Auf ein Wort...Identität | DW Deutsch — Transcript
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- 0:00[Musik]
- 0:13herzlich willkommen tim henning wann
- 0:16haben sie sich das letzte mal gefragt
- 0:19wer bin ich
- 0:22das ist eine sehr gute frage ist
- 0:26natürlich eine frage die man auf ganz
- 0:27viele verschiedene weisen es verstehen
- 0:29und gefragt wann haben sie das letzte
- 0:31mal sich selbst gefragt wer bin ich eher
- 0:35wahrscheinlich das letzte mal als es
- 0:38wieder mal um eine debatte um das
- 0:39deutschsein ging das ist etwas was mich
- 0:41nicht in ruhe lässt und da frage ich
- 0:43mich oft bin ich eigentlich so einer und
- 0:45wenn ja was heißt das eigentlich
- 0:46warum war die frage für sie interessant
- 0:49nur weil sie im moment in aller munde
- 0:52ist und weil leute sehr viel damit
- 0:54befasst sind das auszuhandeln was das
- 0:57heißen kann zu einem bestimmten volk zu
- 0:59gehören und ich habe den eindruck das
- 1:00ist aus ganz guten gründen speziell für
- 1:02deutsch eine sehr schwierige frage ist
- 1:04und es ist etwas was sozusagen zumindest
- 1:07im letzten jahrzehnten eigentlich immer
- 1:09zur deutschen identität gehört hat sich
- 1:11zu fragen in welchem maße kann man sich
- 1:13dazu eigentlich bekennen ist das
- 1:15eigentlich was was man vor sich her
- 1:16trägt oder etwas was man versteckt dass
- 1:19es auf einer höheren ebene etwas gewesen
- 1:20womit ich mich selbst wieder ganz gut
- 1:22identifizieren konnte aber jetzt gibt es
- 1:24leute wie sehen es anders und das
- 1:25fordert mich heraus dass jeder mensch
- 1:27fragt sich wer bin ich hier
- 1:30warum eigentlich er ist eine gute frage
- 1:33es gibt pragmatische erklärung dafür ist
- 1:36einfach für bestimmte dinge hilfreich es
- 1:38gibt leute die sagen wenn man sich an
- 1:39bestimmten charakter zu schreibt dann
- 1:41kriegt das den charakter so einer
- 1:43selbsterfüllenden prophezeiung wenn ich
- 1:45mir zum beispiel selber ein rede dass
- 1:46ich ein sehr gewissenhafter oder ein
- 1:48sehr aufrichtiger mensch bin dann führt
- 1:49das vielleicht mit etwas glück dazu dass
- 1:51ich häufiger wirklich gewissenhaft oder
- 1:53aufrichtig bin
- 1:54es kann aber auch sein dass es
- 1:55tatsächlich noch eine tiefere begründung
- 1:58dafür gibt ich befasse mich gerade auch
- 2:01beruflich sehr viel mit mit dem
- 2:03philosophen fichte und der sagt dass da
- 2:05sogar ganz prinzipiellen grund dafür
- 2:08gibt dass wir uns so was zu schreiben
- 2:09wie eine bestimmte
- 2:10identität fichte sagt alles bewusst sein
- 2:13muss irgendwie bewusstsein von einem
- 2:15etwas sein ich muss mich auf ein objekt
- 2:16richten können bei dem ich weiß was es
- 2:18ist und welche eigenschaften ist hat und
- 2:21das muss irgendwie auch so funktionieren
- 2:23wenn ich mich auf mich selber beziehen
- 2:24also ich muss auch wenn ich bewusster
- 2:26von mir hatten mir zu einem etwas werden
- 2:28ich muss mich eine gewisse distanz
- 2:29rücken und mich fragen was habe ich da
- 2:31eigentlich für eigenschaften also
- 2:32übersetzt heißt ja identität sich selbst
- 2:36gleich sein
- 2:37hier kann ein mensch diesen zustand je
- 2:40erreichen
- 2:42auf einer ganz fundamentalen ebene schon
- 2:46mann würde sagen das kann gar nicht
- 2:49anders sein als dass ich diese eine
- 2:53person bin wie sollte ich zwei werden
- 2:55oder 3 oder wie sollte irgendjemand
- 2:57anders ich sein können wenn sie hingegen
- 3:00in einer eher metaphorischen weise
- 3:02meinen ob ich jemals so mit mir ganz im
- 3:04reinen bin oder ob sich mein verständnis
- 3:05von mir damit wie ich faktisch bin
- 3:08jemals wirklich ganz deckt dann
- 3:10wahrscheinlich nicht aber ich habe auch
- 3:12schon angedeutet dass das vielleicht
- 3:13auch ein bisschen der witz an seiner
- 3:15identität ist das etwas ist wonach man
- 3:18den mann gleich werden soll
- 3:19aber trotzdem gibt es ja diese sehnsucht
- 3:21nach dieser identität und zwar in der
- 3:23tat übersetzt ich möchte so nah wie
- 3:26möglich sein man nennt das authentisch
- 3:29sein nennt das kompromisslos gewesen
- 3:31sein aber hat diese sehnsucht nicht
- 3:34gleichzeitig etwas extrem narzisstisches
- 3:37nämlich einmalig und unverwechselbar zu
- 3:40sein und das nur sein zu können wenn ich
- 3:42sage das bin ich und ich gibt es nicht
- 3:44zwei mal das ist eine ausprägung dieser
- 3:47suche nach einer identität nimmt aber
- 3:49ich glaube nicht dass das zwingend es
- 3:52ist kann ohne weiteres sein dass ich
- 3:54feststelle dass die art und weise wie
- 3:55ich mich verstehe sich gar nicht
- 3:57interessanterweise unterscheidet davon
- 3:59wie sich andere verstehen was muss mich
- 4:01nicht beunruhigen müssen kann sein dass
- 4:02es dass ich jemand bin der wert darauf
- 4:04legt einzigartig zu sein
- 4:06aber ich habe nicht den eindruck dass es
- 4:08etwas ist das der logik einer
- 4:10identitätssuche eingeschrieben ist
- 4:12wer irritiert sie eigentlich mehr
- 4:14derjenige der ihn sagt ich weiß wer ich
- 4:17bin oder derjenige der ihnen sagt ich
- 4:20weiß nicht wer ich bin
- 4:22das wäre weiter zu prüfen ich glaube
- 4:26dass es durchaus sein kann dass es leute
- 4:27gibt die wissen wie die wissen wo sie
- 4:29stehen wofür sie stehen unter gleichen
- 4:31und finde ich das durchaus beneidenswert
- 4:33je nachdem in welchem ausmaße ich den
- 4:35eindruck habe dass ich es auch weiß bin
- 4:37ich vielleicht neidisch oder für mich
- 4:38herausgefordert
- 4:40andererseits kann es auch sein dass
- 4:43jemand sagt er weiß nicht genau wofür er
- 4:45steht und wenn das dann ausdruck einer
- 4:46redlichen von der suche ist und dass
- 4:50jemand wirklich mit sich ringt und sich
- 4:51fragt worauf es ankommt natürlich dass
- 4:53auch sehr respektabel das will ich gerne
- 4:55noch ein bisschen mit ihnen vertiefen
- 4:57weil ich ja nicht gefragt habe ob jemand
- 4:59weiß wo er steht sondern nicht nur eine
- 5:01frage war dass jemand sagt ich weiß wer
- 5:03ich bin
- 5:04das ist ja noch mal eine sehr viel
- 5:05tiefere und grundsätzlichere frage wer
- 5:08ich bin sind das ist meine dna das ist
- 5:12mein meinem eine grundausstattung aus
- 5:15der heraus ich dann die dinge verarbeite
- 5:20subsumieren sage ich stehe heute zu
- 5:22diesem thema so oder so wäre es um leben
- 5:25und deswegen doch noch mal diese frage
- 5:27kann jemand überhaupt sagen ich weiß wer
- 5:31ich bin oder ist das eine konstruktion
- 5:35gar eine illusion des gehirns nicht
- 5:40alles was konstruiert das ist ja
- 5:42deswegen unwirklich das hängt davon ab
- 5:45was man unter einer konstruktion
- 5:47versteht wenn sie glauben das ist eine
- 5:48illusion ist würde ich sagen haben wir
- 5:50da wahrscheinlich falsche maßstäbe wenn
- 5:53jemand tatsächlich bestimmte ansichten
- 5:56vertritt und voll und ganz hinter den
- 5:57steht dann würde ich sagen das ist eine
- 5:59wirkliche eigenschaft dieser person dass
- 6:01das ein merkmal ihrer identität ist und
- 6:03ich sehe nicht dass das in höherem maße
- 6:05oder aus prinzipiellen gründen irgendwie
- 6:08zweifelhaft sein müsste der philosoph
- 6:10platon schreibt ich zitieren ein mensch
- 6:14gilt von kindesbeinen an bis in sein
- 6:18alter als er
- 6:19welche aber obgleich er denselben namen
- 6:22führt bleibt er doch niemals in sich
- 6:25selbst gleich sondern einerseits
- 6:27erneuerte sich immer andererseits
- 6:30verliert der anderes an haaren fleisch
- 6:33knochen blut und seinen ganzen
- 6:35körperlichen organismus und das gilt
- 6:38nicht nur vom leibe sondern ebenso von
- 6:40der seele charakterzüge gewohnheit
- 6:42meinungen begierden freuden und leiden
- 6:46befürchtungen alles das bleibt sich in
- 6:51jedem einzelnen niemals gleich sondern
- 6:54dass eine entsteht und das andere
- 6:56vergeht wenn platon recht hat dann ist
- 6:59identität nie statisch sondern dynamisch
- 7:03genau das würde ich sagen stimmt ganz
- 7:07bestimmt nicht umsonst hat das blatt
- 7:09schon gesagt der hat der hat und
- 7:11durchaus vielen dingen recht aber das
- 7:13schließt sich vermutlich auch nicht aus
- 7:14wir verstehen eben die identität über
- 7:16die zeit hinweg von wesen wir uns aber
- 7:18auch in vielen anderen wesen als
- 7:20prozesse in denen sozusagen ein
- 7:22austausch von material aber auch
- 7:25erneuerungen der form und dergleichen
- 7:27gibt und das sind prozesse die können in
- 7:29einer weise fragil werden dass wir uns
- 7:31irgendwann fragen ist das wirklich noch
- 7:33dieselbe person aber anhalts gibt es
- 7:35auch bemerkenswerte bemerkenswerte
- 7:37möglichkeiten dinge zu integrieren und
- 7:40sozusagen eine person zu bleiben obwohl
- 7:42man sich fundamental verändert wenn die
- 7:45identität dynamisch ist stimmt der satz
- 7:48bin ich heute dann der der ich gestern
- 7:51noch war das scheint mir eine frage zu
- 7:55sein
- 7:56kein satz das muss nicht so sein ich bin
- 7:59auf einer ebene natürlich natürlich
- 8:01derselbe ich bin nach wie vor tim
- 8:02henning aber wenn ich mich verändert
- 8:04habe habe ich eben andere eigenschaften
- 8:06als ich sie früher hatte entsprechen
- 8:07aber nur deswegen von einer veränderung
- 8:09weil es eben ein wechsel von
- 8:11eigenschaften an einer substanz ist noch
- 8:14nicht an verschiedene die autorin sie
- 8:18hustet fragt gibt es ein körperliches
- 8:22effektives zeitloses kern selbst das
- 8:26würden sie antworten
- 8:28das glaube ich nicht ein
- 8:31ein effekt
- 8:32thevis das müsst ihr etwas sein das
- 8:35nicht mehr bewusst sein könnte und dass
- 8:37ich sozusagen zweifellos wieder erkennen
- 8:39könnte ich musste einfach kundgeben dass
- 8:41sich dergleichen in mir nicht vorfinden
- 8:43wenn man weiß dass kinder eine
- 8:45dreijährige die ersten drei jahre
- 8:47amnesie haben also wir beide als
- 8:50erwachsene können uns an diese grund
- 8:53prägung nicht erinnern
- 8:55und wenn man weiß dass in dieser zeit
- 8:58jedenfalls vom emotionalen haushalt von
- 9:00der emotionalen intelligenz sehr vieles
- 9:02bereits gelegt wird und sie eben den
- 9:06begriff bewusstsein hinzugefügt haben in
- 9:09welcher spannung bewegt sich dann
- 9:13identität ist identität mehr emotional
- 9:17markiert oder mehr kognitiv das würde
- 9:22ich sagen ist wahrscheinlich eine
- 9:24alternative die wir in dieser form nicht
- 9:26akzeptieren müssen ich glaube dass ein
- 9:28großer teil vielleicht noch nicht im
- 9:30frühkindlichen alter aber ein großer
- 9:31teil unseres emotionalen lebens gar
- 9:34nichts ist was man von unserem
- 9:35kognitiven leben ist operieren sollte
- 9:38sondern ich würde sagen viele unsere
- 9:39unserer emotionen sind gerade ausdruck
- 9:41unserer vernunft natur das sind dinge
- 9:42für diese gründe haben für diese gründe
- 9:44geben können für die wir auch
- 9:45kritisierbar sind und es scheint mir
- 9:48auch so zu sagen dass wir das selber
- 9:49wichtig nehmen wenn wir starke gefühle
- 9:52in uns spüren aber haben den anrufen
- 9:54können die in keinster weise rational
- 9:55einholen zum beispiel ängste
- 9:57wir empfinden starke ängste müssen aber
- 10:00zugeben dass keinerlei gefahr droht dann
- 10:04empfinden wir die als was fremde ist
- 10:05dann denkt wir haben eine phobie wir
- 10:06werden bestimmt das sondern es ähnlich
- 10:09mit mit wünschen man von etwas irgendwie
- 10:12ganz starke wünsche bezug auf etwas hat
- 10:15aber andere jetzt zugeben muss dass man
- 10:17auch wirklich nichts gutes oder
- 10:19erstrebenswertes dann findet dann sind
- 10:21das typischerweise wünsche die wir eher
- 10:23als fremdkörper in uns erfahren von
- 10:25denen wir uns getrieben fühlen oder von
- 10:28dem wir den handel kamen die ergreifen
- 10:29von uns besitz sie sind in uns aber
- 10:31gehören nicht zu uns das heißt sehr viel
- 10:34hängt auch davon ab dass wir diese
- 10:35emotionen ich würde sagen die machen den
- 10:38kern unserer identität aus dass wir die
- 10:40aber sozusagen selbst als
- 10:43manifestation unserer vernunft natur
- 10:45begreifen kann nun gibt es noch ein
- 10:48element aus dem heraus wir uns
- 10:51definieren nämlich die erinnerung welche
- 10:56beziehung hat erinnerung und identität
- 11:00das da sind sich unterschiedliche
- 11:04autoren wie immer in der philosophie
- 11:06nicht nicht einig es gibt leute die
- 11:09behaupten dass erinnerung das kriterium
- 11:12für die identität über die zeit hinweg
- 11:13ist nun lockt ist ein typischer autor
- 11:16der das behauptet viele glauben auch
- 11:18dass der zeitgenössischen versucht kraft
- 11:20das glaubt dass unsere identität genau
- 11:22so weit reicht wie wir uns zurück
- 11:25erinnern können jetzt vielleicht nicht
- 11:26aktuell aber sozusagen in form von
- 11:28überlagernden erinnerungs sphären
- 11:32da bin ich mir selbst nicht sicher ich
- 11:35habe den eindruck dass wir identität in
- 11:37diesem sinne oftmals doch stärker auch
- 11:40einfach an die karriere unserer unsere
- 11:42körper binden würde sagen auch wenn das
- 11:44vielen von uns ehrenrührig erscheint mit
- 11:46der man sollte dann trotzdem noch mal
- 11:48vielleicht mit der erinnerung beide
- 11:50arbeiten wir essen aus der neurobiologie
- 11:53und auch aus anderen forschungsfeldern
- 11:56dass die erinnerung immer wieder nur das
- 11:58aktuelle bild und die interpretation von
- 12:01handlungen sind die irgendwann in
- 12:03unserem gehirn abgelegt worden
- 12:05wenn also erinnerung eigentlich gar
- 12:07nicht zuverlässig ist wenn erinnerung
- 12:10verändert war es dann wäre ja auch wenn
- 12:13man verlocken anderen spricht die
- 12:16identität veränderbar instabil
- 12:19jedenfalls irritierend ist das der grund
- 12:22warum viele menschen eine sehnsucht
- 12:25haben sich an eine identität also an ein
- 12:28merkmal von identität zu klammern und
- 12:31glauben wenn sie es los ließen dann
- 12:33würde ihre ganze persönlichkeit in sich
- 12:36zusammenbrechen
- 12:37ganz bestimmt das scheint mir ein ganz
- 12:39wesentlicher faktor zu sein auch in
- 12:41aktuellen debatten und im zuge von
- 12:43identitätspolitik gerade da wo wir
- 12:45zugeben müssen dass identitäten
- 12:46vielleicht häufiger oder fragiler oder
- 12:49unschärfer sind als es gerne hätten
- 12:51gerade dort
- 12:53begegnet man gerne so eine art von
- 12:54gegenreaktionen das elend ist gerade
- 12:56bekräftigt wird es ist man eine neue
- 12:58klarheit brauche und dergleichen das
- 13:00natürlich ein sehr gefährlicher oder
- 13:03fatale erfolgen wenn menschen sich
- 13:05begegnen und sich kennenlernen wird ja
- 13:10sehr oft nicht sehr viele an der mehr
- 13:14eine person vorgestellt also meine
- 13:18identität wenn wir beide jetzt hier
- 13:20sitzen wir kennen uns noch nicht es ist
- 13:22das erste mal versuchen wir signale zu
- 13:25setzen
- 13:25sehr oft merkt man nach einer gewissen
- 13:28zeit dass das erste bild das jemand von
- 13:30sich entworfen hat eigentlich mit der
- 13:33identität wenig zu tun hat andererseits
- 13:36könnte man sagen genau das ist der
- 13:38identitäts sprung bei dieser person wie
- 13:41zuverlässig ist eigentlich identität im
- 13:44sozialen leben vermutlich nicht sehr
- 13:49zuverlässig es ist oft sehr schwierig zu
- 13:53wissen wofür jemand anders steht oder
- 13:54was jemand anderen ausmacht ist ja aber
- 13:57auch nicht viel einfacher immer genau zu
- 13:58wissen was ein selbst eigentlich
- 14:00ausmacht oder wenn man selbst genau ist
- 14:02und es ist ja sozusagen oft behauptet
- 14:05worden dass wird dass unsere charakter
- 14:07merkmale überhaupt nichts stabiles haben
- 14:09dass die viel eher die funktion von
- 14:11situations spezifischen gegebenheiten
- 14:13sind als uns eigentlich liebe es aber
- 14:16eine identität ist eben auch nicht nur
- 14:19einen gegebener sachverhalt sondern
- 14:22oftmals eben so etwas wie ein ideal
- 14:24etwas was wir gerne wären wonach wir
- 14:26streben und was wir sein wollen und
- 14:29dessen gültigkeit wird ja nicht
- 14:31gleichzeitig dadurch in frage gestellt
- 14:32dass es uns nicht immer gut gelingt dem
- 14:34gerecht zu werden max frisch schreibt zu
- 14:36diesem thema mein name sei gantenbein
- 14:39jeder mensch erfindet sich früher oder
- 14:42später eine geschichte die er dann für
- 14:45sein leben hält sagt frisch welche rolle
- 14:48spielen rationen erzählungen von der
- 14:51eigenen biografie oder erzählungen die
- 14:53man einem erzählt die eltern die freunde
- 14:56für die bildung der identität eine ganz
- 14:59zentrale rolle
- 15:00max frisch klingt jetzt so als seinen
- 15:02geschichten oder nation perse
- 15:04erfindungen da bin ich mir nicht sicher
- 15:06ob man das so sehen muss natürlich
- 15:09schwindeln wie eine ganze menge aber es
- 15:11ist sozusagen den begriff einer
- 15:13erzählung oder einer biografie nicht
- 15:15eingebaut was natürlich schon so dass
- 15:17man seine geschichte interpretiert und
- 15:19das irgendwie auch muss einfach deswegen
- 15:21weil eine bestimmte identität zu haben
- 15:25wenn es wirklich damit zusammenhängt
- 15:26dass uns bestimmte dinge wichtig sind
- 15:28oder besonders angehen dass es eben
- 15:30etwas nicht passt man nur eine sekunde
- 15:31lang haben kann sondern dass es muss ich
- 15:34wenn dann daran bewähren das ist
- 15:35tatsächlich irgendwie einen grund dafür
- 15:37geben muss dass ich mir diese identität
- 15:39zu schreiben und das kann daran liegen
- 15:41dass eine bestimmte herkunft tage oder
- 15:42erfahrung gemacht habe doch mal ein
- 15:45stück weiter mit diesem zweifel von
- 15:48identität oder den anspruch den dieser
- 15:51begriff auch an uns stellt der
- 15:54schriftsteller ödön von horvath lässt
- 15:56sein eine seiner figuren folgendes sagen
- 15:59ich bin nämlich eigentlich ganz anders
- 16:02aber ich komme nur so selten dazu geht
- 16:06es ihnen eigentlich genauso ich habe
- 16:09dass ich habe das gefühl dass ich
- 16:11relativ häufig so bin wie ich mich
- 16:13selbst auch verstehe aber dass diese
- 16:16kritische distanz gibt zwischen der art
- 16:18und weise wie wir uns verstehen und wie
- 16:19wir oft auftreten das scheint mir
- 16:21tatsächlich wichtig zu sein viele leute
- 16:23sagen sogar dass das unserem begriff von
- 16:27identitäts schon seit der begriff
- 16:29geschichtlichen ursprung eingeschrieben
- 16:31dass viele leute sagen das kommt von
- 16:32russo her und so hat gerade gesagt dass
- 16:34sozusagen dann wenn du mit anderen
- 16:35zusammen sind gesellschaft leben was wir
- 16:38dann irgendwie uns entfremden von der
- 16:39art und weise wie wir eigentlich sind
- 16:40das wir anfang rollen zu spielen und
- 16:43haben uns uns auch selbst anfangen
- 16:45diesen rollen zu gefallen unsere
- 16:47eigentliche identität entfremden also
- 16:50das ist diese diese differenzen geben
- 16:52kann ist natürlich richtig die frage ist
- 16:55natürlich wenn von horvath sagt ich
- 16:58komme nur selten oder fast nie dazu dann
- 17:01kann das natürlich auch einfach einfach
- 17:02ein fantasiegebilde sein dass man das
- 17:04ganze auch andersrum sein wir leben in
- 17:06einer gesellschaft gerade die im
- 17:07einundzwanzigsten jahrhundert die sehr
- 17:10viel definitions sehnsucht hat von außen
- 17:14nach innen die von innen nach außen und
- 17:16wir werden als menschen von unserer
- 17:18geburt an
- 17:20die kultur die gesellschaft sie erzählen
- 17:24uns ihre regeln
- 17:25sie führen uns dazu hingesetzt um
- 17:28moralische kategorien als
- 17:31hauptbestandteil der der identität wie
- 17:37viel davon verdeckt meine identität und
- 17:43wieviel verwechslung steckt darin dass
- 17:45wenn ich das alles auch übernehmen
- 17:48vielleicht ein bisschen neu
- 17:49interpretieren dass das nicht ich bin
- 17:51sondern es ist das was mir als
- 17:53identitäts optimum angeboten wurde weil
- 17:57konfliktfrei diese option gibt es
- 18:01natürlich aber ich glaube wenn wir
- 18:03einfach nur übernehmen was was uns was
- 18:07uns vorgegeben wird zur
- 18:09konfliktvermeidung dann glaube ich
- 18:11resultiert daraus nicht wirklich der
- 18:13eindruck dass etwas teil der eigenen
- 18:14identität wird es gibt menschen die ihr
- 18:17leben lang die erwünschten sozialen
- 18:19rollen spielen die aber sozusagen ganz
- 18:21tief im innern den eindruck haben dass
- 18:23sein nicht wirklich sie es gibt es gibt
- 18:26eine wunderbare passage bei bei fontane
- 18:29effi briest wo von den städten der
- 18:32gehörnte ehemann sich genötigt sieht er
- 18:35seinen nebenbuhler zum duell
- 18:36herauszufordern und man fragt ihn warum
- 18:38in aller welt machst du das bist du
- 18:42wirklich so wütend oder es ist in einer
- 18:43liebe so enttäuscht und sagt nein das
- 18:45ist alles nichts von alldem eigentlich
- 18:47sehe ich überhaupt keinen guten grund es
- 18:48ist nur das was erwartet wird und ich
- 18:50bringe es nicht über mich diesen
- 18:52erwartungen zu trotzen ist es ein götze
- 18:54wir müssen in götzen dienen solange er
- 18:56gilt da haben wir jemanden der wirklich
- 18:58bereit bis zum äußersten zu gehen um
- 19:01sozialen erwartungen gerecht zu werden
- 19:03der aber gleichzeitig immer noch den
- 19:05eindruck hat wirklich ich bin das nicht
- 19:07ich spiele hier eine rolle selbst sie
- 19:09selbst haben mal gesagt wer wir sind
- 19:11können wir nicht vollständig wählen ja
- 19:14warum eigentlich nicht
- 19:15also doch nicht ich mit meiner identität
- 19:19genau das dass man sozusagen bei uns
- 19:23eine identität nicht einfach nur auf
- 19:25drücken kann heisst umgekehrt nicht dass
- 19:27in sachen der freien wahlen sondern ganz
- 19:29im gegenteil viele der dinge die unsere
- 19:31identität ausmachen bei
- 19:33sogar wichtig dass wir sie nicht einfach
- 19:34ausgesucht haben denn niemand kann
- 19:36einfach sich einen freund aussuchen so
- 19:39funktioniert es und man kann sich
- 19:40aussuchen ob man mit jemandem zeit
- 19:41verbringt und ob er ein freund wird das
- 19:43ergibt sich dann aus stößt an sozusagen
- 19:45das habe wir sind haben sie gesagt
- 19:47können wir nicht vollständig wählen
- 19:49jetzt nicht die frage wen wähle ich als
- 19:51freund sein wir doch noch mal sehr
- 19:53scharf bei dieser aussage weil ich
- 19:55dieses spannungsfeld zwischen der
- 19:58vermeintlichen identität die menschen
- 20:01sagen dass sie sie haben und was das
- 20:04eigentlich sei doch noch ein bisschen
- 20:06stärker herausarbeiten will und dann
- 20:08sagen sie wer wir sind können wir nicht
- 20:10vollständig wählen was fehlt uns denn
- 20:13das kann ja nur einig sein dass mir noch
- 20:15fehlt was uns fehlt ist glaube ich
- 20:19einfach der umstand dass unsere
- 20:23identität und darauf möchte ich war
- 20:26deswegen habe ich auch den freund bzö
- 20:28bezug genommen dass das ganz wesentlich
- 20:30darin besteht dass uns bestimmte dinge
- 20:32als wichtig oder wertvoll erscheinen
- 20:35dass wir bestimmte dinge nicht nur
- 20:36einfach starke emotionen in uns
- 20:38vorfinden sondern das den eindruck haben
- 20:41die dinge mit denen wir befasst sind die
- 20:42verdienen ist auch dass wir uns mit ihm
- 20:44befassen dass wir uns ihnen widmen und
- 20:46das ist glaube ich etwas was können wir
- 20:47nicht einfach entschieden haben
- 20:49wenn sozusagen der wert den etwas für
- 20:51mich hatten nur darin besteht das ist
- 20:53zufällig wertschätze
- 20:54dann hat es tatsächlich gar nicht die
- 20:57art von werth dichterin zu sehen glaubt
- 20:59sie haben natürlich den begriff zufällig
- 21:01rein gemogelt ihren satz das klingt
- 21:04nämlich dann leichter aber wir sind
- 21:07wieder auf weil sie ihren freund
- 21:09sprechen
- 21:09der mensch ist ein soziales wesen das
- 21:11ist ein überlebens dogma und da kommt
- 21:17mir doch die frage in den kopf wie viel
- 21:20fremdbestimmung und wie viel
- 21:22selbstbestimmung habe ich in der
- 21:24identitätsbildung also wie weit bin ich
- 21:28sogar als soziales wesen darauf
- 21:30angewiesen gelernt zu haben mich
- 21:34anzupassen also auch meine identität
- 21:37immer wieder anzupassen um auch zu
- 21:40überleben mit anderen worten auf meine
- 21:42identität ist nicht wirklich verlass
- 21:46ich verstehe genau was sie meinen und
- 21:47ich glaube dass wir tatsächlich den
- 21:48größten teil des tages damit befassten
- 21:50sozialen erwartungen unter gleichen
- 21:52gerecht zu werden was das was ist
- 21:53fontane beispiel zeigen sollte es das
- 21:55nicht alles das gleichzeitig etwas ist
- 21:58wovon wir sagen das macht tatsächlich
- 21:59die identität einer person aus und ob
- 22:02die sozusagen eine frage unserer
- 22:04selbstbestimmung ist unsere oder nicht
- 22:06auch das scheint mir ein stück weit eine
- 22:07falsche alternative zu sein wenn sich
- 22:10mehr etwas als wichtig präsentiert wenn
- 22:12ich zum beispiel ein gläubiger mensch
- 22:14bin dann ist es ja auch nichts was ich
- 22:16einfach gewählt habe aber es ist teil
- 22:18meiner meiner identität nichtsdestotrotz
- 22:20fühle ich mich nicht fremdbestimmt
- 22:23einfach weil ich sozusagen in einer
- 22:25hoffentlich vernünftigen und durch mich
- 22:29selbst sei ratifiziert heise wenn wir es
- 22:32so sagen wollen auf diese auf diesen
- 22:35sachverhalt beziehen
- 22:36aber es ist doch der blick auch der
- 22:38blick von außen der mich beschreibt es
- 22:40gibt ein beispiel dass ich sehr spannend
- 22:42wenn der ihren transfer der in seinem
- 22:45buch schwarze haus weiß schwarze haut
- 22:47weiße masken folgen die identitäts
- 22:50erfahrung spiegelt er trifft als junger
- 22:53an planer in paris auf ein weißes kind
- 22:56mit seiner mutter das kind zieht seine
- 22:58mutter am arm und sagt sie nur mama ein
- 23:01schwarzer mann und falsch schreibt das
- 23:04war das erste mal in meinem leben dass
- 23:06wurde wusste ich plötzlich wer ich bin
- 23:09das erste mal fühlte ich mich als sei
- 23:13ich in dem blick dem gewalttätigen blick
- 23:17des anderen explodiert und gleichzeitig
- 23:19nach diesem satz als ein anderer
- 23:22zusammengesetzt worden
- 23:23da sieht man doch schon dass die
- 23:25widerspiegelung als identität als
- 23:29identität merkmal eine ganz große rolle
- 23:31spielt und ich würde das ganz gerne auch
- 23:33in unsere zeit übertragen
- 23:34sehr viele menschen die
- 23:37migrationshintergrund haben und haben
- 23:39den namen und da wird als erstes sowie
- 23:42schwarz und weiß die frage gestellt
- 23:45woher kommst du eigentlich und dieses
- 23:48explodieren hat konsequenz sowohl für
- 23:51den der das mag als auch der der mit
- 23:53dieser bemerkung plötzlich konfrontiert
- 23:55ist und deswegen noch einmal die frage
- 23:57welche wechselwirkungen
- 23:59sind da in der identitätsfindung
- 24:02beherrschen
- 24:03da gibt es natürlich genau wie sie es
- 24:05beschreiben und wie es ferner beschreibt
- 24:07und wie das viele viele menschen
- 24:09tagtäglich erleben gibt es wichtige
- 24:11wechsel bekommen aber ich glaube dass
- 24:13gerade solche beispiele deswegen auch
- 24:14diese dramatik haben weil wir auch
- 24:16wissen dass die leute den dort eine
- 24:20identität zugeschrieben wird die
- 24:23deswegen nicht automatisch schlucken
- 24:25müssen sondern dass es ihnen auch etwas
- 24:26gibt was durchaus rebellieren kannst
- 24:28wenn das kleine setzt sich etwas das ihr
- 24:30das pano sagt ja ich bin ja nicht allein
- 24:32in dieser welt und ich habe bisher kein
- 24:34explodierendes erfahrungs merkmal gehabt
- 24:37und jetzt ja begegne ich ihn und sie
- 24:40sagen ist mir wissen wir vom buch kommen
- 24:42sie wieder sage ich ich komme aus bonn
- 24:44oder ostberliner sagen er habe ich ja
- 24:46verstanden woher kommen sie und das sind
- 24:49ja prozesse die wenn sie sich
- 24:51wiederholen wiederum identitätsbildung
- 24:54veränderungen aus uns machen und
- 24:56deswegen ja doch noch mal diese diese
- 24:58für mich doch sehr wichtige frage es
- 25:02gibt ja menschen die dann sagen ich
- 25:04würde am liebsten diesen reifen schluss
- 25:05auf machen das auch rausnehmen und
- 25:09herren ein nacktes ich mein wahres ich
- 25:12kennenlernen wieviel solcher
- 25:14zwischenschichten sind von außen nach
- 25:17innen entstanden in einem lebenden er
- 25:19hat viele wahrscheinlich und die
- 25:21wichtige frage ist natürlich ob wenn man
- 25:23alle reißverschlüsse geöffnet hat ob
- 25:24überhaupt noch irgendetwas da ist was
- 25:26dann das wasser was dann den nackte kern
- 25:28dieses ich es nichtsdestotrotz würde ich
- 25:31sagen dass genau so wie sie es jetzt am
- 25:34schluss beschrieben haben das ist ja das
- 25:36ist ja aufschlussreiches es scheint eben
- 25:38doch nicht so zu sein als würden wir
- 25:39einfach nur andere unsere identität
- 25:41machen lassen sondern wir bitten wir
- 25:43beanspruchen schon irgendwie auch ein
- 25:44mitspracherecht zu haben die frage ist
- 25:47ob wir dabei wirklich ein ganz und gar
- 25:49neutralen punkt einnehmen können so als
- 25:51gäbe es da ein ganz und gar unberührtes
- 25:53kern selbst das überall das frei
- 25:55entscheiden kann
- 25:55das wahrscheinlich nicht aber vermutlich
- 25:58gibt es immer so viele verschiedene
- 25:59schichten dass man sich auf einzelne
- 26:02schichten seiner identität stützen kann
- 26:03um anderen frage zu stellen es gibt
- 26:05dieses schöne bild von otto neurath ist
- 26:07ein früheres mitglied des sogenannten
- 26:09wiener kreises gewesen zu sagen
- 26:10wenn wir unsere sprache oder unsere
- 26:13kultur oder oder unsere logik zu prüfen
- 26:15versuchen dann ist das wie wenn wir
- 26:17versuchen kranken auf einem schiff auf
- 26:19offener see auszuwechseln
- 26:20wir können die planken immer nur einzeln
- 26:21haus nehmen und prüfen und müssen gerade
- 26:23auf die anderen bauen damit die uns
- 26:25weiter tragen und wir nicht untergehen
- 26:26aber stück für stück können wir da jeder
- 26:28einzelne planke
- 26:29vielleicht machen wir ein fehler in dem
- 26:31wir von identität sprechen denn hermann
- 26:34hesse schreibt zitat in wirklichkeit
- 26:37aber ist kein ich auch nicht dass
- 26:40naivste eine einheit sondern eine höchst
- 26:43vielfältige welt ein kleiner
- 26:45sternenhimmel ein chaos von formen
- 26:48stufen zuständen von erbschaften
- 26:50möglichkeiten sollte man statt von
- 26:53identität nicht immer von identitäten
- 26:57sprechen ja da muss er gibt es diese
- 27:01eine übergreifende die aus diesen
- 27:03identitäten sich formieren lässt dass da
- 27:09wird meine antwort jetzt vermutlich
- 27:10langweilig sein ich würde sagen das ist
- 27:12letztlich eine eine definitionsfrage wir
- 27:14können sagen wir haben verschiedene
- 27:15werden verschiedene identitäten
- 27:17wir können genauso gut sagen es gibt da
- 27:19eine identität ist nur sehr viel
- 27:20vielgestaltiger und unter und
- 27:22chaotischer als wir gedacht haben ich
- 27:24glaube da zwingt uns niemand denn
- 27:26aussehen zu lassen eine definitionsfrage
- 27:28wurde ist das nicht gleichzeitig eine
- 27:29bewusstseins frage also ich will das mal
- 27:31von mir
- 27:32wer bin ich also ich bin einmal ich bin
- 27:35ein älterer mann ich bin jude ich komme
- 27:37aus paris meine eltern kamen aus polen
- 27:40ich bin ein besessener mensch von
- 27:46literatur film von theater ich liebe das
- 27:49meer und die sonne mehr als die wolken
- 27:52und ich bin noch viel viel mehr und all
- 27:55diese identitäten sind nicht nur
- 27:59vorhanden sondern sie sind teilweise
- 28:00auch in widerspruch zueinander ist es
- 28:05nicht besser man macht sich all diese
- 28:07vielfalt bewusst um die vielfalt der
- 28:11identitäten die um mich herum leben als
- 28:15weniger bedrohungen zu empfinden weil
- 28:17man selbst merkt es gibt nicht dieses
- 28:20motto strukturierte sein
- 28:22ja
- 28:24das ist ein lange du sagst aber dann
- 28:28vielleicht wird es jetzt doch ein
- 28:29bisschen länger mit der antwort wie
- 28:30viele identitäts vielfalt und
- 28:33widerspruch hält der mensch eigentlich
- 28:35aus dass wahrscheinlich nicht unbegrenzt
- 28:40viel wie eben wenn wir überhaupt so
- 28:42etwas nötig haben wie eine identität ist
- 28:44eben schon darum geht uns irgendwie zu
- 28:47lokalisieren wie gesagt ich habe schon
- 28:49hab schon fichte geschichte zitiert wenn
- 28:51wir irgendwie einen begriff davon
- 28:52brauchen wer wir eigentlich sind dann
- 28:55kann das natürlich nicht nicht beliebig
- 28:56widersprüchlich werden
- 28:58aber das sei eine menge rein passt und
- 28:59dass dann eine menge dynamik und
- 29:00widerspruch möglich ist das würde ich
- 29:02sagen scheint klar zu sein und es ist
- 29:05mit sicherheit wie sie antworten eine
- 29:07gute idee sich das immer wieder klar zu
- 29:08machen
- 29:09gehen wir mal in der zeit in der wir
- 29:11leben und betrachten wir mal gemeinsam
- 29:14was das für identitäts konsequenzen und
- 29:16wir leben in einer zeit des kapitalismus
- 29:18des neoliberalismus und des nazismus
- 29:21welche konsequenzen haben diese makro
- 29:26strukturen auf unsere identität wie
- 29:29beeinflussen sie uns wir haben habe ich
- 29:31ganz elementare konsequenzen ganz
- 29:34besonders würde ich sagen gilt das gilt
- 29:36das für das was angesprochen haben für
- 29:38den markt denn der führt dazu das ist
- 29:40eine ganz ganz wichtigen bereich unseres
- 29:43lebens gibt indem wir den eindruck
- 29:45gewinnen oder der nach regeln
- 29:46funktioniert in denen eigentlich leute
- 29:48dazu angehalten sind nur noch ihren
- 29:50eigenen interessen zu fragen
- 29:52das heißt es gibt einen wichtigen
- 29:54bereich in dem klar ist vernünftiges
- 29:56verhalten ist eigen interessiertes
- 29:58verhalten und das ist ja auch durchaus
- 30:01gewollt und richtig so ansonsten
- 30:02verfällt das preissignal und der markt
- 30:04funktioniert nicht nur ein
- 30:05altruistischer käufer macht macht die
- 30:08ganzen regeln und dieses system kaputt
- 30:10gehen dass ich im übrigen gar nichts
- 30:11habe aber es führt eben dazu dass wir
- 30:14ein bestimmtes auf ein bestimmtes bild
- 30:16von werten bekommen so als seien leute
- 30:19letztlich wirklich nur dafür ansprechbar
- 30:21was in ihrem eigenen interesse liegt und
- 30:24irgendwann verstehen wir uns auch selbst
- 30:25so und ich glaube damit
- 30:27gerät vieles von dem aus dem blick was
- 30:30uns eigentlich antreiben könnte ich
- 30:32glaube wir haben tatsächlich sind auf
- 30:33dem weg ein stück weit eine
- 30:35identitätskrise zu bekommen weil wir
- 30:37viele der werte die uns eigentlich
- 30:40antreiben und bewegen sollten
- 30:43plötzlich aus dem blick geraten ich
- 30:46fasziniert dass ich habe zwei kleine
- 30:48kinder die haben so im alter zwischen
- 30:51zwei und sechs sehr gerne rollenspiele
- 30:54gespielt und im internet auf dem
- 30:56sozialen plattformen ist das ja auch
- 30:59erwachsene und kreise mittlerweile
- 31:01möglich diese ganzen rollenspiele im
- 31:03sinn auch von spiele die gespielt werden
- 31:06kann sich jetzt jeder mensch unzählig in
- 31:08verschiedenen varianten und damit
- 31:10identitäten erschaffen und sie nach
- 31:12belieben wechseln und wieder verwerfen
- 31:15wird durch diese möglichkeit im internet
- 31:18auch die anonymisierung für sich selbst
- 31:21und die darstellung auch im dating lions
- 31:24wird durch diese situation der umgang
- 31:27mit meiner eigenen intent identität
- 31:31verändert verliere ich sie oder wird sie
- 31:34nur ehrlicher nämlich zu merken das was
- 31:38ich gerade spiele in der interaktion
- 31:39auch jetzt mit ihnen
- 31:41ich würde viel lieber eine ganz andere
- 31:43rolle in eine million ich weiß nicht wie
- 31:45oft ihnen das geht was passiert das ist
- 31:47das eine chance oder ist das eine gefahr
- 31:50ist in vielen hinsichten eine gefahr
- 31:53wenn sie wenn sie sozusagen gerade den
- 31:55gerade den umgang miteinander in
- 31:57sozialen netzwerken beschreiben das geht
- 31:59ja nicht nur damals ich nie denn die
- 32:00täter nehmen sondern dass sich mit
- 32:01anderen leuten einer bestimmten weise
- 32:02interagieren und da da liegt ja wirklich
- 32:05einiges im argen was die jeweils eigene
- 32:08identität angeht glaube ich aber das ist
- 32:10eher eine chance ist spricht er wirklich
- 32:13nichts dagegen seine identität
- 32:15auszuprobieren und sich zu fragen gibt
- 32:17es vielleicht wenn ich mir jetzt
- 32:19vorstelle ich wäre so und so eine person
- 32:21gibt es da vielleicht etwas was mich
- 32:22vielleicht wirklich anspricht
- 32:23merke ich vielleicht wirklich dass ich
- 32:25diese oder jene also wenn es gibt es
- 32:28gibt fälle von leuten die haben die
- 32:31haben ihr leben lang glücklich gelebt
- 32:33und haben dann erst über die
- 32:34möglichkeiten des internets
- 32:35herausgefunden dass sie eigentlich
- 32:37homosexuell sind und dass das dass man
- 32:39sozusagen das wie ein
- 32:40schlüssel war zum eigenen leben und den
- 32:42kadetten okay das war die ganze zeit
- 32:44falsch jetzt weiß ich ob ich eigentlich
- 32:46immer das gefühl hatte ich spiel bloß
- 32:47eine rolle für solche möglichkeiten
- 32:50sollte dankbar sein
- 32:51interaktionen mit anderen menschen und
- 32:53lebenserfahrungen andere kulturen das
- 32:55ist unser alltag und anscheinend und das
- 33:01wirklich der mensch an sich wo immer ist
- 33:04reagiert teilweise aggressiv gewalttätig
- 33:11aggressiv gegen andere identitäts
- 33:14entwürfe warum reagiert der mensch erst
- 33:19einmal scheint dessen abwehr zu sein und
- 33:21mit der antwort das will ich nicht dass
- 33:23bekämpfe ich warum reagiert der mensch
- 33:25auf andere identitäts entwürfe
- 33:28eigentlich entweder ab während abweisend
- 33:32oder gar aggressiv
- 33:33das kann glaube ich mindestens zwei
- 33:36verschiedene gründe haben ein modell ist
- 33:38einfach das was ich gerade schon
- 33:40angedeutet habe ich glaube in vielen
- 33:42westlichen ländern gibt es tatsächlich
- 33:44so eine art so eine art verblassen der
- 33:46eigenen identität dass man immer weniger
- 33:48versteht was eigentlich die werte sind
- 33:50die ein antreiben wir führen zwar so was
- 33:52wie menschenrechte freiheit und
- 33:53demokratie im mund aber das klingt immer
- 33:55häufiger wie einer sonntagspredigt oder
- 33:56wie ein lippenbekenntnis
- 33:57und wenn wir dann konfrontiert werden
- 33:59mit anderen identitäten die wirklich
- 34:01wirklich starke prägung haben die wie
- 34:04die gewaltige vorstellung mitbringen von
- 34:07gott und von einem weltgeschichtlichen
- 34:08auftrag und von gut und böse
- 34:11da fühlt man sich natürlich
- 34:12herausgefordert und verunsichert und das
- 34:14kann dann sozusagen zu so einer art
- 34:16defensiven identitätspolitik führen dass
- 34:19man damit über nicht konfrontiert wäre
- 34:21weil man sonst sich genötigt sieht sich
- 34:23zu fragen gott gibt es denn irgend etwas
- 34:24vergleichbares was mich antreibt die
- 34:27noch noch problematischere variante
- 34:30liegt wahrscheinlich dann vor wenn man
- 34:32seine eigene identität schon dadurch
- 34:35definiert hat dass man diesen anderen
- 34:38identitäten eine bestimmte rolle oder
- 34:40eine bestimmte position zugewiesen hat
- 34:42nun wenn man zum beispiel sich ganz
- 34:46besonderer weise als man versteht und
- 34:48dann gerade darauf angewiesen sind dass
- 34:49es auch eine andere rolle nämlich die
- 34:51einer frau gibt die auch bestimmte
- 34:53fertigkeiten und funktionen hat oder
- 34:54wenn man sich als weißer versteht und
- 34:56sagt na ja es gibt daneben auch andere
- 34:57lassen und die haben ganz andere
- 34:58merkmale wenn man sich sozusagen selbst
- 35:00schon definiert da habe ich dass man
- 35:02anderen eine position zu weist dann ist
- 35:05man natürlich geradezu existenziell
- 35:07darauf angewiesen dass die andere partei
- 35:09auch an ihren posten bleibt sozusagen
- 35:11und nicht anfängt zu rebellieren denn
- 35:13sonst ist man wirklich fundamental in
- 35:14frage gestellt und reagiert dann
- 35:16identität und verschiesst es ist
- 35:20interessant weil das jetzt was sie
- 35:22gerade beschreiben ist die individuelle
- 35:25konfliktsituation aber wir haben es ja
- 35:27gerade schon mal besprochen der mensch
- 35:29lebt immer in einer kollektiven
- 35:32identität mit ist die verortung in einer
- 35:36solchen kollektiven identität
- 35:39überlebensnotwendig oder suggeriert das
- 35:42kollektiv mir dass sie für mich
- 35:45unverzichtbar sind und damit auch eine
- 35:48solidarität in der identität ab verlangt
- 35:52selbst wenn ich in mir merkte
- 35:54widerspruch eigentlich bin ich das nicht
- 35:57ja natürlich überlebenswichtig ist es so
- 36:01oder so einfach weil ich weil ich sonst
- 36:03ständig mit mit in mit sanktionen leben
- 36:06müsste und es ist ja auch nicht so als
- 36:07käme von außen nur eine einem ihr
- 36:10aufgezwungene von der der identität
- 36:13sondern auch tatsächlich wirkliche form
- 36:15von identifikation mit mit etwas das sie
- 36:18sozusagen bemerke oder feststelle oder
- 36:21entdecke oder erfahren dass etwas
- 36:22wichtigkeit hat oder wert hat auch das
- 36:25ist etwas das mit dialogisch
- 36:26funktioniert auch dafür sind andere ganz
- 36:28ganz unverzichtbar dass er dabei
- 36:30entstehen extrem viele vorurteile und
- 36:35diese vorurteile wiederum helfen
- 36:38anscheinend die identität zu stärken der
- 36:40soziologe armin nassehi sagt dazu diese
- 36:43ganze stereotypisierung über das fremde
- 36:46funktionieren ja oft ganz gut aber über
- 36:49das eigene etwas zu sagen ist
- 36:52unglaublich schwer ist das das problem
- 36:54dass der andere die andere
- 36:57sie haben das bereits angedeutet mit
- 36:59einer deutlich inhaltliche identitäts
- 37:04bestimmung
- 37:05mir angst macht weil ich merke ich weiß
- 37:09gar nicht um die frage noch mal zu sagen
- 37:11ich weiß eigentlich gar nicht wer ich
- 37:12bin
- 37:13durch die konfrontation mit dem anderen
- 37:16merke ich das und mehr fühle mich
- 37:18eigentlich genötigt etwas zu tun was ich
- 37:21bisher auch gar nicht tun wollte ja das
- 37:24scheint mir das scheint mir tatsächlich
- 37:25zustimmen gerade gerade andere
- 37:27identitäten für mich natürlich fühle
- 37:29mich natürlich auf die frage wer ich
- 37:30denn bin und ich würde sagen es ist
- 37:32wirklich symptomatisch wie bedroht man
- 37:35sich fühlt einfach durch die präsenz von
- 37:37personen mit anderen identitäten ich
- 37:40würde sagen wenn man sich wenn man sich
- 37:41seines eigenen kulturellen dann einen
- 37:44kulturellen identität und seine eigenen
- 37:45werte wirklich sicher wäre und wirklich
- 37:47davon überzeugt wäre das ist da ist was
- 37:50dran wofür wir stehen
- 37:51das ist die dinge mit den ich befasst
- 37:53bin die sind tatsächlich von bedeutung
- 37:56dann sollte anders doch vollständig
- 37:58vollständig unberührt lassen ob leute
- 38:01neben mit eben etwas anderes glauben der
- 38:05sozialanthropologie hernes gerne spricht
- 38:09davon dass eine kollektive identität
- 38:12auch die nation sei und sagt ich zitiere
- 38:16ein mensch braucht eine nationalität
- 38:19sowie eine nase und zwei ohren haben
- 38:21muss stimmt es dass das glaube ich
- 38:25überhaupt nicht viele leute scheinen mir
- 38:26das zu brauchen aber ich scheine auch
- 38:28dass viele leute das nicht brauchen es
- 38:31ist ja oft sogar die rede davon dass das
- 38:32sozusagen eine neue kulturelle
- 38:34scheidelinie zwischen kosmopoliten die
- 38:36eigentlich überall zu hause sind und
- 38:38kommen die touristen die sozusagen das
- 38:40heimelige unheimlichen rahmen einer
- 38:43einer geschützten nationale identität
- 38:45benötigen also dass bei allen so ist
- 38:48scheint mir nicht zustimmen was ist
- 38:52eigentlich deutsch die frage würde
- 38:58vermutlich eine eigene sendung erfordern
- 39:00aber ich würde ich hätte kontinent und
- 39:03leute sagen ich bin deutscher das ist
- 39:04ein identitätsmerkmal ja ja dazu gehört
- 39:08das habe ich glaube ich schon angedeutet
- 39:09für mich vor allen dingen die erfahrung
- 39:11als als jemand der in den 70er jahren
- 39:13geboren wurde dessen eltern auch
- 39:14durchaus teil der 68er bewegung waren
- 39:17oder dem zumindest geistlichen
- 39:19standen gehört vor allen dingen das
- 39:20deutscher zu sein immer etwas wahr was
- 39:22mit besonderer vorsicht zu genießen war
- 39:25das heißt eben weil es war lange zeit
- 39:28gar nicht klar oder lange zeit werden
- 39:30niemandem eingefallen auch wenn die
- 39:31leute gerne gefühl vielleicht gemacht
- 39:32hätten irgendwie eine fahne raus zu
- 39:35hängen oder einfach die nationalhymne zu
- 39:37singen das war immer irgendwie
- 39:38problematisch oder es wurde hinterfragt
- 39:39man was ich immer irgendwie unwohl dabei
- 39:42bis in die 2000er jahre hinein ging das
- 39:46so und das war etwas mit dem ich auf
- 39:48höherer ebene durchaus identifizieren
- 39:51konnte ein volk zu sein das aus
- 39:55ich bin ich überaus guten gründen
- 39:58skrupel hatte mit dem bekenntnis zu
- 40:01einer nation
- 40:02das ist interessant darüber würde ich
- 40:04gern noch mal nachdenken also sie haben
- 40:06eine identitäts verstärkung wenn ich sie
- 40:10frage ist deutsch sein der deutsche sein
- 40:13anteil der deutschen nation sein
- 40:15sie haben eine stärkung dadurch dass sie
- 40:17sagen wir haben als gesellschaft
- 40:20eigentlich uns diese frage nie verstärkt
- 40:22gefragt aber reicht das um von dieser
- 40:28identität zu sprechen
- 40:29also was ist eigentlich deutsch und ist
- 40:31das etwas statisches oder etwas
- 40:34dynamisches wir könnten auch darüber
- 40:36reden was ist französisch sein also das
- 40:37natürlich nur wir versuchen ja zu klären
- 40:40nationale identität
- 40:42wir versuchen europäische identität zu
- 40:44bestimmen wir versuchen zu sagen meine
- 40:47identität ist die der liberalen
- 40:50freiheitsrechte ich würde ganz gerne mal
- 40:52wissen was passiert wenn sie mir jetzt
- 40:54sage ich bin deutscher was passiert da
- 40:57eigentlich was erzählen sie mir damit
- 40:59naja das kann eben was ganz
- 41:00unterschiedlich sein ich kann ihn
- 41:01einfach auskunft darüber geben was in
- 41:03meinem personalausweis steht denn wie
- 41:05gesagt ich glaube nicht dass es sinn von
- 41:07identität genau interessiert ihr
- 41:09personalausweis ehrlich gesagt nicht so
- 41:12sehr das verstehe ich möchte von ihnen
- 41:14wissen das ist das identitätsmerkmal
- 41:17wenn sie das sagen ich will deutscher
- 41:19was ich ihn vorher sagen wollte ist dass
- 41:21das ja nicht jeder so sagen muss es muss
- 41:23ja nicht für jeden die nationalität teil
- 41:25seiner identität in irgend einem
- 41:27emphatischen sinne seien für viele leute
- 41:28ist tatsächlich nur etwas in ihrem
- 41:30personal
- 41:31natürlich für andere die mich betrachten
- 41:33würden sagen also typisch deutsch dass
- 41:35er das sagt und dergleichen aber wenn
- 41:36identität eben zumindest ein stück weit
- 41:38auch etwas ist das wir selbst aushandeln
- 41:42dann würde ich sagen muss ich mich nicht
- 41:45als wirtschaft dem hellen herzlichen
- 41:48dank für dieses gespräch
- 41:49dankeschön
- 41:51[Musik]
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