 3:17:46Deutschland gezogen war, angeblich, ohne
- 3:17:48dass die Behörden etwas davon
- 3:17:50mitbekommen haben. Bis heute ist das
- 3:17:53nicht aufgeklärt. Die Familien der
- 3:17:56Ermordeten sagen deshalb, es darf keinen
- 3:17:58Schlussstrich geben. Und wir sagen mit
- 3:18:01ihnen, es darf keinen Schlussstrich
- 3:18:03geben. [applaus]
- 3:18:06Heute erinnern wir an die Ermordeten und
- 3:18:10an die Verletzten. Wir müssen aber auch
- 3:18:12darüber sprechen, dass sie Ermittler
- 3:18:14Jahrelang ihre Familien verdächtigt
- 3:18:16haben. Die Sonderkommission hieß
- 3:18:18Bosperus. In der Zeitung standen die
- 3:18:21Dönermorde. Betroffene aus der Kölner
- 3:18:24Kolbstraße sprachen vom Anschlag nach
- 3:18:26dem Anschlag: So etwas darf nie wieder
- 3:18:30passieren in diesem Land. [applaus]
- 3:18:33Ich
- 3:18:34bin in Sachsen aufgewachsen, wo der NSU
- 3:18:36lebte, während er zehn Menschen
- 3:18:38ermordete. Es heißt, er sei im
- 3:18:41Untergrund gewesen. Das stimmt nicht. In
- 3:18:43Zwickau war Ralf Marschner ganz nah am
- 3:18:45NSU dran. Er selbst war einer der
- 3:18:47gewaltbereitesten Neonazis der Region
- 3:18:49und Faumann des Bundesamtes für
- 3:18:51Verfassungsschutz. Mehrere Zeugen sagen,
- 3:18:53Uwe Mundlos habe für ihn gearbeitet.
- 3:18:55Seine Firma hat genau an zwei Mordtagen
- 3:18:59Transporter gemietet und davon will der
- 3:19:01Verfassungsschutz nichts mitbekommen
- 3:19:02haben. Das können Sie doch nicht
- 3:19:05ernsthaft glauben und das dürfen wir
- 3:19:06auch nicht glauben. Deshalb halte ich
- 3:19:09auch nichts davon rückblicken von Pannen
- 3:19:12oder Fehlern zu sprechen. Das
- 3:19:13verharmlost nämlich wie Tiefteile des
- 3:19:15Staates im NSU Komplex drinne steckten.
- 3:19:1914 hat auch der Thüringer
- 3:19:21Untersuchungsausschuss einstimmig also
- 3:19:23auch mit der CDU vom Verdacht gezielter
- 3:19:26Sabotage gesprochen. Es geht hier also
- 3:19:28nicht um Pannen oder Fehler, sondern es
- 3:19:30geht hier ganz klar um Staatsverbrechen.
- 3:19:34Der NSU [applaus]
- 3:19:36der NSU ist nicht Geschichte. Nach 2011
- 3:19:40kam Halle Harnau und auch der Mord an
- 3:19:43Walter Lückke. Ende 2024 hatten 1120
- 3:19:48Rechtsextremisten eine waffenrechtliche
- 3:19:49Erlaubnis. Herr Dop, sie gründen doch so
- 3:19:52gerne Taskforces. Ich frage mich, wo ist
- 3:19:54die Taskforce? Zur Entwafflung von
- 3:19:56Rechtsextremisten in diesem Land.
- 3:19:59[applaus]
- 3:20:00Und ich sag Ihnen auch, was passieren
- 3:20:02muss. Erstens, es braucht endlich eine
- 3:20:05Aufklärung. Angela Merkel hat den
- 3:20:07hinterbliebenen 2012 versprochen, alles
- 3:20:09aufzuklären und auch die Hintermänner
- 3:20:11aufzudecken. Dieses Versprechen wurde
- 3:20:14gebrochen. Bis heute hat man den
- 3:20:16Forderungen der Angehörigen an
- 3:20:17Aufarbeitung teilzuhaben. Ist man dieser
- 3:20:20Forderung nicht gerecht geworden. Und
- 3:20:22das ist und bleibt ein Skandal in diesem
- 3:20:24Land. [applaus]
- 3:20:26Eine Woche nach Eisenacht ließ der
- 3:20:28Referatsleiter im Bundesamt die Akten
- 3:20:30von sieben Fauten schreddern. Sein
- 3:20:32Verfahren wurde gegen 3000 € eingestellt
- 3:20:35und mehr als drei Dutzen bekannte Helfer
- 3:20:37des NSU sind bis heute straflos. Wenn
- 3:20:40Sie es mit dem Erinnern ernst meint,
- 3:20:42legen Sie endlich die Akten offen.
- 3:20:45[applaus] Zweitens, die Fau Leute. Kino
- 3:20:48Brand hat als Faumann rund 200.000 Mark
- 3:20:50vom Verfassungsschutz bekommen. Damit
- 3:20:52hat er nach eigener Aussage rechte
- 3:20:54Strukturen unterstützt. Diese
- 3:20:55Vleutepraxis muss beendet werden. Sehr
- 3:20:58geehrte Damen und Herren, nächste Woche
- 3:21:00wollen Sie hier eine Geheimdienstreform
- 3:21:02beschließen, die den Behörden noch viel
- 3:21:04mehr Macht gibt. Damit schützen Sie
- 3:21:06nicht die Verfassung. Sie greifen die
- 3:21:08Verfassung damit an. Auch die
- 3:21:10Sachverständigen haben gesagt, dass das
- 3:21:12verfassungswidrig ist. Und drittens,
- 3:21:14nehmen Sie den Nazis die Waffen ab und
- 3:21:16geben Sie das Geld den Beratungsstellen,
- 3:21:18den Betroffenen und der Aufklärung.
- 3:21:20Damit werden wir alle in diesem Land
- 3:21:22sicherer. Vielen Dank. [applaus]
- 3:21:27Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:21:29ist Dr. Otilie Klein [jubel] für die
- 3:21:31Unionsfraktion.
- 3:21:33[applaus]
- 3:21:37Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:21:39Kolleginnen und Kollegen, Edward Schimek
- 3:21:42kam im Alter von 14 Jahren aus der
- 3:21:44Türkei nach Deutschland. Sein Leben war
- 3:21:47eine klassische Aufstiegsgeschichte. Er
- 3:21:49war anfangs Fabrikarbeiter, eröffnete in
- 3:21:52den frühen 1990er Jahren einen
- 3:21:54Blumenladen und wurde später Unternehmer
- 3:21:57mit einem Blumenroßhandel.
- 3:21:59Er heiratete und wurde Vater von zwei
- 3:22:01Kindern. Deutschland wurde sein Zuhause
- 3:22:04und seine Heimat. All das kam am 9.
- 3:22:08September 2000 an ein abruptes Ende. An
- 3:22:12einem seiner Blumenstände wurde er oder
- 3:22:15jede Vorwarnung hinterrücks mit acht
- 3:22:18Schüssen ermordet. En Jimjek wurde das
- 3:22:22erste Opfer des selbsterklärten
- 3:22:24nationalsozialistischen Untergrunds. Und
- 3:22:26liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn wir
- 3:22:28heute hier im Bundestag über den NSU
- 3:22:31sprechen, dann steht vor allem das
- 3:22:32Gedenken an die Opfer im Mittelpunkt.
- 3:22:36Wir gedenken neun Menschen, die von
- 3:22:38rechtsextremen Terroristen aus
- 3:22:40rassistischen Gründen ermordet wurden.
- 3:22:43Wir gedenken Polizisten, die in ihrem
- 3:22:45Dienst für unsere Freiheit und
- 3:22:46Sicherheit ihr Leben verloren oder
- 3:22:48schwer gezeichnet wurden. Wir gedenken
- 3:22:51all derer, die Opfer eines Mordversuchs
- 3:22:54oder Raubüberfalls des NSU wurden. Unser
- 3:22:57Land hat diesen Menschen eine große
- 3:23:00Verantwortung gegenüber. Ihre Namen,
- 3:23:03ihre Geschichte, ihr Schicksal. und ihr
- 3:23:06Leiden dürfen niemals in Vergessenheit
- 3:23:08geraten.
- 3:23:10[applaus]
- 3:23:16Und zu dieser Verantwortung gehört auch,
- 3:23:18dass wir zu Fehlern stehen. Bei den
- 3:23:21Ermittlungen kam es zu schweren
- 3:23:23Versäumnissen. Ein rechtsextremer
- 3:23:25Hintergrund wurde ignoriert. Die Opfer
- 3:23:28und ihre Familien wurden sogar selbst in
- 3:23:30die Nähe der Kriminalität gerückt. Und
- 3:23:33deshalb ist es so wichtig, dass die
- 3:23:34Lehren aus den Fehlern des Staates
- 3:23:37gezogen wurden. Untersuchungsausschüsse
- 3:23:39haben die Arbeit der Sicherheitsbehörden
- 3:23:41geprüft und Defizite benannt. Wir haben
- 3:23:43den Verfassungsschutz reformiert und
- 3:23:45klare Regeln für den Einsatz von Fauten
- 3:23:48definiert. Mit der
- 3:23:49Rechtsextremismusdatei und dem
- 3:23:51gemeinsamen Extremismus und Terrorismus
- 3:23:53Abwehrzentrum haben wir dafür gesorgt,
- 3:23:54dass sich die Sicherheitsbehörden
- 3:23:57über rechtsextremistische
- 3:23:59Gefahren
- 3:24:00Es gibt eine Zwischenfrage vom Kollegen
- 3:24:01Kotchak. Wollen Sie die zulassen? Nein,
- 3:24:03der Kollege hat schon gefragt heute
- 3:24:08mit dem Ich möchte auch gerne noch mal
- 3:24:10meinen Satz ausführen. Mit der
- 3:24:12Rechtsextremismusdatei und dem
- 3:24:13gemeinsamen Extremismus und Terrorismus
- 3:24:16Abwehrzentrum haben wir dafür gesorgt,
- 3:24:18dass sich die Sicherheitsbehörden über
- 3:24:19rechtsextremistische Gefahren
- 3:24:20austauschen können. Wir haben deutlich
- 3:24:22gemacht, dass die Bekämpfung von Terror
- 3:24:24und Extremismus nicht an den
- 3:24:25Ländergrenzen aufhört.
- 3:24:28Liebe Kolleginnen und Kollegen, erst vor
- 3:24:30ein paar Tagen beginnen wir das Jubiläum
- 3:24:32des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens
- 3:24:34von 1961.
- 3:24:36Im Rahmen dieses Abkommens kamta000ende
- 3:24:38Menschen nach Deutschland, bauten sich
- 3:24:40hier ein Zuhause auf und derbrachten
- 3:24:42ihren Beitrag zum wirtschaftlichen
- 3:24:44Erfolg dieses Landes. Viele dieser
- 3:24:47Lebensgeschichten und anderer
- 3:24:48Einwanderungsgeschichten haben eines
- 3:24:50gemeinsam. Sie sind Erfolgsgeschichten.
- 3:24:53Sie sind Erfolgsgeschichten der
- 3:24:55Bundesrepublik Deutschland, denn sie
- 3:24:57zeigen eine der großen Stärken, die
- 3:25:00unser Land in seinen besten Zeiten immer
- 3:25:02ausgemacht hat. Es kommt nicht darauf
- 3:25:04an, wo man herkommt. Es kommt vor allem
- 3:25:07darauf an, wie man sich für den Erfolg
- 3:25:09dieser Gesellschaft einbringt. Und
- 3:25:11deshalb [applaus]
- 3:25:18und deshalb ist unsere Botschaft an alle
- 3:25:21Menschen, die sich hier ein Leben
- 3:25:23aufgebaut haben und sich für unser Land
- 3:25:25einsetzen, sie sind alle
- 3:25:27selbstverständlicher Teil Deutschlands
- 3:25:29und wir werden uns jedem Rassismus
- 3:25:31vehement entgegenstellen, der etwas
- 3:25:33anderes behauptet.
- 3:25:36Und liebe Kolleginnen und Kollegen, eine
- 3:25:37dritte Lehre aus dem NSU betrifft das
- 3:25:40Thema Wachsamkeit. Wir müssen uns mit
- 3:25:43aller Klarheit gegen Rechtsextremismus,
- 3:25:46gegen jede Form des Extremismus stellen.
- 3:25:49Unser Staat und unsere Gesellschaft
- 3:25:51müssen den Bedrohungen stets furchtlos
- 3:25:54und entschlossen begegnen. Feinden
- 3:25:57unserer Freiheit müssen wir mit der
- 3:25:59gesamten Stärke des Rechtsstaats
- 3:26:00entgegentreten, mit gut ausgestatteten
- 3:26:03Sicherheitsbehörden und klarer
- 3:26:05Rückendeckung für unsere Polizisten und
- 3:26:07Sicherheitskräfte, die unser Land
- 3:26:09tagtäglich beschützen. niemals.
- 3:26:14[applaus]
- 3:26:17Niemals dürfen Menschen Angst haben, in
- 3:26:20Gefahr zu geraten oder gar ermordet zu
- 3:26:22werden, weil sie en W Shinjck heißen,
- 3:26:24weil sie andere politische Überzeugungen
- 3:26:26haben oder weil sie Juden sind. Gerade
- 3:26:29jetzt, da die politischen Ränder
- 3:26:32erstarken und gewaltbereiter Extremismus
- 3:26:35zunimmt, muss das Signal aus diesem Haus
- 3:26:38unmissverständlich sein. Das sind wir
- 3:26:41Enverwa Jimjck und den anderen Opfer des
- 3:26:43NSU schuldig. Und deshalb ist für uns
- 3:26:45als CDU CSU klar, wir werden
- 3:26:47entschlossen gegen jeden Extremismus
- 3:26:50vorgehen, egal wo und egal wie er sich
- 3:26:52zeigt. Vielen Dank.
- 3:26:55[applaus]
- 3:26:58Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 3:27:00für die AfD Markus Mazerat. [applaus]
- 3:27:09Frau Präsidentin, wir sprechen heute
- 3:27:11über die schreckliche Mordserie des
- 3:27:13sogenannten nationalsozialistischen
- 3:27:15Untergrunds NSU. Sicher können wir im
- 3:27:18deutschen Bundestag nicht jedes Mordes
- 3:27:20gedenken, aber beim NSU haben wir es mit
- 3:27:23einer ganzen terroristischen Mord und
- 3:27:25Raubserie zu tun, deren Opfer wir
- 3:27:27natürlich gedenken dürfen und sollen.
- 3:27:30Zehn Menschen wurden ermordet. Die
- 3:27:32Mörder tragen für diese abscheulichen
- 3:27:34Taten die volle Verantwortung.
- 3:27:36Deshalb werden wir die Taten nicht
- 3:27:38relativieren, wie es andere gerade von
- 3:27:40links in vielen Fällen gern tun mit
- 3:27:43Ungleichheit oder schwieriger Kindheit
- 3:27:46oder sonstigen Ablenkungen. Solche Töne
- 3:27:49haben wir noch gestern im Innenausschuss
- 3:27:50gehört. Diese Teroserie ist aber nicht
- 3:27:53zu rechtfertigen.
- 3:27:55Linke Kräfte fordern auch ständig die
- 3:27:57Freilassung ihrer gewalttätigen und
- 3:27:59terroristischen Gesinnungsgenossen.
- 3:28:02Wir von der AfD sagen aber ganz klar
- 3:28:04dazu, alle Mörder und Terroristen sind
- 3:28:07im Gefängnis genau richtig aufgehoben
- 3:28:09und sollen ihre Strafe absitzen.
- 3:28:12[applaus]
- 3:28:15Die Ermordung des ersten Opfers Enwa
- 3:28:17Simsek liegt mehr als 26 Jahre zurück.
- 3:28:21Die Ermordung des letzten Opfers
- 3:28:23Michelle Kiesewetter liegt 19 Jahre
- 3:28:25zurück. Die Selbstentarnung der Täter
- 3:28:27ehrte sich gestern zum 15. Mal. Bis zu
- 3:28:3011 Jahre haben Familien getrauert, ohne
- 3:28:33zu wissen, wer ihnen ihre Angehörigen
- 3:28:35genommen hat. Allen hinterbliebenen
- 3:28:37Angehörigen gilt zuerst unser Mitgefühl.
- 3:28:42Wegen der langen Zeit zwischen den
- 3:28:43ersten Opfern und der Selbstentahnung
- 3:28:45und Aufklärung wurde Vielfach Kritik an
- 3:28:48der Polizei laut. Das sind schwere
- 3:28:50Vorwürfe und denen muss man nachgehen.
- 3:28:53Wo Fehler gemacht wurden, müssen sie
- 3:28:54auch benannt werden. Aber wir müssen
- 3:28:57auch sehen, diese Taten waren etwas
- 3:29:00absolut Besonderes. Die meisten
- 3:29:02Tötungsdelikte sind Beziehungsdaten, bei
- 3:29:04denen es Ermittlungsansätze im Umfeld
- 3:29:07gibt. Bei vielen Terroranschlägen
- 3:29:09tauchen schnell Bekennerschreiben auf.
- 3:29:11Beim NSU war das anders. Die Täter
- 3:29:14handelten höchst konspirativ.
- 3:29:16Sie mordeten nicht dort, wo sie wohnten,
- 3:29:18sondern quer durch das ganze
- 3:29:20Bundesgebiet. Das hat die Behörden vor
- 3:29:22enorme Schwierigkeiten gestellt. An
- 3:29:24einer großen Verschwören der Behörden,
- 3:29:26wie es manche behaupten, glaube ich
- 3:29:28nicht. Auch meine Polizeikollegin
- 3:29:31Michelle Kieswetter gehörte zu den
- 3:29:32Mordofern des NSU. Auch diese Tat wurde
- 3:29:36zunächst nicht aufgeklärt und auch da
- 3:29:38sollen die Ermittler weggesehen haben.
- 3:29:40Das glaube ich aber nicht. Gerade weil
- 3:29:43ein Motiv nicht erkennbar war, mussten
- 3:29:45auch weitere Kollegen der Polizei Angst
- 3:29:47gehabt haben. Dieser Rechtsterror
- 3:29:50bedeutet zuerst einmal unermesslichen
- 3:29:52Schmerz für die unmittelbar Betroffenen
- 3:29:54und ihre Angehörigen und er schadet auch
- 3:29:57unsere Gesellschaft insgesamt. Er
- 3:29:59schadet unserem Land und unserem Volk.
- 3:30:02Unser Anspruch als AfD ist daher klar.
- 3:30:05Wir wollen, dass die Polizei Straftaten
- 3:30:07und Terrortaten aufklärt und vor allem
- 3:30:09verhindert. Deshalb haben unsere AfD
- 3:30:13Fraktion in Bund und Ländern auch
- 3:30:14hunderte Anträge gestellt, die allein
- 3:30:17der Verbesserung der Polizeiarbeit
- 3:30:18dienen. Denn Terror, egal ob rechts,
- 3:30:21links, grün importiert oder sonst wie
- 3:30:24motiviert, müssen wir verhindern und
- 3:30:26verurteilen ohne wenn und aber. Vielen
- 3:30:29Dank. [applaus]
- 3:30:35Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:30:36ist Sonja Eichwede für die SPD Fraktion.
- 3:30:40[applaus]
- 3:30:49Sehr geehrte Frau Präsidentin, werrte
- 3:30:52Kolleginnen und Kollegen, wir sprechen
- 3:30:54heute über eines der schwersten Versagen
- 3:30:58unseres Staates, ein Versagen von
- 3:31:01Nachrichtendiensten und Behörden, das
- 3:31:03auch mit dazu geführt hat, dass zehn
- 3:31:06Menschen ermordet wurden. zehn Menschen,
- 3:31:09die ihren Familien, ihren Freunden,
- 3:31:11ihrem Leben gewaltsam entrissen wurden.
- 3:31:15Dass die Familien der Opfer heute trotz
- 3:31:18dieser Fehler des Staates weiter für
- 3:31:21unsere Demokratie kämpfen, unsere
- 3:31:23Demokratie stärken, für Aufarbeitung und
- 3:31:26Erinnerung eindrucken eintreten,
- 3:31:28beeindruckt mich zutiefst: Es ist nicht
- 3:31:31selbstverständlich und es verdient unser
- 3:31:33allergrößten Dank.
- 3:31:36[applaus]
- 3:31:41Liebe Kolleginnen und Kollegen, zehn
- 3:31:43Menschen wurden ermordet. Neun Menschen
- 3:31:46wurden aus rassistischen Motiven
- 3:31:47ermordet. allein, weil ihre Existenz
- 3:31:50nicht in das rassistische Weltbild von
- 3:31:52Neonazis passte und das in unserem Land
- 3:31:56mit unserer Geschichte. Hinzu kommt der
- 3:31:59Mord einer jungen Polizistin, die mit
- 3:32:02ihren 22 Jahren ihr ganzes Leben noch
- 3:32:04vor sich hatte und sich doch gerade
- 3:32:06entschieden hatte, für unsere Sicherheit
- 3:32:09und für unsere Freiheit einzutreten.
- 3:32:13Unsere Behörden haben nicht nur die
- 3:32:15Opfer nicht geschützt. Nein, die Opfer
- 3:32:17wurden auch verdächtigt und
- 3:32:19stigmatisiert, alleine, weil sie
- 3:32:22Migrationsgeschichte hatten. Das ist
- 3:32:24zutiefst beschämend und es ist
- 3:32:26gefährlich. [applaus]
- 3:32:34Menschen, deren Ehemänner, Väter und
- 3:32:37Geschwister ermordet wurden, hatten
- 3:32:38keine Zeit zu trauern. Sie mussten sich
- 3:32:41gegen Anfeindung wehren. Ihnen wurde
- 3:32:43vorgehalten, dass die Opfer mitschuldig
- 3:32:45an ihrer Ermordung sein, weil es gerade
- 3:32:48nicht in alle Richtungen ermord
- 3:32:50ermittelt worden ist. Rassistische
- 3:32:52Motive wurden zu lange völlig
- 3:32:55ausgeschlossen. Die Täter wurden nur im
- 3:32:57Umfeld der Ermordeten gesucht, obwohl
- 3:33:00die Morde doch über Jahre auch Dinge
- 3:33:03verbanden, wie die Waffe und weitere
- 3:33:06Hinweise. Der Verfassungsschutz hat
- 3:33:09nicht nur weggesehen, Vleute aus dem
- 3:33:11Umfeld des NSU waren tief in die rechte
- 3:33:14Szene verstrickt. Auch das ist
- 3:33:16hochproblematisch und ein Versagen
- 3:33:18unseres Staates. Und all das darf für
- 3:33:21uns nicht nur ein Kapitel der deutschen
- 3:33:23Geschichte sein. Es ist stets Auftrag
- 3:33:26und Verpflichtung für die Gegenwart,
- 3:33:29auch für unser jetziges Handeln.
- 3:33:33[applaus]
- 3:33:38Es zeigt uns, wohin es führen kann, wenn
- 3:33:40Rechtsextremismus und
- 3:33:42Menschenfeindlichkeit,
- 3:33:44wenn Terrorismus unterschätzt wird. Es
- 3:33:46zeigt uns, wohin es führen kann, wenn
- 3:33:48Warnsignale nicht ernst genommen werden,
- 3:33:51wenn Behörden nicht ausreichend
- 3:33:53zusammenarbeiten. Es zeigt uns, wie
- 3:33:56gefährlich es ist, wenn rassistische
- 3:33:58Vorteile des Handeln staatlicher
- 3:34:00Institutionen beeinflussen. Und es zeigt
- 3:34:03uns, wie gefährlich es ist, wenn
- 3:34:04Sicherheitsbehörden sich nicht stets und
- 3:34:07ständig selbst hinterfragen. Wir ziehen
- 3:34:10aus diesem Versagen Konsequenzen. Es
- 3:34:13braucht fortwährende Aufarbeitung und
- 3:34:15ständige Erinnerung. Es braucht starke
- 3:34:17demokratische Institutionen und
- 3:34:20Sicherheitsbehörden, die stets den
- 3:34:22Menschen im Mittelpunkt haben, ohne
- 3:34:24Vorteile und niemals unter
- 3:34:26Generalverdacht stellen. Und ich will
- 3:34:28allen Betroffenen sagen, hierbei bei
- 3:34:31diesem Kampf steht die SPD Fraktion
- 3:34:34immer ganz klar an ihrer Seite.
- 3:34:38[applaus]
- 3:34:41Und genau aus diesem Grund werden wir
- 3:34:43auch das NSU Dokumentationszentrum
- 3:34:46eröffnen, um an die Verbrechen, an das
- 3:34:48Leid, an das Versagen zu erinnern, um
- 3:34:50für Aufklärung zu sorgen und zu mahnen.
- 3:34:53Das alles ist für uns stets Auftrag und
- 3:34:57muss ansporn sein, solange wir hier
- 3:35:00politisch Verantwortung tragen. Vielen
- 3:35:02Dank.
- 3:35:03[applaus]
- 3:35:05Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 3:35:07Marcel Emmerich für die Fraktion Bündnis
- 3:35:0990 die Grünen. [applaus]
- 3:35:20Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:35:21Kolleginnen, Kollegen, am 9. September
- 3:35:242000 steht Enwa Jemjck in seinem
- 3:35:26Blumenstand in Nürnberg. 38 Jahre alt,
- 3:35:29Vater von zwei Kindern. Eigentlich hätte
- 3:35:31er frei, doch er springt ein. Während er
- 3:35:33im Laderaum seines Transporters
- 3:35:34arbeitet, näheren sich zwei
- 3:35:36Rechtsterroristen. Sie schießen acht mal
- 3:35:38auf ihn. Zwei Tage später ist er tot.
- 3:35:41Ist das erste Mordopfer des NSU. Acht
- 3:35:44weitere Männer werden aus rassistischen
- 3:35:46Morden aus rassistischen Motiven
- 3:35:48ermordet. Später auch eine Polizistin. 7
- 3:35:51Jahre rechter Terror. Für Familie Jemjck
- 3:35:55beginnt ein zweites Unrecht. Statt einem
- 3:35:57rassistischen Motiv nachzugehen,
- 3:35:59verdächtigen Ermittler seine Ehefrau.
- 3:36:01Sie unterstellen Drogengeschäfte,
- 3:36:02konfrontieren die Familie mit einer
- 3:36:04angeblichen Geliebten, seine 14-jährige
- 3:36:06Tochter erlebt, wie der Staat ihre
- 3:36:08Familie verdächtigt. Semia Jemjck faste
- 3:36:11er später zusammen. 11 Jahre durften wir
- 3:36:14nicht einmal rein Gewissens Opfer sein.
- 3:36:1611 Jahre. 11 Jahre in denen ein Familie
- 3:36:19nicht nur trauern, sondern gegen die
- 3:36:20Verdächtigung derer kämpfen musste, die
- 3:36:23sie hätten schützen sollen. Auch andere
- 3:36:26Opferfamilien wurden verdächtigt. Über
- 3:36:28all die Jahre beschämendes
- 3:36:30Behördenversagen. Das war rassistisch,
- 3:36:33das war erniedrigend und das darf sich
- 3:36:35nie wieder wiederholen.
- 3:36:37[applaus]
- 3:36:41Sie fragten sich über all die Jahre, wer
- 3:36:44wusste was? Wer hatte geholfen? Und sie
- 3:36:46kämpften um die Wahrheit, sie forderten
- 3:36:48Aufklärung, sie kämpften gegen Vorteile
- 3:36:51und hielten die Erinnerung an die Opfer
- 3:36:53wach. Bis heute haben das die Anhörigen
- 3:36:56getan und werden das auch weiter tun.
- 3:36:58Und während die Angehörigen um Antworten
- 3:37:00kämpften, wurden beim Verfassungsschutz
- 3:37:02sogar Akten zum NSU Umfeld vernichtet.
- 3:37:05Und deshalb darf es nicht bei Worten
- 3:37:07bleiben. Es braucht ein Stiftung
- 3:37:09Stiftungsgesetz des Bundes, das ein NSU
- 3:37:11Dokumentationszentrum und die
- 3:37:13Aufarbeitung dauerhaft absichert mit den
- 3:37:15Angehörigen und nicht über ihre Köpfe
- 3:37:17hinweg und es braucht langfristige
- 3:37:19Entschädigung für hinterbliebende und
- 3:37:21überlebende finanzielle, rechtliche und
- 3:37:23psychosozialunterstützung.
- 3:37:26[applaus]
- 3:37:28Und hier Verantwortung zu übernehmen,
- 3:37:31das ist eine staatliche Verpflichtung.
- 3:37:32Und es ist schön Herr
- 3:37:33Bundesinnenminister Dobrint, dass Sie an
- 3:37:35der Debatte teilnehmen, aber noch
- 3:37:37schöner wäre es gewesen, wenn Sie den
- 3:37:39Angehörigen und allen anderen gesagt
- 3:37:40hätten, was sie mit Blick auf die
- 3:37:42offenen Fragen, die auch die Kollegin
- 3:37:43Mihallc hier noch mal am Redepult
- 3:37:45vorgestellt hat und auch mit Blick im
- 3:37:47Kampf gegen den Rechtsextremismus, was
- 3:37:49sie davor haben, was sie da planen, denn
- 3:37:52es geht um Sicherheit für alle in diesem
- 3:37:53Land und da ist der Kampf gegen
- 3:37:55Rechtsextremismus und Rechtsteriorismus
- 3:37:57ganz entscheidend.
- 3:37:59[applaus]
- 3:38:02Die Verantwortung im Kampf gegen Rechts,
- 3:38:03sie gilt bis heute, denn während
- 3:38:06Angehörige um Aufklärung kämpften,
- 3:38:09bezeichnete die AfD in Mecklenburg
- 3:38:10Vorpommern den NSU
- 3:38:12Untersuchungsausschuss als
- 3:38:13Steuerverschwendung und immer wieder
- 3:38:15verharmlosen Mitglieder der AfD
- 3:38:17Rechtsterrorismus, sei es in Halle,
- 3:38:19Harnau oder bei den sechsen
- 3:38:21Separatisten. ist auch nicht
- 3:38:22verwunderlich, denn ehemalige Kollegen
- 3:38:24sitzen wegen einer möglichen Verbindung
- 3:38:27in einen rechtstroristische Gruppierung
- 3:38:29noch immer in Untersuchungshaft.
- 3:38:31Rechtsextremismus ist nicht
- 3:38:32verschwunden. Die Vertreter des
- 3:38:34völkischen National Die Vertreter des
- 3:38:36völkischen Nationalismus rassistischer
- 3:38:38Feindbilder und der Ausgrenzung von
- 3:38:40Menschen aufgrund ihrer Herkunft sitzen
- 3:38:42hier mitten im Parlament. Die AfD bildet
- 3:38:44das Zentrum des Rechtsextremismus in
- 3:38:46Deutschland und deswegen muss man mit
- 3:38:48aller Härte gegen sie vorgehen und
- 3:38:49deswegen braucht es auch ein AfD
- 3:38:51Verbotsverfahren. [applaus]
- 3:38:58Vieles, was wir über den NSU wissen,
- 3:39:01verdanken wir den Angehörigen, verdanken
- 3:39:03wir der antifaschistischen
- 3:39:04Zivilgesellschaft, investigativen
- 3:39:06Journalistinnen und Journalisten. Sie
- 3:39:07recherchierten, sie fragten nach, sie
- 3:39:09gingen offenen Fragen nach und deswegen
- 3:39:11möchte ich auch an dieser Stelle mich
- 3:39:12bei der Zivilgesellschaft und allen, die
- 3:39:14diese Arbeit gemacht haben, aufrichtig
- 3:39:16bedanken. Das war sehr wertvoll.
- 3:39:18Herzlichen Dank. [applaus]
- 3:39:22Wer die Angehörigen ernst nimmt, der
- 3:39:24muss auf Sie hören. Der muss den Fragen
- 3:39:26nachgehen, die sich stellen. Der muss
- 3:39:28die Forderung umsetzen, denn es darf
- 3:39:30keinen Schlussstrich geben. Vielen Dank.
- 3:39:33[applaus]
- 3:39:35Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 3:39:37ist Janine Wissler für die Fraktion Die
- 3:39:39Linke.
- 3:39:41[applaus]
- 3:39:47Frau Präsidentin, meine Damen und
- 3:39:48Herren, ich möchte über die Opfer das
- 3:39:50NSU Terrors sprechen, über ihre
- 3:39:52Familien, die selbst in Gedacht, die
- 3:39:54selbst unter Verdacht standen, statt
- 3:39:56Hilfe zu erhalten, gegen die ermittelt
- 3:39:58wurde, statt Hinweisen auf rechte Täter
- 3:40:00nachzugehen. Die Familie Jimjck musste
- 3:40:03damit lange Jahre leben. Medien
- 3:40:06schrieben von Dönermorden ermittelt
- 3:40:08wurde im Ausländermilieu.
- 3:40:11Das LKA Badenwürttemberg hielt laut
- 3:40:13Fallanalyse deutsche Täter für
- 3:40:15unwahrscheinlich, da Zitat: "Die Tötung
- 3:40:19von Menschen in unserem Kulturraum mit
- 3:40:21einem hohen Tabu belegt ist. Das ist
- 3:40:24institutioneller Rassismus."
- 3:40:27Der Untersuchungsausschuss [applaus]
- 3:40:28in Hessen hat Abgründe offenbart.
- 3:40:31Akten wurden geschreddert, geschwärzt,
- 3:40:33120 Jahre für geheim erklärt. 2006 wurde
- 3:40:36Hallosgard in Kassel erschossen. Er war
- 3:40:39das neunte Opfer der Mordserie. Ein Jahr
- 3:40:41später wurde Michelle Kiesewetter
- 3:40:43ermordet. Nach dem Mord in Kassel fand
- 3:40:45eine Demonstration statt. Kein zehntes
- 3:40:47Opfer. Die Familien der Opfer riefen
- 3:40:50dazu auf, sie sahen das rassistische
- 3:40:53Motiv, dass die Behörden noch lange
- 3:40:55ignorierten. Es ist beschämend, dass sie
- 3:40:58alleinelassen wurden. Auf die Familie
- 3:41:00Jos wurden zwei verdeckte Ermittler
- 3:41:03angesetzt, während die Naziszene
- 3:41:04Nordhessen unbehelligt blieb. Der Kler
- 3:41:07Neonazi Stefan Ernst ermordete 13 Jahre
- 3:41:09später Walter Lüpke. Was den Angehörigen
- 3:41:12angetan wurde, ist unentschuldbar und
- 3:41:14oft wurde gesagt, dass aus den Fehlern
- 3:41:15gelernt wurde. 2020 wurden in Hanau neun
- 3:41:19Menschen aus rassistischen Gründen
- 3:41:20ermordet. Bei ihren Familien gab es
- 3:41:22Gefährdeansprachen.
- 3:41:24Auch hier wurde gemauert, statt
- 3:41:26aufzuklären. Verneigen wir uns vor den
- 3:41:28Opfern und ziehen wir die richtigen
- 3:41:30Schlüsse. Wer rechte Parolen übernimmt
- 3:41:31und verbreitet, der vergiftet das
- 3:41:33gesellschaftliche Klima. Es beginnt nie
- 3:41:36mit Mord. Es beginnt mit Worten, die
- 3:41:38Menschen abwerten. Unsere Solidarität
- 3:41:41gilt den Opfernrecht der Gewalt. Allen,
- 3:41:43die gegen Rassismus kämpfen, [applaus]
- 3:41:45die sich den Recht in den Weg stellen.
- 3:41:46Sie sind der beste Verfassungsschutz,
- 3:41:49besser als alle Ämter gleichen Namens
- 3:41:51zusammen. Vielen Dank.
- 3:41:53[applaus]
- 3:41:57Die nächste Rednerin ist für die
- 3:41:58Unionsfraktion Ten Attau.
- 3:42:02[applaus]
- 3:42:14Sehr geehrte Frau Präsidentin,
- 3:42:16sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen
- 3:42:18Enverwer Schimscheck, Abdurahmin
- 3:42:21Abdurahim Ösüdor, Süleiman Tachköprü,
- 3:42:25Habil Kılı, Mehmed Turgut, Ismail Jaar,
- 3:42:30Theodor Bulgarides, Mehmet Kubasch,
- 3:42:33Halil Josatz und Michelle Kiesewetter.
- 3:42:37Wir werden ihren Namen niemals
- 3:42:38vergessen. Wir werden ihre Geschichte
- 3:42:40niemals vergessen, denn Sie alle sind
- 3:42:43Opfer einer rechtsextremistischen
- 3:42:44Mordserie geworden, einer Terrorgruppe,
- 3:42:47die sich am 4. November 2011, also genau
- 3:42:50vor 15 Jahren, selbst entt hat. 11 Jahre
- 3:42:53nach dem ersten Mord, 11 Jahre falsche
- 3:42:55Spurensuche unserer Behörden, 11 Jahre
- 3:42:58Ungewissheit für die Angehörigen, 11
- 3:43:00Jahre zu Unrecht unter Verdacht.
- 3:43:02Wie sagte Frau Bundeskanzlerin Angela
- 3:43:04Merkel seiner Zeit: "Diese Verbrechen
- 3:43:06sind eine Schande für unser Land. Das
- 3:43:09waren sie vor 15 Jahren, das sind Sie
- 3:43:11heute und es werden Sie auch noch in 15
- 3:43:13Jahren bleiben."
- 3:43:16[applaus]
- 3:43:18Dönermorde. So nannten die deutschen
- 3:43:20Leidmedien diese widerwärtige und
- 3:43:22niederträchtige Mordserie jahrelang. Wie
- 3:43:25verächtlich und verhöhnend kann man
- 3:43:26sein, wenn Opfer aufgrund ihrer Herkunft
- 3:43:28auf ein Imbisgericht reduziert werden.
- 3:43:32Sehr geehrte Damen und Herren, noch
- 3:43:34heute, 15 Jahre nach der Selbstentarnung
- 3:43:37stellen sich insbesondere zwei Fragen.
- 3:43:39Wie konnte so etwas in unserem Land
- 3:43:41passieren und wie passiert so etwas nie
- 3:43:44wieder? Auf die erste Frage, liebe
- 3:43:46Kolleginnen und Kollegen, habe ich
- 3:43:48bedauerlicherweise keine angemessene
- 3:43:49Antwort.
- 3:43:51Warum jahrelang rechtsextremistische
- 3:43:52Motive ausgeschlossen worden sind, weiß
- 3:43:55ich nicht. Warum die Familien über Jahre
- 3:43:57zu Unrecht verdächtigt worden sind, das
- 3:43:59weiß ich nicht. Welches Netzwerk hinter
- 3:44:02den drei Mördern war, weiß ich nicht.
- 3:44:04Welche Rolle verschiedenste Frauleute
- 3:44:06hatten, weiß ich ebenfalls nicht. Warum
- 3:44:09Akten urplötzlich geschreddert worden
- 3:44:11sind, ebenfalls nicht. All das kann ich
- 3:44:14Ihnen heute nicht beantworten. Trotz der
- 3:44:16Arbeit von insgesamt 15
- 3:44:18Untersuchungsausschüssen in Bund und
- 3:44:19Ländern und einem vier Jahre andauernden
- 3:44:21Strafprozess mit über 430
- 3:44:22Verhandlungstagen sind weitere Fragen
- 3:44:24unbeantwortet. Das schmerzt, denn es ist
- 3:44:27die Aufgabe des Staates, Aufklärung und
- 3:44:29Transparenz ähm zu für dafür zu sorgen.
- 3:44:32Das ist uns nicht vollumfänglich
- 3:44:34gelungen. Aber auf die zweite Frage habe
- 3:44:38ich zumindest mehr Antworten, denn wir
- 3:44:41brauchen diese Antworten auch, denn im
- 3:44:42Jahre 2025 gab es über 42 000
- 3:44:46rechtsextremistisch motivierte
- 3:44:47Straftaten in Deutschland. So simpel es
- 3:44:49klingeln klingen mag, die
- 3:44:51Sensibilisierung ist der erste Schritt
- 3:44:52dafür. Und unsere Sicherheitsbehörden
- 3:44:54sind spätestens nach den NSU Morden
- 3:44:57selbstreden ganz anders sensibilisiert
- 3:44:59für rechtse extremistische Gewalt. Aber
- 3:45:03selbst Sensibilisierung reicht nicht
- 3:45:05aus. Unser Innenminister Alexander
- 3:45:07Dobrind verfolgt eine Strategie zur
- 3:45:08Bekämpfung von jedwedem Extremismus, die
- 3:45:11auf mehreren Säulen fußt. Erstens mehr
- 3:45:14Personal und bessere technische
- 3:45:15Ausstatzung für unsere
- 3:45:16Sicherheitsbehörden, damit Ermittlungen
- 3:45:18schneller und erfolgreicher verfolgt
- 3:45:21werden können. Zweitens, die Ausweitung
- 3:45:23staatlicher Befugnisse, ob mit der
- 3:45:25IP-Adressenspeicherung
- 3:45:27oder erweiterte
- 3:45:28Telekommunikationsüberwachung,
- 3:45:30KI gestützer Datenanalyse oder
- 3:45:32biometrischen Bildagleich. All diese
- 3:45:34Dinge, Kollegen von den AfD, möchten Sie
- 3:45:37nicht und erzählen uns heute, dass sie
- 3:45:38für Aufklärung sind. selten so etwas
- 3:45:40Verhöhnendes gehört. Drittens, die
- 3:45:43Reform des Verfassungsschutzes und der
- 3:45:45Nachrichtendienste. Mit der größten
- 3:45:46Reform in der Geschichte unseres Landes
- 3:45:48werden wir unsere Nachrichtendienste zu
- 3:45:49echten Geheimdiensten machen, um
- 3:45:51effektiv gegen jede Form von Extremismus
- 3:45:53und Terrorismus vorzugehen. Und
- 3:45:55viertens, ja, auch die Fortführung von
- 3:45:58erfolgreichen Präventions und
- 3:45:59Aussteigerprogrammen, die Förderung von
- 3:46:01politischer Bildung und
- 3:46:02Demokratieförderung.
- 3:46:03All das sind die Säulen, womit wir mit
- 3:46:05unserem Innenminister und dieser
- 3:46:06Bundesregierung rechtsextremismus,
- 3:46:08Linksextremismus, Islamismus,
- 3:46:10Antisemitismus und alle Formen des
- 3:46:11Extremismus bekämpfen werden.
- 3:46:15[applaus]
- 3:46:17Lassen Sie mich auch sagen, ich halte es
- 3:46:18für vollkommen richtig, dass bereits in
- 3:46:20der vergangenen Legislaturperiode
- 3:46:22ein Gesetz zur Beschleunigung von
- 3:46:25Disziplinarverfahren in der
- 3:46:26Bundesverwaltung verabschiedet worden
- 3:46:27ist. Denn Feinde der Demokratie dürfen
- 3:46:30nicht in unseren Reihen sitzen. Sie
- 3:46:32dürfen auch nicht in unseren Behörden
- 3:46:33sitzen. Dagegen gehen wir konsequent
- 3:46:35vor.
- 3:46:37Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
- 3:46:39auch 15 Jahre nach der Entnung sind wir
- 3:46:41weit von Aufklärung entfernt. Ich kann
- 3:46:44Ihnen allerdings für meine Fraktion
- 3:46:45versichern, wir werden weiter versuchen,
- 3:46:48alles mögliche zu tun, den Angehörigen
- 3:46:51und den Familien das Gefühl zu geben,
- 3:46:53dass wir an ihrer Seite sind und dass
- 3:46:55wir jede Form von Extremismus gemeinsam
- 3:46:57bekämpfen werden. Vielen Dank. [applaus]
- 3:47:04Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 3:47:06Ronald Gläser für die AfD Frak.
- 3:47:10[applaus]
- 3:47:14Frau Präsidentin, meine Damen und
- 3:47:16Herren, der nationalsozialistische
- 3:47:18Untergrund ist für eine furchtbare
- 3:47:20Mordserie verantwortlich. Über die
- 3:47:22Abscheulichkeit dieser Taten kann es
- 3:47:23keine zwei Meinungen geben. Der Arte
- 3:47:25Teppe sitzt dafür heute noch im
- 3:47:26Gefängnis. Niemand, der bei Verstand
- 3:47:28ist, zieht durchs Land und tötet kleine
- 3:47:30Ladenbesitzer aufgrund ihrer Herkunft.
- 3:47:33Niemand, der bei Verstand ist. Und wer
- 3:47:35es doch tut, der gehört schnell und hart
- 3:47:37bestraft. Das ist die Logik eines, die
- 3:47:39nüchterne Logik eines funktionierenden
- 3:47:41Rechtsstaates, wie wir ihn uns
- 3:47:42wünschten, mit dem einige hier aber
- 3:47:43Probleme haben, weil sie nämlich
- 3:47:45glauben, man könne politische Forderung
- 3:47:46auch mit Gewalt durchsetzen und sie
- 3:47:48glauben auch noch, sie werden auf einer
- 3:47:49moralisch höheren Stufe, weil sie
- 3:47:51besonders laut Krach machen gegen diese
- 3:47:53Mörderbande. Das sind sie nicht und das
- 3:47:54funktioniert nicht. Meine Damen und
- 3:47:55Herren,
- 3:47:57[applaus]
- 3:47:59neben den ungeheuerlichen Taten, mit
- 3:48:02denen wir uns hier beschaffen, müssen
- 3:48:03wir aber auch über die ungeheim
- 3:48:05Ungereimtheiten sprechen, die es in
- 3:48:06diesem Zusammenhang gegeben hat. Und ich
- 3:48:08möchte auch noch äh ihre Erinnerung
- 3:48:10etwas auffrischen, falls sie etwas
- 3:48:12verblast sein sollte. Die Kollegin
- 3:48:14Bertrix von Storch und auch Kara Bünger
- 3:48:15haben einige Fälle schon genannt. Ich
- 3:48:17beginne mal mit dem Abtauchen des Trios
- 3:48:191998.
- 3:48:21Warum konnten die denn abtauchen, als
- 3:48:22ihre Garage durchsucht worden ist?
- 3:48:25Weil Uwe Böhnhard einen Anruf bekommen
- 3:48:27hat und darüber informiert wurde, es
- 3:48:28gibt jetzt gleich ein Ratzia, er ist
- 3:48:30vorgewarnt worden. Woher wissen wir das?
- 3:48:32Hat seine Mutter im Thüingen
- 3:48:34Untersuchungsausschuss ausgesagt. Haben
- 3:48:36Sie das alles schon vergessen? Ich habe
- 3:48:37das nicht vergessen, meine Damen und
- 3:48:38Herren. Und der Sprengstoff, der da
- 3:48:40gefunden wurde, woher kam der denn? Der
- 3:48:42kam von Thomas S. Das hat er jedenfalls
- 3:48:45so ausgesagt und der war jahrelang, 10
- 3:48:47Jahre lang Vannmann des Berliner
- 3:48:48Verfassungsschutzes.
- 3:48:50Der hat jede Menge Informationen über
- 3:48:52all die Jahre über den NSU an die
- 3:48:54Behörden weitergegeben und ist nichts
- 3:48:55passiert. Haben Sie das [räuspern] alle
- 3:48:57vergessen? Ich habe das nicht vergessen.
- 3:48:58Und die Tatwaffe, die Chesscide, mit der
- 3:49:00die meisten Taten begangen worden sind,
- 3:49:02besorgt worden möglicherweise von einem
- 3:49:04Vumann und mit Sicherheit bezahlt worden
- 3:49:06mit dem Geld vom Verfassungsschutz von
- 3:49:08Tino Brand. Beattrex von Steucher dazu
- 3:49:10alles gesagt. Alles schon vergessen. Ich
- 3:49:12habe das nicht vergessen. Nach dem
- 3:49:13Aufliegen der Bande hat hat jemand aus
- 3:49:16dem sächsischen Innenministerium, oh
- 3:49:17konnte nicht mehr ermittelt melden, wer
- 3:49:19wer das war, bei Beate Chepper auf dem
- 3:49:21Telefon angerufen. Beate, was ist da
- 3:49:23los? Und sie hat zehn mal versucht beim
- 3:49:25Verfassungsschutz anzurufen. So vertraut
- 3:49:27war man da. Alles schon vergessen. Ich
- 3:49:29habe das nicht vergessen. Keine
- 3:49:30Rußpartikel in den Lungen der UWES. Ja,
- 3:49:33was die ganze These vom kollektiven
- 3:49:34Selbstmord ziemlich adab absurdum führt.
- 3:49:37Ich habe das nicht vergessen. Das sind
- 3:49:39und am Ende noch ein von amerikanischen
- 3:49:42Agenten, die nach dem Mord Michelwetter
- 3:49:44zu Protokoll gegeben haben, dass es ein
- 3:49:46dass es eine Schießerei zwischen
- 3:49:48deutschen Rechtsextremisten und der
- 3:49:49Polizei gegeben hat. Kann das sein? Gibt
- 3:49:51eine Zwischenfrage aus der SPD Fraktion.
- 3:49:53Wollen Sie die?
- 3:49:54Na klar, selbstverständlich.
- 3:50:02Herr Abgeordneter, Sie sind jetzt der
- 3:50:04dritte Redner Ihrer Fraktion, der zwar
- 3:50:06einerseits auf das staatliche Versagen
- 3:50:07hinweist, dazu haben sich alle
- 3:50:09Kolleginnen und Kollegen ja hier
- 3:50:10geäußert, der aber völlig ausblendet,
- 3:50:13was eigentlich der Hintergrund und
- 3:50:14welches Milieu dazu beigetragen hat,
- 3:50:15hier öffentliche Hetze gegen Ausländer
- 3:50:17zu veranstalten die ganze Zeit, wo
- 3:50:18nämlich den Brand reden die Brandtaten
- 3:50:20gefolgt sind und Frau von Stech hat
- 3:50:22sogar fertig gebracht, den Verdächtigen
- 3:50:24zu benennen, der hinterher dafür
- 3:50:25verantwortlich war, den
- 3:50:27Regierungspräsident Lückke umzubringen.
- 3:50:29Das ist ein Milieu, aus dem permanent
- 3:50:31gegen Ausländer gehetzt worden ist und
- 3:50:32das ist die Saat, die da aufgegangen ist
- 3:50:34und das kann nicht bestritten werden,
- 3:50:36dass das übersehen worden ist sich hier
- 3:50:37so zu tun als stellen man sich auf die
- 3:50:39Seite der Opfer eine Verhöhnung dieser
- 3:50:41Opfer. Ich finde das ist hier nicht
- 3:50:42hinzunehmen, dass eine Fraktion so tut
- 3:50:43als habe sie mit diesem Millionen nichts
- 3:50:45zu tun, sonder im Gegenteil immer wieder
- 3:50:47gegen Ausänder überall hetzt, wo das nur
- 3:50:48möglich ist. Das ist Teil der
- 3:50:50Geschichte, wenn Sie schon sagen, werden
- 3:50:51das nicht vergessen. [applaus]
- 3:50:55Herr Kollege, Sie haben die Möglichkeit
- 3:50:57auf Herrn Stegner zu antworten. Das
- 3:50:59sind ihre Leute, Frau Bünger, jetzt ist
- 3:51:01der Kollege Lieber Herr Stegner, das ist
- 3:51:03wirklich unredlich. Erstens haben wir
- 3:51:05nichts damit zu tun. Meine Partei ist
- 3:51:06überhaupt erst gegründet worden, jahre
- 3:51:08nachdem diese Zelle aufgeflogen worden
- 3:51:10aufgeflogen ist. Und Berat Trix von
- 3:51:12Storch hat doch schon gesagt. Wer hat
- 3:51:13denn regiert in den ganzen Ländern und
- 3:51:15dem Bund? CDU CSU, SPD, Grüne, FDP,
- 3:51:18sogar die Linken in Berlin zu dem
- 3:51:19Zeitpunkt. Alle anderen stecken da drin,
- 3:51:21nur wir nicht. Wir haben damit wirklich
- 3:51:23nichts zu tun. Und
- 3:51:27zudem
- 3:51:29auch wenn sie jetzt auch das andere, was
- 3:51:31Sie gesagt haben, wenn Sie
- 3:51:33Halt stopp,
- 3:51:35Herr Kollege, warten Sie einfach einen
- 3:51:36Moment ab. So, wir
- 3:51:39könnten sie jetzt vielleicht
- 3:51:42Heuchler
- 3:51:44möchte auch noch mal auf den
- 3:51:45dafür erteile ich Ihnen jetzt ein
- 3:51:46Ordnungsruf.
- 3:51:47Ich möchte auch noch mal auf den Vorwurf
- 3:51:49kommen. Ja, genau. Sie sie beantworten
- 3:51:51jetzt die Frage fertig und wir hören
- 3:51:53jetzt auch wieder zu.
- 3:51:53Selbstverständlich. Der der Vorwurf
- 3:51:56lautet: "Wir würden damit in einem Boot
- 3:51:58stecken und das ist halt einfach
- 3:51:59komplett unredlich, was sie da machen."
- 3:52:01Genauso wie ich jetzt hier auch mehrfach
- 3:52:03schon gehört habe von Ihnen klang das
- 3:52:05auch mit durch, dass
- 3:52:07dass es absolut unfair ist, die Opfer zu
- 3:52:10verdächtigen und Begriffe wie Dönermaut
- 3:52:12zu benutzen, weil das die äh die Opfer
- 3:52:15und ihre Angehörigen halt ähm in
- 3:52:18verdächtigt. So, das stimmt ja auch. Das
- 3:52:20kann ja auch sein, dass das für die
- 3:52:21tatsächlich ein ein Problem ist, aber
- 3:52:23das viel größere Problem, über das rede
- 3:52:24ich ja hier, das ist halt die
- 3:52:25Mittäterschaft des Staates. Und wenn Sie
- 3:52:27sich darüber beklagen, dass Personen
- 3:52:30verdächtigt werden, weil weil die weil
- 3:52:32die Polizei Sonderermittlungsgruppe
- 3:52:34Bosporus heißt oder weil jemand den
- 3:52:35Begriff Dönermord benutzt, dann werden
- 3:52:38sie doch sicherlich auch verstehen, dass
- 3:52:40wir das nicht witzig finden mit diesen
- 3:52:41Dingen identifizier identifiziert zu
- 3:52:43werden. Die AfD hat n wirklich nichts
- 3:52:45mit dem nationalsozialistischen
- 3:52:46Untergrund zu tun. Jeder, der Sympathien
- 3:52:47dafür hätte, hätte keine Chance,
- 3:52:49Mitglied meiner Partei zu werden. Ich
- 3:52:50weiß nicht, wie das bei Ihnen in der
- 3:52:51Partei ist. [applaus]
- 3:52:56Letzter Punkt. Dabei war ich gerade. Es
- 3:52:58gab ein Papier von ein Protokoll von
- 3:53:00amerikanischen Agenten, die haben auch
- 3:53:02noch mal Protokoll gegeben. Da gab's
- 3:53:03eine Schießerei mit Neonazis und das
- 3:53:05wussten die benachbarten Dienste und
- 3:53:07unsere wussten das vielleicht auch, aber
- 3:53:09die Öffentlichkeit hat das nie erfunden.
- 3:53:10Ich habe das alles nicht vergessen. Ich
- 3:53:12finde das alles unfassbar. Und das ist
- 3:53:13keine russische
- 3:53:14Desinformationspropaganda,
- 3:53:16wie Sie immer gerne behaupten, wenn Sie
- 3:53:17mit Fakten konfrontiert werden, die
- 3:53:18ihnen nicht gefallen, sondern das können
- 3:53:20Sie alles in den ganzen
- 3:53:21Untersuchungsausschüssen Land auf und
- 3:53:22Land ab nachlesen und in der von Ihnen
- 3:53:24so heißgeliebten Mainstream Presse, die
- 3:53:26da ausführlich drüber berichtet hat.
- 3:53:27Meine Damen und Herren, wir haben es mit
- 3:53:29einer solchen Vielzahl von Fehlern zu
- 3:53:30tun, dass ich nicht an einen Zufall
- 3:53:32glauben kann. Der der die Dienste
- 3:53:34stecken wirklich bis zum Bauchnabel in
- 3:53:36dieser nationalsozialistischen Gülle mit
- 3:53:38drin, meine Damen und Herren. Die haben
- 3:53:39die finanziert, die haben die gedeckt,
- 3:53:41die haben die vielleicht auch angeleitet
- 3:53:43für Zwecke, die wir nicht kennen. Das
- 3:53:44relativiert nicht die Schuld der
- 3:53:45Verbrecher. Das haben auch meine
- 3:53:47Vorreden aus meiner Fraktion schon
- 3:53:48gesagt, aber dieser Aspekt darf auf
- 3:53:50keinen Fall unter den Teppich gekehrt
- 3:53:52werden. Und die Frage ist doch, was sind
- 3:53:54jetzt die politischen Folgerungen da
- 3:53:56draus? Ja, auch wenn wir jetzt Frau
- 3:53:57Wissler gerade zugehört haben, die
- 3:53:59Antifa ist der beste Verfassungsschutz,
- 3:54:00den man sich vorstellen kann, dann ist
- 3:54:02es wahrscheinlich ihre Vorstellung, dass
- 3:54:03das staatliche Gewaltmonopol
- 3:54:05privatisiert und an ihre Freunde bei der
- 3:54:07militanten Antifa gegeben wird, weil sie
- 3:54:09glauben, Böses mit Bösem bekämpfen zu
- 3:54:11können. Aber das funktioniert nicht,
- 3:54:12meine Damen und Herren. Und Sie in der
- 3:54:14linken Mitte hier, sie wollen noch mehr
- 3:54:16Geheimdienstmauschelei, noch mehr
- 3:54:17Befugnisse für Geheimdienste. Das kann
- 3:54:19doch nicht ihr Ernst sein, meine Damen
- 3:54:21und Herren. Das ist nicht die Lösung.
- 3:54:24[applaus]
- 3:54:26Was wir brauchen ist ein
- 3:54:27funktionierender Rechtsstaat, der Mörder
- 3:54:29und Terroristen hart bestraft und sie
- 3:54:31verfolgt, der zudem die Dienste
- 3:54:33kontrolliert und der sie anweist, ihren
- 3:54:35wirklichen Aufgaben nachzukommen,
- 3:54:37nämlich dem Schutz der Heimat vor
- 3:54:38Infiltration, vor Spionage, aber doch
- 3:54:40nicht die Besitzelung der Opposition,
- 3:54:43die Opfer und das auch noch mal an den
- 3:54:46Kollegen Trom von der von der
- 3:54:47Unionsfraktion, sie haben ja gesagt,
- 3:54:49hinterher seien also die Dienste so
- 3:54:51großartig reformiert worden, wenn es
- 3:54:53doch nur so wäre, Ich komme aus Berlin,
- 3:54:55wir hatten den Anschlag auf den
- 3:54:57Christopher Street und wie viele andere,
- 3:54:59bei denen unsere Dienste im Dunkel
- 3:55:00getappt haben oder ein Fehler sich an
- 3:55:02den anderen reih. Leider sind unsere
- 3:55:04Dienste immer noch völlig unfähig oder
- 3:55:06sogar auf dem falschen Weg unterwegs.
- 3:55:09Die Opfer des nationalsozialistischen
- 3:55:10Untergrunds, die würden sich freuen,
- 3:55:12wenn unsere Forderung umgesetzt würden
- 3:55:14und wenn es einen besseren Rechtsstaat
- 3:55:15in Deutschland gäbe. Vielen Dank.
- 3:55:17[applaus]
- 3:55:23So, den Ordnungsruf hat Vincenz Glase
- 3:55:25erhalten und die nächste Rednerin dieser
- 3:55:27Debatte ist für die SPD Fraktion
- 3:55:29Helgelind.
- 3:55:31[applaus]
- 3:55:35Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 3:55:38Kollegen, fast am Ende dieser Debatte
- 3:55:40scheint es mir wichtig darauf
- 3:55:41hinzuweisen,
- 3:55:43auch nach der letzten Rede, dass dieser
- 3:55:46heutige Tag ein Tag der Scham und der
- 3:55:50Schande sein muss.
- 3:55:53Tag der Scham nicht etwa im Bezug auf
- 3:55:56unser Grundgesetz, auf das wir stolz
- 3:55:57sein können, sondern Scham deswegen,
- 3:56:00weil wir uns als Gesellschaft und als
- 3:56:03Staat im Bezug auf den NSU diesem
- 3:56:06Grundgesetz nicht als hinreichen würdig
- 3:56:08erwiesen haben und ihm nicht gerecht
- 3:56:11geworden sind. Daher heißt es auch, wenn
- 3:56:15man von Scharm spricht, zu begreifen,
- 3:56:19dass wenn wir hier den Titel haben,
- 3:56:20Aufdeckung des NSU, wie wir doch sagen
- 3:56:22müssen, das war keine Aufdeckung,
- 3:56:24das war eine Selbstentarnung des NSU und
- 3:56:27der Staat und staatliche Institutionen
- 3:56:30haben nicht geglänzt durch Aufdeckung,
- 3:56:33sondern sie haben diesen NSU
- 3:56:36mitbegünstigt, mitmöglicht und mit
- 3:56:38befördert. Das gilt es auszusprechen.
- 3:56:42Auszusprechen ist aber auch,
- 3:56:45dass es an Widerlichkeit und
- 3:56:48Unerträglichkeit grenzt, wenn jetzt die
- 3:56:50AfD dieses Versagen des Staates
- 3:56:53verbindet mit ihrer eigenen
- 3:56:55Staatsverachtung, um auszublenden, dass
- 3:56:58diese Geschichte des NSU auch eine
- 3:57:00Geschichte des Rassismus war. Und wenn
- 3:57:02sich jemand auf Rassismus versteht in
- 3:57:04diesem Hause und in diesem ganzen Land,
- 3:57:07ist es die AfD. Und wenn Millionen von
- 3:57:09Menschen gerade in Unsicherheit sind und
- 3:57:12fürchten, was passiert in Sachsenanhalt,
- 3:57:15dann hat das einen Grund und einen
- 3:57:17Namen, nämlich die drohende Anführung
- 3:57:20dieser Regierung durch eine
- 3:57:21rechtsextreme Partei. Auch das gilt es
- 3:57:24zu benennen, wenn wir dem NSU und dem
- 3:57:27Geschehen gerecht werden wollen.
- 3:57:30[applaus]
- 3:57:32Charm bedeutet auch zu sehen, dass die
- 3:57:35Familien deren Namen richtigerweise
- 3:57:37immer wieder genannt werden. Und es
- 3:57:40waren nicht nur die getöteten selbst,
- 3:57:42sondern ihr ganzen Familien und
- 3:57:44Millionen von Menschen, die
- 3:57:45mittraumatisiert sind, bis zum heutigen
- 3:57:47Tage nicht nur geschockt sind, ob der
- 3:57:49Taten, sie sind etwa auch geschockt, ob
- 3:57:52des Umstandes, das bei den Taten
- 3:57:54teilweise gefilmt wurde und diese
- 3:57:58Filmausschnitte
- 3:57:59Teil dieses widerlichen Paulchen Panther
- 3:58:02Videos sind, das dann veröffentlicht
- 3:58:04wurde von Schäper. Aber sie mussten auch
- 3:58:06ertragen,
- 3:58:08dass es eine Praxis, behördliche Praxis
- 3:58:11der Beschämung und Demütigung gab,
- 3:58:14eine mediale Praxis der Beschämung und
- 3:58:16Demütigung und teilweise auch eine
- 3:58:18politische Praxis der Beschämung und
- 3:58:21Demütigung. Das äußerte sich sprachlich
- 3:58:24etwa in der Formulierung der Dönermorde,
- 3:58:27der BHO Bosperus oder einer Kommission
- 3:58:29Halbmond. Und es gipfelte darin, dass in
- 3:58:33Form der Täter Opferumkehr
- 3:58:37diese Familien nicht etwa bedingungslose
- 3:58:40Solidarität von Staat und Gesellschaft,
- 3:58:43auch die Gesamtgesellschaft hat versagt
- 3:58:46erlebten, sondern selber zu Tätern
- 3:58:49gestempelt wurden und zwar über Jahre
- 3:58:53hinweg. Das ist ein Moment der Schande
- 3:58:56und der Scham und wir müssen uns
- 3:58:58verneigen vor der Bevölkerung
- 3:59:00insbesondere Millionen von Menschen,
- 3:59:02türkischer, griechischer, aber insgesamt
- 3:59:04Menschen, die betroffen Staatsangehörig
- 3:59:07bzw. Migrationshintergrundes, die bis
- 3:59:09zum heutigen Tag diesen Schmerz fühlen
- 3:59:11und empfinden und den wir verdammt noch
- 3:59:14mal verantwortlich sind und dem
- 3:59:15gegenüber wir Rechenschaft schuldig
- 3:59:17sind.
- 3:59:19[applaus]
- 3:59:19Die Antwort, die wir zu geben haben, ist
- 3:59:22über Entschädigung natürlich zu
- 3:59:24sprechen. Das sind Fragen, die virulent
- 3:59:25sind, auch über das NS
- 3:59:26Dokumentationszentrum, auch über
- 3:59:28Demokratieforderung und auch über das
- 3:59:30heutige Schutzversprechen.
- 3:59:32Heute das, was damals nicht gelungen
- 3:59:34ist, einzuhalten, aber wir müssen eben
- 3:59:36auch sprechen über Aufklärung. Die
- 3:59:39Kanzlerin hat zurecht damals umfassende
- 3:59:42Aufklärung gefordert und angekündigt.
- 3:59:44Sind wir dem gerecht geworden? Wir sind
- 3:59:46es bis heute nicht. viele Fragen,
- 3:59:48Beteiligung des Verfassungsschutzes von
- 3:59:50Vleuten, die Situation alles nicht nicht
- 3:59:54aufgeklärt. Deutschland hat sich
- 3:59:55schuldig gemacht gegenüber den Opfern
- 3:59:58des NSU. Unsere Aufgabe und
- 4:00:00Verantwortung ist es jetzt dieses nicht
- 4:00:03zu wiederholen und endlich dem
- 4:00:05Schutzversprechen gerecht zu werden.
- 4:00:09[applaus]
- 4:00:11Den Schluss in dieser Debatte macht für
- 4:00:13die Unionsfraktion Stefan Meierer.
- 4:00:16[applaus]
- 4:00:21Sehr verehrte Frau Präsidentin, sehr
- 4:00:24verehrte Kolleginnen, sehr geehrte
- 4:00:25Kollegen.
- 4:00:26Gestern vor 15 Tagen, vor 15 Jahren
- 4:00:28haben sich die NSU Haupttäter Bönh und
- 4:00:31Mundlos durch Selbsthötung der
- 4:00:33Strafverfolgung entzogen. Und es ist aus
- 4:00:36meiner Sicht vollkommen unstreitig, dass
- 4:00:38der Umstand, dass der NSU über 11 Jahre
- 4:00:41hinweg in Deutschland eine beispiellose
- 4:00:43Blutspur ziehen konnte mit zehn Morden,
- 4:00:46mit drei Sprengstoffanschlägen, mit
- 4:00:48zahlreichen Raubüberfällen
- 4:00:50nach wie vor eine Schande für
- 4:00:53Deutschland ist. Es ist beschämend und
- 4:00:55wir verneigen uns vor den Opfern des NSU
- 4:00:58und deren Hinterbliebenen. Und es ist
- 4:01:01aus meiner Sicht auch nicht so
- 4:01:03hochgegriffen, wenn man hier von einem
- 4:01:05Versagen der Sicherheitsbehörden, der
- 4:01:07Ermittlungsbehörden spricht.
- 4:01:09Sage aber auch ganz offen, Frau Kollegin
- 4:01:12Bünger, es ist nicht reell und ich finde
- 4:01:13es auch der Sache nicht angemessen, wenn
- 4:01:15man von Staatsverbrecher spricht. Und
- 4:01:19Herr Gläser, es ist auch falsch, das
- 4:01:21sage ich auch ganz deutlich, an die
- 4:01:22Adresse der AfD, wenn man hier von einer
- 4:01:25Pauschalverteilung
- 4:01:27der Ermittlungsbehörden spricht, wenn
- 4:01:29man die Nachrichtendienste in
- 4:01:32Allgemeinhaftung nimmt und pauschal hier
- 4:01:35in die Verantwortung zieht. Ich bin der
- 4:01:38festen Überzeugung, dass die richtigen
- 4:01:40Konsequenzen
- 4:01:41Herr Kollege, es gibt eine Zwischenfrage
- 4:01:43von Herrn Kotschak aus der Fraktion Die
- 4:01:44Linke. Wollen Sie die zulassen?
- 4:01:47Frau Präsidentin, ich habe in 24 Jahren
- 4:01:49Mitgliedschaft im deutschen Bundestag
- 4:01:51noch nie eine Anfrage eines Kollegen auf
- 4:01:53eine
- 4:01:55Zwischenfrage abgewiesen. Jetzt tue ich
- 4:01:57es nicht, weil ich mich nicht als in der
- 4:02:00Lage sehe sehen würde, die Zwischenfrage
- 4:02:02des Kollegen Kotschak zu beantworten,
- 4:02:06sondern weil ich der Auffassung bin,
- 4:02:07dass der Herr Kotschak hier in diesem
- 4:02:09Haus nichts verloren hat. [applaus]
- 4:02:20Meine sehr geehrten Kolleginnen und
- 4:02:21Kollegen, es gab insgesamt 15
- 4:02:24Untersuchungsausschüsse, drei alleine im
- 4:02:26Bundestag, F 12 in den Bundesländern.
- 4:02:29Und ich halte es schon für
- 4:02:31bemerkenswert, dass der überwiegende
- 4:02:32Großteil der Empfehlung insbesondere der
- 4:02:34drei Bundestagsuntersuchungsausschüsse
- 4:02:37umgesetzt wurde. Es ist gehandelt
- 4:02:39worden, es ist im Jahr 2011 die
- 4:02:42Rechtsextrem Extremismusdatei eingeführt
- 4:02:44worden. Diese ist im darauffolgenden
- 4:02:46Jahr im Jahr 2012 in das gemeinsame
- 4:02:49Extremismus und Terrorismusabwehrzentrum
- 4:02:52eingeflossen. Es ist das Bundes das
- 4:02:55Bundesamt für Verfassungsschutz gestärkt
- 4:02:57worden, eine Zentralstellenfunktion. im
- 4:02:59Jahr 2015 geschaffen worden. Es gab im
- 4:03:02Jahr 2015 endlich eine gesetzliche
- 4:03:05Regelung für die Vertrauenspersonen des
- 4:03:08Verfassungsschutzes. Wir brauchen, meine
- 4:03:11sehr verehrten Damen und Herren, starke,
- 4:03:12leistungsfähige, effektive
- 4:03:14Nachrichtendienste. Wir brauchen aber im
- 4:03:17gleichen Atemzug auch eine starke
- 4:03:19parlamentarische Kontrolle der
- 4:03:21Nachrichtendienste. Und deswegen war es
- 4:03:23dringend notwendig, dass im Jahr 2016
- 4:03:25die parlamentarische Kontrolle der
- 4:03:27Nachrichtendienste des Bundes deutlich
- 4:03:29ausgeweitet und verstärkt wurde. Es kam
- 4:03:32zu einer deutlichen personellen
- 4:03:34Ausweitung der Sicherheitsbehörden, vor
- 4:03:36allem des Bundes, der Bundespolizei, des
- 4:03:38Nachrichten der Nachrichtendienste, des
- 4:03:39Bundesamtes für Verfassungsschutz, des
- 4:03:41Bundeskriminalamtes.
- 4:03:43Es kam dann auch insbesondere nach den
- 4:03:46schrecklichen Terroranschlägen, die auch
- 4:03:48heute richtigerweise Erwähnung gefunden
- 4:03:50haben in Halle in Hnau, aber auch die
- 4:03:52Ermordung von Dr. Walter Lüpke zu einer
- 4:03:55Einsetzung eines Kabinettsausschusses
- 4:03:58zum Kampf gegen Rechtsextremismus und
- 4:04:00Rassismus. der hat insgesamt 89
- 4:04:02Vorschläge unterbreitet mit einem
- 4:04:04Gesamtvolumen von über einer Milliarde
- 4:04:06Euro. Das sind ganz klare Signale, das
- 4:04:09sind ganz klare Zeichen der Umsetzung
- 4:04:11der Konsequenzen aus diesem
- 4:04:13schrecklichen NSU äh Verbrechen. Meine
- 4:04:16sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen,
- 4:04:18aber nicht nur im Bereich der Repression
- 4:04:20und des der Stärkung der
- 4:04:21Sicherheitsbehörden ist viel unternommen
- 4:04:23worden, auch was den Opferschutz
- 4:04:25anbelangt, hat die Bundesregierung
- 4:04:27reagiert. ist im Jahr 2011 Frau
- 4:04:30Professor Barbara Jon als Ambutsfrau der
- 4:04:32Bundesregierung für die Opfer und die
- 4:04:34Hinterbliebenen des NSU eingesetzt
- 4:04:37worden. Im Jahr 2018 hat die
- 4:04:39Bundesregierung die Stelle des Bundes
- 4:04:41Bundesbeauftragten für die Opfer und
- 4:04:44hinterbliebenen von terroristischen
- 4:04:46Straftaten geschaffen. Wir haben auch
- 4:04:48ein Strafgesetzbuch angelegt, indem wir
- 4:04:51ter, indem wir rassistische
- 4:04:53fremdenfeindliche, ausländerfeindliche
- 4:04:55Motive strafverschärfend im
- 4:04:57Strafgesetzbuch entsprechend unterlegt
- 4:04:59haben. All das, meine sehr verehrten
- 4:05:01Kolleginnen und Kollegen, sind aus
- 4:05:02meiner Sicht ganz klare Maßnahmen, ganz
- 4:05:05klare Zeichen dafür, dass der Staat
- 4:05:08nicht untätig blieb, dass der Bund nicht
- 4:05:11untätig blieb. Ganz im Gegenteil, wir
- 4:05:14haben unsere Lehrin gezogen,
- 4:05:17richtigerweise aus dem NSU und aus
- 4:05:19dieser schrecklichen Mordserie und wir
- 4:05:22bekämpfen Extremismus jeder Art intensiv
- 4:05:26und konsequent und ich bin dem
- 4:05:27Bundesinnenminister Alexander Dobrin
- 4:05:29sehr dankbar, dass er erst jüngst einen
- 4:05:31Gesetzentwurf eingebracht hat zur
- 4:05:33Stärkung der Nachrichtendienste. Es geht
- 4:05:36in der heutigen Zeit darum, dass unsere
- 4:05:38Sicherheitsbehörden, unsere
- 4:05:39Nachrichtendienste auf keinem Auge blind
- 4:05:41sind. dass sie einen 360° Blick
- 4:05:45vollziehen. Und ich bin der festen
- 4:05:47Überzeugung, die Bundesregierung tut es.
- 4:05:49Ich bin der Bundesregierung dafür auch
- 4:05:51sehr dankbar. Aber auch wir als
- 4:05:53Parlament haben natürlich die Aufgabe
- 4:05:54entsprechend auch gerade gesetzgeberisch
- 4:05:56die dafür notwendigen Voraussetzungen zu
- 4:05:59schaffen. Deswegen möchte ich
- 4:06:00abschließend noch einmal deutlich sagen,
- 4:06:02es ist beschämend, was sich äh über 11
- 4:06:05Jahre hinweg in Deutschland abgespielt
- 4:06:07hat, diese beispiellose Mordserie des
- 4:06:09NSU. Aber wir haben als Bund auch die
- 4:06:12notwendigen und richtigen Konsequenzen
- 4:06:14darausgezogen. Herzlichen Dank für die
- 4:06:16Aufmerksamkeit.
- 4:06:18[applaus]
- 4:06:23Damit schließe ich jetzt die Aussprache
- 4:06:25zu diesem Tagesordnungspunkt.
- 4:06:27Wir kommen jetzt zu den
- 4:06:28Tagesordnungspunkten 16a und 16b. Zweite
- 4:06:32und dritte Beratung des von der Fraktion
- 4:06:34der AfD eingebrachten Gesetzentwurfes
- 4:06:37zur besseren Bekämpfung der Kriminalität
- 4:06:39von Kindern, Jugendlichen und
- 4:06:40Erwachsenen,
- 4:06:42äh, Entschuldigung, Jugendlichen und
- 4:06:43Heranwachsenden sowie Beratung der
- 4:06:45Beschlussempfehlung des Ausschusses für
- 4:06:47Bildung, Familie, Senioren, Frauen und
- 4:06:49Jugend zu dem Antrag der Fraktion der
- 4:06:50AfD mit dem Titel Schutz von Kindern und
- 4:06:53Jugendlichen vor religiösem Zwang,
- 4:06:55Mobbing und gruppendynamischem Druck
- 4:06:58stärken auch Konversionsdruck
- 4:07:01wirksam begegnen. Für die Aussprache
- 4:07:03wurde eine Dauer von 60 Minuten
- 4:07:06vereinbart. Liebe Kolleginnen und
- 4:07:07Kollegen, damit wir zügig fortsetzen
- 4:07:09können, bitte ich Sie jetzt ebenso zügig
- 4:07:11die Platzwechsel vorzunehmen. Ich
- 4:07:13eröffne hiermit die Aussprache und der
- 4:07:16erste Redner in dieser Debatte ist für
- 4:07:19die SPD Fraktion Dr. Johannes Fechner.
- 4:07:25[applaus]
- 4:07:31Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 4:07:33Kollegen, liebe Zuschauerinnen und
- 4:07:34Zuschauer, laut der polizeilichen
- 4:07:37Kriminalstatistik von 2024
- 4:07:40standen fast 14 000 Kinder im Verdacht,
- 4:07:43also unter 14-jährige Gewalttat begangen
- 4:07:46zu haben. Das ist ein deutlicher
- 4:07:47Anstieg, das ist bedenklich und hier
- 4:07:49müssen wir in der Tat handeln, um diese
- 4:07:52Gewalttaten von Kindern wieder deutlich
- 4:07:54zu reduzieren. Liebe Kolleginnen und
- 4:07:55Kollegen, das muss unser allerziel sein.
- 4:07:58Jetzt aber, wie es hier vorgeschlagen
- 4:08:00wird, einfach eine Zahl auszutauschen
- 4:08:02und aus 14 Jahren 12 Jahre zu machen,
- 4:08:04das ist der falsche Weg, wie uns alle
- 4:08:06Experten und alle Studien belegen. Wir
- 4:08:09wollen nicht Zölfjährige ins Gefängnis
- 4:08:11schicken. Dort können Sie ja erst recht
- 4:08:12Kontakte in die organisierte
- 4:08:14Kriminalität knüpfen und dann ist der
- 4:08:16Weg in die Kriminalität vorgezeichnet.
- 4:08:18Deswegen kann das für uns kein Weg sein.
- 4:08:20Liebe Kolleginnen und Kollegen.
- 4:08:22Entscheidend ist deshalb viel mehr, wie
- 4:08:24wir effektiv, wie wir wirklich unsere
- 4:08:26Gesellschaft sicherer machen, noch
- 4:08:27sicherer machen und wie wir dafür
- 4:08:29sorgen, dass die Kinder keine so hohe
- 4:08:32Anzahl an Gewalttaten mehr begehen. Und
- 4:08:34da müssen wir uns die Gründe anschauen.
- 4:08:36Was sagen uns die Experten? Da wird
- 4:08:38gesagt, dass äh Kinder, die in der
- 4:08:39Schule oder in der Familie wenig
- 4:08:41zutrauen, in die eigenen Fähigkeiten
- 4:08:42erfahren, sich fremdbestimmt fühlen und
- 4:08:44Gewalt dann ein Mittel ist, um sich
- 4:08:46Handlungsmacht zurückzuholen. Es wird
- 4:08:48dargelegt, dass die Coronazeit noch eine
- 4:08:50Rolle spielt, weil die Kinder in dieser
- 4:08:51schwierigen Zeit zu wenig Gelegenheit
- 4:08:53hatten zu lernen, wie man Güntfliegte
- 4:08:55ohne Gewalt mit gleichaltrigen austrägt.
- 4:08:57Und schließlich wird auch immer wieder
- 4:08:59der hohe Konsum von Social Media als
- 4:09:01Grund genannt, weil dadurch immer
- 4:09:02häufiger und viel zu oft Bilder und
- 4:09:05Filme von Gewalttaten in die
- 4:09:07Kinderzimmer kommen. Und gerade weil die
- 4:09:09Gründe so vielschichtig sind, es ist
- 4:09:11eben nicht äh damit getan, einfach aus
- 4:09:1314 Jahren 12 Jahre zu machen, liebe
- 4:09:15Kolleginnen und Kollegen. Und auch wir
- 4:09:17sind insbesondere entsetzt, wenn Kinder
- 4:09:20äh Kinder töten. Da gab es einige wenige
- 4:09:23schreckliche Fälle, die uns auch
- 4:09:24wirklich sehr nahe gingen. Unser
- 4:09:27Mitgefühl gilt hier den Angehörigen und
- 4:09:29den Familien, aber muss uns auch Anlass
- 4:09:32sein, effektiv und nicht populistisch
- 4:09:34dafür zu sorgen, dass sich solche Taten
- 4:09:36nicht wiederholen können. Was machen wir
- 4:09:38ganz konkret? Wir haben uns in der
- 4:09:40Koalition schon im Koalitionsvertrag
- 4:09:42vorgenommen, die Gewalttaten, die
- 4:09:44Straftaten von Kindern deutlich zu
- 4:09:45reduzieren und wir haben uns vorgenommen
- 4:09:48dazu Experten im Rat einzuholen. Wir
- 4:09:52haben die Ausschreibung für die Studie,
- 4:09:54die wir zu dem Thema einholen wollen,
- 4:09:55jetzt abgeschlossen und ich hoffe, dass
- 4:09:57wir schon bald die dann auch in Auftrag
- 4:09:59geben können, dass wir im nächsten Jahr
- 4:10:01grundlegend mit dem Expertenrat ein
- 4:10:04Gesamtkonzept diskutieren können, nicht
- 4:10:05nur diese Einzelmaßnahme, wie wir dafür
- 4:10:08sorgen, dass die Gewalttaten von Kindern
- 4:10:11deutlich zurückgehen. Das kann anfangen
- 4:10:13bei einer Stärkung der Jugendämter,
- 4:10:14insbesondere was die personelle
- 4:10:16Ausstattung angeht. Äh das kann, dass
- 4:10:19wir diskutieren, ein Social Media Boot
- 4:10:21Verbot für die kleinsten oder weitere
- 4:10:24Maßnahmen, dass wir die Gewalt von
- 4:10:26Kindern eindämmen. Das, liebe
- 4:10:29Kolleginnen und Kollegen, das ist
- 4:10:30vernünftige Kriminalpolitik,
- 4:10:31evidenzbasiert und vor allem effektiv,
- 4:10:34nicht einfach populistisch ein Vorschlag
- 4:10:36ähm hingeschmissen in die Debatte, der
- 4:10:38wirklich etwas bringt. Und eine weitere
- 4:10:40Maßnahme muss hier sicherlich auch sein,
- 4:10:42dass wir verstärkt in Bildung
- 4:10:44investieren. Die friedlichen Proteste
- 4:10:46bei den Kundgebungen, denen sich dann
- 4:10:48leider gewalttätige Aktionen
- 4:10:50angeschlossen hatten, die waren schon
- 4:10:53berechtigt. Auch die PISA
- 4:10:54Studienergebnisse zeigen ja, dass wir
- 4:10:56gewaltigen Bedarf haben für bessere
- 4:10:58Bildungschancen für unsere Jugend zu
- 4:11:00sorgen. Auch das ist ein ganz
- 4:11:02entscheidender Punkt, wenn wir
- 4:11:03kriminelle Jugendliche verhindern
- 4:11:05wollen, wenn wir Gewalttaten von
- 4:11:07Jugendlichen bekämpfen wollen. Und
- 4:11:08lassen Sie mich zum Schluss auch noch
- 4:11:09sagen, ich kann es immer nicht so ganz
- 4:11:11ernst nehmen, wenn von Seiten der AfD
- 4:11:13eine härtere Gangart gegen Kriminelle
- 4:11:15gefordert wird. Räumen Sie erstmal in
- 4:11:17Ihren eigenen Reihen auf. Sie haben
- 4:11:18einen verurteilten Betrüger. Sie in
- 4:11:21ihren Reihen sitzen, sie haben in Bayern
- 4:11:23einen mehrfach äh rechtskräftig
- 4:11:25verurteilten Vergewaltiger eine
- 4:11:26Parlamentsposition verschafft. Da sind
- 4:11:28Sie nicht in der Position, uns
- 4:11:30Ratschläge zu geben, wie man effektiv
- 4:11:31Kriminalität bekämpft. Vielen [applaus]
- 4:11:33Dank.
- 4:11:39Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 4:11:41für die AfD Fraktion Tobias Matthias
- 4:11:43Peterker.
- 4:11:45[applaus]
- 4:11:53Frau Präsidentin, liebe Bürger, Herr
- 4:11:55Fechner, ich darf mal nur an ihren
- 4:11:57Kollegen Herrn Editi erinnern.
- 4:11:59Der war sofort weg.
- 4:12:00Ja,
- 4:12:00der war sein Laptop war
- 4:12:04sein Laptop war weg. Sit der hier noch.
- 4:12:06Jan, Jan hat panische Angst in die
- 4:12:09Schule zu gehen. Bald wird er sie
- 4:12:11endlich wechseln dürfen, denn lange hat
- 4:12:13man ihm nicht wirklich geglaubt, haben
- 4:12:15die ihm der die Erwachsenen den Eindruck
- 4:12:17vermittelt, dass er das Problem ist und
- 4:12:18eigentlich eher die Klappe zu halten
- 4:12:21hat. Jan wurde in der Schule wiederholt,
- 4:12:23von einer fünfköpfigen Gruppe
- 4:12:24zusammengeschlagen und gequält über
- 4:12:27Monate eine Ewigkeit für ein Kind.
- 4:12:30Zuletzt hatte er einen gebrochenen Arm,
- 4:12:31weil er einmal versuchte sich zu wehren.
- 4:12:34Und am Anfang hat er die Jungs noch
- 4:12:36gefragt, warum sie ihnen das antaten.
- 4:12:38Aber diese konnten kaum ein paar Worte
- 4:12:40seiner Sprache sprechen. Sie ihn nur mit
- 4:12:43Schweinegrunslauten
- 4:12:45nach. Jan geht in die dritte Klasse.
- 4:12:48Werrte Kollegen, seit dem Sündenfall
- 4:12:512015 ist bei uns die Gewaltkriminalität
- 4:12:53von Kindern durch die Decke gegangen.
- 4:12:55Allzu oft völlig ungehemmt und fern von
- 4:12:58jeder Lapalie. Und daneben steigen auch
- 4:13:01die Straftaten gegen das Leben, die
- 4:13:03körperliche Unversehrtheit und die
- 4:13:05sexuelle Selbstbestimmung bei
- 4:13:06Jugendlichen und heranchsenden immer
- 4:13:09weiter. Natürlich hat wieder gar nichts
- 4:13:11mit gar nichts zu tun. Über die Stränge
- 4:13:13geschlagen wurde ja schon immer. Jungs
- 4:13:15sind schließlich auch nur Männer.
- 4:13:16Rassisten erfinden alles oder Migranten
- 4:13:19müssen einfach Frust ablassen. Seid mal
- 4:13:21nicht so. Das neueste, die neueste
- 4:13:24Erklärung und Denkvollheit, sie kam
- 4:13:26jetzt wieder, ist analog zum
- 4:13:28Bildungsversagen inmitten dieser
- 4:13:30Völkerwanderung alles auf TikTok, Social
- 4:13:32Media und das Smartphone zu schieben.
- 4:13:34Und ich sage niemand, auch Jugendliche
- 4:13:37nicht. prügeln und vergewaltigen für ein
- 4:13:39kleines Video. Sie prügeln und
- 4:13:41vergewaltigen, weil sie keine Hemmungen
- 4:13:42mitbekommen haben, die Opfer und den
- 4:13:44Opferstaat Deutschland verachten und
- 4:13:47nachweislich kaum Konsequenzen zu
- 4:13:49fürchten haben. [applaus]
- 4:13:51Kinder und Jugendliche sind die Zukunft
- 4:13:54unserer Gesellschaft und wir dürfen
- 4:13:55gerade deshalb nicht mehr unsere Augen
- 4:13:58verschließen vor diesem
- 4:13:59Zivilisationsbruch, der dort von Statten
- 4:14:02geht. Unser Gesetzentwurf umfasst kurz
- 4:14:05und präzise folgende Maßnahmen.
- 4:14:08Strafverkehrsalter von 14 auf 12,
- 4:14:10Jugendstrafrecht konsequent nur noch von
- 4:14:1212 bis 18 ohne Flatterrand sowie ein
- 4:14:15Antragsrecht der Staatsanwaltschaft auch
- 4:14:17Kinder unter 12 als Ultimaratio in
- 4:14:20betreute Einrichtungen einweisen zu
- 4:14:23lassen. Letztag ist besonders wichtig,
- 4:14:25schicken dann sogar inzwischen Clans
- 4:14:28Kinder vor, um Verbrechen zu begehen,
- 4:14:31weil sie wissen, diesen droht quasi gar
- 4:14:34nichts. Wir tragen damit weiterhin der
- 4:14:36besonderen Perspektive auf Kinder und
- 4:14:38jugendliche Rechnung. Wir würden uns nur
- 4:14:40im europäischen Mittelfeld der
- 4:14:42Samthandschuhgarderobe
- 4:14:44bewegen, denn eins muss klar sein, ein
- 4:14:47Staat, der gegenseitigen Respekt,
- 4:14:49Rücksicht, Anstand und Gewaltlosigkeit
- 4:14:51voraussetzt, sprich eine gewisse Stufe
- 4:14:54als Zivilisation erreicht hat, trifft
- 4:14:57bei uns auf Zuwanderer Milieus, die dies
- 4:14:59als Schwäche ansehen, jede
- 4:15:01ungeschriebene Voraussetzung entweder
- 4:15:03nicht kennen oder bewusst in den Dreck
- 4:15:05treten und dies auch noch voller Stolz
- 4:15:07ihren Kindern vorleben.
- 4:15:09Dem muss robust begegnet werden. Täter
- 4:15:12sind eben nicht nur
- 4:15:13Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für
- 4:15:15Sozialarbeiter und die
- 4:15:16Verständnisindustrie. Sie richten
- 4:15:17konkretes Leid an und zerstören
- 4:15:19Vertrauen gerade in den Rechtsstaat. Und
- 4:15:22ja, der Strafaspekt ist bei Kindern und
- 4:15:24Jugendlichen zurecht hinter einer
- 4:15:26besonderen Abwägung platziert. Diese
- 4:15:28Abwergung ist aber keine Einbahnstraße.
- 4:15:30Es kann nicht sein, dass jederzeit die
- 4:15:32Gesellschaft zu erdulden und hinzunehmen
- 4:15:34hat. Immer noch mehr Verständnis. Immer
- 4:15:37sind die Umstände schuld. Immer muss die
- 4:15:39fünfte Chance noch gewährt werden. Egal
- 4:15:41wie groß das Ausmaß und egal wie
- 4:15:43schrecklich die Taten. Ein Rechtsstaat,
- 4:15:45der als schwach wahrgenommen wird,
- 4:15:47verliet die beste und günstigste
- 4:15:48Präventionswirkung, den Respekt vor ihm
- 4:15:51und seinen Repräsentanten. Und
- 4:15:53abschließend gilt eben instinktiv nicht
- 4:15:55nur in der dritten Klasse. Niemand will
- 4:15:57zu den Schwächlingen gehören.
- 4:15:59Integration und Zusammenhalt gelingt nur
- 4:16:01mit klaren und mutigen Ansagen von
- 4:16:03Kindesbeinen an. Vielen Dank.
- 4:16:08[applaus]
- 4:16:12Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 4:16:14Wort der Abgeordnete Marvin Schulz.
- 4:16:18[applaus]
- 4:16:28Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 4:16:29sehr geehrten Damen, meine Herren, ich
- 4:16:31muss zu Beginn der Rede einmal kurz
- 4:16:33schrecklich werden, denn stellen Sie
- 4:16:35sich mal vor, ein junges Mädchen von 13
- 4:16:37Jahren kommt morgens in die Schule und
- 4:16:40der halbe Klassenchat hat ein Nacktfoto
- 4:16:43von hier. schlimmer noch das Foto ist
- 4:16:45gar nicht echt, denn es ist mit
- 4:16:46künstlicher Intelligenz erstellt, weil
- 4:16:49ein Mitschüler ein Foto von Instagram
- 4:16:52genommen hat und das mit wenigen Prompts
- 4:16:53über eine KI App bearbeitet hat. Leider
- 4:16:56ist das keine Fiktion, denn in meinem
- 4:16:59eigenen Bundesland in Berlin ist das im
- 4:17:01Juni diesen Jahres an einer Schule
- 4:17:03passiert. Die Polizei ermittelte gegen
- 4:17:05zwei Schüler, die KI generierte
- 4:17:08sexualisierte Deepfakes von
- 4:17:10Mitschülerinnen verbreitet haben sollen.
- 4:17:13Schauen Sie, ich bin für meine Fraktion
- 4:17:14nicht nur im Bildungsausschuss, sondern
- 4:17:16auch für künstliche Intelligenz
- 4:17:17zuständig. Und deshalb sage ich Ihnen,
- 4:17:19das ist die Jugendkriminalität, über die
- 4:17:22wir 2026 reden sollten.
- 4:17:27[applaus]
- 4:17:29Gleichzeitig ist es so, dass der Antrag
- 4:17:31der AfD ja relevantes und richtiges
- 4:17:34Thema adressiert. Jugendkriminalität hat
- 4:17:37zugenommen, das ist richtig und hinter
- 4:17:39jeder einzelnen Zahl steckt ein Opfer.
- 4:17:41Insofern muss man sich das ganz genau
- 4:17:43anschauen. Ich habe mir die Studien
- 4:17:45durchgelesen, die die AfD ja auch selber
- 4:17:47zur Begründung ihres Gesetzesentwurfes
- 4:17:50ähm zitiert und auf die sie verweist.
- 4:17:51Und da steht drin, dass neun von zehn
- 4:17:54jungen Leuten, Jugendliche, die bei der
- 4:17:57Polizei vorstellig werden, genau einmal
- 4:17:59bei der Polizei auftaucht. Deshalb
- 4:18:01glaube ich, dass die Frage danach, wie
- 4:18:04wir möglichst hart bestrafen, die
- 4:18:06übrigens auch richtig ist, aber alleine
- 4:18:08nicht ausreicht. Wir müssen uns die
- 4:18:10Frage stellen, was können wir tun, damit
- 4:18:12diese jungen Leute diesen einen Vorgang
- 4:18:15gar nicht durchführen, weil wir den
- 4:18:17Großteil der Straftaten damit vermeiden
- 4:18:21könnten. Ich habe daraufhin ihren
- 4:18:22Gesetzentwurf gelesen und geschaut, ob
- 4:18:24alle Bereiche von Jugendkriminalität,
- 4:18:27die bedauerlicherweise in dem Leben von
- 4:18:29jungen Leuten eine Rolle spielen, bei
- 4:18:31Ihnen adressiert sind. Aber wissen Sie,
- 4:18:33welcher Begriff dort überhaupt nicht
- 4:18:35auftaucht? Im übrigen interessanterweise
- 4:18:37zur Rede ihres Kollegen ganz im
- 4:18:39Gegensatz. Dort taucht nicht etwa der
- 4:18:41Begriff Internet auf, dort taucht nicht
- 4:18:43der Begriff Smartphone auf. Es taucht
- 4:18:46nicht der Begriff Social Media auf. Wenn
- 4:18:49wir im Jahr 2026
- 4:18:52aber über Kinder und Jugendkriminalität
- 4:18:54sprechen und gleichzeitig darüber reden,
- 4:18:58dass überhaupt nicht das Internet in den
- 4:19:00Blick genommen wird, dann ist der
- 4:19:01gesamte Gesetzentwurf einer, der nicht
- 4:19:03nur schlecht ist. ist es einer, über die
- 4:19:05man im Zweifel überhaupt nicht richtig
- 4:19:06nachgedacht hat. [applaus]
- 4:19:08Und der zweite der zweite Antrag, den
- 4:19:11Sie hier heute besprechen, religiöser
- 4:19:13Extremismus von jungen Leuten, Mädchen,
- 4:19:16die beispielsweise gezwungen werden,
- 4:19:17Kopftücher in der Schule zu tragen, auch
- 4:19:20das passiert. Auch das gibt es im
- 4:19:22übrigen hier bei mir in Berlin. Auch das
- 4:19:24ist ein Problem und auch darin sind wir
- 4:19:26uns einig. Aber was sind die Forderungen
- 4:19:29Ihrer Fraktion? Nun z.B., dass die
- 4:19:32Bundesregierung auf die
- 4:19:34Kultusministerkonferenz
- 4:19:36zugehen soll. Es ist eine weitere
- 4:19:38Forderung, dass möglicherweise eine
- 4:19:41Studie in Auftrag gegeben werden könnte,
- 4:19:43um mal zu gucken, was man vielleicht
- 4:19:45erreichen müsste.
- 4:19:47Na, herzlichen Dank kann ich dazu nur
- 4:19:50sagen. In dem Gesetzentwurf, den Sie
- 4:19:53angeführt haben, in der Begründung des
- 4:19:54Gesetzentwurfes, den Sie angeführt
- 4:19:56haben, sprechen Sie ja richtigerweise
- 4:19:59und interessanterweise davon, dass
- 4:20:01Islamismus an Schulen heute vor allen
- 4:20:03Dingen über radikale digitale
- 4:20:06Digitalisierungs und
- 4:20:08Radikalisierungsdynamiken
- 4:20:10erfolgt. Daraus dann aber wieder nicht
- 4:20:12den Schluss zu ziehen, das Internet in
- 4:20:14den Gesetzentwurf mit aufzunehmen, ist
- 4:20:16ein Fehler. Der Hassprediger von heute,
- 4:20:18der taucht nicht mehr auf dem Schulhof
- 4:20:20auf. Der taucht, wenn dann auf TikTok in
- 4:20:22einem 15 sekundigen Reel in
- 4:20:24Endlosschleife auf. Also erneut nur auf
- 4:20:26den Schulhof zu schauen und nicht die
- 4:20:28Gefahren im Internet zu sehen ist und
- 4:20:30bleibt ein Fehler.
- 4:20:32Herr Kollege, erlauben Sie eine
- 4:20:34Zwischenfrage aus der AfD Fraktion
- 4:20:36jederzeit.
- 4:20:38Bitte.
- 4:20:42Herr Kollege, sie haben jetzt mehrfach
- 4:20:43darauf hingewiesen, dass also in unseren
- 4:20:45Entwürfen das Internet jetzt nicht
- 4:20:47explizit genannt wird. Sind Sie der
- 4:20:49Meinung, dass es unterschiedliche
- 4:20:51Rechtsräume in diesem Land gibt? das
- 4:20:53Internet als Rechtsraum und die
- 4:20:55Wirklichkeit als Rechtsraum oder ob wir
- 4:20:56uns nicht bemühen sollten, einen Staat
- 4:20:59zu schaffen, eine Gesellschaft zu
- 4:21:00schaffen, wo in [schnauben] allen
- 4:21:01Bereichen die gleichen Gesetze gelten.
- 4:21:04Ich bin der Meinung, dass die Menschen
- 4:21:05in Deutschland verdient haben, dass sie
- 4:21:07eine Politik bekommen, die all ihre
- 4:21:09Lebensbereiche in den Blick nimmt. Und
- 4:21:10wenn so eine große Fraktion wie die sich
- 4:21:13hier hinstellt und im Jahr 2026 so einen
- 4:21:15Gesetzentwurf auf den Weg bringt, ohne
- 4:21:18das Internet 2026 in den Blick zu
- 4:21:21nehmen, dann zeigt das, was für ein ewig
- 4:21:22gestriges Weltbit sie haben.
- 4:21:26[applaus]
- 4:21:28Anders im übrigen als die
- 4:21:29Bundesregierung, die z.B. mit dem Gesetz
- 4:21:33anders z.B. als die Bundesregierung, die
- 4:21:35mit dem Gesetz gegen digitale Gewalt die
- 4:21:38verschiedenen Themen ja bereits
- 4:21:39adressiert hat und dafür gesorgt hat,
- 4:21:41dass bereits bei der Erstellung von
- 4:21:43sexualisierten Deepfakes jetzt eine
- 4:21:45Straftat vorliegt und nicht erst, wenn
- 4:21:47das Bild im Klassenchat erscheint.
- 4:21:50Schauen Sie das Mädchen zu Beginn meiner
- 4:21:52Rede. Das braucht, glaube ich, von
- 4:21:54dieser Stelle keine Politiker, die nach
- 4:21:55mehr Härte rufen, ohne dass sie wirklich
- 4:21:57liefern können. Das Mädchen zu Beginn
- 4:21:58meiner Rede braucht eine Sache, nämlich
- 4:22:00ein Gesetz, dass die Täter wirklich
- 4:22:02erwischt, weil es alle Bereiche in den
- 4:22:04Blick nimmt, die heute
- 4:22:05bedauerlicherweise zu Jugendkrimin
- 4:22:08Kriminalität gehört. Schützen wir also
- 4:22:10unsere Kinder dort, wo sie wirklich
- 4:22:12leben. Ja, auf dem Schulhof, aber eben
- 4:22:14auch auf Social Media.
- 4:22:19[applaus]
- 4:22:23Für die Fraktion Bündnis 90 die Grün hat
- 4:22:26jetzt das Wort die Abgeordnete Dr. Lena
- 4:22:28Gumnior.
- 4:22:30[applaus]
- 4:22:39Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 4:22:40Demokratinnen und Demokraten, die Genzie
- 4:22:43geht auf die Straße für ihre Zukunft,
- 4:22:45für ein selbstbestimmtes Leben ohne
- 4:22:47Weerpflicht und mit echten Perspektiven,
- 4:22:49für die Chance auf einen Job nach langer
- 4:22:50Ausbildung, für den Wunsch, dass der
- 4:22:52Lohn auch noch zum Leben reicht, für
- 4:22:54Klimaschutz, für bessere Bildung,
- 4:22:56Wünsche, Ziele und Forderungen, die
- 4:22:58nicht nur die junge Generation, sondern
- 4:23:00uns alle betreffen.
- 4:23:03[applaus]
- 4:23:04Was aber tut die Bundesregierung? Sie
- 4:23:05schaut weg. Die Probleme, die die jungen
- 4:23:07Menschen beschäftigt und nachtswach
- 4:23:09liegen lässt, die interessieren sie
- 4:23:10nicht. Wieder einmal wird von den
- 4:23:12eigentlichen Forderungen abgelenkt.
- 4:23:14Thema stattdessen: Vereinzelte Gewalt
- 4:23:16nach überwiegend friedlichen Protesten
- 4:23:18ein Innenminister, der sich hinter
- 4:23:20rassistischen Framings versteckt, statt
- 4:23:22sich ernsthaft anzusehen, wodurch die
- 4:23:24Wut wächst.
- 4:23:25Und auch die AfD, die macht sich die
- 4:23:27Welt einmal wieder, wie sie ihr gefällt
- 4:23:28und dreht die Dinge so, dass sie in das
- 4:23:30eigene menschenfeindliche Weltbild
- 4:23:32passen. So auch heute. Es wird aufgrund
- 4:23:34von tragischen Einzelfällen gefordert,
- 4:23:35dass auch Kinder ins Gefängnis gesteckt
- 4:23:37werden. Und dabei ist es doch die größte
- 4:23:40Heuchelei, das ausgerechnet die AfD ein
- 4:23:42solches Gesetz vorliegt. Bereits 2024
- 4:23:45fand korrektiv heraus, dass mindestens
- 4:23:4811 Mandatsträger der AfD bereits wegen
- 4:23:50Gewalttaten verurteilt wurden. Soll sich
- 4:23:52etwa unsere Jugend daran ein Beispiel
- 4:23:54nehmen? Welches Signal sendet diese
- 4:23:56Partei denn selbst durch ihre Sprache
- 4:23:58und die Menschen, die sie in ihren
- 4:23:59Reihen duldet?
- 4:24:01Gewalt verhindern heißt AfD verbieten.
- 4:24:06[applaus]
- 4:24:07Eine Absenkung der Strafmündigkeit wird
- 4:24:09Straftaten nicht verhindern. Jugendliche
- 4:24:11und Kinder begehen Straftaten nicht
- 4:24:12planvoll und rational, sondern impulsiv
- 4:24:15und emotional. Da wirkt die ab
- 4:24:17abschrckende abschreckende Wirkung von
- 4:24:18Strafandrohung noch viel weniger als
- 4:24:20auch schon bei Erwachsenen. Und ein
- 4:24:22Gefängnis ist keine Erziehungsanstalt.
- 4:24:24Eine Anklage ist kein
- 4:24:26Klassenbucheintrag.
- 4:24:28Es gibt weder kriminologische noch
- 4:24:30entwicklungspsychologische
- 4:24:31oder jugendpsychiatrische Belege dafür,
- 4:24:33dass das in Zukunft Straftaten
- 4:24:35verhindern wird. [applaus]
- 4:24:38In Norwegen z.B. Da beginnt die
- 4:24:40Strafigkeit erst mit 15 Jahren und es
- 4:24:42gibt vergleichsweise wenig
- 4:24:43Jugendkriminalität,
- 4:24:44denn man setzt dort statttauf Haft auf
- 4:24:46therapeutische Betreuung und soziale
- 4:24:48Integration. Aber wir können auch aus
- 4:24:51unserer eigenen Vergangenheit lernen.
- 4:24:52Auf dem Höchstand der Jugendkriminalität
- 4:24:54Ende der 90er Jahre wurde vor allem mit
- 4:24:56Prävention dem Ausbau der Jugendhilfe
- 4:24:59und einer Reform des Jugendstrafrechts
- 4:25:01reagiert. Die Zusammenarbeit von
- 4:25:02Ermittlungsbehörden, Jugendämtern und
- 4:25:04Schulen wurde verbessert und es wurde in
- 4:25:06Bildung und soziale Infrastruktur
- 4:25:08investiert. Und was ist passiert? Ein
- 4:25:10deutlicher Rückgang der
- 4:25:11Jugendkriminalität Anfang der 2000er
- 4:25:14ganz ohne Absenkung der Strafmündigkeit.
- 4:25:17Und auch heute sieht man doch bei
- 4:25:18Gewalttaten von Kindern nicht tatenlos
- 4:25:20zu. Jugendämter und Familiengerichte
- 4:25:22greifen ein durch Sorgerechtsentzug,
- 4:25:23Heimunterbringung oder psychologische
- 4:25:25Hilfe. Und diese Institutionen, die sind
- 4:25:28es doch, die wir am Ende personell und
- 4:25:29finanziell stärken müssen, statt immer
- 4:25:31und immer wieder erst dort den Rotstift
- 4:25:33anzusetzen und dann nach einem
- 4:25:35schärferen Strafrecht zu rufen.
- 4:25:37[applaus]
- 4:25:40Machen wir Schluss mit dieser
- 4:25:42Symbolpolitik. Zurück auf los. Und auf
- 4:25:44zum Beginn eines Zeitalters von echten
- 4:25:46Lösung, das sind wir nicht nur der
- 4:25:48jungen Generation schuldig, sondern
- 4:25:49allen Menschen in diesem Land.
- 4:25:52[applaus]
- 4:25:57Für die Fraktion Die Linke hat das Wort
- 4:25:59der Abgeordnete Luke Hoss.
- 4:26:02[applaus]
- 4:26:09Sehr geehrte Frau Präsidentin,
- 4:26:11Abgeordnete, eine alte Lamelle 1943 will
- 4:26:14sein Thema zurück, aber gut, wollen wir
- 4:26:17mal. Meine Generation ist am Wochenende
- 4:26:20auf die Straße gegangen für Geld für
- 4:26:22Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie
- 4:26:24statt Kürzung. Sie fordert ein
- 4:26:26bezahlbares Leben, echte
- 4:26:28Vermögensgerechtigkeit, ein klares Nein
- 4:26:30zur Werbeppflicht, Grundrechte zu
- 4:26:32schützen und konsequenten Klimaschutz.
- 4:26:35Und was ist Ihre Antwort auf die
- 4:26:37berechtigte Wut? Auf diese Forderungen
- 4:26:39meiner Generation, was ist die Antwort
- 4:26:41der sogenannten Alternative? Sie wollen
- 4:26:44darüber reden, ob man nicht früher
- 4:26:46anfangen könnte, Kinder in den Knast zu
- 4:26:48stecken. Nach herzlichen Glückwunsch,
- 4:26:50deutlicher kann man einer ganzen
- 4:26:51Generation nicht sagen, auf die AfD
- 4:26:53könnt ihr euch niemals verlassen. Danke
- 4:26:55für die Ehrlichkeit.
- 4:27:00[applaus]
- 4:27:00Denn wenn es Ihnen wirklich um den
- 4:27:01Schutz von Jugendlichen gehen würde,
- 4:27:03würden Sie auf die Forderungen vom
- 4:27:04Wochenende hören, denn die würden
- 4:27:06Kriminalität senken. Meine Generation
- 4:27:09fordert das Sparen bei Schulen, bei
- 4:27:11Suchthilfe und Psychotherapie zu beenden
- 4:27:14und sich endlich darum zu kümmern, dass
- 4:27:16die Leute wieder Geld in der Tasche
- 4:27:17haben. Armut, Perspektivlosigkeit, Sucht
- 4:27:20und Krankheiten führen zu Kriminalität.
- 4:27:23Aber wer die bekämpfen will, der muss an
- 4:27:26die Ursachen ran. Aber darum geht es
- 4:27:28Ihnen nicht. Sie haben Angst vor dieser
- 4:27:31Generation und ich sage Ihnen das ganz
- 4:27:33zurecht. Über 100.000 waren auf der
- 4:27:35Straße. Diese Demonstrationen waren auch
- 4:27:37Demonstrationen gegen die Regierung von
- 4:27:39Friedrich März und gegen die AfD. Denn
- 4:27:41meine Generation, die hat keinen Bock
- 4:27:43auf Ihren Rassismus, ihre Armutspolitik
- 4:27:45und ihre Werpflicht. Und damit haben Sie
- 4:27:47vollkommen Recht.
- 4:27:52Ihr Vorschlag ist im Übrigen sowieso
- 4:27:55sinnlos. Kein 13-jähriger und übrigens
- 4:27:57auch kein 15-jähriger schaut in ein
- 4:27:59Gesetzbuch, bevor er im Supermarkt
- 4:28:01Kaugummis einsteckt. Kinder machen das
- 4:28:03aus dem Moment heraus nicht mit
- 4:28:05Überlegung. Und schon jetzt haben
- 4:28:06Jugendämter und Familiengerichte
- 4:28:08Möglichkeiten Minderjährigen zu helfen,
- 4:28:10die Straftaten begeben. Da besteht im
- 4:28:12Mittelpunkt, wie es zu den Taten kam und
- 4:28:14was die Kinder brauchen, um künftig
- 4:28:15keine mehr zu begehen. Meine Generation
- 4:28:18hat am Wochenende für eine Zukunft ohne
- 4:28:19Angst demonstriert, auch für die, die
- 4:28:21sich um unsere kleinen Geschwister
- 4:28:22kümmern oder die, die nach der Schicht
- 4:28:24auf dem Sofa einschlafen. Sie haben
- 4:28:26keine Ahnung, wie sie darauf reagieren
- 4:28:28sollen, außer mit Härte. Lächerlich. Wir
- 4:28:31sollen mal wiederherhalten für ihr
- 4:28:33versagen, aber das kennen wir schon und
- 4:28:35das nehmen wir nicht mehr hin. [applaus]
- 4:28:39Wir haben angefangen uns zu wären und
- 4:28:41das werden wir weiter tun hier drin und
- 4:28:43da draußen. Schließt euch an. Am 20.11.
- 4:28:45geht es weiter. Lasst euch nicht
- 4:28:47einschüchtern. Lasst euch nichts von
- 4:28:48vermeintlichen Sachzwängen erzählen. Die
- 4:28:50Welt, die gehört euch.
- 4:28:54[applaus]
- 4:28:58Für die SPD Fraktion hat jetzt das Wort
- 4:29:01der Abgeordnete Helge Lind. [applaus]
- 4:29:09Frau Präsidentin, äh unter anderem ist
- 4:29:12ja in dieser Antragsleistung die Rede
- 4:29:16von Mobbing und Strafndigkeit und hier
- 4:29:18muss man wirklich sagen, diejenige, die
- 4:29:20den Antrag stellen, sind hochgradig
- 4:29:22qualifiziert in diesen Bereichen, sowohl
- 4:29:23im Mobbing als auch im Bereich
- 4:29:25Strafigkeit und Straftaten. Und der
- 4:29:28Katalog ist beeindruckend. Wir haben
- 4:29:31einen Europa Abgeordneten, der einen
- 4:29:3514-Jährigen mit Baseballschläger
- 4:29:37malträtiert hat. Wir haben einen
- 4:29:39Bezirksverordneten, der eine schwarze
- 4:29:41Bürgerin ins Gesicht geschlagen hat und
- 4:29:43ih Arm gebissen hat. Wir haben einen
- 4:29:46Kommunalpolitiker,
- 4:29:47der einer Bürgerin in den Bauch getreten
- 4:29:50hat. Wir haben einen weiteren Politiker
- 4:29:52der AfD, der in eine Gegendemonstration
- 4:29:55bewusst mit dem Auto reingefahren ist,
- 4:29:57alles rechtskräftig verurteilt. Das ist
- 4:29:59ein Katalog. der für sich spricht. Hier
- 4:30:03reden also die richtigen über Strafen
- 4:30:05und Strafmündigkeit und nicht nur das.
- 4:30:08Sie verstehen sich auch auf Mobbing
- 4:30:10übrigens auch in den eigenen Reihen. Wir
- 4:30:11sind ja auch immer Zeugen dieses
- 4:30:14Schauspiels, wer mal gerade bei Ihnen
- 4:30:15wen gemobbt habt und auch uns alle daran
- 4:30:18teilhaben lässt. Und nicht nur das, und
- 4:30:21da bin ich wirklich sehr erfahren, ihre
- 4:30:23Fans sind ja auch geübt darin, Menschen
- 4:30:26digital zu mobben, fertig zu machen, zu
- 4:30:29beleidigen. Damit könnte man ganze
- 4:30:31Kataloge füllen. Ich kann gar nicht so
- 4:30:33viel anzeigen, wie ihre Fans an
- 4:30:35Straftaten begehen. Das alles ist also
- 4:30:40die Geschichte, über die man eigentlich
- 4:30:41sprechen sollte. Stattdessen aber
- 4:30:44fokussieren Sie sich auf die Bestrafon
- 4:30:47von Kindern. Und ich will mir jetzt das
- 4:30:49nicht so einfach machen, das komplett
- 4:30:50auszublenden. Ich komme aus der Stadt
- 4:30:53der Gucci Gang. Die Familie, die
- 4:30:55besonders betroffen war, derjenige, der
- 4:30:57von zum Teil 12, 13-jährigen schwerst
- 4:31:00zusammengeschlagen wurde und letztlich
- 4:31:01an den Folgen gestorben ist, ist ein
- 4:31:03guter Bekannter von mir geworden und
- 4:31:05auch seine Familie. Wir haben das alles
- 4:31:07erlebt. Wir haben auch erlebt, dass da
- 4:31:09teilweise ausgenutzt wurde, dass man
- 4:31:11noch nicht strafmündig war. Aber gerade
- 4:31:14auch in der Erfahrung dessen ist es eben
- 4:31:16nicht redlich und legitim, das zu
- 4:31:19generalisieren und zu pauschalieren und
- 4:31:21es ist auch keine Antwort, um solche
- 4:31:23Taten zu verhindern. Daer hatte der
- 4:31:25Kollege Fächner vollkommen recht und
- 4:31:27auch die Justizministerin, wenn darauf
- 4:31:29hingewiesen wird, dass die Senkung des
- 4:31:31Strafigkeitsalters nicht die Antwort
- 4:31:33ist, sondern Fragen der Prävention,
- 4:31:36Fragen der Familiengerichte, der
- 4:31:38Jugendarbeit, der Jugendhilfe. Man muss
- 4:31:40sich nämlich die Mühe machen, die Mühe
- 4:31:42machen, die Kontexte dieser Taten
- 4:31:43anzugucken, zu gucken, wie im digitalen
- 4:31:46Bereich und anderswo angeworben wird.
- 4:31:48Die Senkung des Strafigkeitsalters ist
- 4:31:51eben keine Prävention und keine
- 4:31:52Verhinderung solcher Taten und ist es im
- 4:31:54übrigen wissenschaftlich, psychiatrisch
- 4:31:56und psychotherapeutisch höchst
- 4:31:58gefährlich und fragwürdig. So viel dazu.
- 4:32:01Aber noch etwas abschließendes, weil ich
- 4:32:03das die größte Poante finde an ihrem
- 4:32:06Antrag. Ich nannte eben ihre
- 4:32:09Leistungsbilanz und wir können die ja
- 4:32:10noch weiter anführen.
- 4:32:14Wie [räuspern] kommen Sie eigentlich auf
- 4:32:15die Idee, sich zu konzentrieren auf die
- 4:32:18Straftat und das härtere Bestrafen von
- 4:32:20Kindern, wenn es ihnen nicht gelingt bei
- 4:32:23längst strafmündigen eigenen Erwachsenen
- 4:32:26endlich mal zu handeln und den Mund
- 4:32:28aufzumachen? Wie kann es etwa sein, dass
- 4:32:31bei einer Wahlkampfveranstaltung von
- 4:32:33Ihnen ein Herr Steimler auftritt und mit
- 4:32:36dem Motiv Staufenberg gegen Hitler
- 4:32:39letztlich kaum verholen ein Attentat auf
- 4:32:43Friedrich März ankündigt und
- 4:32:45verharmlost. Dazu kein Wort von
- 4:32:48Sigegmund, kein Wort auf der AfD
- 4:32:50Fraktion. Sie verhammlosen Kriminalität
- 4:32:52und sie sind die lächsten, die Anträge
- 4:32:55zu diesem Thema halten sollten. Sie
- 4:32:57legen doch Wert auf Tradition und
- 4:32:59irgendwie angeblich konservative Werte,
- 4:33:02die aber nichts mit Konservativ zu tun
- 4:33:03hat. Ein konservativer Punkt wäre doch,
- 4:33:06dass Erwachsene Vorbild sind für Kinder.
- 4:33:09Ich frage abschließend, ist die ein AfD
- 4:33:12ein Vorbild für Kinder und Jugendliche
- 4:33:14und die Antwort können alle in diesem
- 4:33:16Raum und auf den Tribünen, nachdem was
- 4:33:19ich berichtet habe selbst einfach geben.
- 4:33:21Vielen Dank.
- 4:33:24[applaus]
- 4:33:25Für die AfD Fraktion hat jetzt das Wort
- 4:33:27der Abgeordnete Reiner Galla.
- 4:33:31[applaus]
- 4:33:35[applaus][jubel]
- 4:33:41Schön.
- 4:33:51Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 4:33:52geehrte Damen und Herren, Kolleginnen,
- 4:33:54liebe Landsleute. Vor wenigen Wochen kam
- 4:33:57es zu einer brutalen Gewalttat an einer
- 4:33:59Schule in Frankfurt an der Oder. wo ein
- 4:34:01minderjähriger Schüler durch eine Bande
- 4:34:0413 bis 15-jähriger Täter
- 4:34:06zusammengeprügelt wurde. Es wurde sogar
- 4:34:09noch auf ihn eingeschlagen und
- 4:34:10eingetreten, als er schon hilflos am
- 4:34:13Kopf lag und die Arme schützend vor dem
- 4:34:15Kopf hielt. An dieser Stelle möchte ich
- 4:34:18dem Opfer meine Verbundenheit versichern
- 4:34:21und meine Hoffnung einer raschen und
- 4:34:22vollständigen Genesung Ausdruck
- 4:34:25verleihen.
- 4:34:27Tat wurde mit einem Handy gefilmt und im
- 4:34:29Internet veröffentlicht.
- 4:34:31Das mag man ethisch verurteilen, aber
- 4:34:34immerhin ging ein Aufschrei des
- 4:34:36Entsetzens durchs Land. Ohne die
- 4:34:39Veröffentlichung des Videos wäre die Tat
- 4:34:42wieder einmal in den Akten verschwunden.
- 4:34:45So aber kam es zu einer öffentlichen
- 4:34:48Diskussion über Kinder und Jugendgewalt.
- 4:34:51Es wurde über gewaltbereite Jugendgangs
- 4:34:55auch anderswo beispielsweise in Kotzdam
- 4:34:58berichtet. Wir haben ein Problem mit
- 4:35:01jungen Gewalttätern und es ist, achtung
- 4:35:05völlig egal, ob die Täter ein
- 4:35:07Migrationshintergrund haben oder nicht.
- 4:35:11Wir von der AfD
- 4:35:13haben anders bezogen einen ganzen
- 4:35:16Maßnahmenkatalog besprochen. Hierzu
- 4:35:19gehört auch der Inhalt des vorliegenden
- 4:35:20Gesetzentwurfs. Derzeit gilt man unter
- 4:35:2314 als Straf unmündig. Doch dies stammt
- 4:35:27aus einer Zeit, als man noch mit 21
- 4:35:29volljährig wurde. Die Zeiten haben sich
- 4:35:31geändert. an Kommunalen und an
- 4:35:33Landtagswahlen kann man verbreitet schon
- 4:35:36ab 18 teilnehmen. Warum man mit 14 von
- 4:35:42jeder Verantwortlichkeit freigestellt
- 4:35:44sein soll und dann genau 2 Jahre später
- 4:35:48die absolute Befähigung haben soll, die
- 4:35:50Geschicke dieses Landes mitzubestimmen,
- 4:35:53das meine Damen und Herren, hat mir noch
- 4:35:55niemand plausibel erklären können. Die
- 4:35:59moderate
- 4:36:01die moderate Absenkung der
- 4:36:03Strafmündigkeit auf die Vollendung des
- 4:36:0512 Lebensjahres ist also nur
- 4:36:08folggerichtig. Gleiches gilt im Prinzip
- 4:36:10bei der Anwendung des Jugendstrafrechts
- 4:36:13auf diejenigen, die das 18. Lebensjahr
- 4:36:16bis zu auf diejenigen, die das 18. die
- 4:36:18Lebensjahre noch nie vorendet haben.
- 4:36:20Etweilige Besonderheiten, was die
- 4:36:22Einsichtsfähigkeit der Täter anbelangt,
- 4:36:25können im Rahmen der Schuld
- 4:36:27berücksichtigt werden. Schließlich
- 4:36:29wollen wir an dem Schuldprinzip im
- 4:36:32Strafrecht festhalten. Zum Schluss
- 4:36:36und da win ich mich an die Kollegen der
- 4:36:38Unionsfraktion. Bei den anderen
- 4:36:39Fraktionen bin ich mir Stichwort reife
- 4:36:42Verzögerung nicht sicher. Sie haben
- 4:36:45sicherlich genau wie ich mit 12 Jahren
- 4:36:48gewusst, dass man auf einen am Boden
- 4:36:51liegenden nicht einschlägt, dass man auf
- 4:36:54eine Hilfe hilflose Person nicht
- 4:36:56eintritt oder dass man nicht mit
- 4:36:58mehreren auf einen einzelnen
- 4:37:00misshandelt. Der Gesetzentwurf ist nur
- 4:37:03ein Teil.
- 4:37:04Ihre Redezeit ist zu
- 4:37:05eines umfassenden Paketes, aber er ist
- 4:37:07richtig und wichtig. Stimmen Sie dem
- 4:37:09Entwurf zu? Herzeit
- 4:37:11Herr Kollege, ihre Redezeit ist jetzt zu
- 4:37:13Ende. Unsere Kinder im Vielen Dank.
- 4:37:18[applaus]
- 4:37:23Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 4:37:25Wort der Abgeordnete Axel Müller.
- 4:37:28[applaus]
- 4:37:35Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 4:37:37geehrte Frau Ministerin Hubik, werte
- 4:37:39Kolleginen, Kollegen, meine sehr
- 4:37:40geehrten Damen und Herren, wir
- 4:37:42entscheiden abschließend über ein
- 4:37:43Gesetzesentwurf der AfD zur Änderung des
- 4:37:45Jugendstrafrechts sowie be einen
- 4:37:46weiteren Antrag der AfD zum Schutz von
- 4:37:48Kindern, vor religiösem Zwang und
- 4:37:50anderem als Mitglied des
- 4:37:52Rechtsausschusses spreche ich
- 4:37:53ausschließlich zu dem Gesetzesentwurf
- 4:37:55Änderung des Jugendsstrafrechts.
- 4:37:58Die AfD will folgende
- 4:37:59Gesetzesänderungen. Erstens die
- 4:38:00HRBsitzung der Strafmündigkeit von 14
- 4:38:02auf 12, das ist der Paragraph 19 Stgb.
- 4:38:05Zweitens, den Ausschluss des
- 4:38:07Jugendstrafrechts für Tatverdächtige im
- 4:38:09Alter von 18 bis 21 Jahren sogenannte
- 4:38:12heranchsene, Paragraph 105 des
- 4:38:14Jugendgerichtsgesetzes. Drittens, ein
- 4:38:16Antragsrecht der Staatsanwaltschaft
- 4:38:18gegenüber den Familiengerichten auf
- 4:38:20geschlossene Unterbringung von Kindern
- 4:38:21und Jugendlichen 1631 BB BGB und
- 4:38:25viertens ein vorläufiges Festnahmenrecht
- 4:38:27der Polizei gegenüber strafunmündigen
- 4:38:29Kindern. nach Paragraph 127 StPO, also
- 4:38:32Strafprozessordnung, um sie den
- 4:38:34Familiengerichten vorführen zu können.
- 4:38:36Der Rechtsausschuss empfiehlt, den
- 4:38:38Gesetzesentwurf insgesamt abzulehnen.
- 4:38:40Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich
- 4:38:41werde Ihnen darlegen, warum das richtig
- 4:38:43ist. Erstens, der Gesetzgeber hat die
- 4:38:46Kompetenz, die Altersgrenze für die
- 4:38:47Strafndigkeit festzulegen. Er kann sie
- 4:38:49herauf oder herabsetzen. In der
- 4:38:51Bundesrepublik Deutschland beginnt sie
- 4:38:53seit einem fast einem dreiviertel
- 4:38:55Jahrhundert mit 14 Jahren. Entscheidend
- 4:38:57ist aber nicht das Alter. Auch bei
- 4:38:5914-jährigen muss das Gericht unter
- 4:39:01Beteiligung der Jugengerichtshilfe
- 4:39:03Paragraph 38 JG in jedem Einzelfall
- 4:39:06prüfen, ob die beschuldigte Person nach
- 4:39:09ihrer sittlichen und geistigen
- 4:39:10Entwicklung reif genug ist, das Unrecht
- 4:39:12ihrer Tat einzusehen
- 4:39:15und sich entsprechend zu steuern.
- 4:39:18Denn im Strafricht gilt insbesondere
- 4:39:20auch im Jugendstrafricht der ehrene
- 4:39:22Grundsatz keine Strafe ohne Schuld. Die
- 4:39:26AfD begründet ihre Forderung nach
- 4:39:27Senkung des Alters für die Strafndigkeit
- 4:39:29mit einer unstreitigen Zunahme schwerer
- 4:39:32Straftaten von unter 14-jährigen. Daraus
- 4:39:34lässt sich jedoch nicht der Schluss
- 4:39:36ziehen, dass die Jugendlichen schon
- 4:39:38allein deswegen früher strafreich seind.
- 4:39:41Das verleihens einem Bauchgefühl
- 4:39:43ausdruck, entrt aber jeder
- 4:39:45evidenzbasierten wissenschaftlichen
- 4:39:47Grundlage und von der müssen wir uns als
- 4:39:49Gesetzgeber leiten lassen. Daher hat der
- 4:39:52Kollege Fe hat schon gesagt, die
- 4:39:53Koalition aus Union SPD sich darauf
- 4:39:56geeigt entsprechend einer Empfehlung der
- 4:39:57Justizministerkonferenz,
- 4:39:59eine Studie zu dem Phänomen
- 4:40:02Jugendkriminalität und Strafmündigkeit
- 4:40:03durchzuführen. Erste Ergebnisse werden
- 4:40:05bereits für 2027 erwartet. Auch der
- 4:40:08Vergleich mit anderen Ländern wie der
- 4:40:10Schweiz traugt nicht. In der Schweiz
- 4:40:12beginnt die Strafmündigkeit zwar
- 4:40:14wirklich mit 10 Jahren. Eine
- 4:40:16Inhaftierung ist aber dort bis zum 15.
- 4:40:18Lebensjahr ausgeschlossen. Darin findet
- 4:40:20sich davon findet sich nichts im Antrag.
- 4:40:23In Deutschland kann bereits ab 14 Jahren
- 4:40:25eine Jugendstreife von 10 Jahren
- 4:40:26verhängt werden. Als Jugendkammer haben
- 4:40:29wir das mehrfach auch getan. Zweitens,
- 4:40:31bei 18 bis 21jähren ist nach Park 150 JG
- 4:40:35auch heute schon grundsätzlich
- 4:40:37Erwachsenen Strafrecht anzuwenden.
- 4:40:38Jugendstrafrecht kommt nur zur Anwendung
- 4:40:41bei einer festgestellten reife
- 4:40:43Retardierung, also Verzögerung oder
- 4:40:45jugendypischem Fehlverhalten. Der
- 4:40:47Entwurf suggeriert: "Jugendstrafrecht
- 4:40:49werde bei Heranwachsenden einfach
- 4:40:51inflationär angewendet." Das ist falsch.
- 4:40:53Seine Anwendung muss im Einzelfall
- 4:40:55begründet werden. Zudem ist der Entwurf
- 4:40:57unsauber ausgearbeitet. Er will die
- 4:40:59Strafmündigkeit auf 12 Jahre senken,
- 4:41:01behält aber den Begriff des
- 4:41:03Heranwachsenden bei, obwohl diese
- 4:41:04Kategorie künftig faktisch leer läuft.
- 4:41:07Drittens, der Staatsanwaltschaft ein
- 4:41:09Antragsrecht nach Paragraph 1131 BGB auf
- 4:41:13geschlossene Unterbringung einzuräumen,
- 4:41:14verstöß nach meiner Einschätzung gegen
- 4:41:16Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes
- 4:41:18Pflege und Erziehung der Kinder ist sind
- 4:41:20das natürliche Recht Eltern. Dazu zählt
- 4:41:23auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
- 4:41:24Ein solches Antragsrecht steht weder
- 4:41:26Jugendämter noch heimen,
- 4:41:27Pflegeeinrichtungen oder gar
- 4:41:28Krankenhäusern zu. Ein Antrag kann nur
- 4:41:31dann von einem Vormund oder Pfleger
- 4:41:32gestellt werden, sofern den Eltern das
- 4:41:34Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen
- 4:41:36worden ist. Der Entwurf setzt sich mit
- 4:41:38dieser Grundrechtsproblematik überhaupt
- 4:41:40nicht auseinander.
- 4:41:43Viel verwechselt die AfD Kinderschutz
- 4:41:44mit Strafverfolgung. 1631 BBGB dient den
- 4:41:48Bot des Kindes nicht der Befriedigung
- 4:41:50des Staates nach einem staatlichen
- 4:41:51Strafanspruch. Wer ein Kind wegen eines
- 4:41:53Tatverdachts in eine geschlossene
- 4:41:55Unterbringung bringen möchte, macht aus
- 4:41:57dem Familiengericht eine zweite
- 4:41:58Strafjustiz. Und viertens, die erweit
- 4:42:01Festnah Befugnis der Polizei nach 127
- 4:42:03Stp leidet am selben Mangel. Wenn die
- 4:42:05Staatsanwaltschaft keinen Antrag nach
- 4:42:071631bg
- 4:42:09stellen darf, kann auch die Polizei ein
- 4:42:11strafunmündiges Kind nicht festhalten,
- 4:42:13um es einem solchen Verfahren
- 4:42:15zuzuführen. Es verbleibt
- 4:42:17selbstverständlich das Recht der Polizei
- 4:42:19wie bei allen anderen Personen auch, die
- 4:42:20sich an der Straftat verdächtig gemacht
- 4:42:22haben, nach 363b Absatz 1 StPO die
- 4:42:25Personalien festzustellen und dieses
- 4:42:28strafm unmündige Kind dann gegebenfalls
- 4:42:30den Eltern zu überstellen. Im übrigen
- 4:42:33sind die Eltern, wenn sie selbst die
- 4:42:34Kinder zu Straftaten anhalten, Herr
- 4:42:36Kollege Petterka, der Anstiftung oder
- 4:42:38der Täterschaft schuldig. Ich fasse
- 4:42:40zusammen. Dieser Gesetzesentwurf ist in
- 4:42:42Teilen verfassungswidrig. Er ist geprägt
- 4:42:44von dem Gedanken der Abschreckung.
- 4:42:46Dieser hat im Jugendstrafrecht nach
- 4:42:48einwändiger Auffassung keine Platz. Dort
- 4:42:50gilt ausschließlich der
- 4:42:51Erziehungsgedanke. Vielen Dank.
- 4:42:54[applaus]
- 4:42:58Für die Fraktion Bündnis 9 die Krün hat
- 4:43:00jetzt das Wort die Abgeordnete Lamia
- 4:43:02Kador.
- 4:43:05[applaus]
- 4:43:07Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 4:43:09geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe
- 4:43:10Zuhören und Zuhörer auf den Tribünen.
- 4:43:13Viele von uns werden sich vielleicht
- 4:43:14noch an das Wahlplakat der AfD aus dem
- 4:43:16bayerischen Landtagswahlkampf 2018
- 4:43:19erinnern. Ein blondes Mädchen springt
- 4:43:21lachend durch einen Flur, den rechten
- 4:43:23Arm triumphierend nach oben gestreckt.
- 4:43:25Darunter steht deutsche Leitkultur,
- 4:43:27Islam freie Schulen. In ihrem
- 4:43:29Wahlprogramm forderte die AfD: "Dem
- 4:43:31Islam dürfe kein Platz in den Schulen
- 4:43:33eingeräumt werden." Das Plakat mit
- 4:43:34seiner Botschaft hat damals vor 8 Jahren
- 4:43:37zurecht viele Menschen verstört. Wir
- 4:43:39erinnern uns auch an ihre
- 4:43:40Parteivorsitzende Alice Weidel, die hier
- 4:43:42im Bundestag 2018 von Kopftuchmädchen
- 4:43:45imselben Satz wie von alimentierten
- 4:43:47Messermännern und taugenichtsten sprach.
- 4:43:49Und 2024 behauptete sie, muslimische
- 4:43:52Kinder würden deutsche Kinder auf
- 4:43:53Schulhöfen drangsalieren, was natürlich
- 4:43:55zutiefst islamfeindlich ist, auch
- 4:43:57ganzbei völlig inhaltslos
- 4:43:58undfferenziert. Und was hat sich seitdem
- 4:44:01verändert, meine Damen und Herren? Wenn
- 4:44:03wir uns ihren Antrag heute ansehen und
- 4:44:04das habe ich sehr genau getan, dann
- 4:44:06stellen wir fest, sie sprechen plötzlich
- 4:44:08von allen Kindern, von Religionsfreiheit
- 4:44:10und davon, dass ich ihre Forderung nicht
- 4:44:13gegen Religion richtet. Das klingt ganz
- 4:44:15anders als islamfreie Schulen. Erleben
- 4:44:17wir also einen Sinneswandel der AfD. Man
- 4:44:20muss etwas genauer hinsehen, um
- 4:44:21festzustellen, dass sich inhaltlich bei
- 4:44:22der AfD überhaupt nichts verändert hat.
- 4:44:24Mittlerweile zeigen sie ihren Hast und
- 4:44:26ihrer Ablehnung gegen Muslime zwar erst
- 4:44:28in der Begründung am Ende ihres Antrags
- 4:44:30und nicht mehr offensichtlich zu
- 4:44:32beginnen. Der Kern jedoch bleibt gleich.
- 4:44:34Sie insinuieren Kausalzusammenhänge, die
- 4:44:36keine bilden. Erst erklären Sie, und es
- 4:44:37ist wirklich abstrus, erst erklären Sie,
- 4:44:39es gebe etwa 7% muslimischen
- 4:44:41Bevölkerungsanteil, bringen dann diesen
- 4:44:44in Zusammenhang mit etwa 30% Anteil von
- 4:44:46Migrationshintergrund in dieser
- 4:44:48Gesellschaft. um beide Werte, die nicht
- 4:44:49miteinander direkt zu tun haben, mit dem
- 4:44:52Thema der Zwangskonversionen in Pakistan
- 4:44:55zu verbinden. I don't know why, aber sie
- 4:44:57machen es. Und dann lautet ihr Fazit:
- 4:44:59Hat übrigens die KI nicht mal ihren
- 4:45:01Antrag auf Korrektheit der deutschen
- 4:45:02Sprache und Grammatik kontrolliert. ist
- 4:45:04ihn doch sonst so wichtig die deutsche
- 4:45:05Sprache, ich zitiere den Fehler. Vor dem
- 4:45:08Hintergrund einer signifikanten
- 4:45:10Einwanderung aus muslimischen Ländern
- 4:45:11nach Deutschland sind derartige Berichte
- 4:45:13über Zwangskonversionen und Zwangsehen.
- 4:45:16Können solche Berichte die Relevanz
- 4:45:17präventiver Schutzkonzepte auch an
- 4:45:19deutschen Schulen unterstreichen? Zitat
- 4:45:21Ende. Das steht in ihrem Antrag so drin.
- 4:45:23Auch die Zahlen sind erstaunlich. Die
- 4:45:26AfD führt allgemeine Mobbingzahlen aus
- 4:45:28PISA und HBSC ist eine Studie an, obwohl
- 4:45:31diese Zahlen nichts mit religiös
- 4:45:32motivierten Mobbing zu tun haben. Beim
- 4:45:34Überfliegen des Antrags mag man das
- 4:45:36übersehen können. Was sich also
- 4:45:37verändert hat, meine Damen und Herren,
- 4:45:39ist die Art und Weise, wie die AfD ihre
- 4:45:41völkischen Positionen vorträgt. Die
- 4:45:43aktuellen Afg
- 4:45:46Leaks, aha, geben darüber einen
- 4:45:48bemerkenswerten Einblick. Sie zeigen,
- 4:45:50dass ihre Partei schon seit Jahren daran
- 4:45:51arbeitet, wie sie ihre Position
- 4:45:53formuliert, ohne dem Verfassungsschutz
- 4:45:56zu viele Anhaltspunkte zu liefern. Dafür
- 4:45:59haben sie eine eigene Arbeitsgruppe zum
- 4:46:01Verfassungsschutz gegründet. Schon 2018
- 4:46:04verschickte diese AG Handreichung an
- 4:46:06ihre Funktionäre, unter anderem mit dem
- 4:46:08Rat Ausländer, Geflüchtete und Muslime
- 4:46:11nicht pauschal herabzuwürdigen. Sie
- 4:46:13schulen ihre Leute also darin, wie man
- 4:46:14völkische Positionen so formuliert, dass
- 4:46:16der Verfassungsschutz nicht aufmerksam
- 4:46:19wird. Ihr völkisches Gedankengut kriegen
- 4:46:21sie eben nicht im kleinedruckten oder im
- 4:46:23fehlerhaften Deutschversteck. Meine
- 4:46:25Damen und Herren, ihre Anträge tragen
- 4:46:27beinahe alle die Handschrift von
- 4:46:29völkischen, ewig gestrigen und
- 4:46:31Pseudodemokraten und es ist gut, wenn
- 4:46:33Politikerin und Politiker anderer
- 4:46:34Parteien hier im Hause, ich danke
- 4:46:36ausschließlich, also wirklich
- 4:46:37ausdrücklich mein Vorredner von der
- 4:46:38Union, das sehr deutlich juristisch
- 4:46:40zurückgewiesen zu haben. Ich danke allen
- 4:46:42anderen Parteien hier im Hause. Ja, das
- 4:46:43kann man so sagen, dass sie das genauso
- 4:46:46einordnen und diesen Antrag natürlich
- 4:46:47nicht unterstützen werden. Vielen Dank.
- 4:46:50[applaus]
- 4:46:54Für die Fraktion Die Linke hat jetzt das
- 4:46:56Wort die Abgeordnete Mareike Herrmeier.
- 4:47:00[applaus]
- 4:47:10Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 4:47:12Kolleginnen, Salam alum. Die AfD fordert
- 4:47:15immer noch Schutz für Kinder und
- 4:47:16Jugendliche vor religiösem zwamm Mobbing
- 4:47:19und gruppendynamischen Druck.
- 4:47:21Was sie jedoch damit meint, ist
- 4:47:23natürlich was ganz anderes. Dahinter
- 4:47:25steht wieder der Versuch, rassistische
- 4:47:27Narrative in das hohe Haus zu tragen.
- 4:47:29Das ist einfach zu entlafen. Das mache
- 4:47:30ich direkt noch mal. Es ist fast
- 4:47:33lächerlich, wie Sie im Antrag versuchen,
- 4:47:35sich weltanschaulich neutral zu
- 4:47:36verkaufen. Es ist der sprichwörtliche
- 4:47:38Wolf im Schafpfelz, der vergessen hat,
- 4:47:40sein Kostüm anzuziehen. Tatsächlich
- 4:47:43richtet sich ihr Blick aber mal so
- 4:47:44ausschließlich in Richtung des Islams.
- 4:47:47Im Abschnitt 1.5 nennen sie bei den
- 4:47:49aufgeführten Glaubensmerkmalen Kopftuch,
- 4:47:51Fasten und Gebetspraktiken. Klingt jetzt
- 4:47:54nicht nach Buddhismus. Im
- 4:47:55Begründungsteil wird es noch
- 4:47:56offensichtlicher, da versuchen Sie, wie
- 4:47:58Frau Kollegin Kador bereits sagte, eine
- 4:48:00Verknüpfung zu muslimischer Einwanderung
- 4:48:02zu schaffen. Das Ganze gelingt nicht
- 4:48:04wirklich. Da wird die Schwerpunktsetzung
- 4:48:06doch recht eindeutig. Liebe Kolleginnen,
- 4:48:08ich wiederhole an der Stelle meine
- 4:48:10Feststellung aus meiner ersten Rede zu
- 4:48:11diesem Thema. Muslimische Schülerin
- 4:48:14brauchen Schutz vor solchen
- 4:48:15rassistischen und pauschalen
- 4:48:17Verdächtigungen.
- 4:48:19[applaus]
- 4:48:20Wie wir im Ausschuss und auch durch
- 4:48:21neuste Berichterstattung jedoch
- 4:48:23wiederholt feststellen müssen, gibt es
- 4:48:24ein wachsendes Problem mit Gewalt und
- 4:48:26Mobbing an deutschen Schulen, welches
- 4:48:28zumindest wir hier ernst nehmen. Dieses
- 4:48:30Problem ist jedoch viel vielschichtiger
- 4:48:31und komplexer, als es die AfD versucht
- 4:48:33hier aufzutischen. Selbstverständlich
- 4:48:36müssen wir handeln, wenn Kinder unter
- 4:48:37Druck gesetzt werden. Niemand darf zu
- 4:48:39einem Glauben gezwungen oder aufgrund
- 4:48:41des Glaubens ausgeschlossen werden. Aber
- 4:48:43entscheidend bei der Bekämpfung sollte
- 4:48:45die konkrete Gefährdung von Kindern und
- 4:48:47Jugendlichen sein, nicht bloße
- 4:48:49Religionszugehörigkeit. Diese
- 4:48:51Vereinfachung hier wird dem Problem
- 4:48:53einfach nicht gerecht.
- 4:48:56Wissenschaftliche
- 4:48:58[applaus] wissenschaftliche Evidenzen
- 4:48:59bringt die AfD in ihren Antrag dafür
- 4:49:01nicht, obwohl es einige dazu gäbe. Da
- 4:49:03diese aber nicht dem in die
- 4:49:05aufgetischten Narrative passt, bringt
- 4:49:08diese Fraktion nur einen Fokusartikel
- 4:49:10von 2024 an, um ihren Generalverdacht
- 4:49:13hier zu begründen. Allgemeine Zahlen und
- 4:49:15Statistiken wie die genannte Befragung
- 4:49:17im Rahmen der PES 2022 belegen
- 4:49:20keinesfalls einen flächendeckenden
- 4:49:22Konversionsdruck an deutschen Schulen.
- 4:49:24Immer diese Einzelfallberichte, liebe
- 4:49:27Kolleginnen der rechten Niedertracht,
- 4:49:29diese ersetzen keine belastbaren und
- 4:49:31wissenschaftlich durchgeführten
- 4:49:33Untersuchung und stützen damit auch in
- 4:49:36gar keinem Fall das behauptete Ausmaß in
- 4:49:38ihrem Antrag.
- 4:49:39[japst]
- 4:49:40Aber ich will mich immer jetzt nicht
- 4:49:41weiter noch an Ihnen rechts außen
- 4:49:42abarbeiten, denn wie eingangs und
- 4:49:44mehrfach hier schon festgestellt, geht
- 4:49:46es Ihnen in der AfD nie um den
- 4:49:49angegebenen und im Titel genannten
- 4:49:51Schutz von Kindern und Jugendlichen. Wer
- 4:49:53Kinder und Jugendliche stärken und
- 4:49:55schützen möchte, investiert, ich sage es
- 4:49:57noch mal, wie in der ersten Rede in gute
- 4:49:59Schulsozialarbeit, Aufklärungskampagnen,
- 4:50:01Antidiskriminierungsstellen und
- 4:50:02vergleichbare soziale Unterstützung. Die
- 4:50:05Ernsthaftigkeit ihrer Fraktion muss sich
- 4:50:07mal daran messen lassen, wie viel sie
- 4:50:09für genau diese Angebote leistet. Wer
- 4:50:10die Finanzierung, den Ausbau und gar die
- 4:50:12Einführung solcher Projekte in Frage
- 4:50:14stellt, blockiert, muss ich hier fragen
- 4:50:16lassen, wie ernst es Ihnen wirklich mit
- 4:50:18dem Schutz von Kindern und Jugendlichen
- 4:50:19ist. Ist eine rhetorische Frage, braucht
- 4:50:21da keine Antwort. Sie sind entlaft. Wir
- 4:50:23als
- 4:50:25Stärken und gehen ihre antimuslimische
- 4:50:27Stimmungsmacht
- 4:50:29mal wieder ab. Vielen lieben Dank.
- 4:50:31[applaus]
- 4:50:33Für die SPD Fraktion hat jetzt das Wort
- 4:50:35die Abgeordnete Maja Walstein. [applaus]
- 4:50:46Es gibt kein christliches Blut, kein
- 4:50:48jüdisches Blut, kein muslimisches Blut.
- 4:50:50Es gibt nur menschliches Blut und wir
- 4:50:52müssen die Menschen respektieren. Sehr
- 4:50:54geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte
- 4:50:56Kolleginnen und Kollegen, liebe
- 4:50:57Besucherinnen und Besucher, schön, dass
- 4:50:59Sie da sind und dieser sehr schöne Satz,
- 4:51:02der stammt von Margot Friedländer. Sie
- 4:51:05wäre heute 105 Jahre alt geworden und
- 4:51:07sie hat diesen Satz wirklich sehr oft
- 4:51:09sehr oft wiederholt, aber leider hat er
- 4:51:11sich nicht bei allen hier im Haus
- 4:51:13verfestigt. Wir diskutieren heute über
- 4:51:17ja politische Vorschläge der AfD. Das
- 4:51:20Thema ist Gewalt an Schulen, Gewalt an
- 4:51:22Kindern und Jugendlichen.
- 4:51:25Ich würde jetzt gerne sagen, die AfD
- 4:51:28erkennt, dass Gewaltprobleme begünstigt
- 4:51:30werden durch fehlende Integration und
- 4:51:32Prävention sowie Perspektivlosigkeit und
- 4:51:35sie fordert die Verstärkung von
- 4:51:37Integrationskursen, die Unterstützung
- 4:51:39von Kommunen, insbesondere bei der
- 4:51:40Jugendhilfe. Aber leider ist es nicht
- 4:51:42so. Ist natürlich Quatsch, nichts davon
- 4:51:45äh fordert die AfD. Das wären sinnvolle
- 4:51:48Forderungen. Die AfD guckt sich gern
- 4:51:50einzelne Fälle an, z.B. an Schulen. Wir
- 4:51:53haben heute hier mehrere davon gehört.
- 4:51:56Sie leitet daraus ab, welches Profil die
- 4:51:59Täter haben und das ist nicht
- 4:52:00überraschend, aber schauen wir doch
- 4:52:01einmal, was die jungen Menschen selbst
- 4:52:04sagen und warum auch die jungen Menschen
- 4:52:08heute auffällig werden. Junge
- 4:52:10Jugendliche beschreiben sich selbst oft
- 4:52:12als impulsiver mit weniger
- 4:52:14Selbstkontrolle.
- 4:52:16Dafür wird übermäßiger Social Media
- 4:52:18Konsum, aber vor allem auch die
- 4:52:20pandemiebedingten Schließungen in der
- 4:52:22Grundschulzeit
- 4:52:23genannt, die Spuren hinterlassen. Viele
- 4:52:26fehlten eben in den entscheidenden
- 4:52:28Phasen schlicht die Gelegenheit soziale
- 4:52:32Kompetenzen auszubilden. Und was sagt
- 4:52:34die Kriminologie? Delinquenz im
- 4:52:36Jugendalter ist ein typisches
- 4:52:38Entwicklungsphänomen.
- 4:52:40Sie steigt in dieser Phase stark an und
- 4:52:42fällt danach wieder ab. Die Spitze hat
- 4:52:44sich sogar nach vorn verlagert. Der
- 4:52:46entscheidende Punkt im Strafrecht ist
- 4:52:48aber, und das hat mein Kollege Axel
- 4:52:50Müller sehr schön dargelegt. Es braucht
- 4:52:53nicht nur die Einsicht Unrecht zu tun,
- 4:52:56sondern auch die psychische Fähigkeit
- 4:52:58danach zu handeln. Und die Wissenschaft
- 4:52:59zeigt eindeutig, diese
- 4:53:01Steuerungsfähigkeit bildet sich erst ab
- 4:53:0314 Jahren heraus. Eine Studie der
- 4:53:06Universität Pittzburg belegt sogar, dass
- 4:53:08die maximale Steuerungsfunktion erst mit
- 4:53:1118 bis 20 Jahren erreicht ist. Und genau
- 4:53:13das ist der Grund, warum für Jugendliche
- 4:53:15und Heranwechsende zurecht das äh das
- 4:53:18Erziehungsrecht des JGG gilt.
- 4:53:22Eine Absenkung der Strafmündigkeit im
- 4:53:24Gesetz interessiert den Zwölfjährigen
- 4:53:26also nicht, wenn er Straftaten begeht.
- 4:53:29Was hilft also wirklich? nicht das
- 4:53:31Wegsperren, sondern präzise präventive
- 4:53:33Zusammenarbeit, klare verbindliche
- 4:53:35Abläufe, Verstätigung der
- 4:53:36Schulsozialarbeit auch mit
- 4:53:38muttersprachlichen Personal Situation,
- 4:53:40dass wir die Situation nicht einfach nur
- 4:53:42zur Kenntnis nehmen, sondern sie auch
- 4:53:44zur politischen Priorität machen.
- 4:53:46braucht Räume und Netzwerke zum
- 4:53:47Austausch, professionelle äh
- 4:53:49multiprofessionelle Teams, Logopädinnen,
- 4:53:51Erzieherinnen, Verkehrslotzen,
- 4:53:54ein gut funktionierender Ganztag, das
- 4:53:56Aufstellen von Schul und Hausordnung,
- 4:53:58ein starkes Kinderschutzkonzept,
- 4:54:00Präventionskonzept, Schulleitungen, die
- 4:54:02in enger Kontakt mit außerschulischen
- 4:54:04Partnerinnen und Partnern sind, wie z.B.
- 4:54:06auch der Polizei, Präventionsangebote
- 4:54:09und all das, was ich gerade aufgezählt
- 4:54:11habe, das passiert z.B. in meiner Stadt,
- 4:54:13in der es Vorfälle gab. An
- 4:54:15Frau Kollegin, erlauben Sie eine
- 4:54:17Zwischenfrage von Herr Paterka aus der
- 4:54:19AfD Fraktion.
- 4:54:21Nein, vielen Dank. Es wurde hier schon
- 4:54:22zu viel Quatsch erzählt. Ich fahre fort.
- 4:54:26All das wurde in meiner Stadt getan, wo
- 4:54:30es zu Vorfällen kam. Und das passiert
- 4:54:32nämlich, wenn Leute Lösungen suchen.
- 4:54:34Wenn Leute Lösungen suchen, statt
- 4:54:37schuldige. Ähm, was hilft also? Hilft
- 4:54:40der Populismus der AfD? Nein, denn das
- 4:54:42da geht's ja immer nur darum, unsere
- 4:54:44Gesellschaft zu spalten und unsere
- 4:54:45Demokratie zu gefährden. Und ich sage,
- 4:54:48deshalb müssen wir den Antrag ablehnen
- 4:54:49und deshalb müssen wir unsere Demokratie
- 4:54:51überall schützen. Und das bedeutet im
- 4:54:53übrigen auch, dass wir keine
- 4:54:54verfassungsfeindlichen Parteien dulden
- 4:54:56dürfen. Und darum müssen wir uns alle
- 4:54:58stark machen für die Überprüfung der
- 4:54:59Verfassungsmäßigkeit, so wie es Artikel
- 4:55:0121 unseres Grundgesetzes von uns
- 4:55:04verlangt. Wir müssen die AfD auf ihre
- 4:55:06Verfassungsmäßigkeit überprüfen. Und ich
- 4:55:08frage mich, welche demokratische Partei
- 4:55:10fürchtet die Überprüfung ihrer
- 4:55:12Verfassungsmäßigkeit durch das höchste
- 4:55:14Gericht unseres Landes? Vielen Dank.
- 4:55:17[applaus]
- 4:55:20Zu einer Kurzintervention hat jetzt der
- 4:55:22Abgeordnete Petkerka das Wort.
- 4:55:28Ja, Frau Walstein, Sie haben ja
- 4:55:29ausgeführt, Kinder unter 14 würden auf
- 4:55:33jeden Fall Verbrechen begehen, egal
- 4:55:35welche Gesetz.
- 4:55:38Ja, das wäre z.B. nett.
- 4:55:41Wir hören sie schon, aber
- 4:55:43ihre Zeit läuft. Fahren Sie fort oder
- 4:55:45nicht? Frau Frau Weischer, Sie haben ja
- 4:55:46gesagt, Kinder unter 14 begehen
- 4:55:48Straftaten, egal welche Gesetze bestehen
- 4:55:50würden und sie blenden dabei völlig aus,
- 4:55:52dass es auch ein Gerechtigkeitsempfinden
- 4:55:54der Bevölkerung gibt. Schlussendlich
- 4:55:57sollen hier müssen hier irgendwann auch
- 4:55:58mal Strafen entstehen, sonst verliert
- 4:56:01die Bevölkerung. Ich habe es mehrfach
- 4:56:02betont in meiner Rede, das Vertrauen in
- 4:56:04den Rechtsstaat, das kann keiner von uns
- 4:56:05wollen. Meine Frage aber, sie haben dann
- 4:56:08ausgeführt, dass eine Lösung wäre
- 4:56:11Hausordnungen und Schulordnungen.
- 4:56:13Dadurch würde das Problem dann gelöst.
- 4:56:15Da wird auf einmal dann drauf geachtet,
- 4:56:17seitens der Kinder, seitens der
- 4:56:18Jugendlichen. Also Schulordnungen werden
- 4:56:20beachtet, Gesetze aber nicht. Das ist
- 4:56:22ein logischer Widerspruch. Wie wollen
- 4:56:23Sie den bitteschön auflösen?
- 4:56:27Frau Kollegin, Sie haben die Möglichkeit
- 4:56:29zu antworten.
- 4:56:31Herzlichen Dank, Frau Präsidentin. Es
- 4:56:33ist so traurig. Es ist so traurig, dass
- 4:56:36es Ihnen nicht gelingt, meinen
- 4:56:38Vorrednerinnen und Vorrednern,
- 4:56:40insbesondere Axel Müller, den hätten Sie
- 4:56:41wirklich heute mal zuhören müssen. Das
- 4:56:43wäre wirklich ein Gewinn. gewesen und
- 4:56:45vielleicht lassen Sie auch mal diese
- 4:56:47Fakten an sich heran. Ähm schade, dass
- 4:56:49das nicht passiert ist. Ich finde es
- 4:56:51immer interessant, wie eine Partei äh
- 4:56:53von Widersprüchen reden kann, die von
- 4:56:55Widersprüchen lebt. Ich meine, sie äh
- 4:56:57sind gegen vielfältige Lebensweisen,
- 4:56:59aber äh lieben Alice Weidel. Sie sind
- 4:57:02gegen Elektroautos, aber stehen auf Ilon
- 4:57:04Mast. Sie sind gegen äh sie sind die
- 4:57:06Patrioten, aber lassen sich anscheinend
- 4:57:08von ausländischen Regimen kaufen. Und
- 4:57:09sie sagen, und da komme ich jetzt zu dem
- 4:57:11entscheidenden Punkt von heute, sie
- 4:57:12sagen, sie sind für Ordnung und
- 4:57:14Sicherheit, aber haben die meisten
- 4:57:15Straftäter in Funktion in ihrer Partei.
- 4:57:18Und das finde ich deshalb so
- 4:57:19bemerkenswert, weil ich habe hier eine
- 4:57:21lange Liste. Dafür habe ich gar keine
- 4:57:22Zeit, Frau Präsidentin, deshalb lese ich
- 4:57:24die nicht vor von Abgeordneten, von
- 4:57:28Landtagsabgeordneten, von Funktionärin.
- 4:57:31Wir reden nicht von Anhängern oder
- 4:57:32Wählerinnen und Wählern. Wir reden von
- 4:57:33Funktionären der AfD, die verurteilte
- 4:57:37Straftäter sind und nicht wegen
- 4:57:38Falschparken, sondern wir reden hier von
- 4:57:40Angriff auf Polizei. Wir reden hier von
- 4:57:43fahren mit PKW in drei Fällen in
- 4:57:45Menschenmassen. Wir reden davon, dass
- 4:57:48wir ein Abgeordneter der Stadtfraktion
- 4:57:51in meiner Stadt hat einer Schülerin
- 4:57:53Vergewaltigung gewünscht. Ich könnte die
- 4:57:56Liste ist wie gesagt zu lang, Frau
- 4:57:57Präsidentin. Ich äh schließe an der
- 4:57:59Stelle mit den Worten, um zu sagen,
- 4:58:02sie sind nun wirklich kein Vorbild für
- 4:58:04die jungen Menschen in diesem Land und
- 4:58:05ich bedauere es zutiefst, dass wir hier
- 4:58:08mit Ihnen genau solche Sachen
- 4:58:10diskutieren müssen, die ja nun wirklich
- 4:58:13im Glas sitzen. Vielen Dank. Das war
- 4:58:15kein Antwort. [applaus]
- 4:58:18Für die AfD Fraktion hat jetzt das Wort
- 4:58:20der Abgeordnete Martin Reishart.
- 4:58:23[applaus]
- 4:58:36Frau Präsidentin, anwesende Damen und
- 4:58:38Herren, wir debattieren heute erneut
- 4:58:40unseren Antrag zu folgenden drängenden
- 4:58:42Themen: Religiöser Zwang und Mobbing
- 4:58:44unter Kindern und Jugendlichen. Wie
- 4:58:46jeder weiß, ist dies ein akutes und
- 4:58:50wachsendes Problem in unserem Land und
- 4:58:52insbesondere an unseren Schulen. Ich
- 4:58:54erinnere mich noch gut daran, dass Sie,
- 4:58:56Frau Esken, meiner Fraktion im März
- 4:58:59entgegenhielten, Zitat: "Sie sind
- 4:59:01überhaupt nicht in der Lage mit Studien
- 4:59:03und Statistiken umzugehen. Wenn Sie das
- 4:59:05könnten, dann würden Sie wissen, dass
- 4:59:08die Migration nicht das Problem an
- 4:59:10unseren Schulen ist."
- 4:59:11Nun, d Monate später legt die Berliner
- 4:59:15Senatsverwaltung die erste umfassende
- 4:59:17wissenschaftliche Untersuchung zu
- 4:59:19religiösen Konflikten an Schulen vor und
- 4:59:21überführt Saskia Eskens
- 4:59:23Realitätsverlust. Frau Esken, hier
- 4:59:26können Sie sich nun nicht mehr hinter
- 4:59:27ihrem Ausschussvorsitz verstecken,
- 4:59:29sondern müssen sich die Wahrheit
- 4:59:30anhören. Also hören Sie einfach mal gut
- 4:59:31zu. Die Studie befragte 14 000 Schüler
- 4:59:36und 2500 Lehrkräfte. das Ergebnis. Knapp
- 4:59:4030% der Lehrkräfte hält es für ein sehr
- 4:59:43großes Problem, dass Schüler religiöse
- 4:59:46Regeln über die Regeln der Schule
- 4:59:48stellen. Unter muslimischen
- 4:59:49Neunklässlern 41%.
- 4:59:53Mädchen aus moderatislamischen Familien
- 4:59:55sind meist die ersten Opfer, die durch
- 4:59:58religiöses Mobbing muslimischer Jungen
- 5:00:01schikaniert werden. Sexistische
- 5:00:02Beleidigung wegen fehlendem Kopftuch.
- 5:00:04Zwang zum Befolgen von Speisegesetzen
- 5:00:06und Gebetszeiten. Wolfgang Bücher als
- 5:00:09Sprecher der Kinder und
- 5:00:10Jugendhilfswerksarche
- 5:00:12ist seit Jahrzehnten in präkären
- 5:00:14Stadtvierteln im Einsatz. Befragt nach
- 5:00:17den Hintergründen von religiösem Mobbing
- 5:00:19und religiösem Zwang heranwachsenden
- 5:00:22sagt er gemobbt wird, das muss man ganz
- 5:00:25deutlich sagen, nicht von jüdischen,
- 5:00:28nicht von katholischen, nicht von
- 5:00:30evangelischen Kindern. Es sind Kinder
- 5:00:33aus dem politischen Islam, deren
- 5:00:35Großeltern aus Palästina, aus dem
- 5:00:37Gazastreifen, aus Syrien und aus dem
- 5:00:40Irak kommen. Wir steuern auf eine
- 5:00:42Katastrophe zu. Zitat Ende. Zu allem
- 5:00:46bislang kein Wort von der sogenannten
- 5:00:48Antidiskriminierungsstelle
- 5:00:50des Bundes, für die Diskriminierung
- 5:00:52ohnehin nur ein Etikett ist, um
- 5:00:54Einheimische schlecht zu machen oder
- 5:00:56Rentner anzugreifen, die irgendwo einen
- 5:00:58Mohenkopf bestellt haben. Meine Damen
- 5:01:00und Herren,
- 5:01:02Michael Hammerbacher vom Verein für
- 5:01:04Demokratie und Vielfalt in Schule und
- 5:01:07beruflicher Bildung bringt es auf den
- 5:01:09Punkt, was Sie von den Altparteien so
- 5:01:12hartnäckig zu vertuschen suchen. Zitat:
- 5:01:15"Die ersten Opfer in Schulen mit sehr
- 5:01:17hoher islamischer Schülerzahl sind offen
- 5:01:20schwule und lesbische Jugendliche und
- 5:01:22liberale Muslime. Von Vielfalt kann in
- 5:01:25einem solchen Umfeld, auch wenn es Ihnen
- 5:01:27nicht passt, Frau Kador, keine Rede mehr
- 5:01:30sein. Meine Dam
- 5:01:33meine Damen und Herren, wir sehen die
- 5:01:36kopflose Politik der offenen Grenzen und
- 5:01:39die Ansiedlung von Menschen aus
- 5:01:41vormodernen und archaischen
- 5:01:43Kulturkreisen in Deutschland. Sie kennt
- 5:01:45nur Verlierer. Für viele, viel zu viele
- 5:01:49Kinder und Jugendliche in Deutschland,
- 5:01:51die nicht wie Sie, Frau Eskin, mit einer
- 5:01:53Limousine durch Berlin schaufiert
- 5:01:55werden, ist das längst alltäglicher,
- 5:01:58grausamer Albtraum geworden. Und unser
- 5:02:00Antrag ist genau der notwendige Vorstoß,
- 5:02:03um diesen Albtraum, den insbesondere
- 5:02:06hier Grüne, Sozialdemokratie und Linke
- 5:02:09zu vertreten haben zu beenden. Meine
- 5:02:12Damen und Herren, ich hoffe auf die
- 5:02:14Zustimmung des ein oder anderen
- 5:02:15Vernünftigen. Hoffnung habe ich darin
- 5:02:17leider keine. Vielen Dank,
- 5:02:23Herr Kollege, Ihre Redezeit ist zu Ende
- 5:02:25und Sie haben Ihre Rede beendet. Das ist
- 5:02:27keine Dialogveranstaltung. Ich würde
- 5:02:28gerne den nächsten Redner aufrufen.
- 5:02:31Gern.
- 5:02:32Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 5:02:35Wort der Abgeordnete Dr. Konrad Körner.
- 5:02:39[applaus]
- 5:02:42Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 5:02:45Kolleginnen und Kollegen,
- 5:02:47egal ob ein Zjähriger einen 14-jährigen
- 5:02:49ersticht oder Gruppendruck in der Schule
- 5:02:53zu Anpassungsverhalten zwingt, das
- 5:02:56vorherrschende Gefühl in der
- 5:02:57Gesellschaft ist oft Überforderung
- 5:02:59Fassungslosigkeit und wenn
- 5:03:01aufgrundusstrafe Unmündigkeit keine
- 5:03:04gerichtliche Aufarbeitung erfolg,
- 5:03:05Gesellschaft sich schwer tut, ja, dann
- 5:03:08gibt's auch ein Gefühl, der Unnmacht und
- 5:03:11die Frage, warum macht der Rechtsstaat
- 5:03:14nichts? Was kann er denn tun? Und jetzt
- 5:03:16liegt uns natürlich ein denkbar
- 5:03:19schnellgedachter Gesetzentwurf vor. Also
- 5:03:21die Rechtslage ist unzureichend.
- 5:03:23Deswegen ähm müssen wir jetzt das
- 5:03:25Strafmündigkeitsalter
- 5:03:27senken. Und dann, liebe Kolleginen,
- 5:03:29Kollegen, wenn man schon einen
- 5:03:30Gesetzentwurf
- 5:03:32vorliegt, dann müsste man sich aber in
- 5:03:34diesem Gesetzentwurf und die Kolleginnen
- 5:03:35und Kollegen haben es angesprochen,
- 5:03:37durchaus auch mit der Fachwelt
- 5:03:39auseinandersetzen. Und wir müssen uns
- 5:03:41die Frage stellen, wie gehen wir denn
- 5:03:43mit Kindern um? Denn Fachleute verweisen
- 5:03:46sehr wohl darauf, dass moralische
- 5:03:49kognitive Entwicklung mit 13 oder 14
- 5:03:52eben nicht abgeschlossen ist. Gerade in
- 5:03:54der Pubertät führen die Veränderungen
- 5:03:56dazu und das wissen alle Eltern, dass
- 5:03:58Emotionen, Risikobereitschaft ganz
- 5:04:01andere Entscheidungen nach sich ziehen.
- 5:04:03Und auch Kinder unter 14 Jahren sind
- 5:04:05heute keineswegs reifer als frühere
- 5:04:08Generationen. Das ewige Lied von der
- 5:04:10Jugend, die viel schlechter ist als
- 5:04:12früher oder die jetzt sich viel mehr
- 5:04:15zutraut, ich glaube, es ist seit 2000
- 5:04:18Jahren immer das gleiche und es ist nach
- 5:04:19wie vor falsch. Also, wer eine
- 5:04:21Herabsetzung des Straf Mündigkeitsalters
- 5:04:23fordert, sollte dann erkennen lassen,
- 5:04:26dass er sich mit den Einschätzungen der
- 5:04:28Fachwelt auseinandergesetzt hat. Hierzu
- 5:04:29aber kein Wort. Und nach ihrem
- 5:04:32Gesetzentwurf, und das finde ich
- 5:04:33besonders schön, keine Alternative zu
- 5:04:35ihrem Vorschlag. Jetzt mal fairerweise
- 5:04:36sagen, das steht in jedem Gesetzentwurf,
- 5:04:38aber ich empfehle Ihnen z.B. dann mal
- 5:04:41die Vorschläge von meinem CSU Kollegen
- 5:04:43Christian Moser zum
- 5:04:44Verantwortungsverfahren anzuschauen,
- 5:04:46denn das Handlungsbedarf besteht bei
- 5:04:49Jugendkriminalität. Das hat in diesem
- 5:04:51Haus fast keiner bestritten. Aber wir
- 5:04:54müssen uns sehr wohl anschauen, wie
- 5:04:55gehen wir mit Kindern mit dem Alter 10,
- 5:04:5811, 12, 13 um? Mit einem solchen
- 5:05:01Verantwortungsverfahren könnten wir z.B.
- 5:05:03auch bei Kindern ermitteln, ja, Wahrheit
- 5:05:06erforschen, gesellschaftlichen Frieden
- 5:05:09eventuell ermöglichen, Polizei und
- 5:05:11Staatsanwaltschaft auch einschalten,
- 5:05:13aber Erziehungsberechtigte von Anfang an
- 5:05:16einbeziehen, das Ganze deutlich
- 5:05:18kindgerechter einbetten, als es das
- 5:05:21Jugendstrafrecht bisher kann und auch
- 5:05:24bei 12jährigen keine Jugendstrafe im
- 5:05:27allgemeinen Sinne verhängen. Sie merken,
- 5:05:30die Union, wir beschäftigen uns in der
- 5:05:32Tiefe mit der Materie, wir erkennen ein
- 5:05:34Problem, erarbeiten passende Lösungen.
- 5:05:36Die Koalition hat vereinbart, ein
- 5:05:39Gutachten in den Auftrag in Auftrag zu
- 5:05:41geben, das bereits ausgearbeitet wird.
- 5:05:44Das ist der Kern bürgerlicher Politik.
- 5:05:47Aber pauschale, kurz gedachte Lösungen
- 5:05:50einfach mal ein zwei Sätze hinschreiben,
- 5:05:52die dann, der Kollege Müller hat's schon
- 5:05:54gesagt, auch noch falsch sind, wo
- 5:05:57Begründung und Gesetzestext nicht mal
- 5:05:59zueinander passen. Das passt leider
- 5:06:01nicht zusammen. Bitte noch mal
- 5:06:03überarbeiten.
- 5:06:06Und die AfD will z.B. und das finde ich
- 5:06:10einen Widerspruch, den sie auch nicht
- 5:06:12auflösen können. Sie will zwei Dinge
- 5:06:14gleichzeitig. Erstens, Zölfjährige
- 5:06:17sollen strafmündig werden. Okay,
- 5:06:19diskutieren wir hier drüber. Wer
- 5:06:21Straftaten begeht, der sei ja auch alt
- 5:06:23genug dafür gerade zu stehen. Der Satz
- 5:06:25übrigens in seiner Pausalität falsch.
- 5:06:27Zweitens aber die Schulpflicht. Ja, die
- 5:06:30darüber müssten wir reden. Der
- 5:06:32Schulbesuch sein Angebot. Eltern hätten
- 5:06:35ein eigenes Recht komplett ohne
- 5:06:37staatliche Aufsicht ihre Kinder zu
- 5:06:39erziehen. Kontrolle eine Prüfung pro
- 5:06:42Halbjahr. Das heißt für die AfD, der
- 5:06:45Staat stellt das zölfjährige Kind vor
- 5:06:48den Jugendrichter, aber möchte es in der
- 5:06:50Schule bitte doch nur noch zweimal im
- 5:06:52Jahr zu Gesicht bekommen. Die AfD möchte
- 5:06:55einen Staat, der hart ist, wenn ein Kind
- 5:06:57Täter ist, okay, aber blind, wenn es
- 5:07:00Opfer ist.
- 5:07:02Wir wollen Parallelgesellschaften
- 5:07:04aufbrechen. Wir wollen ja Integration
- 5:07:07verlangen, Werte in der Schule
- 5:07:09vermitteln und Kinder schützen. Denn es
- 5:07:12sind Lehrerinnen und Lehrer, die die
- 5:07:14blauen Flecken bei Kindern sehen. Die
- 5:07:16leere Brotdose oder das Kind, das
- 5:07:19plötzlich verstummt. Ohne Schulpflicht
- 5:07:22verschwinden genau diese Kinder, die sie
- 5:07:24jetzt vorgeben zu schützen vom Radar.
- 5:07:27Ohne Schulpflicht wärden doch die
- 5:07:28Parallelgesellschaften,
- 5:07:29die sie bekämpfen wollen, die ersten,
- 5:07:31die ihr Kind aus der Schule abziehen.
- 5:07:33Sie würden all diese Kinder schutzlos
- 5:07:36zurücklassen.
- 5:07:38Wir wollen das Gegenteil. Einen Staat,
- 5:07:40der hinschaut, bevor etwas passiert, der
- 5:07:42auch hinschaut, wenn er bestrafen muss.
- 5:07:44Einen Staat, der durchsetzt, dass jedes
- 5:07:46Kind Deutsch spricht, wenn es in die
- 5:07:47Schule kommt und in Bayern sogar die
- 5:07:49Hymnen sinkt. Ernsthafte Erziehung,
- 5:07:51klare Kante und intensive Integration
- 5:07:54verhindern. Straftaten. Dafür steht die
- 5:07:56Union.
- 5:07:59[applaus]
- 5:08:02Für die AfD Fraktion hat das Wort der
- 5:08:04Abgeordnete Girion Bäumann.
- 5:08:08[applaus]
- 5:08:22Frau Präsidentin, meine Damen und
- 5:08:24Herren, wir sprechen mit unserem Antrag
- 5:08:27ein Problem an, das so mancher von Ihnen
- 5:08:29gern übersehen möchte. Multikulti wird
- 5:08:32allseits begrüßt, aber jede
- 5:08:34Fehlentwicklung stets verdrängt.
- 5:08:37Wegsehen löst aber keine Probleme und es
- 5:08:39ist auch nicht die Aufgabe dieses
- 5:08:41Hauses.
- 5:08:43Mein Kollege Reichd hat gerade auf einen
- 5:08:45wichtigen Fachmann der Szene
- 5:08:46hingewiesen, nämlich auf den Sprecher
- 5:08:48der Berliner evangelischen Arche
- 5:08:50Wolfgang Büscher, der schon auf die
- 5:08:51wachsende Gefahr durch das Mobbing
- 5:08:52dieser Klientel hingewiesen hat. Herr
- 5:08:55Reich hat im Grunde abstrakt auf die
- 5:08:58Klientel hingewiesen, die Herr Büscher
- 5:09:00dabei im Auge hatte. Ich möchte mal ein
- 5:09:02direktes Zitat bringen an der Stelle,
- 5:09:04wie Herr Büscher sich mit mit Erlaubnis
- 5:09:06der Präsidentin dazu geäußert hat. Er
- 5:09:08sagte nämlich: "Unser Personal an den
- 5:09:11Archeinrichtungen berichtet mir immer
- 5:09:13öfter, dass Schüler, die sich nicht an
- 5:09:15strenge Lebensweisen des politischen
- 5:09:17Islams halten, ausgegrenzt, bedrängt,
- 5:09:21eingeschüchtert und zum Teil sogar dazu
- 5:09:23gedrängt wurden, zum Islam zu
- 5:09:25konvertieren,
- 5:09:27soweit sie ein anderen Glaubensrichtung
- 5:09:29angehören." Zitat Ende. Auch das
- 5:09:32Berliner Verwaltungsgericht hatte das
- 5:09:34Problem vor kurzem auf dem Tisch.
- 5:09:37Ein Berliner Verein für Freiheitsrechte
- 5:09:39hatte sich für diese mehrheitlich
- 5:09:41fanatischen Koranjünger eingesetzt und
- 5:09:44gemeint, in den Berliner Schulordnungen
- 5:09:47müssten Gebetsverbote,
- 5:09:49Kleidervorschriften und Deutschpflicht
- 5:09:52auf den Schulhöfen abgeschafft werden.
- 5:09:55Das beklagte Gymnasium trut dagegen vor:
- 5:09:57Mädchen aus liberalen muslimischen
- 5:10:00Familien wurden beschimpft, weil sie
- 5:10:02kein Kopftuch trugen. Jugendliche zur
- 5:10:05Konversion zum Islam bedrängt, Schülern
- 5:10:09islamische Speisegesetze vorgeschrieben
- 5:10:11und Mitschülerinnen wegen angeblich
- 5:10:13freizügiger Kleiderwahl beleidigt. Das
- 5:10:16Verwaltungsgericht hat diese
- 5:10:18deutschfeindliche Verbandsklage völlig
- 5:10:21zurecht abgewiesen.
- 5:10:24Auch unser Antrag, auch unser Antrag
- 5:10:27stimmt mit der ständigen Rechtsprechung
- 5:10:29gegen religiöse Einflussnahme an Schulen
- 5:10:31überein. Die Grundrechte sind nämlich
- 5:10:34nicht nur Abwehrrechte, sondern
- 5:10:35enthalten auch staatliche
- 5:10:37Schutzpflichten. Diese bewahren die
- 5:10:39Bürger auch vor Grundrechtsverletzungen
- 5:10:41durch aktives Tun Dritter. Deshalb ist
- 5:10:45der Staat zum Eingriff verpflichtet,
- 5:10:47wenn die Religionsfreiheit von Christen
- 5:10:50und Andersgläubigen angegriffen wird.
- 5:10:54Das Bundesverwaltungsgericht hatte seit
- 5:10:561965 wiederholt zur staatlichen
- 5:10:58Neutralitätspflicht festgestellt, das
- 5:11:01Grundgesetz lege dem Staat eine
- 5:11:03weltanschaulich religiöse Neutralität
- 5:11:05auf und untersage die Privilegierung
- 5:11:08bestimmter Bekenntnisse. Das
- 5:11:11verpflichtet den Staat zum Tätig werden,
- 5:11:13denn das gesamte Schulwesen stehe unter
- 5:11:16der Aufsicht des Staates. Wir fordern
- 5:11:19die Bundesregierung daher auf aktiv zu
- 5:11:22werden und sind gespannt, wer diesem
- 5:11:24Antrag nicht zustimmen wird. Vielen
- 5:11:27Dank, meine lieben Kollegen. [applaus]
- 5:11:31Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 5:11:34Wort der Abgeordnete Christoph NASA.
- 5:11:38[applaus]
- 5:11:43Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 5:11:44geehrte Kolleginnen und Kollegen, Herr
- 5:11:47Reichert, ich war gerade doch
- 5:11:48einigermaßen überrascht, dass Sie so
- 5:11:50große Sorge haben vor vormodernen
- 5:11:52Kulturformen, weil ich meine in
- 5:11:54Erinnerung zu haben, dass aus ihrem
- 5:11:55Landesverband der ganz besonders äh
- 5:11:58besondere Vorschlag kam, man könnte doch
- 5:11:59christliche Feiertage abschaffen und das
- 5:12:01setzen durch Sonnenwend feiern. Ich
- 5:12:03glaube, von Ihnen ist auch weiterhin
- 5:12:04keine Aufklärung zu erwarten.
- 5:12:07[applaus]
- 5:12:09Die
- 5:12:10Herr Kollege, erlauben Sie eine
- 5:12:11Zwischenfrage aus der AfD Fraktion von
- 5:12:14Herr Reichad.
- 5:12:15Gerne nach meiner Rede.
- 5:12:18So, wenn ich sowas höre wie von
- 5:12:20Archesprecher Wolfgang Bücher, dann ist
- 5:12:21es etwas, was auch mir Sorge macht, wenn
- 5:12:24berichtet wird von religiösem Mobbing
- 5:12:26aus dem politischen Islam. Und äh so
- 5:12:29etwas macht uns Sorgen, weil Kinder und
- 5:12:31Jugendliche ein Grundrecht darauf haben
- 5:12:32auf positive und negative
- 5:12:34Religionsfreiheit. Und sie dürfen
- 5:12:36einerseits ihre Religion frei ausleben
- 5:12:39und dürfen andererseits nicht unter
- 5:12:41Druck gesetzt werden, wenn sie
- 5:12:42religionslos oder andere Religion sind
- 5:12:45als ihre Mitschüler. Der vorliegende
- 5:12:47Antrag erweckt allerdings den Eindruck,
- 5:12:48als hätten die staatlichen und
- 5:12:50schudischen Verantwortungsträger bislang
- 5:12:52gar keine Antworten auf solche Probleme
- 5:12:54und das ist völlig irreführend. Der
- 5:12:56Schutz von Kindern und Jugendlichen ist
- 5:12:57in unserem Rechtsstaat umfassend
- 5:13:00verankert. Im Grundgesetz, in der UN
- 5:13:02Kinderrechtskonvention, im Strafrecht,
- 5:13:04im allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz
- 5:13:06und im SGB8. Dazu kommen die
- 5:13:08Schulgesetze der 16 Länder.
- 5:13:11Und ihr Antrag, der hat keine Lösung für
- 5:13:14die Probleme, die wirklich anstehen und
- 5:13:16das merkt man spätestens dann, wenn man
- 5:13:17sich die Begründung des Antrags einmal
- 5:13:19durchliest. Da wird es nämlich richtig
- 5:13:20wild. Sie bedienen sich aus einem
- 5:13:23kunterbunden Strauß an Daten,
- 5:13:25Zeitungsartikeln und Studien, schmeißen
- 5:13:27alles zusammen, garniieren es mit ihrer
- 5:13:29politischen Agenda rühren einmal kräftig
- 5:13:31rum. Und an einem Beispiel möchte ich
- 5:13:33das einmal deutlich machen. Frau
- 5:13:35Kollegin Kardo hat schon darauf
- 5:13:36hingewiesen, dass sie die Zahlen von
- 5:13:38Muslimen in Deutschland und Schülern mit
- 5:13:40Einwanderungsgeschichte nehmen und sie
- 5:13:42in einen Zusammenhang stellen und zwar
- 5:13:44im nächsten Satz des Antrags mit einem
- 5:13:46UN-Bericht über Zwangskonversion in
- 5:13:48Pakistan. Kurz um, bereits im zweiten
- 5:13:51Absatz schießt ihre Argumentation
- 5:13:53komplett ins Kraut.
- 5:13:56[applaus]
- 5:13:57Man hätte doch erwarten können, dass sie
- 5:13:58wenigstens die wenigen Studien, die es
- 5:14:00zu dem Thema gibt, bearbeiten und
- 5:14:01beachten, denn da hätten sie ja durchaus
- 5:14:03einen Punkt, wenn Sie monieren, dass die
- 5:14:05Studienlage zu unserem Thema dünen ist.
- 5:14:07Zwischen 2019 und 26 ist nur eine
- 5:14:10einstellige Zahl von Studien erschienen,
- 5:14:12die sich mit diesem Phänomen
- 5:14:13beschäftigen. Und genau davon sind zwei
- 5:14:16Stück nur repräsentativ und nur eine
- 5:14:18davon bezieht sich konkret auf Schulen.
- 5:14:20Und jetzt kommt der Punkt, den ich
- 5:14:21besonders komisch finde, die wichtigste
- 5:14:24Studie für das Thema des heutigen Tages,
- 5:14:25die haben Sie, als Sie den Antrag
- 5:14:27formuliert haben, gar nicht gelesen,
- 5:14:28denn der Antrag ist von Ihnen
- 5:14:30geschrieben worden im März. Die
- 5:14:31wichtigste Studie vom Land Berlin kam
- 5:14:33erst kam aber erst im Juni heraus. Und
- 5:14:35da frage ich mich schon, ob sie
- 5:14:36eigentlich ein ehrliches
- 5:14:37Erkenntnisinteresse haben oder ob es
- 5:14:38Ihnen eben doch wir nur nur um
- 5:14:40Schlagzeilen und Überschriften geht. Und
- 5:14:41das ist einfach unredlich.
- 5:14:43[applaus]
- 5:14:45Und die Lektüre dieser Studie ist total
- 5:14:47interessant. Der CDU geführte Berliner
- 5:14:49Senat hat nämlich ein Konflikt und
- 5:14:51Gewaltbarometer herausgebracht und ich
- 5:14:53möchte ausdrücklich sagen, es ist gut
- 5:14:54und richtig, dass hier bei diesem Thema
- 5:14:56von religiösem Mobbing einmal
- 5:14:57fachmenisch drauf geguckt wird. Und wenn
- 5:15:00man sich damit beschäftigt, dann stellt
- 5:15:02man fest, es gibt diese Probleme. Das
- 5:15:04muss man auch nicht totschweigen,
- 5:15:05darüber kann man sprechen. Aber wichtig
- 5:15:06ist, dass man eine Lösung formuliert und
- 5:15:08sie haben keine Lösung formuliert in
- 5:15:09ihrem Antrag. Der Berliner Senat jedoch
- 5:15:11hat einen verbindlichen 13 Punkteplan
- 5:15:14aufgestellt. Das ist ein seriöser Umgang
- 5:15:17mit dieser Frage, die wir heute
- 5:15:19beschäftigen und nicht die Platitüden
- 5:15:20aus ihrem Antrag.
- 5:15:23Und jetzt abschließend noch mal ganz
- 5:15:24grundsätzlich,
- 5:15:26ich habe den Eindruck beim Lesen ihres
- 5:15:27Antrags. Ihnen geht es gar nicht um die
- 5:15:29Kinder und die Jugendlichen in unserem
- 5:15:30Land, sondern um die schl Schlagzeile,
- 5:15:32auch um das pauschalisierte Urteil gegen
- 5:15:34Muslime in unserem Land. Sie hätten ja
- 5:15:36mal drüber überlegen können, wie wie
- 5:15:39geht man denn mit dieser Sache um? Z.B.
- 5:15:40mit klugen religionspädagogischen
- 5:15:42Konzepten. Z.B. indem man die
- 5:15:44akademische Ausbildung der islamischen
- 5:15:46Theologie stärkt. Das sage ich auch als
- 5:15:49Religionspädagogik mal ganz deutlich,
- 5:15:51nichts davon war in ihrem Antrag zu
- 5:15:53lesen, rein gar nichts. Kein echtes
- 5:15:55Interesse. Und hier kommt auch mein
- 5:15:57grundsätzliches Misstrauen. Wenn ich
- 5:15:59insbesondere mir das Wahlprogramm der
- 5:16:00AfD Sachsen Anhalt anschaue und lese,
- 5:16:03dass dort dieses Misstrauen herrscht
- 5:16:05gegen die Staatsverträge zwischen den
- 5:16:07Religionsgemeinschaften in Deutschland
- 5:16:09und den Bundesländern, dann lese ich aus
- 5:16:11ihrem Antrag einen grundsätzlichen
- 5:16:13Angriff auf die Grundfesten unseres
- 5:16:15Religionsverfassungsrechts. Und wenn ich
- 5:16:17dann wiederum in ihrem Antrag lese, dass
- 5:16:19sie der Passivität des Staates Ende
- 5:16:22setzen wollen und hart durchgreifen
- 5:16:24wollen, muss ich wirklich sagen, es hat
- 5:16:25dann wirklich mit der Neutralität und
- 5:16:28dem Sekäularität unseres Staates gar
- 5:16:30nichts zu tun. Und das möchte ich nicht
- 5:16:33erleben. So, ich möchte, dass wir frei
- 5:16:35unsere Grundrechte auf aktive und
- 5:16:38passive Religionsfreiheit ausleben
- 5:16:39dürfen. Und deswegen werde ich ihrem
- 5:16:40Antrag nicht zustimmen.
- 5:16:43[applaus]
- 5:16:47Zu einer Kurzintervention hat jetzt noch
- 5:16:50das Wort der Abgeordnete Martin
- 5:16:52Reichert.
- 5:16:59Ja, sie haben offensichtlich das
- 5:17:01Programm in Sachsenanhalt ungefähr
- 5:17:03genauso gut gelesen wie diesen Antrag.
- 5:17:06Sie haben ja am Anfang irgendetwas
- 5:17:08insinuiert von der Abschaffung
- 5:17:10christlicher Feiertage, dass da
- 5:17:12angeblich drinne steht. Das ist alles
- 5:17:13Stuss. Es gab auf einem einzigen
- 5:17:16Landesparteitag einen Antrag einer
- 5:17:18vereinzelten Person, der dann mit einer
- 5:17:21Stimme, nämlich der des Antragstellers
- 5:17:23abgelehnt worden ist. also, dass sie
- 5:17:25hier eine Rede gehalten haben
- 5:17:27minutenlang
- 5:17:28äh darüber, dass wir angeblich unseriös
- 5:17:31sind, dass wir Dinge nicht lesen und
- 5:17:33dann machen sie ihre Rede auf mit einer
- 5:17:35Sache, die so erstunken und erlogen oder
- 5:17:38vielleicht einfach einem katastrophalen
- 5:17:40Irrtum äh an heimgefallen ist, das ist
- 5:17:44schon sehr bedenklich. Und wenn man auf
- 5:17:46andere mit Steinen wirft, dann sollte
- 5:17:48man selber vor der eigenen Tür kehren.
- 5:17:51Und Sie als Religionswissenschaftler
- 5:17:53oder Pastor kennen sehr wohl den Satz:
- 5:17:56"Und so wirst du gewahr des Splitters in
- 5:17:58deines Bruders Auge und siehst nicht den
- 5:18:01Balken im eigenen." Und insofern ist das
- 5:18:04ein Satz, der passt für ihre gesamte
- 5:18:06Partei. Sie hetzen gegen andere und
- 5:18:08finden den Balken im eigenen Auge nicht.
- 5:18:11Meine Damen und Herren,
- 5:18:12Herr NASA, Sie haben die Möglichkeit zu
- 5:18:14antworten.
- 5:18:16Also mit Hetze hat es nichts zu tun,
- 5:18:17wenn ich den Antrag dieses ein Mitglieds
- 5:18:19einfach komplett daneben finde. Ich
- 5:18:21finde das, ich weiß gar nicht, wie man
- 5:18:23auf die Idee kommt. Ich weiß gar nicht
- 5:18:24auch, wie man auf die Idee kommt. wenn
- 5:18:26man sich als konservative Partei
- 5:18:28darstellen möchte, christliche Feiertage
- 5:18:30abzuschaffen und das christlich jüdische
- 5:18:33Kulturerbe, für das wir stehen als CDU
- 5:18:35und CSU mus ich sagen, das höre ich bei
- 5:18:36Ihnen immer nur dann, wenn es um
- 5:18:38Abgrenzung geht von Menschen, die
- 5:18:39anderen glauben haben. Deswegen nehme
- 5:18:41ich Ihnen das hier alles nicht ab, was
- 5:18:42sie aufhören für ein Theater. Ich freue
- 5:18:44mich, dass wir in diesem freiheitlichen
- 5:18:45Rechtsstaat leben in einer christlich
- 5:18:47jüdischen Tradition und dafür setze ich
- 5:18:48mich weiter ein.
- 5:18:50Ich [applaus]
- 5:18:52schließe die Aussprache und wir kommen
- 5:18:55äh zu Abstimmung Tagesordnungspunkt 16a
- 5:19:00äh Abstimmung über den Gesetzentwurf der
- 5:19:02Fraktion der AfD zu besseren Bekämpfung
- 5:19:04der Kriminalität von Kindern,
- 5:19:06Jugendlichen und Heranwachsenden. Der
- 5:19:08Ausschuss für Recht und
- 5:19:09Verbraucherschuss Schutz empfiehlt in
- 5:19:11seiner Beschlussempfehlung auf
- 5:19:13Drucksache 8652 den Gesetzentwurf der
- 5:19:16Fraktion der AfD auf Druckssache 333
- 5:19:19abzulehnen. Ich bitte diejenigen, die
- 5:19:21dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, um
- 5:19:24das Handzeichen.
- 5:19:27Das ist die AfD Fraktion. Wer stimmt
- 5:19:29dagegen? Das sind die Fraktionen die
- 5:19:32Linke, SPD, Bündnis 90, die Grünen, CDU
- 5:19:35CSU. Gibt es Enthaltung? Das sehe ich
- 5:19:37nicht. Der Gesetzentwurf ist in zweiter
- 5:19:40Beratung abgelehnt.
- 5:19:43Tagesordnungspunkt 16b:
- 5:19:45Beschlussempfehlung des Ausschuss für
- 5:19:47Bildung: Senioren, Familie, Frauen und
- 5:19:50Jugend zu dem Antrag der Fraktion der
- 5:19:51AfD mit dem Titel Schutz von Kindern und
- 5:19:54Jugendlichen vor religiösem Zwang,
- 5:19:56Mobbing und gruppendynamischen
- 5:19:58Druckstärken auch Konversionsdruck
- 5:20:00wirksam begegnen. Der Ausschuss
- 5:20:03empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung
- 5:20:05auf Drucksache 8977 den Antrag der
- 5:20:08Fraktion der AfD auf Drucksache 4941
- 5:20:11abzulehnen. Wer stimmt für diese
- 5:20:13Beschlussempfehlung?
- 5:20:15Das sind die Fraktionen Die Linke SPD
- 5:20:18Bündnis 90 die Grün CDU CSU. Wer stimmt
- 5:20:21dagegen?
- 5:20:23Dass die AfD Fraktion gibt es
- 5:20:25Enthaltung. Das ist nicht der Fall. Weil
- 5:20:26die Beschlussempfehlung ist damit
- 5:20:28angenommen.
- 5:20:29Ich rufe auf die Tagesordnungspunkte 32a
- 5:20:33bis 32M sowie Zusatzpunkt 6. Es handelt
- 5:20:37sich um Überweisung im vereinfachten
- 5:20:40Verfahren ohne Debatte. Interfraktionell
- 5:20:43wird vorgeschlagen, die Vorlagen an die
- 5:20:44in der Tagesordnung aufgeführten
- 5:20:46Ausschüsse zu überweisen. Gibt es
- 5:20:48weitere Überweisungsvorschläge? Das ist
- 5:20:50nicht der Fall. Dann verfahren wir
- 5:20:53vorgeschlagen. Ich rufe auf die
- 5:20:55Tagesordnungspunkte 33a bis 33. Es
- 5:20:59handelt sich um die Beschlussfassung zu
- 5:21:02Vorlagen, zu denen keine Aussprache
- 5:21:04vorgesehen ist. Tagesordnungspunkt 33a:
- 5:21:09Abstimmung über den von der
- 5:21:10Bundesregierung eingebrachten
- 5:21:11Gesetzentwurf zu dem Protokoll vom 9.
- 5:21:14Juni 2026
- 5:21:16zur Änderung des Abkommen vom 6. April
- 5:21:19äh 2010 mit der Republik Albanien zur
- 5:21:23Vermeidung der Doppelbesteuerung und der
- 5:21:25Steuerverkürzung auf dem Gebiet der
- 5:21:27Steuern vom Einkommen und vom Vermögen.
- 5:21:30Der Finanzausschuss empfiehlt unter
- 5:21:33Buchstabe B seiner Beschlussempfehlung
- 5:21:35auf Drucksache 8665 den Gesetzentwurf
- 5:21:38der Bundesregierung auf Drucksache 82444
- 5:21:41anzunehmen. Ich bitte diejenigen, die
- 5:21:43dem Gesetzentwurf zustimmen wollen um
- 5:21:45das Handzeichen.
- 5:21:47Das sind die Fraktionen, die Linken,
- 5:21:48SPD,
- 5:21:50Bündnis Grün, CDU, CSU. Wer stimmt
- 5:21:52dagegen?
- 5:21:54Das ist die AfD Fraktion. Gibt es
- 5:21:56Unterhaltung? Das sehe ich nicht. Der
- 5:21:58Gesetzentwurf ist damit in zweiter
- 5:22:00Beratung angenommen. Dritte Beratung und
- 5:22:02Schlussabstimmung spit diejenigen, die
- 5:22:03dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich
- 5:22:05zu erheben.
- 5:22:07[schnauben] Das sind die Fraktion die
- 5:22:08Linke, SPD, Bündnis 90, die Grünen, CDU,
- 5:22:11CSU. Wer stimmt dagegen?
- 5:22:14Das ist die AfD Fraktion. Gibt es
- 5:22:16Enthaltungen, das sehe ich nicht. Der
- 5:22:18Gesetzentwurf ist angenommen.
- 5:22:20Tagesordnungspunkt 33b, Abstimmung über
- 5:22:23den von der Bundesregierung
- 5:22:24eingebrachten Gesetzentwurf zu dem
- 5:22:26Vertrag vom 29. April 2024 mit dem
- 5:22:29Königreich Belgien über die Polizei und
- 5:22:32Zollzusammenarbeit. Der Innenausschuss
- 5:22:34empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung
- 5:22:36auf Drucksache 8599
- 5:22:38den Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 5:22:40auf Drucksache 8242
- 5:22:43anzunehmen. Ich bitte diejenigen, die
- 5:22:45dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, um
- 5:22:47das Handzeichen.
- 5:22:50Das sind die Fraktion SPD, Bündnis 90,
- 5:22:52die Grün, CDU, CSU und AfD. Wer stimmt
- 5:22:54dagegen? Das ist die Fraktion Die Linke.
- 5:22:57Gibt es Enthaltungen? Das sehe ich
- 5:22:59nicht. Der Gesetzentwurf ist damit in
- 5:23:01zweiter Beratung angenommen. Dritte
- 5:23:03Beratung und Schlussabstimmung bitte
- 5:23:04diejenigen, die dem Gesetzentwurf
- 5:23:06zustimmen wollen, sich zu erheben. Das
- 5:23:08sind die Fraktionen SPD, Bündnis 90, die
- 5:23:10Grünen, CDU CS, U und AfD. Wer stimmt
- 5:23:15dagegen? dass die Fraktion die Linke der
- 5:23:18Gesetzentwurf ist angenommen.
- 5:23:20Tagesordnungspunkt 33C
- 5:23:23Abstimmung über die Beschlussempfehlung
- 5:23:25des Ausschusses für Gesundheit auf
- 5:23:27Drucksache 8629.
- 5:23:30Der Ausschuss empfiehlt unter Buchstabe
- 5:23:32C seiner Beschlussempfehlung die
- 5:23:34Ablehnung des Antrags der Fraktion auf
- 5:23:35Drucksache der Fraktion der AfD auf
- 5:23:38Drucksache 1748 mit dem Titel ärztliche
- 5:23:42Ausbildung und Weiterbildung zum
- 5:23:43Facharzt bei Ambulantisierung der
- 5:23:45Vorsorge Versorgung sicherstellen und
- 5:23:48weiterentwickeln. Wer stimmt für diese
- 5:23:50Beschlussempfehlung?
- 5:23:52Das ist die SPD Fraktion, die Fraktion
- 5:23:54Die Linke Bündnis ne und CDU CSU. Wer
- 5:23:57stimmt dagegen, dass die AfD Fraktion
- 5:24:00gibt es Enthaltungen, das ist nicht der
- 5:24:02Fall. Die Beschlussempfehlung ist
- 5:24:03angenommen. Unter Buchstabe F empfiehlt
- 5:24:06der Ausschuss für äh Unter Beschluss äh
- 5:24:09Buchstabe F empfiehlt der Ausschuss die
- 5:24:11Ablehnung des Antrags der Fraktion der
- 5:24:13AfD auf Drucksache 6355
- 5:24:16mit dem Titel Wiederherstellung
- 5:24:18wirksamer Länderkompetenzen bei
- 5:24:19Ausnahmen von Mindestmengen Kliniken im
- 5:24:22ländlichen Raum erhalten. Wer stimmt für
- 5:24:25diese Beschlussempfehlung?
- 5:24:27Das sind die Fraktion die Linke SPD
- 5:24:29Bündnis 90 die Grün CDU CSU. Wer stimmt
- 5:24:31dagegen? Die AfD Fraktion gibt es
- 5:24:34Enthaltung? Das sehe ich nicht. Der die
- 5:24:36Beschlussempfehlungsangenommen.
- 5:24:37Tagesordnungspunkt 33D zweite Verordnung
- 5:24:41der Bundesregierung zur Änderung der
- 5:24:42Biomasseverordnung. Hierzu liegt ein
- 5:24:44Bericht des Ausschusses für Wirtschaft
- 5:24:46und Energieau auf Drucksache 8948
- 5:24:50vor. Die Fraktionen der CDU, CSU und SPD
- 5:24:53haben beantragt, die Verordnung der
- 5:24:54Bundesregierung zur Änderung der
- 5:24:56Biomasseverordnung auf Drucksache 6810.
- 5:24:59Federführend an den Ausschuss für
- 5:25:01Wirtschaft und Energie sowie mitberatend
- 5:25:03an den Ausschuss für Gandwirtschaft,
- 5:25:04Ernährung und Heimat sowie an den
- 5:25:07Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz,
- 5:25:08Naturschutz und nukleare Sicherheit
- 5:25:10zurück zu verweisen. Wer stimmt dafür?
- 5:25:15Das sind die Fraktionen
- 5:25:18Linke, SPD, CDU, CSU und AfD. Wer stimmt
- 5:25:22dagegen? Wer enthält sich, dass die
- 5:25:25Fraktion Bündnis 9 die Grünen der Antrag
- 5:25:28auf Zurückverweisung ist angenommen?
- 5:25:31Tagesordnungspunkte 33E bis 33U.
- 5:25:36Wir kommen zu den Beschlussempfehlungen
- 5:25:37des Petitionsausschusses.
- 5:25:39Sammelübersicht 341, Auftruckssache
- 5:25:418581.
- 5:25:43Es handelt sich um 117 Petitionen. Wer
- 5:25:46stimmt dafür?
- 5:25:49Das sind alle Fraktionen. Ich mache
- 5:25:50trotzdem noch mal die Gegenprobe. Gibt
- 5:25:52es Gegenstimmen, Enthaltung? Das ist
- 5:25:55nicht der Fall. Damit ist die
- 5:25:57Sammelübersicht 341 angenommen.
- 5:25:59Sammelübersicht 342 auf Drucksache 8582.
- 5:26:03Das sind zwei Petitionen. Wer stimmt
- 5:26:05dafür?
- 5:26:07Das sind die Fraktion SPD, Bündnis 90
- 5:26:09die Grünen, CDU, CSU und AfD. Wer stimmt
- 5:26:12dagegen? Das ist die Fraktion die Linke.
- 5:26:14Gibt es Enthaltungen? Das nicht der
- 5:26:16Fall. Die Sammelübersicht 342 ist
- 5:26:19angenommen. Äh Sammelübersicht 343 auf
- 5:26:23Drucksache 8583. Das sind 10 Petitionen.
- 5:26:25Wer stimmt dafür?
- 5:26:29Das sind die Fraktionen, die Linke SPD
- 5:26:31Bündnis 90 die grün CDU CSU. Wer stimmt
- 5:26:35dagegen? Dass die AfD Fraktion gibt es
- 5:26:37Enthaltungen, das nicht der Fall.
- 5:26:39Sammelübersicht 343
- 5:26:41ist angenommen.
- 5:26:43Sammelübersicht äh 344 auf Drucksache
- 5:26:465584.
- 5:26:49Es ist eine Petition. Bevor wir zur
- 5:26:52Abstimmung über diese Sammelübersicht
- 5:26:54kommen, erteile ich dem Kollegen Manfrid
- 5:26:56Schiller das Wort zur ergänzenden
- 5:26:58Berichterstattung.
- 5:27:04[applaus]
- 5:27:11Frau Präsidentin, verrte Kolleginnen und
- 5:27:13Kollegen, liebe Landsleute auf den
- 5:27:14Tribünen. Es ist wieder mal
- 5:27:16Donnerstagnachmittag und vor uns liegen
- 5:27:18die gewohnten Abstimmungen zu den vielen
- 5:27:20Sammelübersichten im Petitionsausschuss.
- 5:27:23Wie Sie wissen, stellen wir Ihnen aus
- 5:27:25dieser Fülle immer wieder einige Anlegen
- 5:27:28gesondert vor eben diejenigen, die der
- 5:27:29Ausschuss mit einer starken einstimmigen
- 5:27:32Beschlussempfehlung an das Plenum
- 5:27:34überweist. Eine Petition, die wir heute
- 5:27:36beraten, ist im Kern schnell erklärt.
- 5:27:40Ein Soldat der Bundeswehr sah sich einem
- 5:27:42gerichtlichen Disziplinarverfahren
- 5:27:44ausgesetzt. Ihm wurde ordnungsgemäß
- 5:27:47Akten gewährt in eine Mittel
- 5:27:49Ermittlungsakte von immerhin 377 Seiten.
- 5:27:53Als er jedoch darum bat, von einzelnen
- 5:27:55Seiten mit seiner Mobiltelefon Fotos
- 5:27:56anzufertigen, wurde ihm das untersagt.
- 5:28:00Stattdessen wurden am Ende der
- 5:28:01Einsichtnahme kostenpflichtige Kopien
- 5:28:04erstellt und ihm ausgehängigt. Dagegen
- 5:28:07wandte sich das Soldat mit seiner
- 5:28:08Petition.
- 5:28:10Die parlamentarische Prüfung hat
- 5:28:12ergeben, nach der geltenden Wert
- 5:28:13Disziplinarordnung darf ein Soldat zwar
- 5:28:16eigenhändige Abschriften machen sowie
- 5:28:19auf eigene Kosten kopieren oder
- 5:28:21Aktenausdrucke anfertigen lassen. Das
- 5:28:24Anfertigen von digitalen Fotografien
- 5:28:26oder Scans ist hingegen schlicht nicht
- 5:28:29vorgesehen. Ein rechtswigliches Handeln
- 5:28:31der zuständigen Dienststelle lag im
- 5:28:33konkreten Fall somit nicht vor.
- 5:28:36Der individuellen Beschwerde konnten wir
- 5:28:38daher formal nicht abhelfen.
- 5:28:41Aber und das ist der entscheidende
- 5:28:43Punkt, damit geben wir uns als
- 5:28:44Petitionsausschuss nicht zufrieden. Wir
- 5:28:47haben interfraktionell und einstimmig
- 5:28:49entschieden, hier hingt das Recht der
- 5:28:52digitalen Wirklichkeit hinterher. Wenn
- 5:28:54ein Soldat ohnehin das Recht hat, gegen
- 5:28:57Endgeld kopieren anfertigen zu lassen,
- 5:29:00warum soll es ihm dann verwrt sein, die
- 5:29:02entsprechenden Seiten Zeit und
- 5:29:04Kostenspalen selbst abzufotografieren?
- 5:29:07Das ist reiner Anachronismus. Ein
- 5:29:10zeitgemäßes Verfahren spart Papier,
- 5:29:12vermeidet unnötige Kosten und entlastet
- 5:29:15nicht zuletzt das aufsichtsführende
- 5:29:17Personal, so wie es bei Gerichten und
- 5:29:19Verwaltungsbehörden längst gelebte
- 5:29:21Praxis ist.
- 5:29:23Der Petitionsausschluss empfühlt also
- 5:29:25dem hohen Hause daher einstimmig, die
- 5:29:27Petition der Bundesregierung zur
- 5:29:28Berücksichtigung zu überweisen, soweit
- 5:29:30es darum geht, im Rahmen des
- 5:29:33Akteninsichtsrechts das Anfertigen
- 5:29:35digitaler Fotografieren oder Scans
- 5:29:38zuzulassen.
- 5:29:39Unser Appell an die Bundesregierung ist
- 5:29:41eindeutig. Greifen Sie dieses Wotum auf
- 5:29:43und legen Sie eine angepasste
- 5:29:45Wertdisziplinarordnung
- 5:29:46vor. Wer ein Recht aufkopieren bei
- 5:29:48Akteinsicht hat, muss diese Akte auch
- 5:29:50mit den mitm Mitteln des 21.
- 5:29:52Jahrhunderts einsehen und sichern
- 5:29:54dürfen. Ich danke Ihnen für Ihre
- 5:29:56Aufmerksamkeit und bitte um breite
- 5:29:58Zustimmung zu unserer
- 5:29:59Beschlussempfehlung.
- 5:30:01Vielen Dank.
- 5:30:04[applaus]
- 5:30:08Dann kommen wir jetzt zur Abstimmung
- 5:30:09über die Sammelübersicht 344. Wer stimmt
- 5:30:12dafür?
- 5:30:14Das ist sind die Fraktion die linke SPD
- 5:30:17Bündnismälich die Grünen CDU CSU und
- 5:30:19AfD. Also das gesamte Haus. Ich mache
- 5:30:21trotzdem die Gegenprobe Enthaltungen.
- 5:30:24Die Sammelübersicht 244 ist angenommen.
- 5:30:27Sammelübersicht 345
- 5:30:30auf Drucksache 8585
- 5:30:3312 Petitionen bestimmt dafür.
- 5:30:37Das ist ebenfalls das gesamte Haus. Ich
- 5:30:40mache die Gegenprobe
- 5:30:42Enthaltungen. Die Sammelübersicht 345
- 5:30:46ist mit der Mehrheit des gesamten Hauses
- 5:30:47angenommen. Sammelübersicht 347 auf
- 5:30:51Drucksache 85. 87, das sind 75
- 5:30:54Petitionen.
- 5:30:56Oh, okay. Dann springen wir noch einmal
- 5:30:58zurück. Entschuldigung für die
- 5:30:59Verwirrung. Wir haben die
- 5:31:01Sammelübersicht 346 übersprungen. Wir
- 5:31:04kommen zur Abstimmung.
- 5:31:06346 auf Drucksache 85. 86. Das sind zwei
- 5:31:11Petitionen. Wer stimmt dafür?
- 5:31:14Das sind die Fraktionen SPD, Bündnis 9
- 5:31:16die Grünen, CDU CU und AfD. Wer stimmt
- 5:31:20dagegen? Das ist die Fraktion Die Linke.
- 5:31:22Gibt es Enthaltungen? Das ist nicht der
- 5:31:25Fall. Die Sammelübersicht 346 ist
- 5:31:27angenommen. Jetzt kommen wir zur
- 5:31:28Sammelübersicht 347
- 5:31:31auf Drucksache 85. 87, das sind 75
- 5:31:35Petitionen. Wer stimmt dafür?
- 5:31:38Das sind die Fraktionen SPD, CDU, CSU
- 5:31:41und AfD. Wer stimmt dagegen? Die
- 5:31:43Fraktionen die Linken und Bündnis 90,
- 5:31:45die Grünen gibt es Enthaltungen. Das ist
- 5:31:47nicht der Fall. Die Sammelübersicht 347
- 5:31:49[musik]
- 5:31:50ist angenommen. Sammelübersicht 348 auf
- 5:31:53Drucksache 858.
- 5:31:55Das sind acht Petitionen. Wer stimmt
- 5:31:58dafür? Das sind die Fraktionen. Die
- 5:32:01linke SPD, Bündnis, die grünen CDU, CSU.
- 5:32:03Wer stimmt dagegen? Das ist die AfD.
- 5:32:06gibt es Enthaltung, dass nicht der Fall
- 5:32:08sammelübersicht 347 ist angenommen. 300
- 5:32:12Nee, Entschuldigung, 348 ist angenommen.
- 5:32:17Sammelübersicht 349
- 5:32:19Aufdruckssache 8589,
- 5:32:22das sind 77 Petitionen. Wer stimmt
- 5:32:24dafür?
- 5:32:27Das sind die Fraktion SPD, Bündnis 90
- 5:32:29die Grün und CDU CSU. Wer stimmt
- 5:32:31dagegen? Das sind die Fraktion die
- 5:32:33Linken und AFD gibt es Enthaltung. Das
- 5:32:36ist nicht der Fall. Sammelübersicht 349
- 5:32:38ist angenommen. Sammelübersicht 350 auf
- 5:32:41Drucksache 8590, das sind zwei
- 5:32:44Petitionen. Wer stimmt dafür?
- 5:32:47Das sind die Fraktionen der SPD und der
- 5:32:50CDU CSU. Wer stimmt dagegen?
- 5:32:54Ah,
- 5:32:54Entschuldigung. Und die Fraktion Die
- 5:32:55Linke. Wer stimmt dagegen? Die Fraktion
- 5:32:59Bündnis 90D Grün und AfD. Gibt es
- 5:33:02Enthaltungen? Das ist nicht der Fall.
- 5:33:04Die Sammelübersicht 349 ist angenommen.
- 5:33:09Dann 350, Entschuldigung, das ähm ich
- 5:33:12will hier niemanden verwirren, aber es
- 5:33:14ist viel. Also, die Sammelübersicht 350
- 5:33:17ist angenommen.
- 5:33:19Dann kommen wir jetzt auch zur letzten
- 5:33:22Sammelübersicht. 351 auf Drucksache
- 5:33:258591,
- 5:33:27das sind 55 Petitionen. Wer stimmt
- 5:33:30dafür?
- 5:33:32Das sind die Fraktionen SPD und Bündnis
- 5:33:3490, die Grünen. Wer stimmt dagegen?
- 5:33:42SPD und CDU CSU haben dafür gestimmt.
- 5:33:44Ja. Okay, ich mach's noch mal. Die
- 5:33:47Sammelübersicht 351
- 5:33:49auf Drucksache 8591.
- 5:33:53Wer stimmt dafür? Das ist sind die
- 5:33:55Fraktion SPD, CDU CSU. Wer stimmt
- 5:33:58dagegen?
- 5:34:00Das ist die Fraktion Die Linke und
- 5:34:01Bündnis 90D Grün und AfD. Wer enthält
- 5:34:04sich? Niemand. Die Sammelübersicht 351
- 5:34:07ist angenommen.
- 5:34:09So, jetzt machen wir weiter. Ich rufe
- 5:34:12auf die Zusatzpunkte 7A und 7b. Wir
- 5:34:15kommen zu zwei Gräienwahlen, die wir
- 5:34:18mittels Handzeichen durchführen werden.
- 5:34:21Zusatzpunkt 7a: Weil eines vom deutschen
- 5:34:24Bundestag zu benennenden Mitglieds des
- 5:34:26deutschen Ethekrats gemäß Paragraphen 4
- 5:34:29und 5 des Ethekrat Gesetzes. Hierzu
- 5:34:32liegt ein Wahlvorschlag der Fraktion der
- 5:34:34AfD auf Drucksache 6462
- 5:34:37vor. Wer stimmt für diesen
- 5:34:39Wahlvorschlag?
- 5:34:41Das ist die AfD Fraktion. Wer stimmt
- 5:34:43dagegen?
- 5:34:45Das sind die Fraktionen, die Linken,
- 5:34:47SPD, Bündnis 19, die Grünen und CDU CSU
- 5:34:51best. Genau. Gibt es Enthaltungen?
- 5:34:55Das ist nicht der Fall. Damit ist der
- 5:34:57Wahlvorschlag
- 5:34:59abgelehnt.
- 5:35:01Dann kommen wir zum Zusatzpunkt 7b. Wahl
- 5:35:05eines vom deutschen Bundestag zu
- 5:35:07benedenenden Mitglieds des Kuratoriums
- 5:35:09des Deutschen Instituts für
- 5:35:10Menschenrechte gemäß Paragraph 6 Absatz
- 5:35:142 Nummer 5 des Gesetzes über die
- 5:35:16Rechtsstellung
- 5:35:18und Aufgaben des Deutschen Instituts für
- 5:35:20Menschenrechte. Hierzu liegt ebenfalls
- 5:35:22ein Wahlvorschlag der Fraktion der AfD
- 5:35:25auf Drucksache 8786
- 5:35:28vor. Wer stimmt für diesen
- 5:35:30Wahlvorschlag?
- 5:35:32Das ist die AfD Fraktion. bestimmt
- 5:35:34dagegen, das sind die Fraktionen, die
- 5:35:36Linken, SPD, Bündnis 90, die Grünen,
- 5:35:39CDU, CSU. Gibt es Enthaltungen? Das ist
- 5:35:42nicht der Fall. Damit ist der
- 5:35:44Wahlvorschlag abgelehnt
- 5:35:48und wir verlassen die Abstimmung, liebe
- 5:35:50Kolleginnen und Kollegen und ich rufe
- 5:35:52auf den Zusatzpunkt aktuelle Stunde. Die
- 5:35:55Fraktionen der CDU, CSU und SPD haben
- 5:35:58eine aktuelle Stunde verlangt zu dem
- 5:36:01Thema Investitionsgipfel als
- 5:36:03Aufbruchsignal neue Chancen für
- 5:36:05Wachstum, Innovation und Arbeitsplätze
- 5:36:08in Deutschland.
- 5:36:10Und das Wort hat für die Bundesregierung
- 5:36:13die Bundesministerin für Wirtschaft und
- 5:36:15Energie Katharina Reiche.
- 5:36:24Frau Präsidentin, [applaus] liebe
- 5:36:26Kolleginnen und Kollegen, Deutschland
- 5:36:29fast wieder tritt. Unsere Wirtschaft
- 5:36:32wächst in diesem Jahr voraussichtlich um
- 5:36:341,3%.
- 5:36:36Im Frühjahr waren Experten davon
- 5:36:38ausgegangen, dass es 0,5%
- 5:36:41werden würden.
- 5:36:42Unsere Exporte sind im ersten Halbjahr
- 5:36:45umfass 4% auf mehr als 817 Milliarden
- 5:36:48Euro angestiegen. Die Industrieumsätze
- 5:36:52steigen erstmals wieder. Mehr als 45
- 5:36:55Millionen Menschen sind in Beschäftigung
- 5:36:58und die Kapitalzuflüsse nach Deutschland
- 5:37:02steigen deutlich wieder an. Besonders
- 5:37:05ist,
- 5:37:07wo das Kapital hinfließt, in Halbleiter,
- 5:37:11in Rechenzentren, in
- 5:37:12Energieinfrastruktur,
- 5:37:14in neue Technologien, in
- 5:37:16Pharmaproduktion und in Verteidigung.
- 5:37:19Also genau jene Bereiche, die für die
- 5:37:21Wettbewerbsfähigkeit und für Wachstum in
- 5:37:23unserem Land wichtig sind.
- 5:37:25Beim ersten Investitionsgipfel, dem
- 5:37:28Invest in Germany Summit überhaupt, die
- 5:37:32eine Bundesregierung ähm veranstaltet
- 5:37:35hat, wo sie Gastgeberin war, wurden
- 5:37:37Investitionszusagen
- 5:37:39in Höhe von fast 300 230 Milliarden Euro
- 5:37:43getätigt. Die Initiative Made for
- 5:37:45Germany steht für 800 Milliarden Euro
- 5:37:48Investition zuusagen bis 2028
- 5:37:52und rund 30 Milliarden an öffentlichen
- 5:37:54Mitteln haben wir im Deutschlandfond
- 5:37:57vorgesehen zu Investitionen, die ca. 130
- 5:38:01Milliarden Euro privates Kapital hebeln
- 5:38:04werden und dass Investoren in
- 5:38:06Deutschland das Investoren Deutschland
- 5:38:09wieder stärker an den Blick nehmen,
- 5:38:11unseren Standort als investitionswürdig
- 5:38:14ansehen, ist ein gutes Zeichen, ist eine
- 5:38:17gute Trendumkehr, auf die wir auch
- 5:38:19längere Zeit gewartet haben.
- 5:38:23Und wir arbeiten daran, dass sich die
- 5:38:25Bedingungen für Investitionen
- 5:38:27verbessern. Rund 10 Milliarden Euro an
- 5:38:30jährlicher Bürokratieentlastung sind
- 5:38:32bereits beschlossen. Mit der degressiven
- 5:38:34Abschreibung von bis zu 30% verbessern
- 5:38:37wir die Rechnung für neue Investitionen
- 5:38:40und über 12 Jahre mobilisieren wir 500
- 5:38:43Milliarden Euro für Investitionen in
- 5:38:45Infrastruktur, in Klimaschutz.
- 5:38:47Investitionen, die dringend notwendig
- 5:38:50sind, weil der Rückstau vieler Jahre
- 5:38:52aufgearbeitet werden muss und wir haben
- 5:38:54uns verpflichtet, diesen Rückstau
- 5:38:56abzubauen. Bis 2000
- 5:38:59[applaus]
- 5:39:0145 müssen alleine in Stromnetze ungefähr
- 5:39:05650 bis 800 Milliarden Euro investiert
- 5:39:09werden für Übertragungsnetze
- 5:39:11und für Stromnetze gleichermaßen dazu
- 5:39:15kommen. Also Stromnetze brauchen wir
- 5:39:16schon.
- 5:39:17Ähm, dazu kommen neue Kraftwerke,
- 5:39:20Speicher, Batterien, die Modernisierung
- 5:39:23unserer Infrastruktur,
- 5:39:25Brücken, Straßen, Telekommunikation,
- 5:39:28Breitbandhäfen,
- 5:39:30wohin man schaut und zugleich erreicht
- 5:39:33uns eine neue Investitions- und
- 5:39:35Technologiewende. Ich spreche von
- 5:39:37künstlicher Intelligenz für die
- 5:39:38Industrie. KI steuert heute Roboter, sie
- 5:39:42optimiert Stromnetze. Die optimiert
- 5:39:44Produktion, Logistik und unsere
- 5:39:46Fabriken. Sie beschleunigt Forschung und
- 5:39:48Entwicklung.
- 5:39:50Mit KI rücken damit Fähigkeiten in
- 5:39:51Zentrum, die unser Land über Jahrzehnte
- 5:39:53großen stark gemacht haben,
- 5:39:56nämlich unsere industrielle Basis. Wir
- 5:39:59haben Maschinen, wir haben diese Daten,
- 5:40:02wir haben Produktionswissen über
- 5:40:04Jahrzehnte aufgebaut in Unternehmen
- 5:40:07entwickelt. Wir haben Produktionswissen,
- 5:40:10wir haben hochspezialisierte Unternehmen
- 5:40:12und exzellente Ingenieure. Und das wird
- 5:40:15uns im Zeitalter von KI helfen, wenn KI
- 5:40:19die physische Welt, die Welt unserer
- 5:40:21Unternehmen erreichen wird. und KI muss
- 5:40:24in der Breite der Wirtschaft ankommen
- 5:40:26und gerade in unserem Mittelstand, da
- 5:40:29sitzt die Erfahrung, da sitzt das
- 5:40:30Spezialwissen, da sitzen die
- 5:40:32Weltmarktführer,
- 5:40:33die Zugang zu Daten brauchen, die Zugang
- 5:40:36zu Rechenleistung brauchen, die Zugang
- 5:40:38zu Modellen brauchen, die Zugang zu ähm
- 5:40:43Rechenzentren und die vor allem Zugang
- 5:40:46zu günstiger Energie brauchen. Wenn der
- 5:40:48Mittelstand wächst, dann wächst auch
- 5:40:50Deutschland, aber andere warten nicht.
- 5:40:53Auch die USA investieren in
- 5:40:55Rechenzentren.
- 5:40:57Sie haben sich fest vorgenommen, ihre
- 5:40:59industrielle Basis zu vergrößern. China
- 5:41:01kämpft entschlossen um technologische
- 5:41:04Führerschaft. Wir haben in diesem Haus
- 5:41:05darüber gesprochen, um Weltmarktanteile
- 5:41:08und nicht immer mit fairen Mitteln. Und
- 5:41:11Europa darf sich in diesem Wettbewerb
- 5:41:12nicht abhängen lassen. Unsere
- 5:41:15Unternehmen müssen schneller wachsen
- 5:41:16wachsen können und auch dafür brauchen
- 5:41:18wir Kapital und es gibt Kapital. Europa
- 5:41:21hat es und noch hier in Deutschland ist
- 5:41:23Kapital vorhanden. Mit einer echten
- 5:41:26Sparen Investitionsunion können wir mehr
- 5:41:29davon für Wachstum, Infrastruktur und
- 5:41:32Technologie mobilisieren. Der
- 5:41:34Bundesfinanzminister setzt sich dafür in
- 5:41:35Brüssel ein. Das tut die gesamte
- 5:41:37Bundesregierung auch unser
- 5:41:38Bundeskanzler.
- 5:41:39Wir wollen
- 5:41:41[applaus]
- 5:41:43mehr Menschen an dieser Entwicklung
- 5:41:46teilhaben lassen und zwar als Eigentümer
- 5:41:49und andere Länder machen es vor.
- 5:41:52Niederländische Lehrer und Beamte
- 5:41:54verdienen über ihren Pensionsfond mit,
- 5:41:57dass Tenet in unser Höchstspannungsnetz
- 5:41:59investiert. Kanadas größter Rentenfond
- 5:42:03investiert in Rechenzentren und
- 5:42:04künstliche Intelligenz und zwar auf der
- 5:42:06ganzen Welt. Und diesen Weg gehen wir
- 5:42:09jetzt auch. Mit der Frühstadtrente zahlt
- 5:42:12der Staat für jedes Kind 10 € im Monat
- 5:42:14in ein eigenes Depot. Schätzungen
- 5:42:17zufolge kann daraus ein Gesamtbudget von
- 5:42:20z von 26 bis 56 Milliarden Euro an
- 5:42:23zusätzlichem privaten Kapital
- 5:42:25mobilisiert werden. Mit der Kapitalrente
- 5:42:28wollen wir ab 2028 schrittweise 2% der
- 5:42:32gesetzlichen Rente im Kapitalmarkt
- 5:42:34anlegen. Hier in Unternehmen, hier für
- 5:42:36Wachstum. und Innovation. Wenn die
- 5:42:40eingeführt sind, [applaus]
- 5:42:45kann ein Fond aufwachsen von über 30
- 5:42:47Milliarden Euro. 30 Milliarden Euro zur
- 5:42:50Entlastung der privaten Rente, 30
- 5:42:53Milliarden aber auch, um einen der
- 5:42:55größten Pensionsfonden der Welt
- 5:42:57aufzubauen. Das wird dauern, wir
- 5:42:59brauchen Atem, aber es wird uns helfen,
- 5:43:02unser Land stärker zu machen.
- 5:43:07Meine Damen und Herren, wir haben auf
- 5:43:09diesem Investitionsgipfel bewiesen und
- 5:43:12haben dafür viel Anerkennung, Interesse
- 5:43:14und Zusagen erhalten, wie man
- 5:43:17Technologien industriell groß macht und
- 5:43:19wir haben Menschen, die mit Tatengrang
- 5:43:22neues schaffen und Unternehmen aufbauen
- 5:43:23wollen. Deutschland fast wieder tritt,
- 5:43:26jetzt geht's nach vorn und wenn es nach
- 5:43:28vorne geht, ist hoffentlich irgendwann
- 5:43:29noch wieder nach oben und zwar da, wo
- 5:43:31Deutschland hingehört, nehme ich an die
- 5:43:32Spitze in Europa. Vielen Dank.
- 5:43:35[applaus]
- 5:43:40[applaus]
- 5:43:40Für die AfD Fraktion hat jetzt das Wort
- 5:43:43der Abgeordnete Uwe Schulz.
- 5:43:46[applaus]
- 5:43:50Frau Präsidentin, meine Damen und
- 5:43:51Herren, Frau Ministerin der Reiche, das
- 5:43:53waren viele Allgemeinplätze, die ich
- 5:43:55nicht nachvollziehen kann, aber na ja.
- 5:43:58Äh es geht heute hier in der aktuellen
- 5:44:00Stunde um den Investitionsgipfel.
- 5:44:02Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
- 5:44:05und ein Wirtschaftsgipfel macht noch
- 5:44:06kein Wirtschaftswunder. Und es ist ein
- 5:44:08Treppenwitz, das fast zeitgleich mit
- 5:44:10ihrem Summit die deutschen Auto der
- 5:44:13deutsche Autohersteller Audi verkündet
- 5:44:15hat, eben nicht in Deutschland zu
- 5:44:17investieren, sondern in den USA. Ich
- 5:44:19finde deutlicher kann eine Plusstellung
- 5:44:21kaum sein, aber ob Audi geht oder ob
- 5:44:24Audi bleibt oder ob Audi 7500 Stellen
- 5:44:27abbaut, irgendwie scheint das ohnehin
- 5:44:29niemanden hier zu interessieren. Nein,
- 5:44:32hier emphört man sich nur darüber, dass
- 5:44:33der Audischef mit Trump geredet hat,
- 5:44:36aber jeder hat eben seinen eigenen Blick
- 5:44:37auf die Dinge. Egal. Der Cheflerkonzern
- 5:44:41streicht 3500 Stellen, die meisten davon
- 5:44:44in Deutschland. Firmenchef Rosenfeld
- 5:44:47nennt als Hauptgrund die hohen
- 5:44:49Personalkosten. Betroffen ist auch ein
- 5:44:51Entwicklungsstandort im Taunus, aber wen
- 5:44:54wundert das? Es ist die logische
- 5:44:55Konsequenz, denn wo nicht produziert
- 5:44:57wird, da wird auch nicht entwickelt und
- 5:44:59geforscht. Und weiter geht's. Der Chef
- 5:45:01des Zulieferers Knorbremse sagt, wenn
- 5:45:04wir so weitermachen, sind wir in 15
- 5:45:06Jahren weg. Ja, Frau Reiche, er ist dann
- 5:45:08weg. Er ist vom Markt weg, er ist nicht
- 5:45:10im Urlaub.
- 5:45:12Eine KW-Stute stellt fest, dass jeder
- 5:45:14dritte Mittelständler daran denkt, ins
- 5:45:16Ausland abzuwandern. Und warum? Weil sie
- 5:45:19eine ökosozialistische
- 5:45:20Wirtschaftsstrategie betreiben und
- 5:45:22bereits Denkmodelle für eine
- 5:45:24antifaschistische Wirtschaftspolitik
- 5:45:26diskutiert werden. Die Leute haben
- 5:45:28einfach Angst, meine Damen und Herren.
- 5:45:30Die wollen einfach nur noch weg aus
- 5:45:31Deutschland. Und was tut die
- 5:45:33Bundesregierung? Sie will den Aderast
- 5:45:35der vergangenen 20 Jahre mit einem
- 5:45:37Großgipfel für ausländische Investoren
- 5:45:38umkehren. Der Pressezufolger hatte der
- 5:45:41Kanzler bei seinem Sammit ein
- 5:45:42Lieblingswort und dieses Lieblingswort
- 5:45:45hieß Regulierung. In einer
- 5:45:47Diskussionsrunde machte der Nvidia Boss
- 5:45:49Jensen Uang ihm suffisant klar, dass nur
- 5:45:52reguliert werden kann, was auch
- 5:45:54vorhanden ist. Ob der Kanzler diesen
- 5:45:56Seitenhieb verstanden hat, ich will es
- 5:45:58bezweifeln. Im Nachgang des Gipfels
- 5:46:00bauen Sie nun eine Erfolgsstory. 280
- 5:46:03Milliarden Euro seien generiert worden,
- 5:46:05aber einzig Amazon will eines Projekt
- 5:46:08mit mehr Kapital ausstatten. Das war der
- 5:46:10Erfolg.
- 5:46:12Und was wir gestern im Ausschuss aus
- 5:46:14ihrem Haus, Frau Reichen, gehört haben
- 5:46:17zum Erfolg des Gipfels, das klang für
- 5:46:19mich eher wie eine Zusammenfassung einer
- 5:46:21Marketingshow. Vielleicht wurde der
- 5:46:24Kanzler ja von seinem Freund und
- 5:46:25Mitstreiter Minister Weimar beraten, wie
- 5:46:27man so eine Veranstaltung gut aussehen
- 5:46:29lässt. Er ist ja bekanntermaßen bekannt
- 5:46:32als Gipfelspezialist und hat damit
- 5:46:34privat viel Geld gemacht, der Herr
- 5:46:35Weimer. Ähm, so erschien mir das
- 5:46:37gestern. Sie wollen, Frau Reiche, in den
- 5:46:40nächsten 15 Jahren fast 4 Billionen Euro
- 5:46:42privates Kapital einsammeln. Schön, aber
- 5:46:45Hoffnung ist keine Strategie. Die
- 5:46:47entscheidende Frage lautet eben nicht,
- 5:46:50wie viele Investoren kann man für einen
- 5:46:52Tag nach Berlin karren und mit Workshops
- 5:46:55unterhalten? Die entscheidende Frage ist
- 5:46:57viel mehr, warum muss die
- 5:46:58Bundesregierung überhaupt einen solchen
- 5:47:00Gipfel anstrengen, um für Investitionen
- 5:47:04zu werben? Also machen Sie erstmal Ihre
- 5:47:06Hausaufgaben, lösen Sie die
- 5:47:07Standortprobleme, machen Sie Deutschland
- 5:47:09wieder attraktiv und merken Sie sich,
- 5:47:12das große Geld lässt sich nicht mit
- 5:47:15Hochglanzveranstaltungen und Polithrasen
- 5:47:17anlocken, was Unternehmen brauchen, sind
- 5:47:19wettbewerbsfähige Energiepreise, sind
- 5:47:22schnelle Genehmigungen, sind
- 5:47:23nachvollziehbare Abgaben. Sie brauchen
- 5:47:25funktionierende Verkehrswege, digitale
- 5:47:27Verwaltung und Planungssicherheit. Aber
- 5:47:30anstatt die Probleme zu lösen und die
- 5:47:31Werkzeuge der Marktwirtschaft
- 5:47:33auszupacken, transformieren Sie
- 5:47:35Deutschland lieber zu Tode. Und noch mal
- 5:47:37an Frau Reiche, es ist amüant, dass Sie
- 5:47:39vor einem Erstarten der AfD warnen und
- 5:47:41erklären, das könne bei internationalen
- 5:47:44Investoren Bedenken auslösen. Ich sage
- 5:47:46Ihnen, das tut es nicht. Investoren
- 5:47:48entscheiden am Ende nicht danach, welche
- 5:47:51Haarfarbe die Ministerin hat oder welche
- 5:47:53Partei sie mag. Investoren rechnen und
- 5:47:56kalkulieren, z.B. Wieso? Was kostet eine
- 5:47:58Klima, eine Kilowattstunde Strom? Wie
- 5:48:01lange dauert eine Genehmigung? Wie hoch
- 5:48:03sind die Arbeitskosten? Wie verlässig
- 5:48:05sind politische Entscheidung und wie
- 5:48:06sicher können sich Mitarbeiter in den
- 5:48:08deutschen Innenstädten bewegen? Das sind
- 5:48:10die Standortfragen, meine Damen und
- 5:48:11Herren.
- 5:48:13[applaus] Eine Konferenz, ich komme zum
- 5:48:15Schluss, ersetzt keine Standortreform.
- 5:48:18Investitionen entstehen nicht durch
- 5:48:20Selbstbeweihäucherung und
- 5:48:21Gipfelmanagement. Unternehmer
- 5:48:23investieren dort, wo sie Vertrauen in
- 5:48:25die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
- 5:48:27haben. Und wenn da nicht schleunigst,
- 5:48:29was passiert, dann ist nicht nur
- 5:48:31Knorrbremse weg, sondern der ganze
- 5:48:34Mittelstand und zwar in weniger als 15
- 5:48:36Jahren. Vielen Dank.
- 5:48:39[applaus]
- 5:48:44Für die SPD Fraktion hat das Wort der
- 5:48:45Abgeordnete Sebastian Rolof.
- 5:48:50[applaus]
- 5:48:50Vielen Dank, sehr geehrte Frau
- 5:48:51Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 5:48:53Kollegen, Frau Ministerin, wir
- 5:48:54diskutieren ja auch vieles kontrovers
- 5:48:56und man hat Ihnen ja schon viel
- 5:48:57nachgesagt, aber dass Sie
- 5:48:59ökosozialistische Wirtschaftspolitik
- 5:49:01machen, darauf war ich nicht
- 5:49:02vorbereitet, ehrlicherweise, ich glaube
- 5:49:04sie auch nicht, aber wir werden das noch
- 5:49:05mal reflektieren und gucken, wo wir da
- 5:49:08sozialistische Fortschritte
- 5:49:10sozusagen machen. Also, das spricht äh
- 5:49:12auch die Rede für sich, aber jenseits
- 5:49:15dessen,
- 5:49:17[applaus]
- 5:49:18Deutschland ist ein attraktiver
- 5:49:19Standort. Es gibt Kennzahlen, die das
- 5:49:21belegen. Das zeigen z.B. die
- 5:49:23ausländischen Direktinvestitionen im
- 5:49:25letzten Jahr. Die sind um 50% auf 86
- 5:49:29Milliarden Euro gestiegen. Dieses sehr
- 5:49:31hohe Niveau deutet sich für 2026 auch
- 5:49:34an. vielleicht ein bisschen niedriger,
- 5:49:36vielleicht kein Rekord, aber auf jeden
- 5:49:38Fall auf hohem Niveau. Und das ist umso
- 5:49:41mehr zu begrüßen, dass wir diese Tendenz
- 5:49:44mit dem erwähnten Investitionsgipfel
- 5:49:47mindestens kurzfristig auch noch
- 5:49:49fortsetzen und den weltweiten Fokus auf
- 5:49:51den Investitionsstandort Deutschland
- 5:49:53lenken. Und die angekündigten
- 5:49:55Investitionen freuen uns und sind ein
- 5:49:56starkes Signal. Und ich habe mich auch
- 5:49:58besonders über eine ganze Reihe von
- 5:50:00Aussagen von CEOs über den Standort
- 5:50:03Deutschland gefreut. Z.B. Beispiel
- 5:50:05Jenson Huang, dem Di Chef, der sagt, ich
- 5:50:08zitiere, Deutschlandsfähigkeiten in
- 5:50:10Wissenschaft und Technologie sind
- 5:50:12unübertroffen. Oder Will Marshall, der
- 5:50:15Geschäftsführer des Satellitenhersteller
- 5:50:17Planet Labs PBC, der Fachkräfte hier,
- 5:50:21ich zitiere, zuverlässig und gut
- 5:50:23ausgebildet nennt. Und das hilft
- 5:50:26natürlich insbesondere, wenn es von
- 5:50:27international renommierten Stimmen aus
- 5:50:30der Wirtschaft kommt.
- 5:50:33[applaus] Und genau diese positive
- 5:50:35Erzählung brauchen wir. Und da wäre es
- 5:50:36auch übrigens schön, wenn wir mal
- 5:50:37aufhören würden, immer die Erzählung vom
- 5:50:39Standort Deutschland zu reiten, an dem
- 5:50:41alle zwei Tage alle Leute blau machen
- 5:50:43und indem es nur um die Worklife Balance
- 5:50:45geht. Wir gewinnen jedenfalls keinen
- 5:50:47internationalen Investor, wenn wir den
- 5:50:49Standort selbst und völlig unnötig
- 5:50:51schlecht reden. Ich könn es nicht
- 5:50:53schöner sagen als der Bundeskanzler
- 5:50:55gestern beim Wirtschaftsforum der SPD,
- 5:50:57der gesagt hat, warum würde denn hier so
- 5:50:59viel gegründet und warum würde hier so
- 5:51:01viel investiert in Deutschland, wenn das
- 5:51:03so ein schlechter Standort wäre? Ich
- 5:51:04habe nichts hinzuzufügen und genauso ist
- 5:51:06es.
- 5:51:09[applaus]
- 5:51:10Wir sind ein Land, in das es sich zu
- 5:51:11investieren lohnt. Ein Land mit großen
- 5:51:13wirtschaftlichen Potenzialen, mit
- 5:51:15herausragenden Unternehmen, immer noch
- 5:51:17mit exzellenten Forschungseinrichtungen,
- 5:51:20mit hochqualifizierten, beschäftigten
- 5:51:22und einer starken industriellen Basis.
- 5:51:24Gerade Letztere gilt es aber zu erhalten
- 5:51:26und auszubauen und das wurde auch auf
- 5:51:29dem Summit deutlich. Neben der
- 5:51:31technologischen Expertise unserer
- 5:51:32Industrie sind die über Jahrzehnte
- 5:51:34gewachsenen Produktions- und
- 5:51:36Prozessdaten ein wahrer Datenschatz,
- 5:51:38eine einzigartige Grundlage, die man für
- 5:51:41KI Anwendungen und deren Entwicklung,
- 5:51:43deren Training nutzen kann, um
- 5:51:46international wettbewerbsfähig zu werden
- 5:51:49und bleiben. Genau deswegen war die KI
- 5:51:51gestützte Transformation der
- 5:51:53Industrieproduktion auch Thema bei der
- 5:51:5519. Asienpazifikkonferenz
- 5:51:58derutschen Wirtschaft, die
- 5:51:59Bundesregierung war gut vertreten. Klar
- 5:52:02ist nur, wer es damit ernst meint, wird
- 5:52:05im internationalen Wettbewerb ernst
- 5:52:07genommen. Es bedeutet aber auch, dass
- 5:52:09wir es mit einer aktiven
- 5:52:10Industriepolitik weiter ernst nehmen
- 5:52:12müssen, weil es ja eben nicht nur darum
- 5:52:14geht, den bis heute auszuwerten, sondern
- 5:52:18mit neuen Daten zu füttern.
- 5:52:21Herr Kollege, erlauben Sie eine
- 5:52:22Zwischenfrage aus der AfD Fraktion von
- 5:52:25Herr Balten.
- 5:52:26Haben Sie dieses Mal mehr Glück als
- 5:52:27letztes Mal? Bitte sehr.
- 5:52:34Ja, Herr Rollauf, vielen Dank, dass Sie
- 5:52:35die Frage zulassen. Was Sie hier
- 5:52:36erzählen, ist allerdings nur die halbe
- 5:52:38Wahrheit, denn die Nettoinvestitionen,
- 5:52:41ich beziehe mich nicht auf die
- 5:52:42Investitionen, die Sie erwähnt haben,
- 5:52:43sondern auf die Nettoinvestitionen, also
- 5:52:45das, was im deutschen Standort hier
- 5:52:47übrig bleibt. 2022 war ein Rekordabfluss
- 5:52:50von 125 Milliarden. Das heißt, 125
- 5:52:53Milliarden sind eher ins Ausland
- 5:52:54gegangen, als das hier investiert wurde.
- 5:52:572023 waren es 94 Milliarden. 24 hat sich
- 5:53:00das Ganze stabilisiert.
- 5:53:022025 sind allerdings nur netto
- 5:53:06Milliarden in Deutschland investiert
- 5:53:07worden. Angesichts der ganzen
- 5:53:10Jobverluste, die wir erleben. Im Moment
- 5:53:12kommt die Warnung, dass da 300.000
- 5:53:13weitere Jobs in Gefahr sind, plus
- 5:53:15zusätzlich ein Arbeitsplatzverlust von
- 5:53:1715.000
- 5:53:18Personen. Wie rechtfertigen Sie jetzt im
- 5:53:22Moment zu sagen, dass Deutschland ein
- 5:53:24attraktiver Standort ist, wobei wir die
- 5:53:25höchsten Energiepreise haben, mit
- 5:53:27mittlerweile eine exorbitante Bürokratie
- 5:53:30haben und die Unternehmen hier
- 5:53:32reihenweise Pleite machen oder ins
- 5:53:33Ausland abwandern, z.B. ins Nachbarland
- 5:53:36Polen, wo die Bedingungen besser sind
- 5:53:38und wo es für diese Unternehmen auch
- 5:53:40besser ist zu investieren. Vielen Dank.
- 5:53:41Ich habe gerade in dreieinhalb Minuten
- 5:53:44versucht zu rechtfertigen, wie sie es
- 5:53:46sagen, wo ich die Stärken des Standorts
- 5:53:48Deutschland sehe. Jenseits dessen sind
- 5:53:50die Frage von Nettoinvestitionen nichts,
- 5:53:52was man einfach gegeneinander aufrechnen
- 5:53:53kann. Es ist ja erstmal sozusagen auch
- 5:53:55gar nichts Schlechtes, wenn aus
- 5:53:57Deutschland investiert wird. Die Frage
- 5:53:58ist, was wird in Deutschland investiert?
- 5:54:00Und dementsprechend verstehe ich schon,
- 5:54:02dass sie bei ihrer Agenda den Standort
- 5:54:03schlecht zu reden jetzt versucht haben,
- 5:54:05eine Hausnummer zu bemühen. Und
- 5:54:07natürlich haben wir Herausforderungen,
- 5:54:09das diskutieren wir ja an der Stelle äh
- 5:54:11seit 5 Jahren mindestens, eigentlich
- 5:54:13schon länger und Jahr. Auch das Thema
- 5:54:15Energiepreise ist eins, was ich hier
- 5:54:17mindestens in jeder zweiten Rede
- 5:54:18bespreche und wir diskutieren, aber so
- 5:54:20wird's zum einen nicht besser und es
- 5:54:23wird Ihnen auch nicht gelingen, die
- 5:54:24positiven Standortfaktoren, die wir hier
- 5:54:26verteidigen und ausbauen, schlecht zu
- 5:54:28reden, auch wenn es in ihre politische
- 5:54:29Erzählung passt.
- 5:54:34[applaus]
- 5:54:35Ein weiterer maßgeblicher
- 5:54:38Standortfaktor für Deutschland ist die
- 5:54:40Rechtssicherheit. Sind die
- 5:54:42institutionalisierten
- 5:54:43Aushandlungsprozesse von Konflikten und
- 5:54:45Interessen auch im Rahmen der
- 5:54:46Mitbestimmung. Und das ist auch was, was
- 5:54:50ein Standort Vorteil ist und von uns
- 5:54:52nicht schlecht geredet werden sollte.
- 5:54:54Beides reduziert das Risiko langwieriger
- 5:54:56Konflikte und daraus resultierender
- 5:54:59wirtschaftlicher Unsicherheiten. Wir
- 5:55:01können also und sollten durchaus
- 5:55:03selbstbewusst um Investitionen werben
- 5:55:06und natürlich stehen wir als
- 5:55:07Exportnation internationalen Konflikten,
- 5:55:09geopolitischen Verschiebungen und dem
- 5:55:11technologischen Wandel. Einerseits offen
- 5:55:14gegenüber, sehen aber auch die
- 5:55:16Herausforderungen und wissen, dass wir
- 5:55:18Hausaufgaben zu erledigen haben. Vieles
- 5:55:20ist schon umgesetzt und auf den Weg
- 5:55:22gebracht. Z.B. Beispiel auch der
- 5:55:24Deutschlandfond. Die Diskussion um
- 5:55:26Energiepreise führen wir hier regelmäßig
- 5:55:28und wir haben einiges gemacht, um
- 5:55:30Deutschland zu einem noch attraktiveren
- 5:55:32Investitionsumfeld zu machen. Hier gilt
- 5:55:35es jetzt konsequent anzusetzen und
- 5:55:37entscheidend wird sein, dass dieser
- 5:55:39Summit nicht nur eine Once Only
- 5:55:41Veranstaltung war. Der Bundeskanzler
- 5:55:43möchte eine Daueraufgabe draus machen.
- 5:55:45Das ist richtig. Das sehen wir genauso,
- 5:55:47denn wir müssen sicherstellen, dass die
- 5:55:48Investitionsankündigungen
- 5:55:50echte Investitionen werden und weitere
- 5:55:53Folgen. Vielen Dank.
- 5:55:56[applaus]
- 5:55:59Für die Fraktion Bündnis 90 die Grünen
- 5:56:01hat jetzt das Wort die Abgeordnete Dr.
- 5:56:04Sandra Denzer.
- 5:56:07[applaus]
- 5:56:11Sehr verehrte Frau Präsidentin, liebe
- 5:56:13Kolleginnen und Kollegen, Investitionen
- 5:56:15in eine wettbewerbsfähige und in eine
- 5:56:17resiliente deutsche Wirtschaft sind
- 5:56:19selbstverständlich willkommen.
- 5:56:21Investitionen in Innovation, in
- 5:56:23Wertschöpfung, in gute Jobs, die sind
- 5:56:26ein wesentlicher Erfolgsfaktor für
- 5:56:28unsere Unternehmen und unsere
- 5:56:30Beschäftigten. Und deswegen ist es ein
- 5:56:31positives Signal, dass dieser Gipfel
- 5:56:34stattgefunden hat. Es ist ein positives
- 5:56:36Signal, dass Investitionen in
- 5:56:38Deutschland wieder mehr werden. Und
- 5:56:39genau, wenn andere auf Zollrohungen, auf
- 5:56:42Erpressung setzen, dann setzen wir auf
- 5:56:45Rechtssicherheit, auf Kalkulierbarkeit.
- 5:56:47Das ist die Stärke dieses Standorts und
- 5:56:49den lassen wir uns auch nicht klein
- 5:56:51reden. [applaus]
- 5:56:54Der mit Abstand größte Teil der
- 5:56:56ausländischen
- 5:56:58Investitionen, er kommt aus Europa.
- 5:57:01Gerade wenn man die das äh vereinigte
- 5:57:04Königreich mit dazu zählt, dann sind wir
- 5:57:06da bei 80% der Investitionsvolumer und
- 5:57:09auch das ist ein gutes Zeichen, denn
- 5:57:11diese Investitionen kommen von unseren
- 5:57:13Partnerstaaten. Sie kommen aus einem
- 5:57:16starken Euroraum, der in Zukunft auch
- 5:57:19hoffentlich noch stärker werden wird.
- 5:57:21Und Frau Ministerin, ich nehmen Sie beim
- 5:57:23Wort, die Stärkung der Kapitalmarktunion
- 5:57:25ist ein zentraler Faktor des Standorts
- 5:57:28Stärkung und deswegen wollen wir auch
- 5:57:29sehen, dass konkrete Schritte
- 5:57:30unternommen werden in den nächsten
- 5:57:32Wochen und Monaten in unter uns unsere
- 5:57:35Unternehmen brauchen
- 5:57:36Wachstumsfinanzierungen.
- 5:57:39Ich will an dieser Stelle aber auch
- 5:57:41einen Punkt ansprechen, der mir sehr
- 5:57:43wichtig ist. Gerade in der jetzigen
- 5:57:45geopolitischen Situation. Ausländische
- 5:57:48Direktinvestitionen sind auch ein Thema
- 5:57:51der Wirtschaftssicherheit. Wir haben in
- 5:57:54den letzten Wochen und Monaten gesehen,
- 5:57:56dass beispielsweise die Übernahme von
- 5:57:58Zippel untersagt wurde, weil es ein
- 5:58:01Westor aus einem Drittstaat war, ein
- 5:58:03chinesischer Investor und wir kritische
- 5:58:05Infrastrukturen schützen müssen. Gerade
- 5:58:08läuft eine Investitionsprüfung, wo ein
- 5:58:11rohstoffrelevantes
- 5:58:12Unternehmen von einem US-amerikanischen
- 5:58:15Investor übernommen wird. Und auch da
- 5:58:17ist es richtig, wenn das BMWE, das
- 5:58:19Wirtschaftsministerium genau prüft,
- 5:58:21unter welchen Konditionen diese
- 5:58:23Investitionen getätigt werden.
- 5:58:28Und wir erwarten an dieser Stelle von
- 5:58:30der Bundesregierung, dass Sie bei der
- 5:58:32Anbahnung von Auslandsinvestitionen
- 5:58:34und das ist ja das Ziel gewesen dieses
- 5:58:37Gipfel, dass es mehr von diesen
- 5:58:39Investitionen gibt, dass sie da die
- 5:58:41Sicherheitsinteressen Deutschlands und
- 5:58:43Europas im Blick behält und Sorgfalt und
- 5:58:45Augenmaß walten lässt. Und besonders
- 5:58:48wichtig ist an unserer für aus unserer
- 5:58:50Sicht in dieser Hinsicht das anstehende
- 5:58:52Investitionsprüfungsgesetz.
- 5:58:55Es gibt diesen ersten Entwurf, der aus
- 5:58:56dem Wirtschaftsministerium vorgelegt
- 5:58:59wird und wir begrüßen es sehr, dass die
- 5:59:01EU Screening Verordnung jetzt EU-weit
- 5:59:04einen gemeinsamen Mindestumfang von
- 5:59:06Investitionen festlegt, von allen
- 5:59:10Mitgliedstaaten ist dann zu prüfen. Neu
- 5:59:13und weitergehend erfasst werden wichtige
- 5:59:16Zukunftstechnologien wie z.B. Duel
- 5:59:19Usgüter, Halbleiter, Quanten oder auch
- 5:59:21Teile von KI, Infrastruktur und
- 5:59:24Technologie.
- 5:59:26Und da ist es absolut wichtig, dass
- 5:59:31insbesondere die Ankündigung des
- 5:59:32Bundeskanzlers zusammen mit seinem
- 5:59:34Beauftragten Herr Blessing, dass er
- 5:59:37Investitionen in Infrastrukturen nähren
- 5:59:39möchte, dass das auch mit Augenmaß und
- 5:59:43Sorgfalt passiert, denn wir denken z.B.
- 5:59:47daran, dass wir zu Beginn des russischen
- 5:59:49Angriffskriegs 2022 auf die Ukraine in
- 5:59:52einer Situation waren, in der
- 5:59:55Energieinfrastruktur,
- 5:59:56kritische Infrastruktur in Deutschland
- 5:59:59in Teilen in russischer Hand war. Es war
- 6:00:01eine kritische Situation, weil diese
- 6:00:03Investitionen stattgefunden haben, um
- 6:00:05den Standort Deutschland zu schwächen
- 6:00:07und weil es erhebliche staatliche
- 6:00:10Aufwende benötigt hat, um dann die
- 6:00:13Versorgungssicherheit Deutschlands in
- 6:00:15einer Energiekrise zu sichern. Das ist
- 6:00:17genau deswegen passiert, weil wir nicht
- 6:00:19achtsam genug waren, die Investitionen
- 6:00:22ausländischer Investoren in kritische
- 6:00:25Infrastruktur zu unterbinden. Und das
- 6:00:26darf uns nicht mehr passieren, liebe
- 6:00:29Damen und Herren. Da müssen wir besser
- 6:00:31aufpassen. Deswegen, ich komme zum
- 6:00:33Schluss, wir freuen uns
- 6:00:34selbstverständlich, wenn
- 6:00:36Investitionskooperationen
- 6:00:38aus diesem Gipfel entstehen, die
- 6:00:40Deutschland stärker machen. Aber wir
- 6:00:42werden auch immer wieder als Grüne
- 6:00:44darauf dringen, dass diese Investitionen
- 6:00:46Deutschland auch sicherer machen müssen
- 6:00:49und nicht unsicherer. Herzlichen Dank.
- 6:00:51[applaus]
- 6:00:57Jetzt hat das Wort Lisa Schubert für die
- 6:01:00Fraktion Die Linke.
- 6:01:02[applaus]
- 6:01:07[applaus]
- 6:01:09Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 6:01:11geehrte Zuhörende, dieser
- 6:01:13Investitionsgipfel ist keine Lösung für
- 6:01:16unsere wirtschaftlichen Probleme. Es ist
- 6:01:18ein Gipfel der Dreistigkeit. Sie tun
- 6:01:20wirklich alles für die Interessen großer
- 6:01:23Unternehmen und gegen die Interessen der
- 6:01:26Menschen in diesem Land. Es ist schlimm
- 6:01:29genug, dass Lobbyvereine sich mit teuren
- 6:01:31Konferenzen in die Politik einkaufen.
- 6:01:34Und jetzt hat die Bundesregierung selbst
- 6:01:36einen Gipfel veranstaltet mit 5
- 6:01:38Millionen Euro Steuergeld, um Investoren
- 6:01:41den roten Teppich auszurollen. ein
- 6:01:44Gipfel bei dem CEOs willkommen sind,
- 6:01:47aber Gewerkschaften nicht,
- 6:01:49Sozialverbände nicht, Parlamentarier in
- 6:01:51nicht, CEOs, die nur an einem
- 6:01:54interessiert sind maximale Rendite in
- 6:01:58möglichst kurzer Zeit. Sie haben Ihnen
- 6:02:0115minütige Privatgespräche mit
- 6:02:03Ministerinnen angeboten und zum Verkauf
- 6:02:06steht nichts geringeres als unsere
- 6:02:08öffentliche Infrastruktur.
- 6:02:11Für Panzer und Waffen ist unbegrenzt
- 6:02:13Geld da, aber bei Strom und Wärmenetzen,
- 6:02:16bei kommunaler Infrastruktur, da soll
- 6:02:19privates Kapital einspringen und das,
- 6:02:22obwohl wir genau dort öffentliche
- 6:02:24Investitionen brauchen.
- 6:02:26Ich will ihr Geld, hat Herr Klingball
- 6:02:29selbst zu den Investoren gesagt und
- 6:02:32dafür ist dieser Bundesregierung
- 6:02:34wirklich jedes Mittelrecht. Gelockerter
- 6:02:36Kündigungsschutz, längere Arbeitszeiten,
- 6:02:39Kürzungen bei den Sozialsystemen, alles
- 6:02:42Maßnahmen, die laut Innenfraureiche
- 6:02:44nötig sind, um die Investition
- 6:02:47realisierbar zu machen. Und klar, das
- 6:02:50kommt bei den Investoren super gut an.
- 6:02:53Frau Reiche, öffentliche Infrastruktur
- 6:02:56ist kein Luxus. Sie ist Teil der
- 6:02:59Grundversorgung. Jede Person in diesem
- 6:03:02Land muss sich diese Grundversorgung
- 6:03:04leisten können.
- 6:03:06[applaus]
- 6:03:08Es ist essentiell, dass die Wohnung warm
- 6:03:11und der Strom bezahlbar bleibt, dass
- 6:03:13Busse fahren, dass die kommunale
- 6:03:15Versorgung funktioniert. Das sind keine
- 6:03:18Geschäftsmodelle, das sind
- 6:03:21Grundbedürfnisse.
- 6:03:22Aber genau diese Grundbedürfnisse macht
- 6:03:25die Bundesregierung zum Renditeobjekt
- 6:03:27für Finanzinvestoren.
- 6:03:29Sie plant einen sogenannten Private
- 6:03:31Investment Pool. Damit sollen kommunale
- 6:03:34Stattwerke und Netzbetreiber für große
- 6:03:36Finanzkonzerne investierbar gemacht
- 6:03:38werden. Und das, obwohl uns der
- 6:03:41Netzausbau mit privaten Kapitalgebern
- 6:03:44bis zu 220 Milliarden Euro mehr kosten
- 6:03:47könnte als eine öffentliche
- 6:03:48Finanzierung.
- 6:03:50Das muss man sich mal auf der Zunge
- 6:03:51zergehen lassen. Wir wissen, dass
- 6:03:54private Finanzierung teurer ist als
- 6:03:57öffentliche und trotzdem will diese
- 6:03:59Bundesregierung unser Geld lieber den
- 6:04:01Finanzinvestoren hinterherwerfen.
- 6:04:04Wie diese Politik ausgehen kann, sehen
- 6:04:06wir in den USA. Dort ist Black Rock
- 6:04:09bereits massiv im Energiesektor aktiv.
- 6:04:11Ein Beispiel ist Minnesota Power. Trotz
- 6:04:14Protesten und Warnung vor steigenden
- 6:04:16Kosten wurde der Verkauf des
- 6:04:18Energieversorgers an BlackRock im
- 6:04:20vergangenen Jahr genehmigt. Die Auflage:
- 6:04:23ein Jahr lang. Ein Jahr lang dürfen die
- 6:04:25Strompreise nicht steigen.
- 6:04:28Am Sonntag lief dieser Preisdeckel aus.
- 6:04:30Am Montag beantragte der
- 6:04:32Energieversorger eine Erhöhung des
- 6:04:34Stromtarifs um satte 18%.
- 6:04:38Das ist ein Tag, einziger Tag und zack
- 6:04:42ist der Strom für die Menschen in
- 6:04:44Minnesota teurer. Das Beispiel zeigt,
- 6:04:47warum Finanzinvestoren in unsere
- 6:04:49Grundversorgung einste warum
- 6:04:51Finanzinvestoren in unsere
- 6:04:53Grundversorgung einsteigen, ist das Ziel
- 6:04:55nicht, dass unser Leben bezahlbar wird.
- 6:04:58Es geht darum, dass ich unsere
- 6:05:00Bedürfnisse auszahlen.
- 6:05:04[applaus]
- 6:05:06Sie, Frau Reiche, standen beim
- 6:05:08exklusiven Invest in Germany Summit
- 6:05:10gemeinsam mit Larry Fink, dem CEO von
- 6:05:13Black Rock auf der Bühne. Leider nicht,
- 6:05:16um ihnen bewusst zu machen, dass es
- 6:05:18problematisch ist, mit seinem
- 6:05:19Unternehmen die Strompreise in die Höhe
- 6:05:21zu treiben, sondern um Black Rock für
- 6:05:23Investitionen in unsere
- 6:05:25Energieversorgung zu gewinnen. Noch mal,
- 6:05:27wir brauchen keine Finanzinvestoren, die
- 6:05:30sich an unseren Grundbedürfnissen
- 6:05:32bereichern. Wir brauchen eine
- 6:05:33Investitionspolitik, die dafür sorgt,
- 6:05:36dass sich die Menschen in diesem Land
- 6:05:38ihre Grundbedürfnisse auch leisten
- 6:05:39können. Eine, die dafür sorgt, dass
- 6:05:42Wasser und Stromkosten nicht mehr und
- 6:05:45mehr explodieren. Dieser dreiste
- 6:05:48Investitionsgipfel ebnet den Weg für
- 6:05:50eine Gewinnformel, die lautet: Die
- 6:05:53Kosten tragen wir, die Renditen
- 6:05:55kassieren die Konzerne. ist keine
- 6:05:58Investitionspolitik,
- 6:06:00das ist Umverteilung von unten nach
- 6:06:02oben. Ja, [applaus]
- 6:06:06Deutschland braucht Investitionen,
- 6:06:08dringend sogar, aber wir brauchen
- 6:06:10Investitionen, die das Leben bezahlbarer
- 6:06:13machen. Unsere Infrastruktur ist kein
- 6:06:15Geschäftsmodell. Unsere Grundversorgung
- 6:06:18ist keine Renditequelle und unser Leben
- 6:06:20ist kein Investment. Danke schön.
- 6:06:24[applaus]
- 6:06:26Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 6:06:28Wort der Abgeordnete Günther
- 6:06:30Baumgartner.
- 6:06:33[applaus]
- 6:06:44Were Frau Präsidentin, werrte
- 6:06:47Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte
- 6:06:48Damen und Herren, kommen wir wieder
- 6:06:50zurück nach dem Ausflug
- 6:06:52zur Umverteilungswirtschaft ins reale
- 6:06:55Leben zur sozialen Marktwirtschaft. Der
- 6:06:57erste Investitionsgipfel der deutschen
- 6:06:59Bundesregierung, wo internationale und
- 6:07:02deutsche Firmen sowie Investoren
- 6:07:04zusammengekommen sind und dabei
- 6:07:07Investitionen in Deutschland von über
- 6:07:10230 Milliarden Euro zugesagt wurden, war
- 6:07:15ein richtig großartiger guter Erfolg.
- 6:07:20Neben dem Investitionsgipfel in
- 6:07:23Deutschland fand Ende Oktober aber auch
- 6:07:25noch die Asien Pazifikkon Konferenz
- 6:07:28statt,
- 6:07:29welche unser Bundeskanzler Friedrich
- 6:07:31Merz eröffnete. Auch hier wurden neue
- 6:07:34Partnerschaften ermöglicht, um wichtige
- 6:07:36Impulse für Investitionen, für
- 6:07:39Innovationen und für eine engere
- 6:07:42wirtschaftliche Zusammenarbeit mit
- 6:07:44Südkorea, mit dem pazifischen Raum
- 6:07:46gesetzt. Schlussendlich sei
- 6:07:49festzustellen,
- 6:07:51beide Veranstaltungen waren und sind ein
- 6:07:54starkes Zeichen, ein starkes Signal an
- 6:07:58alle Schwarzmaler und Pessimisten in
- 6:08:01unserem Land, an alle Schlechttredner in
- 6:08:04unserem Land. Denn der Standort
- 6:08:06Deutschland ist anders wie viele selbst
- 6:08:10in unserem Land oft so auf uns schauen.
- 6:08:13Bei Leibe nicht schlecht. Nein, er ist
- 6:08:17sehr interessant, hochattraktiv und das
- 6:08:20auch für ausländische Investoren.
- 6:08:24Unternehmen aus der ganzen Welt kommen
- 6:08:27gerne zu uns. Sie lieben unser Land und
- 6:08:29wollen in Deutschland investieren, mit
- 6:08:32uns zu zusammenarbeiten, ja, mit uns
- 6:08:35Geschäfte machen.
- 6:08:37Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach 6
- 6:08:40Jahren der wirtschaftlichen Stärgnation
- 6:08:43geht es endlich wieder in die richtige
- 6:08:46Richtung.
- 6:08:49Ob man nun die Prognosen unserer
- 6:08:51Wirtschaftsinstitute
- 6:08:52betrachtet, den Geschäftsklimaindex oder
- 6:08:56Konjunkturbarometer.
- 6:08:59Der Trend zeigt deutlich an, unsere
- 6:09:03Wirtschaft wächst wieder. Auch unter den
- 6:09:07G7 Staaten sind wir im Bezug aufs
- 6:09:09Wirtschaftswachstum
- 6:09:11zuletzt vom letzten Platz auf Rang 2
- 6:09:15wieder vorgeklettert.
- 6:09:17Dass uns zuletzt diese Erfolge gelungen
- 6:09:19sind, ist, meine Damen und Herren,
- 6:09:22keinesfalls selbstverständlich, denn wir
- 6:09:25sind in die Regierungskoalition unter
- 6:09:27schwierigsten Ausgangsbedingungen
- 6:09:29gestartet. Geopolitisch war und ist die
- 6:09:32Situation bei Leibe nicht einfach.
- 6:09:36ob sich die verschärfende Bedrohung
- 6:09:37unserer Sicherheit durch Russland, das
- 6:09:39unfaire Handelsgebahn aus China, die
- 6:09:42bisher gewohnt verlässliche
- 6:09:44Partnerschaft mit unserem Freunden der
- 6:09:47USA bröckelt, der ihr Rankonflikt und
- 6:09:51dessen Auswirkungen auf die
- 6:09:53Energiepreise und natürlich auch der
- 6:09:56Ballast von 6 Jahren wirtschaftlicher
- 6:10:00Staation.
- 6:10:02Ja, dass wir trotz dieser schwierigen
- 6:10:05allgemeinen Großwetterlage jetzt wieder
- 6:10:09ein Wirtschaftswachstum von über 1%
- 6:10:11erreichen können. Das ist, finde ich,
- 6:10:13ein großartiger Erfolg unserer
- 6:10:15Bundesregierung, unserer
- 6:10:17Regierungskoalition.
- 6:10:19Meine Damen und Herren, ob auf dem
- 6:10:20Energiesektor, Industriestrompreis beim
- 6:10:22Bürokratieabbau oder bei der
- 6:10:23Beschleunigung von
- 6:10:24Infrastrukturprojekten
- 6:10:26unsere Koalition liefert. Entscheidend
- 6:10:30ist aber auch, was wir diesen, dass wir
- 6:10:33diesen Weg auch konsequent nun
- 6:10:35weitergehen, damit die angekündigten 230
- 6:10:38Milliarden auch tatsächlich in konkreten
- 6:10:40Vorhaben realisiert werden. Umso
- 6:10:43wichtiger ist das Signal, welches von
- 6:10:45Investitionsgipfel ausgegangen ist,
- 6:10:48nämlich private Investitionen steigen.
- 6:10:51Ein gutes Zeichen dafür ist aber auch,
- 6:10:54dass z.B. der Netto Zufluss an
- 6:10:57Direktinvestitionen
- 6:10:59nach Deutschland zuletzt im August einen
- 6:11:02positiven Saldo hatte.
- 6:11:06Ein deutlicher Vertrauensbeweis,
- 6:11:09der
- 6:11:11der ganzen Welt gegenüber unserem Land
- 6:11:14gezeigt wird und wir müssen dem gerecht
- 6:11:16werden, dass zante das zarte Pflänzchen
- 6:11:18des Wirtschaftswachstum soll und muss
- 6:11:21sich jetzt bestätigen. Dazu braucht es
- 6:11:24weitige strukturelle Reformen,
- 6:11:26Sozialstaatsreform,
- 6:11:28Flexibilisierung der Arbeitszeit,
- 6:11:30natürlich auch die zukunftssichere
- 6:11:32Aufstellung unseres Rentensystems. Am
- 6:11:34Ende muss für uns alle klar sein. Nur
- 6:11:37wer seine Sozialsysteme stabilisiert,
- 6:11:41schafft auch wettbewerbsfähige
- 6:11:42Bedingungen für Firmen, schafft und
- 6:11:44erhält gute Arbeitsplätze für unsere
- 6:11:47Bürgerinnen und Bürger und sichert
- 6:11:49schlussendlich den Wohlstand für alle
- 6:11:52Menschen in unserem Land. Danke schön.
- 6:11:56[applaus]
- 6:11:59Für die AfD Fraktion hat jetzt das Wort
- 6:12:01der Abgeordnete Matthias Weiser.
- 6:12:04[applaus]
- 6:12:09Sehr gehrte Frau Präsidentin, sehr
- 6:12:10geherte Frau
- 6:12:11Bundeswirtschaftsministerin, meine sehr
- 6:12:12geehrten Damen und Herren, der die
- 6:12:14aktuelle Stunde hat ja schon den
- 6:12:15Marketing wirksamen Titel neue Chancen
- 6:12:19für Wachstum, Innovation und
- 6:12:20Arbeitsplätze und was ist denn das
- 6:12:22tatsächliche Ergebnis von diesen
- 6:12:24Investitionsgipfel? Sie haben 200
- 6:12:26Unternehmen eingeladen, internationale
- 6:12:28Großkonzerne, Finanzinvestoren. Zuerst
- 6:12:31war die Rede von 800 Milliarden Euro,
- 6:12:33die kommen, dann waren es 230 Milliarden
- 6:12:35Euro und gestern in der Sitzung des
- 6:12:38Wirtschaftsausschusses hat es der
- 6:12:39parlamentarische Staatssekretär noch mal
- 6:12:41relativiert. Da klang das eher so. Es
- 6:12:43ist eine unverbindliche Arbeitsgrundlage
- 6:12:45und wir werden mal sehen, in welche
- 6:12:46Richtung das gehen wird. Was Sie ja
- 6:12:48machen, Frau Reiche, es ist einfach nur
- 6:12:50noch eine Schoferanstaltung. Es ist
- 6:12:52genauso wie in der letzten [applaus] in
- 6:12:56der letzten Sitzungswoche mit ihrem
- 6:12:58angeblichen 1,3% Wirtschaftswachstum,
- 6:13:00was einfach nur durch Rüstungsausgaben
- 6:13:02finanziert ist, was durch Schulden
- 6:13:03finanziert ist, das ist kein
- 6:13:04Wirtschaftswachstum. Es ist einfach nur
- 6:13:06eine Propagandazahl, die Sie in den Raum
- 6:13:08werfen und ihr einziges Ziel ist es von
- 6:13:11ihren wirtschaftspolitischen Scheitern
- 6:13:12abzulenken. Sie haben keine
- 6:13:15Wirtschaftswende, wie von Herrn Merz
- 6:13:17angekündigt umgesetzt. Was sie machen
- 6:13:19ist einfach nur noch
- 6:13:20wirtschaftspolitisches Stückwerk seit
- 6:13:21eineinhalb Jahren.
- 6:13:24Das Aufbruchsignal gibt es nicht, weil
- 6:13:26die harten Fakten aus der Wirtschaft
- 6:13:28sehen ganz anders aus. Wir müssen uns
- 6:13:30bloß ansehen, wie der Niedergang der
- 6:13:31deutschen Industrie auch in den Medien
- 6:13:34präsent ist. Gestern die Meldung des
- 6:13:36Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall allein
- 6:13:39in der Elektro und Metallindustrie wurde
- 6:13:41davor gewahnt, dass 300 300.000
- 6:13:43Arbeitsplätze in den nächsten zwei bis d
- 6:13:46Jahren verloren gehen könnten, wenn es
- 6:13:47keine Wirtschaftswende gibt. Die
- 6:13:49Unternehmen verlagern die Produktion ins
- 6:13:51Ausland. Traditionsunternehmen schließen
- 6:13:54in Deutschland für immer ihre Tore. Karl
- 6:13:56Porzellan, die Weizengieserei in
- 6:13:57Kusswig. Das sind Unternehmen, die gibt
- 6:13:59es seit weit mehr als 100 Jahren. Die
- 6:14:01haben den Zweiten Weltkrieg überlebt.
- 6:14:03Die haben 40 Jahre Sozialismus überlebt,
- 6:14:05die haben aber nicht Merkel, Scholz und
- 6:14:06Merz überlebt.
- 6:14:09[applaus] Und ich kann jetzt sagen, der
- 6:14:10Ökonom Hans Wers hat absolut recht. 15
- 6:14:13Jahre Merkel müssen rückabwickelt werden
- 6:14:15und die Alternative für Deutschland
- 6:14:16steht zu 100% hinter dieser Aussage.
- 6:14:20[applaus] Und jetzt mal was tatsächlich
- 6:14:22in diesem Land passiert. Ich möchte mal
- 6:14:24gerne mal wissen, wo ist der
- 6:14:25Investitionskipfel für den Mittelstand?
- 6:14:26Frau Ministerin, reden Sie doch mal mit
- 6:14:28den Mittelständern. Wo haben die
- 6:14:30direkten Zugang zu den? Wo haben die den
- 6:14:33der Mittelstandsbeauftragte? Wo ist der?
- 6:14:35Wo ist der? Ich ich sehe von Ihnen
- 6:14:37nichts. Die Mittelständler haben Sie
- 6:14:39doch schon längst aufgegeben, weil sie
- 6:14:40nicht in der Lage sind, die
- 6:14:41Rahmenbedingungen zu schaffen. Herr Dr.
- 6:14:43Wiener, wo sind den die wo sind denn die
- 6:14:45niedrigen Energiekosten?
- 6:14:47[applaus] Wo sind die niedrigen
- 6:14:48Gaspreise? Wo sind die niedrigen
- 6:14:49Strompreise? Wo sind die niedrigen
- 6:14:50Kraftstoffpreise?
- 6:14:52Ja, sie können hier ruhig noch was dazu
- 6:14:54sagen. Da fällt Ihnen nichts mehr ein.
- 6:14:57Die Bürokratie, der Bürokratieabbau, da
- 6:14:59kommt von Ihnen nichts. Wir brauchen
- 6:15:00radikalen Bürokratieabbau.
- 6:15:02Steuersenkungen kommt von Ihnen auch
- 6:15:03nichts. Ja, sie winken nur noch ab, weil
- 6:15:04sie ganz genau wissen, wo sie stehen.
- 6:15:06Sie stehen nämlich genauso dort, wo Herr
- 6:15:07Scholz aufgehört hat.
- 6:15:10Und Friedrich Merz zeigt genau das
- 6:15:12Verhalten. Friedrich Meerz zeigt genau
- 6:15:13das Verhalten, was er jetzt in letzter
- 6:15:15Zeit immer wieder in Deutschland sagt,
- 6:15:16dieses Land interessiert ihn nicht.
- 6:15:18Dieses Land interessiert ihn nicht. Der
- 6:15:19Mittelstand interessiert ihn nicht. Er
- 6:15:20kümmert sich lieber um seine
- 6:15:21internationalen Großkonzerne, um seine
- 6:15:23Finanzinvestoren. Das ist ein
- 6:15:25Bundeskanzler, den will dieses Land
- 6:15:27nicht mehr und die Zufriedenheitswerte
- 6:15:29zeigen es.
- 6:15:30[applaus]
- 6:15:32Und noch etwas, weil Sie das ja gelobt
- 6:15:35haben, was jetzt kommt, nur noch
- 6:15:36Mitnahmeeffekte dieser
- 6:15:37Investitionsgipfel zeigt, dass die
- 6:15:39Großkonzerne gerne nach Deutschland
- 6:15:41kommen, weil sie hier Milliarden
- 6:15:43Subventionen abgreifen wollen. Hunderte
- 6:15:45Milliarden, die sie über Schulden
- 6:15:46finanzieren in der Energie äh im
- 6:15:49Energiemarkt. Frau Reiche, die kommen
- 6:15:51doch nicht, weil hier investiert äh
- 6:15:53wird, weil die Unternehmen das wollen,
- 6:15:54sondern hier wird investiert, weil der
- 6:15:56Staat das ansagt. Durch die grüne
- 6:15:58Energiewende werden Milliarden in den
- 6:16:00Ausbau der Stromnetze
- 6:16:02und die Konzerne kommen gerne, weil sie
- 6:16:04hier Subvention abgreifen können. Die
- 6:16:05kommen nicht, weil die Rahmenbedingung
- 6:16:06in Deutschland stimmen.
- 6:16:09[applaus]
- 6:16:10Und das muss man sich mal vorstellen.
- 6:16:12Sie geben hier Milliarden Subventionen,
- 6:16:14damit ausländische Konzerne heimische
- 6:16:17Infrastruktur aufkaufen. Was Herr Merz
- 6:16:19macht und was Sie Frau Reiche
- 6:16:20unterstützen, ist der Ausverkauf
- 6:16:22Deutschland, nichts anderes. Und zu
- 6:16:25guter Letzt [applaus] zu guter Letzt
- 6:16:28Herr März und auch Sie Frau Reiche, ich
- 6:16:30gebe Ihnen Rat, hören Sie auf sich so zu
- 6:16:32verstehen, als wären Sie die besseren
- 6:16:33Manager für Deutschland. Das haben schon
- 6:16:35viele andere Sozialisten vor ihnen
- 6:16:37gedacht, dass man denkt, man kann ein
- 6:16:38Land führen, indem man von oben die
- 6:16:39Ansagen macht und dann kommen die
- 6:16:41Investitionen, ist es genau anders
- 6:16:42herum. Der Politiker ist der Diener der
- 6:16:44Wirtschaft. Der Politiker hat die
- 6:16:46richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
- 6:16:48Die Alternative für Deutschland möchte
- 6:16:50nach diesem Konzept Politik machen. Wir
- 6:16:52möchten niedrige Energiekosten. Wir
- 6:16:53möchten radikalbürratie abbauen. Wir
- 6:16:55möchten Steuersenkungen. Das würde
- 6:16:57Deutschland helfen. Dann können wir uns
- 6:16:58auch diese ganzen Investitionsgipfel
- 6:16:59sparen. Vielen Dank. [applaus]
- 6:17:06[applaus]
- 6:17:09Vielen Dank. Die nächste Rednerin ist
- 6:17:12Dunia Kreiser für die SPD Fraktion.
- 6:17:19Danke.
- 6:17:23Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 6:17:25geehrte Damen und Herren, liebe
- 6:17:27Kolleginnen und Kollegen, ich vertrete
- 6:17:29Wahlkreis, in dem Stahl produziert wird.
- 6:17:32Aus diesem Strahl wird gebaut, mit
- 6:17:35diesem Stahl wird produziert. Die
- 6:17:38Menschen in meinem Wahlkreis stehen früh
- 6:17:40auf, machen Schichtarbeit,
- 6:17:42arbeiten hart und was die Menschen
- 6:17:44brauchen, ist Verlässlichkeit und
- 6:17:47Investition in die Zukunft. Auf diese
- 6:17:50Bedürfnisse war der Investitionsgipfel
- 6:17:52vor zwei Wochen eine Antwort. 200
- 6:17:55Vorstandschef aus den Innen und Ausland
- 6:17:58sind dafür nach Berlin gekommen.
- 6:18:01Bundeskanzler Friedrich Merz,
- 6:18:03Bundesministerin, sehr geehrte Frau
- 6:18:05Bundesministerin Reiche,
- 6:18:07Länderministerin und Länderchefs sind
- 6:18:10gekommen. Sie haben sich nicht über
- 6:18:12Abwanderung unterhalten und auch nicht
- 6:18:14über Standortdebatten. Nein, sie haben
- 6:18:17über Investitionen gesprochen.
- 6:18:20Investitionen, die bei uns in
- 6:18:22Deutschland ankommen, das ist das Signal
- 6:18:24genau das, was wir jetzt brauchen. Unser
- 6:18:27Finanzminister Lars Klingball hat dabei
- 6:18:30klare Worte gefunden. Er hat den
- 6:18:32Investoren gesagt, dass er ihr Geld
- 6:18:35möchte. Ich glaube, sowas gab es auch
- 6:18:37noch schon lange nicht mehr. eine
- 6:18:39charmante Forderung für unser Land und
- 6:18:41er hat danach klar gemacht, dass
- 6:18:43Deutschland wieder auf die Landkarte der
- 6:18:46Investoren gehört und damit Vorreiter in
- 6:18:49Europa für ein Kapitalmarkt Union
- 6:18:53insgesamt in Europa wird. Rund 230
- 6:18:56Milliarden Euro auf Investition zu sagen
- 6:18:59wurden vorgestellt. Diverse Konzerne,
- 6:19:03die Liste ist lang. Ich sage dazu
- 6:19:06ehrlich, nicht jeder dieser Zusagen ist
- 6:19:08auf diesem Gipfel passiert, sondern
- 6:19:10natürlich schon einige Tage vorher. Aber
- 6:19:13mir ist wichtig, dass wir überhaupt
- 6:19:15wieder diese Zusagen bekommen über
- 6:19:18dreistellige Milliardenbeträge über
- 6:19:20Quantentechnologie, KI, Energie und
- 6:19:22Infrastruktur ein Format für Wirtschaft,
- 6:19:25kleinere mittlere Unternehmen, Industrie
- 6:19:28und Energiewirtschaft.
- 6:19:30Wo sollen die Investitionen hinfließen?
- 6:19:32Ja, am liebsten natürlich in meinem
- 6:19:34Wahlkreis würde ich sagen. Äh Seitz
- 6:19:36Gitter investiert mit Secos eine der
- 6:19:38größten industriellen Transformationen
- 6:19:40in Europa. Die seit Gitter AG sind First
- 6:19:43Mover. Ähm und bei dieser
- 6:19:46Direktreduktion und
- 6:19:47Elektrolichtbogenöfen.
- 6:19:49Sie brauchen vor allen Dingen auch
- 6:19:51Verlöslichkeit bei den Kolleginnen und
- 6:19:53Kollegen in der Kommission im
- 6:19:54europäischen Sektor, was auch bis zum
- 6:19:56Ende November verhandelt wird. Aber
- 6:19:59dieser grüne Stahlmate in Niedersachsen
- 6:20:02ähm ist verbunden mit Milliarden
- 6:20:04Investitionen und er sichert
- 6:20:06Arbeitsplätze und kann natürlich auch
- 6:20:08noch ein bisschen was gebrauchen. Am
- 6:20:10Forschungsflughafen im Braunschwerg ist
- 6:20:12dazu im Oktober das neue
- 6:20:14Frauenhoferzentrum für Energiespeicher
- 6:20:16eröffnet worden. Rund 50 Millionen Euro
- 6:20:19vom Bund und Land mit Forschung an Fast
- 6:20:21Festkörperbatterien.
- 6:20:23Meine Damen und Herren, das ist nicht
- 6:20:25nur Tinte auf einem Blatt, das ist reell
- 6:20:28und es passiert. Jetzt werden manche
- 6:20:30sagen, ein Gipfel ist kein
- 6:20:32Wirtschaftswunder.
- 6:20:33Da haben Sie vielleicht recht, ein
- 6:20:35Gipfel ist kein Wirtschaftswunder.
- 6:20:37Deshalb war der Summit der
- 6:20:39Staatsschutzschuss
- 6:20:40und nicht der Zielstrich. Die
- 6:20:43eigentliche Arbeit passiert sowieso
- 6:20:44nicht auf Kanz Konferenzdebatten.
- 6:20:47Diese passieren auf den
- 6:20:49Genehmigungsbehörden,
- 6:20:51bei den Netzanschlößen und bei dem
- 6:20:53Vergaberecht. Genau da packen wir als
- 6:20:56Koalition zu. Bürokratieabbau mit echten
- 6:20:59Entlastung schnelle Genehmungsverfahren,
- 6:21:02das Vergabe Beschleunigungsgesetz,
- 6:21:04dass die Investitionsmittel
- 6:21:06aus dem Haushalt auf die Straße bringt.
- 6:21:09Wir lehnen uns nicht zurück. Und noch
- 6:21:12eines gehört für mich dazu, sehr geehrte
- 6:21:14Damen und Herren, der Mittelstand. Der
- 6:21:17Mittelstand ist das Rückrad unserer
- 6:21:19Wirtschaft. Auf dem Gipfel waren große
- 6:21:21Konzerne und das ist auch richtig so,
- 6:21:23aber die Investitionsoffensive darf
- 6:21:25nicht bei Ihnen enden. Es ist in
- 6:21:29Deutschland gibt es tausende von
- 6:21:31kleineren und mittleren Unternehmen und
- 6:21:33die brauchen unsere Verlässlichkeit. Sie
- 6:21:36tragen die meisten Arbeitsplätze. Sie
- 6:21:38brauchen Entlastung, weniger
- 6:21:40Berichtspflichten, schnellere
- 6:21:42Genehmigung, wettbewerbsfähige
- 6:21:43Energiepreise. Hier wollen wir in den
- 6:21:45nächsten Monaten bessere Fortschritte
- 6:21:46sehen und ich bin zuversichtlich, dass
- 6:21:49sie das gemeinsam in dieser Koalition
- 6:21:51auch hinbekommen. Der Wettbewerkb
- 6:21:54schläft nicht und von daher ist es
- 6:21:57wichtig, dass wir um dieses Rennen zu
- 6:22:00gewinnen es nicht reicht, allein nur auf
- 6:22:02unsere Stärke zu achten. Wir wollen aus
- 6:22:05dem Land der Sparer zu dem Land der
- 6:22:08Investoren wachsen und dafür ist es
- 6:22:10natürlich auch wichtig, die
- 6:22:11dementsprechenden privaten und
- 6:22:13finanziellen Mittel zu bekommen. Der
- 6:22:15Missionsgefühl war ein Aufbruchssignal
- 6:22:18für Deutschland und Europa
- 6:22:20zusammengefasst der zweitgrößte
- 6:22:22Wirtschaftsraum der Welt. Deutschland
- 6:22:25ist zurück für gute Arbeitsplätze und
- 6:22:27für Innovationen.
- 6:22:29Ich würde sagen, es geht auf. Herzlichen
- 6:22:32Dank.
- 6:22:32Vielen Dank.
- 6:22:35Die nächste Rednerin ist Katharina Beck
- 6:22:37für die Fraktion Bünd die Grü.
- 6:22:41[applaus]
- 6:22:55Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 6:22:56Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger,
- 6:22:59als der Invest in Germany Summit
- 6:23:01stattfindet, war ich gerade in der Nähe
- 6:23:03des höchsten Summits, des höchsten
- 6:23:04Gipfels dieser Welt des Mount Everest.
- 6:23:06Ich war nämlich ein Bangkok auf der
- 6:23:08Weltbanktagung und auf der Tagung des
- 6:23:10internationalen Währungsfonds und genau
- 6:23:13das, was Sie hier anziehen wollen,
- 6:23:15nämlich Investitionen in Deutschland
- 6:23:16Europa, war die Empfehlung der IWFche
- 6:23:19Chechefin, nämlich Europa investiere.
- 6:23:22Und deswegen finde ich erstmal
- 6:23:24grundsätzlich total gut. Zumindest
- 6:23:25glaube ich, dass ich das hier an den
- 6:23:27demokratischen Fraktionen gesehen habe,
- 6:23:29dass wir beim ob überhaupt kein
- 6:23:30Fragezeichen dran setzen, sondern nur
- 6:23:32die Frage beim wie wollen wir gut
- 6:23:35investieren in Deutschland und in
- 6:23:37Europa? Und da ist natürlich die erste
- 6:23:39Frage dann tatsächlich in der
- 6:23:41geoonomischen Situation ist jetzt die
- 6:23:43tollste Neuigkeit, dass jetzt gerade nur
- 6:23:45mal Amazon die tollste Neuigkeit an dem
- 6:23:47Gipfel war. Amazon ist eine schöne
- 6:23:50Firma. Viele von uns bestellen dort mit
- 6:23:52Sicherheit, aber trotzdem wollen wir
- 6:23:53auch europäisches Kapital mobilisieren
- 6:23:55und auch deutsches Kapital und dessen
- 6:23:57ist ja sehr viel vorhanden. Wir haben in
- 6:24:00Deutschland und in Europa schlafendes
- 6:24:02Kapital in Höhe von 350 Milliarden Euro.
- 6:24:05Und wenn Sie gerade sagen, dass wir den
- 6:24:07größten Pensionsfond in Deutschland
- 6:24:08aufbauen sollten, dann kann ich da nur
- 6:24:10laut ja rufen. Die Frage ist, ob sie das
- 6:24:13wirklich machen, wie sie das wirklich
- 6:24:15machen, denn das ist wirklich
- 6:24:16tatsächlich sehr, sehr notwendig, um die
- 6:24:18Investitionen hier zu halten. Und dann
- 6:24:20kommt es auch darauf an, dass man
- 6:24:23richtig anlegt. Wir haben im Moment 130
- 6:24:26Milliarden Euro an Versorgungsrücklagen,
- 6:24:29die verwaltet werden, staatliche
- 6:24:32Versorgungsrücklagen und da kommt in der
- 6:24:34Regel, das wird einfach in Anleihen und
- 6:24:36Aktien generell investiert, wenig von
- 6:24:38diesen Impulsen konkret für Deutschland
- 6:24:40und Europa an und da muss doch mal
- 6:24:43nachgeschärft werden, dass wir auch
- 6:24:44dieses viele Geld tatsächlich in die
- 6:24:47richtige Richtung mobilisieren.
- 6:24:50[applaus]
- 6:24:51Und dann ist mir einfach noch sehr sehr
- 6:24:54wichtig, ja, sie haben ausländische
- 6:24:56Investoren angezogen und wir brauchen
- 6:24:58sozusagen, weil wir so viel investieren
- 6:25:00müssen, finde ich, darf man überhaupt
- 6:25:01nichts ausschließen. Ja, Koalition der
- 6:25:04Mittelmächte wäre ich eher bei meiner
- 6:25:05Kollegin Deta, Kanada oder Thailand,
- 6:25:08haben wir gerade Freiheitsabkommen
- 6:25:10miteinander diskutiert. Das ist auf dem
- 6:25:12guten Weg. Aber der Mittelstand in
- 6:25:14Deutschland, der investiert im Moment
- 6:25:15nicht hinreichend. Ja, nicht weil der
- 6:25:17Mittelstand schuld ist, sondern weil
- 6:25:19einfach die Rahmenbedingungen teilweise
- 6:25:21unverlässlich sind in manchen Bereichen,
- 6:25:23weil man nicht weiß, wo die Reise
- 6:25:24hingehen soll. Und was mir sehr, sehr
- 6:25:26wichtig ist, dass wir z.B. in den
- 6:25:27steuerlichen Randreizen für
- 6:25:29Investitionen wirklich noch mal
- 6:25:30nachlegen, um hier das Investieren des
- 6:25:32Mittelstands in Deutschland anzureizen,
- 6:25:35denn die neue Investitionen sind leider
- 6:25:37zurückgegangen um 3,7 % im Mittelstand.
- 6:25:40Das muss sich wieder drehen, da muss
- 6:25:41mehr kommen. Oder und der
- 6:25:44Mittelstandsfond, den Sie auch
- 6:25:45angekündigt haben, den zu bilden, den
- 6:25:48wirklich aufzusetzen. Ich glaube, da
- 6:25:49sind Konzepte vorhanden bzw. ich weiß
- 6:25:51es. Nutzen Sie diese bitte, damit auch
- 6:25:53die Mittelstandsfinanzierung wieder mehr
- 6:25:56wird.
- 6:25:57Und dann kommt natürlich noch mein
- 6:26:00großes Lieblingsthema, wobei ich
- 6:26:03ehrlicherweise sagen muss, dass in
- 6:26:04dieser Debatte alle Themen mir das Herz
- 6:26:06höher schlagen lassen, aber das Thema
- 6:26:08Venture Capital Mobilisierung und sie
- 6:26:11schreiben ja in ihrer ähm Strategie für
- 6:26:14Startups und Scale ab, sie hätten mit
- 6:26:15der Reform der privaten Altersvorsorge
- 6:26:18da schon ein Schritt gemacht. Da muss
- 6:26:20ich allerdings sagen, das stimmt so
- 6:26:22nicht. Es gibt zwar Startups und
- 6:26:24Neobroker natürlich, die jetzt dieses
- 6:26:26Altersvorsorgedepot anbieten, aber der
- 6:26:28Punkt ist ja der Richtige, dass wir
- 6:26:30eigentlich eine sehr große Vorlösung
- 6:26:33bräuchten oder da, wo das viele Geld
- 6:26:35heute schon ist, von diesen riesigen
- 6:26:37Kapitalsammelstellen einen kleinen
- 6:26:40Anteil dann in Venture Capital Fonds zu
- 6:26:42geben, damit endlich Unternehmen wie SIP
- 6:26:45aus Aen oder Traces aus Hamburg, die
- 6:26:48auch sehr viel Geld brauchen in den
- 6:26:51Wachstumsfinanzierungsrunden,
- 6:26:52nicht ständig, obwohl sie in Deutschland
- 6:26:54und Europa Geld einsammeln wollen, dann
- 6:26:56doch wieder angewiesen sind auf erst
- 6:26:58amerikanische Investoren oder auf
- 6:27:00chinesische Investoren, die wirklich
- 6:27:01teilweise sich da sehr disziplinieren
- 6:27:03müssen. Nein, ich nehme das Geld noch
- 6:27:05nicht, ich versuche noch ein größeres
- 6:27:07Ticket in Deutschland oder Europa zu
- 6:27:08bekommen, aber diese größeren Tickets
- 6:27:10aufgrund von Kulturproblemen, aber auch
- 6:27:12aufgrund von sehr rückständigen
- 6:27:14Anlagestrategien einfach nicht bekommen
- 6:27:16und das muss sich einfach ändern. Und da
- 6:27:19bitte ich Sie bei der Kapitalrente oder
- 6:27:22auch der betrieblichen Altersvorsorge,
- 6:27:24da gibt's in England mit dem Nest ein
- 6:27:25schönes Vorbild, dass sie dort mit
- 6:27:27diesem in so einem Fond dann wirklich
- 6:27:29auch einen Anteil für Venture Capital
- 6:27:31Funds geben. Das geht nicht ums einzelne
- 6:27:34Startsup, so riskant ist es nicht. Es
- 6:27:35gibt dort auch Fonds, das heißt, man
- 6:27:37kann das Risiko streuen. Das ist
- 6:27:38wichtig. Sie dürfen aber auch nicht das
- 6:27:40Investprogramm um ein Drittel kürzen,
- 6:27:43weil Business Angels am Anfang sind sehr
- 6:27:44wichtig. diese Kürzung im Haushalt
- 6:27:46überdenken Sie, das sind nur 14
- 6:27:47Millionen. Das sollte auf keinen Fall
- 6:27:49passieren. Sie müssen die Windinitiative
- 6:27:51wirklich verdoppeln, nicht nur
- 6:27:52ankündigen. Und bei der
- 6:27:54Kapitalmarktunion ist die EU IN der
- 6:27:56erste Schritt und da hade ganz schön, da
- 6:27:59müssen sie bitte endlich eine klare
- 6:28:01Prohaltung einnehmen und dieses Ding
- 6:28:03über Ziellinie bringen, damit wir nicht
- 6:28:05immer nur in Sonntagsreden über die
- 6:28:06Kapitalmarktunion reden, sondern sie
- 6:28:08wirklich anfangen umzusetzen. Vielen
- 6:28:10Dank.
- 6:28:10Vielen Dank.
- 6:28:12[applaus] Der nächste Redner ist Dr.
- 6:28:14Andreas Lenz für die CD CS.
- 6:28:18[applaus]
- 6:28:23Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 6:28:25geehrte Damen und Herren, liebe
- 6:28:27Kolleginnen und Kollegen, Deutschland
- 6:28:28ist ein attraktiver Standort, das mag
- 6:28:30vielleicht den einen oder anderen
- 6:28:31überraschen, aber das zeigte die
- 6:28:32Investorenkonferenz in Berlin in der
- 6:28:34vorletzten Woche. Mehr als 200
- 6:28:37hochrangige Vertreter aus der Wirtschaft
- 6:28:39nahmen am Gipfel teil. Unternehmen
- 6:28:42kündigten Investitionen. Wir haben es
- 6:28:43gehört in Höhe von über 230 Milliarden
- 6:28:46Euro an und es waren Unternehmen wie
- 6:28:47Microsoft, Sanofi, Nvidia, viele weitere
- 6:28:50Unternehmen übrigens auch aus
- 6:28:52Deutschland, aus Europa und eben wie
- 6:28:54gesagt aus der ganzen Welt und diese
- 6:28:55Unternehmen werden in Deutschland
- 6:28:58investieren und für Wohlstand und für
- 6:28:59Wachstum sorgen. Und deshalb an dieser
- 6:29:01Stelle auch danke. Danke an die
- 6:29:03Wirtschaftsministerin,
- 6:29:05die diese Konferenz mit dem Kanzler mit
- 6:29:07initiiert hat und an alle, die diese
- 6:29:09Konferenz so erfolgreich organisiert
- 6:29:11haben. Meine Damen und Herren,
- 6:29:14[applaus]
- 6:29:16die Wirtschaft in Deutschland wächst
- 6:29:181,3%
- 6:29:20in diesem, voraussichtlich 1,5% im
- 6:29:22nächsten Jahr und dabei ist natürlich
- 6:29:24nicht alles gut im Land, aber meine
- 6:29:26Damen und Herren, dass die Wirtschaft
- 6:29:28wieder wächst nach Jahren der Staation,
- 6:29:30das ist natürlich gut. Das ist eine gute
- 6:29:33Nachricht und das bei global schwierigen
- 6:29:36Umständen von Zöllen, Kriegen bis zu
- 6:29:38Energiekrisen. Und ich zitiere,
- 6:29:41ich glaube an Deutschland und seine
- 6:29:43besonderen Fähigkeiten in Wissenschaft
- 6:29:46und Technologie. Was glauben Sie, wer
- 6:29:48das gesagt hat? Sie könnten es wissen.
- 6:29:49Der Kollege Rolof hat dasselbe Zitat
- 6:29:52schon geäußert. Es war der Chef von
- 6:29:54Nvidia, es war Jensen Guang und er sieht
- 6:29:57genau hier die Chance für Deutschland,
- 6:30:00nämlich, dass wir unsere industrielle
- 6:30:02Stärke mit den Entwicklungen der KI
- 6:30:05verbinden müssen. KI und Industrie, das
- 6:30:09wird die neue Verbindung der Zukunft
- 6:30:10sein. Wir werden immer tatsächlich auch
- 6:30:13physisch Produktion brauchen.
- 6:30:15Deutschland hat hier einen Datenschatz,
- 6:30:18den es für den Standort zu nutzen gilt.
- 6:30:20Lassen Sie uns diesen diese Chancen auch
- 6:30:22nutzen und lassen Sie uns an unser Land.
- 6:30:25Lassen Sie uns an Deutschland glauben,
- 6:30:27meine Damen und Herren. Es ist es
- 6:30:30nämlich wert, dass wir an Deutschland
- 6:30:31glauben.
- 6:30:32Erlauben Sie eine Zwischenfrage aus den
- 6:30:34Reinen der Grün.
- 6:30:36[applaus] Ist das ein Ja, erlauben Sie
- 6:30:38eine Zwischenfrage?
- 6:30:39Ja,
- 6:30:40bittte schön.
- 6:30:42Herr Präsident,
- 6:30:44vielen Dank, Herr Kollege, dass Sie die
- 6:30:46Zwischenfrage erlauben. Es ist natürlich
- 6:30:48zu begrüßen, dass äh hier in Deutschland
- 6:30:50investiert wird. Also, wir haben viel
- 6:30:53anzubieten, äh Rechtssicherheit,
- 6:30:56Verlässlichkeit und vieles mehr. Meine
- 6:30:58Frage ist tatsächlich, wie wollen Sie
- 6:31:01sicherstellen, dass ausländische
- 6:31:04Investitionen, insbesondere aus China,
- 6:31:07aus Asien unsere strategische kritische
- 6:31:11Infrastruktur, insbesondere im Bereich
- 6:31:14der Energie, unsere nationaler und
- 6:31:16europäischer Sicherheit äh gefährden?
- 6:31:20Nicht gefährt. Ja. [applaus]
- 6:31:23Ja. Vielen Dank, äh Herr Kollege. Da
- 6:31:25wird's auch in Kürze eine Gesetzgebung
- 6:31:28entsprechend in Kraft kriegen, die die
- 6:31:31Investitionsschutzbedürfnisse
- 6:31:33auch entsprechend adressiert. Und es ist
- 6:31:36auch notwendig. Wir haben eben auch
- 6:31:39gelernt, dass wir aus der Naivität, die
- 6:31:42gelernt war, über die Jahre äh auch
- 6:31:45aussteigen müssen und wir haben die
- 6:31:47Konsequenzen gezogen auf nationaler
- 6:31:49Ebene, aber übrigens auch auf
- 6:31:50europäischer Ebene und wir können das
- 6:31:52gerne vertiefen, dann kann ich Ihnen das
- 6:31:54auch noch äh näher erläutern, aber das
- 6:31:56ist ein Punkt, dem sich die
- 6:31:57Bundesregierung, aber auch wir Bundestag
- 6:31:59insgesamt annehmen. Es gibt auch
- 6:32:01übrigens eine Chinakommission, die war
- 6:32:03auch bei uns im Ausschuss, wo wir als
- 6:32:05Bundestag, aus Parlament eben auch
- 6:32:07schauen, dass wir die kritische
- 6:32:09Infrastruktur eben auch als das schützen
- 6:32:12müssen, dass wir hier auch ja
- 6:32:15achten müssen, wer in sie investiert.
- 6:32:17Und es gibt auch genügend Beispiele
- 6:32:18übrigens, wo wir wie wo wir geplante
- 6:32:21Investitionen gerade auch aus dem Land
- 6:32:24daszinanten auch untersagt haben und
- 6:32:26insofern sind wir da auch sensitiv
- 6:32:28unterwegs und werden auch entsprechend
- 6:32:30nachschärfen. Vielen Dank.
- 6:32:31Vielen Dank. Ich jetzt die Urwe
- 6:32:33übrigens auch beim Mittelstand stehen
- 6:32:35die Zeichen auf Erholung. Sowohl die
- 6:32:37Lage als auch die Erwartungen steigen
- 6:32:40und das Handwerk das äh steht sozusagen,
- 6:32:43das hat wieder goldenen Boden in diesen
- 6:32:45Zeiten. Und niemand investiert übrigens
- 6:32:48gerne dort, wo Eigentum oder ja, wo
- 6:32:52Eigentum droht, enteignet zu werden.
- 6:32:54Deshalb ist die Politik die
- 6:32:58[applaus] Deshalb ist die Politik die im
- 6:33:01Land Berlin im Senatrot wachstums- und
- 6:33:04beschäftigungsfeindlich und gefährdet
- 6:33:06auch den Wohlstand im ganzen Land. Die
- 6:33:08Linke ist ein Wohlstandsvernichter für
- 6:33:11alle, meine Damen und Herren.
- 6:33:14[applaus]
- 6:33:15Und natürlich gibt es viel zu tun. Wir
- 6:33:17müssen die Wettbewerbsfähigkeit weiter
- 6:33:19stärken, aber wir brauchen auch weitere
- 6:33:21strukturelle Reformen im Land. Wir
- 6:33:24müssen unsere sozialen Sicherungssysteme
- 6:33:26zukunftig machen, nicht um
- 6:33:29irgendjemanden etwas wegzunehmen,
- 6:33:30sondern um das System, um den
- 6:33:32Sozialstaat insgesamt zukunftsfähig zu
- 6:33:35gestalten und auch entsprechend zu
- 6:33:37ehrhalten. Und wir müssen wir müssen um
- 6:33:41die Zukunft zu gewöhnen, möglichst alle
- 6:33:43Zukunfttechnologien in den Blick nehmen.
- 6:33:46Wir brauchen Rechenzentren und
- 6:33:48Raumfahrt. Wir brauchen Hyperskaler,
- 6:33:51Halbleiter für Hightech und wir brauchen
- 6:33:53auch einen starken Farmabereich. An der
- 6:33:55Stelle seit es auch erwähnt. Hier findet
- 6:33:57Forschung statt, hier entstehen gut
- 6:33:59bezahlte Arbeitsplätze und hier wird
- 6:34:01auch für Versorgungssicherheit und
- 6:34:03Resilienz gesorgt, meine Damen und
- 6:34:04Herren. Wir brauchen also Technologie,
- 6:34:07wir brauchen Lust auf Zukunft und Jah,
- 6:34:09wir brauchen bei alldem vor allem auch
- 6:34:11Tempo. Herzlichen Dank.
- 6:34:13Vielen Dank. [applaus]
- 6:34:16Der nächste Redner ist Dr. Malte
- 6:34:17Kaufmann für die AfDF.
- 6:34:29Ja, Herr Präsident, Frau Ministerin
- 6:34:31Reiche, meine sehr geehrten Damen und
- 6:34:33Herren, liebe Bürger, 800 Milliarden
- 6:34:36Euro, das ist zunächst mal eine große
- 6:34:38Zahl, könnte man fast denken, dass
- 6:34:41Eldorado für Investoren ist in
- 6:34:42Deutschland wieder ausgebrochen, aber
- 6:34:45wenn man näher hinschaut, dann meint
- 6:34:47Bundeskanzler März, diese Zahl im Blick
- 6:34:50auf die nächsten Jahre bis 2028
- 6:34:53von erhofften Investitionen erinnert so
- 6:34:56ein bisschen an die Ankündigung des
- 6:34:59Herbstes der Reformen, den er letzten
- 6:35:01September im letzten Jahr schon
- 6:35:03angekündigt hat, aber er hat ja nicht
- 6:35:04gesagt, welchen Herbst er meint. Ja,
- 6:35:06also auf Hoffnung gebaut das ganze, wenn
- 6:35:10man Frau Reiche zuhört, dann schrumpft
- 6:35:13die Zahl auch weiter auf 228 Milliarden
- 6:35:16Euro Roundab haben sie in den Raum
- 6:35:18gestellt. Aber auch wenn man da
- 6:35:21hinschaut, muss man fragen, was wird
- 6:35:23eigentlich gezählt? Ja, das
- 6:35:25und die Bundesregierung hat uns eine
- 6:35:28Vorlage gegeben für den Ausschuss für
- 6:35:29Wirtschaft und Energie in dieser Woche
- 6:35:32und daraus geht hervor, dass die Wirkung
- 6:35:34des Gipfels äh sich erst daran messen
- 6:35:38lassen kann, ob sich die Vorhaben dann
- 6:35:40auch konkret realisieren,
- 6:35:43konkretisieren. Ein Gipfel, dessen
- 6:35:45Wirkung erst in künftigen Jahren
- 6:35:47überprüft werden kann, der ist eben
- 6:35:50keine Investitionsoffensive,
- 6:35:53wie Sie uns das hier so weiß machen
- 6:35:55möchten. Meine Damen und Herren,
- 6:35:59[applaus] der Bericht, den ich gerade
- 6:36:00angeschrieben angesprochen habe zu
- 6:36:02diesem Investitionsgipfel
- 6:36:05enthält einen bemerkenswerten weiteren
- 6:36:07Satz voller Selbsterkenntnis.
- 6:36:09entscheiden sind und ich zitiere daraus
- 6:36:12mit Erlaubnis des Präsidenten aus diesem
- 6:36:14Bericht, entscheidend sind verlässliche
- 6:36:16Rahmenbedingungen für unternehmerische
- 6:36:19Entscheidungen und die Beseitigung
- 6:36:23von Investitionhemmnissen.
- 6:36:25Das ist genau richtig, gut erkannt. Nur
- 6:36:28zieht die Regierung daraus die falschen
- 6:36:30Konsequenzen.
- 6:36:32Sie beschreibt selbst den harten
- 6:36:33internationalen Wettbewerb und berichtet
- 6:36:36von mehr als 300 bilateralen Gesprächen
- 6:36:38zwischen Politik und Wirtschaft, die
- 6:36:41stattgefunden haben bei diesem Gipfel.
- 6:36:43Und das ist sicherlich nützlich und
- 6:36:45stelle ich auch überhaupt gar nicht in
- 6:36:46Abrede, aber was ist mit den
- 6:36:49hunderttausenden Unternehmen, die nicht
- 6:36:51am Tisch saßen? Was tut diese Regierung
- 6:36:54für Handwerksbetriebe,
- 6:36:56für selbstständige, für
- 6:36:58Familienunternehmen,
- 6:36:59für Mittelständler, die mit denselben
- 6:37:02Standortnachteilen kämpfen, aber keinen
- 6:37:05Ministertermin bekommen. Eine
- 6:37:07funktionierende Marktwirtschaft braucht
- 6:37:09viel mehr als einen staatlich
- 6:37:11kuratierten Investitionsgipfel.
- 6:37:15Unternehmen investieren dort, wo es sich
- 6:37:16rechnet, wo Recht und Regeln verlässlich
- 6:37:19sind, Energie bezahlbar ist,
- 6:37:22Genehmigungen zügig erteilt werden und
- 6:37:24qualifizierte Mitarbeiter verfügbar
- 6:37:26sind. Der Staat muss normalerweise keine
- 6:37:29Investoren umwerben. Er muss die
- 6:37:31Hindernisse beseitigen, die er ihnen
- 6:37:33durch seine ideologische Verblendung und
- 6:37:35die Planwirtschaft der letzten
- 6:37:37Jahrzehnte selbst in den Weg gelegt hat.
- 6:37:40Meine Damen und Herren, [applaus]
- 6:37:43und diese Hindernisse sind gewaltig.
- 6:37:46Eine international nicht
- 6:37:47konkurrenzfähige Steuer und Abgabenlast,
- 6:37:50explodierende Sozialbeiträge, ein
- 6:37:53Dickicht aus Vorschriften und
- 6:37:54Berichtspflichten, jahrelange
- 6:37:56Genehmigungsverfahren,
- 6:37:58hohe Energiekosten
- 6:37:59und eine vieler Orts auf
- 6:38:01verschleißfahrene Infrastruktur.
- 6:38:04Diese Hindernisse müssen endlich
- 6:38:05angegangen werden. Der Staat muss
- 6:38:07unseren Wirtschaftsstandort Deutschland
- 6:38:10endlich wieder attraktiv machen. Und wie
- 6:38:13können wir das erreichen? Wir als AfD
- 6:38:15Fraktion legen in jeder Plenarwoche
- 6:38:17sinnvolle Vorschläge in diese Richtung
- 6:38:19hier im deutschen Bundestag vor. Steuern
- 6:38:22und Abgaben senken durch [schnauben]
- 6:38:23eine radikale Kürzung unnötiger
- 6:38:25Staatsausgaben, Sozialversicherung
- 6:38:28nachhaltig reformieren und insbesondere
- 6:38:30von den Folgekosten illegaler
- 6:38:32Masseneinwanderung befreien.
- 6:38:34Berichtspflichten und überflüssige
- 6:38:36Regulierungen, insbesondere im Rahmen
- 6:38:38der sogenannten Klimapolitik
- 6:38:40konsequent streichen, Genehmigungen
- 6:38:42drastisch beschleunigen, eine bezahlbare
- 6:38:44und sichere Energieversorgung
- 6:38:46gewährleisten und natürlich auch die
- 6:38:48sofortige Rückkehr zur Kerntechnologie,
- 6:38:51wie wir das immer wieder fordern als
- 6:38:53AfD.
- 6:38:55[applaus]
- 6:38:56Verkehrswege, Netze, digitale
- 6:38:58Infrastruktur modernisieren und
- 6:39:00Leistung, Ausbildung und Arbeit endlich
- 6:39:03wieder stärker belohnen.
- 6:39:07Deutschland braucht keine Regierung, die
- 6:39:09Investitionen auf Gipfeln inszeniert.
- 6:39:13Es braucht eine Regierung, die
- 6:39:14Bedingungen schafft, unter denen
- 6:39:16Unternehmen aus eigenem Antrieb
- 6:39:18investieren wollen. Denn Investitionen
- 6:39:21kommen nicht, weil Politiker sie sich
- 6:39:23herbei wünschen. Sie kommen, wenn sich
- 6:39:25Unternehmertum in Deutschland wieder
- 6:39:28lohnt und genau dafür steht unsere AfD
- 6:39:31Bundestagsfraktion. Vielen herzlichen
- 6:39:33Dank.
- 6:39:34Vielen Dank.
- 6:39:36[applaus]
- 6:39:37Der nächste Redner ist Dr. Klaus Wiener
- 6:39:40für die CDCU.
- 6:39:43[applaus]
- 6:39:52[räuspern]
- 6:39:53Sehr geehrter Herr Präsident, werrte
- 6:39:55Kolleginnen und Kollegen, äh in der Tat
- 6:39:57nichts entscheidet mehr über den
- 6:39:59Wohlstand eines Landes als die
- 6:40:00Fähigkeit, Produktivitätswachstum zu
- 6:40:03generieren. Zugegeben, das Wort hört
- 6:40:05sich immer so ein bisschen sperrig an,
- 6:40:07aber es meint im Grunde etwas ganz
- 6:40:08einfaches. Es geht darum, aus begrenzten
- 6:40:11Mitteln schlicht mehr zu machen. Die
- 6:40:14spannende Frage ist natürlich, wie
- 6:40:15schafft man das? ganz einfach, indem ein
- 6:40:18Land investiert und genau deswegen hat
- 6:40:22der Investitionsgipfel auch genau an der
- 6:40:24richtigen Stelle angesetzt. Und wenn ich
- 6:40:27das sagen darf, Schulz mit
- 6:40:28ökosozialistischen Ansätzen, wie Sie das
- 6:40:30genannt haben, hat das überhaupt nicht
- 6:40:31zu tun. Und das möchte ich an der Stelle
- 6:40:33auch mal sagen, Sie bemängeln hier die
- 6:40:35Bilanz der ausländischen
- 6:40:36Direktinvestitionen. Wie glauben Sie
- 6:40:38denn, Ihre Bilanz bei den ausländischen
- 6:40:40Direktinvestitionen aussehen würde, wenn
- 6:40:42mit ihren Positionen Sie versuchen
- 6:40:44würden, ausländisches Kapital
- 6:40:45anzulocken? Da würde kein Euro nach
- 6:40:48Deutschland und nach Europa fließen. Und
- 6:40:50das gilt übrigens auch [applaus]
- 6:40:53das gilt übrigens auch für die Linke,
- 6:40:55die mit ihren Enteignungsfantasien
- 6:40:58in Berlin genau für das Gegenteil sorgen
- 6:41:01wird. Kapital wird fliehen. Es wird eben
- 6:41:03nicht ins Land kommen, sondern
- 6:41:05Investoren werden sagen, das brauchen
- 6:41:08wir ganz sicher nicht.
- 6:41:10Bei den Investitionen muss man dann aber
- 6:41:12noch mal unterscheiden zwischen
- 6:41:13öffentlichen Investitionen, privaten
- 6:41:15Investitionen und eben auch den
- 6:41:16ausländischen Investitionen. Was die
- 6:41:19öffentlichen Investitionen angeht, macht
- 6:41:21die Bundesregierung große Fortschritte.
- 6:41:23Jahrelang ist der öffentliche
- 6:41:24Kapitalstock in Deutschland geschrumpft.
- 6:41:26Leider muss man sagen, aber mit den
- 6:41:28zusätzlichen Investitionen jetzt im
- 6:41:30Bundeshaushalt und auch im
- 6:41:31Sondervermögen, Infrastruktur und
- 6:41:33Klimaschutz gilt das nicht mehr. Was
- 6:41:36zugegeben für die Wachstumsdynamik, die
- 6:41:38ja auch höher werden soll und zwar
- 6:41:40dauerhaft höher noch fehlt, sind mehr
- 6:41:42Private Investitionen. Leider ist der
- 6:41:44Befund hier der letzten Jahre
- 6:41:46ernüchternd. Zwischen 219 und 225 sind
- 6:41:49die bruttoanlageinvestitionen in
- 6:41:50Deutschland um 6,4% gefallen. Im
- 6:41:54Euroraum sind so um 6,7 % gestiegen und
- 6:41:57jetzt müssen wir uns alle mal festhalten
- 6:41:59in den USA um 20%. Das muss sich
- 6:42:02natürlich ändern und zwar durch bessere
- 6:42:04Rahmenbedingung am Standort Deutschland.
- 6:42:07Stichworte sind hier billige Energie,
- 6:42:09Bürokratie, Rückbau und auch die
- 6:42:11Lohnebenkosten, die auf keinen Fall
- 6:42:13weiter steigen dürfen. Aber genau daran
- 6:42:17arbeitet die Bundesregierung doch. Und
- 6:42:19ich weiß nicht, warum Sie von der AfD
- 6:42:21das nicht sehen. Wir haben die
- 6:42:23Energiewende, Frau Reiche sitzt hier.
- 6:42:25Genau das, was wir haben wollen, billige
- 6:42:27Energie wird jetzt gemacht. Wir haben
- 6:42:29die Entlastungskabinette für den
- 6:42:31Bürokratierückbau.
- 6:42:32Wir haben das Altersvorsorgedepot, mit
- 6:42:35dem wir den Kapitalstock erhöhen wollen,
- 6:42:37damit wir Frau Beck das Kapitalangebot
- 6:42:39eben nach oben bringen. Also alles
- 6:42:41passiert und man sieht es eben auch
- 6:42:43schon, wenn man sich das Geschäftsklima
- 6:42:46ansieht. Ja, das ist jetzt 6 Monate in
- 6:42:48Folge gestiegen in der Beurteilung der
- 6:42:50aktuellen Lage, in der Beurteilung der
- 6:42:52Erwartung. 6 Monate in Folge einen
- 6:42:54Anstieg. Also, das ist hier eine echte
- 6:42:57Trendwende
- 6:42:59[applaus]
- 6:43:02und damit ist auch die Voraussetzung
- 6:43:03dafür gelegt, dass die nach wie vor gute
- 6:43:06Eigenkapitalausstattung der deutschen
- 6:43:08Unternehmen auch zu mehr Investitionen
- 6:43:09führen wird. Und nein, Frau Schubert, es
- 6:43:12ist nicht so, wie Sie sagen, dass die
- 6:43:13öffentlichen Investitionen effizienter
- 6:43:16sind als die privaten Investitionen.
- 6:43:18Also, da fahre ich dann wirklich hier
- 6:43:19vom Stuhl, wenn Sie solche Sätze hier
- 6:43:21loslassen. Die Wirtschaftsgeschichte ist
- 6:43:23voll von Beispielen, die gezeigt haben,
- 6:43:25dass die öffentlichen Investitionen eben
- 6:43:27nicht effizienter sind als die Privaten.
- 6:43:30Da sind Sie völlig auf dem Holzweg.
- 6:43:33Herr Wiener, erlauben Sie eine
- 6:43:34Zwischenfrage des Abgeordneten Kaufmann
- 6:43:36von Ja,
- 6:43:37der Kaufmann.
- 6:43:40Ja, ja, ja. Herr Präsident, vielen Dank,
- 6:43:44dass Sie die Zwischenfrage zugelassen
- 6:43:45haben, Herr Dr. Wiener, äh weil Sie
- 6:43:48jetzt wieder gesagt haben, Sie arbeiten
- 6:43:50an günstiger Energie, Form der
- 6:43:52Energiewende, da frage ich mich, wo ist
- 6:43:54denn diese günstige Energie? Sie machen
- 6:43:56diese Politik doch schon seit vielen
- 6:43:57Jahren, setzen das fort, was Hab und die
- 6:44:00Vorgängerregierung auch schon gemacht
- 6:44:01hat mit der irsinnigen Energiewende. Sie
- 6:44:04haben ähm die Kernkraftwerke
- 6:44:06abgeschaltet ähm und gehen nicht neu in
- 6:44:09die Nukleartechnologie.
- 6:44:11Dann ähm subventionieren sie auch den
- 6:44:14Ausbau von Windkraft und
- 6:44:16Photovoltaikanlagen
- 6:44:18überall in Deutschland. Und trotzdem
- 6:44:19haben wir und jeder weiß das, die
- 6:44:21höchsten Energiepreise der Welt unter
- 6:44:24den G20 Ländern. Die höchsten
- 6:44:26Energiepreise. Jeder weiß es wenn er
- 6:44:28seine Energierechnung anschaut. Da ist
- 6:44:30überhaupt gar keine Abhilfe abzusehen.
- 6:44:32Jetzt sind die Gasspeicher immer noch
- 6:44:34nicht adäquat gefüllt. Wir müssen teuer
- 6:44:36Gas einkaufen. Also, wo ist die günstige
- 6:44:39Energie, die Sie uns immer versprechen?
- 6:44:43Ja, Herr Kaufmann, im Grunde müsste ja
- 6:44:45Frau Bundesministerin Reiche darauf
- 6:44:47antworten, aber ich versuch's mal. Ich
- 6:44:48hoffe, ich krieg es gut hin, denn die
- 6:44:50Energiewende, die es ja nun seit
- 6:44:53etlichen Monaten gibt, zielt genau
- 6:44:55darauf ab, dass wir das hinbekommen,
- 6:44:57Energie billiger zu machen. Und
- 6:44:58deswegen, deswegen schauen wir eben
- 6:45:01nicht mehr auf die Gestehungskosten von
- 6:45:04Energie, sondern wir schauen uns die
- 6:45:06Systemkosten an. Wie viel kostet die
- 6:45:09Energie, wenn wir sie insgesamt
- 6:45:10produzieren? Und damit wir da eben
- 6:45:12günstiger werden, passiert all das, was
- 6:45:14passiert mit der EG Novelle. Kleine
- 6:45:16Photovoltaikanlagen, die inzwischen
- 6:45:18wirtschaftlich sind, müssen nicht mehr
- 6:45:20gefördert werden. Wir haben das Strom
- 6:45:22VKG auf den Weg gebracht. Ja, die
- 6:45:24Ausschreibung ist gerade durch äh die
- 6:45:26Tür gegangen. Äh wir haben eine
- 6:45:28wunderbare Ausschreibung mit Geboten,
- 6:45:30die weit unter dem liegen, was auch die
- 6:45:32Grünen befürchtet haben. Ja, statt 245 €
- 6:45:35pro Megawatt haben wir Gebote für 155 €
- 6:45:39pro Megwatt. Also all das geht genau in
- 6:45:41die Richtung, dass Energie am Standort
- 6:45:44Deutschland bezahlbar wird. Und das
- 6:45:45passiert natürlich nicht in vier Wochen,
- 6:45:48Herr Kaufmann, sondern da brauchen wir
- 6:45:49schon auch sechs oder 12 Monate. Aber
- 6:45:51der Weg ist klar. Es geht genau in die
- 6:45:54Richtung bezahlbare Energie mit einem
- 6:45:55Mix aus erneuerbarer Energie, die Sie
- 6:45:58übrigens nicht wollen, was Wahnsinn ist,
- 6:46:00aber mit einem Mix aus erneuerbarer
- 6:46:02Energie und vernünftigen mit einem
- 6:46:04vernünftigen Blick auf die Systemkosten.
- 6:46:06Also etwas Geduld, halten Sie noch ein
- 6:46:08bisschen durch und dann werden Sie die
- 6:46:09Früchte auch voll umfänglich sehen.
- 6:46:12Kurzfristig letzte Bemerkung haben wir
- 6:46:14geholfen, indem wir den
- 6:46:15Industriestrompreis eingeführt haben und
- 6:46:17das auch noch mit der
- 6:46:18Strompreiskompensation gekoppelt haben.
- 6:46:20Da haben wir dem kurzfristig auch noch
- 6:46:22mal dafür gesorgt, dass die Unternehmen
- 6:46:23Entlastung haben.
- 6:46:25Ich lass jetzt weiterlaufen.
- 6:46:27Danke schön. [applaus]
- 6:46:29Da aber weder der Staat allein noch die
- 6:46:33reihen investitionen für eine
- 6:46:35hochentwickelte Volkswirtschaft
- 6:46:36ausreichen, sprechen wir eben heute hier
- 6:46:38auch über die ausländischen
- 6:46:40Direktinvestitionen. Und damit werden
- 6:46:42wir dann auch wieder beim
- 6:46:42Investitionsgipfel. Darau genau darum
- 6:46:44ging es ja, da die gute Nachricht ist,
- 6:46:47dass die Bundesregierung hier wirkt. Wir
- 6:46:49haben die Zahlen für das Jahr 2025 ja
- 6:46:51schon angesprochen und daran ändert auch
- 6:46:53ihre Nettobetrachtung nichts.
- 6:46:55Offensichtlich hat der Regierungswechsel
- 6:46:56eben doch dazu geführt, dass
- 6:46:58ausländische Investitoren, Investoren
- 6:47:00mehr Zutrauen in dieses Land haben. Aber
- 6:47:03das sage ich auch deutlich, da geht noch
- 6:47:05mehr. Ausländische Investoren suchen
- 6:47:07offene Wirtschaftsräume mit
- 6:47:09Rechtssicherheit und äh mit einem gut
- 6:47:11ausgebildeten Arbeitskräfte.
- 6:47:14Aber das Gute ist, all das haben wir in
- 6:47:16Deutschland. Deshalb bin ich mir sicher,
- 6:47:18dass der Investitionsgipfel, von dem ein
- 6:47:20starkes Signal in die Welt ausgegangen
- 6:47:22ist, zu einer weiteren an zu einem
- 6:47:24weiteren Anstieg der ausländischen
- 6:47:26Direktinvestitionen in Deutschland
- 6:47:28führen wird. Wir heißen alle Investoren
- 6:47:32in allen Branchen willkommen. Nur und
- 6:47:35das klang ja hier auch schon an bei der
- 6:47:36kritischen Infrastruktur, da werden wir
- 6:47:38ganz sicher zweimal hinsehen mit dem
- 6:47:41Investitionsprüfungsgesetz.
- 6:47:43Herzlichen Dank.
- 6:47:44Vielen Dank.
- 6:47:46[applaus]
- 6:47:47Die letzte Rede in dieser aktuellen
- 6:47:49Stunde gehört Elisabeth Winkel
- 6:47:51Meerbecker von der CDUCsucht.
- 6:47:54[applaus]
- 6:47:58[applaus]
- 6:48:01Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 6:48:04geehrte Ministerin, meine lieben
- 6:48:07Kolleginnen und Kollegen, Arbeitsplätze
- 6:48:10schafft nicht die Politik, sondern die
- 6:48:12entstehen in Betrieben, in Laboren, den
- 6:48:15jungen Unternehmen. Und für uns als
- 6:48:17Union gilt seit Ludwig Erhard. Der Staat
- 6:48:21setzt den Rahmen, in dem sich Mut,
- 6:48:24Leistung, Investitionsbereitschaft,
- 6:48:26Risiko, Erfindergeist lohnen für die
- 6:48:29Unternehmen und für gute Jobs für die
- 6:48:32Menschen.
- 6:48:35Und [applaus]
- 6:48:37deshalb war der Investitionsgipfel
- 6:48:40so wichtig, denn dafür brauchen wir
- 6:48:41genau diese
- 6:48:43internationalen Investitionen.
- 6:48:46äh der Gipfel, zu dem die Ministerin und
- 6:48:48der Bundeskanzler im Oktober rund 200
- 6:48:52internationale Führungskräfte eingeladen
- 6:48:55hat nach Berlin. Und ich finde wirklich,
- 6:48:58die Ergebnisse können sich sehen lassen.
- 6:49:00Jeder Teilnehmer hat ja roundabout im
- 6:49:02Durchschnitt eine Milliarde mitgebracht
- 6:49:05für Investitionen in unserem Land.
- 6:49:09insgesamt 230 Milliarden für
- 6:49:12Investitionen, Wachstum und mir auch
- 6:49:14ganz wichtig für Arbeitsplätze
- 6:49:17und das in zukunftsweisenden Branchen.
- 6:49:20Auch das ist wichtig, denn wir stecken
- 6:49:22in einer Transformation am meisten in
- 6:49:25den Bereichen Energie, Utilities,
- 6:49:27Batterien und Technologie IT. Auch das
- 6:49:31ist ein ganz wichtiges Signal.
- 6:49:34Und konkret, diese Zahl wurde schon
- 6:49:36genannt, Amazon will im kommenden Jahr
- 6:49:39mehr als 16 Milliarden Euro in
- 6:49:41Deutschland investieren. In Cloud und
- 6:49:43KI, Infrastruktur, Logistik und Medien.
- 6:49:48Fast 5 Milliarden in der Region
- 6:49:49Frankfurt. Wir haben den kanadischen
- 6:49:52Finanzinvestor Burgfeheld. Auch die
- 6:49:54wollen einen zweistelligen
- 6:49:56Milliardenbetrag in Energie, digitale
- 6:49:58Infrastruktur und Industrie einbringen.
- 6:50:02Nivia kooperiert mit der Bundesregierung
- 6:50:05bei industrieller KI und wird in vier
- 6:50:08deutsche Startups investieren. Auch das
- 6:50:11ein ganz wichtiges Zeichen.
- 6:50:15[applaus]
- 6:50:17Es ist ein Vertrauensbeweis in den
- 6:50:20Standort Deutschland und solche
- 6:50:22Investitionen genau sind es die
- 6:50:24Arbeitsplätze schaffen und Wertschöpfung
- 6:50:26in unserem Land. Der Gipfel steht damit
- 6:50:29auch nicht allein, sondern er reit sich
- 6:50:32ein in eine erkennbare gute Entwicklung.
- 6:50:35Schon im vergangenen Jahr sind
- 6:50:37ausländische Direktinvestitionen in
- 6:50:39Deutschland nach Berechnungen des
- 6:50:41Instituts der deutschen Wirtschaft um
- 6:50:43rund die Hälfte auf etwa 86 Milliarden
- 6:50:46Euro gestiegen. Und das war vorher noch
- 6:50:48ganz anders. Also das ist wirklich eine
- 6:50:50sehr sehr gute Tendenz. Das geht genau
- 6:50:52in die richtige Richtung. Gleich wohl
- 6:50:55ist das noch kein Grund zur Euphorie.
- 6:50:57Wir haben es im Moment nicht ganz
- 6:51:00einfach. Ähm vieles in der Geopolitik
- 6:51:04ändert sich. Wir wissen das alles. Die
- 6:51:05USA äh schotten ihren Markt ab. Für uns
- 6:51:08als Exportwirtschaft ist das gravierend.
- 6:51:11China ist als Absatzmarkt für
- 6:51:13Premiumautos weggebrochen. Billiges
- 6:51:15russisches Gast steht bekanntermaßen
- 6:51:18nicht mehr zur Verfügung und auch durch
- 6:51:19die Straße von Homusfahren keine Tanker
- 6:51:23mehr.
- 6:51:24Gibt auch Punkte, wo wir uns selbst ein
- 6:51:26Stück weit im Weg stehen. Bürokratie und
- 6:51:28Genehmigungsverfahren, aber daran
- 6:51:30arbeiten wir.
- 6:51:34Wir haben aber auch Stärken und die
- 6:51:36[applaus] möchte ich noch mal in den
- 6:51:37Mittelpunkt stellen, denn die sind für
- 6:51:39Investoren auch gerade im
- 6:51:41internationalen Vergleich maßgeblich.
- 6:51:44Deutschland steht finanziell immer noch
- 6:51:46sehr gut da. Das einzige EU-Land mit
- 6:51:49TripleAing.
- 6:51:51Wir haben besonders gute Erfinder und
- 6:51:54Entwickler, Erfinderinnen und
- 6:51:55Entwicklerinnen. Das zeigt die höchste
- 6:51:58Anzahl an Patenten in der Europäischen
- 6:52:00Union. Wir haben hervorragende Unis,
- 6:52:03hervorragende Fachkräfte. Wir
- 6:52:05profitieren von unserer Lage mitten in
- 6:52:09dem europäischen Binnenmarkt.
- 6:52:12Und ein will ich noch nennen,
- 6:52:13Deutschland bietet mit Jupiter den
- 6:52:16europaweit schnellsten Rechner mit über
- 6:52:18einer Trillionen Rechenoperation pro
- 6:52:21Sekunde in meinem Heimatbundesland in
- 6:52:23Jülich. Auch das ist ein ganz wichtiger
- 6:52:26Standortvorteil.
- 6:52:27Und nicht zuletzt als Juristin darf ich
- 6:52:30auch immer noch sagen, funktionierender
- 6:52:31Rechtsstaat ist auch etwas, was viele zu
- 6:52:34Investitionen in Deutschland bewegt.
- 6:52:38Es [applaus]
- 6:52:41der Gipfel hat gezeigt, dass bei uns
- 6:52:43Investitionen Chefsache sind. Auch das
- 6:52:46ist etwas, was einen Unterschied macht,
- 6:52:48denn es geht letztendlich um Vertrauen.
- 6:52:51Meine Damen und Herren, am Ende zählt
- 6:52:53aber, was bei den Menschen ankommt. Den
- 6:52:56Wirtschaft ist kein Selbstzweck, aber
- 6:52:59sie ist die Basis für die Grundlage für
- 6:53:02das private Leben, für das
- 6:53:03selbstbestimmte Leben der Menschen. Ist
- 6:53:05die Grundlage für soziale Absicherung
- 6:53:08und für die Steuereinnahmen in unseren
- 6:53:09öffentlichen Haushalten. Und deshalb war
- 6:53:11das eine richtig gute Idee für diese
- 6:53:14Investition in Deutschland zu werden.
- 6:53:16Ich danke Ihnen.
- 6:53:16Vielen Dank. [applaus]
- 6:53:19Das war die letzte Rede in dieser
- 6:53:22aktuellen Stunde. Ich schließe Sie und
- 6:53:24rufe auf den Tagesordnungspunkt
- 6:53:2711 sowie Zusatzpunkt 9. zweite und
- 6:53:29dritte Beratung des von der
- 6:53:30Bundesregierung eingebrachten
- 6:53:32Gesetzentwurfs zur Änderung des
- 6:53:34Fahrlehrergesetzes und anderer
- 6:53:36Straßenverkehrsrechtlicher Gesetze sowie
- 6:53:38Beratung der Beschlussempfehlung
- 6:53:40des Verkehrsausschusses zu dem Antrag
- 6:53:42der Fraktion der AfD mit dem Titel
- 6:53:44Führerschein für 1 € bezahlbarer
- 6:53:46Führerschein für Ausbildung und Arbeit.
- 6:53:49Zu dem Gesatzentwurf der Bundesregierung
- 6:53:51liegt ein Entschließungsantrag der
- 6:53:52Fraktion Bünd die Grünen vor für die
- 6:53:54Aussprache wurde eine Dauer von 30
- 6:53:58Minuten vereinbart. Ich kann diese
- 6:54:00Aussprache erst eröffnen, wenn alle die
- 6:54:04mitdiskutieren und lauschen
- 6:54:07wollen, sich gesetzt haben, bitte.
- 6:54:10und allen anderen wünsche ich ein
- 6:54:12freudiges Wiedersehen mit allen anderen
- 6:54:14im Plenum in wenigen Stunden.
- 6:54:19Vielen Dank. Ich eröffne die Aussprache
- 6:54:20und erteile das Wort Henning Rehbaum für
- 6:54:22die CDUCS.
- 6:54:24[applaus]
- 6:54:29[applaus]
- 6:54:33Na
- 6:54:37Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen
- 6:54:39und Kollegen, ein Jahr lang haben wir
- 6:54:41Gespräche geführt mit Fahrschulen, mit
- 6:54:44Verbänden, mit dem ADAC, mit ganz ganz
- 6:54:46vielen Beteiligten. Wir haben viel
- 6:54:48gelernt, wir haben Anregung aufgenommen,
- 6:54:50Kritik und Sorgen. Und ich kann Ihnen
- 6:54:52sagen, wir als Koalition aus Union und
- 6:54:55SPD nehmen diese Anregung und diese
- 6:54:57Sorgen ernst und haben, was wir getan
- 6:55:00konnten, in diesen Entwurf eingebracht.
- 6:55:03Heute ist der erste Teil der
- 6:55:05Führerscheinreform, es geht um das
- 6:55:07Fahrlehrergesetz und der zweite Teil
- 6:55:09wird dann die Verordnung, die
- 6:55:11Führerscheinverordnung sein im
- 6:55:12Bundesrat. Das sind die beiden wichtigen
- 6:55:14Bausteine, die wir für die
- 6:55:16Führerscheinreform haben. [applaus]
- 6:55:20Das das Thema Führerschein hat einfach
- 6:55:23Bedeutung für jeden. Ob Beruf, Ehrenamt,
- 6:55:27Familie, ohne Auto geht es nicht und der
- 6:55:30Führerschein ist die Eintrittskarte
- 6:55:32dafür. Und es sind jedes Jahr 800.000
- 6:55:35junge Menschen, die einen Führerschein
- 6:55:37machen. Die Wirtschaft braucht noch dazu
- 6:55:39100.000 zusätzliche LKW-Fahrer, die
- 6:55:42jungen Leute und die Wirtschaft
- 6:55:43profitieren von unserer
- 6:55:45Führerscheinreform.
- 6:55:48[applaus]
- 6:55:50Das Ministerium hat uns einen
- 6:55:51Gesetzentwurf vorgelegt und wir als
- 6:55:54Union und SPD haben die Hinweise
- 6:55:56eingearbeitet, viele davon die wir für
- 6:56:00gut und richtig empfanden. Das Ergebnis
- 6:56:02entlastet die Fahrschulen von
- 6:56:04Bürokratie. Wir haben kein eigenes
- 6:56:07Recht, keine eigene Regulatorik mehr für
- 6:56:10Führerscheinräume, sondern einfach nur
- 6:56:12die Arbeitschättenrichtlinie. Wir haben
- 6:56:14neu drin die begleitete Ausbildung, die
- 6:56:16sich in Österreich, Frankreich und
- 6:56:18Belgien bewährt hat und seit Jahren dort
- 6:56:21durchgeführt wird. Wir haben die Öffnung
- 6:56:23des Fahrprüfers, z.B. für erfahrene
- 6:56:26Fahrlehrer und wir haben
- 6:56:27Sicherheitselemente eingebaut. Wir
- 6:56:29erhalten bewährtes und wir gehen neue
- 6:56:32Wege, die sich im Ausland bewährt haben.
- 6:56:37[applaus]
- 6:56:39Der zweite Teil der Führerscheinreform,
- 6:56:42das ist die Verordnung, die äh in diesem
- 6:56:45und nächsten Monat im Bundesrat beraten
- 6:56:48wird. Da geht es um die Digitalisierung
- 6:56:50der theoretischen Ausbildung. Wir haben
- 6:56:53keine starren Vorgaben mehr äh für die
- 6:56:55Sonderfahrten und wir haben 20% weniger
- 6:56:58Theoriefragen, die dort in der
- 6:57:00Verordnung äh angepasst werden sollen.
- 6:57:02Und ich möchte auch ganz persönlich,
- 6:57:04dass wir abgelaufene LKW und
- 6:57:06Busführerscheine schneller und einfacher
- 6:57:08reaktivieren können und dass
- 6:57:10Fahrschüler, die prüfungsreif sind,
- 6:57:12nicht wochenlang auf einen
- 6:57:14Prüfungstermin warten müssen. Das kostet
- 6:57:16alles Zeit, das kostet alles zusätzliche
- 6:57:18Stunden. Wir wollen, dass der, der
- 6:57:20fahren kann, auch eine Prüfung machen
- 6:57:22kann.
- 6:57:24[applaus]
- 6:57:25Ich ermutige die Bundesländer ganz
- 6:57:28ausdrücklich die Reform mitzutragen, die
- 6:57:30guten Vorschläge in der Verordnung
- 6:57:33mitzutragen und auch die Eingaben, die
- 6:57:35jetzt noch gemacht werden, sehr gut
- 6:57:36abzuwägen, damit es am Ende eine gute
- 6:57:38Reform wird. Ich möchte mich an dieser
- 6:57:41Stelle ganz herzlich bedanken bei meinem
- 6:57:44Mitberichterstatter Tools Reich von der
- 6:57:46SPD. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
- 6:57:48Das war eine vertrauensvolle, tolle
- 6:57:49Zusammenarbeit. Ich möchte mich bedanken
- 6:57:51beim Ministerium, insbesondere bei
- 6:57:53Staatssekretär Hirte und sein
- 6:57:55Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für
- 6:57:57die konstruktiven und guten Gespräche,
- 6:58:02[applaus]
- 6:58:03bei den Mitarbeiterinnen in den Büros
- 6:58:05und den Fraktionen für die Unterstützung
- 6:58:07und vor allem bei den Fahrschulen, bei
- 6:58:09den Verbänden für die Gespräche, für die
- 6:58:11Videokonferenzen, für die Eingaben, für
- 6:58:13die sachverständigen Anhörungen. Das war
- 6:58:16alles wichtig. Das war ein guter
- 6:58:17demokratischer Prozess und das Ergebnis
- 6:58:19lässt sich sehen. In Zukunft, [applaus]
- 6:58:24in Zukunft wird der Führerschein
- 6:58:26moderner, er kann schneller günstiger
- 6:58:29werden und das alles ohne Abstriche für
- 6:58:31die Sicherheit. Ich lade die Fahrschulen
- 6:58:33ein. Nutzen Sie die neue Flexibilität.
- 6:58:36Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten, den
- 6:58:38800 jungen Menschen maßgeschneiderte
- 6:58:40Ausbildungspakete anzubieten für guten,
- 6:58:43günstigen, sicheren Führerschein und für
- 6:58:46ein sicheres Leben auf der Straße.
- 6:58:48Vielen, vielen Dank und alles Gute. Ich
- 6:58:51bitte um Zustimmung zu unserem Gesetz.
- 6:58:52Vielen Dank.
- 6:58:54[applaus]
- 6:58:56Der nächste Redner ist Alexis Kirsch für
- 6:58:59die AfDP. [applaus]
- 6:59:09Herr Präsident, Kollegen, liebe
- 6:59:11Landsleute, ich fange mal etwas anders
- 6:59:14an. Unter Inflation versteht man
- 6:59:17korrekterweise die Geldmengenausweitung
- 6:59:19durch die Zentralbank.
- 6:59:21Die Preissteigerungen sind nur die Folge
- 6:59:24dieser Politik und mit der Verteuerung
- 6:59:27der Lebenshaltungskosten
- 6:59:29steigen natürlich auch die Kosten für
- 6:59:30den Führerschein. Aber der Führerschein
- 6:59:33war schon immer teuer, denn er ist eine
- 6:59:36Investition in die eigenen Fähigkeiten
- 6:59:38und gute Ausbildung gibt es nicht zum
- 6:59:40Nulltarif. Es ist zwar lobenswert, dass
- 6:59:44die Kollegen von der Koalition jetzt
- 6:59:46versuchen, den Kostensteigerungen
- 6:59:48Grenzen zu setzen, aber so wie Sie es
- 6:59:50anpacken, ist es nach meiner Beurteilung
- 6:59:53ein Paradebeispiel dafür, wie man es
- 6:59:55nicht machen sollte. Die von Ihnen
- 6:59:58vorgesehenen Änderungen, so steht es in
- 7:00:02ihrem Gesetz, sollen die Qualität der
- 7:00:04Ausbildung und die Sicherheit im
- 7:00:06Straßenverkehr erhalten. Das ist das von
- 7:00:09Ihnen proklamierte Ziel. Und erreichen
- 7:00:12wollen Sie das aber, indem Sie den
- 7:00:14gesamten Theorieunterrcht vollständig
- 7:00:17online ermöglichen und dabei unterliegen
- 7:00:19sie eben einem gravierenden Irrtum. Die
- 7:00:23Wissensvermittlung
- 7:00:24in der Fahrschule, die erschöpft sich
- 7:00:27gerade nicht darin, die Verkehrsregeln
- 7:00:30auswendig zu lernen. Es geht im
- 7:00:32Gegenteil darum, Fahranfänger für die
- 7:00:35Gefahren im Straßenverkehr zu
- 7:00:37sensibilisieren und ihr
- 7:00:38Verantwortungsbewusstsein
- 7:00:40zu stärken. Und aus meiner persönlichen
- 7:00:43Erfahrung kann ich sagen, dafür ist der
- 7:00:46persönliche Austausch mit einem Lehrer
- 7:00:48unverzichtbar.
- 7:00:50Und auch die Bundesvereinigung der
- 7:00:51Fahrlehrerverbände hat deutlich auf
- 7:00:53ihren Denkfehler hingewiesen und mit
- 7:00:55ihrem Gesetz treten auch noch
- 7:00:57zusätzliche Schwierigkeiten auf, denn
- 7:01:00die neuen Fahrschulen, die sich jetzt
- 7:01:01möglicherweise gründen, die
- 7:01:03ausschließlich Onlineunterricht
- 7:01:05anbieten, haben eine Kostenersparnis
- 7:01:08gegenüber den existierenden Fahrschulen,
- 7:01:11die Unterrichtsräume finanzieren.
- 7:01:14Ihr neues Konzept sieht vor, dass ein
- 7:01:17Fahrschul ein Fahrschüler zuerst die
- 7:01:20theoretische Ausbildung macht, zukünftig
- 7:01:22möglicherweise nur in einer App und
- 7:01:26sechs praktische Fahrstunden in einer
- 7:01:28Fahrschule. Die weitere praktische
- 7:01:31Fausbildung soll zukünftig durch einen
- 7:01:34Fahrpraxisanleiter
- 7:01:37durchgeführt werden. Eine wunderschöne
- 7:01:39Wortkreation und dahinter verbirgt sich
- 7:01:42üblicherweise die Eltern des
- 7:01:44Fahrschülers. Im Anschluss sind dann nur
- 7:01:47noch drei Fahrten mit einem Fahrlehrer
- 7:01:49verpflichtend und zwar auf der Autobahn,
- 7:01:51auf der Landstraße und bei Dunkelheit.
- 7:01:55Ungeklärt ist erstens die Auswirkung auf
- 7:02:00die Beiträge für die Kfz Versicherung
- 7:02:03des Fahrpraxisanleiters.
- 7:02:06Teurer werden sie auf jeden Fall.
- 7:02:08Zweitens, wie reduziert sich denn der
- 7:02:10Bedarf an Fahrschulen und drittens, ob
- 7:02:13der Führerschein tatsächlich
- 7:02:16kostengünstiger wird? Ich gehe davon
- 7:02:19aus, dass vor allen Fahrschulen im
- 7:02:21ländlichen Raum ihre Existenzgrundlage
- 7:02:24verlieren werden und schließen müssen.
- 7:02:27Also, wir sprechen möglicherweise von
- 7:02:29tausenden Fahrlehrern, die von ihnen
- 7:02:31galant in die Arbeitslosigkeit
- 7:02:33verabschiedet werden. Und sobald das
- 7:02:36Albtraumpaar März Klingball die
- 7:02:38Scheidung einreicht, werden wir von der
- 7:02:40Fraktion der Alternative für Deutschland
- 7:02:42die Finanzierung des Führerscheins
- 7:02:45erleichtern. In unserem Antrag
- 7:02:48Führerschein für 1 € am Tag haben wir
- 7:02:50eine Lösung vorgeschlagen. Wir können
- 7:02:53somit die Qualitätsstandards der
- 7:02:56bisherigen Ausbildung erhalten. Die
- 7:02:59Kosten für den Führerschein werden aber
- 7:03:01dann keine Hörde mehr sein für die
- 7:03:03jungen Menschen, die sich den
- 7:03:05Führerschein bisher nicht leisten
- 7:03:08konnten. Das Gesetz in dieser Form
- 7:03:10lehnen wir ab. Danke,
- 7:03:12vielen Dank.
- 7:03:14Der nächster Redner ist Trul Reichard
- 7:03:16für die SPD.
- 7:03:19[applaus]
- 7:03:22Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 7:03:24Kolleginnen und Kollegen, stellen Sie
- 7:03:26sich vor, Sie sind 17 oder 18 Jahre alt.
- 7:03:29Sie wollen endlich unabhängig sein,
- 7:03:31nicht mehr die Eltern fragen müssen, ob
- 7:03:33sie zum Sport, zu Freunden oder zur
- 7:03:35nächsten Party fahren. Vielleicht
- 7:03:38beginnt bald ihre Ausbildung und sie
- 7:03:39wollen einfach selbst zur Arbeit kommen.
- 7:03:42Gerade bei mir im ländlichen Raum in
- 7:03:44Dittmarschen und in Nordfriesland ist
- 7:03:46der Führerschein ein riesiges Stück
- 7:03:48Freiheit. Aber bevor es losgehen kann,
- 7:03:51kommt erstmal die Finanzierung. 3000 €
- 7:03:553in5000 € manchmal sogar noch mehr und
- 7:03:58plötzlich wird aus der Vorfreude auf den
- 7:04:01Führerschein eine ganz andere Frage, wie
- 7:04:03soll ich mir das eigentlich leisten? Um
- 7:04:06diese jungen Menschen geht es bei
- 7:04:07unserer Reform, um diejenigen, die
- 7:04:08gerade ihren Führerschein machen wollen,
- 7:04:10die die für ihre Unabhängigkeit sparen
- 7:04:13und für die sich Mobilität auch ja
- 7:04:16rechnen muss. Genau deshalb ist es
- 7:04:18richtig, dass wir den Führerscheinerwerb
- 7:04:21einfacher, moderner und auch bezahlbarer
- 7:04:25machen wollen. Aber eins möchte ich
- 7:04:27vorab dann auch deutlich sagen. Ich sehe
- 7:04:29es sehr kritisch, dass im Vorfeld über
- 7:04:32Kosteneinsparung von bis zu 1000 €
- 7:04:35gesprochen wurde. Um es klar zu sagen
- 7:04:38und auch vernünftiges
- 7:04:39Erwartungsmanagement
- 7:04:41zu betreiben, wir als SPD machen uns
- 7:04:44diese in Aussicht gestellten 1000 €
- 7:04:47nicht zu eigen, denn wir wissen heute
- 7:04:49schlichtweg noch nicht, ob und wie stark
- 7:04:53die Kosten tatsächlich sinken werden.
- 7:04:55Das hängt auch davon ab, wie Fahrschulen
- 7:04:58auf die neuen Möglichkeiten reagieren
- 7:05:00und wie sich der Markt entwickeln wird.
- 7:05:02Bei allen berechtigten Bemühung um
- 7:05:04niedrigere Kosten gilt für uns auch, wir
- 7:05:07dürfen und wollen die Fahrausbildung
- 7:05:10günstiger machen, aber nicht auf Kosten
- 7:05:12der Verkehrssicherheit.
- 7:05:15Und deshalb haben wir im
- 7:05:17parlamentarischen Verfahren auch
- 7:05:18wichtige Verbesserung durchgesetzt. Bei
- 7:05:20der geplanten Fahrpraxis unter Anleitung
- 7:05:23der sogenannten LINEAbildung haben wir
- 7:05:26zentrale Sicherheitsanforderung
- 7:05:29im Gegensatz zum Regierungsentwurf jetzt
- 7:05:31gesetzlich verankert und erweitert,
- 7:05:33nämlich um eine verpflichtende
- 7:05:35Hospitationsfahrt.
- 7:05:37Außerdem haben wir als SPD erreicht,
- 7:05:40dass der Schutz vor Belästigung und
- 7:05:42Diskriminierung ausdrücklich im
- 7:05:45Fahrlehrergesetz verankert wird.
- 7:05:47Sexuelle Belästigung und übergriffiges
- 7:05:49Verhalten sind leider in vielen
- 7:05:51gesellschaftlichen Bereichen ein
- 7:05:53Problem. Und deshalb dürfen wir auch bei
- 7:05:55der Fahrausbildung, wo erwachsene
- 7:05:57Ausbilder auf häufig minderjährige
- 7:06:00Schülerinnen und Schülertreffen nicht
- 7:06:02wegsehen. Aktuelle Zahlen, die uns
- 7:06:04vorliegen, verdeutlichen auch, dass es
- 7:06:06da ein Handlungsbedarf gibt.
- 7:06:09Und insbesondere auch als Kinder und
- 7:06:12Jugendpolitiker ist mir dieser Punkt
- 7:06:13wirklich wichtig. Dabei ist aber auch zu
- 7:06:16betonen, dass wir mit dieser Debatte
- 7:06:18keines weinesfalls
- 7:06:21alle Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer
- 7:06:23unter einen Generalverdacht stellen
- 7:06:25wollen. Das Gesetz ist letztendlich für
- 7:06:27diejenigen gedacht, die sich an ohnehin
- 7:06:29vorhandene Selbstverständlichkeiten im
- 7:06:32Umgang insbesondere mit jungen Menschen
- 7:06:34nicht halten. Die große Mehrheit der
- 7:06:36Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer leistet
- 7:06:39nämlich täglich verantwortungsvolle und
- 7:06:41engagierte Arbeit in einem
- 7:06:42gesellschaftlich wirklich wichtigen
- 7:06:44Bereich. Und dafür an dieser Stelle ein
- 7:06:47ganz ausdrücklicher Dank.
- 7:06:51[applaus]
- 7:06:52Ein Punkt des Gesetzes bleibt für mich
- 7:06:54allerdings besonders kritisch und das
- 7:06:56ist die fehlende Transparenz bei den
- 7:06:58Bestehensquoten. Stellen wir uns noch
- 7:07:01mal einen jungen Menschen vor, der eine
- 7:07:03Fahrschule sucht. Künftig soll er die
- 7:07:05Preise der verschiedenen Fahrschulen
- 7:07:07vergleichen können und das ist auch gut
- 7:07:09und richtig so. Aber was bringt ihm der
- 7:07:11günstigste Preis, wenn er nicht
- 7:07:12einschätzen kann, wie erfolgreich die
- 7:07:15Fahrschule ihre Schülerinnen und Schüler
- 7:07:17auf die praktische Prüfung vorbereitet?
- 7:07:19Wer mehrfach durch eine Prüfung fällt,
- 7:07:22zahlt nämlich am Ende deutlich mehr.
- 7:07:25Diese Zahlen werden zukünftig zwar den
- 7:07:27zuständigen Behörden zur Überwachung zur
- 7:07:29Verfügung gestellt. Aus meiner Sicht
- 7:07:31gehören sie aber auch jetzt schon in die
- 7:07:33Hände der Verbraucherin und Verbraucher.
- 7:07:35Insofern ist es schade, dass wir das
- 7:07:37nicht im Gesetz halten konnten, wo es
- 7:07:39doch das Verkehrsministerium selbst in
- 7:07:41den Regierungsentwurf geschrieben hat.
- 7:07:45Mit unserem Entschließungsantrag wollen
- 7:07:47wir darüber hinaus weitere Verbesserung
- 7:07:49anschieben. Beispielsweise durch die
- 7:07:50bessere Anerkennung bereits bestandener
- 7:07:52Theorieprüfung auf andere Klassen. Und
- 7:07:56laut Entschließungsantrag soll auch
- 7:07:57geprüft werden, ob man das
- 7:07:58Prüfungsmonopol von TÜV und DKRA
- 7:08:01abschaffen kann. Prüfen kann man das ja.
- 7:08:03Ich bin da allerdings ein bisschen
- 7:08:05skeptisch, denn es geht hier um die
- 7:08:07Abnahme einer staatlichen
- 7:08:08Führerscheinprüfung und aus meiner
- 7:08:10Sicht, aus unserer Sicht ist da
- 7:08:11Wettbewerb fehl am Platz.
- 7:08:14Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit
- 7:08:16diesem Gesetz schaffen wir jetzt
- 7:08:18wichtige Grundlagen, aber die Reform ist
- 7:08:20damit noch nicht abgeschlossen. Jetzt
- 7:08:22kommt es ganz entscheidend auf die
- 7:08:24Ausgestaltung der Verordnungen an und
- 7:08:27hier sind insbesondere die Länder
- 7:08:28gefragt, die konkreten Regelungen
- 7:08:30mitzugestalten und umzusetzen. Über die
- 7:08:33Verordnung beschließen wir nämlich hier
- 7:08:34heute gar nicht als Bundestag. Das
- 7:08:36entscheiden Bundesregierung und der
- 7:08:38Bundesrat. Die Flexibilisierung der
- 7:08:41Sonderfahrten kann man kritisch sehen,
- 7:08:44beschließen wir heute aber nicht. Die
- 7:08:46Möglichkeit, die Theorieausbildung rein
- 7:08:48digital zu machen, kann man auch
- 7:08:50kritisch sehen. Ich finde es gut oder
- 7:08:52wir fen es, glaube ich, sogar beide gut,
- 7:08:53wenn ausgewählte Ausbildungsinhalte zur
- 7:08:56Verkehrssicherheit und
- 7:08:57Gefahrenwahrnehmung weiterhin möglichst
- 7:09:00sogar in Gruppenkonstellation im Präsenz
- 7:09:02stattfinden würden, aber auch darüber
- 7:09:04entscheiden wir heute gar nicht. Deshalb
- 7:09:06ist für mich auch klar, eine
- 7:09:08abschließende Gesamtbewertung der Reform
- 7:09:10ist heute noch gar nicht möglich. Dafür
- 7:09:12müssen wir zumindest erstmal die
- 7:09:14Verordnung endgültig vorliegen haben und
- 7:09:17die tatsächlichen ab Auswirkungen müssen
- 7:09:20absehbar sein. Dafür sind jetzt die
- 7:09:21Länder gefragt, auch die unter grüner
- 7:09:24Beteiligung und jetzt freue ich mich auf
- 7:09:25die Kollegin der Grünen. Vielen Dank.
- 7:09:27Vielen Dank.
- 7:09:29[applaus] Die nächste Rednerin ist Swan
- 7:09:31Michaelsen für die Fraktion Bürdisch die
- 7:09:33Grün.
- 7:09:35[applaus]
- 7:09:43Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 7:09:45Kolleginnen und Kollegen, wo lang hat
- 7:09:47die Koalition über diese
- 7:09:48Führerscheinreform verhandelt und ich
- 7:09:49will einen Punkt lobend voranstellen,
- 7:09:52dass der Schutz vor Diskriminierung und
- 7:09:53Belästigung ins Gesetz aufgenommen
- 7:09:55wurde, ist wirklich ein sehr großer
- 7:09:57Gewinn.
- 7:09:59Ansonsten ist leider nicht so viel
- 7:10:02herausgekommen. Fast nichts muss man
- 7:10:04sagen und das trotz aller Kritik am
- 7:10:06Entwurf. Anders als angekündigt senkt
- 7:10:08die schwarzwote Koalition eben leider
- 7:10:10nicht die Kosten, sondern vor allem die
- 7:10:12Standards. Schauen wir dafür auf die
- 7:10:14Leinausbildung. Die wurde von
- 7:10:16Verkehrssicherheitsverbänden der Polizei
- 7:10:18und der Fahrschulbranche scharf
- 7:10:19kritisiert. Und was macht die Koalition?
- 7:10:22Sie hält einfach daran fest. Zwar soll
- 7:10:25es jetzt neben einer theoretischen auch
- 7:10:27eine praktische Einweisung für die
- 7:10:28nahstehende Begleitperson geben, aber
- 7:10:30das beantwortet leider kaum eine der
- 7:10:33grundlegenden Fragen. Was soll diese
- 7:10:35Person auf dem Beifahrersitz eigentlich
- 7:10:36tun, wenn eine gefährliche Situation
- 7:10:38entsteht? Wie soll sie eingreifen, wenn
- 7:10:40sie weder zusätzliche Pedale noch eine
- 7:10:42Bremse hat? Und welche zusätzlichen
- 7:10:44Versicherungskosten entstehen für das
- 7:10:46private Fahrzeug? Das sind keine
- 7:10:48Nebensächlichkeiten, das sind sehr
- 7:10:50zentrale Fragen für die
- 7:10:51Verkehrssicherheit. wenn ein Fahrschüler
- 7:10:53nach nur sechs Fahrstunden im Auto einer
- 7:10:56nahstehenden Person unterwegs sein darf.
- 7:10:58Und es sind entscheidende Fragen, wenn
- 7:11:00es um die Kostensenkung geht, denn die
- 7:11:02soll ja vor allem durch die
- 7:11:03Leinausbildung entstehen. Was aber, wenn
- 7:11:05die Kosten vor allem verlagert werden,
- 7:11:08wenn die Fahrschülerin zwar weniger
- 7:11:09Stunden in der Fahrschule nimmt, aber
- 7:11:11Autosprit und Versicherung ja gar nicht
- 7:11:13umsonst sind, mal ganz abgesehen von der
- 7:11:15Zeit der Angehörigen. Dazu kommt,
- 7:11:17sollten hier Kosten gespart werden,
- 7:11:19werden davon wohl eher Menschen aus
- 7:11:21privilegierten Verhältnissen
- 7:11:22profitieren, denn die haben häufiger ein
- 7:11:24eigenes Auto und flexiblere
- 7:11:25Arbeitszeiten. Und damit käme diese
- 7:11:28Kostensenkung nicht mal bei denjenigen
- 7:11:30an, die sie eigentlich bräuchten.
- 7:11:32Österreich klappt super.
- 7:11:33Gleichzeitig öffnet die Koalition Tür
- 7:11:35und Tor für eine Plattformwirtschaft in
- 7:11:37der Fahrschulbranche. Große Anbieter
- 7:11:39können mit digitalen Angeboten den Markt
- 7:11:42bestimmen und Fahrschulen zu
- 7:11:43Subunternehmen machen. Die Erfahrungen
- 7:11:45aus anderen Ländern zeigen ja, wohin das
- 7:11:47führen kann. Wirtschaftlicher Druck auf
- 7:11:48klassische Fahrschulen, weniger
- 7:11:50Qualitätssicherung und eine zunehmende
- 7:11:52Marktkonzentration. Gerade in ländlichen
- 7:11:54Räumen droht damit die
- 7:11:55Versorgungssicherheit auf der Strecke zu
- 7:11:57bleiben. Denn wenn die Fahrschule vor
- 7:11:59Ort verschwindet, wird der Führerschein
- 7:12:01nicht zugänglicher, sondern schwieriger
- 7:12:03erreichbar. Und was steht dem an
- 7:12:05Einsparung gegenüber? Verkehrsminister
- 7:12:07Bilger hatte zuletzt eine Einsparung von
- 7:12:09bis zu 1000 € in Aussicht gestellt und
- 7:12:12ich bin froh, dass zumindest die SPD
- 7:12:13hier vernünftiges Erwartungsmanagement
- 7:12:15betreibt, denn das Ministerium kann auf
- 7:12:17mehrfachen Nachfrage nicht einmal
- 7:12:19nachvollziehbar erklären, wie sich diese
- 7:12:21Summe eigentlich zusammensetzt. Die
- 7:12:24konkret bezifferten Einsparungen sind
- 7:12:26dagegen marginal. Diese Reform ist loos.
- 7:12:30Das groß angekündigte Versprechen, den
- 7:12:31Führerschein deutlich günstiger zu
- 7:12:33machen, wird nicht eingelöst.
- 7:12:34Gleichzeitig werden
- 7:12:35Ausbildungsstandsstandard
- 7:12:36abgesenkt,prüfungen verkürzt und
- 7:12:37erhebliche Risiken für die
- 7:12:39Verkehrssicherheit in Kauf genommen.
- 7:12:41Wenn die Kostenersparnis allein durch
- 7:12:42geringere Qualität entsteht, ist das
- 7:12:45leider keine verantwortungsvolle
- 7:12:46Politik. Wir brauchen stattdessen eine
- 7:12:49echte Modernisierung der
- 7:12:51Fahrschulausbildung, die digitale
- 7:12:52Lernformate sinnvoll mit
- 7:12:53Präsenzunterricht kombiniert,
- 7:12:55Simulatoren als Ergänzung einsetzt und
- 7:12:57sichere pragmatische Möglichkeiten zum
- 7:12:59privaten Übenschaft. und wir brauchen
- 7:13:02verbindliche Lernstandskontrollen.
- 7:13:04Es geht darum, junge Menschen darauf
- 7:13:06vorzubereiten, mit einem großen,
- 7:13:08schnellen und schweren Fahrzeug sicher
- 7:13:10und verantwort verantwortungsvoll am
- 7:13:12Straßenverkehr teilzunehmen. Eine
- 7:13:14Reform, die das eigene Kostenversprechen
- 7:13:16nicht einlöst und gleichzeitig die
- 7:13:18Verkehrssicherheit gefährdet, ist nicht
- 7:13:20nur schlecht gemacht. Sie ist
- 7:13:21verantwortungslos und wir lehnen sie
- 7:13:23deshalb ab. Vielen Dank.
- 7:13:25Vielen Dank. [applaus]
- 7:13:28Jor Bosch für die Fraktion Die Linke
- 7:13:30hält die nächste R. [applaus]
- 7:13:42Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 7:13:44Kolleginnen und Kollegen, die
- 7:13:46Bundesregierung hat uns einen
- 7:13:47günstigeren Führerschein versprochen.
- 7:13:49Laut Minister Bilger soll der
- 7:13:51Führerschein sogar um bis zu 1000 €
- 7:13:53günstiger werden. Und damit gibt er
- 7:13:55dasselbe falsche Versprechen, das
- 7:13:57Patrick Schnieder bereits gegeben hat.
- 7:13:58Denn ich frage mich ehrlich, ich frage
- 7:14:00mich ehrlich nach all den Beratungen,
- 7:14:03Anhörungen, Lobbygesprächen, was ist da
- 7:14:05eigentlich übrig geblieben? Weniger
- 7:14:07Unterricht, weniger vorgeschriebene
- 7:14:08Fahrstunden und Eltern, die künftig
- 7:14:10Fahrlehrerin spielen sollen. Das ist
- 7:14:13also die große Führerscheinreform. Dabei
- 7:14:16müssten seit der Anhörung eigentlich
- 7:14:17allen hier im Raum klar sein, die
- 7:14:19eigentlichen Kostentreiber sind hohe
- 7:14:20Fahrzeuge und Betriebskosten, viele
- 7:14:22praktische Fahrstunden und nicht
- 7:14:24bestandene Prüfungen. An diesen
- 7:14:26Problemen ändert ihrer Reform kaum etwas
- 7:14:29und ihre Reform geht zu Lasten der
- 7:14:31Verkehrssicherheit. Sie ist sozial
- 7:14:33unausgewogen und sie geringschätzen den
- 7:14:35Beruf der Fahrlehrerinnen und
- 7:14:36Fahrlehrer. Künftig sollen Eltern nach
- 7:14:39kurzer Zeit und einer 45 minutigen
- 7:14:41Einweisung mit ihren Kindern auf
- 7:14:42öffentlichen Straßen üben dürfen und das
- 7:14:44ohne die zusätzlichen Pedalen, mit denen
- 7:14:46Fahrlehrer im Notfall eingreifen können.
- 7:14:49Das ist keine durchdachte Reform, das
- 7:14:51ist ehrlich gesagt Jugendforscht im
- 7:14:53Straßenverkehr und bedroht die
- 7:14:54Verkehrssicherheit
- 7:14:56und sozialgerecht ist es schon mal gar
- 7:14:59nicht, denn wer profitiert denn am Ende
- 7:15:00eigentlich davon? Gehen wir da mal rein.
- 7:15:02Junge Menschen, deren Eltern ein Auto
- 7:15:03haben, genügend Zeit mitbringen und sich
- 7:15:05zusätzliche Versicherung leisten kann.
- 7:15:08Diejenigen, die die Voraussetzung nicht
- 7:15:10erfüllen, die schauen dann am Ende in
- 7:15:12die Röhre. Sie machen den Führerschein
- 7:15:14nicht für alle günstiger. Sie machen ihn
- 7:15:15vor allem für diejenigen zugänglicher,
- 7:15:17die ohnehin schon bessere
- 7:15:18Voraussetzungen haben. Aber nicht nur
- 7:15:21die Fahrschülerinnen und Fahrschüler
- 7:15:22haben bei ihrer Reform das Nachsehen.
- 7:15:24Auch die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer.
- 7:15:26Jahrelange Ausbildung, pädagogische
- 7:15:28Erfahrung lassen sich nicht durch eine
- 7:15:29kurze Einweisungen der Eltern ersetzen.
- 7:15:32Dass sie das ignorieren, ist eine
- 7:15:33Entwertung des Berufs von
- 7:15:35Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern. Und
- 7:15:38[applaus] was ich jetzt wirklich nicht
- 7:15:40verstehe, wer sich 12 Monate bei der
- 7:15:43Bundeswehr verflechten ist, kann bis zu
- 7:15:453500 € Zuschuss für den Führerschein
- 7:15:47bekommen. Warum gibt es solche
- 7:15:49Unterstützung nicht auch für auszubilden
- 7:15:51oder junge Menschen im
- 7:15:52Freiwilligenienst? Wer ein Panzer fahren
- 7:15:54will, bekommt Geld vom Start. Wer
- 7:15:56morgens zur Frühschicht ins Pflegeheim
- 7:15:57muss, der soll sehen, wo er bleibt. Das
- 7:15:59ist doch eine völlig falsche
- 7:16:01Prioritätensetzung, die wir hier sehen.
- 7:16:04Gerade für junge Menschen in der
- 7:16:06Ausbildung ist der Führerschein oft kein
- 7:16:08Luxus, sondern Voraussetzung überhaupt
- 7:16:10irgendwie zur Arbeit zu kommen, um
- 7:16:11Freunde zu treffen, um am
- 7:16:12gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
- 7:16:14Und deshalb fordern wir eine gezielte
- 7:16:16finanzielle Unterstützung für
- 7:16:17Auszubildende und junge Menschen im
- 7:16:19Freiwilligen Dienst. Sie
- 7:16:22[applaus] haben uns einen günstigeren
- 7:16:24Führerschein versprochen. Herausgekommen
- 7:16:26ist eine Reform, die soziale Unheit
- 7:16:28gleich soziale Ungleichheit ausblendet,
- 7:16:31professionelle Ausbildung zurückdenkt
- 7:16:34und die Verkehrssicherheit aufs Spiel
- 7:16:35setzt und deswegen lehnen wir dieses
- 7:16:38Gesetz ab. Vielen Dank.
- 7:16:41Vielen Dank. [applaus]
- 7:16:44sogar noch
- 7:16:46die nächste Rede hält Günther
- 7:16:47Baumgartner für die CDUCsuche.
- 7:16:50[applaus]
- 7:16:55[applaus]
- 7:17:00Werrter Herr Präsident, liebe
- 7:17:02Kolleginnen und Kollegen,
- 7:17:0418 Jahre alt, Führerschein in der
- 7:17:07Tasche, zum ersten Mal allein, mit dem
- 7:17:11Auto unterwegs, ohne Fahrlehrer,
- 7:17:15ohne Eltern am Beifahersitz.
- 7:17:17Jeder von uns hier im Saal, hier im
- 7:17:20hohen Haus, auch die Zuhörder,
- 7:17:23die einen Führerschein haben, können
- 7:17:25sich noch sehr gut an diesen besonderen
- 7:17:28Moment erinnern. Denn der Führerschein
- 7:17:31bedeutet für junge Menschen nicht nur
- 7:17:34Autofahren. Der Führerschein bedeutet
- 7:17:35Freiheit. Er bedeutet Unabhängigkeit. Er
- 7:17:39bedeutet ein Stück mehr erwachsen sein.
- 7:17:42Meine Damen und Herren. [applaus]
- 7:17:45Aber nichts ist beständiger als der
- 7:17:48Wandel. Und ja, auch die Ausbildung zum
- 7:17:51Führerschein unterliegt einem Wandel.
- 7:17:54Gesetz und Verordnung. Muss man im
- 7:17:58Gemeinsamen sehen. Generell die
- 7:18:01Führerscheinausbildung wird künftig
- 7:18:03moderner, sie wird flexibler und sie
- 7:18:05wird digitaler.
- 7:18:08Unter anderem ermöglichen wir künftig,
- 7:18:10es ist schon angesprochen worden, jungen
- 7:18:12Menschen ergänzen zur Fahrschule im
- 7:18:14Rahmen der Leinausbildung mit ihren
- 7:18:17Eltern Fahrpraxis zu sammeln. nach
- 7:18:20bestandener Theorieprüfung und unter
- 7:18:23klaren Voraussetzungen. Darüber kann man
- 7:18:25diskutieren, darüber kann man auch
- 7:18:28unterschiedlicher Meinung sein. In
- 7:18:30vielen europäischen Ländern funktioniert
- 7:18:32es aber. Und auch wenn man zurückdenkt,
- 7:18:36fahren begleitetes Fahren mit 17, was
- 7:18:38war das damals für ein Thema? Jeder
- 7:18:41hatte schwarz gemalt und was war's zum
- 7:18:43Schluss? Es ist ein Erfolgsrezept, ein
- 7:18:46Erfolgskonzept. Es hat die Unfallzahlen
- 7:18:49erheblich reduziert.
- 7:18:52[applaus]
- 7:18:54In zwei Jahren evaluieren wir das Ganze.
- 7:18:57So soll es auch sein. Denn unterm Strich
- 7:19:00ist doch immer eines klar.
- 7:19:02Verkehrssicherheit ist und bleibt ein
- 7:19:07besonderes hohes Gut. Und ja, weiter.
- 7:19:10Wir entlassen die Fahrschulen weniger
- 7:19:12Dokumentation, weniger starre Vorgaben
- 7:19:14für Unterrichtsräume. Einfach mehr
- 7:19:17Freiheit dem Fahschulen geben. Und beim
- 7:19:21Theorieunterricht, ja, auch hier wird es
- 7:19:24anders werden. Lernen digital per App,
- 7:19:26Hybrid oder auch in der Fahrschule,
- 7:19:28alles ist möglich eben flexibel.
- 7:19:31Auf bewährte auch der bewährte
- 7:19:33Feuerwehrführerschein wird erhalten
- 7:19:36bleiben. Gerade bei uns im ländlichen
- 7:19:38Raum.
- 7:19:39ist dies für die Einsatzfähigkeit
- 7:19:42unserer Blaulicht Organisationen
- 7:19:45unglaublich wichtig.
- 7:19:49Liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 7:19:52schlussendlich [applaus]
- 7:19:52wollen wir festhalten,
- 7:19:55die Vorausbildung,
- 7:19:57die zeitgemäß ist, wir wollen eine, die
- 7:20:00Verantwortung, Eigenverantwortung
- 7:20:02stärkt, die flexibel ist, die Sicherheit
- 7:20:04gewähleistet. Darum bitten wir um ihre
- 7:20:07Zustimmung zum Fahlehrergesetz und
- 7:20:09herzlichen Dank an unsere Fahrschulen
- 7:20:12für ihre wertvolle Aufg. [applaus]
- 7:20:17Ich erteile das Wort für die nächste
- 7:20:19Rede Ren Springer für die AfDV.
- 7:20:22[applaus]
- 7:20:29[applaus]
- 7:20:43Herr Präsident, sehr geehrte Damen und
- 7:20:44Herren, guten Tag, liebe Gäste. Herr
- 7:20:47Baugartner, ich möchte auch mit einer
- 7:20:48Geschichte beginnen und zwar mit der
- 7:20:49Geschichte von der 18-jährigen Lena, die
- 7:20:52auf einem Dorf wohnt in der Uckermark.
- 7:20:55Die Mutter ist Pflegehelferin und
- 7:20:57arbeitet Teilzeit. Der Vater fährt
- 7:20:58Pakete aus. Lena würde gern
- 7:21:01Mechatronikerin werden und hat sogar ein
- 7:21:03Ausbildungsbetrieb 25 km entfernt. Das
- 7:21:06Problem ist nur, die Schicht beginnt um
- 7:21:086 Uhr und der erste Bus fährt um 7:10
- 7:21:10Uhr und wenn die Politik der
- 7:21:12Alltparteien fortgesetzt wird, fällt
- 7:21:13fährt bald gar kein Bus mehr. Was könnte
- 7:21:16da helfen? Ein Führerschein.
- 7:21:19Die Familie kann sich den Führerschein
- 7:21:20allerdings nicht leisten, weil er 1400
- 7:21:233400 € kostet.
- 7:21:26Die Bank die Bank gibt kein Kredit, weil
- 7:21:29das Einkommen der Eltern nicht
- 7:21:30ausreicht. Die Bundesagentur für Arbeit
- 7:21:31sagt des Vermittlungsbudget ist
- 7:21:33erschöpft und ohnehin ist der
- 7:21:34Führerschein reine Privatsache. Kurz um,
- 7:21:38der Ausbildungsplatz ist heute noch frei
- 7:21:41und Lena jobt jetzt im Supermarkt.
- 7:21:44Die Bundesregierung und das kann man ja
- 7:21:46mal positiv erwähnen, hat das Problem
- 7:21:47erkannt und ein Gesetzentwurf vorgelegt,
- 7:21:49in dem steht, die Führerscheinkosten
- 7:21:50müssen gesenkt werden. Und das wurde ja
- 7:21:52eben schon erwähnt.
- 7:21:54Die Bundesregierung kann gar nicht
- 7:21:55sagen, um wie viel Euro denn der
- 7:21:57Führerschein günstiger wird. Und wenn
- 7:21:58man sich den Gesetzentwurf genau
- 7:21:59anschaut, dann stellt man fest, es gibt
- 7:22:01dort eine Entlastungs ein
- 7:22:03Entlastungsversprechen für die
- 7:22:04Fahrschulen. Das liegt bei 73,5
- 7:22:06Millionen Euro im Jahr. Werden all diese
- 7:22:09Entlastungen, also diese Entlastung von
- 7:22:1073 Millionen Euro weitergegeben an die
- 7:22:13Fahrschüler in Deutschland rund 1,44
- 7:22:15Millionen, dann beträgt die Entlastung
- 7:22:17pro Kopf gerade mal 51 €. Lenas
- 7:22:20Führerschein kostet also dann zukünftig
- 7:22:22nicht mehr 3400 € sondern 3350 €.
- 7:22:26Und da muss man sich
- 7:22:29da muss man sich in die Lage der Eltern
- 7:22:30hineinversetzen, die sich fragen, ob man
- 7:22:32da eigentlich lachen oder weinen soll.
- 7:22:34Und die Eltern sagen, Deutschland ist
- 7:22:36inzwischen ein Irrenhaus und hier in
- 7:22:37Berlin ist die Zentrale und dieser
- 7:22:39Gesetzentwurf, der bestätigt das einmal
- 7:22:41mehr. [applaus]
- 7:22:44Es ist wichtig, das
- 7:22:44Entlastungspotenzial, das vorhanden ist,
- 7:22:46zu nutzen und die Führerscheinkosten zu
- 7:22:48senken. Aber dem sind nun mal auch
- 7:22:49Grenzen gesetzt, denn auch Fahrschulen
- 7:22:50müssen von irgendwas leben und sie tun
- 7:22:52ja alles, um das Leben aller derer, die
- 7:22:55Unternehmerisch stätig sind, teurer zu
- 7:22:56machen. Personalkosten steigen,
- 7:22:58Fahrzeugkosten steigen, Steuern steigen,
- 7:22:59Versicherung steigen, Miete steigen und
- 7:23:01die Spritkosten steigen. Kurz um, die
- 7:23:04Entlastungspotenziale sind begrenzt und
- 7:23:06man stellt sich die Frage, wo eigentlich
- 7:23:07ihre Ambitionen sind. das Problem von
- 7:23:09Lena und den anderen 1000 Frauen, die es
- 7:23:12allein in Brandenburg gibt, zu lösen.
- 7:23:13Wobei die Lösung nah liegt, indem wir
- 7:23:15nach Frankreich schauen und feststellen,
- 7:23:17dass es dort seit 20 Jahren seit 20
- 7:23:21Jahren einen Kredit gibt, der vergeben
- 7:23:24wird, wo keine Zinsen fertig werden. Das
- 7:23:26übernimmt der Staat, wo jeder, der ein
- 7:23:28Führerschein machen möchte, sagen kann,
- 7:23:30ich nehme diesen Kredit und stottert ihn
- 7:23:31ab und zwar mit 1 € am Tag, 30 € im
- 7:23:34Monat, 365 € im Jahr. Eine Lösung, die
- 7:23:3720 Jahre existiert, kriegen Sie nicht
- 7:23:40fertig ins Gesetz zu schreiben. Das ist
- 7:23:42unsere Forderung. Der Führerschein ist
- 7:23:44genauso wie ein Studium, wofür es ein
- 7:23:46Kredit gibt, eine soziale Frage. Es geht
- 7:23:48um die berufliche Zukunft junger
- 7:23:50Menschen und das muss es uns wert sein,
- 7:23:52eine Lösung, die 20 Jahre in Frankreich
- 7:23:54funktioniert hat, auf Deutschland zu
- 7:23:55übertragen und hier einen bezahlbaren
- 7:23:57Führerschein zu ermöglichen. Danke
- 7:23:58schön.
- 7:23:59Vielen Dank.
- 7:24:01Der letzte Redner in der Aussprache ist
- 7:24:03Börn Simon für die CDC.
- 7:24:06[applaus]
- 7:24:11[applaus]
- 7:24:12Herr Präsident, werrte Kolleginnen und
- 7:24:13Kollegen, wir haben es heute mehrfach
- 7:24:15gehört, der Führerschein darf kein Luxus
- 7:24:17sein. Und wer sich heute ein
- 7:24:18Führerschein leisten will, braucht oft
- 7:24:20mehrere 1000 € im Durchschnitt 3400 € in
- 7:24:23Deutschland. Und wer das Geld nicht hat,
- 7:24:25muss auf ein Stück Freiheit und auf ein
- 7:24:26Stück Selbständigkeit verzichten. Das
- 7:24:28darf und kann unser Anspruch hier im
- 7:24:30Hohen Haus nicht sein, meine werten
- 7:24:32Kolleginnen, Kollegen. Und der
- 7:24:34Führerschein,
- 7:24:36der Führerschein ist für viele junge
- 7:24:37Menschen weit mehr als eine Plastikkarte
- 7:24:39oder eine Datei in der neuen IKZ App. Er
- 7:24:43bedeutet Unabhängigkeit. Er bedeutet
- 7:24:44selbst entscheiden zu können, wo man
- 7:24:46arbeitet, welche Ausbildung man macht
- 7:24:48und wie man seine Freizeit gestaltet.
- 7:24:50Gerade im ländlichen Raum, aber auch in
- 7:24:52meiner Heimat mitten im Rhein meingebiet
- 7:24:55ist der Führerschein häufig keine Frage
- 7:24:57des Komforts, sondern eine Voraussetzung
- 7:24:58dafür überhaupt mobil zu sein und für
- 7:25:02den Weg zur Arbeit, zur Berufsschule
- 7:25:04oder zum Ausbildungsplatz den die
- 7:25:05Mobilitätsform wählen zu können, die man
- 7:25:08gerne wählen möchte. Doch genau diese
- 7:25:10Chance wird für immer mehr Menschen eben
- 7:25:12zum finanziellen Fiasco. Die Kosten für
- 7:25:14den Führerschein sind gerade in den
- 7:25:16letzten Jahren massiv gestiegen. Grund
- 7:25:18dafür ist allerdings nicht die Willkür
- 7:25:20einer der unserer lokalen Fahrschulen,
- 7:25:22die übrigens einen super Job machen.
- 7:25:25Nein, steigende Dokumentationspflichten
- 7:25:27sind einer der Preistreiber. Ja, eine
- 7:25:30deutliche Zunahme an Bürokratie und
- 7:25:32vielen Pflichten, die uns heute absurd
- 7:25:34vorkommen bis hin zur Kubikmeterzahl an
- 7:25:37Atemluft in verpflichtend vorgegebenen
- 7:25:39Schulungsräumen. Das kann doch keiner
- 7:25:41wollen. Wir haben in Deutschland
- 7:25:43hervorragende Fahrlehrerinnen und
- 7:25:44Fahrlehrer, die wollen und die sollen
- 7:25:48sich mit der Ausbildung in Theorie und
- 7:25:50Praxis beschäftigen und eben nicht mit
- 7:25:52Pflichterfüllung und Dokumentation
- 7:25:54gegenüber staatlichen Stellen. Und genau
- 7:25:56deswegen schaffen wir Pflichten ab.
- 7:25:58Deswegen vereinfachen wir die Prozesse,
- 7:26:00deswegen schaffen wir Optionen und
- 7:26:02deswegen führen wir die Fahrausbildung
- 7:26:04mit Digitalisierung und neuen
- 7:26:05Möglichkeiten des begleitenden Fahrens
- 7:26:07ins 21. Jahrhundert. Meine sehr
- 7:26:09verehrten Damen und Herren, [applaus]
- 7:26:13und wenn ich dann höre, wir senken die
- 7:26:15Standards und anstatt anstatt der
- 7:26:18Kosten,
- 7:26:19hier wird so oft von Freiheit
- 7:26:21gesprochen, die wir den Menschen
- 7:26:22wiedergeben wollen, nebst den Pflichten,
- 7:26:24die sie zu erfüllen haben. Wir wollen in
- 7:26:26Deutschland doch die Einflüsse des
- 7:26:28Staates auf Unternehmen, die vielen
- 7:26:29Mittelständlern und gerade unseren
- 7:26:31Bürgerinnen und Bürgern viel Auflasten
- 7:26:34deutlich reduzieren. Was spricht in dem
- 7:26:36Zuge denn dagegen? die
- 7:26:37Eigenverantwortung von Fahrschulen und
- 7:26:39ihren Fahrlehrern zu stärken und eben
- 7:26:41ihn mehr Vertrauen in sie zu setzen, sie
- 7:26:43machen zu lassen. Und was spricht
- 7:26:45dagegen? Mehr Vertrauen in die Eltern
- 7:26:47von Fahrschülern zu setzen, wenn sie
- 7:26:49sich gemeinsam mit ihrem Kind freiwillig
- 7:26:52für die begleitete Fahrausbildung
- 7:26:54entscheiden. Nichts ist ein muss, alles
- 7:26:56ist ein kann. Wir öffnen das System und
- 7:27:00[applaus]
- 7:27:02viele
- 7:27:04viele unserer europäischen Nachbarn
- 7:27:05haben mit dem Modell, was uns hier
- 7:27:06vorliegt, bereits jahrelang gute
- 7:27:08Erfahrung gemacht und die fahren
- 7:27:09gelegentlich auch auf deutschen Straßen
- 7:27:11und vor allem auf deutschen Autobahn.
- 7:27:13Mehr Erfahrung bedeutet mehr Praxis,
- 7:27:14mehr Praxis bringt mehr Sicherheit und
- 7:27:16mehr Sicherheit hilft allen
- 7:27:17Verkehrsteilnehmern. Vielen Dank an
- 7:27:19Verkehrsminister Steffen Bger, Christian
- 7:27:22Hirter, das gesamte Haus, an die
- 7:27:24Berichterstatte der beiden Fraktionen.
- 7:27:26Ich bitte um Zustimmung. Vielen Dank.
- 7:27:27Vielen Dank.
- 7:27:29[applaus]
- 7:27:32Weitere Wortmeldungen zu diesem
- 7:27:34Tagesordnungspunkt liegen mir nicht vor.
- 7:27:36Ich schließe die Aussprache.
- 7:27:37Tagesordnungspunkt 11. Wir kommen zur
- 7:27:39Abstimmung über den von der
- 7:27:40Bundesregierung angebrachten
- 7:27:42Gesetzentwurf zur Änderung des
- 7:27:44Fahrlehrergesetzes und anderer
- 7:27:46Straßenverkehrsrechtlicher
- 7:27:48Gesetze. Der Verkehrsausschuss empfiehlt
- 7:27:49unter Buchstabe A seiner
- 7:27:52Beschlussempfehlung auf Drucksache 8979
- 7:27:55den Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 7:27:57auf Drucksache 7404 in der
- 7:27:59Ausschussfassung anzunehmen. Ich bitte
- 7:28:01diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der
- 7:28:03Ausschussfassung zustimmen wollen, ums
- 7:28:04Handzeichen. Das die Unionsfraktion, das
- 7:28:07die SPD Fraktion. Vielen Dank. Wer
- 7:28:09stimmt dagegen? Die AfD Fraktion
- 7:28:11Bündlich die Grüne und die Linke.
- 7:28:13Enthaltungen sehe ich nichts. Damit ist
- 7:28:15der Gesetzentwurf in zweiter Beratung
- 7:28:17angenommen. Dritte Beratung und
- 7:28:19Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen,
- 7:28:20die dem Gesetzentwurf zustimmen wollen,
- 7:28:22sich zu erheben.
- 7:28:24Die Unionsfraktion und die SPD Fraktion.
- 7:28:26Vielen Dank.
- 7:28:28Wer stimmt dagegen? Fraktion der AfD
- 7:28:30Bündes die Grün und die Linke. Vielen
- 7:28:33Dank. Enthaltung sehe ich auch hier
- 7:28:35nicht. Dann ist die Beschluss Empfehlung
- 7:28:39Verzeigung. Da ist der Gesetzentwurf
- 7:28:40angenommen. Unter Buchstabe B seiner
- 7:28:42Beschlussempfehlung auf Drucksache 8979
- 7:28:46empfiehlt der Ausschuss eine
- 7:28:47Einschließung anzunehmen. Wer stimmt für
- 7:28:49diese Beschlussempfehlung?
- 7:28:51Das ist,
- 7:28:54soll ich noch einmal vorlesen unter
- 7:28:57Buchstabe B seiner Beschlussempfehlung
- 7:29:00auf Drucksache 8979
- 7:29:03empfiehlt der Ausschuss eine
- 7:29:04Entschließung? anzunehmen. Ich frag ja
- 7:29:07nur, wer stimmt dieser
- 7:29:09Beschlussempfehlung
- 7:29:11zu? Vielen Dank, dass Sie gewartet
- 7:29:13haben. Das war die CDU CSU Fraktion, die
- 7:29:15AfD Fraktion und die SPD Fraktion. Wer
- 7:29:18stimmt dagegen? Bündnis die Grün. Wer
- 7:29:20enthält sich? Ist die Fraktion die
- 7:29:22Linke. Damit ist die Beschlussempfehlung
- 7:29:24trotz erster Irritationen angenommen.
- 7:29:28Wir kommen zur Abstimmung über den
- 7:29:29Entschließungsantrag der Fraktion Bündig
- 7:29:31die Grünen auf Drucksache 8980.
- 7:29:34Wer stimmt dafür?
- 7:29:37Bitte ist noch nicht die Grüne und die
- 7:29:38Linke. Wer stimmt dagegen? CDU CSU, AfD
- 7:29:40und SPD. Enthaltungen sehe ich nicht.
- 7:29:42Damit ist der Entschließungsantrag
- 7:29:45abgelehnt. Zusatzpunkt 9
- 7:29:46Beschlussempfehlung des
- 7:29:47Verkehrsausschusses zu dem Antrag der
- 7:29:50Fraktion der AfD mit dem Titel
- 7:29:51Führerschein für 1 € bezahlbarer
- 7:29:53Führerschein für Ausbildung und Arbeit.
- 7:29:55Der Ausschuss empfiehlt in seiner
- 7:29:56Beschlussempfehlung auf Drucksache 8978
- 7:30:00den Antrag der Fraktion der AfD
- 7:30:02Aufdrucksache 358
- 7:30:04abzulehnen. Wer stimmt für diese
- 7:30:07Beschlussempfehlung? Die Unionsfraktion,
- 7:30:09die SPD Fraktion Bündne die Grün und die
- 7:30:11Linke. Was stimmt dagegen? Das ist die
- 7:30:13Fraktion der AfD. Enthaltung sehe ich
- 7:30:16nicht. Damit ist die Beschlussempfehlung
- 7:30:19angenommen. Ich rufe auf den
- 7:30:20Tagesordnungspunkt
- 7:30:2212. Beratung des Antrags der Fraktion
- 7:30:24Die Linke mit dem Titel die
- 7:30:26Stahlindustrie erfolgreich aus der Krise
- 7:30:29führen. Für die Aussprache wurde eine
- 7:30:31Dauer von 30 Minuten vereinbart. Ich
- 7:30:36danke allen, die der Debatte beigewohnt
- 7:30:39haben, die uns verlassen. Ich bin
- 7:30:40ziemlich sicher, dass wir uns heute alle
- 7:30:41noch das eine oder andere Mal hier im
- 7:30:43Plenum sehen werden. Bitte allen
- 7:30:47bitte alle, die jetzt dabei sein wollen,
- 7:30:49zügig Platz zu nehmen.
- 7:31:01Vielen Dank. Ich eröffne die Aussprache
- 7:31:02und erteile das Wort für die Fraktion
- 7:31:05Die Linke Mirse
- 7:31:08[applaus]
- 7:31:17[applaus]
- 7:31:18Herr Präsident,
- 7:31:20meine Damen und Herren, liebe
- 7:31:22Stahlarbeiter von Saalstahl auf der
- 7:31:24Tribüne, die extra aus Saarand hier
- 7:31:26angereist sind. Am
- 7:31:2916. November sehen wir uns ja auch in
- 7:31:32Salzgitter beim Stahlgipfel zu dem die
- 7:31:34Metall eingeladen hat. Ihr seid
- 7:31:37Stahlkinder des Saarlands, wir sind
- 7:31:39Stahlkinder des Ruhrgebiets. Wir haben
- 7:31:41alle die gleichen Lebensgeschichten als
- 7:31:43Staarbeiter. Seit meinem 16. Lebensjahr
- 7:31:46arbeite ich in der Stahlindustrie. Mein
- 7:31:48Vater, mein Onkel, meine Geschwister,
- 7:31:51meine Freunde, unseren Nachbarn, sie
- 7:31:53alle haben im Stahl gearbeitet. Wir sind
- 7:31:55stolz darauf. Den Stahl ist mehr als ein
- 7:31:58Werkstoff. Stahl ist unsere Heimat,
- 7:32:01Stahl ist Familie, Stahl ist unsere
- 7:32:04Zukunft. Heute,
- 7:32:07heute spreche ich für 85 000
- 7:32:09Beschäftigte in der deutschen
- 7:32:10Stahlindustrie. Ich spreche nicht nur
- 7:32:12als Abgeordneter, sondern auch als
- 7:32:15Kollege und Betriebsrat für Menschen,
- 7:32:17die nicht wissen, wie es weitergeht.
- 7:32:19Mein Kollege Mike z.B. ist 53 Jahre alt,
- 7:32:23verheiratet und hat drei Kinder.
- 7:32:26Er fragt sich, kann ich mein Hauskredit
- 7:32:28noch bezahlen? Kann ich meine Familie
- 7:32:30weiter versorgen? Wie soll ich mein
- 7:32:32Leben planen? Das das ist die Realität.
- 7:32:36Es geht um Bezahlbarkeit. Es geht um
- 7:32:37Planbarkeit. Es geht hier um Existenzen.
- 7:32:4110.000 Arbeitsplätze stehen zurzeit auf
- 7:32:43dem Spiel. Am akutesten von
- 7:32:45Standortschließungen betroffen sind die
- 7:32:47Kolleginnen und Kollegen von der
- 7:32:49deutschen Edelstahlwerke und Arsel
- 7:32:51Mitte. Und was macht die
- 7:32:53Bundesregierung? Was machen Sie, Herr
- 7:32:55Mertz? Was machen Sie, Frau Reiche? Sie
- 7:32:58schauen zu, während unsere industrielle
- 7:33:00Grundlage wegbricht. Das ist keine
- 7:33:03Industriepolitik,
- 7:33:04das ist unterlassene Hilfeleistung.
- 7:33:06Liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 7:33:08[applaus] vor einem Jahr haben wir als
- 7:33:10Linke mit Betriebsreten, Gewerkschaften,
- 7:33:12Wissenschaft und Beschäftigten ein
- 7:33:14Stahlkonferenz organisiert. Heute legen
- 7:33:17wir mit diesem Antrag die gemeinsamen
- 7:33:19Ergebnisse und einen konkreten Plan vor.
- 7:33:22Wir fordern 20 Millionen Euro für die
- 7:33:24Transformation, eine deutliche Senkung
- 7:33:27des Industriestrompreises,
- 7:33:29einen fünf Jahresplan für Stahl und
- 7:33:32Transformationsräte, die regelmäßig den
- 7:33:34Plan abarbeiten. Wir wollen verbindliche
- 7:33:37Abnahmegarantien für grünen Stahl. Der
- 7:33:40Staat muss endlich dafür sorgen, dass
- 7:33:43ausreichend bezahlbarer grüner
- 7:33:44Wasserstoff bereit steht, denn grüner
- 7:33:47Stahl ist Zukunft. Wir brauchen Stahl
- 7:33:49für Bahntrassen, Wohnungen, Brücken,
- 7:33:51Windräder, Maschinen und vieles mehr.
- 7:33:54Also, wenn wir in die Bahn steigen, wenn
- 7:33:56wir über eine Brücke laufen, wenn wir
- 7:33:57die Heizung einschalten, all dies ist
- 7:34:00aus Stahl. Stahl ist die Grundlage
- 7:34:02unserer Infrastruktur. Ohne Stahl gibt
- 7:34:05es keine fortschrittliche Gesellschaft.
- 7:34:0780%
- 7:34:0980% unserer Wertschöpfung braucht Stahl
- 7:34:12und es geht auch um unsere
- 7:34:14wirtschaftliche Souveränität. Liebe
- 7:34:16Kolleginnen und Kolleginnen, wir dürfen
- 7:34:18unsere Stahlwerkerinnen und Stahlwerker
- 7:34:20nicht im Stich lassen. Die Politik muss
- 7:34:22endlich handeln. Stimmen Sie unseren
- 7:34:24Antrag zu für unsere Beschäftigten, für
- 7:34:27unsere Familien, für gute Arbeitsplätze
- 7:34:29und für eine souveräne industrielle
- 7:34:31Zukunft Deutschlands. Danke für eure
- 7:34:33Aufmerksamkeit.
- 7:34:33Vielen Dank.
- 7:34:35[applaus]
- 7:34:36Der nächste Redner ist Niklas Kappe für
- 7:34:39die CDC.
- 7:34:45[applaus]
- 7:34:49Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 7:34:52Kolleginnen und Kollegen, Moskau,
- 7:34:55Ostberlin, Peking. Nein, das ist zur
- 7:34:58Abwechslung mal nicht die Reiseliste der
- 7:34:59AfD, aber es scheint das neue
- 7:35:02wirtschaftspolitische Vorbild der Linken
- 7:35:04zu sein. Jetzt ist es in der
- 7:35:06Bundeshauptstadt nichts Neues, dass
- 7:35:08staatliche Lenkung als Fortschritt
- 7:35:10verkaufen wollen. Aber lesen Sie doch
- 7:35:12mal Ihren eigenen Antrag. Das hat mit
- 7:35:14sozialer Marktwirtschaft wirklich nicht
- 7:35:17mehr viel zu tun. Meine Damen und
- 7:35:18Herren,
- 7:35:20schauen Sie den Antrag rein. Sie fordern
- 7:35:23per Gesetz den Erhalt der einzelnen
- 7:35:26Stahlstandorte. Sie wollen das
- 7:35:28Grundgesetz ändern, damit der Bund den
- 7:35:30Ländern mehr Geld geben kann, um in
- 7:35:33solche Konzerne zu investieren. Und
- 7:35:35natürlich wollen sie auch
- 7:35:37Gewinnausschüttungen
- 7:35:38begrenzen.
- 7:35:40Rhetorisch ergänzen sie das Ganze um die
- 7:35:43nationale Transformationsagentur
- 7:35:46Stahl. Da höre ich ehrlicherweise die
- 7:35:48alte Rätepublik schon rufen und da frage
- 7:35:51ich mich, was kommt in Ihrem nächsten
- 7:35:53Antrag? Schreiben Sie uns beim nächsten
- 7:35:54Mal direkt den fünf Jahresplan. Meine
- 7:35:57Damen und Herren, das ist keine
- 7:35:58Industriepolitik, das ist ein
- 7:36:01Kampfansage gegen die soziale
- 7:36:03Marktwirtschaft.
- 7:36:08Und schau schauen Sie in ihren eigenen
- 7:36:10Antrag, ich habe ihn gelesen, dort
- 7:36:12steht, dass Sie das Ganze finanzieren
- 7:36:13wollen mit einem Fond von 20 Milliarden.
- 7:36:17Herr Kollege Edis, das ist etwas mehr
- 7:36:18als 20 Millionen. Ähm und kein einziges
- 7:36:22Wort zur entsprechenden
- 7:36:24Gegenfinanzierung.
- 7:36:25Seien Sie doch wenigstens so ehrlich und
- 7:36:27sagen Sie den Menschen, dass Sie das
- 7:36:29Steuergeld der Steuerzahlerinnen und
- 7:36:31Steuerzahler verwenden wollen, um Ihre
- 7:36:33ideologischen Tagträume an der Stelle
- 7:36:36umzusetzen.
- 7:36:38Nur mal, damit man sich diese Zahl vor
- 7:36:40Augen führen kann, 20 Milliarden, dafür
- 7:36:43könnte ich viermal den FC Bayern München
- 7:36:45kaufen, möchte ich zwar nicht, oder ich
- 7:36:47könnte 200 Grundschulen bauen. Das ist
- 7:36:50wirklich eine irre Summe. Und wenn wir
- 7:36:52mal über Gegenfinanzierung reden, dann
- 7:36:54schließen sie in ihrem Antrag auch noch
- 7:36:56eine ganz elementare Branche aus. Sie
- 7:36:59sagen, die Stahlkonzerne dürfen
- 7:37:01natürlich einen Teil der Gewinne
- 7:37:03erwirtschaften, aber bitte nicht in
- 7:37:05Rüstung. Meine Damen und Herren, wir
- 7:37:07brauchen eine starke Bundeswehr. Wir
- 7:37:09müssen investieren in die
- 7:37:11Verteidigungsfähigkeit dieses Landes.
- 7:37:13Und wenn wir unter diesen
- 7:37:14Gesichtspunkten deutschen Stahl benutzen
- 7:37:17können zur eigenen Aufrüstung, dann ist
- 7:37:19das ein gutes Argument. Und
- 7:37:21ehrlicherweise diese Resilienz wäre die
- 7:37:23einzige Grundlage, wo wir überhaupt
- 7:37:25drüber reden könnten, staatlich zu
- 7:37:27investieren in diese Bereiche.
- 7:37:30Und Sie behaupten hier ganz
- 7:37:33leidenschaftlich, wie Sie an der Seite
- 7:37:35der Beschäftigten stehen und was sie
- 7:37:37hier alles tun für die Kolleginnen und
- 7:37:39Kollegen. Aber warum setzen sie dann
- 7:37:41nicht mal realistische Vorschläge an die
- 7:37:44Tagesordnung? Ich will Ihnen sagen, was
- 7:37:45wir brauchen, um Stahlindustrie eine
- 7:37:48Perspektive zu geben. Auch ich möchte
- 7:37:50diese Branche in diesem Land und ich
- 7:37:52sehe es als eine wesentliche Säule
- 7:37:54unserer Wertschäffungskette. Wir
- 7:37:56brauchen endlich auf europäischer Ebene
- 7:37:58bessere AFNBO Kriterien, damit wir
- 7:38:01Wasserstoff bezahlbarer machen. Wir
- 7:38:03müssen auch darüber reden, die
- 7:38:04Direktreduktionsanlagen,
- 7:38:06da sind wir uns ja sogar einig, als
- 7:38:09Zukunftstechnologie zu fördern, sie
- 7:38:11temporär mit Erdgas zu betreiben und vor
- 7:38:13allem, das möchte ich als dritten Punkt
- 7:38:14nennen, brauchen wir einen effektiven
- 7:38:17Carben Linkschutz. Wir müssen unseren
- 7:38:19europäischen Markt schützen gegen
- 7:38:21ausländische Importe und auch selber die
- 7:38:24Exporte entsprechend benutzen. Ich würde
- 7:38:26sagen, der Sebem, den wir aktuell haben,
- 7:38:28der hilft uns dort nicht viel weiter.
- 7:38:30Lassen Sie uns darüber reden, wie wir
- 7:38:31das gelingen können, meine Damen und
- 7:38:33Herren.
- 7:38:35Und weil man ja nicht nur kritisieren
- 7:38:38soll, möchte ich auch zwei positive
- 7:38:39Punkte aus Ihrem Antrag rausgreifen.
- 7:38:42Erstens, machen Sie einen wesentlichen
- 7:38:45Fokus auf die Ausbildung junger
- 7:38:47Menschen. Sie sagen, dass die Zukunft
- 7:38:49dieses Landes, und das stimme ich mit
- 7:38:50Ihnen überein, davon abhängt, dass wir
- 7:38:52Fachkräfte ausbilden, dass wir
- 7:38:54praktische Ausbildung in diesem Land
- 7:38:56haben. Und zweitens, ich darf zitieren
- 7:38:58aus ihrem Antrag, dort, wo Arbeitsplätze
- 7:39:01trotz aller Anstrengung verloren gehen,
- 7:39:03müssen wir gemeinsam mit Ländern und
- 7:39:05Kommunen Perspektiven bieten. Ja,
- 7:39:07herzlichen Glückwunsch. Genau das tut
- 7:39:10die Bundesregierung mit der Hightech
- 7:39:12Agenda, mit den Rahmenbedingungen für
- 7:39:14Rechenzentren, für Zukunfttechnologien
- 7:39:17wie Biotechnologie, da können Sie mich
- 7:39:19gerne anschreien und trotzdem macht es
- 7:39:22das nicht falsch. Wir setzen auf die
- 7:39:24Industrie jetzt der Zukunft. Ich habe
- 7:39:25selber eine Kokerei bei mir im
- 7:39:27Wahlkreis. Ist zwar kein Stahlwerk, aber
- 7:39:29ist der erste Schritt in dieser
- 7:39:30Wertschöpfungskette. Wenn ich da
- 7:39:32vorbeifahre, ganz ehrlich, dann sehe ich
- 7:39:34viele Kolleginnen und Kollegen, die
- 7:39:36gehen jeden Tag mal lochen, damit diese
- 7:39:38Industrie eine Chance hat, damit unsere
- 7:39:40Wirtschaft eine Chance hat und da helfen
- 7:39:42uns ihre sozialistischen Tagträume nicht
- 7:39:45weiter. Ich habe gerade gesagt, was wir
- 7:39:46brauchen. Wir sie wollen Planwirtschaft
- 7:39:49statt einer soliden Marktwirtschaft und
- 7:39:51deswegen lehnen wir ein Antrag ab.
- 7:39:53Vielen Dank.
- 7:39:54Vielen Dank.
- 7:39:56Der nächste Redner ist Mark Bernard für
- 7:39:58die AfD.
- 7:40:00[applaus]
- 7:40:08Her
- 7:40:20Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 7:40:23mit 34 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr
- 7:40:26ist Deutschland immer noch der
- 7:40:27Stahlproduzent Nummer 1 in der EU, aber
- 7:40:31weltweit sind wir mittlerweile sogar
- 7:40:33schon von der Türkei überholt worden.
- 7:40:36Die Stahlproduktion ist das Rückgrad
- 7:40:38unserer Industrie. Direkt sind fast
- 7:40:41100.000 Menschen in der Stahlindustrie
- 7:40:44beschäftigt. Indirekt hängen am
- 7:40:46deutschen Stahl rund 4 Millionen gut
- 7:40:50bezahlte Arbeitsplätze. Das ist jeder
- 7:40:52zehnte Arbeitnehmer in Deutschland.
- 7:40:56Und dann kommen sie von den Altparteien
- 7:40:59und unterlassen seit Jahren nichts, aber
- 7:41:02auch gar nichts, um die deutsche
- 7:41:04Stahlindustrie zu vernichten. Und genau
- 7:41:07das ist auch der Grund, warum die
- 7:41:09Produktion in den letzten Jahren um über
- 7:41:1120% eingebrochen ist und die
- 7:41:14Kündigungslawine bereits auf Hochtouren
- 7:41:17läuft. Das Traditionsstahlwerk in Siegen
- 7:41:20macht dicht. Arello Metall baut 550
- 7:41:24Stellen ab. Grup Mannesmann 2000,
- 7:41:27Tüssengrup 11000 Stellen. Und das ist
- 7:41:30erst der Anfang. Und warum ist es so?
- 7:41:34Ihr Wirtschaftsministerium hat uns diese
- 7:41:36Woche im Wirtschaftsausschuss die
- 7:41:39Antwort geliefert. Zitat: "Die
- 7:41:42Stahlherstellung wird zunehmend
- 7:41:44unwirtschaftlich.
- 7:41:45Das ist über die CO2 Steuer so angelegt.
- 7:41:50Ist also kein Unfall, sondern sie
- 7:41:52ruinieren die Stahlindustrie in
- 7:41:54Deutschland ganz bewusst.
- 7:41:57[applaus] Denn bis 2034 kommt auf jede
- 7:42:00Tonne Stahl allein 300 € extra nur für
- 7:42:06ihre CO2 Steuer oben drauf, während
- 7:42:09China die Tonne Stahl zum Endpreis von
- 7:42:13400 € verkauft.
- 7:42:15Und jetzt kommen sie von den Linken
- 7:42:17ernsthaft um die Ecke und schreien
- 7:42:20zusammen mit der Bundesregierung
- 7:42:22nach grünem Stahl als Lösung. Ernsthaft,
- 7:42:26grüner Stahl, also mit Wasserstoff
- 7:42:28produziert. Das bedeutet dann einen
- 7:42:32Stahlpreis von mehr als 1100 € pro
- 7:42:36Tonne, also dreimal so teuer wie Stahl
- 7:42:39aus China. Und wie damit, wie damit
- 7:42:42deutscher Stahl auf dem Weltmarkt auch
- 7:42:45nur ansatzweise konkurrenzfähig sein
- 7:42:47soll, dazu sagen Sie in ihrem Antrag
- 7:42:49kein einziges Wort, nichts, gar nichts
- 7:42:52dazu. dagegen schwadronieren sie davon,
- 7:42:55dass zukünftig links Woke NGOs dann als
- 7:42:59repräsentative zivilgesellschaftliche
- 7:43:02Organisationen
- 7:43:04eine nationale
- 7:43:05Transformationsgesellschaft
- 7:43:07Stahler arbeiten und regionale
- 7:43:10Transformationsräte
- 7:43:11gründen sollen.
- 7:43:13Also eine sozialistische Räterpublik,
- 7:43:17die d mit einem fünf Jahresplan den
- 7:43:19Erfolg der deutschen Stahlindustrie mit
- 7:43:22einer stalinistischen Mehrheit von 100%
- 7:43:26beschließt. Ich dachte, ich dachte, dass
- 7:43:29nach 40 Jahren Sozialismus in
- 7:43:32Deutschland selbst die von den Linken,
- 7:43:34kapiert haben sollten, dass Sozialismus,
- 7:43:37egal wo auf der Welt nur Armut und
- 7:43:40Umweltzerstörung bedeutet. Und wenn Sie
- 7:43:42es immer noch nicht verstanden haben,
- 7:43:44würde ich Ihnen empfehlen, mal in Kuba,
- 7:43:46Venezuela oder Nordkorea
- 7:43:48vorbeizuschauen. Und bleiben Sie doch am
- 7:43:51besten einfach auch gleich dort. Nach
- 7:43:55der nächsten Bundestagswahl wird eine
- 7:43:57AfD-Regierung Deutschlands
- 7:43:58Stahlindustrie und damit 4 Millionen
- 7:44:01Arbeitsplätze sichern, indem wir die
- 7:44:03Planwirtschaft im Energiebereich
- 7:44:04beenden, die CO2 Steuer komplett
- 7:44:07abschaffen, saubere Kernkraft und
- 7:44:09Kohlekraftwerke wieder ans Netz bringen
- 7:44:11und Deutschland in Wohlstand, Sicherheit
- 7:44:15und Frieden in die Zukunft hören.
- 7:44:17Herzlichen Dank. [applaus]
- 7:44:20Vielen Dank. Dann nächster Redner ist
- 7:44:22Mahmut Ölemier für die SPD ver.
- 7:44:25[applaus]
- 7:44:33Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 7:44:35Kolleginnen und Kollegen,
- 7:44:39eigentlich wollte ich zum Antrag
- 7:44:40sprechen, aber hier hat gerade ein Mann
- 7:44:43gestanden, der die schwarzrot goldene
- 7:44:46Fahne trägt, aber er hat dieses Land
- 7:44:49nicht verstanden.
- 7:44:51Er hat dieses Land nicht verstanden.
- 7:44:54Dieses Land ist das Land der Tüftler,
- 7:44:56der Denker von Innovation, von Forschung
- 7:44:59und gerade deshalb produzieren wir
- 7:45:00klimaneutralen Stah. Wir produzieren den
- 7:45:03Stahl der Zukunft und der der Zukunft
- 7:45:05macht und der der die Zukunftsmärkte
- 7:45:07schaffen wird. Das ist Sicherung von
- 7:45:09Arbeitsplätzen in der Zukunft, im Stahl,
- 7:45:12in unserer Chemie. Und angesichts der
- 7:45:14Krisen und Sanktionen gegen Russland
- 7:45:18können und müssen wir eigentlich auch
- 7:45:20regelmäßig im deutschen Bundestag hier
- 7:45:21sprechen und ich finde es gut, dass wir
- 7:45:24parteiübergreifend auch hier den Stahl
- 7:45:27und die Chemie zum Gegenstand der
- 7:45:28Verhandlung deutschen Bundestag machen,
- 7:45:30weil es Chefsache ist und Chef in diesem
- 7:45:31Land ist die Volksvertretung, das der
- 7:45:33deutsche Bundestag, die gewählten
- 7:45:34Abgeordnen. Liebe Kolleginnen und
- 7:45:35Kollegen. Und wenn wir hier reden und
- 7:45:38lauter Fakten vortragen, wie z.B. 85 000
- 7:45:42direkt beschäftigte bei den
- 7:45:43Edelstahlwerken, die gerade unter
- 7:45:44Bedrängnis sind bei uns, um die wir uns
- 7:45:46kümmern müssen, wo ich mir auch eine
- 7:45:48Antwort vom Bundeswirtschaftsministerium
- 7:45:50dringend wünsche, was wir für die
- 7:45:51Edelstahlwerke, für die
- 7:45:52Elektrohoorhöfen, für die
- 7:45:54Oxygensstahlwerke, aber auch wie das mit
- 7:45:56dem Zeitplan der D Anlagen ist
- 7:45:58beispielsweise und das ist relevant. Wir
- 7:46:00reden hier über eine Branche, die mit
- 7:46:023,7 bis 5 Millionen Arbeitsplätze noch,
- 7:46:06sage ich mal, im Schlepptau hat,
- 7:46:07umgangssprachlich formuliert. Und ich
- 7:46:10sage Ihnen mal, wie das dann bei meinen
- 7:46:12Kolleginnen und Kollegen von der EG
- 7:46:13Metall hier, aber auch draußen im Land
- 7:46:16klingt, wenn sie einem schreiben. Sie
- 7:46:18schreiben: "Hallo Machmut, ich wollte
- 7:46:20dich nur darüber informieren, dass der
- 7:46:21Stellenabbaubah TKS anfängt. Meine
- 7:46:24Bereiche sollen ausgegliedert werden.
- 7:46:26Für den Werkst Kötter oder die Wisag zum
- 7:46:29Gespräch. Wir sollen zu massiven
- 7:46:31Einschnitten zur Wisa. Vielleicht ist es
- 7:46:34bei dir schon angekommen, vielleicht
- 7:46:35noch nicht. Für mich als Betroffener
- 7:46:37beginnst jetzt eine Zeit der Angst und
- 7:46:40des Kampfes. Mein Vater war Tysianer,
- 7:46:43meine Onkels, mein Cousin, mein Bruder,
- 7:46:45wir sind alle von der Hütte abhängig.
- 7:46:47Das ist das Leben, über das wir heute
- 7:46:50reden. Das sind die Schicksale der
- 7:46:51Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, über
- 7:46:53die wir reden, wenn wir über den Stahl,
- 7:46:54die Chemie und unsere Industrie hier im
- 7:46:56Land reden. Liebe Kolleginnen und
- 7:46:58Kollegen, und unser
- 7:47:03und unser Weg angesichts der CO2 Regeln
- 7:47:05ist richtig. Bis vor kurzem Stand im
- 7:47:07Bundeshaushalt, hier haben sich ja
- 7:47:09gerade die Kollegen gestritten, über 20
- 7:47:10Milliarden oder 20 Millionen, ich gebe
- 7:47:12Ihnen mal eine dritte Auffassung. Bis
- 7:47:13vor kurzem standen 25 Milliarden Euro im
- 7:47:17Haushalt des deutschen Bundestages in
- 7:47:19den letzten Haushaltsperioden für die
- 7:47:20Dekarbonisierung unserer Industrie.
- 7:47:23Übrig sind davon leider geblieben, wenn
- 7:47:26der deutsche Bundestag sich nicht
- 7:47:27dagegen stemmt, eine
- 7:47:28Wasserstoffförderung, die Geld für
- 7:47:30Differenzkosten maximal in Höhe von 4,2
- 7:47:33Milliarden in dem einen Programm und
- 7:47:3410,2 in dem anderen bereitstellt. Das
- 7:47:37ist nicht das, was unser Land braucht
- 7:47:39und das ist auch das, was die Kollegin
- 7:47:40im Saarand oder auch bei TKSE oder auch
- 7:47:42bei HKM, wenn Sie über den
- 7:47:44Elektrolichtbogenofen reden, wenn Sie
- 7:47:46über die Direktreduktionsanlage reden,
- 7:47:48sie bekommen 2,8 Milliarden Förderung im
- 7:47:50Saarand, sie bekommen 2 Milliarden Bund
- 7:47:52und Länder zusammen auch für eine
- 7:47:54Direktreduktionsanlage in Duisburg. Und
- 7:47:56das ist es doch, was Innovation anreizt.
- 7:47:58Wir können nicht zugleich unserer
- 7:48:00Industrie einen 25 kg Rucksack auf den
- 7:48:03Rücken schnallen und sagen, dass sie im
- 7:48:05internationalen Wettbewerb die gleichen
- 7:48:07Zeiten und die gleiche Geschwindigkeit
- 7:48:09erreichen wie in China, in Indien, in
- 7:48:11den USA oder unsere übrigen Bewerber,
- 7:48:13Mitbewerberinnen und Mitbewerber. Das
- 7:48:15geht einfach nicht. Und gerade deshalb
- 7:48:16ist so eine Förderung auch richtig,
- 7:48:18liebe Kolleginnen und Kollegen.
- 7:48:22Und ich finde, ein Außenkanzler muss
- 7:48:26auch ein bisschen mehr
- 7:48:26Wirtschaftskanzler sein. Er muss
- 7:48:27beweisen, dass die Industrie im Land,
- 7:48:29dass er die auch hier halten will, dass
- 7:48:31sie Resilienz, dass sie Unabhängigkeit,
- 7:48:33dass sie Wohlstand auch für uns
- 7:48:35bedeutet. Und ich möchte ein
- 7:48:36Schutzschild, ein Schutzschild für
- 7:48:38unsere Industrie für Salzgitter, für
- 7:48:40Duisburg, für Bremen, für
- 7:48:42Eisenhüttenstadt und das Saarand, das
- 7:48:45uns vor Dampingstahl schützt.
- 7:48:481000 Millionen Jahrestonnen aus China,
- 7:48:51das ist Dampingsstahl. Das ist Stahl,
- 7:48:53der aus vergessenen, aus alten
- 7:48:55Technologien produziert wird, die
- 7:48:57unserer Umweltard eben nicht genügen.
- 7:48:59Und die Sicherheit gibt, die Sicherheit
- 7:49:03gibt für unseren jetzt in den befindlich
- 7:49:06Bauanlagen, die Direktreduktionsanlagen,
- 7:49:08die jetzt im Bau sind, dafür ist das
- 7:49:10wichtig und die Stahlproduktion heute
- 7:49:12sichert, aber eben die Technologien von
- 7:49:14morgen nicht ausschließt. Dazu muss man
- 7:49:17aber auch eine Allianz schmieden, auch
- 7:49:18eine deutsch-französische Allianz in
- 7:49:20Europa, die beispielsweise dafür sorgt,
- 7:49:22dass der RFNBO Akt endlich abgeräumt
- 7:49:25wird. Wir müssen wieder sehen, dass wir
- 7:49:27in Europa die Deutschen und die
- 7:49:28französischen Interessen schützen und
- 7:49:30solche Dinge auch effektiv abräumen,
- 7:49:33weil sie eben unserem industriellen
- 7:49:34Wachstum, unserer Transformation
- 7:49:36entgegenstehen. Da müssen wir eine klare
- 7:49:38Position beziehen und wir haben als SPD
- 7:49:40in der Ampel stets genau diesen
- 7:49:42Aufbruch, diese Zukunft und diesen Plan
- 7:49:44auch ins Werk gesetzt. und gehen diesen
- 7:49:47Weg jetzt auch konsequent mit dem
- 7:49:48Industriestrompreis und auch mit der
- 7:49:50Strompreiskompensation, indem wir dafür
- 7:49:52sorgen, dass man diese Instrumente auch
- 7:49:54miteinander kumulieren und auch
- 7:49:55kombinieren kann, damit wir eben genau
- 7:49:57auf die Herausforderung der
- 7:49:59Elektrostahlwerke auch reagieren. Und
- 7:50:01das haben wir auch dem Land gesagt, das
- 7:50:03haben wir der IG Metall versprochen, das
- 7:50:04haben wir den Kolleginnen und Kollegen
- 7:50:06an den Hochöfen versprochen und deshalb
- 7:50:08ist es richtig, dass wir genau diesen
- 7:50:09Industriestrompreis auch durchsetzen in
- 7:50:11unserem Land für die Sicherheit und für
- 7:50:12die Zukunft dieser Stahlwerke, die jetzt
- 7:50:14in Betrieb sind.
- 7:50:18Deshalb
- 7:50:20sage ich auch, wir müssen hier
- 7:50:22Waffengleichheit auf dem internationalen
- 7:50:23Markt herstellen. Wir müssen die
- 7:50:24gleichen Chancen haben mit unserer
- 7:50:26Industrie auf dem internationalen Markt
- 7:50:28zu reagieren, wenn wir zugleich auch mit
- 7:50:30internationalen Wettbewerbern im Markt
- 7:50:32sind. Und ich möchte schließen mit dem
- 7:50:35Kampfruf der Kolleginnen und Kollegen
- 7:50:37von der IG Metall. Stahl ist Zukunft.
- 7:50:41Stahl und Zukunft zu schützen ist die
- 7:50:43Aufgabe des deutschen Bundestages.
- 7:50:45Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit.
- 7:50:47[applaus]
- 7:50:49Der nächste Redner ist Julian Jich für
- 7:50:51die Fraktion Bündnis 90 die Grünen.
- 7:50:58[applaus]
- 7:51:13Sehr verehrter Herr Präsident, werrte
- 7:51:15Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste
- 7:51:17auf den Tribünen. Am Montag war Luisa
- 7:51:19Neubauer zu Gast im Stahlwerk von
- 7:51:21Salzgitter und ich muss gestehen, das
- 7:51:23hatte ich nicht auf meiner Bingokarte
- 7:51:25für 2026. Nach dem Treffen schrieb der
- 7:51:27Salzgitter CEO Guner Gröbel auf
- 7:51:29LinkedIn: "Zitate müssen endlich Schluss
- 7:51:31machen mit der Erzählung: Mehr
- 7:51:33Klimaschutz bedeutet eine Schwächung
- 7:51:34unserer Wirtschaft." Frau Reiche, hören
- 7:51:37Sie ruhig zu. Ich weiß haben noch
- 7:51:38Meeting mit dem Staatssekretär, aber wir
- 7:51:40reden jetzt hier über den deutschen
- 7:51:40Stahl und ist ein wichtiges Thema, denn
- 7:51:42wenn ein Stahlmanager von Salzgitter und
- 7:51:44eine Klimaaktivisten einer Meinung sind,
- 7:51:46dann sollte es auch bei Ihnen ankommen.
- 7:51:47Sie meinten zuletzt, der Klimaschutz wä
- 7:51:49in letzten Jahren fast überbetont
- 7:51:51gewesen. Dabei gefällt doch genau ihr KS
- 7:51:53die Investition, die unsere Industrie
- 7:51:56fit für die Zukunft machen. Hören Sie
- 7:51:58endlich auf, Wirtschaft und Klimaschutz
- 7:52:00einander auszuspielen.
- 7:52:03[applaus]
- 7:52:04Klimaschutz ist kein Selbstzwerk, liebe
- 7:52:07Kolleginnen und Kollegen. Klimaschutz
- 7:52:08ist die Grundlage für die Wirtschaft von
- 7:52:10morgen. Das wissen auch die
- 7:52:11Staharbeiterinnen und Staharbeiter, die
- 7:52:13im Juni auf die Straße gegangen sind.
- 7:52:15Sie verlangen, dass die Politik Kurs
- 7:52:16hält, dass die Milliardeninvestitionen
- 7:52:19an der Saar in Salzgitter und in
- 7:52:21Duisburg nicht durch politisches Zögern
- 7:52:23verloren gehen. Die Zukunft des Stahls
- 7:52:25in Deutschland ist grün oder sie findet
- 7:52:27woanders statt. Wir brauchen den Stall
- 7:52:29für Schienen, für Brücken, für Windräder
- 7:52:31und für unsere Sicherheit. Und wer die
- 7:52:33Produktion verliert, der verliert gute
- 7:52:35Arbeitsplätze und macht sich abhängig.
- 7:52:38Und genau diese Abhängigkeit, liebe
- 7:52:40Kolleginnen und Kollegen, die können wir
- 7:52:41uns nicht leisten.
- 7:52:44Aus meiner Sicht braucht es deshalb drei
- 7:52:47Dinge. Erstens, Märkte für Grünen Stahl.
- 7:52:50Wer klimafreundlich produziert, braucht
- 7:52:51verlässliche Abnehmer. Die Deutsche Bahn
- 7:52:53hat ein Pilotprojekt mit rund 1000
- 7:52:55Tonnen Grünste gestartet, aber das ist
- 7:52:56eben nur der erste Schritt. brauchen
- 7:52:58Mindestquoten in der öffentlichen
- 7:52:59Beschaffung und wirksame Regeln für Made
- 7:53:02in Europe. Bei den Förderungen muss
- 7:53:04jeder Euro, jeder Cent in europäische
- 7:53:06Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze
- 7:53:08fließen.
- 7:53:10Zweitens, wir brauchen bezahlbare grüne
- 7:53:13Energie. Die Netzentgelte müssen
- 7:53:14dauerhaft gesenkt, erneuerbare und
- 7:53:16grüner Wasserstoff ausgebaut werden. Und
- 7:53:18klar ist, wer den Emissionshandel
- 7:53:20aufweicht, der bestraft genau die
- 7:53:22Unternehmen, die in die Zukunft
- 7:53:23investiert haben, Unternehmen wie
- 7:53:25Salzgitter.
- 7:53:26Und drittens, es braucht fairen
- 7:53:29Wettbewerb. Es ist richtig, dass die
- 7:53:30Europäische Union den Markt mit
- 7:53:32Kontingenten und einem Zoll gegen
- 7:53:33Dumping und Überkapazitäten schützt. Als
- 7:53:36nächstes muss der CO2 Grenzausgleich
- 7:53:38auch für weiter verarbeitete Produkte
- 7:53:39gelten. Und ich finde, es ist wirklich
- 7:53:42niemandem zu erklären, das russische
- 7:53:45Brammen, das Putins Brammen, trotz aller
- 7:53:47Sanktionen immer noch in europäischen
- 7:53:49Waldwerken landen. Liebe Kolleginnen und
- 7:53:51Kollegen,
- 7:53:53[applaus]
- 7:53:55liebe Kolleginnen und Kollegen von den
- 7:53:57Link bei mir ist Edes, herzlichen Dank
- 7:53:58für den Antrag. jetzt eben schon gesagt,
- 7:54:00da stehen einige vernünftige Sachen
- 7:54:01drin. Wir sind auch dabei bei den
- 7:54:02Leitmärkten, bei der Tarifbindung, aber
- 7:54:04der 20 Milliarden Euro der schafft
- 7:54:06allein noch keinen Absatzmarkt und auch
- 7:54:08die Eigentumsfrage löst die
- 7:54:09grundlegenden Probleme nicht. Eine
- 7:54:11Staatsbeteiligung kann sinnvoll sein.
- 7:54:12Wir haben das gesehen bei UNIPA in der
- 7:54:14Energiekrise, aber sie ist eben auch
- 7:54:16kein Allheilmittel. Zur Bundesregierung
- 7:54:18zur Verreiche möchte ich sagen, sie s
- 7:54:19immer noch ihrem Meeting. Fast ein Jahr
- 7:54:21nach dem Stahlgipfel zähen jetzt langsam
- 7:54:22mal wirklich Ergebnisse. Wir brauchen
- 7:54:24keine Bekenntnissen mehr. Die kaufen
- 7:54:26keine einzige Tonne Grünstahl. Sie
- 7:54:27sichern keinen einzigen Arbeitsplatz.
- 7:54:30Wir wollen in Deutschland nicht einfach
- 7:54:31die fossilen Hochfen verwalten und
- 7:54:33darauf hoffen, dass es irgendwie besser
- 7:54:34wird. Wir wollen die ersten grünen
- 7:54:37Stahlwerke Europas bauen. Die
- 7:54:38Beschäftigten halten Kurs, die
- 7:54:39Unternehmen investieren. Jetzt müssen
- 7:54:41Sie Ihre zusagen einhalten. Vrau
- 7:54:43Reichel.
- 7:54:46Ich habe selbst einen Antrag zur Zukunft
- 7:54:47der Stahlindustrie geschrieben, den wir
- 7:54:49am Montag in der deutsch-französischen
- 7:54:50parlamentarischen Versammlung
- 7:54:51diskutieren. Antrag für grüne
- 7:54:52Leitmärkte, für Fernwettbewerb und
- 7:54:55bezahlbare Energie. Die Europäische
- 7:54:57Union hat mit Kohle und Stahl
- 7:54:59angefangen. Jetzt müssen wir zeigen,
- 7:55:01dass wir hier in Europa, in Deutschland
- 7:55:03auch Grünstahl können. Nehmen Sie als
- 7:55:05Bundesregierung die Sorgen der
- 7:55:06Beschäftigten ernst. Sorgen Sie für
- 7:55:08Planungssicherheit und für eine echte
- 7:55:10Perspektive für die Schalindustrie.
- 7:55:12Herzlichen Dank.
- 7:55:13Vielen Dank.
- 7:55:16Der nächster Redner ist Dr. Klaus Wiener
- 7:55:19für die CDUC.
- 7:55:20[applaus]
- 7:55:29[räuspern]
- 7:55:29Ja, sehr geehrter Herr Präsident, werrte
- 7:55:31Kolleginnen und Kollegen,
- 7:55:33wenn ein Stahlberg in Schwierigkeiten
- 7:55:35gerät, dann stehen dort mehr als
- 7:55:37Hochöfen auf dem Spiel. Dann geht es um
- 7:55:39Menschen, um Familien, um die Zukunft
- 7:55:41einer ganzen Region. Und deshalb dürfen
- 7:55:44uns die aktuellen Herausforderungen der
- 7:55:46deutschen Staatindustrie auch nicht
- 7:55:48gleichgültig sein und das sind sie auch
- 7:55:50nicht. Das sage ich hier mit einem
- 7:55:52Ausrufezeichen.
- 7:55:54Aber gerade weil so viel auf dem Spiel
- 7:55:56steht, müssen wir auch ehrlich sein.
- 7:55:59Auch der größte Subventionsbescheid
- 7:56:01ersetzt kein tragfähiges
- 7:56:04Geschäftsmodell. Und genau hier liegt
- 7:56:06die Kcks des Antrags. Er ist gut
- 7:56:08gemeint, das stelle ich gar nicht in
- 7:56:10Abrede, aber er ist ökonomisch eben
- 7:56:12schlecht gemacht. Hierzu nur einige
- 7:56:15Beispiele, die ja auch schon anklagen
- 7:56:17anklangen. Die Linke fordert einen
- 7:56:19gigantischen Subventionstopf
- 7:56:21in Höhe von 20 Milliarden Euro. Eine
- 7:56:24unfassbare Summe. Sie will
- 7:56:25Staatsbeteiligung
- 7:56:27samt einer dazugehörigen
- 7:56:29Grundgesetzänderung.
- 7:56:30Sie will einen Dividendendeckel
- 7:56:32offenbar in völliger Unkenntnis davon,
- 7:56:35wie Finanzmärkte funktionieren. Wenn Sie
- 7:56:37das machen würden, dann würde der Preis
- 7:56:39für die Tüssengruppaktie fallen und sie
- 7:56:41wäre ein ganz leichtes Übernahmeopfer.
- 7:56:43Sie könnten gar nicht so schnell gucken,
- 7:56:45wie das Unternehmen aufgekauft ist. Ja,
- 7:56:47und sie wollen, um dem Ganzen dann noch
- 7:56:49den Gipfel aufzusetzen, regionale
- 7:56:52Transformationsräte,
- 7:56:53das erinnert schon an plan
- 7:56:54wirtschaftliche Aktivität.
- 7:56:57All das weist in die Irre und deshalb
- 7:57:00sage ich, was wir brauchen ist eine
- 7:57:02Stahlindustrie, die sich dauerhaft und
- 7:57:04aus eigener Kraft im Wettbewerb
- 7:57:06behaupten kann und dafür braucht es
- 7:57:08einen klaren Kurs, der sich an
- 7:57:09ökonomischen Gesetzmäßigkeiten
- 7:57:12orientiert und nicht an
- 7:57:13Subventionswünschen, wünschen oder
- 7:57:15Tiefen fördertöpfen.
- 7:57:18Das mit Abstand wichtigste vorne weg,
- 7:57:20wenn eine Stahlproduktion hier am
- 7:57:22Standort Deutschland eine Chance haben
- 7:57:24will, dann muss Energie billiger werden.
- 7:57:26Das ist mit Abstand das Wichtigste. Und
- 7:57:28um hier schnell auch für Linderung zu
- 7:57:30sorgen, hat die Bundesregierung
- 7:57:32erstmalig einen Industriestrompreis
- 7:57:35eingeführt. Da sind Vorgängerregierung
- 7:57:37ja auch dran gescheitert und das haben
- 7:57:39wir sogar noch mit der
- 7:57:39Strompreiskompensation verknüpft. Das
- 7:57:42ist schon eine deutliche Hilfe, aber
- 7:57:45auch das kann natürlich keine
- 7:57:46Dauerlösung sein. Deshalb lautet die
- 7:57:49alles entscheidende Frage, wie senken
- 7:57:51wir die Kosten der Energieversorgung?
- 7:57:53Und der Königsweg ist hier für mich ganz
- 7:57:55klar, wir müssen das Energieangebot
- 7:57:58erhöhen und zwar Technologie offen. Und
- 7:58:01deshalb freut mich auch, dass die erste
- 7:58:03Runde der Ausschreibung für die neuen
- 7:58:05Gastkraftwerke gelaufen ist und zwar
- 7:58:08sehr gut gelaufen ist. Die Ausschreibung
- 7:58:10war deutlich überzeichnet. Die
- 7:58:11Gebotelagen im Durchschnitt um 40% unter
- 7:58:14dem Höchst Höchstpreis allen Unkenrufen,
- 7:58:17gerade auch aus dem Lager der Grünen
- 7:58:20zumtrotz. Ich weiß, dass sie diese 245 €
- 7:58:22pro Megawatt sehr kritisiert haben, aber
- 7:58:25rausgekommen sind jetzt eben auch nur
- 7:58:27155 €. Das ist ein großer Erfolg und der
- 7:58:31wird natürlich auch der Stahlindustrie
- 7:58:33nutzen.
- 7:58:35Herr Wiener, erlauben Sie Herr Wiener,
- 7:58:36erlauben Sie eine Zwischenfrage der
- 7:58:38Abgeordneten Wler von der Linken?
- 7:58:41Ja, Level.
- 7:58:45Ja,
- 7:58:45herzlichen Dank, Herr Wiener, dass Sie
- 7:58:46die Frage zulästen. Danke, Herr
- 7:58:47Präsident. Sie haben ja eben davon
- 7:58:49gesprochen von den Forderungen aus dem
- 7:58:51Antrag. Zum einen haben Sie kritisiert
- 7:58:53die Transformationsräte.
- 7:58:55Da wäre meine Frage, ob Ihnen dann
- 7:58:56bekannt ist, dass es ja
- 7:58:58Transformationsnetzwerke durchaus auch
- 7:59:00heute schon gibt, die sehr erfolgreich
- 7:59:01arbeiten. Und äh der zweite Punkt, sie
- 7:59:04haben kritisiert ein
- 7:59:05Transformationsfond, den wir fordern, 20
- 7:59:07Milliarden, ähm der eben auch
- 7:59:09ermöglicht, dass es einen Staatseinstieg
- 7:59:12geben kann im Bereich der
- 7:59:13Stahlindustrie. Nun ist es ja so, dass
- 7:59:15der Staatseinstieg bei KNDS so wie es
- 7:59:18aussieht über 7 Milliarden kosten
- 7:59:20könnte. Es ist so, dass im Bereich der
- 7:59:23Bundeswirtschafts des
- 7:59:24Bundeswirtschaftsministeriums
- 7:59:25die Ministerin jetzt einen äh Fond
- 7:59:28aufgelegt hat, der den Staatseinstieg
- 7:59:31bei Rüstungsstartups ermöglicht. Könnten
- 7:59:33Sie mir mal erklären, warum es aus Ihrer
- 7:59:35Sicht auch aus marktwirtschaftlicher
- 7:59:37Perspektive, aus Ihrer Perspektive
- 7:59:39vollkommen in Ordnung ist, dass der
- 7:59:40Staat sich mit Milliardenbeträgen im
- 7:59:42Bereich der Rüstungsindustrie
- 7:59:44beteiligt und dort ein Staatseinstieg
- 7:59:46vornimmt. Warum es aus ihrer Sicht aber
- 7:59:49nicht richtig ist, dass sich der Staat
- 7:59:51beteiligt an einer so wichtigen
- 7:59:53Schlüsselindustrie wie der
- 7:59:54Stahlindustrie, wo so viele
- 7:59:56Arbeitsplätze in Deutschland abhängen,
- 7:59:58die so von so strategisch wichtiger
- 7:59:59Bedeutung ist. Warum ist der
- 8:00:01Staatseinstieg im Bereich der
- 8:00:03Rüstungsindustrie aus ihrer Sicht
- 8:00:04richtig und im Bereich der
- 8:00:06Stahlindustrie sozialistisches
- 8:00:07Teufelszeug? Das verstehe ich nicht.
- 8:00:10Herr Dr. [applaus]
- 8:00:11Ja, das glaube ich Ihnen gerne, Frau
- 8:00:13Whisler, dass Sie das nicht verstehen.
- 8:00:15Ähm Transformationsräte
- 8:00:18sind ganz grundsätzlich der falsche Weg.
- 8:00:21Ja, wenn Sie mal mit Unternehmen zu tun
- 8:00:22gehabt haben, dann wissen Sie auch, dass
- 8:00:24gutes Management hier gefragt ist und
- 8:00:26nicht Transformationsräte. Ich glaube,
- 8:00:28das ist das entscheidende. Warum geben
- 8:00:30wir Geld auch für die Rüstung aus? Ich
- 8:00:32sag ihn ganz ehrlich, als hier die Mauer
- 8:00:35gefallen ist, äh 1990, habe ich auch
- 8:00:37gedacht, wir haben eine
- 8:00:38Friedensdividende, über die wir uns
- 8:00:39jetzt freuen können und zwar viele Jahre
- 8:00:41und Jahrzehnte freuen können, aber
- 8:00:42tatsächlich ist es so, dass die Welt
- 8:00:44sich geändert hat und dass wir eben aus
- 8:00:48auch einer Region kommt, wo sie ja dann
- 8:00:50offensichtlich auch gute Beziehungen hin
- 8:00:51haben, dass wir da Aggressionen erleben
- 8:00:53und dass wir deswegen uns natürlich
- 8:00:54verteidigen. Und leider leider aus
- 8:00:57meiner Sicht macht das erforderlich.
- 8:00:59Hören Sie doch einfach mal zu. Hören Sie
- 8:01:01doch einfach mal zu. Leider macht das
- 8:01:03erforderlich, dass wir uns da äh
- 8:01:05beteiligen in einer Situation, wo der
- 8:01:07Handlungsstruk gigantisch ist, dass wir
- 8:01:09das nicht direkt mit Subventionsmitteln
- 8:01:12bei der Stahlindustrie machen, sondern
- 8:01:14mit anderen Maßnahmen, über die ich
- 8:01:16gleich auch noch rede. Das finde ich ist
- 8:01:18dann eben auch der bessere Weg. Vielen
- 8:01:20Dank. Ich lasse jetzt die weiter
- 8:01:22Ja, und deswegen darauf noch mal Bezug
- 8:01:25nehmend, will ich auch deutlich sagen,
- 8:01:27dass wir einen fairen Wettbewerb
- 8:01:29brauchen, wenn ausländische Staaten ihre
- 8:01:32Stahlindustrie massiv subventionieren
- 8:01:34und Überkapazitäten auf den Weltmarkt
- 8:01:37drücken, dann dürfen wir nicht tatenlos
- 8:01:39zusehen gegen ich betone, nachgewiesene
- 8:01:42Wettbewerbsbezung Verzerrung müssen wir
- 8:01:45konsequent vorgehen und ich sage auch
- 8:01:47konsequenter als bisher. Deshalb bin ich
- 8:01:50auch dankbar, dass Bundeskanzler
- 8:01:52Friedrich Merz und Präsident Emmanuel
- 8:01:55Macron hier tätig geworden sind. Mit
- 8:01:57ihrer gemeinsamen Initiative haben sie
- 8:01:59dafür gesorgt, dass die Europäische
- 8:02:01Kommission jetzt sehr viel schneller und
- 8:02:03effektiver handeln kann, wenn Staaten
- 8:02:05mit unfairen Mitteln arbeiten. Und das
- 8:02:07Beste daran, solche Maßnahmen sollen
- 8:02:09zukünftig eben nicht mehr von einzelnen
- 8:02:12Ländern blockiert werden können. Das
- 8:02:14ginge nur noch mit einer qualifizierten
- 8:02:17Mehrheit im Rat. Damit wird der
- 8:02:19Handelsschutz sehr viel effizienter und
- 8:02:22sehr viel effektiver. Ich finde, dass
- 8:02:24das eine ganz wunderbare Initiative ist.
- 8:02:27Zudem möchte ich betonen, dass Europa
- 8:02:29bereits gehandelt hat. Seit dem 1. Juli
- 8:02:31gilt eine neue EU-Vordnung zum Schutz
- 8:02:33der Stahlindustrie vor globalen
- 8:02:35Überkapazitäten. Die Zollfreiden
- 8:02:37Importkontingente für Stahl wurden um
- 8:02:39rund 50% gesenkt. Und für alles, was
- 8:02:42darüber hinaus eingeführt wird, gilt
- 8:02:44jetzt ein Zoll von 50 statt von 25%.
- 8:02:47Auch das zeigt, dass uns die Dinge hier
- 8:02:50nicht gleichgültig sind. Unser Markt
- 8:02:52bleibt offen, aber ist eben auch nicht
- 8:02:54schutzlos. Liebe Kolleginnen und
- 8:02:57Kollegen, die Menschen in der
- 8:02:58Stahlindustrie, die da bin ich ganz bei
- 8:03:00Ihnen, haben Anspruch auf eine Politik,
- 8:03:03die Ihnen eine belastbare Perspektive
- 8:03:05eröffnet. Dazu gehören aber leider nicht
- 8:03:07ihre Rezepte. Der Antrag, das muss ich
- 8:03:10so deutlich sagen, atmet den Geist einer
- 8:03:12interventionistischen Industriepolitik
- 8:03:15staatsgläubiger Prägung. Und genau das
- 8:03:18lehnen wir mit Nachdruck ab. Herzlichen
- 8:03:21Dank.
- 8:03:22Vielen Dank.
- 8:03:24Der letzte Redner in dieser Aussprache
- 8:03:26ist Dirk Brandes für die AfDF.
- 8:03:29[applaus]
- 8:03:42Ja, Herr Präsident, meine Damen und
- 8:03:43Herren, verehrte Besucher auf den
- 8:03:45Tribünen, die Stahlindustrie kämpft um
- 8:03:48ihre Zukunft in Deutschland. Deswegen
- 8:03:50wollen die SED Nachfolger den Staat an
- 8:03:53Steuer setzen. Investitionen lenken,
- 8:03:56Kunden zum Kauf zwingen. Die Folgen
- 8:03:59dieses Modells stehen in jeden Dedueren
- 8:04:01Museum aus. Genau dorthin gehört auch
- 8:04:05Ihr Antrag.
- 8:04:0720 Milliarden Euro für einen Fond,
- 8:04:11dazu Transformationsagenturen,
- 8:04:13Räte, Entwicklungspläne und ein
- 8:04:15Stahlgefühl. Sitzungsrunden
- 8:04:17gibt es dann genug. Doch Protokolle
- 8:04:19heizen keinen einzigen Staofen. Meine
- 8:04:22Damen und Herren,
- 8:04:24[applaus]
- 8:04:25ihr garantierter Wasserstoffpreis ist
- 8:04:27noch offen, aber 2 Cent je
- 8:04:29Kilowattstunde versprechen Sie schon
- 8:04:31heute. Ihre Dan Geschenke sollen die
- 8:04:34Steuerzahler bezahlen. Für den Umbau von
- 8:04:37Bremen und Eisenhüttenstadt standen 1,3
- 8:04:40Milliarden Euro bereit. Trotzdem stoppte
- 8:04:43Arcelor Metall dieser Projekte. Der
- 8:04:45Grund, es fehlte an Wirtschaftlichkeit
- 8:04:48und verfügbaren Wasserstoff.
- 8:04:50Merke kein Förderbescheid mit
- 8:04:52Bundesatler macht Wasserstoff bezahlbar
- 8:04:55oder gar verfügbar. Werrte Kollegen der
- 8:04:57Linksfraktion,
- 8:05:00fehlen [applaus] die Käufer, kommt der
- 8:05:02Kaufzwang für Bahn, Autoindustrie,
- 8:05:04Windkraftunternehmen und Bauwirtschaft.
- 8:05:07Deutscher Stahl überzeugte bislang durch
- 8:05:09Qualität und Leistung. Sie wollen jetzt
- 8:05:12den Wettbewerb durch Kaufzwang ersetzen.
- 8:05:15Die Bundesregierung sollte sich darüber
- 8:05:17nicht wundern. Die Linke treibt ihre
- 8:05:19Lenkungspolitik nur ins Absurde. Sie
- 8:05:22subventionieren Energiekosten und
- 8:05:24Lenkeninvention.
- 8:05:27Die Linke packt Agenturen und Kauft
- 8:05:29Zwang oben drauf. Nach ihrem Stahlgipfel
- 8:05:32fragten wir nach dauerhaft bezahlbaren
- 8:05:34Strom. Der Industriestrompreis läuft
- 8:05:36nämlich nach 3 Jahren aus. Das ZW warnt
- 8:05:40selektive Stromsubvention verzerren den
- 8:05:43Wettbewerb. Meine Damen und Herren, auch
- 8:05:45das sagt, einzelne Unternehmen entlasten
- 8:05:49schwächt den Wettbewerb, verhindert
- 8:05:51notwendige Anpassung.
- 8:05:53Dauerhaft helfen nur mehr Energie und
- 8:05:56effizientere Energiesysteme. Kurz um
- 8:05:59eine Rückabwicklung der Energiewende.
- 8:06:02[applaus]
- 8:06:05Dafür steht die AfD mit verlässlicher
- 8:06:08Energie, Kernkraft, freier Technologie,
- 8:06:11Wahl und weniger Bürokratie. Und wir
- 8:06:14prüfen nüchtern, welche Zölle und
- 8:06:16Sanktionen helfen und welche unserer
- 8:06:18Industrie schaden. Förderbescheide
- 8:06:21laufen aus, aber Arbeitsplätze müssen
- 8:06:23bleiben. Meine Damen und Herren, wir
- 8:06:25stehen an der Seite der Menschen, die
- 8:06:27dieses Land am Laufen halten. Ginge es
- 8:06:30nach den Industriearbeitern, sage ich
- 8:06:32Ihnen, wäre Alice Weidel längst
- 8:06:34Bundeskanzlerin und würde dort Herrn
- 8:06:37März ersetzen.
- 8:06:42Kann ich nur lachen.
- 8:06:43Vielen Dank. Weitere Wortmeldungen
- 8:06:45liegen nicht vor. Ich schließe die
- 8:06:46Aussprache. Interfraktionell wird
- 8:06:49Überweisung der Vorlage auf Drucksache
- 8:06:518897 an die in der Tagesordnung
- 8:06:54aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen.
- 8:06:57Andere Vorschläge sehe ich nicht, dann
- 8:06:58verfahren wir dem gemäß. Ich rufe auf
- 8:07:01den Tagesordnungspunkt 13. zweite und
- 8:07:04dritte Beratung des von der
- 8:07:05Bundesregierung eingebrachten
- 8:07:07Gesetzentwurfs zur Änderung der
- 8:07:09Bevorrechtigung der Verwendung
- 8:07:11elektrisch betriebener Fahrzeuge sowie
- 8:07:14damit zusammenhängender
- 8:07:15Straßenverkehrsrechtlicher
- 8:07:17Vorschriften. Für die Aussprache ist
- 8:07:20eine Dauer von 30 Minuten
- 8:07:23vereinbart
- 8:07:25und ich bitte allen, alle die jetzt
- 8:07:29gehen wollen, das auch zu tun, kommen
- 8:07:31sie bald wieder. Der Tag ist lang. Ich
- 8:07:37eröffne die Aussprache und erteile das
- 8:07:39Wort Alexander Jordan für die CDUC
- 8:07:40Sofraktion.
- 8:07:43[applaus]
- 8:07:49Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 8:07:51Kolleginnen und Kollegen, manchmal, ich
- 8:07:53möchte sogar sagen, häufig ist es gut,
- 8:07:56einen Blick in die Vergangenheit zu
- 8:07:57werfen. Erinnern Sie sich noch, was Sie
- 8:08:00im Sommer 2015 gemacht haben? Vielleicht
- 8:08:03waren Sie bereits Mitglied des deutschen
- 8:08:04Bundestages. Vielleicht haben Sie an
- 8:08:06einer anderen Stelle in Wirtschaft oder
- 8:08:08Gesellschaft ihren Teil beigetragen,
- 8:08:09haben noch studiert. Ich kann mich sehr
- 8:08:11gut an das Jahr 2015 erinnern. Ich war
- 8:08:14seiner Zeit gerade mit meinem kleinen
- 8:08:16Anteil an der Entwicklung des XEL1
- 8:08:19fertig. Ein Plug-in Hybrid von
- 8:08:21Volkswagen, der es damals mit einem
- 8:08:22Liter geschafft hat und in einer
- 8:08:24Kleinserie von 200 Einheiten geschafft
- 8:08:26hat. Und es folgten weitere spannende
- 8:08:28Entwicklungsprojekte auch und
- 8:08:30wiederkehrend im Bereich der
- 8:08:31Elektromobilität,
- 8:08:33die sich seinerzeit in den Kinderschuhen
- 8:08:35befand. Der E-Golf und der BMW I3 waren
- 8:08:38gerade erst auf dem Markt. Der i3 kam
- 8:08:412015 in Deutschland auf rund 2250
- 8:08:44Neuzulassung. Die Renault Zoei knapp
- 8:08:461800. Das waren damals die beiden meist
- 8:08:49verkauften europäischen Modelle.
- 8:08:51Insgesamt wurden in 2015 in Deutschland
- 8:08:5412363
- 8:08:55Elektrofahrzeuge verkauft, ein
- 8:08:57Marktanteil von 0,4%.
- 8:09:00Das zeigt, dass der Markt gerade erst zu
- 8:09:02erahnen war. Politisch hatte der
- 8:09:04Gesetzgeber das Thema für sich entdeckt
- 8:09:06und so trat das Elektromobilitätsgesetz
- 8:09:09im Sommer 2015 an Kraft mit der
- 8:09:12Zielsetzung Privilegien für die Nutzung
- 8:09:14von Elektrofahrzeugen den Umstieg auf
- 8:09:17eine nachhaltige Umwelt und
- 8:09:18klimafreundliche Politik oder Mobilität
- 8:09:21zu fördern. 11 Jahre ist es nun alt
- 8:09:23dieses Gesetz und es braucht sozusagen
- 8:09:25ein Facelift oder besser es braucht eine
- 8:09:28Modellpflege oder gleich eine
- 8:09:30Produktaufwertung. Auf dem Automarkt hat
- 8:09:32sich seitdem nämlich viel getan. Aus
- 8:09:340,4% Marktanteil der Neuzulastung wurden
- 8:09:37jetzt im Oktober 37%, also ist knapp
- 8:09:40eine Verhundertfachung. Und es geht
- 8:09:42dabei auch nicht nur um den PKW, wir
- 8:09:43sehen auch zunehmend elektrische LKW auf
- 8:09:46den Straßen und auch diese bekommen nun
- 8:09:48ihren Platz im Gesetz Kommunen, können
- 8:09:50den Elektro LKW damit ebenfalls
- 8:09:52Vorrechte einräumen, z.B. bei Zufahrten
- 8:09:55oder zeitliche Ausnahmen etwa für die
- 8:09:57leise Belieferung am frühen Morgen.
- 8:10:00Neben dem erkennbarsten Merkmal, dem
- 8:10:02E-Kennzeichen, gibt es gesetz den
- 8:10:04Kommunen Handlungsspielraum, um nach
- 8:10:05eigenem Ermessern die Nutzung der
- 8:10:07lokalemissionsfreien Fahrzeuge
- 8:10:09attraktiver zu machen. Hier geht es um
- 8:10:11kostenfreie oder günstigere Parkplätze,
- 8:10:13um reservierte Parkflächen an
- 8:10:15Ladesäulen, um Ausnahmen von
- 8:10:17Zufahrtsbeschränkung und theoretisch
- 8:10:19auch um die Freigabe von Busspuren,
- 8:10:20wobei ich hier direkt auch sage, dass
- 8:10:22nur sehr wenige Kommunen davon Gebrauch
- 8:10:24machen, denn der ÖPNV braucht
- 8:10:26schließlich auch freie Busspuren.
- 8:10:28Deshalb vergessen Sie das am besten
- 8:10:29gleich wieder und fahren nicht auf die
- 8:10:31nächste Busspur. Sie dürfen das in der
- 8:10:32Regel nicht mit ihrem Elektrofahrzeug
- 8:10:34machen. Wir trauen den Kommunen aber das
- 8:10:36Augenmaß zu, das genauso zu entscheiden,
- 8:10:39wie es vor Ort gut und wie es richtig
- 8:10:41ist.
- 8:10:43[applaus]
- 8:10:45Im Zuge der Beratung im Parlament haben
- 8:10:47wir wichtige Anpassungen vorgenommen.
- 8:10:49Das Gesetz bekommt nun ein klares
- 8:10:51Enddatum und zwar vollständig zum
- 8:10:5231.12.2035,
- 8:10:542035, denn die Bevorrechtigung von
- 8:10:57Elektrofahrzeugen macht nur dann Sinn,
- 8:10:59wenn diese zahlenmäßig eine Minderheit
- 8:11:01darstellen, was im Jahr 2035
- 8:11:04nicht mehr der Fall sein dürfte. Liebe
- 8:11:06Kolleginnen und Kollegen, und auch das
- 8:11:08finde ich wichtig, dass so ein Gesetz
- 8:11:10dann auch mit der Zeit geht oder mit der
- 8:11:12Zeit geht. Dieses Gesetz tut nun erst
- 8:11:14das eine und dann anschließend das
- 8:11:16andere. Ab 2036 ist das Parken an
- 8:11:19Ladesäulen damit ein ganz normaler Fall
- 8:11:21für die Straßenverkehrsordnung und kein
- 8:11:23Sonderrecht mehr. Wir bekommen
- 8:11:24strengende strengere Umweltregeln für
- 8:11:27die Plugin Hybride. Diese erhalten das
- 8:11:29E-Kennzeichen zukünftig nur noch dann,
- 8:11:31wenn sie tatsächlich eine signifikante
- 8:11:33elektrische Fahrstrecke zurücklegen
- 8:11:35können. Und da haben wir auch als
- 8:11:36Parlament im Bestandsschutz
- 8:11:38nachgebessert, wer schon ein
- 8:11:39E-Kennzeichen hat, der behält das
- 8:11:41Kennzeichen und der behält auch seine
- 8:11:42Vorrechte.
- 8:11:44Die bisherigen gesetzlichen
- 8:11:45Evaluierungs- und Berichtspflichten, die
- 8:11:46streichen wir. Unser Beitrag zum
- 8:11:48Bürokratieabbau und mit dem
- 8:11:50Entschließungsantrag fordern wir die
- 8:11:51Bundesregierung stattdessen auf einmalig
- 8:11:54bis Mitte 2030 über die Wirkung des
- 8:11:56Gesetzes zu berichten und so können wir
- 8:11:58dann auch erforderlichenfalls
- 8:12:00nachsteuern. Ich danke meiner Kollegin
- 8:12:02Isabel Kalomatori von der SPD vielmals
- 8:12:04für die sehr gute Zusammenarbeit und ich
- 8:12:06danke auch die Ministerium
- 8:12:08gleichermaßen. Danke auch für das letzte
- 8:12:09Gericht Berichterstattergespräch,
- 8:12:11welches zwar mit meiner Anwesenheit,
- 8:12:14aber in Abwesenheit meiner Stimme
- 8:12:16krankheitsbedingt stattgefunden hat und
- 8:12:17das haben wir aber auch gut hinbekommen.
- 8:12:19Mitüstern äh mit
- 8:12:21Handzeichen und mit der Chatfunktion hat
- 8:12:23das gut geklappt. Also danke auch dafür.
- 8:12:25Das haben wir gut hinbekommen und wir
- 8:12:27werden auch noch viel mehr gemeinsam
- 8:12:28hinbekommen, wenn wir in einem Strang
- 8:12:30ziehen und ja, jetzt bitte ich um Ihre
- 8:12:31Zustimmung für das Gesetz. Danke.
- 8:12:33[applaus]
- 8:12:38Vielen Dank. Der nächster Redner ist
- 8:12:40Maximilian Kneller für die AfD.
- 8:12:44[applaus]
- 8:12:53Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 8:12:54geehrte Damen und Herren, die AfD ist
- 8:12:57die Partei der E-Autofahrer,
- 8:13:00die AfD ist die Partei der
- 8:13:01Verbrennerfahrer, die AfD ist die Partei
- 8:13:04freier Bürger, die keine Untertanen
- 8:13:07ihrer autoritären Verkehrspolitik sein
- 8:13:09wollen.
- 8:13:11Sie erzählen gerne, wir rechten sein
- 8:13:13nicht Technologie offen. Da habe ich
- 8:13:15Neuigkeiten für Sie. Wer baut die ersten
- 8:13:18selbstlandenden Raketen? Ein Rechter.
- 8:13:21Wer baut die humanoiden Roboter? Ein
- 8:13:24Rechter. Wer baut die fliegenden Autos?
- 8:13:27Ein Rechter. Wer sorgt dafür, dass wir
- 8:13:29noch in diesem Jahrhundert zum Maß
- 8:13:31fliegen werden? Ein Rechter. Wer hat
- 8:13:33dafür gesorgt? Und jetzt hören Sie gut
- 8:13:35zu, dass Sie heute dieses schwachsinnige
- 8:13:37Gesetz diskutieren können, weil er
- 8:13:39E-Autos marktreif und breitenwirksam
- 8:13:41gemacht hat. Ein Rechter.
- 8:13:44Wir sind nicht nur Technologie offen,
- 8:13:46wir sind die Technologiepartei. Wir sind
- 8:13:48die Partei der Innovation und der
- 8:13:50Zukunft. Liebe Kollegen,
- 8:13:52künstliche Verteuerung und übermäßige
- 8:13:55Besteuerung des einen bei
- 8:13:57Gießkannenförderung, des anderen ist
- 8:13:59hingegen nicht Technologie offen und
- 8:14:01widerspricht unserem Marktverständnis.
- 8:14:04Staatliche Diskriminierung des einen bei
- 8:14:06einseitiger ideologischer Bevorzugung
- 8:14:08des anderen ist nicht Technologie offen
- 8:14:11und widerspricht unserem
- 8:14:12Staatsverständnis.
- 8:14:14Privatle
- 8:14:16wissen selbst am besten, ob ein E-Auto
- 8:14:18oder ein Verbrenner zu ihrem Bedarf
- 8:14:20passt. Kommunen wissen selbst am besten,
- 8:14:22ob und wie viele E-Busse sie in ihrer
- 8:14:24Flotte aufnehmen möchten. E-Busse in
- 8:14:26Ballungsgebieten mit viel Stop and Go
- 8:14:29sind eine tolle Ergänzung zu diese
- 8:14:31Bussen für ländliche Strecken und
- 8:14:33Magnetbahnen, die emissionsneutral über
- 8:14:35den Stau hinwegschweben.
- 8:14:38Insgesamt braucht es im Verkehrsektor
- 8:14:40aus unserer Sicht mehr
- 8:14:42Transfreundlichkeit und Mut zur
- 8:14:44Diversität statt struktureller
- 8:14:46Diskriminierung.
- 8:14:50Man hätte dieses Gesetz einfach als
- 8:14:52linksgrün grünen Irweg auslaufen lassen
- 8:14:54können, aber die CDU wäre nicht die CDU,
- 8:14:57wenn sie nicht auch diesen Ihrweg
- 8:14:59ausbauen, asphaltieren und bis zur
- 8:15:01endgültigen Sackgasse zu Ende fahren
- 8:15:04würde. Es gibt nur eins, was die Gesetze
- 8:15:07ihrer Politik aufhält. Es sind die
- 8:15:09Gesetze der Physik. Sie wollen 90% der
- 8:15:12Neubeschaften Stadtbusse bis 2030
- 8:15:14elektrifizieren, 100 bis 2035. Das
- 8:15:17Klimaschutzprogramm 2019 will bis 2030
- 8:15:20etwa ein Drittel der Fahrleistung
- 8:15:21elektrisch. Das Wirtschaftsministerium
- 8:15:23will bis 2030 10 Millionen E-Autos auf
- 8:15:25der Straße und 6 Millionen Wärmepumpen
- 8:15:28in den Häusern. Dann wollen sie bis 2030
- 8:15:30die Wasserstoffelektrolyse auf 10 Gwatt
- 8:15:33ausweiten und die Anschlussleistung für
- 8:15:35KI im Rahmen der Rechenzentrumstrategie
- 8:15:37bis 2030 mindestens verdoppeln. Liebe
- 8:15:40Kollegen, sie weiten den Strombedarf
- 8:15:42nicht nur massiv aus, sie
- 8:15:43individualisieren die Nachfrage und
- 8:15:45damit die Versorgungsspitzen,
- 8:15:47Netzentgelt und Systemkosten explodieren
- 8:15:49jetzt schon. Selbst die
- 8:15:51Bundesnetzagentur warnt, Deutschland
- 8:15:53braucht bis 2035 mindestens 22,4 Gwatt
- 8:15:57zusätzliche steuerbare Leistung.
- 8:15:59Steuerbar, liebe Grüne, das heißt keine
- 8:16:01Windräder. Mit Isa Emsland und Necker
- 8:16:04Westheim 2 haben sie alleine 4,1 Gwatt
- 8:16:07dieser steuerbaren Leistung abgestellt.
- 8:16:09Die Bundesnetzagentur prognostiziert
- 8:16:12ihrer Politik der sogenannten
- 8:16:13Unabhängigkeitsenergien übrigens heute
- 8:16:15schon die totale Importabhängigkeit ab
- 8:16:182035.
- 8:16:20Was Deutschland braucht, ist günstiger
- 8:16:22Strom. Was Deutschland braucht, ist
- 8:16:25organisches Wachstum und
- 8:16:27Gleichberechtigung von
- 8:16:28Zukunftstechnologien.
- 8:16:29Was Deutschland braucht, ist ein
- 8:16:31Hochlauf. Ein Hochlauf bei der
- 8:16:33emissionsneutralen Kernkraft, ein
- 8:16:36Hochlauf bei der Kohlekraft, ein
- 8:16:37Hochlauf von Energieträgern, die uns
- 8:16:39wieder unabhängig von Putin und von der
- 8:16:42Kommunistischen Partei in China machen.
- 8:16:44Was Deutschland nicht braucht, sind
- 8:16:45Gesetze der Politik gegen die Gesetze
- 8:16:48der Physik. Vielen Dank.
- 8:16:52[applaus]
- 8:16:53Der nächste Redner dieser Debatte ist es
- 8:16:55für die SPD Fraktion Stefan Zirke.
- 8:16:59[applaus]
- 8:17:02Ja, sehr geehrte Präsidentin, sehr
- 8:17:04geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr
- 8:17:05geehrte Damen und Herren, äh Schicksal
- 8:17:07nach Herrn Kneller zu sprechen, um das
- 8:17:09alles wieder einzufangen. Ähm ich glaube
- 8:17:1110 % hat er jetzt über die
- 8:17:14Bevorrechtigung elektrisch betriebener
- 8:17:16Fahrzeuge geredet. Den Rest hat er
- 8:17:18besagt, wer mit äh Kohlestrom äh zu
- 8:17:23fördern sagt, er ist für
- 8:17:25Elektromobilität oder ist für das Klima,
- 8:17:27das widerspricht sie ja schon in Senz
- 8:17:29und in sich und bringt ja die ganze Rede
- 8:17:31durcheinander. Aber was ist das für ein
- 8:17:33Antrag? Der Kollej Jordan hat es ja
- 8:17:35schon mal durchge dekliniert. Wir
- 8:17:39wollen, dass Elektromobilität in
- 8:17:41Deutschland vorankommt und wir wissen,
- 8:17:44dass die Industrie und alle die, die mit
- 8:17:46Elektromobilität zu tun haben, das auch
- 8:17:49möchten. Nicht so wie Sie Atomkraftwerke
- 8:17:51und Braunkohlekraftwerke, sondern wir
- 8:17:53wollen modern nach vorne gehen. Wir
- 8:17:54wollen ein modernes Land sein. Wir
- 8:17:56wollen im Weltmaßstab wirklich Autos
- 8:17:59produzieren, die Weltmarktgerecht sind.
- 8:18:02und wir wollen damit unsere Industrie
- 8:18:04stärken, unsere Innovation stärken und
- 8:18:06Deutschland ist ein Innovationsland.
- 8:18:08Was wir aber auch machen müssen, ist
- 8:18:10eben ein Gesetz, was jetzt ausläuft am
- 8:18:1226.
- 8:18:13Ende 2000 Ende 2026
- 8:18:17weiter zu entwickeln, weil wir noch
- 8:18:18nicht zu weit sind. Wir wollen, dass,
- 8:18:20wenn man ein Elektroauto äh in einer
- 8:18:22Straße tankt und dort Parkgebühren sind,
- 8:18:25e nicht die Parkgebühren noch zusätzlich
- 8:18:27bezahlen muss, sondern dass es dann
- 8:18:28Parkgebühren frei ist. Das sagt dieses
- 8:18:29Gesetz einfach aus. Wir wollen, dass
- 8:18:31wenn die Post oder andere in der Stadt
- 8:18:33im Stau stehen, aber sie mit
- 8:18:34Elektromobilität besser vorankommen,
- 8:18:37eben die auch bevorrangen. Das heißt,
- 8:18:39wir wollen natürlich auch, dass
- 8:18:40Elektromobilität in der Stadt wirkt. Ja,
- 8:18:42was wollen wir noch? Und Herr Kneller,
- 8:18:43Sie haben ja Angst, wenn ein Elektroauto
- 8:18:46äh an Ihnen vorbeifährt, weil man riecht
- 8:18:48es einfach nicht. Man man hört es auch
- 8:18:50kaum. Es ist für Sie als Konservativ und
- 8:18:52rechts, haben Sie auch gesagt,
- 8:18:54wahrscheinlich was ganz schreckliches,
- 8:18:55äh dass man so ein E-Auto nicht hört,
- 8:18:58nicht riecht, dass es für die Stadt eben
- 8:19:00gut ist, fürs Klima und vor allen
- 8:19:02Dingen, dass es eine gerade eine
- 8:19:05Energiekraft tankt, die weit
- 8:19:07ausgünstiger ist als Diesel und Benzin.
- 8:19:10Also momentan ist man mit einem
- 8:19:11Elektroauto äh viel günstiger unterwegs
- 8:19:14als äh das nicht fortschrittliche
- 8:19:18und das finde ich gut. Als Turistiker
- 8:19:20kann ich nur sagen, ich finde es gut,
- 8:19:21dass wir den Kommunen äh gerade den, die
- 8:19:23Luftkurorte sind, Handlungsempfehlung
- 8:19:26geben, eben Elektromobilität in ihrer
- 8:19:29Kurstadt, in ihrem Luftkurort zu
- 8:19:31fördern, eben zu sagen, wir wollen eine
- 8:19:33moderne, eine saubere Technologie in
- 8:19:35unseren Luftorden, weil wenn wir eben
- 8:19:37die diese PKW Typen oder LKW-Typen in
- 8:19:41unseren Luftcoart haben, die eben die
- 8:19:42Luft verschmutzen, die eben auch ähm die
- 8:19:45Lärmemission nach oben treiben, die
- 8:19:47wollen wir halt nicht bevorzugen,
- 8:19:49sondern wir wollen die modernen Dinge
- 8:19:51bevorzugen. Und da ich bei der
- 8:19:53Bevorzugung bin von modernen
- 8:19:55Technologien,
- 8:19:57ich bin schon dafür, dass wir dieses
- 8:19:59Gesetz, also ich ich wundere mich, dass
- 8:20:01man überhaupt dagegen [schnauben] sein
- 8:20:03kann, weil es ist doch gut, wenn wir den
- 8:20:05Kommunen etwas in die Hand geben, etwas
- 8:20:07Modernes mit auf dem Weg zu geben. Es
- 8:20:10ist doch gut, wenn wir ein Gesetz
- 8:20:12schaffen, wo wir eine Technologie
- 8:20:13unterstützen, äh die äh modern, die
- 8:20:17fortschrittlich ist. Sie haben es ja
- 8:20:18auch schon gesagt, die ganze Welt, ich
- 8:20:19glaube in China, da sind viel mehr
- 8:20:21Elektroautos unterwegs als in in
- 8:20:22Deutschland. Also, da sind wir unterwegs
- 8:20:26und äh ich finde es gut, dass ich ein VW
- 8:20:29fahre, der den ich persönlich viel
- 8:20:32besser finde als jegliches chinesches
- 8:20:34chinesisches äh Auto, was auf dem Markt
- 8:20:36ist, weil wir haben gute Technologie und
- 8:20:38ich äh als Bundestagsabordner für den
- 8:20:41deutschen Bundestag, ich unterstütze
- 8:20:43unsere deutsche Technologie und mache
- 8:20:45keine Werbung für chinesische oder
- 8:20:47russische
- 8:20:49Produkte, sondern für deutsche Produkte
- 8:20:51und unterstütze die auch. [applaus] Das
- 8:20:53Gesetz ähm ist ein Gesetz, womit wir
- 8:20:56eben auch belohnen, sich neuen
- 8:20:58Technologien anzuschaffen. Und was wir
- 8:21:00als Bundesregierung, als Koalition
- 8:21:02schaffen, wir bringen die
- 8:21:03Elektromobilität wirklich in Fah. Wir
- 8:21:05schaffen das, dass auch Menschen mit
- 8:21:06niederen Einkommen sich zukünftig
- 8:21:08Elektroautos leisten können. Und was wir
- 8:21:10noch schaffen, wir schaffen es, dass sie
- 8:21:12auch vorrangig in Stäten, die es
- 8:21:14möchten, dann auch in bestimmten
- 8:21:15Verkehren teilnehmen oder auch bevorzugt
- 8:21:17sind. Das ist was Gutes, dass wir
- 8:21:19belohnen. Wir bestrafen nicht so wie
- 8:21:21Sie, sondern wir wollen belohnen. Und
- 8:21:23das ist das äh mit den Hybriden. Das
- 8:21:25wurde eben schon gesagt, das sehe ich
- 8:21:27auch ein bisschen anders, aber ich weiß
- 8:21:29ja, dass die Hybride ein auslaufendes äh
- 8:21:32Modell sind. Sie wird es bald nicht mehr
- 8:21:33geben. Man wird die komplette
- 8:21:34Elektromobilität haben. Von daher kann
- 8:21:36ich mit dem Passus der Elektro der
- 8:21:39Hybriden äh leben, dass sie nach wie vor
- 8:21:42dort drinne sind. Wir haben es ein
- 8:21:43bisschen verschärft, es ist gut so. Und
- 8:21:45von daher, meine Damen und Herren, liebe
- 8:21:47Kolleginnen und Kollegen, ich kenne
- 8:21:49keinen Grund gegen dieses Gesetz zu
- 8:21:51sein. Wer für Fortschritt ist, wer für
- 8:21:53moderne ist, für wer für klare Luft,
- 8:21:57also für gute Luft ist, wer für
- 8:21:59Lärmissionen ist, also weniger Lärm in
- 8:22:02der Stadt, der kann diesem Gesetz nur
- 8:22:03zustimmen und wer den Kommunen mehr
- 8:22:06Freiraum geben will in ihrer eigenen
- 8:22:07Entscheidung, auch derjenige kann diesem
- 8:22:10Gesetz nur zustimmen, wer dagegen
- 8:22:12stimmt. Der ist gegen gegen deutsche
- 8:22:13Wirtschaft, der ist gegen deutsche
- 8:22:15Interessen und der ist vor allen Dingen
- 8:22:16gegen Vorschritt. Danke schön.
- 8:22:19[applaus]
- 8:22:21Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 8:22:23ist für die Fraktion Bündnis 90 die
- 8:22:25Grünen Swan Henrike Michaelsen.
- 8:22:28[applaus]
- 8:22:33Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 8:22:34Kolleginnen und Kollegen, seit der
- 8:22:36Einführung des Elektromobilitätsgesetzes
- 8:22:38vor über 10 Jahren hat sich auf dem
- 8:22:40Markt enorm viel verändert. Die Zahl der
- 8:22:42Elektroautos steigt, die Reichweiten
- 8:22:44sind deutlich größer geworden, die
- 8:22:45Modellvielfalt wächst und die Preise
- 8:22:47entwickeln sich. Es ist also richtig,
- 8:22:50dieses Gesetz zu überprüfen und
- 8:22:51weiterzuentwickeln. Aber was macht diese
- 8:22:54Koalition daraus? Sie verlängert die
- 8:22:56Regelungen bis 2035, ohne eine
- 8:22:58überzeugende Antwort darauf zu geben,
- 8:23:00wie die Bevorrechtigung von
- 8:23:02Elektrofahrzeugen in einer Zukunft
- 8:23:03funktionieren soll, in der es sehr viel
- 8:23:06mehr davon geben wird als heute. Was bei
- 8:23:08einem vergleichsweise kleinen Anteil von
- 8:23:10Elektroautos noch funktionieren mag,
- 8:23:12kann bei stark steigenden
- 8:23:13Zulassungszahlen allerdings schnell zum
- 8:23:15Problem werden. Vor allem dürfen
- 8:23:18Bevorrechtigung nicht zu Lasten anderer
- 8:23:20Verkehrsteilnehmer oder gar der
- 8:23:22Verkehrssicherheit geben. [applaus]
- 8:23:26Besonders kritisch sehen wir, dass die
- 8:23:28Koalition weiterhin Plug-in Hybride
- 8:23:31einbezieht und nein, die werden nicht ab
- 8:23:33sofort sinken, sondern die Wirtschaft
- 8:23:35erwartet ja davon einen Hochlauf.
- 8:23:37Fahrzeuge, also die zwar ein Ladekabel
- 8:23:39haben, aber leider allzu oft eben nicht
- 8:23:41elektrisch gefahren werden. Die
- 8:23:43tatsächlichen CO2 Einsparung hängen aber
- 8:23:46entscheidend davon ab, wie häufig diese
- 8:23:48Fahrzeuge elektrisch genutzt werden. Sie
- 8:23:51fordern jetzt einen weiteren Bericht des
- 8:23:53Verkehrsministeriums, der diese
- 8:23:54Erkenntnisse bis 2030 aufarbeiten soll.
- 8:23:57Bis 2030. Dabei liegen die
- 8:23:59wissenschaftlichen Erkenntnisse längst
- 8:24:01vor. Machen Sie doch einfach
- 8:24:03wissenschaftliche Fakten zur Grundlage
- 8:24:05Ihrer Politik.
- 8:24:09[applaus]
- 8:24:09Besonders problematisch ist darüber
- 8:24:11hinaus die geplante Öffnung von Wegen,
- 8:24:14die eigentlich besonderen Zwecken
- 8:24:15vorbehalten sind. Sie wollen jetzt also
- 8:24:17Elektroautos und Plug-in Hybride unter
- 8:24:19bestimmten Voraussetzungen auch auf Bus
- 8:24:21Sonderfahrstreifen zulassen. Aber
- 8:24:24Busspuren sind dafür da, Busse schneller
- 8:24:25und zuverlässiger ans Ziel zu bringen.
- 8:24:27Sie sind ein zentraler Baustein für
- 8:24:29einen leistungsfähigen öffentlichen
- 8:24:31Nahverkehr und darüber hinaus an vielen
- 8:24:33Stellen bereits für den Radverkehr
- 8:24:35freigegeben. Wenn wir dort jetzt
- 8:24:37zusätzlich private Autos zulassen,
- 8:24:39schaffen wir keine moderne Neuerung,
- 8:24:41sondern ein zurück zu Busspuren, die
- 8:24:43eben keine Busspuren sind, sondern
- 8:24:45Spuren für alle, insbesondere für
- 8:24:47private Autos. Und wir gefährden genau
- 8:24:49die Bevorrechtigung, die wir dem
- 8:24:51Umweltverbund eigentlich geben müssen.
- 8:24:54Dass Sie ausgerechnet einer Zeit machen,
- 8:24:57in der die Zahl der Elektroautos deut
- 8:24:58deutlich steigt, ist besonders absurd.
- 8:25:01Wer Elektroautos fördern will, darf
- 8:25:03nicht die Sicherheit anderer
- 8:25:04Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen.
- 8:25:06Dieses Gesetz, dieses Gesetz steht
- 8:25:09leider exemplarisch für die
- 8:25:10Verkehrspolitik der Bundesregierung. Sie
- 8:25:12nennen das Technologieoffenheit. In der
- 8:25:14Praxis bedeutet es vor allem ein
- 8:25:16Zickzerkurs. Statt konsequent auf den
- 8:25:18Umstieg der Elektromobilität zu setzen,
- 8:25:20halten sie an alten Technologien fest
- 8:25:22und schaffen neue Unsicherheiten. Dabei
- 8:25:26ist die Sache doch ziemlich einfach. Der
- 8:25:27Fokus auf die Elektromobilität gibt der
- 8:25:30Wirtschaft einen verlässlichen Rahmen
- 8:25:31für Investitionen und ist ein zentraler
- 8:25:34Baustein für wirksamen Klimaschutz. Und
- 8:25:37Elektromobilität hilft Menschen sich aus
- 8:25:39der Kostenfalle Fossilaf Kraftstoffe zu
- 8:25:41befreien.
- 8:25:45Das haben zum Glück viele Menschen
- 8:25:47verstanden und entscheiden sich gerade
- 8:25:48in den vergangenen Monaten viel häufiger
- 8:25:51für Elektroautos und eben nicht für
- 8:25:53Verbrenner oder Plug-in Hybride. Deshalb
- 8:25:55braucht es eine klare politische
- 8:25:57Richtung, unverlässliche Rahmenbedingung
- 8:25:59und keine Privilegien, die am Ende zu
- 8:26:01Lasten von Bus, Rad oder Fußverkehr
- 8:26:03gehen. Wir wollen Elektrom Mobilität
- 8:26:07fördern, aber wir wollen sie sinnvoll
- 8:26:09fördern. Ohne Plug-in Hybride, pauschal
- 8:26:11mit echten Elektroautos gleichzustellen,
- 8:26:13ohne die Busspuren und die
- 8:26:14Radinfrastruktur zu gefährden und ohne
- 8:26:17die Interessen verschiedener
- 8:26:18Verkehrsteilnehmer gegeneinander
- 8:26:19auszuspielen. Diesen Anspruch erfüllt
- 8:26:22der Gesetzentwurf der Koalition leider
- 8:26:25nicht. Vielen Dank.
- 8:26:27[applaus]
- 8:26:30Der nächste Redner dieser Debatte ist
- 8:26:32Jorit Bosch für die Fraktion Die Linke.
- 8:26:38[applaus]
- 8:26:42Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 8:26:44Kolleginnen und Kollegen, es gibt sie
- 8:26:45noch. Die Wunder der Welt unserer Zeit
- 8:26:48ausgerechnet. Die Union entdeckt heute
- 8:26:49ihre Liebe zur Elektromobilität. Sie
- 8:26:52verlängern ehrlich gesagt nur ein altes
- 8:26:53Gesetz um weitere 9 Jahre. Es ist jetzt
- 8:26:56nicht der ganz große Wurf, aber es ist
- 8:26:57schon mal ein Anfang. Und schauen wir
- 8:26:59uns doch mal einmal genau an, für wen
- 8:27:00sie aber hier Politik machen. Da ist die
- 8:27:03Krankenschwester, die jeden Morgen zur
- 8:27:04Frühsticht fährt. Ihr Auto ist ungefähr
- 8:27:0615 Jahre alt. Für ein neues Elektroauto
- 8:27:08reicht das Geld nicht. Sie zahlt weiter
- 8:27:10in ihre Parkgebühr. Und die Nachbar zwei
- 8:27:12Häuser weiter, der hat sich einen
- 8:27:13brandneuen Elektropausche gekauft. Der
- 8:27:15eine fährt Elektro, die andere fährt
- 8:27:17Verbrenner. und laut ihren Planen könnte
- 8:27:19die Person mit deutlich mehr Geld von
- 8:27:21Bewohnerparken in Zukunft befreit
- 8:27:23werden. Erklären Sie doch bitte der Frau
- 8:27:25einmal, was daran gerecht sein soll. Sie
- 8:27:27begünstigen
- 8:27:29Sie begünstigen diejenigen, die es sich
- 8:27:30ohnehin schon leisten können und
- 8:27:32berücksichtigen nicht einmal diejenigen,
- 8:27:33die denen Euro zweimal umdrehen. Fördern
- 8:27:35sie endlich auch gebrauchte Elektroautos
- 8:27:37und ermöglichen ermöglichen sie sozial
- 8:27:40gestaffelte Bewohnerparkgeb, denn die
- 8:27:42Menschen haben nichts gegen
- 8:27:43Elektromobilität. Sie haben mein Problem
- 8:27:45damit, dass ich Sie diese nicht leisten
- 8:27:47könnte. [applaus]
- 8:27:51Und liebe Kollegen und Kollegen, wir
- 8:27:53sind uns wir sind uns ja alle einig,
- 8:27:54dass ein paar zusätzliche Privilegien
- 8:27:56für Elektroautos ja kein Rettungsschirm
- 8:27:58für die gesamte Industrie sind.
- 8:27:59Verstehen Sie mich nicht falsch?
- 8:28:00Elektromobilität muss gefördert werden
- 8:28:02und genau deswegen erwarte ich ja so
- 8:28:04viel mehr von ihnen, denn die deutsche
- 8:28:05Automobilindustrie steckt tief in der
- 8:28:07Krise. Allein innerhalb eines Jahres
- 8:28:09sind über 42 000 Arbeitsplätze verloren.
- 8:28:11Jen Volkswagen plant den Abbau von rund
- 8:28:1350.000 Stellen. Ganze Industriestandorte
- 8:28:16überall in Deutschland bangen um ihre
- 8:28:17Zukunft. Und die Antwort der Politik
- 8:28:19muss doch klar und unmissverständlich
- 8:28:21lauten. Wir wollen die Industrie retten.
- 8:28:24Wir wollen Arbeitsplätze erhalten. Wir
- 8:28:26wollen gemeinsam mit den Kolleginnen und
- 8:28:27Kollegen in den Betrieben die Zukunft
- 8:28:29gestalten. [applaus]
- 8:28:32Und diese Antwort fehlt mir. Diese
- 8:28:33Antwort fehlt mir bei Ihnen. Wir
- 8:28:34brauchen ein Transformationsf mit der
- 8:28:37Hilfe, der die Industrie über Jahre
- 8:28:38hinweg sicher gestaltet wird. Mit
- 8:28:40Zusagen für Arbeitsplätze und Standorte
- 8:28:41in Deutschland von denjenigen, die
- 8:28:43Fördergelder erhalten. Das ist eine
- 8:28:45Antwort. Wir brauchen eine
- 8:28:46sozialgerechte E-Autoförderung, die auch
- 8:28:48gebrauchte einschließt und an die
- 8:28:50europäische Produktion knüpft. Local
- 8:28:52Content Strategien, um Amreize zu
- 8:28:54setzen, das wäre eine Antwort und wir
- 8:28:56müssen die Mitbestimmung der Kolleginnen
- 8:28:59und Kollegen in der Automobilindustrie
- 8:29:01stärken. Ihre Ideen, ihr Wissen, ihr
- 8:29:03[applaus] können zur Innovation, das
- 8:29:05kann doch das Rücksatz dieser
- 8:29:06Transformation sein. Wie blöd können wir
- 8:29:08als Politikerinnen und Politiker
- 8:29:10eigentlich sein, wenn wir die Antworten
- 8:29:11der Kolleginnen und Kollegen in diesem
- 8:29:12Prozess nicht mit einbehandeln?
- 8:29:16[applaus]
- 8:29:18Und das das was Sie hier heute vorlegen,
- 8:29:21das ist das ist schlicht zu wenig. Wir
- 8:29:23müssen alles tun, damit die Elektroautos
- 8:29:25und Batterien von morgen hier gebaut
- 8:29:27werden, dass die Arbeitsplätze hier
- 8:29:29bleiben, dass sich alle Menschen den
- 8:29:31Umstieg auf ein E-Auto leisten können
- 8:29:33und wenn Sie darauf Antworten haben,
- 8:29:35dann können wir noch mal reden.
- 8:29:40[applaus]
- 8:29:41Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 8:29:42für die Unionsfraktion Dr. Jonas
- 8:29:44Geisler.
- 8:29:46[applaus]
- 8:29:52[applaus]
- 8:29:53Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 8:29:54Kolleginnen und Kollegen, ich war letzte
- 8:29:57Woche beim Landesverband äh des
- 8:29:59Bayerischen der Bayerischen Transport
- 8:30:01und Logistikunternehmen
- 8:30:03äh bei mir zu Hause in Oberfranken und
- 8:30:05äh habe mich mit denen ganz viel über
- 8:30:07die Mobilitätspolitik der
- 8:30:08Bundesregierung ausgetauscht. Da ging es
- 8:30:11um die Milliarden Investitionen im
- 8:30:13Bereich Infrastruktur, in die
- 8:30:15Investitionen, in die Brücken, in die
- 8:30:18Straßen, auch die Möglichkeit, dass im
- 8:30:19ländlichen Raum neue Straßen gebaut
- 8:30:21werden. Es ging genauso um die Schiene.
- 8:30:23Es ging um die Genehmigung von
- 8:30:25Schwerlasttransporten,
- 8:30:27die wir beschleunigt haben. Es geht um
- 8:30:29ging um Sonderabschreibungen für ELKWs,
- 8:30:3375%, die wir eingeführt haben. Es ging
- 8:30:35um die Frage, wie es ausschaut mit der
- 8:30:37Mautbefreiung von emissionsfreien
- 8:30:40LKWs, dass die fortgesetzt wird. Es ging
- 8:30:44um Sachen wie die Feiertagsfahrverbote,
- 8:30:47die gerade im Bundesrat sind und am Ende
- 8:30:49war es eine super Diskussion, äh weil
- 8:30:52die Logistikbranche eine der
- 8:30:55Schlüsselbranchen in Deutschland
- 8:30:56überhaupt ist. Während wir miteinander
- 8:30:59diskutiert haben, war irgendwann die
- 8:31:03Kardinalfrage im Raum gestanden, was
- 8:31:05macht ihr eigentlich mit ELKWs und wie
- 8:31:08schaut's mit dem Diesel aus? Weil ein
- 8:31:10Teil der Unternehmen natürlich ganz klar
- 8:31:12sagt, wir leiden unglaublich unter den
- 8:31:14hohen Dieselpreisen, wie das ganze Land.
- 8:31:17Und der andere Teil der Unternehmens
- 8:31:20sagt: "Hört auf, dass ihr immer wieder
- 8:31:22diese Technologie fördert. Macht etwas
- 8:31:26für die von uns, die umsteigen,
- 8:31:29die ganz bewusst auf CO2 Freiheit
- 8:31:32setzen, die sich unabhängig machen
- 8:31:33wollten. Und wenn man ehrlich ist,
- 8:31:36dieser Streit, der da entrannt ist, das
- 8:31:38ist genau einer dieser großen
- 8:31:41Streitpunkte, die wir heute in der
- 8:31:42Debatte in Teilen auch erlebt haben. Das
- 8:31:45ist eine dieser Zerrissenheiten unserer
- 8:31:48Gesellschaft, wo ein Teil der
- 8:31:49Gesellschaft sagt, setzt nur auf neue
- 8:31:52Technologien, setzt nur auf E-Mobilität.
- 8:31:56Das ist das, was uns unabhängig am Ende
- 8:31:58macht. Und der andere Teil sagt, wir
- 8:32:00können uns das nicht leisten. Die
- 8:32:02Fahrzeuge sind immer noch viel zu teuer.
- 8:32:04Wir können nicht überall laden. Die
- 8:32:05Reichweiten passen nicht. Und man hat
- 8:32:07teilweise das Gefühl, dass hier
- 8:32:09Ideologien aufeinander prallen, die doch
- 8:32:11in dieser Form überhaupt nicht notwendig
- 8:32:13sind, weil am Ende muss es uns als
- 8:32:16Bundestag darum gehen, dass jeder Mensch
- 8:32:18von A nach B kommt, dass jeder die
- 8:32:19gleichen Möglichkeiten hat und auch die
- 8:32:21gleichen Chancen.
- 8:32:24[applaus]
- 8:32:27Man hat bei der Debatte gerade das
- 8:32:29Gefühl gehabt, dass
- 8:32:32der Untergang des Abendlands bevorsteht,
- 8:32:35überspitz gesagt, weil seitens der
- 8:32:38Grünen geäußert worden ist, ihr macht
- 8:32:40hier Spielverkehrsteilnehmer
- 8:32:41gegeneinander aus, ihr macht nicht
- 8:32:43genug. auch von der Linken, von der AfD
- 8:32:45ist uns vorgeworfen worden. Das ist hier
- 8:32:47alles ideologisch und ihr privilegiert.
- 8:32:50Und wenn man ganz ehrlich ist, dieses
- 8:32:51Gesetz ist eins, was eigentlich genau in
- 8:32:54der Mitte dieser Position entsteht, weil
- 8:32:572015 der Gesetzgeber bewusst die
- 8:32:59Möglichkeit geschaffen hat, dass
- 8:33:01E-Fahrzeuge privilegiert werden und zwar
- 8:33:04nicht mit Zwang, sondern we
- 8:33:07Herr Kollege, gibt eine Zwischenfrage
- 8:33:09aus der Fraktion.
- 8:33:17Ja, Herr Kollege, danke, dass Sie die
- 8:33:19Zwischenfrage zulassen. Sie sind ja in
- 8:33:21Regierungsverantwortung
- 8:33:24und es wä und man geht also immer mehr
- 8:33:27zu den E-Fahrzeugen hin. Es soll
- 8:33:29gefördert werden. Was ist aber, wenn es
- 8:33:32die entsprechend vielen E-Fahrzeuge geht
- 8:33:35mit dem Gewinnen des Staates an der
- 8:33:38Tankstelle? Wie wollen Sie das denn
- 8:33:40ausgleichen? Also was kommt auf E
- 8:33:43Fahrzeughalter zu, wenn die
- 8:33:46Mineralölsteuer oder Energiesteuer nicht
- 8:33:48mehr fließt? Können Sie da was zu sagen?
- 8:33:51Können Sie mal die Efahrer
- 8:33:54aufklären, was Sie demnächst für Ihr
- 8:33:57E-Auto bezahlen müssen? Wir haben ja
- 8:33:59jetzt auch gehört, dass also das
- 8:34:01Sonderrecht mit Parken und so weiter
- 8:34:03nicht mehr gelten soll und es sind ja
- 8:34:06Milliardenbeträge, die über die äh
- 8:34:08Mineralölsteuer eingenommen werden. Wie
- 8:34:11soll das denn Ihrer Meinung nach dann in
- 8:34:14vier, F oder noch mehr Jahren
- 8:34:16ausgeglichen? Danke.
- 8:34:21[applaus]
- 8:34:23Also Herr Kollege, wir reden heute über
- 8:34:25ein Gesetz, was den Kommunen die
- 8:34:27Möglichkeit gibt, auf eine gewisse Zeit
- 8:34:30privileg Privilegien für E-Autos
- 8:34:32fortzuführen, wenn sie das wollen. So
- 8:34:35und dieses Gesetz ist ganz bewusst bis
- 8:34:372035 begrenzt, weil wir sagen,
- 8:34:40irgendwann ist es mit der Privilegierung
- 8:34:43auch wieder vorbei. So, das machen wir
- 8:34:45im übrigen auch bei emissionsfreien
- 8:34:47LKWs, wo wir die Mautbefreiung
- 8:34:49verlängert haben, aber mit dem klaren
- 8:34:51Hinweis, dass die Mautbefreiung auch
- 8:34:53irgendwann vorbei ist, weil man muss
- 8:34:55einen Nachteil, den einzelner hat, so
- 8:34:58lange ausgleichen, wie er in der Fläche
- 8:35:00vorhanden ist. Z.B. weil Fahrzeuge
- 8:35:02teurer sind, z.B. weil das Laden
- 8:35:04schwieriger ist. In dem Moment, wo diese
- 8:35:07Nachteile nicht mehr bestehen, muss man
- 8:35:09auch nichts ausgleichen und es wäre
- 8:35:11falsch, den Menschen vorzugaukeln.
- 8:35:13steigt jetzt auf E-Mobilität um. Ihr
- 8:35:16zahlt da viel viel weniger, nicht für
- 8:35:19immer, aber für eine gewisse Zeit und
- 8:35:21zwar in der Zeit, wo wirkliche Nachteile
- 8:35:23bestehen.
- 8:35:25[applaus]
- 8:35:29So, liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 8:35:35liebe Kolleginnen und Kollegen, wir
- 8:35:37reden heute über ein Gesetz, was genau
- 8:35:40in der Mitte dieses Hauses steht.
- 8:35:43Weil es berechtigte Interessen von
- 8:35:46E-Fahrzeug
- 8:35:47Führern ernst nimmt. Wir reden über ein
- 8:35:51Gesetz, was keinen Zwang bedeutet,
- 8:35:56sondern einfach nur eine Möglichkeit. Es
- 8:35:58bedeutet die Möglichkeit für Kommunen,
- 8:36:01wenn sie Energiewende vor Ort gestalten
- 8:36:04wollen, wenn sie Mobilitätswende vor Ort
- 8:36:06gestalten wollen, Möglichkeiten zu
- 8:36:08schaffen. Die Möglichkeit, dass man
- 8:36:10günstiger parken kann, die Möglichkeit,
- 8:36:13dass man an einer festen Ladesäule laden
- 8:36:16kann, die Möglichkeit, dass man irgendwo
- 8:36:18durchfahren kann, wo das ein anderer
- 8:36:19vielleicht nicht darf und die
- 8:36:21Möglichkeit, dass man im einen oder
- 8:36:23anderen Fall vielleicht auch mal eine
- 8:36:24Busspur benutzen kann.
- 8:36:27Möglichkeit bedeutet kein Zwang. Genauso
- 8:36:30sollte Politik sein, gerade wenn sie in
- 8:36:31Berlin gemacht wird, weil diejenigen
- 8:36:34unterscheid weil diejenigen, die vor Ort
- 8:36:36Verantwortung tragen, können vor Ort
- 8:36:38entscheiden, was vor Ort das Wichtige
- 8:36:40ist. Das ist die Zielsetzung dieses
- 8:36:43Gesetz. Das ist die Zielsetzung dieser
- 8:36:45Bundesregierung. Und deswegen bitte ich
- 8:36:47um Zustimmung für ein Gesetz, was frei
- 8:36:50von Ideologie ist, für ein Gesetz, was
- 8:36:53Möglichkeiten schafft, völlig ohne
- 8:36:55Zwang. für ein Gesetz, was gut ist und
- 8:36:57in dieser Mitte dieses Hauses entstanden
- 8:36:59ist. Vielen Dank.
- 8:37:03[applaus]
- 8:37:08Den Schluss in der Debatte macht für die
- 8:37:10AfD Fraktion Alex Elgierch.
- 8:37:22Sehr geehrte Frau Präsidentin, Kollegen,
- 8:37:25liebe Landsleute,
- 8:37:27wer ein Elektrofahrzeug fahren möchte
- 8:37:30und es sich leisten kann, der soll auch
- 8:37:32eins fahren. Das ist Freiheit. Aber
- 8:37:35dieses Gesetz regelt keine Freiheit,
- 8:37:37sondern verlängert Privilegien für
- 8:37:40Elektrofahrzeuge und zwar für weitere 10
- 8:37:43Jahre. Kollegen von der CDU und der SPD,
- 8:37:46an den Gesetzentwürfen, die Sie hier in
- 8:37:49diesem Bundestag einbringen, kann jeder
- 8:37:51Bürger erkennen, wo Ihre Prioritäten
- 8:37:54sind. Ich erinnere an die Erhöhung der
- 8:37:57Krankenkaspenbeiträge
- 8:37:58für Familien, bei denen nur ein
- 8:38:01Elternteil arbeitet. Dort werden ähm die
- 8:38:04Krankenkassenbeiträge erhöht, um
- 8:38:06leppische 1,5 Milliarden mehr Einnahmen
- 8:38:09zu erzielen und gleichzeitig verschenken
- 8:38:12sie mit der E-Autokaufprämie
- 8:38:1539 Milliarden. Also, was soll man dazu
- 8:38:18sagen? Sie setzen die Prioritäten
- 8:38:21falsch.
- 8:38:22Ein unvergessener Politiker der Grünen,
- 8:38:27Herr Robert Habeck, hat im Juni 2011 in
- 8:38:31der linken Zeitung Tatz das Ziel grüner
- 8:38:35Klimapolitik definiert. Er sagte Zitat:
- 8:38:38"Wir brauchen keine Autofirmen." Zitat
- 8:38:41Ende. Und Sie Kollegen von der CDU, Sie
- 8:38:44führen genau diese grüne Politik
- 8:38:47konsequent fort. Und das sehen wir an
- 8:38:49den Nachrichten über die
- 8:38:50Arbeitsplatzverluste in der
- 8:38:52Autoindustrie und ihre Elektroauto
- 8:38:55Kaufprämie war eigentlich nichts anderes
- 8:38:58als eine Anschubfinanzierung für die
- 8:39:01chinesische Autoindustrie.
- 8:39:03Und wer von Elektromobilität redet, der
- 8:39:07muss ja auch über Strom reden und
- 8:39:09solange wir keine Kernkraftwerke haben,
- 8:39:11bleibt Strom knapp und teuer.
- 8:39:15Ein politischer Winkelzug in diesem
- 8:39:18Gesetz ist die Abschaffung der
- 8:39:21Evaluierung. Unter dem Deckmantel des
- 8:39:24Bürokratieabbaus
- 8:39:25wollen sie gar nicht mehr herausfinden,
- 8:39:27ob Ihr Gesetz überhaupt wirkt. Sie
- 8:39:31bereiten damit aber nichts anderes vor
- 8:39:33als die Lieblingsantwortung
- 8:39:36auf Anfragen der Opposition. Und die
- 8:39:38lautet: Zu ihrer Frage liegen keine
- 8:39:41Daten vor.
- 8:39:43Kollegen, Demok Technologieoffenheit
- 8:39:47ist für uns kein Lippenbekenntnis.
- 8:39:51Für uns steht fest, für die Fraktion der
- 8:39:53Alternative für Deutschland, der Markt
- 8:39:55soll entscheiden, nicht der Gesetzgeber.
- 8:39:58Wir lehen diesen Gesetzentwurf ab und
- 8:40:00zwar aus Verantwortung für die Bürger,
- 8:40:03die für ihre Mobilität bezahlen müssen.
- 8:40:06Und sobald das Albtraumpaar März
- 8:40:08Klingball die Scheidung einreicht,
- 8:40:10werden wir von der Fraktion Alternative
- 8:40:12für Deutschland Mobilität wieder
- 8:40:15bezahlbar machen. Vielen Dank.
- 8:40:18[applaus]
- 8:40:21Damit schließe ich jetzt die Debatte.
- 8:40:23Wir kommen zur Abstimmung über den von
- 8:40:24der Bundesregierung eingebrachten
- 8:40:26Gesetzentwurf zur Änderung der
- 8:40:28Bevorrechtigung
- 8:40:29der Verwendung elektrisch betriebener
- 8:40:31Fahrzeuge sowie damit Zusammenhängender
- 8:40:33Straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften.
- 8:40:35Der Verkehrsausschuss
- 8:40:44sind wir jetzt alle fertig.
- 8:40:47Ja, sehr schön. Der Verkehrsausschuss
- 8:40:48empfiehlt unter Buchstabe A seine
- 8:40:50Beschlussempfehlung auf Drucksache.
- 8:40:56Nee, nee, Schluss. Es ist echt
- 8:40:58unerträglich. Immer können Sie nicht
- 8:40:59einfach zuhören, während ich hier
- 8:41:01vorlese. Es ist möglich, damit wir in
- 8:41:02Ruhe abstimmen können. Dann weiß auch
- 8:41:04jeder über was er abstimmt. Hoffe ich
- 8:41:06zumindest, wenn er zuhört. Der
- 8:41:07Verkehrsausschuss empfehlt und der
- 8:41:08Buchstabe A seine Beschlussempfehlung
- 8:41:10auf Drucksache 8949 den Gesetzentwurf
- 8:41:13der Bundesregierung auf den Drucksachen
- 8:41:157872
- 8:41:17und 8406 in der Ausschussfassung
- 8:41:19anzunehmen. Ich bitte jetzt diejenigen,
- 8:41:22die dem Gesetzentwurf in der
- 8:41:23Ausschussfassung zustimmen wollen, um
- 8:41:24das Handzeichen, wer stimmt dafür, dass
- 8:41:27die Unionsfraktion, die SPD Fraktion,
- 8:41:29wer stimmt dagegen? Die AfD Fraktion,
- 8:41:32wer enthält sich, die Fraktion Bündnis
- 8:41:3490 die Grün und die Fraktion die Linke,
- 8:41:36damit ist der Gesetzentwurf in zweiter
- 8:41:38Beratung angenommen. Dritte Beratung und
- 8:41:40Schlussabstimmung. Ich bitte jetzt
- 8:41:41diejenigen, die dem Gesetzentwurf
- 8:41:42zustimmen wollen, sich zu erheben. Ist
- 8:41:44die Unionsfraktion und die SPD Fraktion.
- 8:41:47Wer stimmt dagegen? Ist die AfD
- 8:41:50Fraktion. Wer enthält sich, dass die
- 8:41:52Fraktion Bündnis 90 die Grünen und
- 8:41:54Fraktion die Linke der Gesetzentwurf ist
- 8:41:57damit angenommen? Und der Buchstabe B
- 8:41:59seiner Beschlussempfehlung auf der
- 8:42:00Drucksache 8949 empfiehlt der Ausschuss
- 8:42:03eine Entschließung anzunehmen. Wer
- 8:42:05stimmt für diese Beschlussfassung? Ist
- 8:42:08die Unionsfraktion und die SPD Fraktion.
- 8:42:10Wer stimmt dagegen? Ist die AfD
- 8:42:11Fraktion? Wer enthält sich? Fraktion
- 8:42:14Bündnis 90 die Grünen und Fraktion die
- 8:42:16Linke. Die Beschlussempfehlung ist damit
- 8:42:18angenommen. Damit haben wir die
- 8:42:19Abstimmungen erledigt. Ich rufe jetzt
- 8:42:21auf den Tagesordnungspunkt 14, Beratung
- 8:42:23des Antrages der Fraktion der AfD mit
- 8:42:25dem Titel
- 8:42:27Dieselabkommen für Deutschland
- 8:42:29Energiesicherheit nach US-Vorbild in
- 8:42:31Kooperation mit Russland gewährleisten.
- 8:42:34Für die Aussprache wurde eine Dauer von
- 8:42:3630 Minuten vereinbart. Ich eröffne
- 8:42:39hiermit die Aussprache,
- 8:42:41bitte die Kolleginnen und Kollegen zügig
- 8:42:43die Platzwechsel vorzunehmen. Und der
- 8:42:45erste Redner dieser Debatte ist für die
- 8:42:47AfD Fraktion Markus Frenhmeier.
- 8:42:54[applaus]
- 8:43:10Frau Präsidentin, meine Damen und
- 8:43:11Herren, auch wenn auf den
- 8:43:14Regierungsbänken nach den US-Wahlen die
- 8:43:16Sektorken knallen, freuen Sie sich nicht
- 8:43:18zu früh, denn wenn die [räuspern]
- 8:43:21amerikanischen Wähler ihre Regierung
- 8:43:23schon abstrafen, weil eine falsche
- 8:43:25Außenpolitik Sprit verteuert, dann
- 8:43:28können sie sich hier in Deutschland bei
- 8:43:302,20 € für den Liter Diesel ja
- 8:43:33ausrechnen, was ihnen bei den nächsten
- 8:43:35Wahlen blüht.
- 8:43:37[applaus]
- 8:43:38Unsere amerikanischen Freunde haben
- 8:43:40nicht verloren, weil patriotische
- 8:43:42Politik falsch wäre. Es wurde genau dort
- 8:43:45Vertrauen verspielt, wo man vom eigenen
- 8:43:47Erfolgsrezept abgerückt ist, dem
- 8:43:50konsequenten nichtventionismus
- 8:43:53außerhalb der eigenen Hemisphäre. Der
- 8:43:56Irankrieg hat die Spritpreise weltweit
- 8:43:59nach oben getrieben. Nirgendwo schlägt
- 8:44:01das so brutal durch wie in Deutschland.
- 8:44:05Energiesteuer, Mehrwertsteuer, CO2
- 8:44:08Abgabe, kassieren die Bürger ab. Hohe
- 8:44:11Energiepreise sind längst zu einer
- 8:44:14existentiellen Belastung für Bürger und
- 8:44:16Betriebe geworden. 70 Unternehmen
- 8:44:19schließen jeden Tag die Tore. Das ist
- 8:44:22ihr Verdienst. 15.000 Arbeitsplätze
- 8:44:26gehen jeden Monat in der Industrie
- 8:44:28verloren und seit 2019, da sind es sogar
- 8:44:32eine halbe Million Arbeitsplätze in der
- 8:44:35Industrie, die unwiderruflicht verloren
- 8:44:38gegangen sind. Das ist das äh Ergebnis
- 8:44:40und die Leistung der CDU CSU. Meine
- 8:44:43Damen und Herren,
- 8:44:46[applaus] hohe Energiekosten verteuern
- 8:44:49jeden einzelnen Schritt der
- 8:44:50Wertschöpfung vom Liter Diesel bis zur
- 8:44:52Paprika im Supermarkt und trotzdem
- 8:44:55speißen Sie unsere Bürger mit weitgehend
- 8:44:58wirkungslosen Tankrabatten ab. Erst
- 8:45:00nehmen Sie den Bürgern das Geld aus der
- 8:45:02Tasche, dann verknappen Sie die Energie.
- 8:45:05Kohlekraftwerke abgeschalten,
- 8:45:08Kernkraftwerke rückgebaut, Nordstream
- 8:45:11gesprengt und wenn sie dann im Ergebnis
- 8:45:14nicht günstig produzieren können, dann
- 8:45:16weigern sie sich auch noch günstig
- 8:45:19Energie einzukaufen. Das ist einfach,
- 8:45:22Entschuldigung, dumme Politik.
- 8:45:27[applaus]
- 8:45:29Brüssel macht das. Brüssel kauft in
- 8:45:31Rekordmengen russisches Flüssiggas ein.
- 8:45:35Und die Amerikaner, die Amerikaner
- 8:45:37kaufen 1,8 Millionen Tonnen
- 8:45:40Russendiesel. Und was macht diese
- 8:45:42Bundesregierung? Sie beschenkt diese
- 8:45:44Woche Herrn Selenski erneut mit
- 8:45:47deutschen Steuermillionen. Sie nennen
- 8:45:49das Winterhilfe und ich frage Sie, wann
- 8:45:52kommt eigentlich diese Winterhilfe für
- 8:45:55unsere Bürger in Deutschland?
- 8:45:58Auch diesen Winter werden wieder 5
- 8:46:00Millionen Menschen in Deutschland
- 8:46:03frieren. Wir wollen das nicht. Wir
- 8:46:05wollen günstige Heizkosten und warme
- 8:46:08Wohnungen, günstige Preise an den
- 8:46:11Tankstellen und Supermärkten, bezahlbare
- 8:46:14Energie für unsere Unternehmen und
- 8:46:16Haushalte. Das Geld der Bürger hier in
- 8:46:19Deutschland und nicht im Ausland
- 8:46:21einzusetzen, das ist völlig in Ordnung,
- 8:46:24weil wer jeden Tag hart arbeitet, seine
- 8:46:27Steuern bezahlt und Verantwortung für
- 8:46:30die Familie, für die Solidargemeinschaft
- 8:46:32in Deutschland übernimmt, der hat ein
- 8:46:34Leben in Würde verdient.
- 8:46:39[applaus]
- 8:46:41Meine Damen und Herren, an den Russen
- 8:46:45würde ein Dieseldeal nicht scheitern.
- 8:46:47Moskau hat für den Deal mit den
- 8:46:49Amerikanern sogar den eigenen
- 8:46:51Exportstopp für Diesel aufgehoben. Die
- 8:46:54Frage ist also nicht, ob ein Dieseldeal
- 8:46:56an den Russen scheitern würde, sondern
- 8:46:59ob diese Bundesregierung nur der Ukraine
- 8:47:02oder zur Abwechslung mal ihren eigenen
- 8:47:04Bürgern helfen will. Die Ablehnung
- 8:47:07unseres Antrags durch Sie wird den
- 8:47:09Bürgern die Antwort darauf geben: Hören
- 8:47:11Sie endlich auf mit Politik im Namen der
- 8:47:13Ukraine. Fangen Sie an mit Politik im
- 8:47:16Namen unserer Bürger. Schließen Sie
- 8:47:18einen Dieseld für Deutschland.
- 8:47:22[applaus]
- 8:47:22Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 8:47:24Seb Müller für die Unionsfraktion.
- 8:47:31[applaus]
- 8:47:38Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 8:47:40sehr geehrten Damen und Herren, wer
- 8:47:42heute billigen Diesel an den Tankstellen
- 8:47:44verspricht, muss auch erklären, wie und
- 8:47:47woher der kommen soll. Ansonsten bleibt
- 8:47:50es so wie im Fall des Antrages der AfD
- 8:47:52nur ein billiges Versprechen. Dieser
- 8:47:55Diesel hat einen Preis und zwar für
- 8:47:57unsere Sicherheit und für unsere
- 8:48:00Unabhängigkeit. Genau diesen hohen Preis
- 8:48:03verschweigen die Damen und Herren der
- 8:48:04AfD. Sie legen uns heute ein
- 8:48:07Dieselabkommen nach dem Vorbild des
- 8:48:09US-Russland Deals vor. Das ist ja
- 8:48:12wirklich interessant. Ich komme gleich
- 8:48:14dazu, warum ihr Antrag fachlich falsch,
- 8:48:17rechtlich fragwürdig und politisch
- 8:48:19verantwortungslos ist. Aber warum ist es
- 8:48:22eigentlich urkomisch, was Sie hier
- 8:48:24machen? In Ihrer peinlichen Lehre
- 8:48:27kopieren sie ein plumpes Wahlgeschenk,
- 8:48:29dass ein panischer Donald Trump seinen
- 8:48:32Wählern machte. Dieses US-Russland
- 8:48:35Abkommen hält keines seiner Versprechen
- 8:48:38ein. Und die US-Wähler hat es auch nicht
- 8:48:41überzeugt. Sie haben Trump vorgestern
- 8:48:43abgestraft. Das haben Sie doch selbst
- 8:48:45mitbekommen, oder?
- 8:48:47Sie sind also die weltweit ersten
- 8:48:49Fälscher, die nicht etwas erfolgreiches,
- 8:48:52sondern etwas gescheitertes kopieren
- 8:48:54wollen. Aber schauen wir uns ihren
- 8:48:57Antrag einmal genauer an. Ihr Antrag ist
- 8:48:59fachlich falsch. Die von den USA
- 8:49:02vereinbarten Mengen sind im Weltmarkt
- 8:49:04Maßstab klein und haben nach
- 8:49:06Einschätzung des Wirtschaftsverbands
- 8:49:08Fuels and Energy keine signifikante
- 8:49:11Wirkung auf die Preise. Welche seriöse
- 8:49:14Studie zeigt Ihnen eigentlich, dass
- 8:49:16diese Mengen die Preise in Deutschland
- 8:49:19spürbar senken werden? Ihr Antrag ist
- 8:49:22rechtlich fragwürdig. Seit 2023 gelten
- 8:49:25in der EU Importverbote für russische
- 8:49:28Ölprodukte. Ein direkter Dieselimport
- 8:49:31aus Russland ist also rechtlich
- 8:49:33ausgeschlossen. Wollen Sie ernsthaft
- 8:49:35vorschlagen, dass Deutschland gegen
- 8:49:37geltendes EU-Recht verstößt? Und wer
- 8:49:39soll dann die Vertragsstrafe zahlen?
- 8:49:42Ihr Antrag ist politisch
- 8:49:44verantwortungslos. Ich weiß, Russland
- 8:49:47ist für den einen oder anderen in ihren
- 8:49:49Reihen das gelobte Land, wo billig Öl
- 8:49:52und Diesel fließen. Für alle anderen ist
- 8:49:54es das Land, von dem unsere
- 8:49:57Energieabhängigkeit
- 8:49:58uns teuer zu stehen kam. Haben Sie
- 8:50:01vergessen, was die Abhängigkeit von
- 8:50:03russischer Energie uns 2022 gekostet
- 8:50:06hat? Oder blenden Sie das bewusst aus?
- 8:50:10Wer wie Sie Entlastung an den
- 8:50:11Tankstellen verspricht, verkauft nur
- 8:50:14Wunschdenken.
- 8:50:16Das geht erst recht für die mehr von der
- 8:50:18billigten russischen Energie.
- 8:50:20Herr Kollege,
- 8:50:21nein. Zusammenhang.
- 8:50:25Wenn Sie mir nicht glauben, Herr
- 8:50:26Frohmeier von der AfD, warum glauben Sie
- 8:50:29nicht dem AfD Bundestagsabgeordneten
- 8:50:32Kraft? Wo ist er denn eigentlich? gar
- 8:50:34nicht in den Reihen. Selbst ihr AfD
- 8:50:37Kollege Reiner Kraft hat ausführlich in
- 8:50:39den sozialen Medien aufgezeigt, dass
- 8:50:42Deutschland für russisches Gas stets
- 8:50:45Weltmarktpreise
- 8:50:47oder sogar noch mehr zahlte. Wir haben
- 8:50:50so nur die Kassen von Gasbrom und damit
- 8:50:53Russlands Kriegskasse gefüllt. Dasselbe
- 8:50:56gilt für Diesel und andere Produkte.
- 8:50:59Denn Russland liefert nicht nur aus
- 8:51:00Freundschaft günstiger. Nein, es nimmt,
- 8:51:04was der Markt hergibt. Es nutzt
- 8:51:06Energieabhängigkeit politisch aus.
- 8:51:12[applaus]
- 8:51:12Eine Rückkehr in diese Abhängigkeit,
- 8:51:14meine Damen und Herren der AfD, wie Sie
- 8:51:16es wollen, wäre das Gegenteil von
- 8:51:19Versorgungssicherheit und
- 8:51:20Preisstabilität.
- 8:51:21Wieso verkaufen Sie alle anderen für
- 8:51:24blöd und wieso verkaufen sie sich selbst
- 8:51:26an den Kriegstreiber Putin? Die
- 8:51:28Energiemärkte sind durch Kriege und
- 8:51:31Krisen weltweit unter Druck.
- 8:51:34Unsere breite Aufstellung nach 2022 mit
- 8:51:38Norwegen, Niederlande, Belgien hat uns
- 8:51:40unabhängiger gemacht. Wir müssen dennoch
- 8:51:43die Energiepreise für Verbraucher,
- 8:51:45Mittelstand und Industrie senken durch
- 8:51:47Wettbewerb, verlässliche Kapazitäten,
- 8:51:50durch eine Politik, die nicht auf
- 8:51:52Wunschdenken setzt, sondern das tut, was
- 8:51:54getan werden muss. Und ja, da tun wir
- 8:51:57schon einiges und ja, hier müssen wir
- 8:51:59auch mehr tun als Koalition.
- 8:52:02Ihr Antrag leistet dazu aber nichts.
- 8:52:05Erschafft Rechtsunsicherheit.
- 8:52:07Er stärkt den Kremel und täuscht die
- 8:52:10Menschen. Deshalb lehnen wir ihn ab,
- 8:52:13denn wer wirklich billigeren Diesel
- 8:52:15will, muss Abhängigkeiten beenden und
- 8:52:18nicht wiederherstellen. Alles andere
- 8:52:21bleibt ein billiges Versprechen.
- 8:52:25[applaus]
- 8:52:33Ach so, der Kollege Fr me Frier erhält
- 8:52:35jetzt die Möglichkeit zur
- 8:52:36Kurzintervention.
- 8:52:38Ich habe gesagt Kurzintervention.
- 8:52:41Weiß ich weiß ich, dass Sie sie nur
- 8:52:42gesagt haben.
- 8:52:44Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin.
- 8:52:46[räuspern]
- 8:52:46Lieber Herr Kollege, ich finde es
- 8:52:48spannend, dass ausgerechnet die CDU uns
- 8:52:51hier etwas von Abhängigkeit erzählen
- 8:52:53will. 55% Abhängigkeit von russischem
- 8:52:57Erdgas unter ihrer
- 8:52:58Regierungsverantwortung.
- 8:53:00Das hat die CDU CSU mit Deutschland
- 8:53:02damals getan. Dazu kommt, dass sie mit
- 8:53:05Aserbitshan die äh Energiedeals weiter
- 8:53:09ausbauen. Da haben sie absolut kein
- 8:53:11Problem damit, wenn es sich um ein Land
- 8:53:12handelt, das auch einen Angriffskrieg
- 8:53:15gegen Armenien geführt hat. Hier sieht
- 8:53:16man wieder mal die Doppelmoral der CDU
- 8:53:19CSU, wenn es um die Außenpolitik geht.
- 8:53:23[applaus]
- 8:53:24So, der Herr Fronmeier, der Herr Müller
- 8:53:26möchte noch antworten, möchte nicht
- 8:53:27antworten. Gut, dann äh gibt's keine
- 8:53:30Antwort, dann war das die
- 8:53:31Kurzintervention. Dann kommen wir zum
- 8:53:33nächsten Redner dieser Debatte für die
- 8:53:35Fraktion Bündnis 90 die Grünen, der
- 8:53:37Kollege Robin Wagener.
- 8:53:40[applaus]
- 8:53:51Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 8:53:53Kollegen, meine Damen und Herren von der
- 8:53:55AfD, 71,7
- 8:53:57Milliarden Euro 71,700
- 8:54:07€. Das hat Putins Erpressung den
- 8:54:09deutschen Steuerzahler gekostet.
- 8:54:11zusätzlich zu ihrer Heizkostenrechnung
- 8:54:1471,7 Milliarden Euro. Mehr als doppelt
- 8:54:18so viel wie die Unterstützung der
- 8:54:20ukrainischen Verteidigung bis jetzt. Das
- 8:54:21sind die Kosten für die deutsche
- 8:54:23Abhängigkeit von Putins Öl und Gas. Die
- 8:54:25Kosten einer naiven und verblendeten
- 8:54:27Energiepolitik, die auf vermeintlich
- 8:54:29billige Energie aus Putins Diktatur
- 8:54:30setzte. Das ist die Situation, in die
- 8:54:33AfD zurück will.
- 8:54:37[applaus]
- 8:54:40Für Anträge und Parteien gilt ja, man
- 8:54:42kann noch relativ jung sein und trotzdem
- 8:54:45schlecht gealtert. Für die AfD als
- 8:54:47Partei ist das offensichtlich
- 8:54:48Gesellschaftsbilder aus den 50ern,
- 8:54:51Rechtsextremismus und Großmacht
- 8:54:52Fantasien aus dunkler Vergangenheit,
- 8:54:54fasziniert von Autokraten und
- 8:54:56Diktaturen. Ihre Partei ist reif für ein
- 8:54:59Verbotsverfahren. Sie schaden
- 8:55:00Deutschland, das ist vollkommen
- 8:55:01offensichtlich.
- 8:55:03[applaus]
- 8:55:06Aber meine Damen und Herren, auch dieser
- 8:55:08Antrag ist schlecht gealtert. Glaube, es
- 8:55:11wäre auch aus ihrer Sicht ganz sinnvoll
- 8:55:13gewesen, sie hätten die Wahlen in den
- 8:55:14USA erst abgewartet, statt die
- 8:55:16Korruption ihrer Idole Trump und Putin
- 8:55:19zu feiern. Das ist ein Weg, den Sie
- 8:55:20vorschlagen, der gerade in den USA von
- 8:55:23den Wählern abgestraft wurde.
- 8:55:25Herr Kollege, es gibt eine Zwischenfrage
- 8:55:26aus der Unionsfraktion.
- 8:55:27Ja, bitte.
- 8:55:30mal Glück gehabt, dass sie nicht von uns
- 8:55:31kommen.
- 8:55:33Ja, vielen Dank, dass sie die Frage
- 8:55:35zulassen, Herr Wagner, sie haben gerade
- 8:55:37noch mal die Abhängigkeit erwähnt vom
- 8:55:39Gas. Ähm, ich möchte an der Stelle aber
- 8:55:42auch noch mal daran erinnern und Sie
- 8:55:43auch fragen, ob Sie das auch so sehen.
- 8:55:46Nordstream 1 wurde damals unter Rotgrün
- 8:55:49auf dem Weg gebracht. Fischer, Schröder
- 8:55:51haben das gemacht damals mit guten
- 8:55:53Gründen. Wieso können Sie das den Finger
- 8:55:55in unsere Richtung zeigen, wenn es
- 8:55:57eigentlich ein rotgrünes Projekt war?
- 8:55:58Ich habe gerade eben von deutscher
- 8:56:00Abhängigkeit von russischen Öl und Gas
- 8:56:02geredet und von den Fehlern, die
- 8:56:04korrigiert werden mussten und von den 71
- 8:56:06Milliarden Euro, die die letzte
- 8:56:08Bundesregierung aufwenden wurde, um
- 8:56:09Fehler zu korrigieren. Ich habe
- 8:56:10überhaupt nicht auf Sie gezeigt mit dem
- 8:56:12Finger, aber es ist interessant, wie Sie
- 8:56:13das gerade annehmen, diesen Punkt
- 8:56:18[applaus]
- 8:56:20und ist ein bisschen was passiert.
- 8:56:23So, schauen wir uns das mal genau an,
- 8:56:25was in diesem [räuspern] Antrag steht
- 8:56:27und was sie übernehmen wollen, was
- 8:56:29gerade von den Wählerinnen und Wählern
- 8:56:31in den USA abgestraft wurde. Ihr Freund
- 8:56:33Donald Trump führt einen
- 8:56:34völkerrechtswidrigen Krieg gegen den
- 8:56:36Iran. Das treibt die Energiepreise auch
- 8:56:39hier in Deutschland in die Höhe. Ihr
- 8:56:40Freund Putin unterstützt den Iran gegen
- 8:56:43Trump und führt seinen brutalen
- 8:56:45Vernichtungskrieg gegen die Ukraine.
- 8:56:47Auch das treibt die Energiepreise
- 8:56:49übrigens hier in Deutschland. Zum Dank
- 8:56:51kauft Trump dort ein paar Liter Diesel
- 8:56:54und unterläuft seine eigenen Gesetze.
- 8:56:56Die AfD kumpelt sowohl mit Putin als
- 8:56:58auch mit Trump und will hier so tun, als
- 8:56:59kümmert sie sich um die Interessen
- 8:57:01unseres Landes. Und dabei ist es doch
- 8:57:02so, die AfD treibt Deutschland zurück in
- 8:57:05Putins Fänge, weil sie selber da
- 8:57:07gefangen sind in den Klauen ihrer
- 8:57:08Führungsoffiziere. Sie wollen
- 8:57:10Deutschland ausliefern. Ihr Antrag, Ihr
- 8:57:13Antrag dient nicht dem Wohl unseres
- 8:57:15Landes. Ihr Antrag hilft nicht den
- 8:57:16Deutschen gegen die hohen Spritpreise,
- 8:57:18gegen die hohen Energie und
- 8:57:19Lebensmittelpreise. Ihr Antrag ist
- 8:57:21Wasallentum mit Drucksachen Nummer. Ihr
- 8:57:24Antrag hilft einzig und allein Putin.
- 8:57:27Und es ist so deutlich. Ihnen von der
- 8:57:29AfD fehlt jeder Respekt vor ihren
- 8:57:32Wählerinnen und Wählern.
- 8:57:35Sehr viele Menschen in Deutschland, sehr
- 8:57:38viele Menschen in Deutschland machen
- 8:57:40sich Sorgen an der Zapsäule. und Wähler.
- 8:57:42Sie fragen sich, wie sie den Weg zur
- 8:57:43Arbeit bezahlen. Sie haben Angst vor der
- 8:57:45nächsten Nebenkostenabrechnung und sie
- 8:57:47von der AfD, sie versuchen diese
- 8:57:49Menschen hinters Licht zu führen und
- 8:57:51betrügen sie mit solchen Schein Ideen,
- 8:57:53die Sie hier abliefern. Sie missbrauchen
- 8:57:55die Sorgen der Menschen für ihre
- 8:57:57politischen Kampagnen, die einzig dem
- 8:57:58Kremmel und seinem Krieg gegen Europa
- 8:58:00dienen. Keinen Cent im Geldbeutel der
- 8:58:03Menschen hier in Deutschland an den
- 8:58:04ZPSäulen einsparen würden, sondern im
- 8:58:05Gegenteil alles noch teurer machen
- 8:58:08würden. Das ist ganz offensichtlich, sie
- 8:58:10verachten Deutschland und Sie verachten
- 8:58:12die Menschen hier in diesem Land.
- 8:58:15Aber mit rechts außen will ich nicht
- 8:58:17enden, liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 8:58:18die AfD hat keinen Respekt vor den
- 8:58:20Wählerinnen und Wählern. Wir in der
- 8:58:21demokratischen Mitte, uns muss es um den
- 8:58:23Respekt gehen, um Respekt vor den
- 8:58:25Menschen, die sich tatsächlich ernsthaft
- 8:58:26Sorgen machen, wie sie die Rechnung
- 8:58:28bezahlen und wie sie die Tank eine
- 8:58:30Tanksäule bezahlen. Diese Menschen sind
- 8:58:32erwachsen. Ihnen sind komplexe
- 8:58:34Situationen zuzumuten, komplizierte
- 8:58:37Realitäten. Wir brauchen Ihnen keine
- 8:58:38kindischen Scheinantworten irgendwie
- 8:58:40vorlegen, die tatsächlich nichts an der
- 8:58:43Realität ändern. Und darum lassen sie
- 8:58:44uns gemeinsam die Probleme wirklich
- 8:58:46anpacken und lösen. Ich biete Ihnen
- 8:58:49grüne Antworten an, die Bausteine da zu
- 8:58:51liefern. Es braucht keinen Kulturkampf
- 8:58:52gegen Wärmepumpen. Es braucht ein Ende
- 8:58:54der fossilen Abhängigkeit. Ich bin
- 8:58:56fertig, Frau Kollegin. Erneuerbare
- 8:58:58Energien sind Heimatenergien. Vielen
- 8:59:00Dank.
- 8:59:02[applaus]
- 8:59:04Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 8:59:06ist für die Fraktion der SPD Dr. Nina
- 8:59:09Scheer.
- 8:59:12[applaus]
- 8:59:16Sehr gehrte Frau Präsidentin, liebe
- 8:59:18Kolleginnen und Kollegen,
- 8:59:21es ist schon bemerkenswert, dass in
- 8:59:24einer Fragestellung, die
- 8:59:28im Grunde genommen eine große Reichweite
- 8:59:32hat in der Frage Bezahlbarkeit von
- 8:59:34Leben, äh Bezahlbarkeit von Energie,
- 8:59:37Bezahlbarkeit von äh Lebensmitteln. In
- 8:59:40vielerlei Hinsicht hat natürlich die
- 8:59:42Energiepreisfrage eine immense
- 8:59:45Auswirkung auf das alltägliche Leben der
- 8:59:47Menschen und auch auf den
- 8:59:49Wirtschaftsstandort Deutschland. Es gibt
- 8:59:51also im Punkto
- 8:59:53Fragestellungen, welche Energieform
- 8:59:56nutzen wir, woher kommt sichere Energie?
- 8:59:59gibt es einen breiten Strauß an
- 9:00:02sinnvollen Fragen und sinnvollen
- 9:00:04Antworten, die allesamt meines Erachtens
- 9:00:07nur auf einem gemeinsamen Nenner in
- 9:00:10Richtung Energiesicherheit
- 9:00:12zusammengefasst werden können, nämlich
- 9:00:14mit dem schnellstmöglichen Umstieg auf
- 9:00:16die erneuerbaren Energien.
- 9:00:19Dieser diese dieser gemeinsame Nenner,
- 9:00:22der könnte in angesichts
- 9:00:25dieser gemeinsame Nenner könnte in
- 9:00:27Angesicht der weltweiten Entwicklung und
- 9:00:29dem weltweiten massiven beschleunigten
- 9:00:31Ausbau der erneuerbaren Energien auch
- 9:00:33einfach Konsens im Sinne europäischer,
- 9:00:37im Sinne deutscher Politik und auch
- 9:00:39Wertschöpfung sein. Und wir haben auch
- 9:00:42starke Kräfte hier im Parlament, die
- 9:00:43dies nach wie vor unbezweifelt so
- 9:00:47anerkennen. Wir als Koalition setzen
- 9:00:49auch darauf, so schnell wie möglich auf
- 9:00:51die erneuerbaren Energien umzusteigen.
- 9:00:53Aber es interessant, dass in dem Antrag,
- 9:00:56mit dem Sie sich hier erneut dieser
- 9:00:58Fragestellung der Energiesicherheit
- 9:01:00widmen, dass Sie mit diesem Antrag eben
- 9:01:02überhaupt nicht diese mit diesem Antrag
- 9:01:05überhaupt nicht diese Antwort finden
- 9:01:06wollen, sondern sie wollen eine Antwort
- 9:01:08finden. Also die
- 9:01:10Energiesicherheitsantworten
- 9:01:12Sie finden in den fossilen Rohstoffen.
- 9:01:15Sie wollen die Antwort finden in einem
- 9:01:17Deal, in Dealpolitik, wie man möglichst
- 9:01:21weiterhin immer nur mit fossilen
- 9:01:24Rohstoffen sich versorgt und sie
- 9:01:25verkennen damit komplett, was denn
- 9:01:28eigentlich Kern des Problems aktuell ist
- 9:01:31von aktuell zu spürenden
- 9:01:34Preissteigerungen. Es ist ja genau die
- 9:01:36Abhängigkeit von den fossilen
- 9:01:38Ressourcen. Genau das ist doch auch der
- 9:01:40Anlass, warum Sie einen solchen Antrag
- 9:01:42heute hier vorlegen, weil es eben an es
- 9:01:45gibt Anlässe über Energie zu sprechen
- 9:01:48durch Preissteigerung und die
- 9:01:50Preissteigerung kommen allein aufgrund
- 9:01:52der Abhängigkeiten von den fossilen
- 9:01:54Energien. Aber das, was Sie vorschlagen,
- 9:01:56bedeutet, dass man über Deals, über
- 9:01:59Ermöglichung weiterer ähm weiterer
- 9:02:02Importe, auch dann natürlich aus
- 9:02:04Russland, das wollen sie dann wieder
- 9:02:06erneut haben, dass man sich weiter in
- 9:02:08Abhängigkeiten verstrickt. Und eins ist
- 9:02:11damit sonnenklar. Je weiter wir uns in
- 9:02:13dieser Abhängigkeit halten, desto weiter
- 9:02:16machen wir uns erpressbar, desto weiter
- 9:02:18werden wir auch dann wieder immer
- 9:02:20steigende Preise bekommen, wenn die
- 9:02:23Weltmarktpreise
- 9:02:24entsprechend anziehen. Und die Gründe,
- 9:02:27warum Preise ansteigen, sind hier auch
- 9:02:29schon gerade genannt worden. Die sind
- 9:02:31die Kriege, die wir nun mal, selbst wenn
- 9:02:33wir uns noch so bemühen, nicht alleine
- 9:02:36hier aus Deutschland heraus entscheiden
- 9:02:38können, dass sie abgestellt werden. Wir
- 9:02:39können uns bemühen. Wir können es aber
- 9:02:41nicht entscheiden. Was wir aber sehr
- 9:02:43wohl entscheiden können, ist, dass wir
- 9:02:45nicht weiterhin in Abhängigkeiten
- 9:02:48geraten von fossilen Energien. Das
- 9:02:50können wir hier entscheiden. Aber das
- 9:02:52wollen sie für die Bevölkerung nicht.
- 9:02:54Sie wollen für die Bevölkerung, dass wir
- 9:02:56uns nicht gegen die Fossilen
- 9:02:58entscheiden, sondern sie wollen, dass
- 9:03:00wir uns für weitere Abhängigkeiten in
- 9:03:03fossile Energie vertragliche ähm
- 9:03:06Strukturen begeben, dass wir uns
- 9:03:08weiterhin in diese Abhängigkeiten
- 9:03:09begeben. Das wollen sie. Sie wollen der
- 9:03:12Bevölkerung zumuten, dass wir uns weiter
- 9:03:14Preisdiktat aussetzen, dass wir uns
- 9:03:17Dealpolitik aussetzen, dass wir uns
- 9:03:19Erpressungen aussetzen von
- 9:03:20amerikanischen Präsidenten und auch
- 9:03:22anderen. Das ist das, was Sie verfolgen.
- 9:03:25Das ist das, was Sie zum Wohle des
- 9:03:27deutschen Volkes verfolgen. So
- 9:03:29doppeltzügig und so skoril ist ihre
- 9:03:31Politik. Das ist gegen das Interesse des
- 9:03:34deutschen Volkes. Das ist Preistreiberei
- 9:03:36mit Ansage und deswegen ist das
- 9:03:38abzuleben. Vielen Dank für Ihre
- 9:03:39Aufmerksamkeit.
- 9:03:41[applaus]
- 9:03:42Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 9:03:44für die Fraktion Die Linke, Jörg Sissan.
- 9:03:47[applaus]
- 9:03:55Frau Präsidentin, meine Damen und
- 9:03:57Herren, sofort mehr als 300.000 Tonnen
- 9:04:00Diesel für die USA und den Weltmarkt.
- 9:04:03Weitere 500.000 Tonnen im November. So
- 9:04:06kündigte Donald Trump seinen Dieselal
- 9:04:08mit Putin knapp vor einem Monat an. Das
- 9:04:11sind zwei Öltanker,
- 9:04:15zwei.
- 9:04:17In den USA kann damit der Verbrauch von
- 9:04:21eineinhalb Tagen 36 Stunden gedeckt
- 9:04:26werden. Ob die weiteren Mengen jemals
- 9:04:29kommen, hängt von der Produktionskapit
- 9:04:32Kapazität russischer Raffinerien ab. Das
- 9:04:35ist wirkungslos, dass die AfD ernsthaft
- 9:04:38vorschlägt, so gegen hohe Energiepreise
- 9:04:40vorzugehen, ist einfach nur eine
- 9:04:43peinliche Nachtnur.
- 9:04:45[applaus]
- 9:04:47Aber es geht noch weiter. Heute
- 9:04:48berichtet die Financial Times, dass von
- 9:04:51drei Tankern mit russischem Diesel für
- 9:04:54die USA zwei in den letzten Tagen ihren
- 9:04:57Kurs geändert haben. Das eine Schiff,
- 9:05:00das noch auf dem Weg in die USA ist, hat
- 9:05:02keinen bestätigten Zielhafen. Ein echter
- 9:05:06Geniespreich, lieber Alfler.
- 9:05:09Der Deal ist genauso erfolgreich wie
- 9:05:11Trumps Maßnah für Deutschland wie für
- 9:05:16Trumps Republikaner bei den
- 9:05:17Zwischenmalen am Dienst.
- 9:05:20Dabei liegt die nachhaltige Lösung auf
- 9:05:22der Hand. Je wiger Deutschland auf Öl
- 9:05:25oder Gaslieferungen aus anderen Ländern
- 9:05:27angewiesen ist, desto besser und
- 9:05:29letztlich auch billiger. Deshalb der
- 9:05:32weitere Ausbau von Solar und
- 9:05:33Windkraftanlagen
- 9:05:35von Batteriespeichern,
- 9:05:37mehr Elektroautos für alle stärkt die
- 9:05:40Versorgungssicherheit
- 9:05:41und muss beschleunigt werden.
- 9:05:44Die Kriege,
- 9:05:46[applaus] die Kriege am Golf und der und
- 9:05:48in der Ukraine, die völkerrechtswidrigen
- 9:05:51Angriffe Russlands müssen beendet,
- 9:05:54Russlands und der USA müssen beendet
- 9:05:56werden. Die Regierung, die
- 9:05:58Bundesregierung sollte alles in ihrer
- 9:06:00Macht stehende dafür tun, Trumps
- 9:06:02angedrohten Angriff, neuen Angriff auf
- 9:06:05den Iran zu verhindern.
- 9:06:09[applaus]
- 9:06:10Jetzt kommt noch eine weitere und
- 9:06:11besonders absurde Nebelkerze. Die wirft
- 9:06:14jetzt Frau Ministerin Reiche in die
- 9:06:16Runde. Ihr Vorschlag für einen
- 9:06:18Spritpreisdeckel schlägt dem Vorschlag
- 9:06:21der AfD in Sachen Nutzlosigkeit in
- 9:06:24nichts nach. Der Spritpreisdeckel,
- 9:06:27[applaus]
- 9:06:29der Spritpreisdeckel soll nämlich nur
- 9:06:31dann eingeführt werden, wenn sich die
- 9:06:32Preise für Diesel und Benzin über Wochen
- 9:06:35erheblich über dem EU-Durchschnitt
- 9:06:37bewegen. Eine komplette Abkopplung von
- 9:06:41Reißentwicklung in den Nachbarstaaten
- 9:06:44hat es in den letzten 20 Jahren nie
- 9:06:47gegeben. Die Mineralölkonzerne lachen
- 9:06:50sich einen Ast. Die Abzocke an der
- 9:06:52Zapfsäule kann ungeniert weitergehen.
- 9:06:56Das ist vollständig unzureichend und
- 9:06:59muss verhindert werden. Danke schön.
- 9:07:02[applaus]
- 9:07:03Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 9:07:05Hans Koller für die Unionsfraktion.
- 9:07:08[applaus]
- 9:07:12Ja, liebe Frau Präsidentin, meine sehr
- 9:07:15verehrten Damen und Herren,
- 9:07:17äh die AfD hat mal wieder einen Antrag
- 9:07:20vorgelegt, äh wo man sich fragt, meinen
- 9:07:24die das wirklich ernst? Aber anscheinend
- 9:07:27meinen sie es ernst, äh oder ist es
- 9:07:31vielleicht doch eine, wie sich jemand
- 9:07:33bewerben als Vertriebsleiter äh bei
- 9:07:35Putins Gasproom? Meine Damen und Herren,
- 9:07:39ein Dieselabkommen mit Russland nach
- 9:07:41amischem Vorbild.
- 9:07:44Donald Trump macht kurz vor den Wahlen
- 9:07:47einen Dieseldeal mit Putin und die AfD
- 9:07:50ruft begeistert, das brauchen wir auch.
- 9:07:53Äh bevor wir hier amerikanische
- 9:07:57Erfolgsgeschichten erzählen, sollten Sie
- 9:07:59vielleicht auch einmal auf die Zahlen
- 9:08:02schauen. In den USA ist der Dieselpreis
- 9:08:06innerhalb eines Jahres von
- 9:08:07durchschnittlich 3,68
- 9:08:10auf 6,25
- 9:08:12jealone gestiegen. Ein Plus von rund
- 9:08:1670%, also ein deutlich höherer
- 9:08:19Prozentsatz als als bei uns. Und wann
- 9:08:22verkündet Trump seinen großartigen
- 9:08:24Dieseldeal am 9. Oktober wenige Tage vor
- 9:08:29den nicht ganz so erfolgreich
- 9:08:31verlaufenen Mittms? Meine sehr verehrten
- 9:08:34Damen und Herren, das ist das ist keine
- 9:08:37langfristige
- 9:08:39Energiestrategie, das ist einfach als
- 9:08:42billiger Wahlkampf gedacht gewesen. Aber
- 9:08:45vielleicht ist der Til ja wenigstens so
- 9:08:47gewaltig, wie Sie, liebe AfD, das
- 9:08:49glauben. Trump kündigt also insgesamt
- 9:08:521,8 Millionen Tonnen an. Klingt
- 9:08:56beeindruckend.
- 9:08:57Und äh
- 9:09:00der Kollege Sann hat gerade
- 9:09:02vorgerechnet, wie lange diese Menge dann
- 9:09:05in den Vereinigten Staaten reichen
- 9:09:07würde. Also nur wenige Tage. Man könnte
- 9:09:10sagen, es ist ein Vogelschiss, meine
- 9:09:13Damen und Herren. Und
- 9:09:17selbst und selbst diese Menge ist nicht
- 9:09:21ausschließlich für die USA bestimmt,
- 9:09:23sondern soll auf den Weltmarkt gelangen.
- 9:09:25weitere 3 Millionen Tonnen nur wenn die
- 9:09:28russischen Raffinerien überhaupt liefern
- 9:09:30können. Meine Damen und Herren,
- 9:09:33Lieferungen für wenige Tage mit
- 9:09:37Fragezeichen und sie verkaufen das als
- 9:09:40energiepolitischen Masterplan. Äh
- 9:09:43irgendwo fehlt mir hier die Fantasie. Äh
- 9:09:46in meinen Augen ist hier das
- 9:09:48kleingedruckte größer als die Strategie.
- 9:09:54[applaus]
- 9:09:54Und wissen Sie, selbst seine
- 9:09:57Parteifreunde in den Vereinigten Staaten
- 9:09:59haben nicht allzu viel gehalten. Mehrere
- 9:10:02republikanische Senatoren haben
- 9:10:04gemeinsam mit Demokraten gefordert, das
- 9:10:06Abkommen zurückzunehmen. Die
- 9:10:09amerikanischen Republikaner warnen vor
- 9:10:11dem Deal und die deutsche AfD möchte ihn
- 9:10:15am liebsten sofort kopieren. Das muss
- 9:10:17man auch erst einmal schaffen.
- 9:10:20Und eins ist doch klar, russische
- 9:10:23Energiegeschäfte bringen Putin
- 9:10:25Einnahmen, füllen seine Kriegskasse und
- 9:10:29diese Einnahmen kann er dann auch wieder
- 9:10:32in dem grausamen Angriffskrieg gegen die
- 9:10:34Ukraine verwenden. Meine Damen und
- 9:10:37Herren, wir versuchen Putin
- 9:10:39wirtschaftlich unter Druck zu setzen.
- 9:10:40Die AfD möchte ihm wieder die Kasse
- 9:10:43füllen. Deutschland hat sich unter
- 9:10:45erheblichen Anstrengungen aus dieser
- 9:10:48Abhängigkeit von diesem Dispoten befreit
- 9:10:52und sie wollen wieder zurück. Das kann
- 9:10:54doch keine richtige Politik sein, meine
- 9:10:56Damen und Herren.
- 9:10:58Im [applaus] Gegensatz zu Ihnen haben
- 9:11:01wir hier von verschiedenen Fehlern
- 9:11:03gelernt. Möchten Sie nicht wiederholen
- 9:11:05und Sie verkaufen uns das als
- 9:11:08Fortschritt. Aber ihr Antrag hat noch
- 9:11:10mehr zu bieten. Sie fordern sichere
- 9:11:12Getreidetransporte
- 9:11:13über das schwarze Meer. Eine wichtige
- 9:11:16Sache, keine Frage. Nur wer hat denn das
- 9:11:19ursprüngliche Getreideabkommen
- 9:11:222023 aufgekündigt?
- 9:11:25Russland selbst, meine Damen und Herren.
- 9:11:27Und jetzt soll ausgerechnet Russland als
- 9:11:30Partner für mehr Versorgungssicherheit
- 9:11:33hier herhalten.
- 9:11:35Das könnten sie ja tun, wenn sie so gute
- 9:11:37Dräte hätten. Wenn der Krieg beendet
- 9:11:40wird, es würde sich vieles es würde sich
- 9:11:43vieles auf dieser Welt verbessern, wenn
- 9:11:46ihre Freunde in Washington und in Moskau
- 9:11:50ihre ihre Kriege beenden würden. würde
- 9:11:53der Welt tatsächlich etwas helfen. Meine
- 9:11:56Damen und Herren, Energiesicherheit
- 9:11:58bedeutet bezahlbare Energie,
- 9:12:00verlässliche Lieferanten und politische
- 9:12:03Unabhängigkeit. Wir sind auf dem Weg
- 9:12:06dorthin, aber nicht mit einem solchen
- 9:12:09Schaufensterantrag.
- 9:12:11Sie geben fahren mit Vollgas rückwärts
- 9:12:14noch einmal: Nutzen Sie ihre Kanäle und
- 9:12:18sorgen Sie dafür, dass diese Kriege
- 9:12:20beendet werden. Dann wird es vieles
- 9:12:23besser auf dieser Welt. Herzlichen Dank.
- 9:12:27[applaus]
- 9:12:29Der nächste Redner in dieser Debatte und
- 9:12:31auch der letzte Redner in dieser Debatte
- 9:12:32ist Steffen Kotre für die AfD Fraktion.
- 9:12:36[applaus]
- 9:12:41Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 9:12:42geehrte Damen und Herren, also wenn ich
- 9:12:44mir die Reden noch mal Revue passieren
- 9:12:46lasse hier von den Vertretern der
- 9:12:48Altparteien, dann fehlt jemand. Dann
- 9:12:50fehlen nämlich die Bürger draußen an der
- 9:12:52Tankstelle, die davor stehen und diese
- 9:12:54großen und hohen Preise sehen. Das ist
- 9:12:57heute bisher überhaupt noch nicht zur
- 9:12:59Sprache gekommen und das ist schon
- 9:13:01erbärmlich, aber das reit sich natürlich
- 9:13:03ein in die Politik für andere, aber nur
- 9:13:06nicht fürs eigene Volk. Meine Damen und
- 9:13:07Herren, und äh nach der weltdümmsten
- 9:13:11Energiepolitik haben wir nun die
- 9:13:12weltdümmste Sanktionspolitik.
- 9:13:14Also andere Staaten importieren Öl und
- 9:13:17Gas allen voran. Die USA, wir haben
- 9:13:19drüber gesprochen, aber wir bezahlen
- 9:13:22andere, damit wir russische Lieferungen
- 9:13:25bekommen und nur deshalb, damit die
- 9:13:26Bundesregierung sagen kann, wir nehmen
- 9:13:28ja keine russischen Lieferung. Und jetzt
- 9:13:30sagen Sie bitte nicht, dass das eine
- 9:13:32kluge Politik ist, meine Damen und
- 9:13:34Herren.
- 9:13:36Grundsätzlich verteuern die LNG
- 9:13:38Lieferungen unsere Energieversorgung.
- 9:13:41Die Verweigerung russischer Lieferung
- 9:13:43führt im Gegensatz zu den Erzählungen
- 9:13:47hier auch der Vorredner. Sie führt zu
- 9:13:49den doppelten und dreifachen Preisen,
- 9:13:52weil russische Lieferung einfach
- 9:13:54unschlagbar preiswert gewesen sind.
- 9:13:56Meine Damen und Herren, diese
- 9:13:58Boikottpolitik
- 9:14:00macht uns an den Tankstellen arm. Die
- 9:14:02Heizkosten explodieren. VW streicht
- 9:14:0650.000 Stellen. Audi verlagert seine
- 9:14:09Produktion in die USA. Die
- 9:14:11Industrieproduktion ist in den letzten 5
- 9:14:14Jahren um mehr als 10% gesunken. Meine
- 9:14:17Damen und Herren, im übrigen, also die
- 9:14:21eigene Schwächung, die eigene Schwächung
- 9:14:22der Wirtschaftskraft Deutschlands
- 9:14:24schwächt auch die EU und sie schwächt
- 9:14:27auch die Handels Handelschancen für
- 9:14:29Drittländer. Das aber nur mal am Rande.
- 9:14:34Die Ukraine, Russland, sie werden in
- 9:14:37Zukunft wieder am Verhandlungstisch
- 9:14:40sitzen. auch wenn die EU und die
- 9:14:42Bundesregierung das vielleicht nicht so
- 9:14:44wollen und auch wir werden in der
- 9:14:46Zukunft wieder russische Lieferungen
- 9:14:49bekommen. Das sagt einfach schon der
- 9:14:51Blick auf die geopolitische Landkarte,
- 9:14:54meine Damen und Herren. Doch wie groß
- 9:14:55ist dann der Schaden, der uns bis dahin
- 9:14:58entstanden ist? Wir werden also klug
- 9:15:00beraten, die Sanktionen jetzt zu beenden
- 9:15:03und echte Friedensdiplomatie
- 9:15:05anzustoßen. Und wir werden klug beraten,
- 9:15:07wenn wir endlich den Weg der
- 9:15:09Energiesouveränität
- 9:15:11bescheiden, damit Deutschland souverän
- 9:15:13entscheidet und vor allen Dingen
- 9:15:15interessensgeleitet
- 9:15:16entscheidet.
- 9:15:19Es ist es ist auch höchste Zeit,
- 9:15:21Friedensverhandlung konstruktiv zu
- 9:15:24begleiten und ein Einstieg dazu bietet
- 9:15:27eben, wenn man mit den Ukrainern, mit
- 9:15:30den Russen verhandelt, dass eben diese
- 9:15:32Weizenlieferung über das schwarze Meer
- 9:15:35wieder ermöglicht werden können. Und
- 9:15:37hier könnte eben die EU und könnte die
- 9:15:39Bundesregierung zeigen, dass ihr der
- 9:15:41moralische Kompass nicht ganz und nicht
- 9:15:44zur Gänze abhanden gekommen ist. Und
- 9:15:46nein, der Außenminister hat eben nicht
- 9:15:49recht mit der einseitigen Behauptung,
- 9:15:50dass Russland hier einseitig
- 9:15:52torpedäiert, sondern eben auch die
- 9:15:54Ukraine.
- 9:15:55Letzter Satz, dass die Welt also mit
- 9:15:58Getreide versorgt, wird, ist wichtiger
- 9:16:00als Schuldzuweisungen und die Pflege
- 9:16:03antirussischer Reflexe.
- 9:16:07[applaus]
- 9:16:10So, damit schließe ich jetzt die
- 9:16:11Aussprache. Interfraktionell wird die
- 9:16:12Überweisung der Vorlage auf der
- 9:16:14Drucksache 8902
- 9:16:16an die in der Tagesordnung aufgeführten
- 9:16:18Ausschüsse vorgeschlagen. Die
- 9:16:20Federführung ist jedoch strittig. Die
- 9:16:22Fraktion der CDU CSU und der SPD
- 9:16:24wünschen die Federführung beim Ausschuss
- 9:16:25für Wirtschaft und Energie. Die Fraktion
- 9:16:28der AfD wünscht die Federführung beim
- 9:16:29auswärtigen Ausschuss. Ich lasse jetzt
- 9:16:31zuerst abstimmen über den
- 9:16:32Überweisungsvorschlag der Fraktion der
- 9:16:34AfD. Wer stimmt für diesen Vorschlag?
- 9:16:36Das ist die AfD Fraktion. Wer stimmt
- 9:16:38dagegen? Das sind alle übrigen
- 9:16:40Fraktionen. Der Überweisungsvorschlag
- 9:16:43ist damit abgelehnt. Ich komme jetzt zum
- 9:16:46ähm Überweisungsvorschlag der Fraktion
- 9:16:48der CDU, CSU und SPD, Federführung beim
- 9:16:50Ausschuss für Wirtschaft und Energie.
- 9:16:52Wer stimmt dafür? Die Unionsfraktion
- 9:16:55Bündnis 90, die Grün, die SPD und die
- 9:16:57Linke. Wer stimmt dagegen? Das ist die
- 9:16:59AfD Fraktion. Der Überweisungsvorschlag
- 9:17:02ist damit angenommen. Ich rufe jetzt auf
- 9:17:04die Tagesordnungspunkte 15a bis 15 sowie
- 9:17:08Zusat Zusatzpunkt 10
- 9:17:12Beratung
- 9:17:17Beratung von Vorlagen zur Änderung des
- 9:17:19Tierschutzgesetzes und der Tierschutz
- 9:17:21Nutztierhaltungsverordnung.
- 9:17:23Zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 9:17:25liegt ein Entschließungsantrag der
- 9:17:26Fraktion Bündnis 90 die Grünen vor. Für
- 9:17:29die Aussprache wurde eine Dauer von 30
- 9:17:31Minuten vereinbart. Ich eröffne jetzt
- 9:17:33hiermit die Aussprache. Wir beginnen mit
- 9:17:35der ersten Rednerin in dieser Debatte.
- 9:17:38Wir wechseln jetzt zügig bitte auch die
- 9:17:39Plätze und das ist für die
- 9:17:41Unionsfraktion Anna Eikens.
- 9:17:44[applaus]
- 9:17:50[applaus]
- 9:17:51Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 9:17:53Kolleginnen und Kollegen, heute
- 9:17:55diskutieren wir in der zweiten, dritten
- 9:17:57Lesung über die Novellierung vom
- 9:17:59Tierschutzgesetz. Und bei dem Thema
- 9:18:01Tierschutz, da wird jeder von uns ein
- 9:18:03anderes Bild vor Augen haben. Die eine
- 9:18:05denken vielleicht an ihre Haustiere,
- 9:18:08andere an Wildtiere, andere denken an
- 9:18:11Tierhaltung. Und es gibt unendlich viele
- 9:18:13Punkte, die man in diesem Thema
- 9:18:15besprechen muss, besprechen kann,
- 9:18:17diskutieren muss. Und heute machen wir
- 9:18:20einen weiteren wichtigen Schritt. Unser
- 9:18:23Tierschutzgesetz soll das Leben und das
- 9:18:25Wohlbefinden unserer Tiere in
- 9:18:27Deutschland schützen und in dieser Form
- 9:18:28gibt es das seit 1972.
- 9:18:31Die letzte Novellierung fand im
- 9:18:33Zusammenhang mit dem Verbot des
- 9:18:35Kükenschreders statt. In diesem Gesetz
- 9:18:37heute arbeiten wir also nicht nur einen
- 9:18:39Punkt im Koalitionsvertrag ab. Wir haben
- 9:18:42auch gemeinsam mit der Branche von den
- 9:18:44Startunternehmen bis hin zu den
- 9:18:45Tierschutzverbänden diskutiert, was
- 9:18:48notwendig ist, was wir umsetzen können
- 9:18:51und dabei geht es uns um eine neue
- 9:18:53Regelung heute für die Schlachtbetriebe,
- 9:18:55damit Tierschutz vor Ort besser
- 9:18:57kontrolliert werden kann. Und dabei
- 9:18:59möchte ich betonen, dass die
- 9:19:00Schlachtbetriebe bei uns in Deutschland
- 9:19:02nicht alle gleich sind. Es gibt große
- 9:19:04Schlachtbetriebe, die industriell
- 9:19:05produzieren. Es gibt kleine Betriebe mit
- 9:19:08weniger Schlachtmengen. Tierschutzgesetz
- 9:19:10regeln wir nun, dass eben diese großen
- 9:19:12Schlachtunternehmen eine verpflichtende
- 9:19:15Video einführen müssen. Videoüberwachung
- 9:19:18ist dabei in diesem Betrieben häufig
- 9:19:20nichts Neues. In großen Betrieben gibt
- 9:19:22es auf freiwilliger Basis schon häufig
- 9:19:24solche Einrichtungen. Diese gesetzliche
- 9:19:27Regelung schafft nun dabei bundesweit
- 9:19:29einheitliche Vorgaben und
- 9:19:31Rechtssicherheit.
- 9:19:32We was heißt denn jetzt eigentlich große
- 9:19:34Betriebe, von denen ich immer spreche?
- 9:19:36Wir reden von Betrieben mit mindestens
- 9:19:381000 Großführeinheiten pro Jahr oder
- 9:19:411000 150.000 Geflügel bzw. Kaninchen pro
- 9:19:45Jahr und diese Betriebe schlachten bei
- 9:19:47uns aber rund 90% der Tiere und dabei
- 9:19:51gibt es natürlich auch die kleineren
- 9:19:53Betriebe, die restlichen 10%, die aber
- 9:19:55eine andere Schlachtmenge haben und
- 9:19:57deswegen haben wir nämlich diese kleinen
- 9:19:59Betriebe ausgenommen. Dennoch bei
- 9:20:02konkreten Verdachtsfällen der Behörden
- 9:20:04können natürlich Maßnahmen angeordnet
- 9:20:06werden. Von 4000 Schlachtbetrieben
- 9:20:09werden jetzt lediglich 232 Betriebe in
- 9:20:12dieser gesetzlichen Verpflichtung
- 9:20:14aufgenommen. Die Zahlen habe ich eben
- 9:20:16schon erläutert.
- 9:20:18Wir haben das getan, weil nämlich auch
- 9:20:19uns diese Schlachtstruktur, die wir in
- 9:20:21Deutschland haben, in ihrer
- 9:20:22Heterogenität wichtig ist und wir da
- 9:20:24nicht weitere Steine in den Weg legen
- 9:20:27möchten. Ich habe eingangs schon betont,
- 9:20:29dass die jetzige vorliegende
- 9:20:31Novellierung ein erster Schritt ist, ein
- 9:20:33Punkt, wo wir ein Thema aufgegriffen
- 9:20:36haben. Es gibt weitere Punkte, über die
- 9:20:38wir reden können und müssen und heute
- 9:20:40habe ich mit Herrn Berinster auch schon
- 9:20:41den ersten wichtigen Schritt getan.
- 9:20:44In meinen Augen ist Tierschutz ein
- 9:20:46Thema, was natürlich viele Menschen
- 9:20:48berührt, uns alle und das sollte es auch
- 9:20:50tun. Und daher, ich habe es in meiner
- 9:20:52allerersten Rede bei der ersten Lesung
- 9:20:54schon gesagt, es ist wichtig, dass wir
- 9:20:55in den nächsten Schritt gehen, weitere
- 9:20:57Punkte angehen. Man hätte jetzt auch
- 9:20:59viel mehr regeln können, aber ich
- 9:21:00glaube, dann würden wir heute nicht in
- 9:21:02der zweiten, dritten Lesung stecken,
- 9:21:03sondern immer noch in den Diskussionen
- 9:21:04und Berichterstattergesprächen.
- 9:21:06Daher freue ich mich
- 9:21:09[applaus]
- 9:21:10daher freue ich mich, dass wir diesen
- 9:21:12konstruktiven Schritt auf dem Weg
- 9:21:14gebracht haben und hoffentlich schnelle
- 9:21:16weitere Folgen auf die nächsten
- 9:21:18Beratungen, die nächsten Diskussionen,
- 9:21:19die anstehen. Vielen Dank für die
- 9:21:21Aufmerksamkeit und die so gute und
- 9:21:23konstruktive Verhandlung. Herzlichen
- 9:21:25Dank. [applaus]
- 9:21:30Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 9:21:32für die AfD Fraktion Wern Schattner.
- 9:21:37[applaus]
- 9:21:41Frau Präsidentin, Herr Minister, meine
- 9:21:43Damen und Herren, was braucht
- 9:21:45Deutschland eigentlich noch? Noch mehr
- 9:21:47Kameras, noch mehr Bürokratie oder noch
- 9:21:50mehr Vorschriften? Ganz offenbar ja,
- 9:21:53denn genau das ist die Antwort dieser
- 9:21:55Bundesregierung auf nahezu jedes
- 9:21:57Problem. Und jetzt sollen also auch noch
- 9:21:59unsere Schlachthöfe verstärkt,
- 9:22:01verpflichtend mit Videokameras überwacht
- 9:22:03werden. Klar ist doch eins, wie Tiere
- 9:22:05quält, gehört bestraft, ohne wenn nun
- 9:22:08aber in aller Konsequenz schnell und
- 9:22:11hart. Aber meine Damen und Herren, wenn
- 9:22:13wir sehen, die Bilder, die uns vor
- 9:22:14wenigen Tagen aus einem Schlachthof in
- 9:22:16Schleswig-Holstein erreicht haben, diese
- 9:22:18Bilder sind erschüttert. Schweine werden
- 9:22:20geschlagen, Tiere geraten bei der CO2
- 9:22:22Betäubung in Panik und einem betäubten,
- 9:22:25aber noch lebenden Schwein wird ein
- 9:22:26Hinterbein abgetrennt. Und genau das
- 9:22:28sind Bilder, die niemand sehen möchte.
- 9:22:31Und solche Vorgänge müssen lükenlos
- 9:22:32aufgeklärt werden. Und wie gegen
- 9:22:34Tierschutzrecht verstoßen wurde, müssen
- 9:22:36die Verantwortlichen die Konsequenzen
- 9:22:38tragen. Sanktionen und persönliche
- 9:22:41Strafen für die Verantwortlichen müssen
- 9:22:43jetzt schnell und hart erfolgen. Und
- 9:22:46eins ist genauso klar, wir dürfen
- 9:22:47deshalb nicht eine ganze Branche unter
- 9:22:49Generalverdacht stellen. Tausende
- 9:22:52Beschäftigte in unseren
- 9:22:53Schlachtbetrieben leisten täglich
- 9:22:54verantwortungsvolle Arbeit. Sie
- 9:22:56verdienen Respekt und eben keine
- 9:22:58pauschale Vorverurteilung.
- 9:23:00Meine Damen und Herren, und jetzt frage
- 9:23:02ich Sie, was nützen die besten Kameras,
- 9:23:04wenn die zuständigen Behörden nicht
- 9:23:06genügend Personal haben, um die
- 9:23:07Aufnahmen auszuwerten? Was nützt ein
- 9:23:09neues Gesetz, wenn bestehende
- 9:23:11Vorschriften nicht konsequent
- 9:23:12durchgesetzt werden? Und was nützt uns
- 9:23:15weitere Überwachungspflicht, wenn
- 9:23:16tatsächliche Missstände dadurch nicht
- 9:23:18verhindert werden? Eine Kamera kann
- 9:23:21dokumentieren, was passiert, aber sie
- 9:23:23kann eben nicht eingreifen, wenn ein
- 9:23:25Tier gequält wird. Dafür brauchen wir
- 9:23:28vor allen Behörden, die personell in der
- 9:23:30Lage sind, ihre Aufgaben auch
- 9:23:32tatsächlich zu erfüllen.
- 9:23:35Stattdessen präsentiert uns diese
- 9:23:37Bundesregierung wieder einmal ein
- 9:23:38Gesetz, das neue Kosten, neue
- 9:23:40Dokumentationspflichten und neue
- 9:23:42Bürokratie verursacht. Und wer bezahlt
- 9:23:44das am Ende? unsere Unternehmen, unsere
- 9:23:47heimischen Fleischproduzenten und zum
- 9:23:49guten Schluss auch unsere Verbraucher.
- 9:23:51Meine Damen und Herren, gerade die
- 9:23:53kleinen und mittelständischen Betriebe
- 9:23:54stehen heute schon unter enormen
- 9:23:56wirtschaftlichen Druck. Hohe
- 9:23:58Energiepreise, steigen, Lohnkosten,
- 9:24:00immer neue Auflagen. Und dann wundern
- 9:24:02Sie sich noch, wenn immer mehr regionale
- 9:24:04Schlachtstätten verschwinden. Wir reden
- 9:24:06ja ständig von Regionalität und kurzen
- 9:24:09Transportwerken, aber die Realität sieht
- 9:24:11komplett anders aus. Gleichzeitig
- 9:24:13verschlechtern sie die wirtschaftlichen
- 9:24:14Rahmenbedingungen für genau diejenigen
- 9:24:16Betriebe, die regionale
- 9:24:18Fleischverarbeitung überhaupt erst
- 9:24:20ermöglichten. Und das ist doch der
- 9:24:22eigentliche gravierende Widerspruch
- 9:24:23ihrer Politik.
- 9:24:25Und wenn unsere heimische
- 9:24:26Fleischwirtschaft weiter unter Druck
- 9:24:28gerät, dann wandert die Verarbeitung
- 9:24:30eben ins Ausland ab. Dorthin, wo wir auf
- 9:24:32die Einhaltung unserer
- 9:24:34Tierschutzstandards eben gar keinen
- 9:24:36Einfluss mehr haben. Ist das ihr
- 9:24:38Verständnis von nachhaltigen Tierschutz?
- 9:24:40Unser Verständnis ist es, wer Tiere
- 9:24:42misshandelt, muss zur Verantwortung
- 9:24:44gezogen werden. Wer Vorschriften
- 9:24:46missachtet, muss mit empfindlichen
- 9:24:48Konsequenzen rechnen. Und wer wiederholt
- 9:24:50schwere Verstöße begeht, muss auch damit
- 9:24:52rechnen, seine Betriebserlaubnis am Ende
- 9:24:54zu verlieren.
- 9:24:57[applaus]
- 9:24:58Aber wir werden nicht zulassen, dass
- 9:24:59wegen des Fehlverhaltens einzelner eine
- 9:25:02gesamte Branche an den Branger gestellt
- 9:25:03wird. Tierschutz darf kein Vorwand für
- 9:25:06immer mehr Bürokratie und Überwachung
- 9:25:08sein. Wir brauchen keine Politik, die
- 9:25:10Probleme lediglich aufzeichnet. Wir
- 9:25:13brauchen eine Politik, die Probleme
- 9:25:14löst. Und deshalb fordern wir, [applaus]
- 9:25:19deshalb fordern wir konsequenter Vollzug
- 9:25:21statt pauschaler Überwachung, gezielte
- 9:25:23Kontrollen statt bürokratischer
- 9:25:25Dauerbelastung, endlich faire
- 9:25:27Wettbewerbsbedingungen für unsere
- 9:25:28heimische Fleischwirtschaft.
- 9:25:30Weiteschlachtung ermöglichen statt
- 9:25:32Industrieschlachtung. Denn eins muss
- 9:25:34doch unser gemeinsames Ziel sein. Tiere
- 9:25:36wirksam schützen, Arbeitsplätze erhalten
- 9:25:38und unsere regionale
- 9:25:39Lebensmittelqualität stärken. Meine
- 9:25:41Damen und Herren, Tierschutz entsteht
- 9:25:43nicht durch die Anzahl installierter
- 9:25:45Kameras, sondern durch Verantwortung,
- 9:25:47Kontrolle und konsequentes Handeln und
- 9:25:50genau deshalb leben wir ein Antrag ab.
- 9:25:52Vielen Dank.
- 9:25:54[applaus]
- 9:25:55Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 9:25:57Jens Bärens für die SPD Fraktion.
- 9:26:00[applaus]
- 9:26:05Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 9:26:07geehrter Bundesminister Reiner, sehr
- 9:26:09geehrte Kolleginnen und Kollegen. Vor
- 9:26:11der Sommerpause habe ich an dieser
- 9:26:13Stelle bereits erläutert, warum wir das
- 9:26:15Gesetz zur Einführung einer
- 9:26:16verpflichtenden Wiederüberwachung in
- 9:26:18Schlachthöfen grundsätzlich für
- 9:26:19notwendig halten. Seitdem haben wir
- 9:26:22innerhalb der Koalition darüber beraten,
- 9:26:24an welchen Stellen der Gesetzeswurf
- 9:26:26verbessert werden könnte. Abgesehen von
- 9:26:28zwei Anmerkungen des Bundesrates wird
- 9:26:31dieser Teil des Gesetzes heute nun
- 9:26:32unverändert zur Abstimmung stehen. Das
- 9:26:35hat in wesentlich zwei Gründe. Zum einen
- 9:26:37ist der Gesetzesentwurf bereits recht
- 9:26:39gut gelungen. Schließlich haben daran
- 9:26:41viele Fraktionen mitgewirkt, wenn man
- 9:26:43seine Entstehungsgeschichte bis in die
- 9:26:44letzte Wahlperiode zurückverfolgt.
- 9:26:47Insofern dürften sich auch die
- 9:26:48Kolleginnen und Kollegen der Grünen über
- 9:26:50diesen Gesetzesentwurf freuen. Zum
- 9:26:52anderen wollen wir zunächst abwarten,
- 9:26:54wie sich die neuen Regelungen in der
- 9:26:55Praxis bewehren, bevor wir an weiteren
- 9:26:58Stellschrauben drehen. Dabei wird es
- 9:27:00insbesondere um drei Fragen gehen.
- 9:27:03Verbessert die Videochung den Schutz der
- 9:27:05Tiere tatsächlich ausreichend? werden
- 9:27:07die Veterinärämter dadurch in ihrer
- 9:27:09Arbeit wirksam unterstützt und
- 9:27:11funktionieren die technischen Lösungen
- 9:27:12auch unter den praktischen Bedingungen
- 9:27:14in den Betrieben. Besonders gespannt bin
- 9:27:16ich darauf, welche Möglichkeiten sich
- 9:27:18durch den Einsatz künstlicher
- 9:27:19Intelligenz bei der Auswertung der
- 9:27:21Aufnahmen ergeben. Angesichts der jüngst
- 9:27:23öffentlich gewordenen Videoaufnahmen aus
- 9:27:25dem großen Töners Schlachtbetrieb in
- 9:27:27Kellinghusen, die zeigen, die Tiere
- 9:27:29misshandelt wurden, könnte man
- 9:27:31allerdings einwenden, dass solche
- 9:27:33Vorfälle offenbar selbst durch eine
- 9:27:34bereits bestehende freiwillige
- 9:27:36Videoüberwachung nicht verhindert werden
- 9:27:37konnten. Dennoch gehen wir mit der
- 9:27:39verpflichtenden Wiederüberwachung einen
- 9:27:41wichtigen Schritt weiter in die richtige
- 9:27:43Richtung. Dieser erschütternde Fall
- 9:27:45zeigt, dass es entscheidend darauf
- 9:27:46ankommt, die Kameras an den richtigen
- 9:27:48Stellen zu installieren und die
- 9:27:50Aufnahmen anschließend auch systematisch
- 9:27:52auszuwerten. Genau deshalb ist es so
- 9:27:54wichtig, dass das Gesetz den Einsatz von
- 9:27:56KI bei der Ausweicht.
- 9:28:03Neben dem Gesetz, über das wir heute
- 9:28:05entscheiden, gibt es allerdings weitere
- 9:28:07Regelungen im Zusammenhang mit der
- 9:28:08Schlachtung von Tieren, die wir angehen
- 9:28:10müssen. Der Bundesrat hat bereits im
- 9:28:12März 2022 eine Reihe von Forderungen
- 9:28:15formuliert, die über Verordnung zu
- 9:28:16regeln sind und denen ich mich
- 9:28:17ausdrücklich anschließen möchte. Dazu
- 9:28:20gehört zunächst, dass serienmäßig
- 9:28:21hergestellte Betäubungsgeräte
- 9:28:23zertifiziert sein müssen, bevor sie in
- 9:28:25Schlachthöfen eingesetzt werden dürfen.
- 9:28:27Was eigentlich selbstverständlich sein
- 9:28:28sollte, ist in Deutschland bislang noch
- 9:28:30nicht vorgeschrieben.
- 9:28:32Darinau sollen Betreiber und Hersteller
- 9:28:34verpflichtet werden können, neue Geräte
- 9:28:36für ihre in Betriebnahme eine technische
- 9:28:38Abnahme zu unterziehen und alle zwei
- 9:28:40Jahre deren Funktionsfähigkeit zu
- 9:28:42prüfen. Ein weiteres Thema, das in der
- 9:28:44Anhörung zu unserem Gesetzesentwurf
- 9:28:46angesprochen wurde und was mir
- 9:28:48persönlich besonders wichtig ist,
- 9:28:50betrifft die CO2 Betäubung von Schwein.
- 9:28:53Dieses Verfahren ist nach wie vor weit
- 9:28:55verbreitet, steht aber aus guten Gründen
- 9:28:58in der Kritik, denn die Tiere erleben
- 9:29:00vor dem Eintritt in die Bewusstlosigkeit
- 9:29:02regelmäßig erhebliche Belastungen wie
- 9:29:05Atten, Schmerzen oder ausgeprägte
- 9:29:07Angstreaktionen.
- 9:29:09der jüngst die jüngsten veröffentlichen
- 9:29:11Aufnahmen aus dem genannten
- 9:29:12Schlachtbetrieb haben diese Problematik
- 9:29:14auf erschütternde Weise erneut sichtbar
- 9:29:16gemacht. Ich halte diese Form der
- 9:29:18Betäubung für absolut Tierschutzbedrig.
- 9:29:21Es ist durchaus
- 9:29:25es ist durchaus denkbar, dass ich eines
- 9:29:27Tages auch Gerichte mit der Frage
- 9:29:28befassen werden, ob dieses Verfahren mit
- 9:29:31den Anfordern des Tierschutzgesetz
- 9:29:33vereinbar ist. Auch diejenigen, die an
- 9:29:35die bisherige Praxis festhalten wollen,
- 9:29:38sollte deshalb klar sein, sollte es zu
- 9:29:40einer entsprechenden rechtlichen
- 9:29:42Bewertung kommen, können die betroffenen
- 9:29:43Betriebe sehr kurzfristig vor
- 9:29:46erheblichen zeitlichen und
- 9:29:47wirtschaftlichen Herausforderungen
- 9:29:48stehen. Deshalb müssen wir die Forschung
- 9:29:50und Entwicklung tierschutzgerechter
- 9:29:52Betäubungsverfahren voranbringen und
- 9:29:54geeignete Alternativen möglichst schnell
- 9:29:56in die Praxis überführen.
- 9:30:00Ziel muss sein, die CO2 Betäubung
- 9:30:03komplett abzulösen. Dabei denke ich noch
- 9:30:05nicht einmal zwingend an staatliche
- 9:30:07Förderprogramme. Die wo notwendigen
- 9:30:09Investitionen in eine ernsthafte Suche
- 9:30:11nach Alternativen dürfte für eine
- 9:30:12Branche dieser Größe durchaus
- 9:30:14überschaubar sein. Entscheidend ist
- 9:30:16zunächst einmal, dass die Bereitschaft
- 9:30:18vorhanden ist, dieses Problem wirklich
- 9:30:20anzugehen. Und damit komme ich zum
- 9:30:22zweiten wichtigen Thema, dass wir mit
- 9:30:23unserem Änderungs mit unseren
- 9:30:25Änderungsantrag aufgreifen, dem
- 9:30:27Tierhaltungskennzeichnungsgesetz.
- 9:30:28Wir verschieben erneu dessen
- 9:30:30verpflichtende Anwendung, da wir uns
- 9:30:32noch im Notifizierungsverfahren für das
- 9:30:34Änderungsgesetz befinden. Mit diesem
- 9:30:36verfolgen wir wichtige Ziele, die von
- 9:30:38großen Teilen der Wirtschaft und der
- 9:30:40Verbändelandschaft mitgetragen werden.
- 9:30:42Dazu gehört insbesondere die Ausweitung
- 9:30:44der Kennzeichnung auf die
- 9:30:45Außerhausverpflegung, die Möglichkeit
- 9:30:47eines vollständigen Downgradings sowie
- 9:30:49die verpflichtende Einbeziehung
- 9:30:51ausländischer Ware. Gerade der letzte
- 9:30:53Punkt stellt uns vor besonderen
- 9:30:54europarechtlichen Herausforderung. Die
- 9:30:57EU-Kommission hat uns in ihren Antworten
- 9:30:59jedoch bereits Lösungswege aufgezeigt.
- 9:31:01Deshalb ziehen wir gerade jede
- 9:31:03verfügbare rechtliche und fachliche
- 9:31:05Expertise hinzu, um eine tragfreige und
- 9:31:07rechtsichere Lösung zu erreichen, die
- 9:31:10anschließend auch tatsächlich in der
- 9:31:11Praxis funktioniert. Herzlichen Dank und
- 9:31:14Glück auf.
- 9:31:17[applaus]
- 9:31:18Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 9:31:20ist Dr. Soe Meer.
- 9:31:23[applaus]
- 9:31:32Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen,
- 9:31:33heute geht es um Kameras in
- 9:31:35Schlachthöfen und ganz ehrlich, die
- 9:31:36brauchen wir auch. Es sind verdammt noch
- 9:31:38mal keine Einzelfälle, wenn Tiere in
- 9:31:40Schlachthöfen massivst misshandelt
- 9:31:42werden. Es ist kein Einzelfall, wenn ein
- 9:31:44Tier mit einer Metallstange geschlagen
- 9:31:46wird. Es ist kein Einzelfall, wenn ein
- 9:31:47Tier bei einer CO2 Betäubungsanlage mit
- 9:31:50sich kämpft und sich dabei verletzt. Es
- 9:31:52sind keine Einzelfälle, wenn lebenden
- 9:31:54Tieren Gliedmaßen abgeschnitten werden.
- 9:31:57Der Fall von Kelling Husen, ein Tönes
- 9:31:59Betrieb, der letzte Woche durch die
- 9:32:00Presse ging, ist kein Einzelfall. Er
- 9:32:02reit sich ein in eine Kette weiterer
- 9:32:05Skandale. Aschaffenburg, Wassertüingen,
- 9:32:07Bibarach, Oldenburg. Ich könnte die
- 9:32:10Liste endlos aufzählen. Es ist ein
- 9:32:12systematisches Problem. Und wenn wir
- 9:32:15schon,
- 9:32:17wenn wir uns schon nicht für Tiere
- 9:32:18interessieren, dann doch vielleicht
- 9:32:20zumindest für die Menschen, die in
- 9:32:21diesen Betrieben zugrunde gehen. 750
- 9:32:26Millionen Tiere essen die Deutschen
- 9:32:28jedes Jahr und die müssen natürlich auch
- 9:32:30irgendwie getötet werden. Und wir müssen
- 9:32:32uns ja nicht vormachen, dass das in
- 9:32:34geduldiger Kleinstarbeit passiert. Nein,
- 9:32:36das passiert in der Regel unter hohem
- 9:32:38Druck und unter Akkordarbeit. 432
- 9:32:43000 Tiere können im größten Schlachthof
- 9:32:45Deutschlands geschlachtet werden und
- 9:32:47zwar täglich. Und da stellt sich die
- 9:32:49Frage, wer möchte so eine Arbeit denn
- 9:32:51tun? Wenn ein Kind heute sagt: "Mein
- 9:32:54Berufswunsch ist es, jeden Tag tausende
- 9:32:56Tiere zu töten, dann würden wir uns doch
- 9:32:58instinktiv erstmal Sorgen um dieses Kind
- 9:33:01machen. Weil wenn wir tief in uns gehen,
- 9:33:03dann wissen wir doch alle, das ist kein
- 9:33:05Beruf wie jeder andere. Das ist ein
- 9:33:07Beruf mit einer unfassbaren Belastung,
- 9:33:09den man nur psychisch dann überstehen
- 9:33:11kann, wenn man es schafft, Emotionen von
- 9:33:13sich abzuspalten und ein Tier vielleicht
- 9:33:15nicht mehr als fühlendes Lebewesen zu
- 9:33:17sehen, sondern als Ressource, als
- 9:33:19Gegenstand. Und genau das ist das
- 9:33:21Problem. Genau das ist dieses System, in
- 9:33:23dem es Möglichkeiten gibt, dass Fehler
- 9:33:25und Gewalt entstehen. Und ja, wir haben
- 9:33:28auch eine Verantwortung den Menschen
- 9:33:29gegenüber in diesem System. Die
- 9:33:31Depressionsrate in solchen Betrieben ist
- 9:33:34alarmierend hoch.
- 9:33:36Wir brauchen eine flächendeckende Video
- 9:33:39in allen Schlachthöfen ausnahmslos und
- 9:33:41natürlich muss ich die auch irgendjemand
- 9:33:43anschauen. Da hat die Regierung leider
- 9:33:45keine Lösung parat. Das ist tragisch.
- 9:33:47Ich finde ja, jeder Mensch sollte das
- 9:33:49Recht haben, Bilder von Schlachthöfen zu
- 9:33:51sehen. Den Menschen sollte doch die
- 9:33:53Wahrheit über die Produkte, die sie
- 9:33:54essen, am Ende auch zumutbar sein. Es
- 9:33:56ist bezeichnet, dass es keinen einzigen
- 9:33:58Betrieb in Deutschland gibt, der Bilder
- 9:33:59und Videos seine Arbeit selbst
- 9:34:01veröffentlicht, nicht mal da, wo
- 9:34:03überhaupt keine Personenrechte betroffen
- 9:34:04sind. Wir Grüne, wir stehen für volle
- 9:34:06Transparenz, wir Grüne stehen für
- 9:34:08höchste Standards und wir stehen für
- 9:34:10anständige Kontrollen.
- 9:34:13Und nicht nur die Schlachtung hat ein
- 9:34:16Problem, auch die Tierwirtschaft an
- 9:34:18sich, das zeigt sich im Bereich der
- 9:34:20Geflügelhaltung ganz hervorragend.
- 9:34:23Die möglicherweise erbärmlichste Kreatur
- 9:34:27auf diesem Planeten hat der Mensch
- 9:34:28geschaffen. Es ist vielleicht die weiße
- 9:34:30Pute, die in Deutschland gemestet und
- 9:34:33gehalten wird. Mit der ursprünglichen
- 9:34:35Put hat dieses Tier wirklich gar nichts
- 9:34:36mehr zu tun. Das ursprüngliche Tier
- 9:34:38konnte toll fliegen, war ein sehr
- 9:34:39soziales Wesen. Die moderne Plute ist
- 9:34:42eigentlich eine groteske
- 9:34:43Fleischmaschine, zu der wir sie gemacht
- 9:34:45haben. Der sogenannte
- 9:34:46Züchtungsfortschritt sorgt dafür, dass
- 9:34:48dieses Tier so fett ist. Fliegen kann es
- 9:34:50auf jeden Fall nicht mehr. Ja, manche
- 9:34:52Tiere, die verdursten in den
- 9:34:54Haltungsanlagen, weil sie es nicht mehr
- 9:34:55schaffen, aufzustehen, um an die
- 9:34:57Wassertränke zu kommen. Und dazu kommt,
- 9:34:59dass wir die Tiere so eng
- 9:35:01zusammenperchen, dass sie versuchen, um
- 9:35:03sich zu picken, um sich Platz zu
- 9:35:04verschaffen. Eine Putenhaltungsanlage
- 9:35:07würde aussehen wie ein einziges Blutbad,
- 9:35:09wenn wir nicht jedes einzelne Küken die
- 9:35:12Schnabelspitze abschneiden würden. Das
- 9:35:14tut den Tieren enorm weh. Und deswegen
- 9:35:16im April diesen Jahres wurde
- 9:35:17höchstrichterlich festgestellt, die
- 9:35:19Putenhaltung in Deutschland ist nicht
- 9:35:20mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren.
- 9:35:22Die Bundesregierung und auch die
- 9:35:24Tierschutzbeauftragte der Minister, die
- 9:35:26haben jetzt die Aufgabe hier
- 9:35:27nachzulegen. Es darf nicht sein, dass
- 9:35:29wir jedes einzelne Tierschutzproblem in
- 9:35:31Deutschland immer weiter aufschieben und
- 9:35:33aussitzen. Das sind wir den Tieren
- 9:35:35schuldig, hier endlich tätig zu werden.
- 9:35:37Vielen Dank. [applaus]
- 9:35:42Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 9:35:43ist Latendorf für die Fraktion Die
- 9:35:45Linke. [applaus]
- 9:35:52[applaus]
- 9:35:53Sehr geehrte Frau Präsidentin,
- 9:35:55Kolleginnen,
- 9:35:57Schläge mit drei Pabeln ins Gesicht,
- 9:35:59dritte abgeschnittene Hinterfüße. Erst
- 9:36:01nach diesen Misshandlungen erfolgt eine
- 9:36:03Betäubung mit CO2 in einer dunkel
- 9:36:06Kapsel. Die Schweine schreien, führen
- 9:36:08den Erstickungskampf, bis letztlich der
- 9:36:11Todritt. Mit Verantwortung gegenüber
- 9:36:13Tieren hat das Rein gar nichts zu tun.
- 9:36:16Erst eine Woche ist es her, dass diese
- 9:36:18aufgenommenen Aufzeichnungen aus dem
- 9:36:21Schlachthof in Kerlinghusen, wir haben
- 9:36:22es gehört, publik wurden. Die Einführung
- 9:36:25der Videoüberwachung in Schlachthöfen am
- 9:36:27richtigen Ort soll Misshandlung nun
- 9:36:29aufdecken und verhindern. Und das ist
- 9:36:31längst überfällig, wie die Aufnahmen aus
- 9:36:33Kalinghusen zeigen. [applaus]
- 9:36:36Dass sie aus der Koalition die kleinen
- 9:36:38Schlachthöfe ausnehmen wollen, ist nicht
- 9:36:40zu rechtfertigen. Und 10 % der
- 9:36:43Schlachtiere rechtfertigen doch wohl
- 9:36:45eine ordentliche Überwachung. Tiere sind
- 9:36:47schützenswert, egal wo der Transport sie
- 9:36:49am Ende hinführt. Tierschutz gilt für
- 9:36:53alle Tiere. Selbst die Sachverständigen
- 9:36:55des deutschen Landkreistages
- 9:36:57folgten der in der Anhörung ihrer Logik
- 9:37:00nicht. Und das Tierschutzgesetz muss für
- 9:37:03alle Tiere gelten, muss alle Tiere
- 9:37:05schützen, auch die, die in kleinen
- 9:37:07Schlachthöfen landen, ohne, wenn und
- 9:37:10aber. Zum Tierschutz beim Schlachten
- 9:37:12gehört aber weit mehr.
- 9:37:14[jubel]
- 9:37:15Misshandlungen haben oft strukturelle
- 9:37:16Probleme, Ursachen für diese Probleme.
- 9:37:20Die Stichwörter hier Akkordarbeit ist
- 9:37:22sind gefallen, fehlende Tarifbindung,
- 9:37:24aber auch die Durchsetzung des
- 9:37:26Tierschutzes muss den Veterinären
- 9:37:27möglich sein. Praktikable, klare
- 9:37:31formulierte Regeln, Definition werden
- 9:37:34immer wieder gefordert. Die AVV, die
- 9:37:36allgemeine Verwaltungsvorschrift zum
- 9:37:37Tierschutzgesetz, die helfen könnte, ist
- 9:37:40nach wie vor hoffnungslos überaltet und
- 9:37:43hier muss endlich was passieren.
- 9:37:46Und [applaus] meine Damen und Herren,
- 9:37:47Koalitäre, heute geht es aber um auch um
- 9:37:50das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz,
- 9:37:52dass Sie mit einem Änderungsantrag durch
- 9:37:54die Hintertür hier wieder einmal
- 9:37:56verschieben. Und ich fordere: Nutzen Sie
- 9:37:58die zusätzliche Zeit nicht, um Ihre
- 9:38:01sichtbare Verweigerungshaltung zu
- 9:38:03manifestieren, sondern um nachzubessern.
- 9:38:06Denn eine Haltungsform wie Stall, in der
- 9:38:09Tiere sich kaum bewegen können, gehören
- 9:38:11nicht gekennzeichnet, sondern verboten.
- 9:38:15Erweitern Sie die erfassten Tierarten.
- 9:38:17Fassen Sie erfassen Sie den gesamten
- 9:38:19Lebenszyklus der Türe, dann wäre es
- 9:38:21wirklich ein transparentes Gesetz und
- 9:38:24würde für mehr Verbraucherinformationen
- 9:38:26sorgen. Und ein Blick in unseren Antrag
- 9:38:28zeigt, welche Änderungen im
- 9:38:30Tierschutzgesetz tatsächlich noch nötig
- 9:38:32sind, um Tiere wirksam zu schützen. Wir
- 9:38:35sprechen immer wieder über Tierwohl und
- 9:38:37Tiergesundheit, aber eine Vielzahl
- 9:38:39insbesondere auch landwirtschaftlich
- 9:38:40genutzter Tiere kommen schon krank auf
- 9:38:42die Welt. Beenden Sie die endlich die
- 9:38:45Qualzucht. Beenden Sie die unhaltbaren
- 9:38:47Transporte in Tierschutz
- 9:38:49Hochrisikostaten. Beenden Sie die
- 9:38:51Anbithaltung. Regeln Sie endlich den
- 9:38:53Onlinehandel. Regeln Sie die
- 9:38:54Tierversuche. Die Liste könnte noch
- 9:38:56länger sein, aber fangen Sie endlich
- 9:38:58damit an.
- 9:39:00[applaus]
- 9:39:01Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 9:39:03ist für die Unionsfraktion Christina
- 9:39:05Stump.
- 9:39:08[applaus]
- 9:39:12Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 9:39:14Kolleginnen und Kollegen, mit dem
- 9:39:16vorliegenden Gesetzespaket stärken wir
- 9:39:18den Tierschutz in Deutschland und
- 9:39:19schaffen die notwendige Zeit für eine
- 9:39:21praxistaugliche
- 9:39:22Tierhaltungskennzeichnung.
- 9:39:24Wir führen die verpflichtende
- 9:39:25Wiederüberwachung in Schlachthöfen ein.
- 9:39:27Die Videochung unterstützt die amtlichen
- 9:39:29Kontrollen und hilft Tierschutzverstöße
- 9:39:31aufzuklären. Wir erfassen dabei die
- 9:39:33größeren Betriebe, in denen mehr als 90%
- 9:39:37aller Tiere geschlachtet werden. Aber
- 9:39:39auch in kleineren Betrieben können die
- 9:39:41Behörden bei konkreten Hinweisen auf
- 9:39:43Verstöße die Videochung anordnen. So
- 9:39:46bringen wir den Tierschutz voran und
- 9:39:48zwar zielgerichtet, verhältnismäßig und
- 9:39:50Bürokratiearm.
- 9:39:52Bei der Tierhaltungskennzeichnung
- 9:39:54verabschieden verschieben wir den
- 9:39:56verpflichteten Start vom 1. Januar 2027
- 9:39:59auf den 1. Oktober 2027. Diese Zeiten
- 9:40:02nutzen wir, um das Gesetz der Ampel
- 9:40:05grundlegend zu überarbeiten, denn unsere
- 9:40:07Landwirtinnen und Landwirte brauchen
- 9:40:08Regeln, die im Alltag funktionieren. Den
- 9:40:11Entwurf für diese Reform haben wir
- 9:40:13bereits erarbeitet. Er liegt der
- 9:40:15Europäischen Union Kommission vor. Die
- 9:40:18Kommissionen und mehrere Mitgliedstaaten
- 9:40:19haben in den laufenden
- 9:40:21Notifizierungserfahren Einwinde erhoben.
- 9:40:23Deshalb braucht das Verfahren mehr Zeit.
- 9:40:25Es gilt Sorgfalt für Schnelligkeit. Wir
- 9:40:28sind aber zuversichtlich, einen
- 9:40:29europarechtlichen tragfähigen Weg zu
- 9:40:31finden. Dazu liegen nicht nur
- 9:40:33Rechtsgutachten vor, auch die Kommission
- 9:40:36selbst gibt uns ihren ihrer in ihrer
- 9:40:38Stellungnahmen entsprechende Hinweise.
- 9:40:40Daher verschieben wir das Gesetz nicht
- 9:40:42nur noch einmal, wir greifen auch
- 9:40:44Anmerkungen direkt auf, die bereits vom
- 9:40:47Kollegen erwähnten, bei zertifizierten
- 9:40:49Biobetrieben wollen wir bestehende
- 9:40:51Nachweise nutzen und doppelte
- 9:40:53Meldepflichten vermeiden. zwei.
- 9:40:55[applaus]
- 9:41:00Zwei wichtige Punkte möchte ich hier
- 9:41:02noch mal benennen. Erstens, für uns ist
- 9:41:04klar, auch ausländische Ware muss
- 9:41:06dringend einbezogen werden, sonst hätten
- 9:41:09wir die absurde Situation, dass
- 9:41:11transparent gekennzeichnetes Fleisch aus
- 9:41:13Deutschland im Kühlregal direkt neben
- 9:41:15den nicht gekennzeichnen ausländischen
- 9:41:17Fleisch liegt. Eine verpflichtende
- 9:41:20Kennzeichnung nur für deutsche Erzeuger
- 9:41:22verzerrt den Wettbewerb und schwächt die
- 9:41:24heimische Tierhaltung in Deutschland.
- 9:41:27[applaus] Das ist für uns nicht
- 9:41:29akzeptabel. Einseige Benachteiligung
- 9:41:31wird es mit uns nicht geben. Wir stehen
- 9:41:33hinter unserer heimischen
- 9:41:35Landwirtschaft.
- 9:41:37Zweitens, wir brauchen ein vollständiges
- 9:41:39Downcrating. Das heißt, Fleisch aus
- 9:41:41einer höheren Haltungsform muss auch
- 9:41:43unter einer niedrigen Stufe vermarktet
- 9:41:45werden dürfen. Wer in mehr Tierwohl
- 9:41:47investiert, darf nicht Gefahr laufen,
- 9:41:49auf seiner Ware sitzen zu bleiben.
- 9:41:51Gerade dann müssen wir dafür sorgen,
- 9:41:53inländische Erzeuger nicht zu
- 9:41:54benachteiligen und die Grundlage für
- 9:41:56eine bürokratisarme Umsetzung der
- 9:41:58Kennzeichnung zu schaffen. Wir brauchen
- 9:42:00einfache Nachweise und Abläufe, die auch
- 9:42:02kleine Unternehmen bewältigen können. In
- 9:42:04den kommenden Wochen werden wir die
- 9:42:06verbleibenden offenen Fragen klären. Für
- 9:42:09uns als Union ist klar, eine
- 9:42:10verpflichtende
- 9:42:11Tierhaltungsbekennzeichnung
- 9:42:13muss am Tierwohl orientiert und vor
- 9:42:15allem praxistauglich sein. Vielen
- 9:42:17herzlichen Dank. [applaus]
- 9:42:21Der nächste Redner dieser Debatte ist
- 9:42:23für die AfD Fraktion Dani Meines.
- 9:42:27[applaus]
- 9:42:36Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 9:42:37Damen und Herren, unsere Schlachthöfe
- 9:42:40zählen zu der am strengsten überwachten
- 9:42:42Einrichtung in der
- 9:42:43Lebensmittelproduktion.
- 9:42:45Amtliche Veterinäre überwachen die
- 9:42:47Schlachtung, regelmäßige Kontrollen,
- 9:42:49Dokumentationspflichten und
- 9:42:51Tierschutzbeauftragte
- 9:42:53und so weiter. Wogegen den Tierschutz
- 9:42:55verstoßen wird, muss dies lückenlos
- 9:42:57aufgeklärt und auch sanktioniert werden.
- 9:43:00Das steht völlig außer Frage.
- 9:43:03Es kann aber nicht sein, dass
- 9:43:04hartarbeitende Menschen in unseren
- 9:43:06Lebensmittelverarbeiten Betrieben unter
- 9:43:08ein Generalverdacht gestellt werden.
- 9:43:11Die Bundesregierung möchte nun eine
- 9:43:13verpflichtende Video in größeren
- 9:43:15Schlachtereien einführen. Aber ist das
- 9:43:17wirklich das ganz große Problem?
- 9:43:21Mit dem Landwirtschaftsausschuss habe
- 9:43:22ich erst kürzlich ein
- 9:43:23Geflügelschlachthof besucht. Dort konnte
- 9:43:26ich mir selbst ein Bild von der
- 9:43:27vergleichsweise schonenden CO2 Betäubung
- 9:43:30der Hähnchen machen. Doch was für das
- 9:43:33Huhn gilt, gilt noch lange nicht für die
- 9:43:35Sau.
- 9:43:38Die aktuellen Bilder aus einem
- 9:43:40Schweineschlachtbetrieb in Kellinghusen
- 9:43:42sollten uns nachdenklich stimmen.
- 9:43:44Kameras können Verstöße aufzeichnen. Sie
- 9:43:47können Beweise liefern und Täter
- 9:43:49überführen,
- 9:43:51aber was sie nicht können, ist Millionen
- 9:43:53von Schweine beruhigen, wenn diese beibe
- 9:43:55herablassen ins CO2 nach Luft schnappen,
- 9:43:59panisch um den Legen kämpfen,
- 9:44:00schließlich mit Krämpfen
- 9:44:01zusammenbrechen, um dann nach 30
- 9:44:03Sekunden endlich das Bewusstsein zu
- 9:44:05verlieren.
- 9:44:06Und was passiert, wenn die Betäubung
- 9:44:08nicht richtig funktioniert? Wenn ein
- 9:44:09Schwein nicht vollständig bewusstlos
- 9:44:11wird oder vor seinem Tod wieder zu sich
- 9:44:14kommt? Was hilft diesem Tier in diesem
- 9:44:16Moment die Kamera?
- 9:44:19Sie wollen das Leitertierme filmen, wir
- 9:44:21wollen es verhindern.
- 9:44:25[applaus]
- 9:44:25Wenn die AfD regiert, werden wir die
- 9:44:27einzelnen Betäubungsverfahren genau
- 9:44:29prüfen und am Ende bessere Lösungen
- 9:44:31finden. Staatssekretärin Berichtete
- 9:44:34kürzlich im Ausschuss, dass die
- 9:44:36Bundesregierung ja daran arbeite und es
- 9:44:38auch Fortschritte gebäe, diese aber noch
- 9:44:40nicht praxistauglich sein. Aber wann ist
- 9:44:42es denn soweit? Wann sind die Ergebnisse
- 9:44:44zu erwarten?
- 9:44:46Dieses Thema ist nicht neu. Ich erinnere
- 9:44:49mich, dass schon vor 30 Jahren wurde es
- 9:44:51diskutiert. Alternative Verfahren wieder
- 9:44:54Hochdruck Wasserstrahl waren es damals,
- 9:44:56die da Hoffnung machten. Doch bis heute
- 9:44:58fehlen die Alternativen.
- 9:45:00Einzelne Tierschutzverstöße wird ihr
- 9:45:03Gesetz vermutlich verhindern können.
- 9:45:05Sicher ist selbst das nicht. Würden Sie
- 9:45:07das Gesetz auch wenigstens befristen, um
- 9:45:10anschließend überprüfen zu können, wie
- 9:45:11es denn überhaupt wirkt?
- 9:45:15Zu welchem Preis das alles?
- 9:45:18Wir bekommen ein Überwachungsgesetz, das
- 9:45:20Betriebe zusätzlich belastet,
- 9:45:22Beschäftigte verdächtigt,
- 9:45:24Misstrauenschaft
- 9:45:26zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten,
- 9:45:28dann die Kosten für Branche und Länder
- 9:45:31und die wirklichen Probleme, die bleiben
- 9:45:33bestehen und werden nicht gelöst. Statt
- 9:45:35eines durchdachten Gesamtkonzepts
- 9:45:37präsentieren Sie eine isolierte
- 9:45:39Einzelmaßnahme. Aus diesen Gründen
- 9:45:42lehnen wir ihren Antrag ab. Ihr ja
- 9:45:44gesetz ab. Ja.
- 9:45:47[applaus]
- 9:45:49Den Schluss in dieser Debatte macht
- 9:45:51Alexander Engelhart für die
- 9:45:52Unionsfraktion.
- 9:45:54[applaus]
- 9:46:08Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 9:46:09geehrte Damen und Herren, liebe
- 9:46:10Kolleginnen und Kollegen.
- 9:46:13In Deutschland kann man Fleisch mit
- 9:46:14guten Gewissen essen. Damit meine ich
- 9:46:17nicht beliebig viel, sondern aus Sicht
- 9:46:19des Tierschutzes.
- 9:46:21Deutschland hat beim Tierschutz hohe
- 9:46:23Standards. Unsere Bäuerinnen und Bauern
- 9:46:25ziehen ihre Tiere mit großer Sorgfalt
- 9:46:28auf.
- 9:46:29In den Schlachthöfen arbeiten Menschen,
- 9:46:30die ihr Handwerk verstehen. Darauf
- 9:46:32können sich Verbraucherinnen und
- 9:46:34Verbraucher verlassen.
- 9:46:36Und Frau Dr. Meer, wir nennen das
- 9:46:38Schlachten, sieen es töten. Das ist
- 9:46:41Populismus.
- 9:46:43Gute Standards,
- 9:46:46gute Standards verdienen Transparenz.
- 9:46:48Deshalb wird die Videoüberwachung in
- 9:46:50allen großen Schlachthöfen Pflicht.
- 9:46:53Damit überpass erfassen wir über 90% der
- 9:46:55Schlachtungen in Deutschland. Es gibt
- 9:46:57das Bedürfnis nach einer Zwischenfrage.
- 9:46:59Wollen Sie die zulassen,
- 9:47:00sehr gerne?
- 9:47:03Nachdem die Kollegin so direkt
- 9:47:04angesprochen worden ist.
- 9:47:06Ja, ganz herzlichen Dank. Also ihr
- 9:47:07erster Satz, dass man äh in Deutschland
- 9:47:10Fleisch mit einem guten Gewissen essen
- 9:47:11kann, da würde ich jetzt gerne noch mal
- 9:47:13auf die Putenindustrie verweisen. Da
- 9:47:15gibt's ja das höchstrichterliche Urteil,
- 9:47:16dass es nicht mit dem Tierschutzgesetz
- 9:47:18vereinbar ist, was in Deutschland
- 9:47:19stattfindet. Also, wie sehen Sie die
- 9:47:21Industrie? Was plant denn da die CDU,
- 9:47:23CSU? sind keine Pläne bekannt.
- 9:47:27[applaus]
- 9:47:30Ja, vielen Dank für die Zwischenfrage,
- 9:47:31Fr. Dr. Meer,
- 9:47:33wir haben in Deutschland die höchsten
- 9:47:35Standards weltweit. Alle Schlachtungen,
- 9:47:38die wir hier verbieten, wurden in
- 9:47:40anderen Ländern mit weniger Tierschutz
- 9:47:42ausgeführt. Und sie können doch nicht
- 9:47:44bestreiten, dass wenn man ein Tier zum
- 9:47:47Verzehr schlachtet, dass es töten ein
- 9:47:50weiter übergegriff ist und schlachten
- 9:47:53schon die deutliche Kennzeichnung ist,
- 9:47:54dass es tierschutzgerecht getötet wird
- 9:47:57und zum Verzehr verwendet wird. Und ich
- 9:48:00denke, das ist schon ein Unterschied und
- 9:48:02da müssen wir auch hier sachlich bleiben
- 9:48:04und darum habe ich diese Aussage
- 9:48:05getätigt und so stehe ich auch.
- 9:48:09[applaus]
- 9:48:14[husten][räuspern]
- 9:48:14Und meine Damen und Herren von der AfD,
- 9:48:16sie sprechen von Generalverdacht.
- 9:48:19[räuspern] Das Gegenteil ist richtig.
- 9:48:21Die Kamera ist kein Misstrauensvotum.
- 9:48:23Sie ist der Beweis für fachgerechtes
- 9:48:25Arbeiten. Viele Betriebe filmen längst
- 9:48:27freiwillig und die Idee kommt von der
- 9:48:29Branche selbst. Gleichzeitig fordern sie
- 9:48:32mehr Überwachungspersonal.
- 9:48:34Diesen Widerspruch [räuspern]
- 9:48:36zeigt sich, dass sie nicht wirklich hier
- 9:48:38sachlich argumentieren
- 9:48:41[räuspern] und den Linken, die jede
- 9:48:43Dorfmetzgerei verkabeln wollen, sage ich
- 9:48:45Tierschutz braucht Vernunft, nicht
- 9:48:47Misstrauen und Bürokratie bis in den
- 9:48:48letzten Winkel. Der Metzge im Dorf
- 9:48:51bleibt ausgenommen.
- 9:48:52Herr Kollege, es gibt jetzt noch eine
- 9:48:54Zwischenfrage aus der AfD Fraktion,
- 9:48:57bitte.
- 9:48:57Bitte schön.
- 9:49:00schön
- 9:49:02vielen Dank, dass Sie das zulassen. Ähm,
- 9:49:05sie sagen, es ist kein Generalverdacht,
- 9:49:07das ist äh quasi noch zum Schutz
- 9:49:09beschäftigten. Ich habe lange in der
- 9:49:11Industrie gearbeitet, dort wird auch,
- 9:49:13weil äh Werkzeuge weggekommen sind, hat
- 9:49:15der Geschäftsführer auch drüber
- 9:49:16nachgedacht, ebenfalls eine Kam Kameras
- 9:49:19einzuführen.
- 9:49:21Da waren es die Gewerkschaften, die ja
- 9:49:23eben Koalitionspartner sehr nah ster
- 9:49:25standen, die dagegen Sturm gelaufen sind
- 9:49:28und sagten dass das eben schon ein
- 9:49:30Generalverdacht ist. Also, wo ist denn
- 9:49:32da der Unterschied jetzt?
- 9:49:34[räuspern]
- 9:49:36Also der Unterschied ist mal, also
- 9:49:38dieses Argument ist schon alter von
- 9:49:40ihrer Seite und ganz klar muss man
- 9:49:43sagen, dass die Branche selber diese
- 9:49:45Transparenz vorschlägt, weil die
- 9:49:47Transparent schafft Vertrauen und
- 9:49:48Sicherheit und drum sagt die Branche
- 9:49:50selber bitte, man kann es kontlich
- 9:49:53filmen und praktisch von den
- 9:49:54Überwachungsbehörden zuschauen, dass
- 9:49:56alles sachgerecht ausgeführt wird und
- 9:49:58das ist der richtige Weg und mehr
- 9:50:00Personal ist der falsche Weg in der
- 9:50:02heutigen Zeit und mehr Personal werden
- 9:50:04nicht weniger Überwachung bloß viel
- 9:50:05aufwendiger und darum macht es wenig
- 9:50:07Sinn.
- 9:50:15Wir wollen kleine Betriebe nicht mit
- 9:50:17Technik und Bürokratie überfordern. Jede
- 9:50:19Metzkerei, die zusport, bedeutet längere
- 9:50:21Transportwege und lange Wege sind
- 9:50:23weniger Tierwohl. Gibt es Hinwe Hinweise
- 9:50:26auf Verstöße, ordnet die Behörde auch
- 9:50:29dort Kameras an ohne wenn und aber. Am
- 9:50:31Ende geht es um Respekt, Respekt vor dem
- 9:50:34Tier und Respekt vor den Bauern und
- 9:50:37Metzgern.
- 9:50:38Tierschutz und Genuss sind kein
- 9:50:40Gegensatz. Sie gehören zusammen wie der
- 9:50:42Hof und der Metzger am Dorf. Dieses
- 9:50:45Gesetz schützt die Tiere, stolt die
- 9:50:47Ehrlichen und lässt unsere kleinen
- 9:50:49Betriebe leben. Das ist Tierschutz mit
- 9:50:51Augen nass. Ich bitte um Zustimmung.
- 9:50:52Vielen Dank.
- 9:50:55[applaus]
- 9:50:57Damit schließe ich die Aussprache. Wir
- 9:50:59kommen jetzt zur Abstimmung über den von
- 9:51:00der Bundesregierung eingebrachten
- 9:51:02Gesetzentwurf zur Änderung des
- 9:51:03Tierschutzgesetzes. Der Ausschuss für
- 9:51:06Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
- 9:51:07empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung
- 9:51:09auf der Drucksache 8947
- 9:51:11den Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 9:51:14auf der Drucksache 6809 in der
- 9:51:16Ausschussfassung anzustimmen
- 9:51:19anzustimmen anzunehmen. Ich bitte jetzt
- 9:51:21diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der
- 9:51:23Ausschussfassung zustimmen wollen, um
- 9:51:25das Handzeichen, das ist die
- 9:51:26Unionsfraktion und die SPD Fraktion, wer
- 9:51:29stimmt dagegen? Das die AfD Fraktion und
- 9:51:31die Fraktion Bündnis 90 die Grün. Wer
- 9:51:33enthält sich? Die Fraktion die Linke.
- 9:51:35Der Gesetzentwurf ist damit in zweit der
- 9:51:37Beratung angenommen. Dritte Beratung und
- 9:51:39Schlussabstimmung. Ich bitte jetzt
- 9:51:40diejenigen, die dem Gesetzentwurf
- 9:51:42zustimmen wollen, sich zu erheben. Das
- 9:51:45Unionsfraktion und die SPD Fraktion. Wer
- 9:51:48stimmt dagegen? Das ist die AfD
- 9:51:50Fraktion. und die Fraktion Bündnis 90,
- 9:51:52die Grünen. Wer enthält sich? Das ist
- 9:51:55die Fraktion Die Linke. Der
- 9:51:56Gesetzentwurf ist damit angenommen. Wir
- 9:51:58kommen jetzt zur Abstimmung über den
- 9:52:00Entschließungsantrag der Fraktion
- 9:52:02Bündnis 90, die Grünen auf der
- 9:52:03Drucksache 8976.
- 9:52:06Wer stimmt dafür, dass die Fraktion
- 9:52:08Bündnis 90 die Grünen und die Fraktion
- 9:52:10die Linke, Wer stimmt dagegen? Die AfD
- 9:52:13Fraktion, die Unionsfraktion und die SPD
- 9:52:15Fraktion. Damit ist der
- 9:52:16Entschließungsantrag
- 9:52:18abgelehnt. Tagesordnungspunkt
- 9:52:2015blussempfehlung
- 9:52:21des Ausschusses für Landwirtschaft,
- 9:52:23Ernährung und Heimat zu dem Antrag der
- 9:52:24AfD Fraktion mit dem Titel Keine
- 9:52:27verpflichtende Video in schwach
- 9:52:29Schlachthöfen in Deutschland. Der
- 9:52:31Ausschuss empfiehlt in seiner
- 9:52:32Beschlussempfehlung auf der Drucksache
- 9:52:345435 den Antrag der Fraktion der AfD auf
- 9:52:37der Drucksache 4944
- 9:52:40abzulehnen. Wer stimmt für diese
- 9:52:41Beschlussempfehlung? Die Unionsfraktion
- 9:52:43Bündnis 90 die Grünen, die SPD und die
- 9:52:46Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen?
- 9:52:48Ist die AfD Fraktion. Die
- 9:52:50Beschlussempfehlung ist damit
- 9:52:51angenommen. Tagesordnungspunkt 15
- 9:52:53Beschlussempfehlung des Ausschusses für
- 9:52:55Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zum
- 9:52:57Antrag der Fraktion Die Linke mit dem
- 9:52:58Titel ein Tierschutzgesetz, das Tiere
- 9:53:01wirksam schützt. Der Ausschuss empfiehlt
- 9:53:03in seiner Beschlussempfehlung auf der
- 9:53:05Drucksache 8969
- 9:53:07den Antrag der Fraktion Die Linke auf
- 9:53:09der Drucksache 199 abzulehnen. Wer
- 9:53:11stimmt für diese Beschlussempfehlung?
- 9:53:13Die AfD, die Unionsfraktion und die SPD
- 9:53:16Fraktion. Wer stimmt dagegen? Das ist
- 9:53:18die Fraktion Die Linke. Wer enthält
- 9:53:20sich? Das die Fraktion Bündnis 90 die
- 9:53:22Grünen. Die Beschlussempfehlung ist
- 9:53:23damit angenommen. Zusatzpunkt 10. 10.
- 9:53:28Interfraktionell wird die Überweisung
- 9:53:29der Vorlage auf Drucksache 8402 an den
- 9:53:32Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung
- 9:53:34und Heimat vorgeschlagen. Gibt es
- 9:53:35weitere Überweisungsvorschläge?
- 9:53:37Wenn das nicht der Fall ist, dann
- 9:53:39verfahren wir wie vorgeschlagen. Ich
- 9:53:41rufe jetzt auf den Zusatzpunkt 11,
- 9:53:43Beratung des Antrages der Fraktion der
- 9:53:45AfD mit dem Titel Ausgaben der
- 9:53:48gesetzlichen Krankenkasse für
- 9:53:49Grundsicherungsempfänge
- 9:53:51und Asylbewerber konsequent
- 9:53:53aufschlüsseln, Transparenz herstellen
- 9:53:55und Beitragszahler entlasten. Für die
- 9:53:57Aussprache wurde eine Dauer von 30
- 9:54:00Minuten vorgesehen. Liebe Kolleginnen,
- 9:54:01Kollegen, bitte wechseln Sie zügig die
- 9:54:05Plätze. Ich eröffne hiermit die
- 9:54:07Aussprache und der erste Redner in
- 9:54:09dieser Debatte ist für die AfD Fraktion
- 9:54:11Martin Sichert.
- 9:54:15[applaus]
- 9:54:18Frau Präsidentin, meine Damen und
- 9:54:19Herren, wir leisten uns in Deutschland
- 9:54:21etwas, das historisch und weltweit
- 9:54:23einzigartig ist. Millionen Ausländer,
- 9:54:25die noch nie auch nur irgendeine
- 9:54:27Leistung in Deutschland erbracht haben,
- 9:54:29werden genauso gut medizinisch versorgt
- 9:54:31wie Einheimische. Wenn man schon so ein
- 9:54:33weltweit einmaliges Experiment wagt,
- 9:54:36dann gehört auch dazu, dass man
- 9:54:37transparent darlegt, was das Ganze
- 9:54:40kostet. Das ist die Regierung und der
- 9:54:42Staat den Steuer und Beitragszahlern
- 9:54:44schuldig. Vor allem dann, wenn wie es
- 9:54:46der Fall ist, die Kosten des
- 9:54:48Gesundheitssystems immer weiter steigen
- 9:54:50und die Leistungen immer schlechter
- 9:54:51werden. Doch die Regierung mauert seit
- 9:54:54Jahren. Auf unsere Anfragen bekommen wir
- 9:54:55immer als Antwort: Die Regierung wisse
- 9:54:57nicht, welche Leistungen von Ausländern
- 9:54:59auf Kosten der Allgemeinheit in Anspruch
- 9:55:00genommen werden. Die Regierung wisse
- 9:55:02auch nicht, welche Kosten durch diese
- 9:55:04Ausländer entstehen. Wir bekommen
- 9:55:06höchstens Bruchstücke zu sehen, z.B.,
- 9:55:09dass 65% aller Tuberkulosepatienten
- 9:55:12Ausländer sind und dafür über 100
- 9:55:14Millionen jedes Jahr ausgegeben werden.
- 9:55:16Aber grundlegende Informationen zu
- 9:55:18Aufenthaltsstatus, Leistungsbezug oder
- 9:55:20aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen
- 9:55:21während der Behandlung sind Fehlanzeige.
- 9:55:24Tatsache ist doch, die Regierung will
- 9:55:26das gar nicht wissen, weil es
- 9:55:27möglicherweise genau das bestätigt, was
- 9:55:29der heutige Kanzler Friedrich Merärz vor
- 9:55:313 Jahren sagte, nämlich, dass
- 9:55:33Asylbewerber nach Deutschland kommen, um
- 9:55:35sich hier zulande die Zähne machen zu
- 9:55:37lassen. Und wenn sich herausstellt, dass
- 9:55:40das stimmt, dann müsste März ja
- 9:55:42plötzlich handeln und das will weder er
- 9:55:44noch die SPD oder die CDU. Die Regierung
- 9:55:47verschleiert, wo sie nur kann, bei den
- 9:55:49Kosten der illegalen Einwanderung. Damit
- 9:55:52muss endlich Schluss sein. [applaus]
- 9:55:57Wir sind nicht das Sozialamt für die
- 9:55:59ganze Welt. So ein bekanntes Zitat des
- 9:56:02ehemaligen Bundesgesundheitsministers
- 9:56:03Horst Seehofer. Recht hatte Horst
- 9:56:06Seehofer. Es gibt viele Berichte
- 9:56:07darüber, dass arme Ausländer gezielt
- 9:56:09nach Deutschland kommen, um sich dann
- 9:56:11hier zulande behandeln zu lassen. Diesen
- 9:56:13Menschen ist nicht zum Vorwurf zu
- 9:56:15machen, dass sie kommen, wenn
- 9:56:16Deutschland ihnen die Vollversorgung zum
- 9:56:18Nulltarif anbietet. Das ist vollkommen
- 9:56:21verständlich. Aber es ist eine Frage, ob
- 9:56:23wir uns das als Staat dauerhaft leisten
- 9:56:26können, ob es nicht unsere Verantwortung
- 9:56:27gegenüber den eigenen Bürgern ist, diese
- 9:56:29Praxis der Rundumversorgung für
- 9:56:31Ausländer im Sozialleistungsbezug zu
- 9:56:33beenden. Wir von der AfD wollen es
- 9:56:36beenden. Alle anderen Parteien wollen es
- 9:56:38weiterlaufen lassen. Lassen Sie uns
- 9:56:40gemeinsam die Daten ansehen, ob es denn
- 9:56:42so weitergehen kann. Wir leben Zahlen in
- 9:56:44Zeiten, in denen die Zuzahlungen immer
- 9:56:46weiter steigen, wo die Deutschen sich
- 9:56:48zweimal überlegen müssen, ob sie sich
- 9:56:50eine Zahnbehandlung noch leisten können,
- 9:56:52wo Menschen sterben, weil sie keinen
- 9:56:54zeitnahen Arztermin bekommen. Es ist
- 9:56:56einfach nur fair offen zu legen, wie
- 9:56:58viele Leistungen deutschen und
- 9:57:00leistungsbereiten Ausländern fehlen,
- 9:57:02weil der Staat sie an Ausländer im
- 9:57:04Sozialleistungsbezug verschenkt. Es ist
- 9:57:06schließlich nicht das Geld der
- 9:57:08Politiker, sondern es ist das Geld der
- 9:57:10Deutschen und der leistungsbereiten
- 9:57:13Ausländer, das hier verschenkt wird.
- 9:57:18[applaus]
- 9:57:21Wir fordern in diesem Antrag
- 9:57:23Transparenz. Eigentlich müsste man ja
- 9:57:25sogar noch weitergehen und nicht nur die
- 9:57:26Gesundheitskosten transparent machen,
- 9:57:28sondern alle Kosten, die an Ausländer im
- 9:57:31Sozialleistungsbezug rausgehen. Dazu
- 9:57:33gibt es nämlich nur Schätzungen. Die
- 9:57:35Regierung tut alles, um die wahren
- 9:57:37Kosten zu verschleiern. Schluss damit:
- 9:57:40Demokratie lebt von Transparenz. Ein
- 9:57:42Staat, der im Sinne der Bürger handelt,
- 9:57:44der hat nichts zu verbergen. Leben wir
- 9:57:46die Verantwortung des Staates gegenüber
- 9:57:49den Bürgern?
- 9:57:52[applaus]
- 9:57:52Leben wir die Verantwortung des Staates
- 9:57:54gegenüber den Bürgern? Leben wir
- 9:57:55Transparenz über die Ausgaben der
- 9:57:57Steuern und Beiträge? Stärken wir so
- 9:57:59gemeinsam die Demokratie? Vielen Dank.
- 9:58:03[applaus]
- 9:58:05Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 9:58:07Dr. Thomas Pauls für die Unionsfraktion.
- 9:58:11[applaus]
- 9:58:15Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 9:58:17geehrte Damen und Herren, liebe
- 9:58:18Kolleginnen und Kollegen von der AfD,
- 9:58:20vielen Dank, dass Sie um Ihre Gesindung
- 9:58:23kein Hejenigen,
- 9:58:25die den Antrag nicht kennen und noch
- 9:58:26überlegen, ob sich die Lektüre lohnt,
- 9:58:29nein, der Titel hätte eigentlich auch
- 9:58:30lauten können, wir haben keinen Plan für
- 9:58:32das Gesundheitssystem, aber irgendwas
- 9:58:33mit Grundsicherung und Asylbewerbern
- 9:58:35geht immer. Wie komme ich dazu, das zu
- 9:58:38behaupten? Na ja, sie behaupten,
- 9:58:40Transparenz herstellen zu wollen und
- 9:58:42wenn die Kosten dann transparent sind,
- 9:58:43dann wollen sie die Beitragszahler durch
- 9:58:45Steuergelder entlassen. Als Beleg für
- 9:58:47die Intransparenz verweisen Sie
- 9:58:48interessanterweise auf eine seitenlange
- 9:58:51Antwort der Bundesregierung auf Ihre
- 9:58:52eigene kleine Anfrage. Da stehen etliche
- 9:58:55relevante Variablen drin. Kosten nach
- 9:58:57Diagnose, nach Alter, nach Geschlecht,
- 9:58:58nach Kostenträgern und so weiter. Und da
- 9:59:00gibt's übrigens auch ein sehr klares
- 9:59:02Ergebnis. Der stärkste Kostentreiber ist
- 9:59:05das Alter. Und was machen Sie mit dieser
- 9:59:07Erkenntnis? Gar nichts kommt bei Ihnen
- 9:59:09überhaupt nicht vor, aber sie glauben
- 9:59:11anscheinend, dass Krankheiten einen
- 9:59:12Bogen um deutsche Arbeitende äh machen,
- 9:59:15denn sie interessieren eigentlich nur
- 9:59:16zwei Themen: Grundsicherung und
- 9:59:18Zuwanderung. Entsprechend fordern sie
- 9:59:20einen jährlichen Bericht zur Zitat
- 9:59:23Kostenbelastung des Gesundheitswesens
- 9:59:24durch nicht beitragszahlene
- 9:59:26Bevölkerungsgruppen und Zuwanderung. Das
- 9:59:28muss man mal wirken lassen. Menschen als
- 9:59:30Kostenbelastung, ein wirklich tolles
- 9:59:32Menschenbild, dass Sie hier haben. Und
- 9:59:34dazu möchte ich übrigens noch was
- 9:59:35anderes erwähnen. Sie versuchen ja einen
- 9:59:36Zusammenhang zwischen Zuwanderung und
- 9:59:38Kosten herzustellen. Dann sollten Sie
- 9:59:40sich aber auch immer noch mal in
- 9:59:41Erinnerung rufen, dass mittlerweile
- 9:59:42jeder vierte bzw. fünfte, der im
- 9:59:44Gesundheitssystem arbeitet, einen
- 9:59:46Migrationshintergrund hat von
- 9:59:47Kostenbelastung. kann da keine Rede
- 9:59:50sein.
- 9:59:52Nun, sie wollen ja Transparenz erstellen
- 9:59:54und auch die Beitragszahler entlasten.
- 9:59:56Da will ich Ihnen aber helfen. Das finde
- 9:59:57ich ja grundsätzlich gut. Sie beklagen
- 9:59:59in Transparenz im folgenden. Erstens
- 10:00:00beim Asylbewerberleistungsgesetz.
- 10:00:02Die Ausgaben stehen beim Statistischen
- 10:00:04Bundesamt und ihrem eigenen Antrag
- 10:00:06zitieren Sie einen Artikel, der sagt
- 10:00:07ungefähr der Kosten des Gesundheits
- 10:00:09liegt da bei 10 %. Nun, ich weiß nicht,
- 10:00:11ob Sie das überhaupt wussten, aber die
- 10:00:13Kosten werden nicht vom Gesundheitsfond,
- 10:00:15die werden auch nicht von den
- 10:00:16Beitragszahlern gezahlt. Mir ist
- 10:00:17ehrlicherweise schleierhaft, wie sie
- 10:00:19hier den Beitragszahler mit diesen
- 10:00:20Informationen, die eigentlich vorhanden
- 10:00:21sind, entlasten wollen. Zweitens,
- 10:00:24Menschen mit anerkanntem Schutzstatus.
- 10:00:25Hier gibt's wieder zwei Möglichkeiten.
- 10:00:26Wer arbeitet, der ist regulär
- 10:00:28versichert, der zahlt Beiträge, wie
- 10:00:29jeder andere auch. Wer keine Arbeit hat,
- 10:00:31ja, der bezieht Grundsicherung und ja,
- 10:00:33hier gibt es ein deutliches Potenzial,
- 10:00:35die Menschen schneller in Arbeit zu
- 10:00:36bringen. Daran arbeiten wir. Ihr Antrag
- 10:00:39macht da gar nichts. Drittens, die
- 10:00:43Grundsicherung, die Zahlen der
- 10:00:45Staatsangehörigkeit der
- 10:00:46Grundsicherungsempfänger, die
- 10:00:47veröffentlicht die Bundesagentur für
- 10:00:48Arbeit jeden Monat. Und auch die
- 10:00:50Finanzierungsfrage, die ist eigentlich
- 10:00:52transparent. Der Bund zahlt 144 € pro
- 10:00:54Monat für jeden
- 10:00:55Grundsicherungsempfänger. Das ist zu
- 10:00:57wenig und so entsteht eine Lücke von 10
- 10:00:58bis 12 Milliarden Euro im Jahr. Die
- 10:01:00Infos kennen Sie, die erwähnen Sie sogar
- 10:01:02in Ihrem eigenen Antrag und ja, das ist
- 10:01:03ein Problem. Und deswegen haben wir mit
- 10:01:05dem Beitrag Stabilisierungsgesetz eine
- 10:01:07schrittweise Erhöhung der Steuermittel
- 10:01:09beschlossen. Und ja, ich hätte mir auch
- 10:01:11gewünscht, dass wir da sogar mehr
- 10:01:12rausholen, aber zum ersten Mal übernimmt
- 10:01:14der Bund eine Versicherungs diese
- 10:01:15versicherungsfremde Leistung zunehmend
- 10:01:17aus den Steuermitteln. Das ist ehrliche
- 10:01:20Politik für Beitragszahler ganz ohne
- 10:01:22Sündenböcke.
- 10:01:24Und nochmals zum Thema Datenschutz. Da
- 10:01:26bin ich übrigens grundsätzlich sehr
- 10:01:27liberal, aber ein wenig wundere ich mich
- 10:01:29da schon bei ihrem Antrag. Bei der
- 10:01:31Corona App, da war ihnen jede in den
- 10:01:34Händen des Staates zu viel. Bei der EPA,
- 10:01:36da haben Sie damals einen
- 10:01:37Einführungsstopp gefordert. Bestimmte
- 10:01:40Diagnosen sollen da gar nicht erst rein
- 10:01:42und sie waren ausdrücklich vor einem
- 10:01:44möglichen Zugriff der Behörden. Bei der
- 10:01:45Einführung des GDC vor einigen Tagen, da
- 10:01:48hatten Sie noch Angst vom digitalen
- 10:01:49Impfers und jetzt fordern sie im Antrag
- 10:01:51und das steht da so drin, die
- 10:01:53Gesundheitsdaten mit Staatsangehörigkeit
- 10:01:55und Aufenthaltsstatus zu verknüpfen, das
- 10:01:57Ganze in ein Reportingsystem beim BMG,
- 10:02:00beim BMAS und beim BMI zu bündeln. Hat
- 10:02:02da eigentlich auch mal ein
- 10:02:03Digitalpolitiker von Ihnen drauf
- 10:02:04geschaut. oder ist das alles nicht so
- 10:02:06schlimm, wenn das die Daten von anderen
- 10:02:08sind? Meine Damen und Herren, man merkt,
- 10:02:11wenn es um Dinge geht, die den Menschen
- 10:02:12das Leben einfacher machen, dann sind
- 10:02:15sie blank. Wenn es darum geht, sich an
- 10:02:17Grundsicherungsempfängern und Migranten
- 10:02:18abzuarbeiten, dann sind sie ganz vorne
- 10:02:20mit dabei. Was Sie hier wollen, das ist
- 10:02:22keine Transparenz. Sie wollen einen
- 10:02:24Pranger und dafür geben wir uns nicht
- 10:02:25her. Wir leben Ihren Antrag ab. Vielen
- 10:02:27Dank.
- 10:02:29[applaus]
- 10:02:30Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 10:02:31ist Dr. Paula P. Schotter.
- 10:02:36für die Fraktion Bündnis 90 die Grünen.
- 10:02:38Vielen Dank.
- 10:02:46Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 10:02:48Kolleginnen und Kollegen,
- 10:02:50bei diesem Antrag der AfD geht's nicht
- 10:02:52um den Inhalt des Antrags. Wenn wir uns
- 10:02:55genau anschauen, dann ist dieser Antrag
- 10:02:58in Ungarn, in den USA, in Großbritannien
- 10:03:02bei der Brexit Kampagne schon viele Male
- 10:03:04vorgetragen worden. Er kommt als Rezept
- 10:03:07direkt aus dem Playbook der
- 10:03:09Rechtsopulisten und ist aber inzwischen
- 10:03:11ganz schön altbacken. Liebe Menschen im
- 10:03:14Land, wenn ihr mit der
- 10:03:14Gesundheitsvorsorgung unzufrieden seid,
- 10:03:17wenn euch die Kassenbeiträge zu hoch
- 10:03:19sind, hier sind die Ausländer, hier sind
- 10:03:21die Bürgergeldempfänger, wenn wir die
- 10:03:23einfach schlechter versorgen, wird eure
- 10:03:25Versorgung besser. Das hat Trump
- 10:03:26versprochen im Wahlkampf, das hat Orban
- 10:03:28versprochen, das haben die Brexit Tiers
- 10:03:30versprochen, als in Großbritannien die
- 10:03:32Menschen davon überzeugt werden sollten,
- 10:03:34aus der Europäischen Union auszutreten.
- 10:03:37Und aber bei all diesen Leuten ist es ja
- 10:03:40so, dass sie inzwischen regiert haben
- 10:03:42und keiner von denen hat
- 10:03:43gesundheitspolitisch am Ende das
- 10:03:45gemacht, was er im Wahlkampf versprochen
- 10:03:46hat, nehmen wir Trump. Trump hat
- 10:03:48versprochen, die Preise werden
- 10:03:50transparenter, die Medikamentenpreise
- 10:03:52gehen runter und die Versicherungen
- 10:03:54werden insgesamt bezahlbarer.
- 10:03:57Dieser Mann wurde vor zwei Tagen in den
- 10:03:59USA abgewählt, auch weil die
- 10:04:01Krankenversorgung schlechter geworden
- 10:04:03ist. Die Versicherungszuzahlungen sind
- 10:04:05hochgegangen, die Medikamentenpreise
- 10:04:06sind nicht wirklich gefallen und
- 10:04:08Millionen von Amerikanern sind
- 10:04:10zusätzlich aus der Krankenversicherung
- 10:04:12rausgeflogen. Das gleiche in
- 10:04:14Großbritannien, dieser Versprechen der
- 10:04:16Brexit Tiers, wenn wir aus der
- 10:04:18Europäischen Union rausgehen, dann wird
- 10:04:20es am Ende Milliarden mehr für den
- 10:04:22nationalen Gesundheitsservice geben. Die
- 10:04:25haben sich nie bewahrheitet.
- 10:04:28Und da ist an der Stelle die Frage,
- 10:04:31müssen wir alle Fehler, die in diesen
- 10:04:33Ländern gemacht wurden, hier in
- 10:04:34Deutschland wiederholen oder lernen wir
- 10:04:35aus den Fehlern dieser Länder? Lernen
- 10:04:38wir daraus, dass Wählerinnen und Wähler
- 10:04:40in Ungarn, in Großbritannien, in den USA
- 10:04:43dieses Modell schon wieder auf den
- 10:04:45Müllhorfen der politischen Geschichte
- 10:04:47geworfen haben, weil eben nichts von den
- 10:04:49Versprechen, die die Rechtspopulisten
- 10:04:51nutzen, um an die Macht zu kommen, dann
- 10:04:52wirklich umgesetzt werden, wenn sie an
- 10:04:55der Macht sind.
- 10:04:57Meine Damen und Herren, die AfD ist am
- 10:05:00Ende auch nur der billige Abklatsch von
- 10:05:02Trump und Orban. In den USA hat man ja
- 10:05:05wenigstens noch einen relativ glamurösen
- 10:05:07Jared Kushner, der dann irgendwie um die
- 10:05:09Welt jettet und Frieden machen soll und
- 10:05:11sich heimlich auf private Konten Geld
- 10:05:13der Arabischen Emirate und Saudi-Arabien
- 10:05:16überweisen lässt. Hier haben wir nur
- 10:05:18Markus Frohenmeier, der auf Kosten des
- 10:05:20Steuerzahlers im deutschen Bundestag
- 10:05:23sich Informationssammlung für den
- 10:05:24syrischen Machtapparat zusammenstellen
- 10:05:26lässt. Und Herr Brandner, wenn Sie die
- 10:05:28ganze Zeit reinrufen, Steve Bennon ist
- 10:05:31wirkächtig in den USA, bestimmt er die
- 10:05:33Debatte mit seinem umgepflegten
- 10:05:35Auftreten. Wir haben als billigen
- 10:05:36Abklatsch nur sie. Und statt Ivanka
- 10:05:39gibt's hier auch nur alles, weil ganz
- 10:05:40ehrlich, dieses Modell wurde abgewählt.
- 10:05:43Sie sind das Auslaufmodell und die
- 10:05:45Deutschen werden auch in diesen anderen
- 10:05:47Ländern sehen, dass das was Sie hier
- 10:05:49aufschreiben, genauso wenig glaubwürdig
- 10:05:51ist, weil wie alles, was Donald Trump in
- 10:05:53irgendeinem Wahlkampf jemals versprochen
- 10:05:55hat. Frau Kollegin, es gibt eine
- 10:05:57Zwischenfrage aus der AfD Fraktion.
- 10:05:59Wollen Sie die zulassen?
- 10:06:00Natürlich.
- 10:06:05auch abklatsch.
- 10:06:06Frau Kollegin, sie haben jetzt uns was
- 10:06:08über die Syrer erzählt, über Steve
- 10:06:11Bennon, über Donald Trump. Äh machen
- 10:06:14hier irgendwas mit Außenpolitik? Haben
- 10:06:16Sie den Antrag überhaupt gelesen? Haben
- 10:06:17Sie sich damit überhaupt inhaltlich
- 10:06:18beschäftigt?
- 10:06:20Ja, leider. Und da steht nichts drin,
- 10:06:22was der deutsche Bundestag nicht schon
- 10:06:24wüsste. Das, was Sie hier auch
- 10:06:25schreiben, Sie betauchten ja auch die
- 10:06:27Zahlen zur Frage, wie viel Kosten in der
- 10:06:30GKV verursachen die Bürgergeldempfänger,
- 10:06:32die wären nicht bekannt. Ist alles
- 10:06:33bekannt, gibt Studien zu, hat der
- 10:06:34Bundestag schon 500.000 1us mal
- 10:06:36diskutiert. Ihnen geht's nicht um die
- 10:06:38Inhalte, auch wenn Sie sich jetzt hier
- 10:06:39ganz mutig hinstellen und eine
- 10:06:40Zwischenfrage stellen. Ihnen geht's
- 10:06:42schlicht und ergreifend darum, die
- 10:06:43Menschen in diesem Land zu belügen,
- 10:06:44hinterher exakt nichts davon zu machen
- 10:06:46und wie im Landtag von Sachsenanhalt
- 10:06:48dann zu rufen. Wir müssen ja nur einmal
- 10:06:50gewählt werden, dann machen wir sowieso
- 10:06:51was wir wollen. Die Menschen in den USA,
- 10:06:53die Menschen in Ungarn, die Menschen in
- 10:06:54Großbritannien haben gezeigt, auch
- 10:06:56solche Menschen wie Sie werden wieder
- 10:06:58abgewählt, weil sie nichts als Lügen im
- 10:07:00petto haben und weil das letzte, was sie
- 10:07:02interessiert, eine gute
- 10:07:03Gesundheitspolitik für die Menschen in
- 10:07:04diesem Land ist. Übrigens wurden bei den
- 10:07:07Midturms in den USA auch eine Rekordzahl
- 10:07:09an demokratischen Ärztinnen und Ärzten
- 10:07:11in den Kongress gewählt, weil eben durch
- 10:07:13diese verdammt schlechte
- 10:07:14Gesundheitspolitik eine bessere
- 10:07:16Gesundheitsversorgung ein noch
- 10:07:17wichtigeres Thema in den USA geworden
- 10:07:19ist. Und wenn sie diesen Effekt in
- 10:07:21Deutschland haben, dann hat's ja
- 10:07:22vielleicht am Ende noch was Gutes
- 10:07:23gehabt.
- 10:07:26Die dieser Antrag wird wie viele in den
- 10:07:29nächsten Tagen wahrscheinlich so in
- 10:07:30dieser Form nicht mehr weiter verfolgt
- 10:07:32werden, weil auch die AfD ihre Taktik
- 10:07:34ändern muss, jetzt wo das
- 10:07:35rechtspopulistische Playbook auf dieser
- 10:07:36Welt gescheitert ist. Aber die große
- 10:07:39Frage für uns in diesem Land ist, machen
- 10:07:41wir alle Fehler, die Wählerinnen und
- 10:07:43Wähler in den USA, in Großbritannien bei
- 10:07:46der Abstimmung über den Brexit und auch
- 10:07:47in Ungarn gemacht haben? Machen wir die
- 10:07:49hier in Deutschland noch mal oder wird
- 10:07:52es am Ende so sein, dass wir tatsächlich
- 10:07:53aus den Fehlern dieser Länder lernen und
- 10:07:56diesen Menschen nicht auf den Leim gehen
- 10:07:57und unsere Gesundheitsversorgung
- 10:07:59schützen? Vielen Dank.
- 10:08:02[applaus]
- 10:08:04Die nächste Redner Rednerin in dieser
- 10:08:06Debatte ist Dr. Tanja Machalet für die
- 10:08:08SPD Fraktion. [applaus]
- 10:08:17Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 10:08:18Kolleginnen und Kollegen, viele von
- 10:08:21Ihnen kennen es vielleicht noch und
- 10:08:23täglich grüßt das Murmeltier.
- 10:08:26Das ist der bekannte deutsche Titel der
- 10:08:28US-amerikanischen Filmkomödie Ground
- 10:08:31Talk Day. Der beschreibt eine sich
- 10:08:33ständig wiederholende, oft lästige oder
- 10:08:36frustrierende Alltagssituation, eine
- 10:08:38sogenannte Zeitschleife im echten Leben.
- 10:08:41Und genau da komme ich mir gefangen vor,
- 10:08:44wenn ich ihren vorliegenden Antrag zur
- 10:08:46Transparenz lese.
- 10:08:48Ein paar Beispiele ihrer
- 10:08:50Parlamentsarbeit zum Stichwort
- 10:08:52Transparenz.
- 10:08:53Antrag Gesundheitsschutz der Bevölkerung
- 10:08:55priorisieren. Transparenz und
- 10:08:57konsequente Infektionsprävention bei der
- 10:09:00Tuberkulosen Fällen sicherstellen. 3126
- 10:09:03Antrag Nierengesundheitsstärken
- 10:09:05Solidarsystem schützen Transparenz
- 10:09:07schaffen und Effizienz von
- 10:09:09Inklusionsprogrammen
- 10:09:11kritisch überprüfen. 3.1.26
- 10:09:14Antrag: Keine politische Einflussnahme
- 10:09:16auf die obersten Bundesgerichte.
- 10:09:17Einführung eines Transparenzregisters
- 10:09:2022.09.26 26 Antrag staatliches Handel
- 10:09:24transparenter machen. Geheimhaltung
- 10:09:26begrenzen 22.0726
- 10:09:29Antrag Meinungsfreiheit schützen,
- 10:09:31Transparenz und Verhältnismäßigkeit bei
- 10:09:33Foxverhungsdelikten gewährleisten
- 10:09:3522.7.26 26 und ich könnte munter so
- 10:09:39weitermachen. Leider wecken diese Titel
- 10:09:42bei der Leserschaft Erwartung an robuste
- 10:09:44Oppositionsarbeit,
- 10:09:46die Sie dann jedoch ob ihrer faktischen
- 10:09:49Inhaltslehre wiederholt nicht erfüllen.
- 10:09:51Und sehr geehrte Kolleginnen und
- 10:09:52Kollegen, das ist nun wirklich
- 10:09:54verschwendete Lebenszeit. Nun ist
- 10:09:56Transparenz
- 10:09:58an und für sich ja grundsätzlich was
- 10:09:59Gutes und deshalb freut es mich, wenn
- 10:10:02sich Menschen dafür interessieren und
- 10:10:04sie tun es ja auch. Leider wissen wir,
- 10:10:07dass es mit der Transparenz bei Ihnen
- 10:10:09nicht immer so gut funktioniert. Da
- 10:10:11fallen mir auch direkt ein paar
- 10:10:12Stichwörte ein. Mangel Transparenz bei
- 10:10:14den eigenen Parteistrukturen.
- 10:10:16Mangelnde Transparenz, wer für sie trotz
- 10:10:19Sicherheitsbedenken arbeitet. mangelnde
- 10:10:21Transparenz bei Spenden und Geldflüssen,
- 10:10:24mangelnde Transparenz bei Kontakten in
- 10:10:26rechtsextreme Milieus und Netzwerke und
- 10:10:29nach Russland oder nach China. Aber
- 10:10:31lassen wir das mal für einen Moment
- 10:10:33beiseite und schauen wir auf den Antrag.
- 10:10:35die tut AfD tut also so und darauf hat
- 10:10:38die Kollegin Pichotter gerade auch
- 10:10:40hingewesen als GPS ein großes Geheimnis
- 10:10:43als würden die Kosten bestimmter Gruppen
- 10:10:45verschwiegen
- 10:10:46und als müsste man nur mal endlich das
- 10:10:48Licht anschalten, um die Wahrheit
- 10:10:50auszuleuchten. Dabei sind die
- 10:10:51grundlegenden Zahlen bekannt. Die
- 10:10:53Finanzierung der GKV ist Gegenstand
- 10:10:56regelmäßiger Berichte wissenschaftlicher
- 10:10:57Analysen und eben auch der Debatten hier
- 10:11:00im Haus. Und der Zweck dieses Antrags
- 10:11:02ist es also nicht Transparenz
- 10:11:04herzustellen. Der eigentliche Zweck ist
- 10:11:06die Erzeugung eines politischen
- 10:11:08Feindbilds, die Verschärfung einer
- 10:11:10Neiddebatte und auch das fortgesetzte
- 10:11:13Sehen des Zweifels am ordnungsgemäßen
- 10:11:15Funktionieren unseres Sozialsystems.
- 10:11:18Es soll eben erneut der falsche Eindruck
- 10:11:20entstehen, Menschen mit
- 10:11:21Einwanderungsgeschichte sein, die
- 10:11:23Ursache für die finanziellen
- 10:11:25Herausforderungen unseres
- 10:11:26Gesundheitssystems oder unserer
- 10:11:29Sozialsysteme insgesamt. Das ist nicht
- 10:11:32die Suche nach Transparenz, das ist ihre
- 10:11:34unbändige Lust am Anwerfen der
- 10:11:37politischen Nebelmaschine. Und noch mal
- 10:11:39zum Stichwort Transparenz. Ihre Anträge
- 10:11:41stehen mit unter Ihren Anträgen stehen
- 10:11:43mit auch spannende Dinge, die sie aber
- 10:11:45lieber nicht an die große Glocke hängen
- 10:11:48wollen. Und ich erinnere an den
- 10:11:50Pflegeantrag, den wir hier von Ihnen
- 10:11:52besprochen haben auf der Drucksache 21
- 10:11:541549,
- 10:11:55da steht ja der bemerkenswerte Satz:
- 10:11:58Genügen die Zwangsbeiträge der Menschen
- 10:12:01nicht, muss der Sozialhilfeträger eben
- 10:12:03wieder stärker einspringen. Spielräume
- 10:12:05gibt es dafür in den kommunalen
- 10:12:07Haushalten zu genüge. Die Tat ende.
- 10:12:10Also, ich mache immer noch
- 10:12:11Kommunalpolitik und ich kenne die
- 10:12:13Haushaltslage unserer Städte und
- 10:12:15Gemeinden. Geld zur Genüge, mit dem wir
- 10:12:17die Finanzlücke in der Pflegversicherung
- 10:12:19schließen könnten, liegt da jedenfalls
- 10:12:22nicht herum. Und an anderer Stelle
- 10:12:24fordern sie die Stärkung der
- 10:12:25Eigenverantwortung, sprich also privater
- 10:12:28Pflegeversicherungen. Also ihre
- 10:12:30Politikideen muss ich mancher, der sie
- 10:12:32wählt dann auch erstmal leisten können.
- 10:12:35Aber noch mal, liebe Kolleginnen und
- 10:12:37Kollegen, die Haus die Herausforderung
- 10:12:39um Gesundheitswesen, die sind alle
- 10:12:41bekannt. Fachkräftemangel,
- 10:12:43demografischer Wandel, steigende
- 10:12:44Gesundheitsausgabe und genau deshalb
- 10:12:47möchte ich auch einen weiteren Fakt
- 10:12:49transparent benennen, der nicht sehr
- 10:12:52überraschend im AfD-Antrag fehlt. Ohne
- 10:12:55Einwanderung würde das deutsche
- 10:12:57Gesundheitssystem nicht funktionieren
- 10:13:00und an vielen Orten würde es schlichtweg
- 10:13:02zusammenbrechen.
- 10:13:04Dort sorgen Ärztin und Ärzte,
- 10:13:05Pflegekräfte, Therapeutinnen und
- 10:13:07Therapeuten mit Einwanderungsgeschichte
- 10:13:10jeden Tag dafür, dass Krankenhäuser
- 10:13:12arbeiten, Pflegeheime geöffnet bleiben
- 10:13:14und Arztpraxen ihre Patientinnen und
- 10:13:17Patienten überhaupt versorgen können.
- 10:13:20Und auch bei vielen Dienstleistern, die
- 10:13:22für das Funktionieren unseres
- 10:13:23Gesundheitswesens wichtig sind, arbeiten
- 10:13:25Menschen mit Einwanderungsgeschichte,
- 10:13:28Handwerkerinnen, Reinigungskräfte,
- 10:13:30Kirche und vieles mehr. Diese Menschen
- 10:13:33sind nicht das Problem. Sie sind Teil
- 10:13:36der Lösung und das will ich hier noch
- 10:13:37mal ganz klar festhalten. Deswegen
- 10:13:40brauchen wir Ehrlichkeit statt
- 10:13:41Stimmungsmache und Scheindebatten.
- 10:13:43Transparenz ist da und wir achten
- 10:13:45darauf, dass sie kontinuierlich an neue
- 10:13:47Anforderung angepasst wird. Und wenn wir
- 10:13:50mal ehrlich, das Problem ist, dass viele
- 10:13:52dieser Menschen, die unser System vor
- 10:13:53Ort tragen, durch die AfD Propaganda und
- 10:13:55Rechte hätte Angst bekommen und lieber
- 10:13:57wegziehen oder gar nicht erst als Fach
- 10:13:59Fachkraft zu uns kommen. Bestimmte
- 10:14:02Bevölkerungsgruppen pauschal die Schuld
- 10:14:04für Missstände zu geben, ist einfach und
- 10:14:06ein eben bekanntes AfD Muster. Sehr
- 10:14:09geehrte Damen und Herren, liebe
- 10:14:10Kolleginnen und Kollegen, dieser Antrag
- 10:14:12der AfD macht nichts transparent,
- 10:14:14genauso wie alle anderen, die ich
- 10:14:16aufgeführt habe, weil es nicht schon
- 10:14:18bekannt wä.
- 10:14:19Und ich bin mir sicher und davon
- 10:14:22überzeugt, dass bald der Wecker klingelt
- 10:14:25und diese Zeitschleife mit Ihnen hier
- 10:14:27beendet ist. Herzlichen Dank.
- 10:14:29Vielen Dank.
- 10:14:31Die nächste
- 10:14:33Rednerin ist Julia Christina Stange für
- 10:14:35die Fraktion.
- 10:14:37[applaus]
- 10:14:42[applaus]
- 10:14:46Vielen Dank, Herr Präsident.
- 10:14:49Liebe Kolleginnen, Damen und Herren,
- 10:14:53wenn ich den Antrag der AfD lese, dann
- 10:14:56denke ich nur wieder ein Griff in die
- 10:14:58Gruselkiste von rechts außen. Wieder
- 10:15:01werden Menschen gegeneinander
- 10:15:03ausgespielt. Wieder sollen diejenigen
- 10:15:05Schuld sein, die ohnehin am wenigsten
- 10:15:07haben. Und wieder beschäftigen wir uns
- 10:15:09mit solchen Anträgen, statt über die
- 10:15:12wirklichen Probleme unserer
- 10:15:13Gesundheitsversorgung. Und da hätten wir
- 10:15:15genug zu tun.
- 10:15:16[applaus]
- 10:15:17Aber schauen wir doch mal auf die
- 10:15:19Fakten. Asylsuchende erhalten in den
- 10:15:22ersten 36 Monaten grundsätzlich nur eine
- 10:15:25eingeschränkte medizinische Versorgung.
- 10:15:27bei akuten Erkrankungen, Schmerzen,
- 10:15:29Schwangerschaft, Geburt, Schutzimpfung
- 10:15:32gehören zum Glück auch dazu. Und jetzt
- 10:15:34kommt diese Kosten werden aus
- 10:15:37öffentlichen Mitteln finanziert und
- 10:15:40nicht aus den Beiträgen gesetzlich
- 10:15:41versicherten.
- 10:15:43Und die Grundsicherung,
- 10:15:45der Bund zahlt für erwerbsfähige
- 10:15:47Grundsicherungsbeziehende
- 10:15:49gerade einmal rund 144 € monatlich an
- 10:15:52die Krankenkassen.
- 10:15:54Das deckt nicht einmal die Hälfte der
- 10:15:56Gesundheitskosten. Und wer soll jetzt
- 10:15:58schuld sein,
- 10:16:01die Menschen die Grundsicherung
- 10:16:03beziehen? Nein, der Staat kommt seiner
- 10:16:06Finanzierungsverantwortung einfach nicht
- 10:16:08nach und wir leben in einem der
- 10:16:10reichsten Länder [applaus] der Welt. Die
- 10:16:12Beschäftigten erwirtschaften diesen
- 10:16:14Reichtum jeden verdammten Tag, aber die
- 10:16:17Gewinne bleiben bei die wenigsten. Und
- 10:16:19erst werden Menschen ausgebeutet und
- 10:16:22wenn sie krank oder arbeitslos werden,
- 10:16:24erklärt man sie zur Belastung. Das ist
- 10:16:26doch der Irrsinn dieses kapitalistischen
- 10:16:28Systems.
- 10:16:30[applaus]
- 10:16:32Sie wollen Beitragszahlende entlasten?
- 10:16:34Dann reden wir doch über eine höhere
- 10:16:36Beitragsbemessungsgrenze,
- 10:16:38über eine solidarische
- 10:16:39Krankenversicherung in die alle
- 10:16:40einzahlen, auch die mit hohen Einkommen
- 10:16:42[applaus][jubel]
- 10:16:43und über eine gerechte Finanzierung
- 10:16:45durch den Staat.
- 10:16:48Aber wissen Sie, was mich als
- 10:16:50Fachpflegekraft besonders ärgert?
- 10:16:53Wir reden ständig darüber,
- 10:16:56was kranke Menschen kosten. Warum reden
- 10:16:58wir nicht mal darüber, was Menschen
- 10:17:01krank macht? Denn Armut macht krank,
- 10:17:03Existenzangst macht krank, Ausbeutung
- 10:17:05und schlechte Arbeitsbedingungen machen
- 10:17:07krank. Und wer Menschen nach ihrem
- 10:17:09Geldbeutel sortiert, verschärft diese
- 10:17:12Ungleichheit.
- 10:17:14[applaus] Gesundheit ist einfach keine
- 10:17:16Wahre und kranke Menschen sind keine
- 10:17:18Kostenstelle. Übrigens beschäftigte auch
- 10:17:21nicht.
- 10:17:22Wer die Krankenkassen stärken will, der
- 10:17:24muss ihre Finanzierung gerecht machen,
- 10:17:27statt Menschen gegeneinander
- 10:17:29auszuspielen. Gesundheit ist ein
- 10:17:31Menschenrecht, keine Frage des
- 10:17:33Kontostands und auch keine Frage der
- 10:17:35Herkunft. Vielen Dank.
- 10:17:37Vielen Dank.
- 10:17:40[applaus]
- 10:17:41Der nächster Redner ist Dr. Hans Teilz
- 10:17:43für die CDU CS.
- 10:17:46[applaus]
- 10:17:52Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 10:17:54Kolleginnen und Kollegen, mir geht es
- 10:17:55genauso wie den Kollegen, die vor mir
- 10:17:58gesprochen haben. Zu dem
- 10:17:59dahineschusterten AfD-Antrag möchte man
- 10:18:01feststellen und täglich grüßt das
- 10:18:03Murmeltier oder in Halloween wird mal
- 10:18:05wieder tief in die Geister und
- 10:18:06Gespensterkiste gegriffen. Und allein
- 10:18:08die Tatsache, dass uns immer ähnliche
- 10:18:09Formulierungen einfallen, zeigt, dass
- 10:18:11sie dauernd das gleiche hier abspulen.
- 10:18:14Denn um die gleiche Zeit, vor einem Jahr
- 10:18:16haben Sie doch schon einmal den Antrag
- 10:18:18gestellt: Akute Note der gesetzlichen
- 10:18:20Krankenversicherung lindern,
- 10:18:21vollständige Finanzierung der Beiträge
- 10:18:23für Bürgergeldempfänger durch den Bund
- 10:18:25gewährleisten. Aber ich sage Ihnen, was
- 10:18:28Sie vor einem Jahr billig emotional
- 10:18:30falsch aufladen wollten, das ist auch
- 10:18:32heute noch unredlich. Liebe Kolleginnen
- 10:18:34und Kollegen,
- 10:18:36die Stabilisierung der GKV Beiträge hat
- 10:18:39für diese Koalition, für unsere
- 10:18:40Koalition höchste Priorität und wir
- 10:18:43haben mit dem GKV
- 10:18:45Beitragsatzstabilisierungsgesetz
- 10:18:47geliefert. Die Stabilität der
- 10:18:49Krankenkassenbeiträge wurde soeben erst
- 10:18:51vom Schätzerkreis bestätigt. Wir
- 10:18:53entlasten Beitragszahler und Unternehmen
- 10:18:56um knapp 19 Milliarden Euro im nächsten
- 10:18:58Jahr. Das ist gut für unsere Bürgerinnen
- 10:19:00und Bürger und das ist gut für unsere
- 10:19:02Wirtschaft. Liebe Kolleginnen und
- 10:19:04Kollegen, nach der
- 10:19:05Beitragsstabilisierung und der
- 10:19:07Notfallreform werden wir in Kürze über
- 10:19:09Strukturreformen in der GKV auf der
- 10:19:11Grundlage der Expertenkommission mit
- 10:19:13weiteren Einsparvolum entscheiden und
- 10:19:15das Primärversorgungssystem auf den Weg
- 10:19:17bringen. Wir reden nicht, wir handeln.
- 10:19:21Dazu gehört auch in der Tat, dass der
- 10:19:24Bund die Kosten für die medizinische
- 10:19:26Versorgung der Grundsicherungsempfänge
- 10:19:27und Asylbewerber noch stärker übernehmen
- 10:19:29sollte, da dies versicherungsfremde
- 10:19:31Leistungen sind. Wir fordern das schon
- 10:19:33länger. Die AfD ist hier nur ein
- 10:19:35weiteres Mal billiger politischer
- 10:19:37Trittbrettfahrer. Dieser Schritt muss
- 10:19:40aber seriös gegenfinanziert sein und er
- 10:19:43muss von weiteren echten
- 10:19:44Strukturreformen flankiert werden. Wir
- 10:19:47haben den ersten Schritt einer
- 10:19:48Finanzierung aus dem Bundeshaushalt
- 10:19:50durchgesetzt mit steigendem Anteil und
- 10:19:53wir Gesundheitspolitiker in der Union
- 10:19:55wollen, dass dies noch schneller
- 10:19:57geschieht. Wenn sich die AfD als Hüterin
- 10:19:59der Finanzen im Gesundheitswesen
- 10:20:01aufspielt, dann ist das der blanke Hohn.
- 10:20:03Sie versprechen den Menschen das Blaue
- 10:20:05vom Himmel herunter und hoffen
- 10:20:06vermutlich selbst, dass sie ihre
- 10:20:07Lernversprechungen nie umsetzen müssen.
- 10:20:11Wenn man ihre Vorstellungen im
- 10:20:12Krankenhaussektor und im
- 10:20:13Ambulantenbereich seriös durchrechnet,
- 10:20:15dann landet man schnell bei Kosten tief
- 10:20:17im zweistelligen Milliardenbereich, die
- 10:20:19niemals gegenfinanziert werden können.
- 10:20:22Noch schlimmer als die finanzielle
- 10:20:23Substanzlosigkeit ist jedoch die
- 10:20:25gesellschaftliche Geisterfahrt der AfD.
- 10:20:27Der AfD geht es wieder mal nur um Hetze
- 10:20:29und um Spaltung. Wir dagegen wollen
- 10:20:31keine Stimmungsmache gegen kranke
- 10:20:33Menschen. Wir wollen eine exzellente
- 10:20:35bezahlbare medizinische Versorgung der
- 10:20:38Menschen in unserem Land. Wenn die
- 10:20:40Erlauben Sie eine erlauben Sie eine
- 10:20:42Zwischenfrage der Abgorden Hess von der
- 10:20:43AfD
- 10:20:44bitte nicht. Wenn die AfD die
- 10:20:45Aufschlüsselung von Leistungsausgaben
- 10:20:47nach Nationalitäten verlangt, erinnert
- 10:20:49das an die ganz dunklen Zeiten unserer
- 10:20:52deutschen Geschichte. Was fällt Ihnen
- 10:20:53eigentlich ein? Erkrankungen in unserem
- 10:20:55Land nach der Herkunft, nach
- 10:20:57Nationalitäten, nach Völkern
- 10:20:59aufschlüsseln zu wollen? Das ist genau
- 10:21:01die völkische menschenverachtende
- 10:21:03Ideologie, die Sie auch in der
- 10:21:04Gesundheitspolitik verfolgen. Und wozu
- 10:21:07eine völkische Gesundheitspolitik führt,
- 10:21:09das haben wir in unserem Land vor
- 10:21:10Jahrzehnten schon einmal gesehen. Im
- 10:21:13Gegensatz zu ihnen wollen wir ein
- 10:21:14humanes Land. Ein Land, in dem man sich
- 10:21:16um kranke Menschen unabhängig von ihrer
- 10:21:18Herkunft kümmert. Ein Land, in dem
- 10:21:20Mitmenschlichkeit und nicht Hass der
- 10:21:22Maßstab medizinischen Handelns ist.
- 10:21:24Daher stimmen wir dem AfD-Antrag
- 10:21:26natürlich nicht zu. Vielen Dank.
- 10:21:28[applaus]
- 10:21:30Vielen Dank. Für eine kurze Intervention
- 10:21:31erzähle ich das Wort der Abgeordneten
- 10:21:33Nicole Hess von Eft.
- 10:21:41Herzlichen Dank. Herr Dr. Sie betonen so
- 10:21:45schön und ihre Vorredner ja auch, dass
- 10:21:48äh die Regierung jetzt die Zuschüsse für
- 10:21:50Bürgergeldempfänger für die GKV Kosten
- 10:21:53ähm steigert. äh finde ich gut über die
- 10:21:56nächsten Jahre. Gleichzeitig senken Sie
- 10:21:59den Bundeszuschuss.
- 10:22:00Wir können festhalten, dass das über die
- 10:22:02Jahre ein kleines Plus für die GKV äh
- 10:22:06zurfolge haben wird. Das ist schön.
- 10:22:08Jetzt halten wir auch fest, dass der
- 10:22:10allgemeine Bundeszuschuss ursprünglich
- 10:22:12dafür gedacht war, versicherungsfremde
- 10:22:14Leistungen zu bezahlen, die originär
- 10:22:17nichts mit den Krankenkassenkosten zu
- 10:22:18tun haben, wie z.B. Hebammen,
- 10:22:21Schwangerschaft, äh Geburtsstationen und
- 10:22:23so weiter. Das hat ja nichts mit
- 10:22:24Krankheit zu tun. Jetzt frage ich mich,
- 10:22:27wenn Sie auf der einen Seite die äh
- 10:22:30Zuschüsse für die Bürgergeldempfänger
- 10:22:33steigern und auf der anderen Seite den
- 10:22:35Bundeszuschuss soweit absenken, dass er
- 10:22:37verschwindet. Aus welcher Kasse zahlen
- 10:22:39Sie zukünftig? Z.B. die Geburtsstation,
- 10:22:42die Hebam und die
- 10:22:44Schwangerschaftsversorgung?
- 10:22:46Danke.
- 10:22:47Möchten Sie wieder, Herr Teich?
- 10:22:51Dann bitte schön.
- 10:22:53Sehr geehrter Präsident, sehr geehrter
- 10:22:55Präsident, liebe Kolleginnen, wir haben
- 10:22:57den Einstieg geschafft. Wir wollen in
- 10:22:59der Tat, dass die versicherungsfremden
- 10:23:00Leistungen Stärke vom Staat übernommen
- 10:23:02werden, aber im Gegensatz zu ihnen
- 10:23:04tragen wir seriös Verantwortung. Wir
- 10:23:05rechen das Ganze auch durch. Und das ist
- 10:23:07nicht auf einen Schlag so zu leisten.
- 10:23:09Wir werden das sukzessive abbauen und
- 10:23:11wir wollen insgesamt die Beiträge stabil
- 10:23:12halten. Wenn man aber schaut, was Sie
- 10:23:14alles immer fordern, den Krankenhäusern,
- 10:23:16versprechen Sie im ganzen Land, dass sie
- 10:23:18nicht geschlossen werden. Sie wollen die
- 10:23:19Endbudgettierung. Das sind
- 10:23:20Fantasiepreise, die Sie hier aufrufen.
- 10:23:22Da sind wir tief im zweistelligen
- 10:23:24Milliardenbereich. Das ist von hinten
- 10:23:26bis vorne nicht seriös und einfach eine
- 10:23:28leere Versprechung. Wir machen Schritt
- 10:23:30für Schritt seriöse Politik und ich bin
- 10:23:31sicher, dass wir hier alles stabil
- 10:23:33hinbekommen. Danke.
- 10:23:34Vielen Dank. Wir setzen die Aussprache
- 10:23:36fort. Die letzte Rede in dieser
- 10:23:38Aussprache hält Gerit Hui für die AfD
- 10:23:40Fraktion.
- 10:23:43[applaus]
- 10:23:53[räuspern]
- 10:23:53Herr Präsident, werte Kollegen, liebe
- 10:23:56Gäste, heute geht es um
- 10:23:58Migrationskosten, wie Sie schon
- 10:23:59mitbekommen haben. Und vor diesen
- 10:24:01Migrationskosten schließt die Regierung
- 10:24:03systematisch die Augen. Das gilt für
- 10:24:06Migrationswendeminister Dobrin CSU,
- 10:24:08genauso wie für die Mutti Partei der
- 10:24:11Migrationslasten. Die Mutti der CDU
- 10:24:13hatte einzig Massenmigration verfügt und
- 10:24:15niemand aus ihrer Partei hat
- 10:24:17widersprochen. Und auch heute, wo der
- 10:24:19CDU Vorsitzende
- 10:24:21die Kassen unserer Beitrags und
- 10:24:23Steuerzahler sperrangelweit öffnet für
- 10:24:26die Ukraine, ist der Widerspruch
- 10:24:28innerhalb der CDU gering.
- 10:24:32Jeder Unternehmer muss jede Pipifax an
- 10:24:35Regierung und EU berichten. Wenn es aber
- 10:24:38um die selbstversachten Migrationskosten
- 10:24:40geht, schauen sowohl Regierung als auch
- 10:24:43EU konzentriert beiseite.
- 10:24:46Anders als ein Unternehmer müssen Sie
- 10:24:48dafür ja ordentlich zahlen für Ihre
- 10:24:51Entscheidungen. Wir wollen ihn deshalb
- 10:24:53mit unserem heutigen Antrag auf die
- 10:24:54Sprünge helfen. Es geht um die
- 10:24:55Solidargemeinschaft der
- 10:24:57Krankenversicherungsbeitragszahler.
- 10:25:00Wer einzahlt, ist abgesichert. Das war
- 10:25:02mal der Gedanke. Heute wird dieses
- 10:25:05Konzept mittels ungedeckter
- 10:25:06Fremdleistungen systematisch ausgehöhlt.
- 10:25:09Beispiel Bürgergeld. Für jeden der der
- 10:25:12fast 4 Millionen theoretisch
- 10:25:14arbeitsfähigen Bürgergeldempfänger
- 10:25:16überweist der Staat nicht einmal die
- 10:25:17Hälfte der nötigen
- 10:25:19Krankenversicherungskosten
- 10:25:21und für die 1,4 Millionen Kinder der
- 10:25:24Bürgergeldempfänger überweist er gar
- 10:25:26nichts. Insgesamt entsteht so die
- 10:25:29bekannte Kostenlücke von 12 Milliarden
- 10:25:31Euro. Der Beitragszahler ist hierzu
- 10:25:34nicht gefragt worden. Er muss sie
- 10:25:35schließen. Ich krieg das aber nur mit
- 10:25:38über einen Anstieg seiner
- 10:25:39Zusatzbeiträge. Ich bin froh, dass die
- 10:25:41Krankenkassen endlich Klage dagegen
- 10:25:43erhoben haben zum Schutz ihrer
- 10:25:45Beitragszahler.
- 10:25:47Es halfbierung mit dem neuen Beitrag
- 10:25:49Stabilisierungsgesetz eine der fehlenden
- 10:25:5212 Milliarden neu zuschließen will
- 10:25:55und dafür auch noch die beitragsfrei
- 10:25:57versicherten Mütter, die bisher
- 10:25:58beitragsfrei versichert waren, jetzt
- 10:26:01bluten lassen will. Wir haben die
- 10:26:03Regierung deshalb kürzlich gefragt,
- 10:26:04welche Gesundheitskosten euch
- 10:26:06ausländische Sozialleistungsempfänger
- 10:26:08verursacht werden. Ihre Antwort: Dazu
- 10:26:10liegen keine Daten vor. Meine Damen und
- 10:26:14Herren, Schluss mit diesem Blindflug.
- 10:26:16Wer seriöse Haushaltspolitik machen
- 10:26:18will, muss auch wissen, was seine
- 10:26:20Entscheidungen kosten. Mit unserem
- 10:26:23Antrag verpflichten wir die
- 10:26:24Krankenkassen zu jährlichen Berichten
- 10:26:25über die Leistungsgaben für alle
- 10:26:27Sozialleistungsempfänger aufgeschlüssel
- 10:26:29nacher Staatsangehörigkeit. Die Bürger
- 10:26:31haben ein Recht darauf zu wissen, wofür
- 10:26:33ihre Beiträge verwendet werden, warum
- 10:26:35sie steigen. Und sie haben ein Recht
- 10:26:37darauf, dass der Staat die durch seine
- 10:26:40Migrationspolitik verursachten
- 10:26:42Deckungslücken in den Sozialkassen
- 10:26:44anständig schließt aus Steuermitteln,
- 10:26:47versteht sich. Vielen Dank.
- 10:26:50Vielen Dank. Weitere Wortmeldung dieser
- 10:26:53Aussprache legen mir nicht vor. Ich
- 10:26:55schließe Sie interfraktionell wird die
- 10:26:56Überweisung der Vorlage auf Drucksache
- 10:26:588900 und 3 an die in der Tages
- 10:27:01aufgeführten Tagesordnung aufgeführten
- 10:27:03Ausschüsse vorgeschlagen. Weitere
- 10:27:05Überweisungsvorschläge sehe ich nicht.
- 10:27:06Dann verfahren wir so. Ich rufe auf die
- 10:27:08Tagesordnungspunkte 17A und 17b.
- 10:27:11Beratung der Beschlussempfehlung des
- 10:27:13Ausschusses für Menschenrechte und
- 10:27:14humanitäre Hilfe zu dem 16. Bericht der
- 10:27:17Bundesregierung über ihre
- 10:27:19Menschenrechtspolitik sowie Beratung des
- 10:27:21Antrags der Fraktion Die Linke mit dem
- 10:27:22Titel völkerrechtliche Verpflichtungen
- 10:27:24einhalten Menschenrecht auf angemessene
- 10:27:26Nahrung bei der Berechnung des
- 10:27:28Existenzminimums
- 10:27:29gewährleisten. Zu dem 16. Bericht der
- 10:27:31Bundesregierung liegt ein
- 10:27:32Entschließungsantrag der Fraktion
- 10:27:34Bündnis 90 die Grünen vor. Für die
- 10:27:37Aussprache ist eine Dauer von 30 Minuten
- 10:27:39vereinbart. Ich bitte alle, die
- 10:27:44Gespräche führen wollen, diese herzhaft
- 10:27:46und laut zu führen, aber außerhalb des
- 10:27:48Plenarsaals
- 10:27:52und alle, die der Debatte folgen wollen,
- 10:27:54mögen sich bitte setzen. Vielen Dank.
- 10:27:57Ich eröffne die Aussprache und erteile
- 10:27:59das Wort Norbert Altenkampf von der CDUC
- 10:28:00Zufall.
- 10:28:02[applaus]
- 10:28:12Herr Präsident, meine sehr geehrten
- 10:28:14Damen und Herren, wir sprechen über
- 10:28:16Menschenrechte,
- 10:28:18die seit dem Zweiten Weltkrieg so stark
- 10:28:20unter Druck sind, wie nie zuvor. Mein
- 10:28:22besonderer Fokus richtig heute auf
- 10:28:24Putins Russland. Putin ist gerade aus
- 10:28:27der europäischen Antifolterkonvention
- 10:28:29ausgestiegen und offenbart damit erneut
- 10:28:32seine totale Verachtung für jegliche
- 10:28:34zivilisatorische Regeln. Auch bei uns
- 10:28:37sind die Freiheit, in der wir leben,
- 10:28:38unsere offene Gesellschaft und der
- 10:28:40Frieden nicht mehr selbstverständlich.
- 10:28:43Der Krieg ist zurück in Europa. Das
- 10:28:45Putin ins Russland seit fast 5 Jahren
- 10:28:48die Vollinvasion gegen die Ukraine mit
- 10:28:50immer größerer Intensität führt ist eine
- 10:28:52Tatsache,
- 10:28:54denn damit dem ging die Besetzung der
- 10:28:57Kring 2014 und der Donbas voraus. Die
- 10:29:00Ukraine ist somit bereits seit 12 Jahren
- 10:29:0312 Jahren den verheerenden Angriffen
- 10:29:06Russlands ausgesetzt. Putins Ziel ist
- 10:29:08die Vernichtung der Ukraine als Staat
- 10:29:10und die Auslöschung der ukrainischen
- 10:29:12Identität.
- 10:29:14Ein besonders perfides Vorgehen dabei
- 10:29:16ist die Verschleppung ztausender
- 10:29:17ukrainischer Kinder nach Russland und
- 10:29:19die besetzten russischen Gebiete. Umso
- 10:29:22wichtiger war das Gespräch unseres
- 10:29:24Bundesaußenministers mit dem russischen
- 10:29:27Außenminister Lavrov am Rande der UN
- 10:29:29Generaldebette Ende September in New
- 10:29:31York. Es ging um einen Weg zur
- 10:29:33Verhandlung zur Beendigung des brutalen
- 10:29:35Angriffskriegs auf die Ukraine und es
- 10:29:38ging um dringend benötigte
- 10:29:39Getreidelieferung aus der Ukraine und
- 10:29:42auch aus Russland, weil Hungersnöte in
- 10:29:44Teilen der Welt uns größte Sorgen
- 10:29:46bereiten und Lösung dringend gebraucht
- 10:29:48werden. Die Schmähungen des russischen
- 10:29:51Außenministers nach unserer
- 10:29:52diplomatischen Initiative haben uns
- 10:29:55nicht überrascht. Sie schüchtern uns
- 10:29:57aber auch nicht ein. Sie offenbaren
- 10:29:59jedoch das hässliche Gesicht des Krieges
- 10:30:01und wahre Menschenverachtung einmal
- 10:30:04mehr.
- 10:30:05Wer immer noch glaubt, Präsident Putin
- 10:30:08sei an einem Frieden interessiert, der
- 10:30:10kein Diktatfrieden ist, täuscht sich
- 10:30:13gewaltig. Die Menschenverachtung Putins
- 10:30:15kennt keine Grenzen. So war der
- 10:30:17angeblich notwendige Schutz der
- 10:30:19russischen Minderheit nicht nur in der
- 10:30:22Ukraine, Teil der absurden
- 10:30:23Kriegsrechtfertigung Putins, sondern
- 10:30:25auch beim Krieg Moskaus gegen Georgien
- 10:30:282008 nach der Rosenrevolution 2003.
- 10:30:32Russland hat zudem massive
- 10:30:33Menschenrechtsverletzungen in beiden
- 10:30:35Schetchenienkriegen begangen und lässt
- 10:30:37staatlich geförderte Attentate in der
- 10:30:38ganzen Welt verüben. Russland schützt
- 10:30:41auch in Russland selbst keine
- 10:30:43Minderheiten und geht massiv gegen
- 10:30:45politische Gegner vor. So werden seit
- 10:30:48Jahren die Rechte der nichtrussischen
- 10:30:50Minderheiten in dem Vielfölkerstaat
- 10:30:52eingeschränkt. Angehörige ethnischer
- 10:30:55Minderheiten werden überproportional
- 10:30:56zwangsmobilisiert und die größte Zahl an
- 10:30:59Todesopfern unter den Soldaten in diesem
- 10:31:01Krieg stammen aus Gebieten in denen
- 10:31:03ethnische Minderheiten zu Hause sind. Im
- 10:31:06Sommer 2024 erlauben Sie eine
- 10:31:09Zwischenfrage vom Abgeordnet sichert von
- 10:31:10AfD Fraktion.
- 10:31:11Das muss er jetzt in einem Rutsch
- 10:31:12ertragen.
- 10:31:13Dann bitteschön werden gar keine
- 10:31:14Zwischenfragen zulassen. Hab richtig.
- 10:31:16Alles klar. Im Sommer 2024 erklärte der
- 10:31:19oberste Gerichtshof Russlands die in
- 10:31:21Wirklichkeit gar nicht existierende
- 10:31:23antirussische Separatistenbewegung und
- 10:31:25ihre Ableger als extremistisch und
- 10:31:27verbot sie. Das schaffte auch die
- 10:31:29Grundlage dafür, drakonische
- 10:31:31Extremismusgesetze gegen all jene
- 10:31:33anzuwenden, die sich für die Rechte der
- 10:31:35ethnischen Minderheiten einsetzen oder
- 10:31:37für die Rechte von LGPTQ.
- 10:31:40Innerhalb Russlands sind alle in größter
- 10:31:42Gefahr, die sich als Gegner des Regimes
- 10:31:45zu erkennen geben. Meinungs- und
- 10:31:46Versammlungsfreiheit existieren nicht
- 10:31:47mehr. Menschenrechtsorganisationen
- 10:31:50wie Memorial wurden verboten. Die
- 10:31:53oppositionelle Partei Jablocko, die sich
- 10:31:56gegen den Angriffskrieg stellte, wurde
- 10:31:58von der Duma September ausgeschlossen.
- 10:32:01Staatliche Kontrolle liegt nicht erst
- 10:32:03seit dem Angriffskrieg wie ein schwerer,
- 10:32:06dumpfer Teppich über dem ganzen Land.
- 10:32:09Schon zuvor hatte sich Russland
- 10:32:11jahrelang verweigert, die wichtigsten
- 10:32:13Urteile des europäischen Gerichtshofts
- 10:32:15für Menschenrechte umzusetzen. Der
- 10:32:17Ausschluss Russlands aus dem Europarat
- 10:32:19kurz nach der Vollinvasion der Ukraine
- 10:32:21und die Suspendierung von Russlands
- 10:32:23Mitgliedschaft im UN Menschenrechtsrat
- 10:32:25waren deshalb nur folgerichtig. Der
- 10:32:28lange Arm Putin zur Verfolgung von
- 10:32:31Regimikern reicht auch über
- 10:32:33Landesgrenzen hinweg bis hinein zu uns
- 10:32:35nach Deutschland. Diese transnationale
- 10:32:38Repression übt nicht nur Gewalt gegen
- 10:32:40mutige russische Dissidenten und
- 10:32:42zunehmend auch Russlandkritische
- 10:32:44deutsche Wissenschaftler aus. Sie ist
- 10:32:46völkerrechtswidrig
- 10:32:48und gefährdet hochgradig Deutschlands
- 10:32:50nationale Souveränität, unsere
- 10:32:52Sicherheit, unsere Freiheit und unsere
- 10:32:54Demokratie. Ihr Ziel ist es, die
- 10:32:56deutsche Unterstützung für die Ukraine
- 10:32:57zu schwächen. Wir lassen uns aber nicht
- 10:33:00einschüchtern und müssen den Autokraten
- 10:33:02dieser Welt die Stirn bieten.
- 10:33:05Wir [applaus] haben die Wahl, wir haben
- 10:33:07die Wahl zwischen Freiheit oder der
- 10:33:09Unterdrückung der Universitellen
- 10:33:12Menschenrechte. Ich wähle die Freiheit.
- 10:33:17Vielen [applaus] Dank.
- 10:33:19Für eine kurzeinvention erteile ich das
- 10:33:22Fort Martin sichert von der AfD
- 10:33:23Fraktion. Hast du ver?
- 10:33:26Ja, Herr Altenkampf, vielen Dank für die
- 10:33:29Ausführungen, die Sie gemacht haben und
- 10:33:31vielen Dank, Herr Präsident, dass Sie
- 10:33:32Zwischenfrage zulassen. Ähm, die
- 10:33:34Intervention zulassen.
- 10:33:35Ganz kurz, ganz kurz. Sie müssen jetzt
- 10:33:37nicht stehen. Sie müssen, wenn er fertig
- 10:33:39ist, entscheiden, ob Sie erwidern
- 10:33:40wollen. Sie können das auch lassen dann.
- 10:33:42Aber bis dahin bitte schön. Okay, gut.
- 10:33:45Ähm, also sie haben jetzt ganz viel über
- 10:33:48Russland gesprochen. Mit Russland dort
- 10:33:50die Menschenrechtssituation zu
- 10:33:51beeinflussen von deutscher Seite ist
- 10:33:52relativ schwierig. äh weil wir ja die
- 10:33:55andere Kriegsseite momentan finanzieren
- 10:33:58und dementsprechend wenig relativ wenig
- 10:33:59Einfluss auf Russland haben. Wir haben
- 10:34:01jetzt aber vor zwei Tagen Berichte
- 10:34:03gehabt, dass es in der Ukraine bei
- 10:34:06unserem militärischen Verbündeten dort
- 10:34:07in der Nähe von Kiev einen Keller
- 10:34:10gegeben hat oder gibt äh wo über 40
- 10:34:14Ukrainer wohl gefoltert worden sind, wo
- 10:34:17es auch Todesfälle gegeben hat, wo
- 10:34:18zumindest massive Verletzungen auch von
- 10:34:20ukrainischer Seite bestätigt worden
- 10:34:22sind. Und meine Frage an Sie ist an
- 10:34:23dieser Stelle ist, haben Sie ähm darauf
- 10:34:26hingewirkt, dass der Kanzler dieses
- 10:34:28Thema anspricht, dass dieses Thema
- 10:34:30angesprochen wird, dass wir auch bei
- 10:34:31unseren Verbündeten natürlich erwarten,
- 10:34:34dass Menschenrechte eingehalten wird und
- 10:34:36Menschenrechte und Folterkeller und
- 10:34:38ähnliches letztlich nicht von unserer
- 10:34:40Seite her geduldet werden. Haben Sie das
- 10:34:42angesprochen?
- 10:34:44[applaus]
- 10:34:45Herr Alkamp, möchten Sie ihr wieder?
- 10:34:51Wir müssen kurz warten. Jetzt blinkt es
- 10:34:53kurz und wenn das jetzt durchgehen
- 10:34:54leuchtet, dann bitte jetzt.
- 10:34:55Wirken grundsätzlich auf alle unsere
- 10:34:57Partner ein, die Menschenrechte
- 10:34:58einzuhandeln, aber ich wollte in meiner
- 10:35:00Rede ausdrücklich zum Ausdruck bringen,
- 10:35:02dass gerade dieses Regime, was Sie
- 10:35:04besonders verehren und unterstützen in
- 10:35:06besonderer Weise an gegeißelt werden
- 10:35:08muss für das, was sie entsprechend getan
- 10:35:10hat und das werde ich auch weiterhin so
- 10:35:11tun. [applaus]
- 10:35:13Vielen Dank. Wir setzen die Aussprache
- 10:35:15fort. Der nächste Redner ist Dr.
- 10:35:16Maximilian Kra für die AfDF.
- 10:35:20[applaus]
- 10:35:25Herr Präsident, meine sehr vererehrten
- 10:35:27Damen und Herren, in der internationalen
- 10:35:28Politik geht es nicht um Demokratie und
- 10:35:30Menschenrechte, es geht um die
- 10:35:32Interessen von Staaten. Merken Sie sich
- 10:35:33das. Zitat von Egon Bar und ich erlaube
- 10:35:37es mir hier in Erinnerung zu rufen, weil
- 10:35:38sie uns ja jetzt heute alle das
- 10:35:39Gegenteil erzählen werden. Es geht
- 10:35:40zunächst mal um sehr finanzielle
- 10:35:42Interessen, denn es gibt ja
- 10:35:43Ergänzungsanträge der Linken und der
- 10:35:45Grünen und erstaunlicherweise
- 10:35:47überschlagen sich die Grünen, die wollen
- 10:35:503,3 Milliarden mehr aus dem Haushalt für
- 10:35:52Menschenrechtspolitik, also für Jobs in
- 10:35:54NGOs haben. Die Linken nur 2,1. Das
- 10:35:58zeigt, sie wollen ihren Parteinachwuchs
- 10:36:00in einer ausufernden NGO Industrie
- 10:36:03versorgen, der sich dann weltweit um
- 10:36:05Dinge kümmert, die sie neuerdings um das
- 10:36:07Zauberwort Menschenrechte subsformieren.
- 10:36:10Denn dass es hier darum geht, Ansprüche
- 10:36:12auszuweiten und nicht eben die
- 10:36:14Interessen der Mehrheit der Bevölkerung
- 10:36:16zu wahren, wird ja an ihren
- 10:36:17Schwerpunkten deutlich im
- 10:36:18Menschenrechtsbericht.
- 10:36:20Christenverfolgung findet gar nicht
- 10:36:21statt, obwohl es die größte verfolgte
- 10:36:24religiöse Gruppe der Welt ist. Dasselbe
- 10:36:26ist, sie schreiben ganz viel über den
- 10:36:28Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt,
- 10:36:30sehr wichtig, aber sie erwähnen nicht,
- 10:36:33dass das eine Folge der von ihnen
- 10:36:35orchestrierten Masseneinwanderung ist,
- 10:36:37denn das gehört ja dazu. Aber es
- 10:36:40[applaus] geht noch weiter. Die
- 10:36:41Einwanderer sind ja ihr Fetisch und sie
- 10:36:43erfreuen sich ihrer besonderen
- 10:36:44Wertschätzung und deshalb ist es Ihnen
- 10:36:46ja ganz wichtig, dass Sie z.B. das
- 10:36:48Zurücksendeverbot
- 10:36:50ganz an die Spitze ihrer Aufmerksamkeit
- 10:36:52setzen. Wir haben jetzt in Feuta die
- 10:36:54Invasion von 10 tausenden illegalen
- 10:36:58Einwanderern gehabt, die dann alle
- 10:36:59angegeben haben, sie 70% haben
- 10:37:02angegeben, sie sein Homosexueller und
- 10:37:03deshalb verfolgt, die dürfen dann
- 10:37:05hereinkommen und das Leben der Menschen
- 10:37:07in CUTAuta unmöglich machen. Das ist für
- 10:37:11sie kein Problem, denn wichtig ist ja,
- 10:37:13dass niemand an den EU-Asengrenzen
- 10:37:15zurückgesandt wird. Das steht bei Ihnen
- 10:37:18im Betrag drin, aber es geht noch
- 10:37:20weiter. In dem Menschenrechtsbericht
- 10:37:22finde ich nichts zur Einschränkung der
- 10:37:23Meinungsfreiheit in Deutschland. Das ist
- 10:37:25immerhin ein Thema, was die US-Regierung
- 10:37:28regelmäßig ihn aus Butterbrot schmiert
- 10:37:30und zwar sowohl offiziell in ihren
- 10:37:32Communices wie auch in den bilateralen
- 10:37:34Gesprächen. Nach dem Vereinigten
- 10:37:36Königreich hat Deutschland die meisten
- 10:37:38Ermittlungsverfahren wegen
- 10:37:40Meinungsdelikten. Findet sich im
- 10:37:42Menschenrechtsrepport der
- 10:37:43Bundesregierung erstaunlicherweise gar
- 10:37:45nichts. Dabei ist die
- 10:37:46Menschenrechtseinschränkung durch ein
- 10:37:48ausuferndes Justizsystem, das permanent
- 10:37:51als Standardmaßnahme Hausdurchsuchungen
- 10:37:52anwendet, dass Leute die Häuser
- 10:37:54durchsucht, wenn sie den Vizekanzler
- 10:37:56Habck, den ehemaligen in einem Meme
- 10:37:58persiflieren oder das erstanzliche
- 10:38:00Verurteilungen ausspricht für Memes der
- 10:38:02ehemaligen Innenministerin. Das ist ein
- 10:38:05Menschenrechtsproblem, für sie aber
- 10:38:07völlig ohne Belang. auch
- 10:38:11[applaus]
- 10:38:14auch auf der linken Seite, wenn Sie die
- 10:38:16gesamte Welt belehren, Haitielehren sie,
- 10:38:19Berundi, belernen Sie, die
- 10:38:20zentralafrikanische Republik, wieso
- 10:38:22eigentlich nicht Kuba? Heimliche
- 10:38:24Sympathie für Castros Schergen? Es ist
- 10:38:27erstaunlich, wie selektiv sie vorgehen
- 10:38:30und dabei kommt noch etwas, dass sie ja
- 10:38:32das Konzept der Menschenrechte
- 10:38:33offensichtlich selbst nicht
- 10:38:34widerspruchsfrei anwenden können, denn
- 10:38:37ich lese sehr viel über
- 10:38:39reproduktive Rechte. Das heißt, ich gehe
- 10:38:41mal davon aus, dass die Mitglieder der
- 10:38:44SPD sehr wohl der Meinung sind, es gäbe
- 10:38:46ein Menschenrecht auf Abtreibung. Bei
- 10:38:48Ihnen hoffe ich, dass sie immer noch
- 10:38:49Kirchgänger genug sind, dass sie wissen,
- 10:38:51es gibt ein Menschenrecht auf Leben auch
- 10:38:53des Embryos. Sie können sich also in
- 10:38:55einer zentralen Frage dieses
- 10:38:57Menschenrechtsberichtes, nämlich der
- 10:38:59reproduktiven Gesundheit, noch nicht mal
- 10:39:00in der Regierung einigen. Menschenrecht
- 10:39:03auf Leben des Embryos oder Menschenrecht
- 10:39:05auf Abtreibung, das kriegen sie nicht
- 10:39:07hin. Und das Beispiel ist übrigens nicht
- 10:39:08von mir, es ist von Alister Mcintire,
- 10:39:10dem größten Moralphilosophen der
- 10:39:12Gegenwart. Beantworten Sie es doch mal.
- 10:39:14Auf über 100 Seiten kriegen sie
- 10:39:15überhaupt nichts hin, die Grundlagen der
- 10:39:17Menschenrechte überhaupt mal aufzu
- 10:39:19trösel.
- 10:39:20Und danach haben sie einen endlosen
- 10:39:22Betrag, wo sie erklären bei jedem Land,
- 10:39:24was die deutschen NGOs, die sie
- 10:39:26dahinchicken, wunderbares bewirken. Ich
- 10:39:27kann Ihnen eins erklären. Das, was
- 10:39:29deutsche NGOs bewirken, die sie in die
- 10:39:31ganze Welt schicken und die da den
- 10:39:32Leuten erklären, wie sie ihre Länder zu
- 10:39:34regieren haben, ist eine tiefe Abneigung
- 10:39:36gegen deutsche Außenpolitik. Wenn sie
- 10:39:38ins Ausland fahren, erzählen die die
- 10:39:39Leute als erstes, wie man es leid ist,
- 10:39:41dass man von Deutschland nichts über
- 10:39:43Interessenpolitik und Wirtschaftspolitik
- 10:39:45und Zölle hört, s dass man ständig
- 10:39:47belehrt wird, wie man doch die eigenen
- 10:39:48Länder zu regieren hat nach den Ideen
- 10:39:51der jeweilig linken
- 10:39:52Menschenrechtsaktivisten. Und genau
- 10:39:53deshalb nimmt uns ja außen politisch
- 10:39:55auch kaum noch einer ernst, denn die
- 10:39:57anderen Länder wissen eins genau. Es
- 10:39:59geht in der internationalen Politik,
- 10:40:01meine Damen und Herren, um die
- 10:40:02Interessen von Staaten. Und es geht
- 10:40:05nicht um die Menschenrechte, sondern
- 10:40:06diese sind vor allen Dingen eins. Sie
- 10:40:08sind ein Vehikel, um die eigenen
- 10:40:10Interessen so zu verkaufen, dass man sie
- 10:40:13der eigenen inneren Bevölkerung
- 10:40:15vermitteln kann. Und genau diesen
- 10:40:18Widerspruch hat ja die Rede von Ihnen,
- 10:40:20Herr Kollege, deutlich gemacht.
- 10:40:22Natürlich haben sie ein Interesse daran,
- 10:40:24zurzeit aus politischen und
- 10:40:25geostrategischen Gründen die Ukraine zu
- 10:40:27unterstützen. Aber weil Sie genau
- 10:40:29wissen, dass Sie für dieses Interesse
- 10:40:31nicht die Zustimmung bekommen, aber
- 10:40:33Milliarden, die im Innland fehlen, etwa
- 10:40:35beim vorangegangenen Thema der
- 10:40:36Krankenhausfinanzierung
- 10:40:38in die Kloschüsseln, in die goldenen
- 10:40:39Kloschüssel nach Kiev zu schicken.
- 10:40:41Deshalb erzählen Sie uns hier 5 Minuten
- 10:40:43was von Menschenrechten. Und als sie
- 10:40:45angefangen haben von der
- 10:40:47Folterkonvention zu sprechen, hat mein
- 10:40:49Kollege wunderbar zu mir gesagt: "Na, n
- 10:40:52war der Folterkeller nicht in ein
- 10:40:53anderen Land." Aber das gleichen sie,
- 10:40:55das geben sie eben nicht zu, weil sie
- 10:40:58die Menschenrechte benutzen, um ihre
- 10:40:59geostrategischen Interessen zu ummäneln.
- 10:41:02Und deshalb schlage ich Ihnen eins vor.
- 10:41:03Machen Sie doch Außenpolitik als
- 10:41:05Interessenpolitik und entkoppeln Sie sie
- 10:41:07von der Menschenrechtspolitik. Dann tun
- 10:41:09sie beiden was Gutes. Der deutschen
- 10:41:11Außenpolitik, die plötzlich ehrlich und
- 10:41:13ernst genommen wird und der
- 10:41:15Menschenrechtspolitik, die endlich nicht
- 10:41:17mehr im Dienst ihrer geostrategischen
- 10:41:19Interessen steht, sondern wo man sich
- 10:41:20einmal ernsthaft über die tatsächlich
- 10:41:22bedrohliche Menschenrechtssituation in
- 10:41:25der Welt unterhalten kann. Aber meine
- 10:41:27sehr verehrten Damen und Herren, es geht
- 10:41:29Ihnen ja nicht um die Menschenrechte.
- 10:41:31denen da drüben geht es um die Jobs für
- 10:41:34ihren Parteinachwuchs, der halt nichts
- 10:41:36anständiges gelernt hat und deshalb auf
- 10:41:37dem zweiten Arbeitsmarkt versorgt werden
- 10:41:39muss. Aber ihnen geht es offenbar darum,
- 10:41:43ihre eigene Geostrategie zu verbreiten
- 10:41:45und dafür leisten wir uns einen riesigen
- 10:41:47Apparat an NGOs, an
- 10:41:50Ministerialbürokratie. Alle zwei Jahre
- 10:41:52schicken wir diese fast 200 Seiten
- 10:41:54Menschenrechtsbericht herum, wo ich nach
- 10:41:56ihrer Rede mittlerweile den Eindruck
- 10:41:58habe, ich bin irgendwie der einzige, der
- 10:41:59den auch durchgelesen hat. Meine Damen
- 10:42:01und Herren, wofür wofür all dieser
- 10:42:04Aufwand? Wir machen lieber eine korrekte
- 10:42:07Politik, die auf die Probleme eingeht.
- 10:42:09Christenverfolgung,
- 10:42:11Meinungsfreiheitsverfolgung auch in
- 10:42:13Deutschland, Einschränkung der sexuellen
- 10:42:15Freiheit von Frauen durch die von ihnen
- 10:42:17orchestrierte Masseneinwanderung und ja
- 10:42:21auch repressive Regimes in der ganzen
- 10:42:23Welt. Aber für all das andere und die
- 10:42:25ganzen Milliarden, die sie haben wollen,
- 10:42:27halte ich mit Hag M Auera. Vielen Dank.
- 10:42:32Vielen Dank. Der nächste Redner ist der
- 10:42:34Beauftragter der Bundesregierung für
- 10:42:35Menschenrechtspolitik und humanitäre
- 10:42:37Hilfe, Dr. Lars Kastelucci.
- 10:42:42[applaus]
- 10:42:48Ja, vielen Dank, sehr geehrter Herr
- 10:42:50Präsident, meine sehr verehrten Damen
- 10:42:52und Herren, liebe Kolleginnen und
- 10:42:53Kollegen, Kollege Altenkamp hat er den
- 10:42:56Ton für diese Debatte gesetzt. Die
- 10:42:58Menschenrechte sind weltweit unter
- 10:43:01Druck, vielleicht wie sie es lange nicht
- 10:43:03waren. Die internationalen Konflikte,
- 10:43:06die kriegerischen Auseinandersetzungen
- 10:43:07nehmen zu. Nach vielen Jahren, wo wir
- 10:43:09Erfolge hatten, wächst Armut wieder. Die
- 10:43:12globale Ordnung wankt. Es sind keine
- 10:43:15guten Zeiten für Menschenrechte. Und
- 10:43:18wenn wir in unser eigenes Land schauen,
- 10:43:20dann kann man doch auch eine Ermüdung
- 10:43:21feststellen, dass da einige unterwegs
- 10:43:24sind. Sie denken, sie sind stark genug
- 10:43:26selbst. Sie brauchen das vielleicht gar
- 10:43:27nicht. Sie haben sich an die Standards,
- 10:43:29die wir in diesem Land erreicht haben,
- 10:43:31einfach gewöhnt und wieder andere, die
- 10:43:33eigentlich Hoffnungen haben, die aber
- 10:43:34jeden Tag wieder gezeigt werden, dass
- 10:43:37wir vielleicht nicht so vorankommen äh
- 10:43:40wie wir das wollen und deswegen die
- 10:43:41Hoffnung auch nicht eingelöst wird. der
- 10:43:44Bundesregierung stellt sich also keine
- 10:43:46einfache Aufgabe und die Aufgabe, die
- 10:43:49sich uns stellt, ist die Menschenrechte
- 10:43:50wieder in die Offensive zu bringen.
- 10:43:54Und dafür muss man zuerst noch mit einem
- 10:43:56Missverständnis aufräumen, dass
- 10:43:58Menschenrechte nur für irgendwelche
- 10:44:00Menschen da werden, die irgendwie das
- 10:44:02Pech haben, zur falschen Zeit am
- 10:44:03falschen Ort geboren oder gestrandet zu
- 10:44:05sein. Menschenrechte sind auch für uns
- 10:44:07alle das Fundament unseres
- 10:44:09Zusammenlebens.
- 10:44:13[applaus]
- 10:44:15Und deswegen ist es gut, dass wir über
- 10:44:17Menschenrechte heute hier sprechen. Ich
- 10:44:19danke den Fraktionen, die den Bericht
- 10:44:22aufgesetzt haben und es ist auch gut,
- 10:44:25dass wir als Deutschland in den
- 10:44:28Menschenrechtsrat gewählt worden sind,
- 10:44:29gerade im letzten Monat mit einem sehr,
- 10:44:31sehr guten Ergebnis. Und das widerlegt
- 10:44:33ja nur als ein Beispiel auch die Rede
- 10:44:36meines Vorredners Herrn Kra, der meint,
- 10:44:38wir wären international irgendwie
- 10:44:40abgemeldet. Wir sind mit einem sehr
- 10:44:41guten Ergebnis in den Menschenratsrat
- 10:44:43gewählt werden und können von dort aus
- 10:44:44die Offensive für Menschenrechte auch
- 10:44:47mit aller Kraft anpacken und
- 10:44:49vorantreiben. Ich bin froh, dass auf
- 10:44:52meinen Vorschlag in Deutschland auch der
- 10:44:54Initiative einer globalen Allianz für
- 10:44:57Menschenrechte beigetreten ist. Und ich
- 10:45:00kann heute schon sagen, dass wir in den
- 10:45:02Vorbereitungen sind das Jahr 2028, wenn
- 10:45:05sich die allgemeine Erklärung der
- 10:45:07Menschenrechte zum 80. mal jährt, dass
- 10:45:10wir dort ein Jubiläumsjahr haben wollen,
- 10:45:12wo viele mitwirken kann, wo es viele
- 10:45:15Veranstaltung gibt, ein Jahr, dass wir
- 10:45:17zu einem Jahr der Menschenrechte machen
- 10:45:20wollen. Möchte deswegen erstens allen
- 10:45:23danken, die an diesem Bericht mitgewirkt
- 10:45:25haben. Ich danke noch mal den Fraktionen
- 10:45:27für die Einbringung. Ich danke den
- 10:45:29beteiligten Ressource äh Herr
- 10:45:31Staatssekretär HN, Sie können es ins
- 10:45:33Haus geben für das federführende
- 10:45:35auswärtige Amt und ich sage Ihnen
- 10:45:37abschließend, die Menschenrechte in die
- 10:45:38Offensive zu bringen ist keine Aufgabe,
- 10:45:41die man alleine der Bundesregierung
- 10:45:42überlassen darf und auch nicht von gar
- 10:45:44nicht ihrem Beauftragten. Es ist eine
- 10:45:45Aufgabe, an der viele mitwirken können.
- 10:45:47Wir wollen sie alle einsammeln, Menschen
- 10:45:49aus der Wirtschaft, Künstlerinnen und
- 10:45:50Künstler, die Zivilgesellschaft und dann
- 10:45:53wird uns das auch gemeinsam gelingen.
- 10:45:55Vielen Dank.
- 10:45:55Vielen Dank.
- 10:45:57[applaus]
- 10:45:59Als nächstes spricht Mark für die
- 10:46:00Fraktion Bundest. G.
- 10:46:04[applaus]
- 10:46:14Herr Präsident, sehr geehrte Damen und
- 10:46:16Herren, wir haben in dieser Debatte zwei
- 10:46:18Reden gehört, die der Würde unseres
- 10:46:22Landes, dieses Hauses und den
- 10:46:24Menschenrechten gegenüber überaus
- 10:46:27angemessen waren. Die Rede meines
- 10:46:29Unionskollegen Norbert Altenkamp und die
- 10:46:31Rede unseres Beauftragten für
- 10:46:32Menschenrecht und humanitäre Hilfe, Herr
- 10:46:35Kutschi, vielen Dank dafür. Und wir
- 10:46:37haben eine andere Rede gehört von einem
- 10:46:41gewissen Herrnkrah. Herr Kra am 29.10.26
- 10:46:46konnten wir bei Table Media alle
- 10:46:47nachlesen. Sie kämpfen gerade um ihre
- 10:46:50Macht, denn Ihr Wahlkreis wird neu
- 10:46:52zugeschnitten und ihr eigener
- 10:46:53Kreisverband steht offenbar nicht mehr
- 10:46:55hinter ihn. Das Ergebnis davon haben wir
- 10:46:57in dieser Debatte von Ihnen geliefert
- 10:46:59bekommen. Und ich sage Ihnen nur eine
- 10:47:01Sache.
- 10:47:04Wenn ihr AfD Landtagsabgeordneter in
- 10:47:07Sachsen Jörg Dorner Geschäfte mit dem
- 10:47:10Regime in Belarus macht
- 10:47:12nachgewiesenermaßen
- 10:47:13dem letzten Regime Europas, das offensiv
- 10:47:16die Todesstraffe vollstreckt, dann haben
- 10:47:19wir auf der demokratischen Seite dieses
- 10:47:21Hauses uns von ihm gar nicht sagen zu
- 10:47:23lassen.
- 10:47:24[applaus]
- 10:47:29[applaus]
- 10:47:30Meine Damen und Herren, weil
- 10:47:31Menschenrechte, aber und das schätze ich
- 10:47:33ausdrücklich auch an der Koalition,
- 10:47:36nach wie vor der Maßstab für unsere
- 10:47:38Politik sind, muss ich über den Zustand
- 10:47:41der Menschenrechte in unserem Land
- 10:47:43reden. Und ich muss leider sagen, die
- 10:47:47Aussagen von Bundesinnenminister Dobrin
- 10:47:50mit Blick auf das vergangene Wochenende
- 10:47:53haben mich schockiert. Ich war in
- 10:47:55Dortmund, wo viele tausender junger
- 10:47:58Menschen friedlich auf der Straße waren
- 10:48:00und für ihre Anliegen geworben haben,
- 10:48:02gegen kaputte Schultoiletten gekämpft
- 10:48:04haben für mehr Investitionen, die
- 10:48:06Bildung für Klimaschutz. Und diese
- 10:48:08jungen Menschen, meine Damen und Herren,
- 10:48:10heißen Mohammed, Mina, Maria und Max.
- 10:48:15und sie gehören alle zu diesem Land und
- 10:48:17wir dürfen uns nicht spalten lassen.
- 10:48:19[applaus]
- 10:48:21Die Welt beweist, dass die Kampagnen der
- 10:48:24Angst nicht mehr funktionieren. Ob sie
- 10:48:26von Herrn Dobrin kommen, dem Autokraten
- 10:48:29Vutsch in Serbien oder wenn die
- 10:48:31Demokraten zum ersten Mal seit neun
- 10:48:33Jahrzehnten den Senatsitz von Kansas
- 10:48:36gewinnen und damit ein Zeichen der
- 10:48:37Hoffnung gegen die Angst von Präsident
- 10:48:40Trump senden. Ich befürchte leider,
- 10:48:44dass es eine Form der Angst ist, warum
- 10:48:47sich auch die Menschenrechtspolitik der
- 10:48:50aktuellen Regierung im Vergleich zum 16.
- 10:48:53Bericht der Bundesregierung,
- 10:48:55der ehemaligen Bundesregierung über ihre
- 10:48:58Menschenrechtspolitik so verändert hat.
- 10:49:00Ein Beispiel.
- 10:49:02Im hier heute behandelten Bericht stellt
- 10:49:04die ehemalige Bundesregierung
- 10:49:06ihr damaliges Engagement im Kampf gegen
- 10:49:10Menschenhandel heraus. Tausende
- 10:49:12Menschen, insbesondere
- 10:49:13zwangsprostituierte Frauen aus dem Osten
- 10:49:15Europas sind in den letzten Jahren von
- 10:49:19Menschenhandeln in Deutschland betroffen
- 10:49:20gewesen. Die Dunkelziffern liegen wohl
- 10:49:23noch höher und trotz steigender Bedarfe
- 10:49:26und mehr Aufgaben für den
- 10:49:28Koordinierungskreis gegen Menschenhandel
- 10:49:30erhöht die Bundesregierung die
- 10:49:32notwendigen Mittel nicht. Stattdessen
- 10:49:34steht im Koordinierungskreis aufgrund
- 10:49:36der Kostensteigerung faktisch weniger
- 10:49:38Geld zur Verfügung. Wir können uns über
- 10:49:42verschiedenste Themen uneinig sein. Wir
- 10:49:44sollten das auch, meine Damen und
- 10:49:46Herren. Aber es braucht eine Politik für
- 10:49:48die Menschen in Deutschland, die zurecht
- 10:49:50diese skandalösen
- 10:49:52Menschenrechtsverbrechen, wie den
- 10:49:53Menschenhandel mit
- 10:49:54zwangsprostituierenden Frauen aus dem
- 10:49:56Osten Europas bekämpft sehen wollen. Und
- 10:49:59deswegen
- 10:50:00deswegen werden wir von Bündnis 90 die
- 10:50:03Grün in den Haushaltsberatung nicht
- 10:50:05nachgeben und werden 12 Millionen Euro
- 10:50:07mehr für den Koordinierungskreis gegen
- 10:50:09Menschenhandel beantragen. Und ich
- 10:50:11finde, dem sollten sie zustimmen.
- 10:50:14[applaus]
- 10:50:14Die Stärke unseres Landes sind die
- 10:50:18Menschenrechte. Menschenrechte, die wir
- 10:50:20gegen alle Feinde verteidigen sollen.
- 10:50:22Vielen Dank. Vielen Dank.
- 10:50:24[applaus]
- 10:50:25Für eine kurze kurz Intervention erteile
- 10:50:28ich das Wort dem abgeordenen Dr.
- 10:50:29Maximilian K.
- 10:50:32Ja, also da sie mich persönlich
- 10:50:34angesprochen haben, Herr Lux, ich habe
- 10:50:36meinen Wahlkreis mit 45% der Erststimmen
- 10:50:38gewonnen, 5% mehr als der
- 10:50:40Zweitstimmenil. Nach aktuellen Umfragen
- 10:50:43liegen wir bei 55% in dem Wahlkreis.
- 10:50:46Vergleichen Sie das mal mit den grünen
- 10:50:48Umfragewerten.
- 10:50:49Ansonsten mache ich mir um meine Zukunft
- 10:50:51tatsächlich sehr wenig Sorgen, da ich im
- 10:50:53Gegensatz zu Ihnen nicht 6 Jahre für ein
- 10:50:55Bachelor an Sozialwissenschaften
- 10:50:56gebraucht habe und danach unmittelbar im
- 10:50:58Plenarsaal gewechselt bin, sondern
- 10:50:59sowohl über zwei juristische
- 10:51:01Staatsexamen plus Promotionwiillig
- 10:51:03Abschlussverfüge, das ist der
- 10:51:05Unterschied zwischen uns und Ihnen. Wir
- 10:51:07sind hier Politiker aus der Mitte des
- 10:51:09Volkes. Wir werden deshalb gewählt mit
- 10:51:11Ergebnissen, von denen sie als Grüne nur
- 10:51:13träumen können. Und deshalb brauchen wir
- 10:51:15auch keine Milliarden für NGOs, um uns
- 10:51:17unterzubringen, sondern wir sind auf dem
- 10:51:19ersten Arbeitsmarkt vermittelbar. Vielen
- 10:51:21Dank,
- 10:51:24[applaus]
- 10:51:25Herr Lux. Möchten Sie ja wieder.
- 10:51:31Da müssen Sie bitte aufstehen. Her
- 10:51:32Kraft.
- 10:51:36Ich
- 10:51:41möchte nur kurz
- 10:51:44Ich möchte nur kurz die Zeit nutzen,
- 10:51:45Herr Präsident, um zwei Sachen
- 10:51:48anzumerken.
- 10:51:52Erstens,
- 10:51:54die Menschen im Ruhrgebiet, wo ich
- 10:51:55herkomme, haben mir ziemlich viel
- 10:51:57beigebracht. die haben mir beigebracht,
- 10:51:59dass Vielfalt einer der wichtigsten
- 10:52:01Werte in dieser Gesellschaft ist, wenn
- 10:52:03ich an meine Mitschülerinnen und
- 10:52:04Mitschüler denke. Die haben mir
- 10:52:06beigebracht, dass Zusammenarbeit,
- 10:52:11die haben mir beigebracht das
- 10:52:13Zusammenarbeit. Danke Kollegin
- 10:52:15Pischotter, halten Sie es einfach fest.
- 10:52:17Ich halte das fest, der Präsident,
- 10:52:20die haben mir beigebracht, dass
- 10:52:21Zusammenarbeit
- 10:52:23der Schlüssel für die Zukunft unseres
- 10:52:25Landes ist. Und ich bin auch meinem
- 10:52:28Buchummer abgeordneten Kollegen Cer
- 10:52:30Jüel, der hier ist, sehr dankbar dafür,
- 10:52:32dass diese Zusammenarbeit so großartig
- 10:52:35gelingt. Und ich habe noch eine andere
- 10:52:36Sache gelernt, nämlich
- 10:52:41getroffene Hunde bellen. Vielen Dank,
- 10:52:44Herr Präsident. [applaus]
- 10:52:47Vielen Dank. Wir setzen die die
- 10:52:50Aussprache fort. Ich will aber hier noch
- 10:52:52einmal dafür plädieren, noch mal zu
- 10:52:54hinterfragen, ob die Auseinandersetzung
- 10:52:56über die Biographien der Kolleginnen und
- 10:52:57Kollegen eigentlich die richtige ist.
- 10:52:59Die nächste Rede hält Katrin Fei für die
- 10:53:01Fraktion Die Link.
- 10:53:05[applaus]
- 10:53:11Herr Präsident, Kolleginnen und
- 10:53:13Kollegen, liebe Zuschauerinnen auf der
- 10:53:15Tribüne, konkret lassen Sie uns über das
- 10:53:19Menschenrecht auf Nahrung sprechen.
- 10:53:21Hilfsorganisationen warnen aktuell
- 10:53:23wieder vor einer neuen Verschärfung der
- 10:53:27Ernährungslage in Gaza. Die Geberländer
- 10:53:29müssen ihrer humanitären und
- 10:53:30menschlichen rechtlichen Verantwortung
- 10:53:32endlich gerecht werden. Menschen
- 10:53:34brauchen dringend sicheren und
- 10:53:37ungehinderten Zugang zu ausreichender
- 10:53:39Nahrung. Und das Recht auf Nahrung
- 10:53:42beginnt nicht erst an internationalen
- 10:53:44Grenzen. Es gilt auch hier, etwa für die
- 10:53:47Kinder bedürftiger Familie. Nur was
- 10:53:50unternimmt die Bundesregierung? Sie,
- 10:53:53Herr Merz und Herr Wadefu, alle in
- 10:53:55Abwesenheit, interessieren sich für
- 10:53:57Menschenrechte besonders, wenn sie sich
- 10:53:59als globale Lehrmeister aufspielen
- 10:54:02können. Aber das eigene Recht,
- 10:54:04Menschenrechtskonform
- 10:54:06ausgestalten, den Kühlschrank
- 10:54:08allerfüllen, das ist definitiv nicht ihr
- 10:54:10Anspruch. Das gilt für die aktuelle
- 10:54:13Regierung, aber auch für ihre Vorgänger.
- 10:54:16Im vorliegenden 16. Menschenbericht lobt
- 10:54:19sich die Ampelregierung selbst für ihr
- 10:54:21Engagement, für angemessene Ernährung,
- 10:54:24also ihr internationales Engagement. Die
- 10:54:26aktuelle Bundesregierung freut sich über
- 10:54:28Fortschritte bei der Umsetzung des UN
- 10:54:30Sozialpakts. Übers Inland spricht sie
- 10:54:33dabei nicht und da muss sie ran. Das
- 10:54:36muss geändert werden. Gremien [applaus]
- 10:54:38im Innen und Ausland, wie der UN
- 10:54:40Sozialausschuss und der
- 10:54:41wissenschaftliche Beirat für
- 10:54:43Agrarpolitik, Ernährung und
- 10:54:45gesundheitlichen Verbraucherschutz, der
- 10:54:47die Regierung berät. Sie alle erklären
- 10:54:50Bundesregierungen seit Jahren, dass mit
- 10:54:52ihren Sozialleistungen eine gesunde
- 10:54:54Ernährung nicht zu bezahlen ist. Und
- 10:54:58seit unfassbaren 16 Jahren ignorieren
- 10:55:01deutsche Regierungen das absolut
- 10:55:03schmerzfrei und wir sagen, dagegen
- 10:55:06währen wir uns. Ernährungsmangel
- 10:55:09Untersozialleistungsbeziehenden
- 10:55:11ist in Deutschland keine Naturgewalt. Es
- 10:55:14ist eine politische Entscheidung. Also
- 10:55:17hören Sie auf mit dem Eigenlob. Ihre
- 10:55:20Bemessung des Existenzminimums
- 10:55:23macht den Mangel zum Maßstab. Sie
- 10:55:25verletzen vor allem Kinder und
- 10:55:27Jugendliche in ihrem Menschenrecht auf
- 10:55:29angemessene Nahrung. Für die reicht der
- 10:55:32Regelsatz, nämlich vorne und hinten,
- 10:55:34nicht. Deutschland verstößt, sie
- 10:55:37verstoßen gegen Artikel 11 des UN
- 10:55:39Sozialpakts. Der garantiert das Recht
- 10:55:42auf Nahrung und Zuhören ganz wesentlich,
- 10:55:45damit auch auf Sozialleistungen, mit
- 10:55:47denen Menschen, die für eine gesunde
- 10:55:50Ernährung nötigen Lebensmittel kaufen
- 10:55:52können. Lesen Sie das einfach mal in
- 10:55:54unserem beigelegten Antrag nach, indem
- 10:55:56es im übrigen nicht um Stellen geht und
- 10:55:58auch nicht um 2,1 Millionen. Sie haben
- 10:56:00den Antrag scheinbar nicht gelesen, Herr
- 10:56:02Kra. Erheben Sie endlich, liebe
- 10:56:04Regierung, die tatsächlichen Kosten
- 10:56:06gesunder Ernährung. Berücksichtigen Sie
- 10:56:08die in den Regelsätzen und verankern Sie
- 10:56:11sozialeem Menschenrecht im deutschen
- 10:56:12Recht, denn Menschenwürde gilt an jedem
- 10:56:15Küchentisch. Danke schön.
- 10:56:16Vielen Dank. [applaus]
- 10:56:19Als nächster spricht Dr. Jonas Geisler
- 10:56:21für die CDU C.
- 10:56:24[applaus]
- 10:56:31Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 10:56:33Kolleginnen und Kollegen, wir alle
- 10:56:35neigen ja oft dazu, dass wir bei sehr
- 10:56:37komplexen Fragestellungen einfache
- 10:56:39Antworten geben. Äh, das mag manchmal
- 10:56:41funktionieren. Ich glaube, dass es im
- 10:56:43Bereich der Menschenrechte wohl meistens
- 10:56:46eher nicht funktioniert.
- 10:56:48Wir haben mit dem
- 10:56:49Menschenrechtsausschuss des deutschen
- 10:56:51Bundestags
- 10:56:52dieses Jahr Israel und das Westjordan
- 10:56:57besucht. Wir haben da mit israelischen
- 10:57:01und palästinensischen Politikern
- 10:57:02gesprochen, mit Zivilorganisationen,
- 10:57:05mit Minderheiten,
- 10:57:07äh vor allen Dingen mit Menschen.
- 10:57:10Und was mich bei dieser Reise
- 10:57:13wahrscheinlich am meisten bewegt hat,
- 10:57:16war ein Austausch mit jemanden, den ich
- 10:57:17am Noba Festivalgelände
- 10:57:19getroffen habe. Das NOB Festivalgelände
- 10:57:23ist das Gelände, das von Hamas
- 10:57:27Terroristen am Morgen des 7. Oktobers
- 10:57:302023 zufällig überfallen worden ist.
- 10:57:34zufällig, weil das Festival spontan
- 10:57:38verlängert worden ist, ohne dass es auf
- 10:57:40dem Plan war. Mehr als 370
- 10:57:43junge Menschen
- 10:57:45sind abgeschlachtet worden, ermordet und
- 10:57:50umgebracht.
- 10:57:53Nur
- 10:57:54weil sie Juden sind.
- 10:57:57Mehr als 44 sind als Geiseln entführt
- 10:58:00worden, von denen mindestens 19
- 10:58:04tot waren oder in Gefangenschaft
- 10:58:06ermordet worden sind. Was mich auf
- 10:58:09diesem Gelände beeindruckt hat, war der
- 10:58:12Vater,
- 10:58:13mit dem ich mich vor Ort unterhalten
- 10:58:15habe, der nicht ein Kind verloren hat,
- 10:58:19sondern seine beiden Söhne bei dem
- 10:58:21Überfall.
- 10:58:23Dieser Vater ist selbst Metallbauer
- 10:58:26und ist heute damit beschäftigt, die
- 10:58:28Gedenkstätte aufzubauen, die jeden Tag
- 10:58:31von 7000 Menschen besucht wird,
- 10:58:36die auf diesem Gelände stehen und sich
- 10:58:38erinnern an das, was passiert ist.
- 10:58:41Und wer ein einziges Mal in seinem Leben
- 10:58:43auf diesem blutdurchdrängten Boden
- 10:58:46gestanden war, der weiß, dass es eben
- 10:58:49keine einfachen Antworten gibt.
- 10:58:53Weil wenn man da steht und gleichzeitig
- 10:58:56darum weiß, dass keine 20 km entfernt
- 10:59:00jeden Tag weiter Menschen sterben, dann
- 10:59:03sind die Antworten nicht leicht. Wenn
- 10:59:05man da steht in dem Bewusstsein, dass
- 10:59:07zeusende von Menschen im Gaza umgekommen
- 10:59:10sind, wenn man da steht in dem
- 10:59:12Bewusstsein um die palästinensischen
- 10:59:14Kinder, die nichts für die Verbrechen
- 10:59:17der Terroristen können, wenn man da
- 10:59:20steht und weiß und das Leid der Menschen
- 10:59:23im Westjordernland, die unter
- 10:59:24Siedlergewalt leiden oder um das Leid
- 10:59:27der Christen, die von den Radikalen in
- 10:59:30der Region eigentlich vertrieben werden
- 10:59:32sollen. Die Frage nach Menschenrechten
- 10:59:35klingt am Anfang leicht, aber gerade der
- 10:59:38Nahosten zeigt, dass sie alles andere
- 10:59:40als leicht ist, dass sie unglaublich
- 10:59:42schwer zu beantworten ist. Und wenn wir
- 10:59:44den Menschenrechtsbericht der
- 10:59:45Bundesregierung über die Zeit der Ampel
- 10:59:48lesen, dann findet man natürlich auch
- 10:59:51die eine oder andere einfache Antwort,
- 10:59:52aber die meisten sind schwer formuliert
- 10:59:55und das ist auch gut so, weil auch wenn
- 10:59:58wir in diesem Haus unterschiedliche
- 11:00:00Wahrnehmungen über Prioritätsetzungen
- 11:00:03haben, eint uns dennoch immer das Ziel,
- 11:00:06dass wir eigentlich das Richtige tun
- 11:00:08wollen, auch und gerade wenn es um die
- 11:00:11Menschenrechte geht. Man kann
- 11:00:13Außenpolitik Interessensgeleitet oder
- 11:00:15Werte geleitet gestalten. Man kann
- 11:00:17Außenpolitik wegen dem Bericht
- 11:00:19feministisch orientieren oder man kann
- 11:00:22sich an der Menschlichkeit orientieren.
- 11:00:25Vielleicht sind beide Seiten wichtig und
- 11:00:28vielleicht ergänzen sich beide Seiten.
- 11:00:30Die große Stärke unseres Landes ist,
- 11:00:33dass egal wer die Bundesregierung
- 11:00:35stellt, wir uns immer der Menschlichkeit
- 11:00:38verpflichtet gefühlt haben. Die große
- 11:00:40Stärke unseres Landes ist, dass auch
- 11:00:42wenn wir unterschiedliche Akzente
- 11:00:44setzen, unterschiedliche Ansätze wählen
- 11:00:47und vielleicht auch Fehler in der
- 11:00:49Vergangenheit gemacht haben, wir uns
- 11:00:51immer wieder selbst den Spiegel vor
- 11:00:53Augen führen können, was im Innland
- 11:00:56passiert, aber vor allen Dingen auch
- 11:00:57darüber, was im Ausland passiert.
- 11:01:01Wir können stolz darauf sein,
- 11:01:04dass wir in einer freiheitlich
- 11:01:06demokratischen Grundnung leben. Wir
- 11:01:09können stolz auf die Demokratie sein
- 11:01:12darauf, dass wir viele Fehler nach dem
- 11:01:14Zweiten Weltkrieg nicht wiederholt
- 11:01:16haben. Wir können aber vor allen Dingen
- 11:01:18auch stolz darauf sein, dass es bei uns
- 11:01:20eben keine Verschleppungen wie in den
- 11:01:22russisch besetzten Gebieten der Ukraine
- 11:01:23gibt, keine Massenhinrichtungen wie im
- 11:01:26Iran. Wir können uns darüber freuen, in
- 11:01:28einer Demokratie zu leben, die all das
- 11:01:31überwunden hat, was wir in zwei
- 11:01:33deutschen Diktaturen erlebt haben. In
- 11:01:35diesem Sinne lassen Sie uns
- 11:01:36Menschenrechtspolitik gemeinsam
- 11:01:38gestalten in der Verantwortung vor uns
- 11:01:41und den kommenden Generationen.
- 11:01:43Vielen Dank.
- 11:01:45[applaus]
- 11:01:46Für die letzte Rede in dieser Aussprache
- 11:01:49erteile ich das Wort der Dab Heinrich
- 11:01:51für die SPD.
- 11:01:53[applaus]
- 11:02:00Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 11:02:03Kolleginnen und Kollegen, der
- 11:02:05Menschenrechtsbericht ist gewissermaßen
- 11:02:07ein Rückspiegel für die Politik der
- 11:02:09letzten Jahre. Er soll aber auch nach
- 11:02:12vorne schauen. Autoritäre Regierungen
- 11:02:15gewinnen derzeit an Einfluss.
- 11:02:17Zivilgesellschaftliche Räume schrumpfen
- 11:02:20und für Millionen Menschen gehören
- 11:02:22Verfolgung. und Unterdrückung zum
- 11:02:25Alltag.
- 11:02:27Fortschritte sind oft mühsam erkämpft,
- 11:02:29Rückschläge gibt es schnell und immer.
- 11:02:32Gerade deswegen sollten wir auf das
- 11:02:34schauen, was gelungen ist. Davon finden
- 11:02:37wir im Menschenrechtsbericht durchaus
- 11:02:40einige Beispiele. Z.B. der Kampf gegen
- 11:02:43Straflosigkeit. Wir haben den
- 11:02:44internationalen Strafgerichtshof
- 11:02:46finanziell und personell unterstützt und
- 11:02:49müssen dies weitertun. Wir haben dazu
- 11:02:52beigetragen, das schwerste Verbrechen in
- 11:02:54Syrien dokumentiert und Beweise für
- 11:02:57spätere Strafverfahren gesichert wurden.
- 11:03:00In der Ukraine unterstützen deutsche
- 11:03:03Expertinnen und Experten die Ermittlung
- 11:03:05zu russischen Kriegsverbrechen. Und mit
- 11:03:07der Reform des Völkerstrafrechts
- 11:03:10haben wir auch hier Strafbarkeitslücken
- 11:03:12bei sexualisierter Gewalt geschlossen
- 11:03:15und ihre Verfolgung nach dem
- 11:03:17Weltrechtsprinzip gestärkt.
- 11:03:20Fortschritte gab es beim Schutz von
- 11:03:22Frauen und Kindern, bei der
- 11:03:23Gleichstellung und bei der Umsetzung der
- 11:03:26Behinderten Rechtskonvention der
- 11:03:28Vereinten Nation.
- 11:03:30Das sind Schritte in die richtige
- 11:03:33Richtung, die es leider nicht immer in
- 11:03:35die Schlagzeilen schaffen, aber für die
- 11:03:38Betroffenen sind sie wichtig.
- 11:03:41Für den nächsten Menschenrechtsbericht
- 11:03:43sollten wir im Blick behalten, wie sich
- 11:03:45die Bedrohung und Herausforderungen
- 11:03:47verändern. Wir wollen deswegen mit
- 11:03:49unserer Entschließung dafür sorgen, dass
- 11:03:52der Menschenrechtsbericht diese
- 11:03:54Veränderungen stärker abbildet. Dazu
- 11:03:56gehört die Frage, was KI für die
- 11:03:58Menschenrechte bedeutet, in Bezug auf
- 11:04:01das Recht auf Nichtdiskriminierung,
- 11:04:04das Recht auf Privatsphäre
- 11:04:06und die Versammlungsfreiheit und auf
- 11:04:08autonome
- 11:04:10Waffensysteme
- 11:04:12auch transnational.
- 11:04:13Kollein, eine Sekunde, eine Sekunde
- 11:04:14bitte. Vielleicht können wir der Debatte
- 11:04:16konzentriert und mit der gebotenen in
- 11:04:18Ruhe lauschen. Das wäre wirklich fair.
- 11:04:20Vielen Dank. Setzen Sie gerne fort.
- 11:04:24Auch transnationale Repression muss ein
- 11:04:26Thema sein, wenn geflüchtete Menschen
- 11:04:28weiter aus ihren Ländern heraus bedroht
- 11:04:30werden.
- 11:04:31Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kriege
- 11:04:33und bewaffnete Konflikte bringen überall
- 11:04:36auf der Welt unermessliches Leid über
- 11:04:39die Zivilbevölkerung.
- 11:04:41Humanitäre Hilfe bleibt deshalb ein
- 11:04:44unverzichtbarer Bestandteil unserer
- 11:04:47Verantwortung. Sie lert Not, während wir
- 11:04:50gleichzeitig daran arbeiten müssen, ihre
- 11:04:53Ursachen zu bekämpfen. Und dazu gehört,
- 11:04:56wir brauchen global die Stärke des
- 11:04:59Rechts, nicht das Recht des Stärkeren.
- 11:05:02Vielen Dank.
- 11:05:03Vielen Dank. [applaus]
- 11:05:06Weitere Wortmeldungen in dieser
- 11:05:07Aussprache liegen nicht vor. Ich
- 11:05:08schließe sie. Tagesordnungspunkt 17a:
- 11:05:11Wir kommen zur Abstimmung über die
- 11:05:12Beschlussempfehlung des Ausschusses für
- 11:05:14Menschenrechte und humanitäre Hilfe zu
- 11:05:16dem 16. Bericht der Bundesregierung über
- 11:05:18ihre Menschenrechtspolitik. Der
- 11:05:20Ausschuss empfiehlt in seiner
- 11:05:21Beschlussempfehlung auf Drucksache 21
- 11:05:248396
- 11:05:26in Kenntnis der Unterrichtung auf
- 11:05:27Drucksache 20 14480
- 11:05:31eine Entschließung anzunehmen. Was
- 11:05:33stimmt für diese Beschlussempfehlung?
- 11:05:35Ist die Unionierungsfraktion? Das ist
- 11:05:36die SPD Fraktion. Vielen Dank. bestimmt
- 11:05:39gegen die AfD Fraktion Bist durch die
- 11:05:42Grüne und die linke Enthaltung sehe ich
- 11:05:43nicht dann ist die Beschlussempfehlung
- 11:05:45angenommen. Wir kommen zur Abstimmung
- 11:05:46über den Entschließungsantrag der
- 11:05:48Fraktion Bündnis 90D Grün auf Drucksache
- 11:05:518951.
- 11:05:52Wer stimmt dafür? Bündnis 90 die Grün
- 11:05:56und die Linke. Wer stimmt dagegen? CDU
- 11:05:59CSU AfD und die SPD. Enthaltung sehe ich
- 11:06:03nicht. Damit ist der
- 11:06:04Entschließungsantrag
- 11:06:06abgelehnt. Kommen wir zum
- 11:06:07Tagesordnungspunkt 17. B.
- 11:06:09Interfraktionell wird Überweisung der
- 11:06:10Vorlage auf Drucksache 8660 an die in
- 11:06:13der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse
- 11:06:15vorgeschlagen. Weitere
- 11:06:16Überweisungsvorschläge sehe ich nicht,
- 11:06:18dann verfahren wir so. Somit rufe ich
- 11:06:20auf die Tagesordnungspunkte 18a und
- 11:06:2318bung der Anträge der Fraktion Bütis 90
- 11:06:25die Grün mit den Titeln Wohnungs und
- 11:06:27Obdachlosigkeit überwinden und Menschen
- 11:06:30ohne Krankenversicherungsschutz
- 11:06:32wieder wirksam absichern. für die
- 11:06:34Aussprache wurde eine Dauer von 30
- 11:06:37Minuten vereinbart. Solange hier einige
- 11:06:40uns verlassen und später wiederkommen
- 11:06:42wollen und andere sich platzieren,
- 11:06:45möchte ich darauf hinweisen, dass wir
- 11:06:46ich dass ich aufgrund des Verzugs äh in
- 11:06:49der im Verlauf dieses äh der unserer
- 11:06:54Sitzung für diesen Tagesordnungs erstmal
- 11:06:57keine Kurzintervention und auch keine
- 11:07:01Zwischenfragen zulassen werde, weil wir
- 11:07:04nach hinten ein bisschen verzogen sind.
- 11:07:06Das kann sich dynamisch aber noch
- 11:07:07verändern im Laufe des
- 11:07:11Abends.
- 11:07:16Vielen Dank. Ich eröffne die Aussprache
- 11:07:19und erteile das Wort Silvia Rietenberg
- 11:07:22für die Fraktion Bündnis 19.
- 11:07:27[applaus]
- 11:07:39Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen
- 11:07:42und Kollegen
- 11:07:43der Bundesregierung bleiben heute ab
- 11:07:46heute noch 4 Jahre, ein Monat und 25
- 11:07:50Tage, um über einer Million Menschen in
- 11:07:54Deutschland aus der Wohnungslosigkeit zu
- 11:07:56helfen.
- 11:07:58Denn diese Regierung hat sich das Ziel
- 11:08:00gesetzt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu
- 11:08:03überwinden.
- 11:08:05Das finde ich gut und das finde ich
- 11:08:07richtig,
- 11:08:10[applaus]
- 11:08:11denn die Zahl der wohnungslosen
- 11:08:13Menschen, die steigt in Deutschland
- 11:08:15immer weiter an. Das ist z.B. die Frau,
- 11:08:18die ich regelmäßig morgens auf einer
- 11:08:20Parkbank sitzen sehe. Der alte
- 11:08:22Einkaufswagen neben ihr trägt den
- 11:08:24letzten Rest ihres Besitzes und die
- 11:08:27Backen, auf der sie, dient ihr,
- 11:08:30eingewickelt in einen Schlafsack als
- 11:08:32Bett. Das Gesicht und der Körper sind
- 11:08:35gezeichnet vom Leben auf der Straße. Ich
- 11:08:39frage mich dann oft, was mag in diesem
- 11:08:42Leben passiert sein?
- 11:08:44Was bringt Menschen dazu, wohnungslos zu
- 11:08:47werden?
- 11:08:49Und in aller Kürze, Wohnungslosigkeit
- 11:08:52kann durch einen persönlichen
- 11:08:53Schicksalsschlag ausgelöst werden, etwa
- 11:08:55durch den Verlust eines geliebten
- 11:08:57Menschen oder des Arbeitsplatzes, durch
- 11:09:00eine schwere Krankheit, durch
- 11:09:01Verschuldung oder andere persönliche
- 11:09:04Krisen, die der Einzelne nicht mehr
- 11:09:06bewältigen kann und das dann noch in
- 11:09:08mitten wachsender Armut, steigender
- 11:09:11Mieten und einem angespannten
- 11:09:13Wohnungsmarkt. Wohnungslosigkeit,
- 11:09:16die kann jeden von uns treffen und
- 11:09:19deshalb ist es der Auftrag an uns alle,
- 11:09:22Wohnungslosigkeit zu bekämpfen.
- 11:09:25[applaus]
- 11:09:27Mit unserem Antrag heute legen wir Ihnen
- 11:09:30nun eine praktische Handreichung mit
- 11:09:31konkreten Maßnahmen zur Prävention von
- 11:09:34Wohnungsverlust
- 11:09:35und mit konkreten Handlungsempfehlungen
- 11:09:37zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit
- 11:09:41vor. Auch unser zweiter Antrag, den wir
- 11:09:43heute einbringen, der betrifft viele
- 11:09:44wohnungslose Menschen, denn er bezieht
- 11:09:46sich auf Menschen ohne
- 11:09:47Krankenversicherung. Und auch hier
- 11:09:49braucht es endlich flächendeckende
- 11:09:51Beratungsangebote
- 11:09:53als Sicherheitsnetz für Menschen, die
- 11:09:55nicht krankenversichert sind. Und liebe
- 11:09:58Bundesregierung, vor Ihnen liegt also
- 11:10:00eine immense Aufgabe und ich frage mich,
- 11:10:03wie wollen Sie diese ernsthaft angehen,
- 11:10:05wenn es bisher weder konkrete Maßnahmen
- 11:10:08noch einen Fahrplan gibt? Sie können
- 11:10:10jetzt wieder sagen, die Kommunen sind in
- 11:10:12erster Linie zuständig. Ja, das stimmt,
- 11:10:14aber es stimmt auch, dass der Bund schon
- 11:10:16heute viel mehr tun kann. Und als
- 11:10:19Leitung des Aktionsplans gegen
- 11:10:21Wohnungslosigkeit, da könnten Sie jetzt
- 11:10:23schon viel aktiver und auch
- 11:10:25verbindlicher agieren. Die Fachleute in
- 11:10:27den Verbänden, bei den Trägern und auch
- 11:10:30bei der Selbstvertretung wohnungsloser
- 11:10:32Menschen, die wissen doch alles, was zu
- 11:10:34tun ist. Sie müssen nur noch zuhören und
- 11:10:38dieses Wissen umsetzen. Und dafür
- 11:10:40braucht es keine neuen Zuständigkeiten,
- 11:10:42auch keine Arbeitskreise, sondern einzig
- 11:10:45und allein ihren politischen Willen.
- 11:10:48[applaus]
- 11:10:50Und umso mehr sorgt es nicht, dass Sie
- 11:10:53jetzt als Bundesregierung stattdessen
- 11:10:54das Wohngeld auch noch kürzen wollen.
- 11:10:57und 381
- 11:11:00000 einkommensschwache Haushalte
- 11:11:02bekommen dadurch künftig keine
- 11:11:04Unterstützung mehr, um steigende Mieten
- 11:11:07zu zahlen. Wie passt das eigentlich zu
- 11:11:09dem Ziel, die Wohnungslosigkeit zu
- 11:11:11überwinden?
- 11:11:14Liebe SPD, sie kämpfen doch seit jeher
- 11:11:16für soziale Gerechtigkeit. Wo bleibt
- 11:11:19ihre Solidarität mit den Menschen, die
- 11:11:21sich neben der Miete kaum noch das Leben
- 11:11:23leisten können? Und liebe Union, ich
- 11:11:25frage jetzt wirklich, wofür steht denn
- 11:11:27das C in CDU CSU, wenn nicht dafür, nach
- 11:11:31dem christlichen Menschenbild die Würde
- 11:11:33jedes Menschen in den Mittelpunkt zu
- 11:11:35stellen? [applaus] Also noch mal, Sie
- 11:11:37selbst haben sich das Ziel gesetzt,
- 11:11:38Wohnungslosigkeit bis 2030 zu
- 11:11:41überwinden. Dann legen Sie jetzt los
- 11:11:43oder frei nach Minister Linnemann.
- 11:11:45Kommen Sie endlich ins Machen. Es
- 11:11:47bleiben ihm noch vier Jahre, ein Monat
- 11:11:49und 25 Tage. Vielen Dank.
- 11:11:54[applaus]
- 11:11:56Die nächste Rednerin ist Dr. Maria Lena
- 11:11:58Weiß für die CDC Soution. [applaus]
- 11:12:05Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 11:12:07Kollegen, wer krank ist, braucht Hilfe.
- 11:12:10Niemand sollte zwischen Krankenkasse und
- 11:12:11Sozialamt hängen bleiben. Der
- 11:12:14menschliche Ausgangspunkt ihres Antrags
- 11:12:16zu Menschen ohne Krankenversicherung ist
- 11:12:18richtig. Seine Umsetzung überzeugt mich
- 11:12:21allerdings nicht.
- 11:12:23Meine Skepsis fängt schon da an, dass
- 11:12:25sie sehr unterschiedliche Fälle in einen
- 11:12:27Topf schmeißen. Menschen ohne Wohnung,
- 11:12:29Selbstständige mit Beitragsschulden,
- 11:12:31Saisonkräfte und Menschen ohne
- 11:12:33Aufenthalstitel.
- 11:12:35Diese Gruppen haben allesamt
- 11:12:37unterschiedliche Bedürfnisse und
- 11:12:38brauchen somit auch unterschiedliche
- 11:12:40Lösungen. Für alle das Gleiche ist am
- 11:12:42Ende regelmäßig für alle das falsche.
- 11:12:47Wenn Sie also so einen Antrag wie diesen
- 11:12:49hier schreiben, dann müssen Sie sich
- 11:12:50doch die Fälle genau anschauen und
- 11:12:52unterscheiden. Wer kann nicht zahlen,
- 11:12:55wessen Anspruch scheitert an Behörden
- 11:12:57und wer kommt seinen Pflichten nicht
- 11:12:59nach, obwohl er die Möglichkeit dazu
- 11:13:01hätte? Das machen sie aber nicht.
- 11:13:04Stattdessen greifen Sie in Ihrem Antrag
- 11:13:05auf spezielle Tatbestände zurück, die
- 11:13:08Sie dann pauschal auf alle Fälle
- 11:13:10ausweiten wollen. Und dazu mache ich
- 11:13:12zwei Beispiele aus Ihrem Antrag.
- 11:13:14Beispiel 1: Der Infektionsschutz
- 11:13:17ermöglicht gezielte akute Hilfe, wenn
- 11:13:20sie erforderlich ist, um eine
- 11:13:21Infektionsausweitung zu vermeiden. Das
- 11:13:24schützt Erkrankte, aber vor allem
- 11:13:26schützt es die Allgemeinheit.
- 11:13:28Und sie wollen jetzt hieraus eine
- 11:13:30automatische Einzelversorgung über die
- 11:13:32Gesundheitsämter ableiten. Das geht
- 11:13:34soweit.
- 11:13:36Das zweite Beispiel. Im
- 11:13:38Aufenthaltsgesetz gibt es eine Ausnahme
- 11:13:40für Schulen. Diese müssen nicht die
- 11:13:42Ausländerbehörde unterrichten, wenn sie
- 11:13:44Kenntnis vom Aufenthalt einer Person
- 11:13:46ohne erforderlichen Aufenthaltstitel
- 11:13:48haben. Das ist eine gezielte
- 11:13:50Schutzentscheidung für Minderjährige.
- 11:13:52Sie hingegen, Sie wollen jetzt daraus
- 11:13:55eine Ausnahme entlang der gesamten
- 11:13:57medizinischen Leistungs und
- 11:13:58Abrechnungskette machen und führen diese
- 11:14:01enge Ausnahmevorschrift so Adsurdum.
- 11:14:05Deshalb, liebe Kollegen, wenn wir
- 11:14:07ernsthaft über Patientenrechte von
- 11:14:10Menschen ohne Versicherungsschutz
- 11:14:11sprechen, dann müssen wir hier schon
- 11:14:13etwas unterscheiden. Nicht zahlen können
- 11:14:16ist etwas anderes als nicht zahlen
- 11:14:18wollen. Menschen, die aus Armut nichts
- 11:14:21beitragen können, gehören
- 11:14:23selbstverständlich zum Kreis der
- 11:14:24Solidaritätsberechtigten.
- 11:14:27Nicht zahlen zu müssen entbindet aber
- 11:14:29nicht automatisch davon, sich auch
- 11:14:31selbständig um die eigene Versorgung zu
- 11:14:33kümmern. Und dann muss aufgeklärt
- 11:14:36werden, wer diese Versorgung dauerhaft
- 11:14:38finanziert. Und da will ich ganz klar
- 11:14:40sagen, dass das auf Dauer nicht Sache
- 11:14:43der Beitragszahler, sondern des
- 11:14:44Staatshaushalts sein muss.
- 11:14:48Ich komme zum Schluss und lassen Sie
- 11:14:49mich am Ende eines klarstellen. Wir
- 11:14:52haben schon jetzt eines der
- 11:14:54solidarischsten Gesundheitssysteme der
- 11:14:56Welt und ihr guter Wille es noch besser
- 11:14:59zu machen in allen Ehren. Aber ihr
- 11:15:01Antrag leistet dazu keinen zielführenden
- 11:15:03Beitrag. Vielen Dank.
- 11:15:06[applaus]
- 11:15:07Vielen Dank.
- 11:15:09Als nächster spricht Otto Strauß für die
- 11:15:11AfDV.
- 11:15:14[applaus]
- 11:15:21Sehr geehrter Herr Präsident, meine
- 11:15:23Damen und Herren, über eine Million
- 11:15:26wohnungslose Menschen in Deutschland,
- 11:15:29mehr als 137 000 betroffene Kinder und
- 11:15:32Jugendliche.
- 11:15:34Diese Zahlen nennen die Grünen in ihrem
- 11:15:36Antrag. Sie sind erschütternd und
- 11:15:38zugleich eine politische
- 11:15:40Bankrotterklärung
- 11:15:42jener Partei, die bis vor kurzem selbst
- 11:15:45Regierungsverantwortung
- 11:15:47getragen hat. Meine Damen und Herren von
- 11:15:50den Grünen, sie beklagen Zustände, die
- 11:15:53unter ihrer Mitverantwortung
- 11:15:56entstanden sind. Sie haben den
- 11:15:58nationalen Aktionsplan gegen
- 11:16:00Wohnungslosigkeit
- 11:16:032024 mitbeschlossen. Jetzt stellen Sie
- 11:16:05fest, dass er nicht funktioniert. Ihre
- 11:16:08Antwort: neue Arbeitsgruppen, Berichte,
- 11:16:11Statistiken und noch mehr staatliche
- 11:16:14Regulierung. Glauben Sie ernsthaft, dass
- 11:16:17ein Obdachloser durch einen jährlichen
- 11:16:19Umsetzungsbericht eine Wohnung bekommt?
- 11:16:22Besonders bemerkenswert ist eine Zahl
- 11:16:24aus ihrem Antrag. 85% der
- 11:16:27untergebrachten Wohnungslosen besitzen
- 11:16:29keine deutsche Staatsangehörigkeit.
- 11:16:32Diese Zahl müsste endlich eine
- 11:16:34grundsätzliche Debatte über Migration
- 11:16:38und die Belastbarkeit unserer Kommunen
- 11:16:41auslösen. Doch was fordern Sie?
- 11:16:44Bereits nach 3 Monaten sollen bestimmte
- 11:16:47arbeitssuchende EU-Bürger Zugang zum
- 11:16:50Bürgergeld erhalten. Selbst Menschen
- 11:16:52ohne regulären Leistungsanspruch sollen
- 11:16:55zusätzliche Unterstützung bekommen. Der
- 11:16:58frühere
- 11:17:00SPD Arbeitsminister Franz Müttefering
- 11:17:03erklärte 2006:
- 11:17:05"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht
- 11:17:08essen."
- 11:17:10Heute scheint dieser Grundsatz in seiner
- 11:17:12eigenen Partei längst vergessen.
- 11:17:17Wie attraktiv unser Sozialstaat geworden
- 11:17:19ist, zeigt die Reportage EU
- 11:17:21Armutsmigration.
- 11:17:23Sozialstaat in der Sackgasse. Ein
- 11:17:26rumänischer Bürgermeister berichtet von
- 11:17:28Familie mit 10 oder 15 Kindern, die
- 11:17:31deutsches Kindergeld beziehen. Für
- 11:17:34Rumänien sei das wie ein Schatz. Eine
- 11:17:38dort vorgestellte Beispielrechnung
- 11:17:40bekommt bei einer Familie mit sieben
- 11:17:42Kindern auf rund 4500 € monatlich
- 11:17:45einschließlich Sozialleistung und
- 11:17:47geringfühgiger
- 11:17:49Erwerbseinkommen. Und dann der der
- 11:17:52berichtete Fall einer vierköpfigen
- 11:17:54Familie aus der Westukraine.
- 11:17:56Sie soll rund 40.000 € Sozialleistungen
- 11:17:59bezogen haben, obwohl sie längst in
- 11:18:01ihrer Heimat zurückgekehrt war. Die
- 11:18:04Behörden bemerkten
- 11:18:06es monatelang nicht. Wer soll das
- 11:18:10bezahlen und wie erklären Sie das den
- 11:18:12Arbeitnehmern, die jeden Morgen
- 11:18:13aufstehen und ihre Steuern entrichten,
- 11:18:17währenddessen Familien, deutsche
- 11:18:19Familien kaum bezahlbare Wohnungen
- 11:18:21finden, um ihre Wohnungspolit und ihre
- 11:18:24wohnungspolitische Antwort
- 11:18:26Mietpreisbremse verschärfen, Vermieter
- 11:18:29regulieren, zusätzliche Quoten
- 11:18:31einführen. Wer investiert denn noch in
- 11:18:34Wohnung bei solchen kranken
- 11:18:36Vorschriften? Sie beklagen fehlenden
- 11:18:39Wohnraum und bekämpfen diejenigen, die
- 11:18:42ihn schaffen sollen. Stattdessen
- 11:18:44beschäftigen sich ausführlich mit
- 11:18:46digitalen Postfächern und besonderen
- 11:18:49Erhebungen zur Wohnungslosigkeit querer
- 11:18:52Menschen. Ein Dach über den Kopf braucht
- 11:18:55jeder Mensch. Dafür benötigen wir keine
- 11:18:58ideologischen Unterkategorien.
- 11:19:02Wer zieht,
- 11:19:04wer zuzieht, muss eine Wohnung haben,
- 11:19:06sonst geht's eben nicht EU-Recht hin
- 11:19:10oder her. Meine Damen und Herren, die
- 11:19:12AfD fordert eine Begrenzung der
- 11:19:14Zuwanderung, konsequenteer Abschüung bei
- 11:19:17fehlenem Aufenthaltsrecht und wirksame
- 11:19:19Kontrollen gegen
- 11:19:21Sozialleistungsmissbrauch.
- 11:19:24Ihr Antrag liefert zusätzliche
- 11:19:26Bürokratie und neue
- 11:19:27Leistungsversprechen.
- 11:19:29Die entscheidenden Ursachen lassen sie
- 11:19:32unangetastet.
- 11:19:33Wir lehen ihren Antrag ab.
- 11:19:35Vielen Dank.
- 11:19:38[applaus]
- 11:19:43Als nächstes spricht Heike Heubach für
- 11:19:45die SPD Fraktion.
- 11:20:07Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 11:20:09Abgeordnete, liebes Publikum,
- 11:20:11Wohnungslosigkeit beginnt häufig nicht
- 11:20:13auf der Straße. Sie beginnt mit einer
- 11:20:16unbezahlbaren Mieterhöhung, mit dem
- 11:20:19Verlust des Arbeitsplatzes,
- 11:20:22mit einer Erkrankung oder Trennung und
- 11:20:25manchmal mit Mietschulden, obwohl
- 11:20:27rechtzeitige Hilfe die Wohnung hätte
- 11:20:29retten können. Denn Wohnungslosigkeit
- 11:20:32ist kein individuelles Versagen.
- 11:20:34Oft kommen persönliche Krisen, fehlender
- 11:20:37bezahlbarer Wohnraum und zu
- 11:20:38spätgreifende Hilfen zusammen.
- 11:20:42Der Antrag der Grünen benennt wichtige
- 11:20:43Herausforderungen. Unser gemeinsames
- 11:20:45Ziel ist klar: Wir wollen
- 11:20:48Wohnungslosigkeit und Obdochlosigkeit
- 11:20:50überwinden.
- 11:20:53Mit dem nationalen Aktionsplan gegen
- 11:20:55Wohnungslosigkeit bringen wir Bund,
- 11:20:58Länder, Kommunen und soziale Träger mit
- 11:21:01Wissenschaft und Wohnungswirtschaft
- 11:21:03zusammen.
- 11:21:04Denn der Bund kann Wohnungslosigkeit
- 11:21:07nicht allein überwinden.
- 11:21:09Die konkrete Unterstützung und
- 11:21:11Unterbringung liegen vor allem bei
- 11:21:13Ländern und Kommunen.
- 11:21:17Der Bund fördert die Zusammenarbeit,
- 11:21:19bündelt Wissen und stellt Daten bereit.
- 11:21:24Im nationalen Aktionsplan entstehen
- 11:21:27Empfehlungen zur Prävention und
- 11:21:29Wohnraumversorgung.
- 11:21:32Seit September gibt es außerdem die
- 11:21:34nationale Wissensplattform gegen
- 11:21:36Wohnungslosigkeit.
- 11:21:38Sie zeigt bewährte Ansätze, damit
- 11:21:40Kommunen voneinander lernen.
- 11:21:43Genauso wichtig sind gute Daten. Noch in
- 11:21:46diesem Jahr soll der nächste
- 11:21:47Wohnungslosenbericht im Kabinett beraten
- 11:21:50werden.
- 11:21:52Für mich steht fest, wir müssen die
- 11:21:54Datenerhebung erweitern. Wie sind
- 11:21:57Frauen, Familien, Quireemenschen,
- 11:22:00Menschen mit Fluchterfahrung und
- 11:22:01Menschen mit Behinderung betroffen?
- 11:22:04Denn nur wer die unterschiedlichen
- 11:22:06Bedarfe kennt, kann gezielt
- 11:22:08unterstützen.
- 11:22:11Der beste Schutz vor Wohnungslosigkeit
- 11:22:12ist gar nicht erst wohnungslos zu
- 11:22:15werden.
- 11:22:16Das klingt selbstverständlich, ist es
- 11:22:18aber in der Praxis leider nicht.
- 11:22:21Mit dem zweiten Mietrechtspaket wollen
- 11:22:23wir deshalb verhindern, dass Menschen
- 11:22:25trotz beglichener Mietschulden ihre
- 11:22:27Wohnung verlieren. Künftig soll eine
- 11:22:30rechtzeitige Nachzahlung einmalig auch
- 11:22:32eine ordentliche Kündigung abwenden
- 11:22:34können. Gleichzeitig müssen bestehende
- 11:22:38Hilfen besser greifen. Doch Prävention
- 11:22:41alleine reicht nicht. Wir brauchen mehr
- 11:22:43bezahlbaren Wohnraum. Deshalb
- 11:22:45investieren wir Milliarden in den
- 11:22:46sozialen Wohnungsbau und erleichtern mit
- 11:22:49dem Bautbo das Bauen. Denn eines ist
- 11:22:51klar, Wohnungslosigkeit ist kein
- 11:22:53Schicksal, dass wir hinnehmen müssen.
- 11:22:55Wir wissen, was hilft. Prävention,
- 11:22:57bezahlbarer Wohnraum und Unterstützung,
- 11:22:59die bei den Menschen ankommt. Jetzt
- 11:23:01müssen wir diese Ansätze konsequent in
- 11:23:04die Praxis bringen, damit weniger
- 11:23:06Menschen ihre Wohnung verlieren und mehr
- 11:23:09Menschen wieder ein sicheres Zuhause
- 11:23:11finden.
- 11:23:12Vielen Dank.
- 11:23:14Vielen Dank.
- 11:23:21Als nächstes spricht Stella Merendino
- 11:23:23für die Fraktion Die Link.
- 11:23:26[applaus]
- 11:23:30[applaus]
- 11:23:32Herr Präsident, liebe Zuhör hörende, wir
- 11:23:35sind privilegiert. Wenn die Sitzung
- 11:23:37heute endet, gehen wir heim zu unseren
- 11:23:39Liebsten, können duschen gehen und legen
- 11:23:41uns in ein warmes Bett. Über eine
- 11:23:44Million Menschen in diesem Land können
- 11:23:45das eben nicht. Alsjährige
- 11:23:47Notaufnahmenschwester habe ich während
- 11:23:49der Kältesison im medizinischen Zimmer
- 11:23:51der Berliner Stadtmission abends
- 11:23:53ausgeholfen.
- 11:23:54Ich werde die Wunden, die ich dort
- 11:23:56gesehen habe, nicht vergessen. Aber
- 11:23:57wissen Sie, was mir noch viel stärker in
- 11:23:59ihren Erinnerung geblieben ist? wie
- 11:24:01dankbar Menschen dafür waren, dass ich
- 11:24:03ihre Wunden versorgt habe, dass ich
- 11:24:05ihnen zugehört habe, dass ich sie
- 11:24:07angeschaut habe, ohne ein angewidertes
- 11:24:09Gesicht zu verziehen. Sie erzählt mir,
- 11:24:11wieso sie wohnungslos geworden sind,
- 11:24:12welche Schicksale sie erhalten und wie
- 11:24:16sie in manchen Gesundheitseinrichtungen
- 11:24:18behandelt werden, als wären sie nichts
- 11:24:20wert, als wären sie eine Belastung, als
- 11:24:21wäre ihre Behandlung reine Zeit und
- 11:24:23Geldverschwendung. Dieses vermeidbare
- 11:24:26Leid ist eine Schande für so ein reiches
- 11:24:28Land und für uns alle hier im Bundestag.
- 11:24:30Wir tragen [applaus] Verantwortung für
- 11:24:32alle Menschen, nicht nur für diejenigen,
- 11:24:33die frisch geduscht und mit einer
- 11:24:35Versicherungskarte in die Arztpraxis
- 11:24:37kommen. Unsere Verantwortung beginnt
- 11:24:39doch nicht erst, wenn jemand krank vor
- 11:24:41uns steht. Wohnungslosigkeit macht
- 11:24:43krank, Armut macht krank, der fehlende
- 11:24:45Krankenversicherungsschutz, der gießt
- 11:24:47nur noch Öl ins Feuer. Dabei wäre es so
- 11:24:49einfach, das alles zu beenden. Sie
- 11:24:51sprechen doch in letzter Zeit so
- 11:24:52unglaublich viel von Prävention. Housing
- 11:24:54first ist Prävention.
- 11:24:57Bezahlbare Wohnungen sind Prävention und
- 11:24:59ein Ende von Zwangsräumungen ist
- 11:25:00Prävention. Und stattdessen erleben wir,
- 11:25:03wie obdachlose Menschen aus der
- 11:25:04Innenstadt verscheucht werden, sobald
- 11:25:06hoher Staatsbesuch kommt. Verdrängung
- 11:25:08von Armut, damit niemand hinschauen
- 11:25:10muss. Liebe Kolleginnen von den Grünen,
- 11:25:13vieles in ihren Anträgen ist wirklich
- 11:25:15unterstützungswert, aber es reicht eben
- 11:25:18nicht, Menschen irgendwie medizinisch zu
- 11:25:19versorgen. Alle müssen den gleichen
- 11:25:22Anspruch auf notwendige
- 11:25:23Gesundheitsversorgung haben. Warum
- 11:25:25bleiben Menschen im
- 11:25:26Asylbewerberleistungsgesetz
- 11:25:28bei eingeschränkten Leistungsansprüchen?
- 11:25:30Warum fallen bestimmte EU-Bürgerinnen
- 11:25:32durch unsere Sicherungssysteme? Menschen
- 11:25:34bekommen notwendige Behandlungen nicht
- 11:25:36rechtzeitig. Erkrankungen verschlimmern
- 11:25:39sich und irgendwann landen sie als
- 11:25:40medizinischer Notfall in unseren
- 11:25:43Maroden, unterbesetzten und aus dem
- 11:25:45letzten Loch pfeifenden Krankenhäusern.
- 11:25:48Die SPD und die CDU haben in den
- 11:25:50vergangenen Monaten auf jede erdenkliche
- 11:25:52Art und Weise unseren Sozialstaat
- 11:25:54angegriffen. Aber hinter jeder Leistung,
- 11:25:56hinter die Sie kürzen, hinter jedem
- 11:25:58Anspruch, den Sie einschränken, stehen
- 11:26:00echte Menschen. Aber wissen Sie was? Es
- 11:26:02reicht eben nicht an diese Menschen
- 11:26:05einfach nur zu denken. Sie haben hier
- 11:26:07einen politischen Auftrag und der steht
- 11:26:09gleich in Artikel 1 unseres
- 11:26:11Grundgesetzes. Da steht nicht die Würde
- 11:26:13des versicherten Menschen, da steht
- 11:26:15nicht die Würde des Menschen mit festem
- 11:26:17Wohnsitz und da steht auch nicht die
- 11:26:19Würde des Menschen mit deutschem Pass,
- 11:26:21Herr Strauß. Da steht die Würde des
- 11:26:23Menschen und das gilt verdammt noch mal
- 11:26:26auch für diejenigen, die sie so gerne
- 11:26:28übersehen wollen. Ihre rassistischen
- 11:26:30Narrative gehören nicht in dieses
- 11:26:32Parlament. Sie treten unser Grundgesetz
- 11:26:34mit Füßen und ich hoffe wirklich, dass
- 11:26:37sie hier bald raus sind.
- 11:26:38Vielen Dank. [applaus]
- 11:26:42Als nächster spricht Autik für die CDUC
- 11:26:45Sofri. [applaus]
- 11:26:51[applaus]
- 11:26:55Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 11:26:57verehrte Damen und Herren, liebe
- 11:26:59Kolleginnen und Kollegen,
- 11:27:02eine eigene Wohnung, das bedeutet mehr
- 11:27:04als eine Herberge, sie bedeutet ein
- 11:27:07ganzes Stück Sicherheit, Privatsphäre
- 11:27:09und vor allem auch Würde.
- 11:27:11Hunderttausende Menschen in Deutschland
- 11:27:13haben diese eigene Wohnung nicht. Sie
- 11:27:15schlafen in Notunterkünften,
- 11:27:17auf dem Sofa von Bekannten oder auf der
- 11:27:19Straße. Und deshalb ist es richtig, dass
- 11:27:22wir heute erneut über Wohnungslosigkeit
- 11:27:24sprechen. Und das Ziel teilen wir alle,
- 11:27:28Betroffene schneller in die eigene
- 11:27:30Wohnung zu bringen. Aber wir sollten
- 11:27:32dabei auch ehrlich sein. Vor Ort wird
- 11:27:35geholfen in den Kommunen, in den
- 11:27:37Landkreisen, in den Gemeinden, in den
- 11:27:39Städten, bei den Trägern, in den
- 11:27:42Ländern.
- 11:27:43Und dort brauchen wir nicht mehr Papier,
- 11:27:45sondern vor allem eins mehr Wirkung.
- 11:27:49[applaus]
- 11:27:52Und genau daran arbeitet diese
- 11:27:54Bundesregierung. Der nationale
- 11:27:56Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit
- 11:27:59wird jedes Jahr mit einem eigenen
- 11:28:01Arbeitsprogramm umgesetzt und allein
- 11:28:03dieses Jahr sind es 50 Maßnahmen.
- 11:28:07Außerdem und das ist auch gerade schon
- 11:28:08formuliert worden, ist die neue
- 11:28:09Wissensplattform an den Start gegangen.
- 11:28:12Dort finden Kommunen ganz praxisnah
- 11:28:16gutes Wissen zum Thema Wohnungslosigkeit
- 11:28:18an einem Ort und gerade kleineren
- 11:28:21Kommunen, kleineren Gemeinden müssen so
- 11:28:23das Rad nicht erneut erfinden, sondern
- 11:28:26das finden das sehr gut zusammengetragen
- 11:28:28über das Bundesministerium
- 11:28:32und
- 11:28:33das ist das entscheidende auch und wir
- 11:28:35hören auf die, die es am besten wissen
- 11:28:38und das sind vor allen Dingen die
- 11:28:39Menschen
- 11:28:41und die fördert auch der Bund, die sich
- 11:28:43beim Thema Wohnungslosigkeit engagieren.
- 11:28:46Eine der geförderten Organisation ist
- 11:28:49die Selbstvertretung wohnungsloser
- 11:28:51Menschen. Diese hat ihren Sitz in
- 11:28:53Freistadt in Niedersachsen in meinem
- 11:28:55Wahlkreis die Polzienburg und ich habe
- 11:28:58mich schon mehrmals mit der
- 11:28:59Selbstvertretung getroffen zuletzt im
- 11:29:01August. Und was mich jedes Mal
- 11:29:03beeindruckt, hier sprechen Menschen, die
- 11:29:05selbst wohnungslos waren mit großer
- 11:29:07Klarheit und Würde. Ihre wichtigste
- 11:29:10Botschaft. Wir wollen nicht über uns
- 11:29:12reden lassen, sondern wir wollen
- 11:29:14mitreden und werfen wir auch einen Blick
- 11:29:17auf die Länder. Was machen unsere
- 11:29:19Bundesländer?
- 11:29:21Nordrheinwestfalen baut mit
- 11:29:22Sozialminister Karl Josef Laumann das
- 11:29:25Prinzip Housing FST aus.
- 11:29:28Hausing FS. Das heißt, man bekommt erst
- 11:29:29die Wohnung und dann die weitere Hilfe.
- 11:29:32Das Sahlang geht sogar mit einem eigenen
- 11:29:34gesetzlichen Anspruch ab 2027 voran.
- 11:29:39Andere Länder wie das Land Niedersachsen
- 11:29:41erproben in Hannover, dass 15
- 11:29:44wohnungslosen Menschen eine Wohnung
- 11:29:46übergeben wird und sie haben diese auch
- 11:29:48komplett gehalten. Und dazu können die
- 11:29:52Länder auch auf hohe Bundesmittel
- 11:29:53zugreifen, denn wir stellen im
- 11:29:55Bauhaushalt 2027 5 Milliarden Euro für
- 11:29:59den sozialen Wohnungsbau bereit. Und ihr
- 11:30:02wisst, sie wissen das, liebe Kolleginnen
- 11:30:04und Kollegen, die Länder müssen
- 11:30:06kofinanzieren, das sind hohe Summen. Und
- 11:30:08dann ist es auch richtig, dass mit
- 11:30:09diesem Geld die Länder gezielt Wohnung
- 11:30:12für Wohnungslose schaffen können.
- 11:30:15Gleichzeitig wollen wir als Koalition,
- 11:30:18dass eine Kündigung wegen Mietschulden
- 11:30:20einmalig abgewendet werden kann. So
- 11:30:22verhindern wir, dass aus einer
- 11:30:24finanziellen Notlage gleich der Verlust
- 11:30:26der Wohnung droht. Und zum Schluss, da
- 11:30:30möchte ich formulieren,
- 11:30:31Wohnungslosigkeit
- 11:30:33lösen wir nicht mit einem einzigen
- 11:30:34Gesetz. Wir lösen sie mit vielen Händen
- 11:30:37von Bund, Ländern, Kommun, Trägern und
- 11:30:40dem Betroffenen selbst. Und die
- 11:30:42Koalition sorgt dafür, dass diese Hände
- 11:30:44zusammenarbeiten und damit möglichst
- 11:30:47viele Menschen wieder einen eigenen
- 11:30:49Schlüssel in die Hand bekommen.
- 11:30:52[applaus]
- 11:30:53Vielen Dank.
- 11:30:56Als nächstes spricht Joachim Bloch für
- 11:30:57die AfD. [applaus]
- 11:31:07Sehr geehrter Herr Präsident, Frau
- 11:31:09Staatssekretärin, liebe Kolleginnen und
- 11:31:11Kollegen,
- 11:31:12wer so einen Krankenversicherungsschutz
- 11:31:15verliert, braucht einen Weg zurück in
- 11:31:17die Krankenversicherung.
- 11:31:19Dies ist Ausdruck unseres
- 11:31:20Sozialstaatsprinzips.
- 11:31:23Aber wer Versorgungslücken schließen
- 11:31:25will, muss auch sagen, wer das bezahlen
- 11:31:28soll. Das tut die Antrag gerade nicht.
- 11:31:32Ihr Antrag sieht vor, medizinische
- 11:31:34Leistungen auch bei ungeklärter
- 11:31:37Kostenträgerschaft
- 11:31:38durch vorläufige Leistungspflichten und
- 11:31:41Erstattungsmechanismen zu finanzieren.
- 11:31:45Betroffen hiervon sind insbesondere
- 11:31:47EUBürger.
- 11:31:50Kein Versicherungsschutz mehr im
- 11:31:51Herkunftsland und temporäre
- 11:31:54Leistungsausschlüsse in Deutschland und
- 11:31:57vielfach kein Zugang zur GKV
- 11:31:59Auffangversicherung.
- 11:32:02Diese Lücke ist selbstverständlich zu
- 11:32:04schließen.
- 11:32:06Doch wer soll dafür in Vorleistung
- 11:32:08treten und wer soll das bezahlen?
- 11:32:13Sofern der Staat eine Versorgung
- 11:32:15außerhalb der regulären
- 11:32:17Krankenversicherung gewährleisten will,
- 11:32:20muss ja dafür Steuermittel einsetzen.
- 11:32:23Die Alternative für Deutschland lehnt
- 11:32:26jede weitere Belastung der GKV
- 11:32:29Beitragszahler ab.
- 11:32:33[applaus]
- 11:32:33Darüber hinaus fordert die Antrag
- 11:32:36Menschen ohne Aufentallsstatus den
- 11:32:39Zugang zu nicht notwendigen
- 11:32:42Gesundheitsleistungen deutlich zu
- 11:32:44erleichtern. Gemäß ihnen soll es
- 11:32:47öffentlichen Stellen künftig untersagt
- 11:32:49sein, Informationen über einen fehlenden
- 11:32:53Aufenthaltstitel an die
- 11:32:55Ausländerbehörden weiterzugeben.
- 11:32:58Dies schafft faktisch einen rechtsfreien
- 11:33:01Raum für Illlegalität und setzt
- 11:33:04Fehlanreize für Armutsmigration.
- 11:33:08Die Alternative für Deutschland lehnt es
- 11:33:11ab, geltendes Ausländerrecht durch
- 11:33:13Sonderregeln im Gesundheitswesen
- 11:33:16auszuhebeln.
- 11:33:18[applaus]
- 11:33:19Im weiteren fordert ihr Antrag
- 11:33:22flächendeckende Beratungsstrukturen
- 11:33:25einen bundesweiten Aktionsplan und
- 11:33:27zusätzliche Verbindliche Verfahren.
- 11:33:31Neben der Frage, wer das bezahlen soll,
- 11:33:34würden hierdurch neue Doppelstrukturen
- 11:33:37und damit eine weitere Aufplähung der
- 11:33:40Verwaltung geschaffen.
- 11:33:43Die Alternative für Deutschland fordert
- 11:33:45stattdessen massiven Bürokratieabbau
- 11:33:49sowie eine deutliche Reduzierung der
- 11:33:51Anzahl der Krankenkassen. Ihr Antrag ist
- 11:33:55daher abzulehnen. Herzlichen Dank.
- 11:33:57Vielen Dank. [applaus]
- 11:34:02Als nächstes Sprichser Jüchel für die
- 11:34:04SPD.
- 11:34:07[applaus]
- 11:34:09Herr Präsident, meine sehr verehrten
- 11:34:11Damen und Herren, es heißt ja, jeder ist
- 11:34:13eines Glückes Schmied und ich sag dann
- 11:34:15immer aber nicht jeder Schmied hat
- 11:34:17Glück. Was machen wir mit denen liebe
- 11:34:19Kolleginnen und Kollegen, die nach einer
- 11:34:22Haftentlassung, nach einer Trennung und
- 11:34:23nach einer Insolvenz aus der
- 11:34:25Krankenversicherung rausgefallen sind
- 11:34:27und mit ihren akuten Schmerzstinnen,
- 11:34:29vielleicht mit dem offenen Bein, mit der
- 11:34:31Infektion nicht mehr zum Arzt gehen
- 11:34:34können, weil sie aus diesem Raster des
- 11:34:36Sozialstaates rausgefallen ist. und Olaf
- 11:34:38Schmidt hat 2007 die
- 11:34:40Krankenversicherungspflicht eingeführt
- 11:34:42und hat gesagt, in Deutschland
- 11:34:44sleenversicherungsschutz
- 11:34:46sein. Und ich kann mich im Wahlkreis an
- 11:34:49einen Wirt erinnern, der genau durch so
- 11:34:51eine Insolvenz im Alter von 78 Jahren
- 11:34:53aus der Krankenversicherung rausgeflogen
- 11:34:55ist wegen Beitragsschulden und der dann
- 11:34:58bei uns im Flietenhaus in Bochum, wo wir
- 11:35:01eine Unterkunft für Wohnungslose haben,
- 11:35:04dort von den Ärzten, die ehrenamtlich
- 11:35:06dort tätig sind, für Gotteslohn
- 11:35:08behandelt worden ist, wie in vielen
- 11:35:10anderen Städten auch, wo Ärzte
- 11:35:13ehrenamtlich tätig sind, um den
- 11:35:14Menschen, die keinen
- 11:35:15Krankenversicherungsschutz haben, sich
- 11:35:17um die zu kümmern und denen möchte ich
- 11:35:19von diesem Pult aus danke sagen für
- 11:35:21diesen unermüdlichen Einsatz für die
- 11:35:23Menschen, die in Not sind. [applaus]
- 11:35:29Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir
- 11:35:31leben in einem reichen Staat, in einem
- 11:35:33Sozialstaat und wir haben in der
- 11:35:35Tagesordnung gerade eben auch über das
- 11:35:37Thema Menschenrechte gesprochen und das
- 11:35:39ist der nächste Tagesordnungspunkt, über
- 11:35:41den wir sprechen. Und ich finde, wenn
- 11:35:44man sich das skandinavische Modell von
- 11:35:46Housing First auch anschaut, ohne Wend
- 11:35:48und aber den Menschen eine Wohnung zur
- 11:35:50Stabilisierung zu geben, ist es für mich
- 11:35:52auch der richtige Ansatz. Andy Burn, der
- 11:35:54neue Premierminister in Großbritannien
- 11:35:57hat als erstes seiner Ziele gesagt, dass
- 11:36:00er die Obdachlosigkeit beseitigen möchte
- 11:36:02und hat dazu auch eine Menge auch an
- 11:36:04finanziellen Mitten zur Verfügung
- 11:36:06gestellt. Ich wünsche mir und weil ich
- 11:36:08auch finde, werrte Kolleginnen und
- 11:36:09Kollegen, dass dieser Punkt sich für
- 11:36:11Parteipolitik und kleines Karo überhaupt
- 11:36:13nicht einigt, dass wir in dieser
- 11:36:15wichtigen sozialpolitischen Frage, wo es
- 11:36:17um den Krankenversicherungsschutz
- 11:36:19und wo es um Obdach geht, dass wir in
- 11:36:22dieser Frage zusammenarbeiten sollten
- 11:36:24und wir sollten ja auch keine
- 11:36:26parteipolitische Renkespiele spielen.
- 11:36:28Deshalb bin ich den grünen Kolleginnen
- 11:36:30und Kollegen auch dankbar, dass sie
- 11:36:31diesen wichtigen Eintrag hier auch
- 11:36:33eingebracht haben. Und ich finde, es
- 11:36:34lohnt sich mit dem Antrag und über den
- 11:36:36Antrag vertieft in die Diskussion auch
- 11:36:38einzutreten. Und ich finde, wir sollten
- 11:36:40uns mit der Armut, mit der
- 11:36:41Perspektivlosigkeit, mit der
- 11:36:42Wohnungslosigkeit, mit den Menschen, die
- 11:36:45auf der Straße leben und nicht wissen,
- 11:36:47wo sie mit ihren Schmerzen und
- 11:36:48Erkrankungen hingehen sollen, nicht
- 11:36:49abfinden. Dafür haben wir das
- 11:36:52Sozialstaatsgebot und darauf können wir
- 11:36:53auch alle gemeinsam stolz sein. Lassen
- 11:36:55Sie uns es etwas und besser machen,
- 11:36:58damit die Menschen auch dankbar sind für
- 11:36:59das, was wir hier tun. Vielen Dank für
- 11:37:01ihre Aufmerksamkeit.
- 11:37:02Vielen Dank. [applaus]
- 11:37:05Der letzte Redner in dieser Aussprache
- 11:37:08ist Dr. Hans für die CD.
- 11:37:11[applaus]
- 11:37:17Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 11:37:19geehrte Kolleginnen und Kollegen,
- 11:37:20natürlich natürlich stimme ich als Arzt
- 11:37:22im Grundanliegen des vorliegenden
- 11:37:23Antrags voll zu, wie wir dies sicher
- 11:37:26alle tun werden. Wer krank ist, braucht
- 11:37:29Hilfe. Schwangere brauchen Vorsorge und
- 11:37:31sichere Geburshilfe, unabhängig von
- 11:37:33Einkommen, Herkunft oder
- 11:37:35Aufenthaltsstatus.
- 11:37:36Wie die Kolleginnen und Kollegen von den
- 11:37:38Grünen will auch ich niemanden
- 11:37:39unbehandelt lassen, der akut krank ist
- 11:37:41oder einen Notfall erlitten hat. Da darf
- 11:37:44die fehlende versicherten Karte kein
- 11:37:46Stoppschild sein. Aber das möchte ich
- 11:37:48klar betonen, nur im akut und Notfall.
- 11:37:50Uns als Politik muss es vor allem auch
- 11:37:52darum gehen, dass es möglichst gar nicht
- 11:37:55erst zu Fällen kommt, die nicht
- 11:37:56krankenversichert sind. Die beste
- 11:37:58Sozialpolitik ist die, die Sozialfälle
- 11:38:01gar nicht erst entstehen lässt. Und erst
- 11:38:03die zweitbeste Sozialpolitik ist die,
- 11:38:05die Menschen in Notlagen hilft, die
- 11:38:07Unverschuldeten Notgeraten sind. Liebe
- 11:38:09Kolleginnen und Kollegen,
- 11:38:12so unangebracht halte ich ihre
- 11:38:14Forderung, öffentliche Stellen von der
- 11:38:16Pflicht zu entbinden, die Auslöen der
- 11:38:18Behörde zu unterrichten, wenn bekannt
- 11:38:19wird, dass Personen ohne Aufenaltstitel
- 11:38:22ärztliche bzw. medizinische Versorgung
- 11:38:24aufgesucht haben. Natürlich muss auch
- 11:38:26diesen Menschen im Akutfall geholfen
- 11:38:29werden. Das legitimiert im weiteren aber
- 11:38:31noch lange nicht, sich illegal und
- 11:38:33versteckt in Deutschland aufzuhalten.
- 11:38:36Das ist einer der Punkte bei so manchen
- 11:38:38unterstützenswerten Punkten im Antrag,
- 11:38:40den wir keinesfalls mittragen können.
- 11:38:43Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit
- 11:38:44noch auf ein Problem zu sprechen kommen,
- 11:38:46das vor allem über Kranken das vor allem
- 11:38:47Krankenhäuser finanziell belastet und
- 11:38:50über das ich auch als Berichterstatter
- 11:38:52im Rahmen der Notfallreform gesprochen
- 11:38:54habe. Nicht selten bleiben die Kliniken,
- 11:38:56vor allem solche in Ballungsgebieten und
- 11:38:58solche in der Nähe von Bahnhöfen, bei
- 11:39:00einem Notfallpatienten ohne
- 11:39:02Versicherungsschutz in dem ganzen
- 11:39:03Behördenwörfer auf den Behandlungskosten
- 11:39:05sitzen. Durch diese Fälle entstehen
- 11:39:08jährlich Erlösausfälle in dreistelliger
- 11:39:10Millionenhöhe. Dabei haben wir über
- 11:39:12folgende zwei konkreten Forderungen
- 11:39:14gesprochen. Von NGOs wie Ärzte der Welt,
- 11:39:16aber auch der Bundesärztekammer
- 11:39:18wird Handlungsbedarf gesehen. Es wird
- 11:39:20gefordert den sogenannten
- 11:39:22Nothelferparagraphen, also den Paragraph
- 11:39:246a des Asylbewerberleistungsgesetzes
- 11:39:27und den Paragraph 25 des SGB1 vor allem
- 11:39:30dahingehend zu reformieren, dass
- 11:39:32Hilfebedürftigkeit und
- 11:39:33Leistungsberechtigung in medizinisch
- 11:39:35unabweisbaren Notfällen regelhaft
- 11:39:37zugunsten des Krankenhauses bzw. Weise
- 11:39:39des Leistungserbringers vermutet wird.
- 11:39:42Außerdem sollten wir über ein
- 11:39:44Härtefallfond aus Bundes- und
- 11:39:45Landesmitteln nachdenken, der die
- 11:39:47Kommunen bei der Finanzierung von
- 11:39:48Notfallbehandlung von Menschen ohne
- 11:39:50Krankenversicherungsschutz entlastet.
- 11:39:52Insofern besteht Handlungsbedarf, über
- 11:39:55den wir bereits sprechen. Vielen Dank.
- 11:39:57Vielen Dank.
- 11:39:59[applaus]
- 11:40:01Weitere Wortmeldungen legen mir nicht
- 11:40:03vor. Ich schließe die Aussprache
- 11:40:04interfraktionell wird die Überweisung
- 11:40:05der Vorlagen auf den Drucksachen 8579.
- 11:40:09und 8578
- 11:40:11an die Tagesordnung aufgeführten
- 11:40:13Ausschüsse vorgeschlagen. Weitere
- 11:40:14Überweisungsvorschläge sehe ich nicht.
- 11:40:16Wir verfahren dementsprechend, ich rufe
- 11:40:18auf, den Tagesordnungspunkt 19. Zweite
- 11:40:22Beratung und Schlussabstimmung des von
- 11:40:23der Bundesregierung eingebrachten
- 11:40:24Gesetzentwurfs zu dem Abkommen vom 19.
- 11:40:27Mai 2026 mit der Ukraine zur Beseitigung
- 11:40:30der Doppelbesteuerung auf den Gebiet der
- 11:40:31Steuern vom Einkommen sowie zur
- 11:40:34Verhinderung der Steuerverkürzung und
- 11:40:37Umgehung. Für die Aussprache wurde eine
- 11:40:39Dauer von 20 Minuten vereinbart und ich
- 11:40:41möchte hier noch einmal erneuern, dass
- 11:40:43ich auch für diesen Tagesordnungspunkt
- 11:40:45keine zwischen Fragen und
- 11:40:47Kurzintervention zulassen werde und ich
- 11:40:50bitte, dass jetzt die Umsetzungen so
- 11:40:52erfolgen, dass wir als bald mit der
- 11:40:54Aussprache auch
- 11:40:56beginnen können.
- 11:40:59Vielen Dank. Ich eröffne die Aussprache
- 11:41:01und erteile das Wort Dr. Phille Brottwen
- 11:41:03für die SPDF Fraktion.
- 11:41:07[applaus]
- 11:41:11Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 11:41:13Kollegen, wir beschließen heute ein
- 11:41:16Doppelbesteuerungsabkommen
- 11:41:18mit der Ukraine, also ein Abkommen zur
- 11:41:22Vermeidung von Doppelbesteuerung. Das
- 11:41:24klingt zunächst nach einem sehr
- 11:41:26technischen Thema, aber dahinter stehen
- 11:41:29ganz konkrete Menschen, Unternehmen und
- 11:41:31eben auch wirtschaftliche Beziehung.
- 11:41:34Solche Abkommen schließen wir mit
- 11:41:36Ländern, mit denen wir wirtschaftlich
- 11:41:38eng zusammenarbeiten, mit unseren
- 11:41:40Freunden und Handelspartner. Und die
- 11:41:42Ukraine, die ist ein solcher Freund und
- 11:41:45Handelspartner heute schon und in
- 11:41:47Zukunft noch viel stärker, denn es gibt
- 11:41:50viele Unternehmen, die zugleich in
- 11:41:52Deutschland und in der Ukraine trotz
- 11:41:55Krieg tätig sind. Und es gibt viele
- 11:41:57Personen, die Einkommen aus beiden
- 11:41:59Ländern beziehen. Denken wir
- 11:42:01beispielsweise an eine ältere Frau, die
- 11:42:042022 vor dem russischen Angriffskrieg
- 11:42:07nach Deutschland geflohen ist. Sie
- 11:42:08bezieht vielleicht noch eine kleine
- 11:42:10Rente aus der Ukraine, arbeitet aber
- 11:42:12inzwischen in Deutschland an der
- 11:42:15Supermarktkasse, um ihren
- 11:42:17Lebensunterhalt aufzubessern. Oder
- 11:42:19denken wir an ein mittelständiges
- 11:42:22Verteidigungsunternehmen
- 11:42:24aus Deutschland, das in der Ukraine
- 11:42:26investiert, dort Arbeitsplätze schafft
- 11:42:28und gleichzeitig seinen Sitz in
- 11:42:30Deutschland hat. Für beide muss klar
- 11:42:32sein, in welchem Land welche Einkünfte
- 11:42:35besteuert werden. Wir wollen
- 11:42:37sicherstellen, dass solche Unternehmen
- 11:42:39und solche natürlichen Personen nicht
- 11:42:41doppelt besteuert werden. Mit diesem
- 11:42:42neuen Abkommen schaffen wir dafür die
- 11:42:45Grundlage. Wir ersetzen damit das
- 11:42:47bisherige Doppelbesteuerungsabkommen,
- 11:42:49das über 30 Jahre alt ist und schaffen
- 11:42:52eine zeitgemäße Regelung, die sich an
- 11:42:55internationalen Standards orientiert.
- 11:42:58Das bedeutet mehr Rechtssicherheit,
- 11:43:00weniger bürokratische Unsicherheit und
- 11:43:03bessere Bedingungen für
- 11:43:04grenzüberschreitende Investitionen
- 11:43:06zwischen der Ukraine und Deutschland.
- 11:43:10Und liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 11:43:11dieses Abkommen steht auch im Kontext
- 11:43:14unserer Gesamtstrategie für die Ukraine.
- 11:43:16Heute braucht die Ukraine dringende
- 11:43:18Unterstützung in ihrem Überlebenskampf
- 11:43:20gegen Russland. Das ist vor allem
- 11:43:22humanitäre und militärische
- 11:43:23Unterstützung, aber es ist eben auch
- 11:43:25wirtschaftliche Unterstützung, denn ein
- 11:43:27Land, das sich gegen einen Angriffskrif
- 11:43:29verteidigt, muss gleichzeitig
- 11:43:30wirtschaftlich handlungsfähig bleiben.
- 11:43:33Unternehmen müssen weiter produzieren.
- 11:43:34Menschen brauchen Arbeit und Einkommen.
- 11:43:36Und der ukrainische Staat braucht
- 11:43:39Steuereinnahmen, um Schulen,
- 11:43:40Krankenhäuser und öffentliche
- 11:43:42Infrastruktur zu finanzieren. Und dafür
- 11:43:44braucht es Investitionen, dafür braucht
- 11:43:46es wirtschaftliche Zusammenarbeit und
- 11:43:48verlässliche Rahmenbedingung. Genau
- 11:43:49dabei hilft dieses Abkommen.
- 11:43:54[applaus]
- 11:43:55Wir dürfen aber nicht nur auf die
- 11:43:56Gegenwart schauen, denn wenn dieser
- 11:43:58Krieg endlich endet, wird die Ukraine
- 11:43:59vor einer gewaltigen Aufgabe stehen, dem
- 11:44:01Wiederaufbau ihres Landes. Straßen,
- 11:44:03Brücken, Wohnung, Schulen,
- 11:44:04Energieversorgung müssen
- 11:44:06wiederhergestellt werden und dafür
- 11:44:07werden enorme Investitionen notwendig
- 11:44:09sein. Und ich bin überzeugt, deutsche
- 11:44:11Unternehmen, gerade auch unser
- 11:44:13leistungsfähiger Mittelstand können hier
- 11:44:15und werden hier eine wichtige Rolle
- 11:44:17spielen. Die Ukraine wird ein noch enger
- 11:44:19wirtschaftlicher Partner Deutschlands
- 11:44:20und der Europäischen Union werden. Aber
- 11:44:23liebe Kolleginnen und Kollegen, wir
- 11:44:24sorgen mit diesem Abkommen auch für
- 11:44:26fairen Wettbewerb. Wir modernisieren die
- 11:44:29Regeln gegen Steuervermeidung und
- 11:44:30Steuermissbrauch und verbessern den
- 11:44:32Informationsaustausch zwischen den
- 11:44:35Finanzbehörden der beiden Länder. Das
- 11:44:37schafft zum einen die Grundlage für eine
- 11:44:39engere Zusammenarbeit bei der Erhebung
- 11:44:41von Steuern und zum anderen sorgt es
- 11:44:43auch für Fairness und Vergleichbarkeit.
- 11:44:45Und liebe Kolleginnen und Kollegen, mit
- 11:44:48diesem Doppelbesteuerungsabkommen
- 11:44:50setzen wir deshalb auch ein politisches
- 11:44:52Zeichen. Wir stehen an der Seite der
- 11:44:54Ukraine, wir unterstützen ihre
- 11:44:56wirtschaftliche Stabilität und wir
- 11:44:58schaffen heute die Grundlagen für eine
- 11:45:00gemeinsame Zukunft in Frieden und in
- 11:45:03Wohlstand in der Ukraine. Deshalb bitte
- 11:45:06ich um Ihre Zustimmung. Vielen
- 11:45:08herzlichen Dank.
- 11:45:09Vielen Dank.
- 11:45:11[applaus]
- 11:45:12Als nächstes spricht Eris Nieland für
- 11:45:15die AfDF.
- 11:45:24Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 11:45:26geehrte Kollegen, Deutschland ist
- 11:45:28Exportnation.
- 11:45:30Annähernd jeder vierte Arbeitsplatz
- 11:45:33hängt vom Export ab. Insofern sind wir
- 11:45:36auf verlässliche internationale
- 11:45:38Handelsbeziehungen angewiesen und dazu
- 11:45:42müssen wir hinreichend tragfähige
- 11:45:44Voraussetzungen schaffen.
- 11:45:46Selbstverständlich brauchen unsere
- 11:45:48deutschen Unternehmen Rechtssicherheit.
- 11:45:50Selbstverständlich müssen
- 11:45:52Doppelbelastungen vermieden werden und
- 11:45:54selbstverständlich dürfen auch
- 11:45:56grenzüberschreitende Investitionen nicht
- 11:45:58an unnötigen Hürden scheitern. Deswegen
- 11:46:01erkennen wir als AfD-Faktion den Nutzen
- 11:46:04bilateral ausgehandelter
- 11:46:05Doppelbesteuerungsabk
- 11:46:08an. Aber sehr geehrte Kollegen, jedes
- 11:46:12Abkommen, jedes Abkommen muss auf einem
- 11:46:14tragfähigen Fundament stehen, damit es
- 11:46:16sowohl den wirtschaftlichen als auch den
- 11:46:18politischen Belastungsproben standhalten
- 11:46:20kann. Und das bedeutet, es geht immer
- 11:46:24auch um die Frage des Vertrauens in die
- 11:46:26Behörden und Institutionen des
- 11:46:29jeweiligen Vertragspartners.
- 11:46:31Auch die besten steuerlichen Regelungen
- 11:46:33helfen wenig, wenn Zweifel daran
- 11:46:35bestehen, dass sie zuverlässig und
- 11:46:38rechtsstaatlich angewendet werden. Und
- 11:46:40dass diese Zweifel im Falle der Ukraine
- 11:46:43keineswegs unbegründet sind, kann hier
- 11:46:46niemand bestreiten. Ich zitiere den
- 11:46:48Korruptionswahrnehmungsindex
- 11:46:502025. Hier erhielt die Ukraine nur 36
- 11:46:54von 100 möglichen Punkten. Das
- 11:46:57unterbietet man nur bei Inlesu und
- 11:46:59Gambia.
- 11:47:01Und selbst die Europäische Kommission
- 11:47:03benennt in ihrem Ukrainebericht 2025 und
- 11:47:06auch im Bericht 2026, der gerade gestern
- 11:47:09erst erschienen ist, erhebliche Defizite
- 11:47:12bei der Korruptionsbekämpfung,
- 11:47:14dem Justizsystem und den
- 11:47:16Strafverfolgungsbehörden.
- 11:47:18Hinzuommen Probleme bei
- 11:47:20Finanzermittlungen unter Verlässlichkeit
- 11:47:22von Angaben zu Eigentumsverhältnissen,
- 11:47:25Unternehmensstrukturen und zu
- 11:47:27grenzüberschreitenden
- 11:47:28Finanztansaktionen.
- 11:47:30Gerrte Kollegen, damit sind genau
- 11:47:32diejenigen Bereiche betroffen, auf deren
- 11:47:35Funktionsfähigkeit, die steuerliche
- 11:47:37Zusammenarbeit zwingend angewiesen ist.
- 11:47:40Gerrte Kollegen, auf diesem schwachen
- 11:47:42Fundament soll nun die behördliche
- 11:47:45Zusammenarbeit erheblich ausgeweitet
- 11:47:48werden. Wir befürworten moderne
- 11:47:51Doppelbesteuerungsabkommen,
- 11:47:53Maßnahmen gegen steuerlichen Missbrauch,
- 11:47:55aber selbst der beste Vertrag ersetzt
- 11:47:57eben keine verlässlichen Behörden und
- 11:47:59rechtsstaatlichen Verfahren. Die
- 11:48:01Bundesregierung kennt die gravierenden
- 11:48:03Missstände in der Ukraine sehr genau und
- 11:48:06doch handeln sie als spielten sie keine
- 11:48:08Rolle. die damit verbundenen
- 11:48:13Die verbundenen Risiken mögen Sie in
- 11:48:16Kauf nehmen. Die AfD Fraktion tut das
- 11:48:19nicht. Dieser Gesetzentwurf ist
- 11:48:21ungenügend. Wir werden ihn ablehnen.
- 11:48:23Vielen Dank.
- 11:48:24Vielen Dank.
- 11:48:26Die nächste Rede wird Dr. Matthias
- 11:48:29Hiller von der CDU CSU Fraktion zu
- 11:48:32Protokoll geben oder er hat das schon
- 11:48:33gemacht.
- 11:48:35[applaus]
- 11:48:35Also spricht als nächstes Caroline Otte
- 11:48:37für die Fraktion Bist die Rück.
- 11:48:49Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 11:48:51geehrte Damen und Herren, seit dem 24.
- 11:48:54Februar 2022 führt Putin einen
- 11:48:56völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen
- 11:48:59die Ukraine. Wir haben als Fraktion
- 11:49:01immer wieder deutlich gemacht, dass wir
- 11:49:03die Ukraine in ihrem Kampf um Freiheit
- 11:49:05und Selbstbestimmung unterstützen und
- 11:49:07dazu stehen wir. Es ist gut, dass auch
- 11:49:10die steuerpolitische Zusammenarbeit
- 11:49:11zwischen Deutschland und der Ukraine
- 11:49:13trotz dieses Krieges weitergeführt und
- 11:49:16weiterentwickelt wird. Deshalb begrüßen
- 11:49:18wir als Fraktion, dass wir dieses
- 11:49:20Abkommen heute beschließen, denn
- 11:49:22grenzüberschreitende Steuervermeidung,
- 11:49:24die bekämpfen wir nur gemeinsam mit
- 11:49:27anderen Staaten. Und an der Stelle ist
- 11:49:28die Ukraine ein verlässlicher Partner,
- 11:49:31auch an dieser Stelle.
- 11:49:33Und dieser Kampf, der ist enorm wichtig,
- 11:49:37international und global. Eine halbe
- 11:49:40Billion Euro weniger an Steuerinnahmen,
- 11:49:44das ist das Preisschild der globalen
- 11:49:46Steuervermeidung und zwar jedes Jahr.
- 11:49:49Durch globale Zusammenarbeit und
- 11:49:51automatische Informationsaustausche
- 11:49:53wurde bereits einiges erreicht, aber bei
- 11:49:56einer halben Billionen Euro an
- 11:49:57weltweitem Steuerschaden, da reicht das
- 11:50:00bei weitem noch nicht aus.
- 11:50:03Frau Frau Abgeordu ich bitte wirklich
- 11:50:05ein bisschen hier die Lärmkulisse
- 11:50:07runterzufahren, weil das nicht ganz so
- 11:50:09einfach ist der Rednerin fokussiert zu
- 11:50:11lauschen und alle die hier sprechen
- 11:50:12haben ein Anrecht darauf gehört zu
- 11:50:14werden. Jetzt bitte setzen Sie gerne
- 11:50:15fort.
- 11:50:17Ein wichtiger Schritt wäre es nicht mehr
- 11:50:19alleine auf die OECD zu bauen, denn was
- 11:50:22wir durch die OECD zuletzt erlebt haben,
- 11:50:25das ist in Fragen der
- 11:50:26Steuergerechtigkeit vor allem
- 11:50:28Rückschritt und da werden z.B.
- 11:50:31US-amerikanische Unternehmen aus der
- 11:50:32globalen Mindeststeuer ausgenommen und
- 11:50:34die Einigung über die globale
- 11:50:35Besteuerung von Digitalkonzernen, die
- 11:50:38kommen seit Jahren nicht voran. Wir
- 11:50:40brauchen ein anderes Format, um globale
- 11:50:42Steuergerechtigkeit wirklich
- 11:50:44voranzutreiben. Keine Verhandlungen im
- 11:50:46kleinen Kreis der Staaten des globalen
- 11:50:48Nordens, keine Verhandlung hinter
- 11:50:50verschlossenen Türen. Stattdessen der
- 11:50:52Grundsatz ein Staat, eine Stimme.
- 11:50:54Öffentliche Verhandlung, an denen auch
- 11:50:56die Zivilgesellschaft beteiligt ist. Das
- 11:50:58ist was es braucht, um der
- 11:51:00internationalen Steuergerechtigkeit und
- 11:51:02dem Kampf gegen Steuervermeidung neuen
- 11:51:04Schwung zu geben. Und das Schöne ist ja,
- 11:51:07diese Idee, die ist nicht so richtig
- 11:51:09neu. Aktuell verhandeln alle Staaten
- 11:51:12dieser Welt gemeinsam an der
- 11:51:13UN-Steuerrahmenkonvention.
- 11:51:15Nutzen wir deshalb gemeinsam diese
- 11:51:17Chance und setzen wir uns aktiv für eine
- 11:51:19ambitionierte Konvention ein, die
- 11:51:21Steuervermeidung wirklich den Kampf
- 11:51:24ansagt, für ein gerechtes
- 11:51:25internationales Steuersystem, damit
- 11:51:27Steuervermeidung im großen Stil der
- 11:51:29Vergangenheit angehört und zukünftige
- 11:51:31Doppelbesteuerungsabkommen als
- 11:51:33Basisgerechtere
- 11:51:34Standardnutzen. Dafür streten wir ein
- 11:51:36und dafür laden wir die Bundesregierung
- 11:51:38ein, diesen Streit mitzunterstützen.
- 11:51:42Vielen Dank.
- 11:51:45Die nächsten beiden Redner sind keine,
- 11:51:47denn Christian Görke für die Linke und
- 11:51:49Dr. Florian Doren haben ihre Beiträge
- 11:51:51jeweils zum Protokoll gegeben, sodass
- 11:51:54wir zum [applaus]
- 11:51:56Abschluss dieser Aussprache
- 11:51:59das Wort haben werden von Diana Zimmer
- 11:52:02für die AfDV.
- 11:52:12Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 11:52:13niemand bestreitet, dass
- 11:52:15Doppelbesteuerungsabkommen sinnvoll
- 11:52:16sind, aber das vorliegende Abkommen mit
- 11:52:19der Ukraine geht deutlich darüber
- 11:52:21hinaus. Das Abkommen sieht nicht nur den
- 11:52:23Austausch sensibler Steuerinformation
- 11:52:25vor, sondern nach Artikel 25 auch
- 11:52:28gegenseitige Amtshilfe bei der
- 11:52:29Steuererhebung. heißt, deutsche
- 11:52:31Finanzbehörden sollen künftig sogar
- 11:52:33ukrainische Steuerforderungen
- 11:52:34vollstrecken und entsprechende
- 11:52:36Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Die
- 11:52:38Bundesregierung weiß zwar, mit wem sie
- 11:52:40zusammenarbeiten will, verschließt aber
- 11:52:42trotzdem die Augen vor der Realität. Die
- 11:52:45Ukraine belegt im
- 11:52:46Korruptionswahrnehmungsindex
- 11:52:48Platz 104 von 182 Staaten mit gerade
- 11:52:51einmal 36 von 100 Punkten. Wie es zu
- 11:52:55dieser Platzierung kommt, ein jüngstes
- 11:52:57Beispiel über 112 Millionen US-Dollar
- 11:52:59Geldwäsche im Energiesektor, über 460
- 11:53:03Millionen Riefenia in einem
- 11:53:04Geldwäscheverfahren gegen den ehemaligen
- 11:53:06Leiter des ukrainischen Präsidialamtes.
- 11:53:09Selbst gegen Mitarbeiter der
- 11:53:10ukrainischen Steuerverwaltung wird wegen
- 11:53:12Beschlechtlichkeit ermittelt. All das
- 11:53:14berichtet die ukrainische
- 11:53:15Antikorruptionsbehörde
- 11:53:17Naho und ausgerechnet. Jetzt sollen
- 11:53:19deutsche Finanzbehörden den ukrainischen
- 11:53:22Behörden Vertrauen schenken. Weder kann
- 11:53:24die Bundesregierung sicherstellen, dass
- 11:53:25sensible Steuerdaten geschützt werden,
- 11:53:27noch kann sie gewährleisten, dass die
- 11:53:28ukrainische Steuerforderungen
- 11:53:30rechtstaatlich zusammen zustande
- 11:53:32gekommen sind. Ja, selbst die
- 11:53:34Europäische Kommission zweifelt in ihrem
- 11:53:36Fortschriftsbericht daran, wie ernst die
- 11:53:38Ukraine mit der Korruptionsbekämpfung
- 11:53:40ist. Trotz allem hält man an diesem
- 11:53:42Irrenkurs mit Scheuklappen fest. Es geht
- 11:53:45nicht darum, internationale steuerliche
- 11:53:47Zusammenarbeit grundsätzlich abzullehen.
- 11:53:49Es geht darum, ob die Voraussetzungen
- 11:53:51dafür gegeben sind und das sind sie
- 11:53:53unserer Bewertung nach nicht. Die
- 11:53:55Bundesregierung hat nicht überzeugend
- 11:53:57dargelegt, wie sie die bestehenden
- 11:53:59Risiken beherrschen will. Deutsche
- 11:54:01Finanzbehörden sollten nicht ukrainische
- 11:54:03Steuerforderungen eintreiben, solange
- 11:54:05erhebliche Zweifel an der
- 11:54:06Rechtsstaatlichkeit der dortigen
- 11:54:08Verfahren bestehen. Deshalb lehnen wir
- 11:54:10als AfD Fraktion dieses Abkommen ab.
- 11:54:13Vielen Dank.
- 11:54:14Vielen Dank. Wir
- 11:54:17[applaus] sind am Ende der Aussprache.
- 11:54:19Ich schließe Sie, wir kommen zur
- 11:54:19Abstimmung über den von der
- 11:54:20Bundesregierung eingebrachten
- 11:54:22Gesetzentwurf. Zu dem Abkommen vom 19.
- 11:54:24Mai 2026 mit der Ukraine zur Beseitigung
- 11:54:27der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der
- 11:54:29Steuern vom Einkommen sowie zur
- 11:54:31Verhinderung der Steuerverkürzung und
- 11:54:34Umgehung. Der Finanzausschuss empfiehlt
- 11:54:36unter Buchstabe A seiner
- 11:54:37Beschlussempfehlung auf Drucksache 865
- 11:54:41den Gesetzentwurf der Bundesregierung
- 11:54:43auf Drucksache 8245
- 11:54:47anzunehmen. Ich bitte diejenigen, die
- 11:54:49dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich
- 11:54:51zu erheben.
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