95. Sitzung des Bundestages – LIVE — Transcript
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- 24:30Guten Tag alle zusammen. Ich begrüße Sie
- 24:32herzlich zu unserer Sitzung, die ich
- 24:33hiermit eröffne.
- 24:36Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor
- 24:40wir in die klassische Tagesordnung
- 24:42eintreten, gratuliere ich zwei Kollegen.
- 24:45Einmal dem Kollegen Reiner Galla, der
- 24:47heute seinen 65. Geburtstag feiert.
- 24:50Herzlichen Glückwunsch.
- 24:55So wie dem Kollegen Manfred Schiller.
- 24:57Auch er begeht heute seinen 65.
- 25:00Geburtstag. Auch Ihnen im Namen des
- 25:03Hauses alles Gute für das neue
- 25:05Lebensjahr. Ich komme zur Tagesordnung
- 25:09für die heutige 95. Sitzung. Morgen dann
- 25:12die 96. Sitzung und am Freitag die 97.
- 25:16Sitzung. Da konnten sich die Fraktionen
- 25:19oder unter den Fraktionen konnte man
- 25:20sich nicht auf eine Tagesordnung ähm
- 25:23einigen. Die Fraktion Bindnis 90, die
- 25:25Grünen hat der Tagesordnung dann
- 25:27widersprochen und ich habe daher den
- 25:29Bundestag mit der vorgeschlagenen
- 25:31Tagesordnung einberufen.
- 25:33Interfraktionell ist vereinbart worden
- 25:35die Tagesordnung, um die in der
- 25:36Zusatzpunkteliste aufgeführten Punkte zu
- 25:39erweitern. Von der Frist für den Beginn
- 25:41der Beratung soll soweit erforderlich
- 25:44dann auch abgewichen werden und die
- 25:46Tagesordnungspunkte 23 und 38, die
- 25:49werden dann abgesetzt. Die weiteren
- 25:51Änderungen und Ergänzung sowie den
- 25:53geänderten Ablauf der Beratung im
- 25:54übrigen können Sie wie immer der
- 25:56Zusatzpunkteliste
- 25:58entnehmen. Außerdem mache ich auch zwei
- 26:00geänderte Überweisungen im Anhang zur
- 26:03Zusatzpunkteliste
- 26:04aufmerksam. Bevor wir gleich zur
- 26:06Feststellung der Tagesordnung kommen,
- 26:08müssen wir noch einen Antrag zur Ich
- 26:11freue mich über Heiterkeit auf der
- 26:13Regierungsbank, aber auch schön, wenn
- 26:16Sie uns noch folgen könnten. Bevor wir
- 26:18gleich zur Feststellung der Tagesordnung
- 26:20kommen, müssen wir noch einen Antrag zur
- 26:22Geschäftsordnung behandeln. Die Fraktion
- 26:24Bündnis 90, die Grün hat fristgerecht
- 26:26beantragt, die Tagesordnung zu
- 26:28erweitern. Am Freitag sollen nach
- 26:31Tagesordnungspunkt 41 Buchstabe A ein
- 26:33Gesetzentwurf des Bundesrates zur
- 26:35Einfügung des Merkmals der sexuellen
- 26:37Identität in Artikel 3 Absatz 3 Satz 1
- 26:40des Grundgesetzes auf Drucksache 3064
- 26:43aufgesetzt und mit einer Debatteauer von
- 26:4630 Minuten mit dem Ziel der federfenden
- 26:48Überweisung an den Rechtsausschuss
- 26:51beraten werden. Und wie ich gehört habe,
- 26:55wird hierzu das Wort zur
- 26:57Geschäftsordnung gewünscht. Und deshalb
- 26:59gebe ich das Wort zuerst an Bündnis 90
- 27:02die Grünen. Frau Abgeordnete Dr. Irene
- 27:05Mihallitsch, bitte sehr.
- 27:14Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 27:16Damen und Herren, leider müssen wir
- 27:17heute über etwas diskutieren, das
- 27:19eigentlich eine Selbstverständlichkeit
- 27:21sein sollte, nämlich über die Befassung
- 27:23dieses Hauses mit einem Gesetzentwurf
- 27:25des Bundesrates.
- 27:26Der Bundesrat hat bereits im September
- 27:292025 einen Gesetzentwurf zur Ergänzung
- 27:32von Artikel 3 des Grundgesetzes um das
- 27:34Merkmal der sexuellen Identität
- 27:36beschlossen auf Initiative des Landes
- 27:38Berlin, getragen von CDU und SPD,
- 27:42unterstützt von vielen weiteren
- 27:44Bundesländern.
- 27:45Seit nun mehr fast einem Jahr liegt
- 27:49dieser Gesetzentwurf nun hier vor und
- 27:51hat es aber bis heute nicht auf die
- 27:53Tagesordnung des deutschen Bundestages
- 27:55geschafft. Das ist der Grund für diese
- 27:57Geschäftsordnungsdebatte hier. Wir
- 27:59beantragen den Gesetzentwurf des
- 28:00Bundesrates zur Ergänzung von Artikel 3
- 28:03auf die Tagesordnung zu setzen.
- 28:06Es geht also darum, meine Damen und
- 28:08Herren, dass der deutsche Bundestag die
- 28:11Chance bekommt, sich überhaupt mit
- 28:13diesem Gesetzentwurf zu befassen, ihn zu
- 28:15beraten und anschließend auch darüber
- 28:17abzustimmen. Und es ist vollkommen
- 28:20unverständlich, dass Sie von der
- 28:21Koalition, dem hohen Haus die Befassung
- 28:23damit bisher verweigert haben. Nach dem
- 28:26schrecklichen islamistischen Anschlag
- 28:28auf den Christopher Street Day in Berlin
- 28:31ist diese Frage umso drängender und
- 28:33deshalb wurden auch zurecht Konsequenzen
- 28:36gefordert. Auch aus der SPD Spitze kam
- 28:38klare Worte. Der Vizekanzler Lars
- 28:40Klingall, die Ministerin Werbel Bas
- 28:43haben sich dafür ausgesprochen, den
- 28:44Schutz querer Menschen im Grundgesetz zu
- 28:46verankern. Aber solche Aussagen müssen
- 28:49auch mal zu parlamentarischen Beratungen
- 28:51führen, denn sonst sind sie nichts wert.
- 28:54Und genau diese Beratung verhindern sie
- 28:56bislang. Inzwischen hat sich sogar die
- 28:59Sozialsenatorin des als Beauftragte des
- 29:02Bundesrates des Landes Berlin an die
- 29:04Bundestagspräsidentin
- 29:06gewandt und darum gebeten, die Befassung
- 29:08voranzubringen. Seitdem ist wieder
- 29:10nichts passiert. Dabei geht es hier um
- 29:12eine Initiative der Länder, die nicht
- 29:15parteipolitisch, sondern eben
- 29:17parteiübergreifend geprägt ist. Ein
- 29:19gutes Beispiel übrigens ist die Ehe für
- 29:22alle. Dieser Gesetzentwurf kam auch aus
- 29:25dem Bundesrat und hat eine
- 29:26jahrzehntelange Debatte entscheidend
- 29:29vorangebracht. Länderinitiativen können
- 29:32also festgefahrene Prozesse überwinden,
- 29:34meine Damen und Herren, und deshalb
- 29:36verdienen sie Beratung und nicht das
- 29:38politische Abstellgleis. Und deshalb
- 29:40meine Frage an Sie von der Union und von
- 29:43der SPD. Was spricht eigentlich dagegen?
- 29:46Was spricht objektiv dagegen, diesen
- 29:48Gesetzentwurf einfach auf die
- 29:50Tagesordnung zu setzen? Wenn Sie ihn
- 29:52ablehnen oder der Änderungsbedarf sehen,
- 29:54ja, dann lassen Sie uns doch hier im
- 29:55Parlament darüber diskutieren. Aber
- 29:58nicht Befassung ist keine politische
- 30:00Position. Sie verhindert nur die
- 30:02Debatte. Und deshalb geben Sie sich doch
- 30:04einen Ruck. Setzen Sie den Gesetzentwurf
- 30:06auf die Tagesordnung. Lassen Sie uns
- 30:08hier im Bundesrat darüber beraten. Das
- 30:10ist keine Frage von Regierung oder
- 30:12Opposition. Das ist eine Frage des
- 30:14Respekts vor dem Bundesrat, aber auch
- 30:16vor diesem Parlament. Ganz herzlichen
- 30:17Dank.
- 30:25Für die Fraktion CDU CSU hat nun Frau
- 30:28Abgeordnete Katharina dos Santos Winz
- 30:31das Wort. Bitte sehr.
- 30:40Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 30:42Kolleginnen und Kollegen, vor weniger
- 30:44als einem Jahr haben wir genau an dieser
- 30:46Stelle auch 60 Minuten lang zu einem
- 30:48Gesetzesentwurf der Grünen zur Aufnahme
- 30:50des Merkmals sexuelle Identität in
- 30:52Artikel 3 des Grundgesetz debattiert.
- 30:55Wir haben das selbstverständlich getan.
- 30:57Denn natürlich kann jede Fraktion auch
- 30:58hier ihre Gesetzentwürfe aufsetzen. Und
- 31:00in dieser Debatte fiel auch eine Aussage
- 31:02ihrer Kollegin Nick Slawik, die sagte,
- 31:05dass dieser Gesetzesentwurf wortgleich
- 31:07zu dem Entwurf des Bundesrates sei, den
- 31:09die Grünen jetzt in dieser Woche im
- 31:11Plenum beraten wollen. Das heißt, wir
- 31:13hatten eine ausführliche Debatte, wir
- 31:15haben jetzt noch ein laufendes
- 31:16Gesetzgebungsverfahren.
- 31:18Die Argumente haben wir hier im Plenum
- 31:20ausgetauscht und der Entwurf befindet
- 31:21sich nun im Ausschussverfahren. Wir als
- 31:24Union haben auch in der damaligen
- 31:25Debatte wie heute deutlich gemacht,
- 31:27niemand darf aufgrund seiner sexuellen
- 31:29Orientierung diskriminiert oder
- 31:31benachteiligt werden. Allerdings sind
- 31:33wir nicht überzeugt davon, dass es dafür
- 31:35einer weiteren Regelung im Grundgesetz
- 31:37bedarf. Warum? Schon heute schützt
- 31:40Artikel 3 des Grundgesetzes jeden
- 31:42Menschen in Deutschland vor
- 31:44Diskriminierung. Darüber hinaus
- 31:45gewährleistet auch Artikel 2 über das
- 31:47allgemeine Persönlichkeitsrecht den
- 31:49Schutz der geschlechtlichen Identität.
- 31:51Die Stärke unseres Grundgesetzes liegt
- 31:54auch in der Präzision seiner
- 31:55Formulierung und in seiner Konzentration
- 31:57auf das Wesentliche. Liebe Kolleginnen
- 31:59und Kollegen, nicht jede
- 32:01Konkretisierung, die die Rechtssprechung
- 32:02aus den Grundrechten entwickelt, muss
- 32:05deshalb auch zusätzlich ausdrücklich in
- 32:06den Verfassungstext aufgenommen werden.
- 32:09Das Argument mit einer Ergänzung vor
- 32:11allem ein gesellschaftspolitisches
- 32:12Signal setzen zu wollen, reicht für uns
- 32:14als Rechtfertigung einer
- 32:15Grundgesetzänderung daher nicht aus.
- 32:19Diese
- 32:22und im übrigen auch andere inhaltliche
- 32:24Argumente sind in der Kernzeitdebatte
- 32:26vom letzten Oktober bereits ausführlich
- 32:28ausgetauscht worden. Seitdem befindet
- 32:30sich im übrigen dieser Gesetzentwurf in
- 32:31den Ausschussberatungen. Der
- 32:33Gesetzentwurf des Bundesrates verfolgt
- 32:35dasselbe Ziel, betrifft dieselbe
- 32:37Verfassungsänderung wie ihr eigener
- 32:39Gesetzesentwurf. Liebe Kolleginnen und
- 32:40Kollegen der Fraktion Bundess 90, die
- 32:42Grünen, ich sehe daher weder welche
- 32:44zusätzlichen Erkenntnisse wir als
- 32:46Parlament aus einer erneuten Debatte
- 32:47haben sollten, noch erschließt sich auch
- 32:49meiner Fraktion, welchen Vorteil es fürs
- 32:51parlamentarische Verfahren bringen soll,
- 32:53wenn wir eine faktische zweite erste
- 32:55Lesung zum identischen
- 32:56Regelungsgegenstand machen. Kurzum gibt
- 32:59es aus unserer Sicht weder einen
- 33:00sachlichen noch einen formalen Grund,
- 33:02dieselbe Grundgesetzänderung in dieser
- 33:04Woche erneut in erster Lesung zur
- 33:06beraten. Deswegen lehnen wir den
- 33:07Aufsetzungsantrag der Gühen ab.
- 33:09Herzlichen Dank.
- 33:16Für die AfD Fraktion hat Herr
- 33:18Abgeordneter Dr. Bernt Baumann das Wort.
- 33:21Bitte.
- 33:33Frau Präsidentin, meine Damen und
- 33:35Herren, ein Beben geht durch
- 33:37Deutschland. Die Wähle haben am
- 33:40Wochenende die CDU einst staatstragende
- 33:43Partei Konrad Adenauers geradezu
- 33:45zertrümmert und erstmals aus einem
- 33:48deutschen Parlament geworfen. Jeder kann
- 33:50jetzt sehen, meine Damen und Herren, die
- 33:52Strategie der Union konservativ
- 33:54bürgerliche Wähler einzusammeln und
- 33:56damit SPD und Links zu paktieren ist
- 33:59gesitert. Meine Damen und
- 34:00Geschäftnungsdebatte
- 34:02bitte ich Sie zu reden und nicht z
- 34:05und nicht zur Nachlese von
- 34:07Wahlergebnissen. Es geht um die
- 34:09Geschäftsordnungsdebatte, bitte.
- 34:10Vielen Dank. Das war die Hinleitung
- 34:12genau zu dem Vielen Dank, Frau
- 34:13Präsidentin. Und genau diese
- 34:15Doppelzüngigkeit der Union ist auch die
- 34:17Ursache dieser GOD, denn die CDU
- 34:21geführte Bundesregierung will heute die
- 34:23Aufsetzung eines Gesetzentwurfs
- 34:25verhindern. Was ist der Hintergrund?
- 34:28Seit Jahren schon drängen SPD Grüne und
- 34:30die Partei die Linke. Sie wollen ihr
- 34:33wokes Weltbild per Verfassungsänderung
- 34:36in unser Grundgesetz hineinschreiben.
- 34:39Quiere Identitäten sollen in Artikel 3
- 34:42ausdrücklich aufgenommen werden. Dabei
- 34:45ist doch allen Verfassungsexperten klar.
- 34:47Unser Grundgesetz ist mit das
- 34:49freiheitlichste dieser Welt. Sie schützt
- 34:51bereits jede geschlechtliche
- 34:54Orientierung. Da muss nichts geändert
- 34:56werden.
- 35:00Trotzdem trotzdem brachten die linken
- 35:03Parteien diese Gesetzesinitiative im
- 35:06Bundesrat ein. Und der Bundesrat, die
- 35:09deutsche Länderkammer hat diese
- 35:11Machtdemonstration der Linken, die ihre
- 35:14Ideologie in unser Grundgesetz schreiben
- 35:16wollen, zugestimmt, unfassbar. Meine
- 35:19Damen und Herren,
- 35:22wie konnte das im Bundesrat geschehen?
- 35:25Das passierte, weil die Länderchefs der
- 35:29CDU
- 35:30allen voran Wüst und Günther dieser
- 35:34queren Verfassungsänderung
- 35:36zugestimmt haben. Sie haben sich mit den
- 35:40Woken und Linksgrün vollend gemein
- 35:42gemacht. Das ist die Wahrheit über diese
- 35:45CDU CSU. Meine Damen und Herren,
- 35:50und genau das bringt die CDU hier im
- 35:53Bundestag jetzt in die Klemme.
- 35:56Hier möchte sie ja immer noch so tun,
- 35:59als sei sie irgendwie konservativ und
- 36:01als sei die Verfassung heilig. Deshalb
- 36:03will die von März geführte Regierung
- 36:05heute mit aller Macht die Aufsetzung und
- 36:08Abstimmung dieses Gesetzes im Bundestag
- 36:11verhindern. Sonst müsste sie ja bei der
- 36:14Abstimmung dem Linksgrün paktieren ihrer
- 36:17CDU Länderchefs zustimmen hier vor aller
- 36:20Augen und dann würde hier im Bundestag
- 36:23überdeutlich, wie sehr die CDU ihre
- 36:26konservativen Wähler verrät. Meine Damen
- 36:29und Herren,
- 36:31und deshalb muss dieses Gesetz auf die
- 36:35Tagesordnung, damit jeder in Deutschland
- 36:37sehen kann, wie bodenlos, wie
- 36:39verschlagen und wie doppeltzüngig diese
- 36:42Märzunion tatsächlich ist
- 36:53für die Fraktion der SPD hat nun Herr
- 36:55Abgeordneter Jack Wiese das Wort, bitte.
- 37:00Sehr geehrte Frau Präsidentin,
- 37:01Kolleginnen und Kollegen, wenn sich die
- 37:03Fraktionen des deutschen Bundestages
- 37:04nicht über die Tagesordnung einigen
- 37:06können, dann muss da drüber mehrheitlich
- 37:08abgestimmt werden. Das ein normales
- 37:09Prozedere und darum machen wir jetzt
- 37:11auch die Geschäftsordnungsdebatte, aber
- 37:13ich will darauf hinweisen, dass ich bei
- 37:15den Grünen es eher nicht so um die
- 37:17inhaltliche Diskussion geht, sondern es
- 37:19geht um politische Taktiererei zum
- 37:20kurzfristigen Geländegwinn. Und ich will
- 37:22auch deutlich machen, warum dieser
- 37:24Gesetzentwurf, den auf dem Bundesrat,
- 37:26den wir haben, den die Grünen gerne
- 37:28debattieren möchte, die Kollegin Dos
- 37:29Santos hat es angesprochen, der befindet
- 37:31sich wortgleich zur Beratung im
- 37:34Rechtsausschuss im deutschen Bundestag.
- 37:36Dort befassen wir uns bereits mit einem
- 37:39Antrag zu einem richtigen inhaltlichen
- 37:41Punkt, nämlich zur Ergänzung von Artikel
- 37:433 im Grundgesetz. Wir als SPD
- 37:46befürworten das auch, aber wir nehmen
- 37:48auch wahr und zur Kenntnis, dass unser
- 37:50Koalitionspartner hier auch eine andere
- 37:51Auffassung hat und darum muss man
- 37:53darüber debattieren, man muss darüber
- 37:55sprechen. Auch die Ehe für alle hat sehr
- 37:57lange gedauert, bis es am Ende zu einer
- 37:59Lösung gekommen ist. Aber der Antrag
- 38:01befindet sich bereits im Rechtsausschuss
- 38:04zur Debatte und dort findet aktuell auch
- 38:06die Diskussion darrüber statt. Und jetzt
- 38:08finde ich ja folgendes interessant.
- 38:11Frau Mihallit, Sie haben gerade hier
- 38:13deutlich gemacht, dass Sie unbedingt
- 38:15darüber sprechen wollen und wie wichtig
- 38:17Ihnen dieser Antrag ist in diese Woche
- 38:19auf der Tagesordnung zu senden, was ich
- 38:20Ihnen auch abnehme. Jetzt will ich Ihnen
- 38:22aber eine Geschichte erzählen heute
- 38:24morgen aus dem Rechtsausschuss. Im
- 38:26Rechtsausschuss hatte Ihre Fraktion nach
- 38:28Fristaablauf die Möglichkeit, eine
- 38:30Anhörung für Ihren Gesetzentwurf genau
- 38:33zu dem Thema zu beantragen. Das haben
- 38:36sie verpasst heute morgen. Ihren
- 38:38Kolleginnen und Kollegen im
- 38:39Rechtsausschuss ist das nämlich
- 38:41durchgerutscht. Sie haben nicht zu
- 38:42Beginn der Tagesordnung das beantragt.
- 38:44Ihnen schien das nicht wichtig gewesen
- 38:46zu sein, einen normalen Prozess dort im
- 38:49Ausschuss, wo die Debatte stattfindet,
- 38:51aufzusetzen. Es waren die
- 38:52Koalitionsfraktionen aus SPD, CDU und
- 38:55CSU, die ihre Kollegen im
- 38:57Rechtsausschluss auf diesen Fehler
- 38:58hingewiesen haben und wir haben es Ihnen
- 39:00möglich gemacht, da wo debattiert werden
- 39:02soll, weiter über diesen Antrag zu
- 39:05diskutieren. Das heißt, reine
- 39:06Schaufensterpolitik, dort wo es nicht
- 39:08debattiert wird, haben sie es gemacht.
- 39:10Das einzigste, was sie machen wollen,
- 39:11ist Sie wollen Teile der Koalition in
- 39:13dieser Woche durch eine namentliche
- 39:15Abstimmung vorführen. Das sind
- 39:17politische Taschenspielertricks zum
- 39:18kurzfristigen Geländegewinn. Ich sag's
- 39:20Ihnen aber ganz offen, nach den
- 39:21Landtagswahlen sollten Sie auch
- 39:23überlegen, ob das noch die richtige
- 39:24Vorgehensweise zwischen den
- 39:25demokratischen Fraktionen ist. Und ganz
- 39:27offen ein Wort zum Schluss. Herr
- 39:29Baumann, ich habe ihre Rede gerade
- 39:31gehört. Ich habe sie zur Kenntnis
- 39:33genommen. Ich sage Ihnen aber auch ganz
- 39:35offen, wer zu Hause in der Kellerfah die
- 39:37alte Reichskriegsflagge hängen hat, der
- 39:38soll mir nicht irgendwie was erklären
- 39:40mit Schwarzrot Gold oder Regenbogen
- 39:42fahren. Die stehen für Demokratie,
- 39:43Rechtsstaat für die Vielfalt in diesem
- 39:45Land. Das vertreten sie nicht. Vielen
- 39:47Dank.
- 39:57Sie wollen sich beschweren gerade
- 40:03ist eine Geschäftsordnung
- 40:07oder? Ja, ja, ja, gern
- 40:11Sie sich. Ich sag's gleich.
- 40:15Herr Dr. Baumann ist eben persönlich
- 40:17angesprochen worden. Ich gebe ihm die
- 40:19Möglichkeit,
- 40:21Leute, Leute, also jetzt aber mal, er
- 40:23ist persönlich angesprochen worden und
- 40:26dann müssen Sie nicht kommentieren, wenn
- 40:27ich das zulasse, weil dann Herr Wiese
- 40:30auch darauf antworten kann. Das ist hier
- 40:33die normale Gepflogenheit, egal wer
- 40:35Absender und Empfänger ist. Bitte sehr,
- 40:38Herr Wiese, Sie haben gerade behauptet,
- 40:40ich hätte die Reichskriegsflagge im
- 40:42Keller. Ich weiß überhaupt nicht, wie
- 40:44sie drauf kommen. Ich weiß, dass sie
- 40:46verzweifelt sind und kann ja sozusag
- 40:48Menschen mitfühlen, die verzweifelt
- 40:50sind. Aber was sie hier im Bundestag als
- 40:52Politiker äußern, ist ein Ausmaß an
- 40:55Verzweiflung einer untergehenden Partei,
- 40:58die keine Argumente mehr hat, die völlig
- 41:00wehrlos ist.
- 41:05Sie waren ja mal die Arbeiterpartei. Sie
- 41:08war mal eine staatstragende Partei nach
- 41:09dem Ersten Weltkrieg. Wenn sie SPD nicht
- 41:11gegeben hätte, hätte Deutschland gar
- 41:13nicht weitermachen können. Sie hatten
- 41:14mal ein Helmut Schmidt, was wir heute
- 41:16hier anblicken, wenn wir diese SPD
- 41:19sehen, die Weitteile der Arbeiterschaft
- 41:21verraten hat, die sich verraten fühlt,
- 41:24die nur noch ein linkes Klientel bedre.
- 41:26Ich halte die Zeit gerade an. Herr Dr.
- 41:28Baumann, sie wollten auf Ihre
- 41:31persönliche Ansprache antworten, aber es
- 41:33geht jetzt nicht um Abrechnung und
- 41:34weitere Beschimpfung von Parteien. Also,
- 41:36ich bitte das. Nein, auch meine me auch
- 41:39meine Bereitschaft sie reden zu lassen
- 41:42bezieht sich auf das worauf sie
- 41:44angemeldet hatten. Bitte sehr. Jetzt
- 41:47ich habe niemanden beschimpft.
- 41:52normale
- 41:56sehr geehrter Herr Dr. Baumann, ich
- 41:58möchte gerne auf ihre Punkte auch
- 42:00antworten und ich will Ihnen eins sagen.
- 42:02Diese SPD hat eine 163-jährige
- 42:05Geschichte. Sie ist schon mal versucht
- 42:07worden, kaputt zu machen von ihren
- 42:09ideologischen Vorgängerinnen und
- 42:10Vorgängern und wir werden uns mit allem
- 42:13dagegen stellen, kann ich Ihnen sagen,
- 42:15diese Partei werden Sie nicht klein
- 42:17kriegen, da können Sie sich warm
- 42:19anziehen und das sage ich auch mit
- 42:20vollem Selbstbewusstsein. Und dann sage
- 42:21ich Ihnen noch was entgegen, weil Sie es
- 42:23angesprochen haben. Ihre ideologischen
- 42:25Grundüberzeugung, dass die Zeit von 33
- 42:27bis 45 ein Vogelschiss der Geschichte
- 42:29ist, dass in Berlin Mitarbeiter einer
- 42:31Spitzenkandidatin gefunden haben, die
- 42:33NSDien in ihrem Haus haben, dass es
- 42:36Leute gibt, die in der identitären
- 42:37Bewegung sind in Mecklenburg Vorbermann,
- 42:39die der die NPD Jugendorganisation
- 42:41angehört haben. Ich will Ihnen ganz
- 42:42deutlich sagen, sie vertreten nicht die
- 42:45Farben schwarz rot Gold in diesem Land.
- 42:47Sie vertreten die alten Fahen der
- 42:49Restauration. Das ist schwarz, weiß rot,
- 42:51die alte Reichskriegsflage. Und zu der
- 42:52Aussage stehe ich.
- 43:01Nun hat abschließend zur
- 43:03Geschäftsordnungsdebatte für die
- 43:05Fraktion Die Linke, Frau Abgeordnete Ina
- 43:07Latendorf. Bitte.
- 43:15Ja. Zurück, sehr geehrte Präsidentin,
- 43:17zurück zur Geschäftsordnungsdebatte.
- 43:20Die Bundesratsinitiative zur Einführung
- 43:22des Märksmals der sexuellen Identität in
- 43:24Artikel 3 des Grundgesetzes sollte hier
- 43:27im Bundestag eingebracht und beraten
- 43:29werden. Der von der Koalition gegen
- 43:31diese Bundesratsinitiative vorgebrachte
- 43:33Widerstand
- 43:35hier überhaupt nicht zu debattieren,
- 43:37wirft doch Fragen auf. Welches
- 43:39Verständnis von Demokratie, von
- 43:41demokratischen Diskurs liegt denn bei
- 43:44Ihnen tatsächlich vor? Da reicht es
- 43:46nicht zu sagen, wir hätten hier schon
- 43:48mal das Thema beraten und es geht hier
- 43:50nicht um denselben Antrag, auch wenn der
- 43:53Inhalt ähnlich oder gleich ist. Wir
- 43:55reden hier um die Buundesratsinitiative
- 43:57und nicht über den Antrag der Grünen.
- 44:01Das spricht nicht gegen die Aufsetzung,
- 44:03die Argumente, die ich bisher gehört
- 44:04habe und sie verweigern den
- 44:06Erkenntnisgewinn, den ich Ihnen auch
- 44:08zutraue nach einem Jahr vielleicht ein
- 44:12bisschen weiter zu sein in dem Gedanken.
- 44:14Und mal ehrlich, was hat die Koalition
- 44:16gegen die eine Grundgesetzänderung, die
- 44:18auch von Ländern mitgetragen wird, in
- 44:20denen ihre Partei zum Teil regieren oder
- 44:23mitregieren? Und es ist parlamentarisch
- 44:25absolut unverständlich, warum der Antrag
- 44:27zur Aufsetzung von Bündes 90 die Grünen,
- 44:29den wir natürlich mittragen, von vorne
- 44:31rein abgelehnt wird. Sie, meine Damen
- 44:34und Herren der Koalition könnten doch
- 44:36auch erst einmal das parlamentarische
- 44:38Verfahren ermöglichen, debattieren und
- 44:40zwar inhaltlich und dann abstimmen, wenn
- 44:42Ihnen der Inhalt nicht passt, ja auch
- 44:44ablehnen, aber stellen Sie sich diesem
- 44:46Thema und reden Sie mit uns darüber. Und
- 44:49das Thema Schutz von Minderheiten,
- 44:50Schutz von Gruppen, die besonderen
- 44:52Anfeindungen ausgesetzt sind, kann Ihnen
- 44:55doch nicht egal sein, oder doch? Sie
- 44:58verhindern diese Debatte. Aber warum?
- 45:00Weil ihn, weil sie Farbe bekennen
- 45:02müssen, die Vielfalt des Lebens und der
- 45:04Perspektiven anzuerkennen, ihre
- 45:07Inkonsequenz. Und ich sag ja, Feigheit
- 45:09wird auf dem Rücken derjenigen
- 45:11ausgetragen, um die es hier geht, um
- 45:13denjenigen, die die Anerkennung ihrer
- 45:15Sexualität,
- 45:17ihre Identität als Grundrecht kämpfen
- 45:20und dafür einstehen und hier immer
- 45:22wieder auch diese Petition an uns
- 45:24herantragen. Ändern Sie Ihre Haltung,
- 45:27stimmen Sie der Aufsetzung zu, damit wir
- 45:29uns inhaltlich austauschen können und
- 45:30zwar schon am Freitag hier im Plenum.
- 45:38Damit komme ich zur Abstimmung über den
- 45:41Antrag auf Aufsetzung des Gesetzentwurfs
- 45:44des Bundesrates auf Drucksache 3064. Die
- 45:47Frage ist: Wer stimmt dafür?
- 45:51Wer stimmt dagegen?
- 45:54Wer enthält sich?
- 45:56Damit ist die der Aufsetzungsantrag
- 46:00abgelehnt worden mit den Stimmen der
- 46:02Koalitionsfraktionen,
- 46:05bitte. Doch ist
- 46:08mit den Stimmen der Koalitionsfraktion
- 46:10gegen die Stimmen der gesamten
- 46:13Oppositionsfraktion.
- 46:15Wir kommen nun zur Feststellung der
- 46:16Tagesordnung der 95. 96 und 97. Sitzung
- 46:22mit den genannten Änderungen. Wer stimmt
- 46:25dafür?
- 46:27Wer stimmt? Na, ich glaube jetzt ich ich
- 46:30wiederhole es noch mal, weil ich hier
- 46:31gerade Unsicherheit sehe. Noch mal. Wir
- 46:33kommen nun zur Feststellung der
- 46:35Tagesordnung der 95.96.97.
- 46:39Sitzung mit den genannten Änderungen,
- 46:42die ich vorhin vorher vorgelesen hatte.
- 46:45Wer stimmt dafür?
- 46:49Wer stimmt dagegen?
- 46:52Wer enthält sich?
- 46:54Und dann ist die Tagesordnung so
- 46:57beschlossen, ähm gegen die Stimmen von
- 47:00den Linken und Bindnis 90 die Grünen.
- 47:03Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt
- 47:061, Befragung der Bundesregierung. Die
- 47:09Bundesregierung hat für die heutige
- 47:10Befragung den
- 47:11Bundesverteidigungsminister
- 47:13Herrn Boris Pistorius sowie den
- 47:15Bundesminister für Gesundheit Herrn Dr.
- 47:18Karsten Linnemann benannt. Sie werden
- 47:20nun nacheinander die Gelegenheit haben,
- 47:22ihre einleitenden Berichte abzugeben.
- 47:24Hierfür ist eine Gesamtdauer von 8
- 47:27Minuten vorgesehen. Die Herren machen
- 47:29untereinander aus, wie sie es aufteilen.
- 47:31Es bietet sich an 4 und 4 Minuten. Aber
- 47:34ich würde gerade noch etwas warten. Herr
- 47:37Bundesminister, bis wir etwas Ruhe im
- 47:40Saal haben, ich bitte zügig den Raum zu
- 47:42verlassen,
- 47:44freundliche Gespräche gerne draußen zu
- 47:46führen, auch unfreundliche.
- 47:50So, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir
- 47:53starten und das Wort hat zuerst der
- 47:55Bundesminister der Verteidigung, Herr
- 47:57Boris Pistorius. Bitte.
- 48:02Präsidentin,
- 48:04Kolleginnen und Kollegen, unsere
- 48:06Sicherheit ist kostbar.
- 48:08Sie ist Voraussetzung für unser Leben in
- 48:11Sicherheit und in Freiheit, aber diese
- 48:13Sicherheit ist in Gefahr und zwar so
- 48:15sehr wie schon seit langem nicht. Die
- 48:18Bedrohung durch Russland hat sich über
- 48:20die letzten Wochen weiter zugespitzt.
- 48:22die sprengstoffbeladene Drohne über Lita
- 48:24und die von NATOJets abgeschossen wurde.
- 48:27Der russische Angriff auf den
- 48:28polnisch-rainischen Grenzübergang vor 10
- 48:30Tagen. Nicht zuletzt der
- 48:32Anschlagsvorsuch in Leipzig, Ende
- 48:35August. Das sind Eskalationsst Stufen,
- 48:37die so die wir so bisher nicht erlebt
- 48:40haben. Sie zeigen, die Bedrohung wird
- 48:42konkreter, sie ist ernst, sie ist akut
- 48:44und sie wird sichtbar. Immer mehr genau
- 48:47das, was der russische Präsident will.
- 48:50Moskau testet unsere Reaktion.
- 48:52Putin will den Menschen bei uns Angst
- 48:54machen, aber er verkalkuliert sich auch
- 48:56hier einmal mehr. Deutschland hat nach
- 48:59den Vorfällen in Leipzig entschlossen,
- 49:01aber besonnen und nicht eskalierend
- 49:03reagiert. Und auch bei der
- 49:05Ukraineunterstützung lassen wir nicht
- 49:08nach. Das ist und bleibt Gleitlinie
- 49:10unseres Handelns. Meine Damen und
- 49:11Herren,
- 49:14die Bedrohungslage macht sehr deutlich,
- 49:16wir haben keine Zeit zu verlieren,
- 49:18unsere Verteidigungsfähigkeit
- 49:19schnellstmöglich weiter zu stärken.
- 49:21Genau daran arbeiten wir und zwar mit
- 49:23Hochdruck und in allen Bereichen. Wir
- 49:26investieren in modernes Gerät, das
- 49:28schnellstmöglich bei der Truppe ankommt.
- 49:30Wir verschlanken unsere Beschaffungswege
- 49:32noch weiter und gestalten sie
- 49:33effizienter. Wir nehmen deutlich mehr
- 49:35Geld für Forschung, Technologie und
- 49:38Entwicklung in die Hand. Die Ausgaben
- 49:40hierfür steigen im Jahr 2027 auf 6,25
- 49:44Milliarden Euro. Das ist ein enormer
- 49:46Aufwuchs von fast dreimal im Vergleich
- 49:49zu den rund 2,3 Milliarden Euro im Jahre
- 49:522022.
- 49:54Wir fördern Innovationstärker. Bereits
- 49:56heute geben wir knapp die Hälfte unserer
- 49:58Investitionen für modernste
- 50:00Zukunftstechnologien aus. Darauf bauen
- 50:03wir auf und bringen unter andere mit
- 50:04unseren Innovationszentren neue Produkte
- 50:07schneller in die Truppe. Unsere
- 50:09Bundeswehr wächst auf. Die Bewerber und
- 50:11Einstellungszahlen zeigen, wie attraktiv
- 50:13die Streitkräfte geworden sind. Schon
- 50:162025 haben wir rund 25 000 neue
- 50:19Soldatinnen und Soldaten eingestellt. So
- 50:21viele wie nie zuvor seit Aussetzung der
- 50:23Werpflicht. Meine Damen und Herren,
- 50:26dieser positive Trend setzt sich fort.
- 50:28Bis Ende August dieses Jahres haben wir
- 50:30bereits rund 17 000 Neueinstellungen zu
- 50:33verzeichnen. Das sind noch einmal 13%
- 50:36mehr als im Vorjahresmonat. Bei den
- 50:38Bewerbungen beträgt das Plus im
- 50:40Vergleich sogar fast 30%.
- 50:42Meine Damen und Herren, unsere Arbeit
- 50:44trägt Früchte und sie wird geschätzt von
- 50:46unseren Partnern in Europa und der
- 50:48anderen Seite des Atlantiks. Das wurde
- 50:50mir auch vergangene Woche bei meinem
- 50:51Besuch in den Vereinigten Staaten immer
- 50:53wieder gesagt. Gleichzeitig will ich
- 50:56klar sagen, wir tun das als wir tun all
- 50:58das nicht, um irgendjemandem zu
- 51:01gefallen. Wir tun dies Sicherheit
- 51:03Deutschlands und Europas. Wir tun dies
- 51:06Menschen in diesem Land und auf diesem
- 51:07Kontinent. Meine Damen und Herren, für
- 51:09Sie leisten die Soldatinnen und Soldaten
- 51:11unserer Bundeswehr jeden Tag ihren
- 51:13Dienst. Dafür will ich Ihnen meinen
- 51:15großen Dank aussprechen. Auch im Namen
- 51:17dieses Hauses. Vielen Dank.
- 51:24Das Wort für den zweiten einleitenden
- 51:26Bericht hat nun der Bundesminister für
- 51:28Gesundheit, Herr Dr. Karsten Linnemann.
- 51:31Bitte. Vielen Dank, Frau Präsidentin,
- 51:34liebe Kolleginnen und Kollegen, meine
- 51:35Damen, meine Herren. Es besteht immer
- 51:38die Gefahr natürlich gerade bei
- 51:40Regierungsbefragung, dass man schnell
- 51:41ins Detail geht und deswegen nutze ich
- 51:43die ersten Minuten ähnlich wie der
- 51:46Kollege Pistorius,
- 51:48um grundsätzlich die Lage zu beschreiben
- 51:50und auch das zu beschreiben, was für
- 51:53mich Leitlinie ist einer guten
- 51:55Gesundheitspolitik für Deutschland.
- 51:58Und deswegen würde ich das Pferd von
- 52:00hinten aufzäumen und einsteigen und
- 52:02sagen, die beste Gesundheitspolitik
- 52:05lässt Krankheiten gar nicht erst
- 52:07entstehen. Wer gesund ist, soll es so
- 52:10lange wie möglich bleiben. Denn
- 52:12Gesundheit ist am Ende auch ein Stück
- 52:14Freiheit.
- 52:16arbeiten zu können, reisen zu können
- 52:20und die Enkel groß werden zu sehen.
- 52:24Unseren Erfolg messen wir an
- 52:26mehrgesunden Lebensjahren
- 52:28und daran, dass wir kranken und
- 52:31pflegebedürftigen Menschen verlässlich
- 52:34helfen. Wer krank ist, soll schnell
- 52:36Hilfe bekommen. Gute Versorgung und
- 52:39Bezahlbarkeit, das ist ja das zentrale
- 52:43Gespann.
- 52:45Das ist kein Gegensatz. Wer beides will,
- 52:48muss die Systeme effizienter machen. Wir
- 52:51haben mehr als eine Milliarde
- 52:54Arztkontakte im Jahr. Wir geben jedes
- 52:56Jahr mehr als jeden Tag mehr als eine
- 52:59Milliarde Euro aus, allein im GKV, in
- 53:02der gesetzlichen Krankenversicherung.
- 53:04Das heißt, mit anderen Worten, da gibt
- 53:06es ein extremes Potenzial für die
- 53:08Menschen in Deutschland, für die
- 53:10Patienten, indem wir Strukturen
- 53:12reformieren, Bürokratie wegräumen und
- 53:15Abläufe
- 53:17digitalisieren,
- 53:18damit Zeit und Geld genau dort ankommt,
- 53:21wo behandelt wird, gepflegt und geheilt.
- 53:25Und ich finde, wir haben die besten
- 53:27Voraussetzungen. Ich will nicht von
- 53:28einer Vision sprechen, auch nicht von
- 53:30einem Kurzfristel, aber wir haben in
- 53:32Deutschland die besten Voraussetzungen
- 53:34eines der leistungsfähigsten
- 53:36Gesundheitssysteme der Welt zu werden.
- 53:38Von Menschen für Menschen. Mehr als 6
- 53:41Millionen Menschen arbeiten im
- 53:43Gesundheitswesen. Die gilt es weiter zu
- 53:47stärken. meine persönlichen Leitlinien,
- 53:50Politik für die Menschen zu machen, die
- 53:52ganzen Reformen, die wir jetzt angehen
- 53:54bis Weihnachten, die Notfallreform,
- 53:57das Primärversorgungsthema
- 54:00um die Strukturen effizienter zu machen,
- 54:03damit die Menschen mehr davon haben.
- 54:05Zweitens, für unseren Wohlstand, für die
- 54:08Finanzierbarkeit und Bezahlbarkeit des
- 54:09Systems. Wir müssen alles dafür tun,
- 54:12dass die Beiträge im Schach gehalten
- 54:13werden, weil die Beitragsbelastung eines
- 54:16der größten Herausforderungen für die
- 54:17Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
- 54:20ist. Und da gilt es Arbeitnehmern und
- 54:23Arbeitgebern
- 54:25ähm das Signal zu geben, wir wollen
- 54:26keine Beitragserhöhung, sondern wir
- 54:29wollen perspektivisch, finde ich, das
- 54:31Ziel auch ausgeben, Beiträge zu senken.
- 54:34Und der letzte Punkt, ich glaube, es
- 54:36gibt kein anderes System oder wenig
- 54:38andere Systeme, die so entscheidend sind
- 54:40für den Zusammenhalt dieses Landes. Wir
- 54:43sehen das, wenn ich in der Zeitung lese,
- 54:45dass medizinisches Personal irgendwie
- 54:47angegriffen wird oder bei anderen
- 54:50Themen, dann dürfen wir das nicht
- 54:51zulassen. Und wir dürfen es auch nicht
- 54:53zulassen, dass die Menschen, auch das
- 54:54ist ein Thema für den Zusammenhalt, die
- 54:57zu Hause pflegen, die sind nicht nur
- 54:59wichtig, um das System am Tragen zu
- 55:02halten, sondern sie geben als
- 55:04Alltagshelden das entscheidende Signal
- 55:06an diese Gesellschaft, nämlich
- 55:08zusammenhalten. Das ist mein Leitbild
- 55:10und das sind meine Leitlinien.
- 55:12Dan
- 55:16liebe Kolleginnen und Kollegen, jetzt
- 55:18beginnt der eigentliche Frageteil und
- 55:20ich bitte Sie zunächst Fragen zu den
- 55:22beiden Berichten und zu den
- 55:23Geschäftsbereichen der anwesenden
- 55:26Regierungsmitglieder zu stellen. Kurzer
- 55:28Hinweis noch mal, jetzt kommt die erste
- 55:29Fraktionsrunde. Der oder die
- 55:31Fragestellerin hat eine Hauptfrage und
- 55:33die Möglichkeit zu einer Nachfrage, aber
- 55:36nicht die anderen dann nachher erst. Und
- 55:39es startet mit der Opposition der AfD
- 55:42der Abgeordnete Jahte. Bitte.
- 55:47Vielen Dank auch für den Bericht. Herr
- 55:48Minister. Sie stellen es gerne so da,
- 55:50als sei die Brigade Litau die
- 55:52Voraussetzung dafür Litau verteidigen zu
- 55:55können. Dabei gab es se ursprünglich
- 55:57ganz andere Pläne. Vorgeschobene Kräfte
- 55:59hätte es geben sollen ein
- 56:00Rotationsmodell und der Kern der Brigade
- 56:03wäre in Deutschland verblieben. Wir
- 56:05hätten vielleicht 1500 Soldaten in
- 56:07Letown gehabt. Ähnlich läuft das in
- 56:10Lettland und Estland. Sie haben dann
- 56:12selber entschieden, nein, wir machen das
- 56:14mit der ganzen Brigade, haben auch die
- 56:16Bundeswehr damit überrascht. Jetzt
- 56:18bekommen sie die Brigade aber nicht
- 56:20voll. Sie werden Soldaten verpflichten
- 56:22müssen. Das wird wird Leben verändern
- 56:25auch von einzelnen. Da gehen vielleicht
- 56:27äh Familien dran kaputt. Sowas ist sehr
- 56:30belastend, kann ich ihn sagen. Auch als
- 56:31ehemaliger Soldat kenne ich viele, die
- 56:33mit sowas zu kämpfen haben. Jahrelang
- 56:35werden die jetzt dahin müssen, weil sie
- 56:36eigenmächtig diese Entscheidung
- 56:38getroffen haben. Wäre es nicht besser
- 56:40gewesen an den militärisch fundierten
- 56:42Plen, die die Bundeswehr dafür bereits
- 56:44hatte und die in Estland und Lettland
- 56:46mit Erfolg eingesetzt werden
- 56:48festzuhalten.
- 56:51Präsidentinordeter,
- 56:53nein, das wäre nicht besser gewesen,
- 56:54weil die Lage sich weiter verändert hat.
- 56:57Wir haben 2023 abgestimmt den BMVG mit
- 57:00dem Generalinspekte entschieden, keine
- 57:03Rotation weiter zu favorisieren, sonder
- 57:05eine feststehende dauerhafte
- 57:07stationierte kampfbereite Brigade. Das
- 57:09haben wir umgesetzt, das ist auf dem Weg
- 57:12und wir haben keine Probleme, diese
- 57:13Brigade zu füllen. Dass es in bestimmten
- 57:15Bereichen Ressourcenknappheit gibt, auch
- 57:17was gut ausgebildetes Personal gibt,
- 57:19überrascht uns nicht. Wir stehen Stand
- 57:21heute bei etwas über 80% freiwilligen äh
- 57:25Besatz dieser Brigade. Die Tendenz ist
- 57:27weiter steigend. Am Ende reden wir über
- 57:29einen mittleren dreistelligen Betrag von
- 57:31Soldatinnen und Soldaten, die versetzt
- 57:33werden müssen. Aber als ehemaliger
- 57:35Soldat wissen Sie sehr gut, Auftrag und
- 57:37Einsatzbereitschaft haben erste
- 57:39Priorität. In der Truppe gibt es darüber
- 57:41übrigens auch gar keine Unruhe. Wir
- 57:43werden das alles einvernehmlich
- 57:44miteinander regeln, so wie in der
- 57:45Vergangenheit auch. Die Entscheidung
- 57:48eine permanente Brigade in Litau zu
- 57:50stationieren ist nach wie vor richtig
- 57:52und sie ist nicht zum Schutz Litauens,
- 57:55um das auch mal deutlich zu machen,
- 57:56sondern zum Schutz der Nahte Ostflanke.
- 57:58Vielen Dank.
- 58:01Eine Nachfrage, bitte.
- 58:03Genau. Ja, vielen Dank. Sie sagen, die
- 58:04Einsatzbereitschaft hat Priorität. Das
- 58:06sehe ich natürlich auch. So sie sagen,
- 58:08auch die Lage habe sich geändert. Jetzt
- 58:10würde ich sagen, die Briten, die
- 58:11Kanadier und auch die Bundeswehr, dass
- 58:13auch die durchaus die militärische Lage
- 58:15beurteilen und die sind nicht zu
- 58:16diesemelben Schluss gekommen wie sie,
- 58:18dass wir dort eine ganze Brigade
- 58:20brauchen. Es liegt nahe, dass diese
- 58:21Brigade eher auch ein politisches
- 58:23Symbol, vielleicht ein Denkmal, ein
- 58:25politisches für Sie persönlich sein
- 58:26soll. Vielleicht können Sie ausführen,
- 58:28welche Erkenntnisse Sie hatten, die Sie
- 58:30dazu bewogen haben, die die Bundeswehr
- 58:32nicht hatten, die die Kanadier nicht
- 58:33hatten und die Briten nicht hatten.
- 58:36Sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr
- 58:38Abgeordneter, meine Erkenntnisse sind
- 58:40über die Sicherheitslage die gleichen
- 58:42wie die der Franzosen, der Kanadier, der
- 58:43Briten und alle anderen auch. Wir sind
- 58:45in der NATO aber völlig einer Meinung,
- 58:47dass der Schutz der Ostflanke ein klares
- 58:49Signal der Abschreckung von höchster
- 58:51Priorität ist. Deswegen werden sie in
- 58:53der NATO niemanden finden, der unsere
- 58:55Entscheidung in Frage stellt oder
- 58:56kritisiert. Ganz im Gegenteil. Unsere
- 58:58Alliierten sind voller Hochachtung für
- 59:00diesen mutigen Schritt, den es in dieser
- 59:02Art in der Geschichte der deutschen
- 59:03Bundeswehr noch nie gegeben hat.
- 59:10Für die Fraktion der CDU CSU hat Herr
- 59:12Abgeordneter Thomas Andel das Wort.
- 59:16Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr
- 59:18geehrter Herr Bundesminister, das war in
- 59:20der Tat ein sehr mutiger, aber
- 59:22notwendiger und wichtiger Schritt, der
- 59:23auch von der breiten Mehrheit in diesem
- 59:25Parlament getragen wurde. Ein ganz
- 59:28wichtiger Schritt hat dieses Parlament
- 59:30den der letzten Periode zweimal gemacht
- 59:32mit dem Sondervermögen und mit der
- 59:34Bereichsausnahme. Damit haben wir auch
- 59:38im nächsten Jahr einen Rekordhaushalt
- 59:39für Verteidigung. Damit äh entstehen
- 59:42viele Möglichkeiten, aber es äh steht
- 59:44auch äh dementsprechend viel
- 59:46Verantwortung dann auch äh damit. Und
- 59:50die Frage ist, äh, wenn wir die
- 59:53Wortmeldungen auch aus der Wissenschaft
- 59:55jetzt nehmen, die durchaus
- 59:57unterschiedlich sind, aber wo es auch
- 59:58kritische Wortmeldungen gab, dass wir
- 1:00:01nicht das Richtige Rüsten, wie stellen
- 1:00:03Sie sicher, dass wir mit dem Geld
- 1:00:06effizient umgehen, dass wir das auch so
- 1:00:08einsetzen, dass es nachvollziehbar ist,
- 1:00:10dass die Gesellschaft das auch mitt
- 1:00:12mititträgt und dass wir insgesamt für
- 1:00:15die Bundeswehr der Zukunft rüsten.
- 1:00:19Frau Frau Präsidentin, Herr Kollege, wir
- 1:00:23stellen das sicher, weil wir das
- 1:00:24gemeinsam machen und sie haben völlig
- 1:00:26recht. Die Beträge sind in Loren, die
- 1:00:27wir investieren müssen. Übrigens nach 35
- 1:00:30Jahren, in denen praktisch nichts mehr
- 1:00:32investiert worden ist in Landes- und
- 1:00:34Bündnisverteidigung. Es geht jetzt
- 1:00:35darum, die Lücken schnell zu schließen
- 1:00:37und gleichzeitig und zwar mit State of
- 1:00:39the Art Material und gleichzeitig die
- 1:00:42Beschaffung auf den Weg zu bringen für
- 1:00:44modernste System. Ich habe es vorhin
- 1:00:45gesagt, 50% gehen inzwischen in
- 1:00:48modernste Technologien. Wie stellen wir
- 1:00:50das sicher, indem wir erstens die
- 1:00:52richtigen Prioritäten setzen, uns
- 1:00:54orientieren an den NATO
- 1:00:55Fähigkeitszielen, an den eigenen
- 1:00:57Ambitionen und dadurch, dass wir mit dem
- 1:00:59Parlament, mit dem Haushalts und mit dem
- 1:01:01Verteidigungsausschuss Ängstens
- 1:01:02zusammenarbeiten. Und wenn es dann
- 1:01:04einzelne Wissenschaftler gibt aus
- 1:01:06ressortfremden Wissenschaftszweigen,
- 1:01:09dann nehme ich die zur Kenntnis. Sie
- 1:01:10sind aber für mich nicht
- 1:01:11handlungsleitend.
- 1:01:14eine Nachfrage.
- 1:01:15Vielen Dank, Herr Minister.
- 1:01:17Wenn wir so viel Geld über den Haushalt
- 1:01:20auch bereitstellen, dann entsteht
- 1:01:22natürlich auch eine Erwartungshaltung,
- 1:01:24vielleicht auch eine Art
- 1:01:25Goldgräberstimmung in der
- 1:01:27Verteidigungsindustrie.
- 1:01:29Mit welchen Mitteln stellen wir sicher,
- 1:01:31dass diese Möglichkeiten, die es jetzt
- 1:01:34finanziell gibt, aber nicht dazu führen,
- 1:01:36dass wir zu überhöhten Preisen einkaufen
- 1:01:39und letztendlich das Geld nicht
- 1:01:40effizient ausgeben?
- 1:01:43Präsident, sehr geehrter Herr Kollege,
- 1:01:44sie wissen, dass es mehrere Ursachen für
- 1:01:46diese Preissteigerung gibt. Der eine ist
- 1:01:49dem Wesen des Kapitalismus innewohnt,
- 1:01:51nämlich Angebote und Nachfrage bestimmen
- 1:01:53den Preis. Wir haben eine steigende
- 1:01:55Nachfrage weltweit und das führt zu den
- 1:01:57erhöhten Preisen einerseits und andere
- 1:01:59Ursachen liegen in der noch nicht in
- 1:02:01vollem Tempo laufenden Hochskalierung
- 1:02:04der Produktionskapazitäten. Unsere
- 1:02:05Instrumente dagegen sind im Rahmen des
- 1:02:07neuen Beschaffungswesens bessere
- 1:02:09Prüfkontrollen, Lieferkettenkontrollen
- 1:02:12und damit sicherzustellen, dass durch
- 1:02:13Zeitverzögerung und anderes keine
- 1:02:15unnötigen oder vermeidbaren
- 1:02:16Preissteigerung entstehen.
- 1:02:19Wir fahren fort. Nun hat für Bündnis 90
- 1:02:22die Gründe Abgeordneter Herr Dr. Janusch
- 1:02:24Damen das Wort, bitte.
- 1:02:28Vielen Dank, Frau Präsidentin. Ich würde
- 1:02:30gern den Bundesgesundheitsminister
- 1:02:32fragen wollen. Herr
- 1:02:34Bundesgesundheitsminister, der
- 1:02:35Bundeskanzler
- 1:02:37hat am Montag in einer bemerkenswerten
- 1:02:40Pressekonferenz gesagt, ich zitiere mit
- 1:02:43der Erlaubnis der Präsidentin,
- 1:02:45wenn sich in der Bevölkerung der
- 1:02:47Eindruck verfestigt, dass diejenigen,
- 1:02:49die privat versichert sind, jede
- 1:02:51Leistung bekommen und diejenigen, die
- 1:02:54gesetzlich versichert sind, Wochen und
- 1:02:55Monate darauf warten müssen, dann ist
- 1:02:58das genau ein solches
- 1:02:59Gerechtigkeitsproblem. und weiter der
- 1:03:01Bundeskanzler. Es gibt gute Gründe für
- 1:03:03beide Systeme, aber wenn die Bevölkerung
- 1:03:06das als ein so massives Problem ansieht
- 1:03:09und ich teile die Einschätzung, der
- 1:03:11Bundeskanzler teilt die Einschätzung,
- 1:03:13dann müssen wir daran etwas ändern.
- 1:03:15Teilen Sie die Einschätzung des
- 1:03:17Bundeskanzlers ähm und was konkret
- 1:03:19gedenken Sie wann dagegen zu tun?
- 1:03:25Vielen Dank, Herr Kollege, für die
- 1:03:26Frage. Zunächst äh muss man sagen, dass
- 1:03:29ich glaube, dass die Strukturprobleme,
- 1:03:30die wir im Moment in der gesetzlichen
- 1:03:31Krankenkasse haben, mit dem Vorschlag
- 1:03:35nicht gelöst werden. Wir haben allein im
- 1:03:36ersten Halbjahr eine Ausgabensteigerung
- 1:03:39von mehr als 7 % gehabt. Zweitens gibt
- 1:03:43es ähm in der Grundsätzlichkeit
- 1:03:46ähm der Bundeskanzler hat es ja gestern
- 1:03:48noch mal deutlich gemacht, dass es ihm
- 1:03:50ähm nicht um die Abschaffung äh der
- 1:03:53privaten Krankenkasse geht. Im
- 1:03:54Gegenteil, das duale System sorgt für
- 1:03:56Innovationsoffenheit
- 1:03:58und für Qualitätssicherung, sondern es
- 1:04:00geht darum, dass wir in der
- 1:04:02Patientensteuerung einfach besser
- 1:04:05werden. Das Beispiel Wartezeiten ist
- 1:04:07bekannt, was für einen gesetzlich
- 1:04:09versicherten im Moment bei 36 bis 41
- 1:04:12Tagen liegt, je nachdem, welchen
- 1:04:14Studienansatz man verfolgt, dass wir da
- 1:04:18besser werden müssen. beispielsweise
- 1:04:20durch die Notfallreform gehen wir das
- 1:04:21Thema an oder durch das Thema
- 1:04:22Primärversorgung und darüber hinaus ähm
- 1:04:26ist ähm der Vorschlag die PKV
- 1:04:30abzuschaffen verfassungsrechtlich
- 1:04:32nicht nur schwierig, sondern meines
- 1:04:33erchtens auch
- 1:04:33auch abzug ist abgelaufen. Danke schön.
- 1:04:38Kurzer Hinweis.
- 1:04:40Genau. Und weil das ja erstmalig in der
- 1:04:43Funktion auch des Ministers ist, wir
- 1:04:44haben oben die Farbleiste und da sieht
- 1:04:46man dann, wenn es gelb ist, wird's
- 1:04:48danach rot und dann komme ich. Jetzt
- 1:04:51hat's
- 1:04:52vielen Dank.
- 1:04:52Die SPD Fraktion das Wort.
- 1:04:55Ach, Entschuldigung. Sehen Sie, bin aus
- 1:04:57dem Konzept. Nachfrage, bitte. 30
- 1:04:59Sekunden Frage, 30 Sekunden Antwort.
- 1:05:02Vielen Dank. Äh, Frau Präsidentin, der
- 1:05:05Bundeskanzler hat nicht nur von
- 1:05:07Warteschlangen, Wartezimmer oder
- 1:05:08einzelnen Termin gesprochen, sondern der
- 1:05:10Ungerechtigkeit zwischen privater und
- 1:05:12gesetzlicher Krankenversicherung
- 1:05:14insgesamt im gesamten Leistungsspektrum.
- 1:05:16Jetzt sind Sie ja äh bekanntermaßen aus
- 1:05:18politischen Einlassung ein Mann des
- 1:05:20Marktes. Finden Sie es nicht richtig,
- 1:05:21dass in einem ersten Schritt ohne
- 1:05:23Abschaffung der privaten
- 1:05:24Krankenversicherung ein
- 1:05:25ordnungspolitischer Rahmen geschaffen
- 1:05:27wird, ein Risikostrukturausgleich
- 1:05:29zwischen privater und gesetzlicher
- 1:05:31Krankenversicherung zu schaffen, damit
- 1:05:33nicht um die reichsten und wenig
- 1:05:34kranksten Versicherten konkurriert wird,
- 1:05:36sondern um effizient Wirtschaftlichkeit
- 1:05:38und Qualität. die Verfassungs
- 1:05:42die die verfassungsrechtlichen Probleme
- 1:05:44bleiben auch bei dem äh Vorschlag, aber
- 1:05:47ich kann Ihnen gerne auch ein anderes
- 1:05:48Beispiel nennen, außer das Thema
- 1:05:50Wartezeiten, dass ähm gerade auf
- 1:05:53Länderebene viele Landesminister sich
- 1:05:55melden und sagen, das was wir in der GKV
- 1:05:58jetzt in dem Stabilisierungsgesetz
- 1:06:00gemacht haben, auch übertragen werden
- 1:06:03muss auf diejenigen, die z.B. Beihilfe
- 1:06:05bekommen. Also insofern ist es schon ein
- 1:06:06weiteres Spektrum, um auch hier
- 1:06:09Gerechtigkeit so wie Sie es zitieren, zu
- 1:06:11schaffen.
- 1:06:13Nun kommen wir
- 1:06:17zur nächsten Hauptfrage. Die SPD
- 1:06:19Fraktion ist an der Reihe mit Frau
- 1:06:21Abgeordneten Claudia Moll. Bitte. Dank,
- 1:06:23Frau Präsidentin. Meine Frage geht an
- 1:06:25Herrn Bundesminister Pistorius und äh
- 1:06:29zwar die Bundeswehr soll ja Personal
- 1:06:32deutlich aufwachsen, was ja auch gut
- 1:06:34ist, aber gleichzeitig stoßen bereits
- 1:06:37heute Kasernen, Unterkünfte und
- 1:06:40Ausbildungseinrichtungen vieler Orts an
- 1:06:42ihre Kapazität Kapazitätsgrenzen.
- 1:06:45Was unternehmen Sie konkret, um die für
- 1:06:48den Aufwuchs der Bundeswehr notwendige
- 1:06:50Infrastruktur rechtzeitig
- 1:06:52bereitzustellen?
- 1:06:55Präsidentin, sehr gerte Frau Kollegin,
- 1:06:57wir tun zweierlei. Wir reaktivieren alte
- 1:07:01deaktivierte Kasernen äh in den nächsten
- 1:07:03Jahren intensiv in verschiedenen
- 1:07:05Regionen Deutschlands und gleichzeitig
- 1:07:07gehen wir in die Bestandskasernen rein,
- 1:07:09sanieren äh mit entsprechender
- 1:07:11Prioritätensetzung. Vor allem aber
- 1:07:13errichten wir Unterkunftsgebäude
- 1:07:15zunächst in einer mobilen Art und Weise.
- 1:07:17Da werden in den nächsten Jahren über
- 1:07:198000 Betten entstehen. Das ist eine
- 1:07:21vorübergehende Maßnahme bis zur
- 1:07:23Fertigstellung einer dauerhaften Lösung.
- 1:07:25Die wiederum realisieren wir mit GCAP
- 1:07:28Inland. Das wird ab 2027 beginnen und
- 1:07:32wird dann 54 000 Betten schaffen für
- 1:07:35Wrdienstleisten und 9000 für Ausbilder.
- 1:07:37All das beginnt oder hat begonnen und
- 1:07:39wird nächstes Jahr durch GCAP Inland
- 1:07:41dann intensiviert.
- 1:07:46Eine Nachfrage bitte. Die Linken sind
- 1:07:48gleich dran mit ihren Fragen und jetzt
- 1:07:50hat aber die Kollegin die Möglichkeit
- 1:07:52zur Nachfrage bitte.
- 1:07:53Ähm warum verzögert sich viele aus die
- 1:07:55Sanierung von Bestandsinfrastruktur
- 1:07:58und was tun sie dafür, um den
- 1:08:00Sanierungsstau entgegenzutreten?
- 1:08:04Präsidentin, Frau Kollegin, wir haben
- 1:08:06mit der BEMA eine Verabredung darüber
- 1:08:07getroffen, dass sie die Sanierung von
- 1:08:09Bestandsimmobilien zu einem großen Teil
- 1:08:11übernimmt. Warum? Weil wir uns
- 1:08:13konzentrieren auf den Aufwuchs und wir
- 1:08:16gleichzeitig konstatieren müssen, dass
- 1:08:18durch die nicht geleisteten
- 1:08:19Investitionen der letzten 35 Jahre eben
- 1:08:21auch die Bestandsinfrastruktur deutlich
- 1:08:23gelitten hat und Sanierungsbedarf
- 1:08:25aufzeigt und den stellen wir dadurch ab.
- 1:08:33Für die Fraktion Die Linke hat Frau
- 1:08:35Abgeordnete Stella Merendino das Wort.
- 1:08:39Bitte.
- 1:08:44So, meine Frage richtet sich an
- 1:08:46Bundesminister Linnemann. Vor kurzem gab
- 1:08:49ihr Ministerium bekannt, dass die
- 1:08:51Finanzlage der gesetzlichen
- 1:08:52Krankenkassen weiterhin dramatisch ist
- 1:08:54und dies, obwohl ihre Vorgängerin mit
- 1:08:56der Koalition ein Gesetz beschlossen
- 1:08:58hat, das genau das Gegenteil versprochen
- 1:08:59hat. Statt diese Schieflage nun zu
- 1:09:02begegnen, verantworten Sie in Ihrer
- 1:09:04nahezu ersten Amtshandlung die Kürzungen
- 1:09:06des Bundeszuschusses für den
- 1:09:08Gesundheitsfond. Angesichts dieses
- 1:09:10brutalen Spargesetzes, das unsere
- 1:09:12Gesundheitsversorgung massiv unter Druck
- 1:09:14setzt, angesichts der wahrscheinlichen
- 1:09:16Lohnkürzungen der Beschäftigten im
- 1:09:18Gesundheitsbereich und der steigenden
- 1:09:20Kosten für die Medikamente bei den
- 1:09:22Patientinnen, ist meine Frage ganz
- 1:09:23konkret. Können Sie den Menschen, den 75
- 1:09:26Millionen Versicherten äh zusichern,
- 1:09:29dass Ihre Beiträge für die
- 1:09:30Krankenversicherung im kommenden Jahr
- 1:09:32nicht steigen werden?
- 1:09:34Es ist mein Ziel. Am 13. 14. Oktober
- 1:09:38trifft sich der Schätzerkreis und der
- 1:09:40wird sich anschauen, wie der
- 1:09:42Gesundheitsfond ausgestaltet ist, welche
- 1:09:44Ansprüche gedeckt sind und welche nicht.
- 1:09:46und die werden dann entscheiden und ich
- 1:09:47werde alles tun, was ich tun kann als
- 1:09:49Minister auch des Parlament zu
- 1:09:50unterstützen, dass wir jetzt in den
- 1:09:52Verhandlungen über das Thema
- 1:09:54Beitragstabilisierungsgesetz
- 1:09:562 nenne ich es jetzt mal, denn es gibt
- 1:09:58ja dann noch Restanten äh, die man
- 1:10:00angehen muss. Ich denke an die
- 1:10:01Protokolerklärung der Bundesregierung,
- 1:10:04wo es um die Unterstützung der
- 1:10:05Krankenhäuser in Deutschland geht und
- 1:10:07der Unikliniken, da reden wir über 495
- 1:10:09Millionen, respektive 550 Millionen. Wir
- 1:10:12reden über das Thema Psychotherapie, wo
- 1:10:14wir noch ähm Verbesserungen jetzt
- 1:10:17angehen wollen, aber auch das Thema
- 1:10:18Fixkostendgression
- 1:10:20für die Ärzte und das muss alles seriös
- 1:10:23gegenfinanziert werden, damit wir dieses
- 1:10:26Ziel Beitragsstabilität halten und da
- 1:10:29spreche ich für die gesamte
- 1:10:31Bundesregierung nicht nur als Minister
- 1:10:33für Gesundheit.
- 1:10:37Bitte ihre Nachfrage
- 1:10:38und wie wollen Sie den Versicherten die
- 1:10:41höhere Kosten und schlechtere Versorgung
- 1:10:43durch ihre Reform haben? Ähm wie wollen
- 1:10:46Sie denen erklären, dass die
- 1:10:47Krankenversicherung über 1,1 eine
- 1:10:50Milliarde Euro an Beitragsgeldern
- 1:10:53verzockt haben? verzockt, indem sie Geld
- 1:10:56ähm indem sie das Geld in dubiose und
- 1:10:59komplett riskante Investments gesteckt
- 1:11:01haben. Und wer soll diesen Finanzskandal
- 1:11:04verantworten?
- 1:11:06Den denn die Krankenversicherung und die
- 1:11:08KVen können anscheinend nicht mit diesem
- 1:11:09Geld umgehen. Und welche Konsequenzen
- 1:11:12werden sie, Herr Linnemann daraus Danke
- 1:11:14schön.
- 1:11:16Also erstmal
- 1:11:17möchte ich persönlich sagen, dass das
- 1:11:20Auswüchse sind einer Zinspolitik.
- 1:11:24die faktisch Wirtschaftspolitik
- 1:11:26betreibt. Ich mische mich nicht ein in
- 1:11:28die Zinspolitik der Europäischen
- 1:11:29Zentralbank, aber die Zinsen sind ja
- 1:11:32künstlich sehr niedrig gewesen. Gerade
- 1:11:342017, 218, 219, 220, 221. Es war meines
- 1:11:38erchtens kein Marktsins und das sorgt
- 1:11:40dafür, dass gerade Krankenkassen oder
- 1:11:42andere Institutionen überlegen, wie
- 1:11:44können Sie jetzt Renditen machen und ich
- 1:11:47nehme nicht nur wahr, was da passiert,
- 1:11:49sondern ich hake da sehr stark nach. Ich
- 1:11:51glaube heute morgen im Ausschuss war das
- 1:11:52auch Thema und wir werden schauen, was
- 1:11:54wir da tun können.
- 1:11:58Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach
- 1:11:59Abschluss dieser Runde kommen wir nun zu
- 1:12:02Fragen zu den vorangegangenen
- 1:12:03Kabinettsitzung zu weiteren
- 1:12:05Geschäftsbereichen sowie zu allgemeinen
- 1:12:08Fragen. Und das Wort hat nun für die AfD
- 1:12:10Fraktion Herr Abgeordnete Martin
- 1:12:11Sichert. Bitte.
- 1:12:13Ja, meine Frage geht an
- 1:12:15Bundesgesundheitsminister
- 1:12:17Linnemann. Ähm, wir haben es ja gerade
- 1:12:19vorhin schon gehört. Ich will aber noch
- 1:12:20mal drauf zurückkommen. Der Kanzler hat
- 1:12:22gesagt, am Montag dieser Woche Zitat:
- 1:12:23"Wenn der Bevölkerung sich der Eindruck
- 1:12:25verfestigt, dass diejenigen, die privat
- 1:12:27versichert sind, sofort jede Leistung
- 1:12:28bekommen und diejenigen, die gesetzlich
- 1:12:30versichert sind, Wochen und Monate
- 1:12:31darauf warten müssen, dann ist das genau
- 1:12:33solch ein Gerechtigkeitsproblem. Wir
- 1:12:35sehen das Problem. Wir haben in der
- 1:12:36Koalition verabredet, dass wir die
- 1:12:38Entscheidungen in der gesetzlichen
- 1:12:39Krankenversicherung wirkungsgleich auch
- 1:12:41auf die private Krankenversicherung
- 1:12:43übertragen und das haben wir bis jetzt
- 1:12:44nicht gemacht und das werden wir
- 1:12:45nachholen müssen. Zitat Ende. Bei den
- 1:12:49gesetzlich versicherten haben wir
- 1:12:50unerträglich lange Wartezeiten und statt
- 1:12:54dafür zu sorgen, dass die kürzer werden,
- 1:12:55will der Kanzler jetzt die Wartezeiten
- 1:12:57bei den Privatversicherten verlängern.
- 1:12:59wäre es nicht viel sinnvoller, wenn man
- 1:13:01die Wartezeiten bei den gesetzlich
- 1:13:02versicherten reduziert, indem man die
- 1:13:05unsägliche Budgettierung abschafft?
- 1:13:09Also, der Bundeskanzler hat nicht
- 1:13:10gesagt, dass er die Wartezeiten bei den
- 1:13:11Privaten äh verlängern will, sondern die
- 1:13:14Wartezeiten bei den gesetzlich
- 1:13:16versicherten, die dauern einfach zu
- 1:13:18lange an. Ich gebe Ihnen mal das
- 1:13:20Beispiel Notfallaufnahme.
- 1:13:2220 30% der sogenannten Notfälle sind
- 1:13:25keine Notfälle und ich mache keinen
- 1:13:26Patienten einen Vorwurf, aber das ist
- 1:13:29einfach ein System, was nicht gesteuert
- 1:13:31ist. Wir haben zu viele Arztakte im
- 1:13:34Jahr, mehr als eine Milliarde, so viel
- 1:13:36pro Kopf gerechnet wie kein anderes Land
- 1:13:38auf diesem Globus. Und genau deshalb
- 1:13:40gehen wir jetzt die Notfallreform an.
- 1:13:42Und genau deshalb gehen wir jetzt das
- 1:13:43Thema Primärversorgung an. Und genau
- 1:13:46deshalb geben wir auch das Thema
- 1:13:47digitale Ersteinschätzung an über die
- 1:13:50ähm 116 ä 117, damit wir da besser
- 1:13:53werden. Das heißt, der Bundeskanzler hat
- 1:13:54einen Punkt angesprochen, den wir gerade
- 1:13:56jetzt im parlamentarischen Verfahren
- 1:13:59bearbeiten. Ich gehe davon aus, dass der
- 1:14:01Entwurf der Bundesregierung zum Thema
- 1:14:03Primärversorgung jetzt im November kommt
- 1:14:05und das Thema Notfallreform müssen wir
- 1:14:07in diesem Jahr abschließen, damit es
- 1:14:09nächstes Jahr und übernächstes Jahr in
- 1:14:11Kraft reden kann.
- 1:14:13Danke schön.
- 1:14:14Nachfrage.
- 1:14:17Ja, sie haben gerade die
- 1:14:17Notallversorgung angesprochen. Das ist
- 1:14:19ein gutes Beispiel dafür, wo die
- 1:14:20Budgetierung künftig dafür sorgen wird,
- 1:14:22dass die Menschen länger brauchen in die
- 1:14:23Notaufnahme, weil nämlich jetzt der
- 1:14:25Rettungsdienst budgettiert ist und die
- 1:14:26Krankenhäuser auf dem Land ja sterben.
- 1:14:28Sie haben selber vorhin gesagt, wer
- 1:14:30krank ist, soll schnell Hilfe bekommen.
- 1:14:32Wenn Sie den Menschen in den Mittelpunkt
- 1:14:33stellen wollen und wenn Sie wirklich
- 1:14:35wollen, dass die Menschen schnell Hilfe
- 1:14:37bekommen, dann muss die Budgettierung
- 1:14:39abgeschafft werden. Wann werden Sie das
- 1:14:41tun?
- 1:14:42Es geht doch es geht doch im Kern bei
- 1:14:44der Notfallreform in erster Linie nicht
- 1:14:46um die Budgettierung, sondern es geht
- 1:14:47darum, dass wir integrierte
- 1:14:49Notfallzentren bauen wollen, wo
- 1:14:53wo dann ähm es eine Eingliederung gibt.
- 1:14:56Ist der Patient, hat er wirklich einen
- 1:14:58Notfall, dass er in die Notfallaufnahme
- 1:15:00geht oder muss der in den
- 1:15:01Bereitschaftsdienst der kassenärztlichen
- 1:15:03ähm Vereinigung? So, und das sind doch
- 1:15:05die Themen, die wir jetzt angehen
- 1:15:06müssen. Wenn zu 30% die Notfallaufnahme
- 1:15:10von Patienten aufgesucht wird,
- 1:15:12beispielsweise bei einem harmlosen
- 1:15:14Effekt, was man auch anderweitig lösen
- 1:15:16kann, dann verstopft das in
- 1:15:19Anführungsstrichen die Notfall Aufnahmen
- 1:15:21und deswegen wollen wir dieses Thema
- 1:15:22angehen.
- 1:15:26Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich habe
- 1:15:27bereits bei jetzt dieser ersten Frage,
- 1:15:29bei der ersten Runde schon vier
- 1:15:30Nachfragen. bitte nachzusehen. Wir
- 1:15:32wollen ja auch durchkommen und fair sein
- 1:15:34bei den anderen und ich belasse es jetzt
- 1:15:35bei den weiteren vier Nachfragen.
- 1:15:38Verbündnis 90 die Gründe. Hat Herr Dr.
- 1:15:39Januen das Wort, bitte.
- 1:15:43Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin. Ähm,
- 1:15:45Herr Minister, der Kanzler sagte ja am
- 1:15:47Montag ähm Zitat: "Wir haben in der
- 1:15:50Koalition verabredet, dass wir die
- 1:15:52Entscheidung in der gesetzlichen
- 1:15:54Krankenversicherung wirkungsgleich
- 1:15:56wirkungsgleich auch auf die private
- 1:15:58Krankenversicherung übertragen. Sie
- 1:16:00haben jetzt eben auch in einer Antwort
- 1:16:02von der Übertragung der Kürzung auf die
- 1:16:05Menschen, die Beihilfe beziehen Beamte
- 1:16:07gesprochen. Wie wollen Sie das konkret
- 1:16:08machen?
- 1:16:09Das betrifft ja vor allen Dingen ähm das
- 1:16:14die die Landesebene, weil die meisten
- 1:16:15Beamten natürlich auf Landesebene sind
- 1:16:17und die Dinge, die wir hier äh
- 1:16:19verabschiedet haben bei der
- 1:16:21Mitversicherung und bei anderen Dingen,
- 1:16:23dass die wirkungsgleich übertragen
- 1:16:25werden, das ist das Ziel und auf
- 1:16:27Bundesebene wird das auch geprüft durch
- 1:16:30das Bundesinnenministerium.
- 1:16:33Es gibt eine weitere Nachfrage aus den
- 1:16:35Reihen der AfD, Herr Dr. Paul Schmidt.
- 1:16:44Herr Minister Linnemann, Sie haben
- 1:16:45gerade vorhin in ihrem Eingangs
- 1:16:48Statement gesagt, wer krank ist, soll
- 1:16:50schnell Hilfe bekommen, aber mit ihrem
- 1:16:52neuen Stabilisierungsgesetz werden ja
- 1:16:54viele Kliniken geschlossen. Der Weg zur
- 1:16:56nächsten Klinik wird im Notfall länger.
- 1:16:59mit wie viel Klinikschließung rechnen
- 1:17:01Sie im nächsten Jahr und welche
- 1:17:03durchschnittliche zusätzliche Fahrzeit
- 1:17:05erwarten Sie im Notfall und wie viele
- 1:17:08zusätzliche Todesfälle in Deutschland im
- 1:17:10nächsten Jahr, dadurch, dass die
- 1:17:12Fahrzeit zur Notaufnahme nach einem
- 1:17:14Unfall deutlich länger wird und damit ja
- 1:17:16auch die Überlebenschancen äh sinken.
- 1:17:18Danke sehr.
- 1:17:19Erstmal möchte ich, dass es in
- 1:17:20Deutschland eine Versorgungssicherheit
- 1:17:21auch in den nächsten Jahren und
- 1:17:22Jahrzehnten gibt auch und vor allem im
- 1:17:25ländlichen Raum. In den größeren Städten
- 1:17:27haben sie manchmal oder meistens nicht
- 1:17:30die Probleme ein Krankenhaus
- 1:17:31aufzusuchen. Nach meiner Information
- 1:17:32gibt's allein in Berlin mehr als 50
- 1:17:34Krankenhäuser. Aber dieses Beispiel
- 1:17:36macht deutlich, dass die
- 1:17:37Krankenhausreform, die aus drei Gesetzen
- 1:17:39besteht, die wir jetzt angehen, genau
- 1:17:41richtig ist, weil sie auf
- 1:17:43Spezialisierung und Fokussierung ähm aus
- 1:17:46ist, dass wir sagen, natürlich gibt es
- 1:17:47eine Grundversorgung und eine
- 1:17:49Akutversorgung, aber es macht
- 1:17:51beispielsweise keinen Sinn, dass mehrere
- 1:17:53Krankenhäuser in einem Umkreis von 3 km
- 1:17:55alle Knieoperationen anbieten, sondern
- 1:17:57es müssen Spezialisten machen
- 1:18:03für die CDU. CSU Fraktion hat Frau
- 1:18:06Abgeordnete Simone Beucher das Wort,
- 1:18:08bitte.
- 1:18:10Vielen Dank. Äh, Frau Präsidentin, Herr
- 1:18:13äh Bundesgesundheitsminister, vielleicht
- 1:18:15können Sie noch mal äh erklären, damit
- 1:18:17auch der letzte vorsteht, dass unser
- 1:18:19System momentan sehr teuer ist, nicht
- 1:18:21gut ist, dass wir das
- 1:18:22Beitragsstabilisierungsgesetz brauchen,
- 1:18:24damit wir verhärtete und verkrustete
- 1:18:25Strukturen auflösen, um nicht nur die
- 1:18:27Beiträge niedrig zu halten, sondern auch
- 1:18:29die Versorgungsqualität zu verbessern,
- 1:18:31mit nämlich einer Notfallreform, mit
- 1:18:33nämlich einem Primärversorgungssystem,
- 1:18:35mit einem besseren
- 1:18:36Digitalisierungssystem,
- 1:18:37weil wir haben so klassische veraltete
- 1:18:40Strukturen und ich bin sehr dank,
- 1:18:41Dankbar nicht nur Frau Wagen, sondern
- 1:18:42auch Ihnen, dass Sie endlich das mutig
- 1:18:44angehen. Danke.
- 1:18:47Ja, vielen Dank. Ich kann ja mal auch
- 1:18:49diese Frage nutzen, um Werbung zu machen
- 1:18:51für die 116 117. Ja, das ist eine
- 1:18:54Ersteinstitzung, die getroffen wird. Äh,
- 1:18:57im letzten Jahr hatten wir da 2
- 1:18:58Millionen Vermittlungen an Fachärzte
- 1:19:01innerhalb von 10 Tagen. Das heißt, wir
- 1:19:04müssen auch die neuen Formen der
- 1:19:05Digitalisierung auch der künstlichen
- 1:19:07Intelligenz nutzen für die Patienten.
- 1:19:09Das machen wir auch im Digitalgesetz.
- 1:19:11Das machen wir bei der digitalen
- 1:19:12Ersteinschätzung, bei vielen mehr. Und
- 1:19:14Frau Kollegin, da haben Sie völlig
- 1:19:15recht. Es wird höchste Zeit das zu tun.
- 1:19:17und ich bin dankbar, dass wir das hier
- 1:19:19im Parlament auch jetzt angehen.
- 1:19:25Abschließende Nachfrage in bei zu dieser
- 1:19:27Frage für Bündnis 90 die Grünen Frau Dr.
- 1:19:30Kirsten Kart Gonter. Bitte. Dank Frau
- 1:19:33Präsidentin, dass Sie die Frage
- 1:19:34zulassen. Herr Minister, mit dem Beitrag
- 1:19:37Stabilisierungsgesetz haben Sie auch die
- 1:19:40Axt an die psychische Versorgung der
- 1:19:42Zukunft gelegt. Wir haben enorme
- 1:19:44Wartezeiten im Bereich der
- 1:19:45Psychotherapie, die steigen jetzt
- 1:19:47aufgrund der Beitrags der Einschnitte im
- 1:19:50Beitragsstabilisierungsgesetz. Aber auch
- 1:19:51in den psychiatrischen Krankenhäusern
- 1:19:53haben wir enorme Problemlagen. Der
- 1:19:55Hilfebedarf ist höher als das
- 1:19:57Hilfsangebot auch ähm infolge des
- 1:20:00Beitrag Stabilisierungsgesetz unter
- 1:20:02anderem. Und ich frage Sie, wann werden
- 1:20:04Sie den angekündigt die angekündigten
- 1:20:06Verbesserung aus dem
- 1:20:07Entschließungsantrag umsetzen und wann
- 1:20:10werden Sie die Modellprojekte in den
- 1:20:12Kliniken in die Fläche bringen?
- 1:20:15Also zunächst einmal, Frau Kollegin, ich
- 1:20:17teile ihren Befund und ihre Beschreibung
- 1:20:19der aktuellen Situation. Die ist
- 1:20:23besorgniserregend, muss man einfach
- 1:20:25sagen. Die Fälle nehmen zu. Wir nehmen
- 1:20:27das auch im Lichte und in den Jahren
- 1:20:29nach den äh nach dem Coronaausbruch war.
- 1:20:32Wir müssen über das Präventionsthema
- 1:20:34viel stärker reden. Ähm wie es Beispiels
- 1:20:37auch die Bildungsministerin macht, nur
- 1:20:39mal ein kleines Beispiel zu nehmen,
- 1:20:41Social Media und zum Abschluss die
- 1:20:43Antwort auf Ihre Frage in das wird vor
- 1:20:46dem 14. Oktober muss dieses im Ausschuss
- 1:20:50sein, damit wir die Beiträge stabil
- 1:20:52halten.
- 1:20:55Wir kommen zur nächsten Hauptfrage
- 1:20:58und die geht an die CDU CSU Herr
- 1:21:01Abgeorderter Albert Stegemann. Bitte.
- 1:21:04Vielen Dank, Frau Präsidentin. Auch
- 1:21:06meine Frage richtet sich an den
- 1:21:08Bundesgesundheitsminister,
- 1:21:10lieber Ksten Lindemann. Wir haben jetzt
- 1:21:12sehr viel über das Beitrag
- 1:21:13Stabilisierungsgesetz gesprochen. Wir
- 1:21:15sind froh, dass wir die Dinge gut auf
- 1:21:17dem Weg gebracht haben. Allerdings im
- 1:21:19Bereich der Pflegeversicherung schlägt
- 1:21:21die Demografie, schlagen die
- 1:21:22Kostenentwicklung genauso brutal zu. Was
- 1:21:25haben Sie beim Pflegene
- 1:21:26Neuordnungsgesetz vor zu tun und was ja
- 1:21:29was sind die Charaktereigenschaften des
- 1:21:31Pflegeneordnungsgesetzes?
- 1:21:33Vielen Dank, Herr Kollege, für die
- 1:21:34Frage. Ähm, wir geben für das für die
- 1:21:37Pflegeversicherung rund 74 Milliarden
- 1:21:39Euro aus dem Jahr und wir müssen für das
- 1:21:40nächste Jahr 8 Milliarden Euro einsparen
- 1:21:43und äh das zeigt schon, welche
- 1:21:45Herausforderung das ist und dieses
- 1:21:48Gesetz wollen wir in den nächsten Tagen
- 1:21:50im ins Kabinett bringen, also nächsten
- 1:21:52Mittwoch. Das ist das Ziel, um nächstes
- 1:21:54Jahr auch ein sicheres System zu haben,
- 1:21:57dass die Auszahlungen auch
- 1:21:58funktionieren. An dieser Stelle will ich
- 1:22:00aber auch ehrlich sagen, dass das nicht
- 1:22:01ausreicht, um das System zukunftsfest
- 1:22:03auch für die 30er Jahre zu machen. Und
- 1:22:06deshalb möchte ich eine Kommission
- 1:22:08einrufen, die sehr kurzfristig ähnlich
- 1:22:10wie die Kommission zum Thema Gesundheit,
- 1:22:11ähnlich wie die Kommission zum Thema
- 1:22:13Rente Vorschläge macht, dass auch in den
- 1:22:1530er Jahren wir ein sicheres
- 1:22:18Pflegesystem, ein Tallaskosystem
- 1:22:21vorzeigen.
- 1:22:24Ja, vielen Dank. Nachfrage bitte
- 1:22:26eine Nachfrage und zwar ich äh will das
- 1:22:29einmal kommentieren. Ich finde, dass Sie
- 1:22:30in ihrem Eingangsstatement wirklich den
- 1:22:33Ton sehr gut getroffen haben, auch dass
- 1:22:36sie den Respekt für die pflegenden
- 1:22:38Angehörigen zu Hause haben. Nun gab es
- 1:22:40jetzt ja auch äh im PnOCK einige
- 1:22:43Anmerkungen dazu, wie man mit den
- 1:22:44Rentenversicherungsbeiträgen
- 1:22:46umgehen will. Ähm wie stehen Sie dazu?
- 1:22:49Ähm was sind Ihre Ideen dazu? Im
- 1:22:51Grundsatz habe ich den Entwurf
- 1:22:53übernommen, der bereits vorlag, als ich
- 1:22:55dieses Amt übernommen habe. An einer
- 1:22:57Stelle habe ich aber gesagt, da braucht
- 1:22:59es dringendst Änderung. Das ist das
- 1:23:02Thema pflegende Angehörige. Wir müssen
- 1:23:04diejenigen, die zu Hause pflegen,
- 1:23:06unterstützen, indem wir sagen, ihr
- 1:23:08werdet genauso behandelt, als wenn ihr
- 1:23:09arbeiten würdet. Jemand, der im
- 1:23:11Pflegegrad 5 ist und unterstützt wird,
- 1:23:13muss auch einen Pflegepunkt bekommen. Es
- 1:23:15darf keine Abstriche bei der Pflege bei
- 1:23:18pflegenden äh bei der Rente bei
- 1:23:19pflegenden Angehörigen geben.
- 1:23:25Es gibt eine weitere Nachfrage für die
- 1:23:27AfD Fraktion, Herr Abgeordneter Dr. Paul
- 1:23:30Schmidt.
- 1:23:35Herr Minister, Sie haben gerade zu
- 1:23:37diesem Punkt ja, Herr Minister
- 1:23:39Lindemann, Sie haben gerade zu diesem
- 1:23:40Punkt am 10. September in der FAZ
- 1:23:42erklärt, dass das Pflegesystem ohne
- 1:23:45grundlegenden Umbau kollabiert und dass
- 1:23:4710% der Ausgaben eingespart werden
- 1:23:50müssen. Das wärden 6 Milliarden Euro. An
- 1:23:53welchen Stellen wollen Sie denn dann die
- 1:23:55Leistungen kürzen? Sie haben eben was
- 1:23:56gesagt von Teilcascosystem. Was kann man
- 1:23:59sich denn da drunter vorstellen?
- 1:24:00Das war schon, Herr Kollege, vielen Dank
- 1:24:02für die Frage. Es war schon immer ein
- 1:24:04Talkasco System. Es war nie eine
- 1:24:06Vollversicherung, aber ähm
- 1:24:08beispielsweise ähm das Thema äh
- 1:24:11Zuschüsse, Leistungszuschüsse, die ja
- 1:24:14gezahlt werden für diejenigen, die ins
- 1:24:15Pflegeheim gehen, in Zusammenhang mit
- 1:24:17den Kommunen. Durch die immer höhere
- 1:24:20Anzahl und die immer höhere die immer
- 1:24:22höheren Ausgaben bei den
- 1:24:23Leistungszuschüssen kommt es dazu, dass
- 1:24:26Kommunen bei der Hilfe zur Pflege immer
- 1:24:27mehr Geld ausgeben, ohne dass sie hier
- 1:24:28Einfluss haben. Und das geht nicht. Da
- 1:24:30brauchen wir ein faires System, dass
- 1:24:32Kommunen nicht dafür bezahlen, was wir
- 1:24:34hier verabschieden.
- 1:24:36Eine weitere Nachfrage
- 1:24:40für die AfD Fraktion, Frau Abgeorden
- 1:24:42Nicole Hess.
- 1:24:49Herzlichen Dank, Frau Präsidentin, dass
- 1:24:50Sie die Frage zulassen, Herr
- 1:24:53Bundesminister Linnemann.
- 1:24:54Alles gut. Ähm bezüglich des Pflegene
- 1:24:57Neuordnungsgesetzes wurde vor wenigen
- 1:24:59Monaten von Seiten des BMG während eines
- 1:25:02Berichterstattergesprächs die
- 1:25:03Zielvorgabe geäußert, dass die
- 1:25:04Bürokratie in der Pflege massiv
- 1:25:06reduziert werden soll. Auf meine
- 1:25:08Nachfrage, wie viel Zeit eine
- 1:25:09Pflegekraft täglich mit Dokumentation
- 1:25:11und Berichtswesen verbringt, wurde mir
- 1:25:13gesagt, dass diese Zahlen nicht erhoben
- 1:25:16werden. Jetzt frage ich Sie, wie wollen
- 1:25:18Sie die Bürokratie reduzieren, wenn Sie
- 1:25:19diese Zahlen nicht haben? Woher kommt
- 1:25:21das Desinteresse bzw. Wann werden Sie
- 1:25:23beginnen diese Zahlen zu erheben? Danke.
- 1:25:26Also, da gibt's überhaupt kein
- 1:25:27Desinteresse. Ich war Montag beim ähm
- 1:25:29deutschen Krankenhausgipfel. Dort hatte
- 1:25:32man eine eigene eigene Zahlen
- 1:25:33veröffentlicht, verifiziert und kam auf
- 1:25:362,7 Stunden am Tag ähm mit der eine
- 1:25:41Pflegekraft sich mit Bürokratie und
- 1:25:43Dokumentation beschäftigt. Nina Wagen
- 1:25:45hat bereits sein erstes Gesetz gemacht.
- 1:25:47Wir werden jetzt schauen, ob das
- 1:25:48ausreicht. Ich habe selbst eine
- 1:25:50ambulante Pflege mal begleitet. ähm und
- 1:25:53habe gesehen, dass sie sehr viel Zeit
- 1:25:54für Dokumentation und wenig Zeit für den
- 1:25:56Patienten hat und das muss ich ändern.
- 1:26:01Jetzt hat das Wort die Abgeordnete
- 1:26:04Simone Fischer für Bündnis 90 die
- 1:26:06Grünen.
- 1:26:13Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr
- 1:26:15Minister Linnemann, meine Frage geht an
- 1:26:16Sie. Wir haben über das Einsarziel und
- 1:26:19die Rentenversicherungsbeiträge
- 1:26:20pflegende Angehörige gehört. Auch damit
- 1:26:23verbunden wird ja ein Gerechtigkeits und
- 1:26:25Ungerechtigkeitsgefühl
- 1:26:27sichtbar, über das Sie gesprochen haben.
- 1:26:29Mich würde interessieren, inwiefern Sie
- 1:26:31zusichern können, dass Menschen,
- 1:26:33pflegebedürftige Menschen, Ihre
- 1:26:34Angehörigen nicht noch mit weiteren
- 1:26:36Kürzungen und Einschnitten rechnen
- 1:26:38müssen, ob sie das ausschließen können
- 1:26:41oder wie sie zu dem Einsparziel von 10 %
- 1:26:43auch wirklich kommen möchten und wie sie
- 1:26:45die Rentenversicherungsbeiträge
- 1:26:47finanzieren möchten.
- 1:26:51Also, erstens, ich sage als
- 1:26:52Bundesminister für Gesundheit ganz klar,
- 1:26:54dass ich nicht möchte, dass dieses
- 1:26:55Gesetz durch den Bundestag geht, wo wir
- 1:26:58Rentenkürzen erleben für die pflegie
- 1:26:59Angehörigen. Das sind die stillen Helden
- 1:27:01unserer Gesellschaft. Die stehen nicht
- 1:27:03jeden Tag in der Zeitung, die arbeiten
- 1:27:05im Verborgenen und ich sage bewusst
- 1:27:06Arbeit, weil das ist genauso eine Arbeit
- 1:27:08wie als wenn ich in der Wirtschaft oder
- 1:27:10in der Verwaltung arbeite, vielleicht
- 1:27:11sogar noch wichtiger, weil diese
- 1:27:13Menschen unser System tragen und dafür
- 1:27:15sorgen, dass der Zusammenhalt
- 1:27:16Deutschlands gewährleistet ist.
- 1:27:18Wie wird es finanziert?
- 1:27:23Und als nächstes hat das Wort für die
- 1:27:24CDU CES Fraktion die Abgeordnete Emy
- 1:27:27Zölner.
- 1:27:27Können Sie gleich noch mal gleich noch.
- 1:27:31Sehr geehrter Herr Minister, vielen
- 1:27:32herzlichen Dank für die Möglichkeit. Ich
- 1:27:34bin dankbar, dass Sie Verantwortung
- 1:27:36übernehmen und dass Sie eben auch
- 1:27:38angekündigt haben, dass es weitere
- 1:27:40Reformschritte geben wird, um die
- 1:27:41Pflegeversicherung, aber nicht nur die
- 1:27:43Versicherung an sich, sondern auch die
- 1:27:45Strukturen ähm in den 30er Jahren zu
- 1:27:47sichern. Und deswegen würde ich Sie
- 1:27:49gerne bitten, kurz zu skizzieren, was äh
- 1:27:51diese Kommission leisten soll und ähm
- 1:27:54wie Sie sich das vorstellen. Und wie
- 1:27:55gesagt, es ist ein ganz wichtiger
- 1:27:57Schritt, dass wir jetzt nicht stopp
- 1:27:58machen, sondern eben auch auf die
- 1:27:59nächsten Generationen schauen.
- 1:28:03Vielen Dank, Frau Kollegin. Wenn Sie
- 1:28:05gestatten noch die Kollegin von der
- 1:28:07Grün, die Gegenfinanzierung
- 1:28:09beraten wir gerade in der
- 1:28:10Bundesregierung. Entschuldigung, dass
- 1:28:11ich Ihre Frage nicht dann direkt auch
- 1:28:12beantwortet habe und das Ziel ist es am
- 1:28:1530.9.
- 1:28:17also nächsten Mittwoch die
- 1:28:18Gegenfinanzierung vorzulegen und im
- 1:28:19Kabinett äh einen Beschluss äh zu fassen
- 1:28:22zu der zu dem neuen Pflegere
- 1:28:23Neuordnungsgesetz. Das ist aber nur und
- 1:28:25das ist die Brücke ähm ein Gesetz, was
- 1:28:29jetzt hilft, um im nächsten Jahr äh noch
- 1:28:32funktionieren zu können. Aber für die
- 1:28:3330er Jahre brauchen wir mehr. Wir müssen
- 1:28:35das Thema Tagespflege noch mal angehen,
- 1:28:37das Thema Kommunen äh und das Thema,
- 1:28:40dass die Einzahlung, die Auszahlung
- 1:28:41decken.
- 1:28:42Danke schön.
- 1:28:44Damit kommen wir zur nächsten Hauptfrage
- 1:28:47für die Fraktion Bündnis 90. Die Grün
- 1:28:50hat jetzt das Wort der Abgeordnete Robin
- 1:28:52Wagener.
- 1:28:54Jetzt kommt noch.
- 1:28:58Vielen Dank, Frau Präsidentin, Herr
- 1:28:59Minister Pistorius. Nachdem klar wurde,
- 1:29:02dass auf absehbare Zeit ein Einsatz in
- 1:29:04der Straße von Hormos nicht möglich sein
- 1:29:06wird, haben wir im Sommer erlebt, wie
- 1:29:08das Minenjagdboot Fulder und Tender
- 1:29:10Mosel zurückverlegt wurden ins
- 1:29:11Mittelmeer, nachdem die Besatzung
- 1:29:13teilweise monatelang unter auch unter
- 1:29:15erschwerten Bedingung dann zum Teil im
- 1:29:17Hafen von Jibouti eingesetzt waren. Ich
- 1:29:19weiß aus Gesprächen mit Soldaten, dass
- 1:29:22das Warten auf einen Einsatz und die
- 1:29:24Ungewissheit, ob jemals etwas passieren
- 1:29:26wird, besonders zermürbend ist. Jetzt
- 1:29:28kann man sagen, ist halt deren Auftrag,
- 1:29:30aber ich finde, man kann genauso sehen,
- 1:29:32dass hinter jedem Soldaten auch Familien
- 1:29:34stehen und ein eine Trennung ohne
- 1:29:36irgendeine Aussicht ähm nicht wirklich
- 1:29:39förderlich dafür ist. Und ich finde, es
- 1:29:40ist unsere Verantwortung darauf zu
- 1:29:41achten. Warum haben Sie diese beiden
- 1:29:45Boote nicht sofort zurück nach
- 1:29:46Deutschland geholt, sondern erstmal in
- 1:29:47dem Raum belassen? Und warum rotieren
- 1:29:49sie jetzt mit Tender reihen wieder
- 1:29:51erneut rein, um diese
- 1:29:52Einsatzbereitschaft noch länger
- 1:29:53aufrechtzuhalten, obwohl doch
- 1:29:54offensichtlich ist, dass die
- 1:29:56Voraussetzung in der Straße von Hortemos
- 1:29:57auf längere Zeit nicht gegeben sein
- 1:29:59werden, weil sich das iranische Regime
- 1:30:00dieses Faustfand nicht aus der Hand
- 1:30:02nehmen lassen wird.
- 1:30:04Präsidentin, sehr geehrte Herr Kollege,
- 1:30:06ich teile zunächst ihre Einschätzung,
- 1:30:07was unsere Soldatinnen und Soldaten vor
- 1:30:09Ort angeht. Das ist in der Tat für die
- 1:30:10eine große Herausforderung zu warten auf
- 1:30:13ein sein Einsatz ohne zu wissen, ob und
- 1:30:15wann er kommt. Wir haben uns
- 1:30:16entschieden, den Tender rein
- 1:30:17runterzuschicken, um den Tender Mosel
- 1:30:19rauszulösen, weil wir sagen, noch ist
- 1:30:22die Situation unklar. Wir haben sie
- 1:30:24zurückgezogen, um Risiken zu minimieren,
- 1:30:27vernünftige Übungstätigkeiten, statt
- 1:30:29Langeweile zu ermöglichen. Wir werden
- 1:30:31überprüfen, wöchentlich, wie lange wir
- 1:30:34diesen Zustand noch anhalten lassen
- 1:30:35wollen. Ist eine Entscheidung, die wir
- 1:30:36innerhalb der Bundesregierung treffen.
- 1:30:38Übrigens immer auch in Abstimmung mit
- 1:30:39unseren Partnern. Immer mit Blick
- 1:30:41darauf, was ich in der Straße von der
- 1:30:43Mus ere kann.
- 1:30:46Vielen Dank, Herr Minister. Ich bleibe
- 1:30:47beim Minenräumen. Die Minentaucher
- 1:30:51leisten lebensgefährliche Arbeit unter
- 1:30:53wirklich schweren Bedingung in großer
- 1:30:55Tiefe. Teils im Dunkeln müssen Tasten.
- 1:30:57Welche Minen Sie haben, müssen Sie
- 1:30:58händisch äh dann entschärfen. Dafür
- 1:31:01erhalten Sie eine monatliche Zullage von
- 1:31:03550 € die ich ehrlich gesagt für diese
- 1:31:06gefährliche Tätigkeit für beschämend
- 1:31:08niedrig finde. Aus ihrem Haus weiß ich,
- 1:31:09dass Sie nicht planen, diese Zulage
- 1:31:11anzupassen, höchstens inflationsbedingt
- 1:31:13mit allen zu anzuheben. aber nicht
- 1:31:16besonders diese Leistung der Mientaucher
- 1:31:17zu honorieren. Ist das tatsächlich ihre
- 1:31:19Einschätzung, dass die 550 € das
- 1:31:22entsprechend abgelten?
- 1:31:25Der Herr Kollege, ich weiß ja um ihr
- 1:31:27Engagement bei diesem Thema und
- 1:31:28respektiere und schätze das sehr. Sollte
- 1:31:31sie aber nicht dazu verleiten, mir zu
- 1:31:32unterstellen, mir sei das wurscht. Wir
- 1:31:34haben das Problem, dass wir bei allen
- 1:31:35Zulagen, über die wir reden, immer über
- 1:31:37ein Zulagensystem innerhalb des gesamten
- 1:31:39öffentlichen Dienstes reden. Eine Zulage
- 1:31:42dort erhöht bedeutet einen Anspruch
- 1:31:43dort. Das muss abgewogen werden. Ich
- 1:31:45könnte mir das vorstellen. Mir erscheint
- 1:31:47das auch zu niedrig, aber das Konstrukt
- 1:31:49ist etwas komplizierter, als es ihre
- 1:31:51Fragestellung nahelgt.
- 1:31:55Ich sehe hier keine Nachfragen. Ähm
- 1:31:58deswegen hat jetzt äh zur nächsten Frage
- 1:32:00das Wort die Abgeordnete Claudia Meu für
- 1:32:03die SPD Fraktion.
- 1:32:07Ähm, meine Frage geht an den
- 1:32:09Bundesminister für Gesundheit.
- 1:32:12Oh, du
- 1:32:14ja, sehr geehrter Herr Minister, ich
- 1:32:16wünsche Ihnen zunächst einmal eine
- 1:32:18glückliche Hand in Ihrem neuen Amt und
- 1:32:21äh Sie wissen, zahlreiche Zuschriften
- 1:32:23zur Pflegereform sprechen Bände. Teile
- 1:32:26der Bevölkerung sind zumindest
- 1:32:28verunsichert.
- 1:32:29Als SPD unterstützen wir die von uns
- 1:32:32ohnehin geforderte Rücknahme der
- 1:32:34geplanten Einsparungen bei den
- 1:32:37Rentenversicherungsbeiträge
- 1:32:39für pflegende Angehörige. Sie haben uns
- 1:32:41hier an ihrer Seite.
- 1:32:44Meine Frage: Welche weiteren Akzente
- 1:32:46wollen Sie setzen und welche Botschaft
- 1:32:49haben Sie für die Betroffenen und Ihre
- 1:32:51Angehörigen? Wer muss in der Pflege mehr
- 1:32:53Verantwortung übernehmen?
- 1:32:57Also, erstmal ähm bin ich vor wenigen
- 1:32:59Wochen ins Amt gekommen und der
- 1:33:01Vorschlag lag bereits vor. Er war noch
- 1:33:03nicht im Kabinett, aber er war in großen
- 1:33:05Teilen geeint und deswegen habe ich den
- 1:33:07auch von meiner Vorgängerin übernommen
- 1:33:09und habe mich fokussiert auf den Punkt
- 1:33:12ähm auf den Renten auf das
- 1:33:13Rentenpunktthafliegenden
- 1:33:15Angehörigen und da sind wir gerade dabei
- 1:33:17eine Gegenfinanzierung zu finden, was
- 1:33:19natürlich total schwierig ist in einem
- 1:33:21System, wo man 10% einsparen muss und
- 1:33:25darüber hinaus glaube ich brauchen wir
- 1:33:26in Deutschland eine viel stärkere
- 1:33:29Unterstützung der häuslichen Pflege,
- 1:33:30wenn Sie sich andere Länder ansehen, wie
- 1:33:32Spanien z.B. Dort haben die in der
- 1:33:35Bevölkerung noch mal ein ganz ganz
- 1:33:37anderes in Anführungsstrichen Image und
- 1:33:40ähm es gibt viele Menschen in
- 1:33:41Deutschland, die viel leisten, die aber
- 1:33:43nicht jeden Tag in der Zeitung stehen
- 1:33:44und das ist unsere Aufgabe als Politiker
- 1:33:47hier in diesem hohen Hause diese
- 1:33:49Menschen in die Zeitung zu bringen. Und
- 1:33:51deshalb gehe ich dieses Thema an.
- 1:33:57Äh Nachfrage: Wird die Bundesregierung
- 1:33:59dafür sorgen, dass die Zahlungsfähigkeit
- 1:34:01der Pflegeversicherung in diesem Jahr
- 1:34:04weiter sichergestellt wird? Wird der
- 1:34:06Staat hier erneut einspringen und in
- 1:34:09welcher Höhe?
- 1:34:10Es läuft bereits ein Darlehen in Höhe
- 1:34:12von 3,2 Milliarden Euro. Die Experten
- 1:34:15aus meinem Hause und die Experten aus
- 1:34:17dem Bundesministerium für Finanzen
- 1:34:19gutachten das gerade. Aber es sieht so
- 1:34:22aus, dass das Geld nicht reichen wird.
- 1:34:24Es werden einige hundert Millionen
- 1:34:27fehlen und deshalb müssen wir noch mal
- 1:34:29in den Haushalt und da bitte ich auch um
- 1:34:31Unterstützung ähm dass wir das
- 1:34:33durchbekommen. Aber dieses Beispiel
- 1:34:35zeigt, dass die Pflegeversicherung an
- 1:34:37sich nicht auf Zukunft eingestellt ist
- 1:34:39und deswegen brauchen wir diese
- 1:34:40Kommission, damit wir auch
- 1:34:42Planungssicherheit für alle Menschen in
- 1:34:43Deutschland auch in den 30er Jahren
- 1:34:45bekommen.
- 1:34:49Jetzt hat das Wort für eine Nachfrage
- 1:34:51der Abgeordnet Johannes Wagner von
- 1:34:53Bündnis die Grünen.
- 1:34:55Vielen Dank Frau Präsidentin. Herr
- 1:34:57Minister, Pflegebedürftige und ihre
- 1:34:59Angehörige haben viele Sorgen. Die
- 1:35:00Pflegereform,
- 1:35:02die jetzt kommt und vielleicht einige
- 1:35:03Sachen kürzt, ist eine davon. Eine
- 1:35:04andere ist aber das Klima. In diesem
- 1:35:07Jahr war es in Deutschland so heiß wie
- 1:35:09noch nie zuvor. Es sind über 16 000
- 1:35:11Menschen an Hitze gestorben. Viele
- 1:35:13ältere Menschen waren darunter, auch
- 1:35:15pflegebedürftige Menschen waren
- 1:35:16darunter. Und von der Bundesregierung
- 1:35:18kommt sehr wenig dazu, wie gedenken Sie
- 1:35:20in Zukunft Menschen, ältere Menschen in
- 1:35:23Einrichtungen, Pflegeinrichtungen, auch
- 1:35:24in Krankenhäusern vor der Klimakrise,
- 1:35:26vor diesen Hitzewellen besser zu
- 1:35:27schützen?
- 1:35:29Vielen Dank, Herr Kollege. Ähm, wir
- 1:35:32haben ähm de facto 40, 50% der Räume in
- 1:35:36den Krankenhäusern und Pflegeheimen, die
- 1:35:38nicht gekühlt sind und richtig gut
- 1:35:40gekühlt, äh nur 10 %. Das zeigt schon,
- 1:35:43dass wir nicht gut genug vorbereitet
- 1:35:45sind, auch für die nächsten Jahre. Ich
- 1:35:47habe in der letzten Woche mit der
- 1:35:49Bildungsministerin gesprochen, weil sie
- 1:35:51ähnliche Herausforderung hat im Kita
- 1:35:53Bereich, im schulischen Bereich und äh
- 1:35:55man kann ja auch ähm verschiedene Fonds
- 1:35:58nutzen. Natürlich ist das Thema
- 1:36:00Investition in Pflegeheim ähm Ländertha.
- 1:36:03Ich will es aber trotzdem nicht
- 1:36:04wegschieben, weil die Menschen sich
- 1:36:05nicht dafür interessieren, ob
- 1:36:06Länderbund, sondern wir wollen Maßnahmen
- 1:36:08treffen, dass das in den nächsten Jahren
- 1:36:09besser wird.
- 1:36:12Und eine weitere Nachfrage hat
- 1:36:14abgeordnet Simone Fischer.
- 1:36:18Wir haben aber schon für
- 1:36:21sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr
- 1:36:22Minister Linnemann, sie haben gestern
- 1:36:24Abend im Kanzleramt auch über Pflege das
- 1:36:27Thema Pflege beraten. Vielleicht können
- 1:36:30Sie uns sagen, was wurde konkret dort
- 1:36:32für die Pflege auch vereinbart. Und
- 1:36:34nachdem der Herr Bundeskanzler haben wir
- 1:36:36gehört, dass Nebeneinander von Pflege,
- 1:36:38von privater und ähm gesetzlicher auch
- 1:36:41Pflegeversicherung ja als
- 1:36:43Gerechtigkeitsproblem bezeichnet hat.
- 1:36:45Haben Sie sich vielleicht auch darauf
- 1:36:47verständigt, einen Finanzausgleich
- 1:36:49zwischen privater und sozialer
- 1:36:51Pflegeversicherung
- 1:36:53ähm auf den Weg zu bringen oder wie
- 1:36:55sehen Sie hier auch konkrete
- 1:36:57Möglichkeiten?
- 1:37:01Frau Kollegin, wir befinden uns gerade
- 1:37:03in der Abstimmung in der
- 1:37:05Bundesregierung, um nächste Woche am
- 1:37:07Mittwoch das Bundeskabinett mit dem
- 1:37:09Pflegeneuordnungsgesetz zu erreichen.
- 1:37:11Aber ich bitte um Verständnis, dass ich
- 1:37:13äh über Gespräche, die im Kanzleramt in
- 1:37:15der Abstimmung in dieser Form und in
- 1:37:17dieser Zeit stattfinden, nicht berichten
- 1:37:19kann und nicht werde.
- 1:37:24Und die letzte Nachfrage hat der
- 1:37:25Abgeordnete Martin Sichert von der AfD
- 1:37:27Fraktion.
- 1:37:29Ja, Herr Linnemann, Sie haben ja gesagt,
- 1:37:31Sie wollen in der Pflegerund 10 %
- 1:37:33einsparen. Die Zahl der
- 1:37:34Pflegebedürftigen steigt, die
- 1:37:35Pflegebeiträge sollen nicht steigen. Die
- 1:37:38Frage ist, wo sollen diese 10 %
- 1:37:39eingespart werden? Bei den
- 1:37:41Pflegekräften, bei den
- 1:37:42Pflegebedürftigen, bei den Leistungen?
- 1:37:43Wo planen Sie diese Einsparungen?
- 1:37:47Also, wir werden, wir haben im Moment
- 1:37:49mehr als 6 Millionen Pflegebedürftige in
- 1:37:51Deutschland, mehr als 4 Millionen werden
- 1:37:53zu Hause gepflegt und ihre Frage zeigt
- 1:37:56ähm wie schwierig die Antwort ist. Wir
- 1:37:58werden das hinbekommen, dass wir das
- 1:38:00gegen finanzieren. Da gibt's
- 1:38:01verschiedene Möglichkeiten im System.
- 1:38:04Gleichzeitig werde ich nicht locker
- 1:38:06lassen, weiterhin deutlich zu machen,
- 1:38:07dass es auch noch sogenannte
- 1:38:09Coronahilfen gibt, die zurückgezahlt
- 1:38:11werden müssen. Äh, aber ihr Beispiel
- 1:38:14zeigt, wir müssen diese Kommission so
- 1:38:15aufstellen, dass wir uns nicht jedes
- 1:38:17Jahr hier treffen und über die
- 1:38:18Finanzierungsfrage
- 1:38:19streiten, sondern dass es ein
- 1:38:21Finanzierungskonzept auch für die
- 1:38:22nächsten 10, 20 Jahre gibt.
- 1:38:26Und die nächste Frage stellt für die
- 1:38:29Fraktion Die Linke der Abgeordnete
- 1:38:31Ulrich Hoden.
- 1:38:35Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine
- 1:38:37Frage geht an den Bundesminister der
- 1:38:38Verteidigung. Herr Minister, das ARD
- 1:38:41Magazin Kontrast hat in der vergangenen
- 1:38:42Woche am 17. September über auffällige
- 1:38:45Kostenexplosion bei Beschaffungsvorhaben
- 1:38:47berichtet. Konkret möchte ich fragen
- 1:38:49nach dem Panther 8 x 8 des Herstellers
- 1:38:51Rosenbauer. Es handelt sich um ein
- 1:38:54Flughafen Löschflugzeug äh Lösch
- 1:38:57Fahrzeug. Wenn zivile Flughafenbetreiber
- 1:39:00dieses kaufen, dann zahlen sie dafür
- 1:39:02900.000 € pro Stück weniger und das,
- 1:39:04obwohl die Bundeswehr mit 35 Stück einen
- 1:39:07Großkauf getätigt hat. Begründet wird es
- 1:39:10mit weiteren Leistungen vom Ministerium,
- 1:39:12die man mit eingekauft hat. Welche
- 1:39:13Leistungen sind das denn konkret?
- 1:39:17Sehr geehrter Herr Kollege, das kann ich
- 1:39:18ihn leider aus der Hand nicht
- 1:39:20beantworten. Das reiche ich gerne nach.
- 1:39:24Dann bin ich sehr gespannt. Dann bleibe
- 1:39:25ich aber bei demselben Gerät. Gegenüber
- 1:39:28Kontraste gibt ihr
- 1:39:29Verteidigungsministerium an, die
- 1:39:30Fahrzeuge hätten, ich zitiere, eine
- 1:39:32erweiterte militärische Ausstattung für
- 1:39:34den weltweiten Einsatz. Jetzt frage ich
- 1:39:36mich bei einem Flughafen Löschfahrzeug.
- 1:39:39Was sind diese militärischen
- 1:39:41Anpassungen, die für diesen Einsatz
- 1:39:43offensichtlich nötig sind? äh und die ja
- 1:39:46dann der Beschaffung der
- 1:39:47kostengünstigeren marktgängigen Variante
- 1:39:49im Wege stehen.
- 1:39:54Genutztes Feuerlöschflag
- 1:39:56Feuerlöschflugzeug hat
- 1:39:58nachvollziehbarerweise,
- 1:40:00Entschuldigung, nachvollziehbarweise
- 1:40:03auch unter Anständen andere
- 1:40:04Einsatzgebiete zu bewältigen als nur
- 1:40:06einen deutschen Flughafen. Von daher
- 1:40:08nehme ich an, dass die Antwort meines
- 1:40:10Hauses sich genau darauf bezieht.
- 1:40:15Hierzu gibt's keine weiteren Nachfragen.
- 1:40:17Und wir kommen zur nächsten Runde für
- 1:40:20die AfD Fraktion. Ähm fragt jetzt der
- 1:40:23Abgeordnete Dr. Daniel Zerbin.
- 1:40:32Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin, Herr
- 1:40:34Minister Pistorius. Äußere und innere
- 1:40:37Sicherheit verschmelzen immer weiter
- 1:40:39zusammen und wir haben ja viele Zitate
- 1:40:41schon dazu hier in diesem hohen Haus
- 1:40:43gehört und sie haben ja auch selber
- 1:40:44schon gesagt, dass wir zwar keinen Krieg
- 1:40:47haben, aber auch keinen Frieden mehr.
- 1:40:49Hinter diesem Hintergrund könnte man
- 1:40:51sagen, gerade bei äußeren Sicherheit,
- 1:40:54äußeren und inneren Sicherheit könnte
- 1:40:55die Fältigertruppe, die Militärpolizei
- 1:40:57der Bundeswehren wichtige
- 1:40:59Scharnierfunktionen erfüllen und sie ist
- 1:41:01ja gerade auch beim Oppplanen in
- 1:41:02Deutschland wichtig, was die Verlegung
- 1:41:04angeht. Vor diesem Hintergrund frage ich
- 1:41:06Sie, warum die Fältiger eher
- 1:41:08stiefmütterlich behandelt werden. Jetzt
- 1:41:10in drei Punkten, was den Personalansatz
- 1:41:12angeht, ist ja Brigade äivalent. Dann
- 1:41:15die Verordnung in der Bundeswehr gehört
- 1:41:17ja zu den Unterstützern. Sie hat aber
- 1:41:18auch über auch Überwachungsaufgaben und
- 1:41:20dann drittens, was die rechtlichen
- 1:41:22Grundlagen angeht, also wir haben ja
- 1:41:23kein Militärpolizeigesetz so ähnlich,
- 1:41:25wie wir das beim Bund haben oder bei den
- 1:41:27Länderpolizeien. Das wäre meine Frage.
- 1:41:31Sehr geehrter Kollege, wir arbeiten
- 1:41:32genau an diesen Grundlagen von einer
- 1:41:34personellen Unterbesetzung. Der
- 1:41:35Feldjäger kann nicht die Rede sein. Sie
- 1:41:37sind bedarfsgerecht ausgestattet. Wir
- 1:41:39überprüfen die Bedarfe permanent auch
- 1:41:41angesichts der Aufgaben, die sich
- 1:41:43verändern und das werden wir auch in
- 1:41:45Zukunft tun, sodass keine Rede davon
- 1:41:47sein kann, dass hier eine
- 1:41:48stiefmütterliche Behandlung oder
- 1:41:50ähnliches erfolgt.
- 1:41:52Eine Nachfrage, Frau Präsidentin, Sie
- 1:41:55hatten ja gerade auch den Vorfall in
- 1:41:56Leipzig angesprochen, das nicht der
- 1:41:57einzige Drohnenvorfall, sonst gibt auch
- 1:41:59Drohenvorfälle über Kasernen und da sind
- 1:42:01dann auch Fältiger auch teilweise dabei
- 1:42:03gewesen und sie agieren nach einem
- 1:42:05unmittelbaren Zwanggesetz der
- 1:42:06Bundeswehr. ist ja eigentlich das
- 1:42:07Wachtdienstgesetz der Bundeswehr. Halten
- 1:42:09Sie das für ausreichend, insbesondere
- 1:42:12aufgrund der Drohenabwehr der
- 1:42:13notwendigen und auch der Strafverfolgung
- 1:42:16im Bezug auf der Drohenabwehr?
- 1:42:18Frau Präsident, Herr Kollege, wir
- 1:42:19arbeiten an einer Modernisierung der
- 1:42:21rechtlichen Grundlagen für die
- 1:42:22Feldjäger.
- 1:42:24Eine Nachfrage gibt es aus der AfD
- 1:42:26Fraktion von dem Abgeordneten Martin
- 1:42:28Sischert.
- 1:42:29Ja, der Kollege hat ja gerade
- 1:42:31angesprochen den Drohnenvorfall in
- 1:42:33Leipzig. Da wäre meine konkrete Frage.
- 1:42:35Ähm will man nicht seitens der
- 1:42:37Bundesregierung hingehen, dass man
- 1:42:39künftig Rüstungsgüter nur noch über die
- 1:42:41Militärflughäfen transportiert? Weil es
- 1:42:43ist ja sehr schwierig, wenn wir jetzt
- 1:42:45die deutschen Zivilflughäfen zu
- 1:42:47Versorgungslinien in einem Kriegsgebiet
- 1:42:50faktisch machen und damit gegebenenfalls
- 1:42:52zu Anschlagszielen. Äh was natürlich
- 1:42:54eine massive Gefährdung auch der zivilen
- 1:42:56Luftreisenden ist. Ähm, warum geht man
- 1:42:58da nicht hin und verlegt diese ganzen
- 1:43:00Rüstungstransporte und die ganzen
- 1:43:02Munitionstransporte auf die
- 1:43:03Militärflughelfen?
- 1:43:06Herr Kollege, Abgeordneter, ich nehme
- 1:43:08erstmal
- 1:43:10mit erfreutem Erstaun zur Erkenntnis,
- 1:43:11dass Sie erstmals einräumen, dass es
- 1:43:13eine Bedrohung aus Moskau gibt, die sich
- 1:43:15auf deutschen Flughäfen niederschlägt.
- 1:43:17Das ist ein Sinneswandel offenbar. Mal
- 1:43:18sehen, wie lange der anhält. Im übrigen
- 1:43:21weiß ich nicht, woher sie zu der wie Sie
- 1:43:22zu der Annahme kommen, dass auf dem
- 1:43:24Flughafen Militärgüter umgeschlagen
- 1:43:26worden sind in diesem Kontext. Ich kann
- 1:43:27diese Annahme nicht bestätigen.
- 1:43:33Und wir kommen zur nächsten Hauptfrage.
- 1:43:35Ähm für die CDU CSU Fraktion hat jetzt
- 1:43:38das Wort die Abgeordnete Diana
- 1:43:40Herbstreut.
- 1:43:47Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 1:43:49Frage richtet sich an unseren
- 1:43:50Bundesminister der Verteidigung, Herrn
- 1:43:52Boris Pistorius. Der neue Wehrdienst, er
- 1:43:54ist ja nun eines der Kernelemente der
- 1:43:57Bundesregierung.
- 1:43:58Wir wollen dieses zentrale Vorhaben, die
- 1:44:01Einsatzbereitschaft der Bundeswehr
- 1:44:03steigern. Wir wollen das Interesse von
- 1:44:04jungen Menschen an der Bundeswehr
- 1:44:06ebenfalls steigern. Und natürlich wollen
- 1:44:08wir eine Antwort haben auf die
- 1:44:09sicherheitspolitischen Herausforderung
- 1:44:11auch in der Zukunft. Nun liegen 9 Monate
- 1:44:14zurück und die Zahlen, die Sie
- 1:44:15präsentiert haben, sind wunderbar und äh
- 1:44:18wir wissen, dass der neue Wrdienst eine
- 1:44:20wirklich gute Entwicklung hat, was die
- 1:44:22Zahlen per se angeht und das ist ein
- 1:44:23wirklich sehr gutes Signal von uns auch
- 1:44:26da nach draußen. Aber ich möchte an dem
- 1:44:28Punkt anhalten, Zahlen allein zeigen
- 1:44:30eben noch nicht per se ist das Interesse
- 1:44:33wirklich gestiegen und können wir diese
- 1:44:34jungen Menschen auch auf Zeit bei uns
- 1:44:36wirklich binden? Und dach zielt meine
- 1:44:40Frage ab, haben wir Potenzial und
- 1:44:42Nachsteuerungsbedarf bei der Ansprache
- 1:44:44für unsere jungen Menschen?
- 1:44:48Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau
- 1:44:49Kollegin, der neue Werdienst ist bis
- 1:44:52heute stand heute ein Erfolg, wie Sie
- 1:44:54richtigerweise sagen. Wir haben hohe
- 1:44:57Bewerberzahlen, wir haben bei der
- 1:44:59Werfassung sogar schon 1000 Einplanung
- 1:45:03für dieses Jahr aus dem Kreis derjenigen
- 1:45:05generieren können, die jetzt erst 18
- 1:45:07geworden sind und das erste Mal die
- 1:45:09Erfassung bekommen haben. eine große
- 1:45:11Zahl, auch wenn die Zahl der
- 1:45:13Erfassungsbögen 450 000 ist, aber diese
- 1:45:16Zahl der Fragebögen richtet sich ja an
- 1:45:1718-jährige, die in der Regel noch gar
- 1:45:19nicht zur Verfügung stehen. Trotzdem
- 1:45:21haben wir aus diesem Kreis schon 1000 äh
- 1:45:23wie gesagt
- 1:45:25eingestellt und nächstes für nächstes
- 1:45:27Jahr schon 600. Also von daher ja, wir
- 1:45:29sprechen gezielt an. 20% derjenigen, die
- 1:45:33die Erfassungsbürgen zurückschicken,
- 1:45:35zeigen ein Interesse und wollen
- 1:45:37angesprochen werden und das tun wir dann
- 1:45:39je nachdem, welchen
- 1:45:40Verfügbarkeitszeitraum sie angegeben
- 1:45:41haben.
- 1:45:42Mhm. Eine Nachfrage hätte ich noch.
- 1:45:45Würden Sie das Potenzial auch für die
- 1:45:48weibliche Bevölkerung, die ja auch ein
- 1:45:50enormen Teil ist, auch noch ein bisschen
- 1:45:51in der Ansprache erweitern können?
- 1:45:55Frau Kollegin, äh die auch alle jungen
- 1:45:57Frauen bekommen ja, wie Sie wissen, den
- 1:45:59Erfassungsbogen der der Rücklauf dieser
- 1:46:02Fragebögen ist bei den weiblichen
- 1:46:03Empfängern sehr gering. Daran arbeiten
- 1:46:06wir, aber es ist nicht so ganz einfach
- 1:46:07nach wie vor die Frauen, die sich für
- 1:46:09uns interessieren, sind interessieren
- 1:46:11sich vor allen Dingen für und fürs
- 1:46:12Unterstützungskommando.
- 1:46:16Es gibt noch eine Nachfrage aus der CDU
- 1:46:18CSU Fraktion.
- 1:46:24Ähm Präsidentin, sehr geehrter Herr
- 1:46:27Minister, wir wissen alle, der
- 1:46:29Wasserkopf macht es uns nicht einfacher
- 1:46:31und ich würde gern von der
- 1:46:33Bundesregierung oder auch von ihrem Haus
- 1:46:35wissen, wie wir planen genau das zu
- 1:46:38ändern, damit wir dann auch in den
- 1:46:40Truppen, wo wir die stärkere ähm
- 1:46:43Zentrierung der Kräfte brauchen, ähm wie
- 1:46:45wir da vorgehen und was der Plan ist.
- 1:46:48Ich
- 1:46:50muss leider unüblicherweise mit einer
- 1:46:52Gegenfrage antworten. Welchen Wasserkopf
- 1:46:54meinen Sie?
- 1:46:57Die Frage müssen Sie mal
- 1:46:59untereinanderklären. Jetzt haben wir
- 1:47:01noch eine weitere Nachfrage aus der CDU
- 1:47:03CSU Fraktion.
- 1:47:07Ganz herzlichen Dank. Ähm, wir haben in
- 1:47:09der Bundeswehr unverändert, aber auch
- 1:47:11noch immer eine hohe Anzahl von
- 1:47:13Menschen, die den Dienst quittieren und
- 1:47:16nach begonnen Dienst die Truppe wieder
- 1:47:18verlassen. Mit welchen Maßnahmen will
- 1:47:20das Bundesverteidigungsministerium
- 1:47:23versuchen, Menschen, die sich einmal für
- 1:47:24die Truppe entschieden haben zu halten
- 1:47:27und welche konkreten Maßnahmen wollen
- 1:47:28sie unternehmen, um den Dienst auch für
- 1:47:31junge Menschen auf Dauer attraktiver zu
- 1:47:33machen?
- 1:47:35Präsidentin, Herr Kollege, in der Tat
- 1:47:37die Abbruchquote liegt im Schnitt bei
- 1:47:38etwas unter 25%.
- 1:47:41Das ist allerdings, wenn man das mit
- 1:47:42anderen Ausbildungsberufen und ich habe
- 1:47:44mich mal mit Handwerkskammern und
- 1:47:45Handelskammern darüber unterhalten, das
- 1:47:47vergleicht mit anderen
- 1:47:48Ausbildungsberufen, dann liegt die Quote
- 1:47:50dort teilweise sogar noch deutlich
- 1:47:52drüber bis weit über 30%. Das ist jetzt
- 1:47:54kein Trost für uns, macht aber deutlich,
- 1:47:56dass es ein grundsätzliches eine
- 1:47:58grundsätzliche Herausforderung dafür
- 1:47:59darstellt, unter welchen Bedingungen
- 1:48:01sich junge Menschen für einen Weg A, B
- 1:48:02oder C entscheiden. Da, wo wir es
- 1:48:04beeinflussen können durch die Frage,
- 1:48:06warum scheidet ihr aus? Welche Maßnahmen
- 1:48:09können wir selber ergreifen aus eurer
- 1:48:11Perspektive, damit ihr nicht hättet
- 1:48:13abbrechen müssen? Daran arbeiten wir
- 1:48:14intensiv.
- 1:48:15Vielen Dank. Und wir kommen zur nächsten
- 1:48:18Hauptfrage für Bündnis 90. Die Grünen
- 1:48:21hat jetzt das Wort der Abgeordnete
- 1:48:22Johannes Wagner.
- 1:48:26Vielen Dank, Frau Präsidentin. Herr
- 1:48:28Minister Lindemann, als Ampel haben wir
- 1:48:31die Kinderkrankentage von 10 auf 15 Tage
- 1:48:34bei Eltern und bei allein auf 30 Tage
- 1:48:36erhöht. Ziel war es, die Familien
- 1:48:38strukturell zu entlasten. Diese Regelung
- 1:48:41läuft Ende des Jahres aus und bisher
- 1:48:43gibt es keinerlei Anstalten der
- 1:48:44Bundesregierung, diese Regelung auch
- 1:48:46danach zu verlängern. Es scheint so, als
- 1:48:48wollten sie Geld einsparen auf den
- 1:48:50Kosten von Eltern, die kranke Kinder zu
- 1:48:52Hause haben. Deswegen meine Frage an
- 1:48:53Sie: Können wir uns darauf verlassen,
- 1:48:55dass Sie sich dafür einsetzen werden,
- 1:48:56dass auch im nächsten Jahr kranke Eltern
- 1:48:5915 bzw. 30 Kinderkrankentage haben?
- 1:49:07Das ist eine Regel, die wir eingeführt
- 1:49:09haben während Corona, die es vorher auch
- 1:49:11nicht gab und wir insgesamt, glaube ich,
- 1:49:14als Politik gut daran tun, dass
- 1:49:16Sonderregeln, die es zu Corona gab, ähm
- 1:49:18wieder zurückgenommen werden.
- 1:49:25Bitte.
- 1:49:26Die kranken Kinder werden ja behandelt
- 1:49:28in Kinderarztpraxen und auch die bei
- 1:49:31denen wird ja gekürzt im
- 1:49:32Weitertabilisierungsgesetz. Ich möchte
- 1:49:34Sie fragen, Herr Minister, das war Ihre
- 1:49:36Vorgängerin. Sehen Sie es auch erstes
- 1:49:37richtig an, dass bei den Kinderärzten
- 1:49:39und Hausärzten genau wie bei der
- 1:49:40Psychotherapie jetzt eingespart wird und
- 1:49:42auch bei der Weiterbildung die
- 1:49:44Kinderärzte nicht dieselbe Förderung
- 1:49:45erhalten wie andere Arztrichtungen, z.B.
- 1:49:47die Allgemeinmedizin. Was werden Sie
- 1:49:50tun, um die Kinderärzte im Land zu
- 1:49:52unterstützen?
- 1:49:55Die Kinderärzte spielen eine ganz
- 1:49:58zentrale Rolle im neuen
- 1:49:59Primärversorgungssystem
- 1:50:01und bekommen da die volle Unterstützung,
- 1:50:03weil gerade die Vorsorgethemen und
- 1:50:05alles, was mit Kindern und Jugendlichen
- 1:50:06zu tun hat, ist entscheidend, gerade
- 1:50:09auch, weil es hier um Prävention geht
- 1:50:12und da spielen die eine große Rolle und
- 1:50:13deswegen äh werden wir das
- 1:50:15Primärversorgungssystem so aufstellen,
- 1:50:17dass gerade Kinderärzte und Hausärzte
- 1:50:19dort zentral sind.
- 1:50:23Zu einer Nachfrage hat jetzt das Wort
- 1:50:24der Abgeordnete Timon Chenus.
- 1:50:30Herr Linmann, Kinderkrankentage ist ein
- 1:50:31wichtiges Stichwort. Sie haben ja auch
- 1:50:32über Prävention gesprochen. Das
- 1:50:34gemeinsame Ziel muss ja sein, dass
- 1:50:36Kinder und Jugendliche weniger krank
- 1:50:38sind. Die Voraussetzung dafür ist eine
- 1:50:39gesunde Ernährung. Und jetzt verhandelt
- 1:50:41die Bundesregierung ja gerade über die
- 1:50:42Regelsätze im Bürgergeld. Sie sind ja
- 1:50:44eng verbunden mit dem Thema. Deswegen
- 1:50:46die Frage an Sie: Können Sie mir sagen,
- 1:50:48wie viel 13-jährigen Jugendlichen im
- 1:50:50Bürgergeld eigentlich am Tag für Essen
- 1:50:52zur Verfügung steht und halten Sie
- 1:50:53diesen Betrag ausreichend, damit man
- 1:50:56sich gesund ernähren kann? Und wenn
- 1:50:57nein, setzen Sie sich dafür ein, dass
- 1:50:59die Grundsicherung entsprechend für
- 1:51:00Kinder und Jugendliche erhöht wird.
- 1:51:04Das Bürgergeld wird berechnet anhand
- 1:51:07eines Warenkorbes. Das ist
- 1:51:08verfassungsrechtlich überprüft worden,
- 1:51:10liegt einige Jahre zurück, aber das ist
- 1:51:12überprüft worden, dass es den Bedarf so
- 1:51:14deckt. Und lassen Sie mir nicht noch
- 1:51:16persönlich sagen, es geht da nicht nur
- 1:51:18ums Geld, sondern es geht darum, dass
- 1:51:20wir den jungen Menschen helfen in der
- 1:51:23Gesundheitsbildung,
- 1:51:24in der Medienkompetenz,
- 1:51:26dass wir sie zu Menschen machen, die
- 1:51:28mündig sind und wissen, wie Prävention
- 1:51:31funktioniert. Und ich glaube, das ist
- 1:51:32mindestens genauso wichtig wie der
- 1:51:34monetäre Aspekt.
- 1:51:36Eine weitere Nachfrage hat Zoe Meer.
- 1:51:42Vielen Dank, Herr Gesundheitsminister.
- 1:51:43Beim Thema Jugendschutz will ich auch
- 1:51:44gerne mit reingehen. Die Industrie macht
- 1:51:46gerade massiven Druck, um Nikotinbeutel
- 1:51:48zu legalisieren. Wir wissen, dass gerade
- 1:51:50junge Menschen bei diesen Nikotinbeuteln
- 1:51:52oft schwach werden und die kämpfen dann
- 1:51:54ein Leben lang mit Sucht. Die Industrie
- 1:51:56sagt, da würden wir die Steuereinnahmen
- 1:51:57massiv steigern und ich würde mir
- 1:51:59wünschen, dass Ihr
- 1:52:00Gesundheitsministerium da eine ganz
- 1:52:01klare klare Ansage gibt, sagt, das wird
- 1:52:04nicht legalisiert, damit wir Jugendliche
- 1:52:06hier auch schützen. Können Sie dazu
- 1:52:08stimmen?
- 1:52:09Ja.
- 1:52:14Ja, ich stimme zu. Das ist eine das ist
- 1:52:17eine hochgradig gefährliche
- 1:52:19Einstiegsdroge und die sollten wir in
- 1:52:21Deutschland nicht salonfähig machen.
- 1:52:28Die Abgeordnung Simone Borsch hat jetzt
- 1:52:30noch das Wort zu einer weiteren
- 1:52:32Nachfrage.
- 1:52:37Vielen Dank, Frau Präsidentin. Äh, Herr
- 1:52:39Minister, vielleicht können Sie noch mal
- 1:52:41auf das äh B-Stab 2 eingehen, was jetzt
- 1:52:43äh kommt, weil oftmals jetzt gesagt
- 1:52:45wird, wir haben gekürzt bei
- 1:52:46Psychotherapeuten und ähnlichen und
- 1:52:48Kinderärzten und wir haben einiges vor
- 1:52:50auch da aus äh in in diesem Bereich
- 1:52:52wieder äh glattziehen und sie haben es
- 1:52:54ja vorhin schon angedeutet, aber da die
- 1:52:56äh falschen Anmerkungen immer
- 1:52:58wiederkommen, wäre es mir wirklich noch
- 1:52:59mal wichtig, dass sie das noch mal
- 1:53:00gerade ziehen und die noch mal sehr
- 1:53:01deutlich machen, was wir gerade jetzt
- 1:53:03vorhaben damit.
- 1:53:04Ja, vielen Dank, Frau Beuchert für die
- 1:53:07Frage. Ähm, sie sind ja Sprecherin der
- 1:53:09CDU CSU Gesundheit äh
- 1:53:12gesundheitspolitische Sprecherin der CDU
- 1:53:13CSU Fraktion und der Kollege Pantazis
- 1:53:16sitzt auch noch hier. Ich bekomme ja
- 1:53:18auch die Gespräche mit, die geführt
- 1:53:19werden. Ich habe nicht am einen Punkt
- 1:53:21ein Sens gesehen, weder in der Sache,
- 1:53:23dass es jetzt schnell umgesetzt wird, äh
- 1:53:25äh noch im im im Zeitrahmen. So. Und
- 1:53:28deshalb ähm werden wir das machen, dass
- 1:53:31gerade Kinder und Jugendliche
- 1:53:32weitergeschützt werden, laufende
- 1:53:34Behandlung ähm auch Akutfälle äh und das
- 1:53:38werden wir ohne wenn und aber so schnell
- 1:53:40wie möglich umsetzen.
- 1:53:43Und eine weitere Nachfrage hat der
- 1:53:46Abgeordn Dr. Paul Schmidt.
- 1:53:54Wenn das eigene Kind krank ist, braucht
- 1:53:55man schnell Medizin. Man braucht also
- 1:53:57eine Apotheke vor Ort, wo man die
- 1:53:58herbekommen kann. Sie haben am 15.
- 1:54:01September haben beim Apothekertag
- 1:54:03versprochen, die Vortaapotheken zu
- 1:54:05stabilisieren. Gleichzeitig hält ihr
- 1:54:07Stabilisierungsgesetz aber in der
- 1:54:09Deckelung der Apothek des
- 1:54:10Apothekenfixums fest, während des
- 1:54:12Apothekensterben insbesondere in der
- 1:54:14Fläche weitergeht.
- 1:54:16Welche konkreten Honorerhöhungen setzen
- 1:54:19Sie noch in diesem Jahr durch, um das
- 1:54:20Schließend weiterer Apotheken
- 1:54:22insbesondere in der Fläche zu
- 1:54:24verhindern?
- 1:54:25Herr Kollege, ich will Ihnen nicht zu
- 1:54:26nahe treten, aber die Information ist
- 1:54:29falsch. Das Gegenteil ist richtig. Das
- 1:54:31Fixum ist seit 2013 bei den Apotheken
- 1:54:34bei 8,35 €. Es wird jetzt zum 1.1.2027,
- 1:54:38das der zweite Schritt auf 9,50 € erhöht
- 1:54:40und jetzt kommt das Neue. Die
- 1:54:42Honorarverhandlungen,
- 1:54:43ja, werden in Zukunft zwischen den
- 1:54:46Apotheken ähm ähm und der GKV selbst
- 1:54:49gemacht. Das heißt, die können jährlich
- 1:54:51sogar äh verhandeln, dass sie nicht
- 1:54:53warten müssen noch mal 10, 12 Jahre, bis
- 1:54:56wir hier etwas beschließen. Also, die
- 1:54:58Information ist wirklich falsch, die Sie
- 1:55:00da haben.
- 1:55:05Und der Helge, der Abgeordnete Helge
- 1:55:07Limburg hat noch eine Nachfrage.
- 1:55:12Dank, Frau Präsidentin. Herr Minister
- 1:55:15Lindemann, ich möchte noch mal
- 1:55:16zurückkommen auf die Frage des Kollegen
- 1:55:18Wagner zu den Kinderkrankentagen,
- 1:55:20weil ich ehrlich gesagt ihre Antwort
- 1:55:22unglaublich finde. Sie sind
- 1:55:23Teilherminister eine Regierung, die beim
- 1:55:25Kinder sofortzuschlag kürzt. Sie sind
- 1:55:27Teil einer Regierung, die beim
- 1:55:28Unterhaltsvorschuss kürzt. Sie sind Teil
- 1:55:30einer Regierung, die beim Elterngeld
- 1:55:31kürzt. Und jetzt sagen Sie hier Lappi
- 1:55:34auf die Frage des Kollegen, ob es denn
- 1:55:36wenigstens die Perspektive gibt, dass
- 1:55:37die Kinderkrankentage für die Eltern,
- 1:55:39für die berufstätigen Eltern, die
- 1:55:41arbeiten müssen, dass die Regelung
- 1:55:43verlängert wird. Sagen Sie Lapida. Ja,
- 1:55:44das war halt aus der Coronazeit, die
- 1:55:46fahren wir zurück. Herr Minister, was
- 1:55:47sollen denn die Eltern machen, wenn die
- 1:55:49Kinder nach 10 Tagen noch nicht wieder
- 1:55:50gesund oder nach 20 Tagen? Was ist denn
- 1:55:52Ihre Vorstellung davon, wie man dann
- 1:55:53damit umgehen soll?
- 1:55:55Sie,
- 1:55:57also Sie tun jetzt so, Entschuldigung,
- 1:55:59aber als ob die Tage abgeschafft werden.
- 1:56:02Es werden 10 Tage sein, weil zwei sind
- 1:56:0520 Tage im Jahr und das hatten wir auch
- 1:56:07in den ganzen Jahren vor Corona. Punkt.
- 1:56:14Gut, die nächste Hauptfrage hat jetzt äh
- 1:56:18für die SPD Fraktion der Abgeordnete
- 1:56:21Falco Trossmann.
- 1:56:29Ähm äh Kollege Pistorius, ähm
- 1:56:34die
- 1:56:35leider wächst auch die militärische
- 1:56:38Bedeutung des Weltraums immer weiter an.
- 1:56:41Der französische Präsident hatte deshalb
- 1:56:43vor zwei Wochen zu einer großen
- 1:56:44internationalen Konferenz dazu
- 1:56:46eingeladen, an der auch Sie teilgenommen
- 1:56:48haben. Die Bundesregierung hatte in 2025
- 1:56:52eine erste Weltraumsicherheitsstrategie
- 1:56:54verabschiedet. Herr Minister, wie wird
- 1:56:56diese Weltraumstrategie in ihrem
- 1:56:58Geschäftsbereich denn konkret umgesetzt
- 1:57:01und wo stehen wir beim
- 1:57:02Fähigkeitsaufwuchs im Bereich Weltraum?
- 1:57:06Herr Minister, Präsidentin, sehr
- 1:57:08geehrter Herr Kollege, in der Tat die
- 1:57:09Weltraumsicherheitsstrategie, die erste
- 1:57:11ihre Art in der Geschichte Deutschlands,
- 1:57:13ist in der Umsetzung. Wir sind dabei ein
- 1:57:16European Space Component Command im
- 1:57:18Rahmen der äh Weltraum des
- 1:57:20Weltraumkommandos zu schaffen. Wir bauen
- 1:57:23eine resiliente
- 1:57:24Weltraumsicherheitsarchitektur
- 1:57:25auf, bestehend aus Bodenstationen, aus
- 1:57:28Satellitensystemen und aus
- 1:57:30entsprechenden Startkapazitäten, die von
- 1:57:33zentraler Bedeutung sind in diesem
- 1:57:34Kontext. Das bauen wir weiter aus. Sie
- 1:57:36haben angekündigt 35 Milliarden Euro
- 1:57:38dafür in den nächsten Jahren in die Hand
- 1:57:40zu nehmen. Wir sind sehr erfreut über
- 1:57:42den erfolgreichen Start in Nandoja von
- 1:57:45Isa Aerospace nach zwei. Der zweite
- 1:57:47Startversuch schon war ein Erfolg.
- 1:57:49SpaceX hat vier gebraucht, also da geht
- 1:57:51was voran, aber das wird die
- 1:57:53Herausforderung der nächsten Jahre sein.
- 1:57:54Und mir ist wichtig, dass wir das z.B.
- 1:57:57wir nicht tun in dem Glauben, wir
- 1:57:59könnten das national alleine. Wir
- 1:58:01brauchen unsere europäischen Partner,
- 1:58:02wir sind in engem Austausch mit
- 1:58:04Frankreich und anderen, um das so
- 1:58:06aufzustellen, dass wir wirklich
- 1:58:07Starterkapazitäten haben, aber auch die
- 1:58:09richtigen Satelliten jederzeit ins Allen
- 1:58:12können.
- 1:58:14Sie zum letzten Punkt eine Nachfrage.
- 1:58:15Wie stellen Sie sich denn konkret die
- 1:58:17Zusammenarbeit mit insbesondere
- 1:58:19europäischen Partnern vor? Weil es gibt
- 1:58:21doch auch technische Herausforderungen,
- 1:58:23die Zusammenarbeit mit internationalen
- 1:58:25Partnern erfordern.
- 1:58:29Arbeiten z.B. mit Frankreich.
- 1:58:31Ich hab jetzt die AfD pöbelt irgendwas
- 1:58:32dazu. Habe ich jetzt nicht verstanden,
- 1:58:33ne? Der Herr Minister ist jetzt dran mit
- 1:58:35der Antwort.
- 1:58:36Komischerweise höre ich das immer gar
- 1:58:38nicht. Weiß gar nicht, woran das, aber
- 1:58:39ist egal.
- 1:58:40Wir arbeiten sehr intensiv insbesondere
- 1:58:42mit den Franzosen zusammen, aber auch
- 1:58:44mit den Norwegern und anderen, um
- 1:58:46sicherzustellen, dass wir einerseits die
- 1:58:47Kapazitäten für die Staats haben für
- 1:58:49unterschiedliche Größenklassen von
- 1:58:51Satelliten, aber insbesondere auch die
- 1:58:53Kommunikationsverbindung
- 1:58:55schaffen, z.B. für eine
- 1:58:56satellitengeschützte frühzeitige
- 1:58:58Raketenw Systematik. All das sind die
- 1:59:01Dinge, die wir gerade vor allen mit den
- 1:59:02Franzosen, aber auch anderen in Europa
- 1:59:04planen und angeht. Danke. Sch oder sch
- 1:59:10nächsten Hauptfrage hat das Wort die
- 1:59:13Abgeordnete Evelin Schütz für die
- 1:59:15Fraktion Die Linke.
- 1:59:21Dank Herr Linnemann. Ich würde Sie gern
- 1:59:23fragen. Mit dem GKV Spargesetz ist die
- 1:59:27psychotherapeutische
- 1:59:28Versorgung faktisch erst einmal kaputt
- 1:59:31gespart. Jetzt legen Sie einen
- 1:59:34Entschließungsantrag vor, der uns einen
- 1:59:36Bruchteil dessen zurückgibt, was vorher
- 1:59:39schon da war und verkaufen den
- 1:59:41Patientinnen und Psychotherapeuten das
- 1:59:44als großes Zugeständnis und politischen
- 1:59:47Erfolg. Also mit der einen Hand erst
- 1:59:51nehmen, mit der anderen ein Almosen
- 1:59:54zurückgeben und sich dafür feiern
- 1:59:56lassen. Ist das die Gesundheitspolitik
- 1:59:59dieser Legislatur oder wird es mit Ihnen
- 2:00:02einen Kurswechsel geben?
- 2:00:05Ja, Frau Kollegin, vielen Dank. Der
- 2:00:06Entschließungsantrag wird nicht hier
- 2:00:07verabschiedet. Der ist verabschiedet ähm
- 2:00:10worden vom Parlament mit Mehrheit und
- 2:00:13ich glaube, das Parlament lässt sich
- 2:00:14dadurch nicht feiern. Es geht ja auch
- 2:00:16nicht um feiern irgendwas in der
- 2:00:18Gesundheitspolitik, sondern für die
- 2:00:20Menschen da zu sein, die wirklich Hilfe
- 2:00:21brauchen. Und ja, ähm die Entwicklung
- 2:00:24ähm in den Fallzahlen ist
- 2:00:27besorgniserregend. Das ist so und das
- 2:00:31können wir auch mit diesem Gesetz jetzt
- 2:00:33nicht lösen ähm oder mit diesem
- 2:00:35Entschließungsäh Antrag, sondern da wer
- 2:00:38da sagen wir, dass wir gerade bei den
- 2:00:40Gruppen, die besonders hilfebedürftig äh
- 2:00:43sind, äh noch mal etwas wieder
- 2:00:45verbessern, aber es braucht insgesamt
- 2:00:48einen großen Präventionsansatz,
- 2:00:51damit wir äh in diesem Land nicht
- 2:00:53weitersteigende Fallzahlen haben.
- 2:00:57Ja, dann meine Nachfrage. Letztes Jahr
- 2:01:01forderten Sie ein Register für psychisch
- 2:01:04kranke Menschen und heute sind Sie in
- 2:01:06der Verantwortung für genau diese
- 2:01:08Menschenpolitik zu machen. Sind
- 2:01:11psychisch kranke Menschen für sie ein
- 2:01:14Kosten und Sicherheitsrisiko?
- 2:01:17Ich habe mich nicht auf psychisch kranke
- 2:01:19Menschen bezogen, sondern auf psychisch
- 2:01:20kranke Gefährder. Ich habe nach dem
- 2:01:22Anschlag in Magdeburg ein Interview
- 2:01:24gegeben beim Deutschlandfunk und habe
- 2:01:26mich auf psychisch kranke Gefährder
- 2:01:28bezogen. Und wenn ein Gefährder in
- 2:01:29Niedersachsen entlassen wird und äh
- 2:01:32zieht nach Bayern oder flüchtet, dann
- 2:01:34muss Bayern das wissen. Da braucht es
- 2:01:35einen besseren Datenschutz. Und deswegen
- 2:01:38bitte ich diese Unterstellung zu
- 2:01:39unterlassen. Ich lese das immer noch
- 2:01:41täglich von Ihnen in Zeitung. Es stimmt
- 2:01:43nicht. Ich meinte Gefährder und nicht
- 2:01:45psychisch kranke.
- 2:01:49Zu einer Nachfrage hat jetzt das Wort
- 2:01:51die Abgeordnete Dr. Kerstin Kappert
- 2:01:53Gontat.
- 2:01:55Schönen Dank, Frau Präsidentin. Herr
- 2:01:57Minister, ich finde es ausdrücklich gut
- 2:01:59und richtig, dass Sie anerkennen, dass
- 2:02:01einerseits die ähm der beschlossene
- 2:02:04Entschließungsantrag zur Psychotherapie
- 2:02:05jetzt in die Umsetzung kommen muss, dass
- 2:02:07das aber längst nicht reicht. Und darum
- 2:02:10möchte ich Sie fragen, wir wissen, dass
- 2:02:12wir in der psychotherapeutischen
- 2:02:13Berechnung der kassenärztlichen Sitze
- 2:02:16von Zahlen von 1990
- 2:02:18ausgehen. Seitdem hat sich der Hilfebarf
- 2:02:21in etwa verdoppelt. Ich möchte Sie
- 2:02:23fragen, wann geben Sie endlich den
- 2:02:25Auftrag an den GBA für eine Reform der
- 2:02:29Bedarfsplanung?
- 2:02:31Auch das wird diskutiert, nicht nur bei
- 2:02:33mir im im Hause, sondern auch äh in
- 2:02:37Deutschland. Ähm, da bitte ich äh darum,
- 2:02:41dem Ganzen etwas Zeit zu geben, dass ich
- 2:02:42jetzt hier keine Aussagen dazu treffen
- 2:02:44kann, aber ich möchte nochmals darauf
- 2:02:46hinweisen, dass die Lösung nicht allein
- 2:02:49in diesem Bereich liegt in der
- 2:02:51Verhandlung, sondern wir breiteren
- 2:02:53Ansatz brauchen, wenn wir haben eben
- 2:02:55über das Kinder Thema Kinder und
- 2:02:57Jugendliche gesprochen, dass es
- 2:02:58überhaupt begleitete begleitetes Trinken
- 2:03:01in Deutschland gab, dass es jetzt
- 2:03:02endlich abgeschafft wird, ist richtig.
- 2:03:04Social Media müssen wir restriktiv
- 2:03:07angehen, ist richtig. All das müssen wir
- 2:03:08jetzt machen, damit wir die Fälle
- 2:03:10in Zukunft nicht mehr so viele haben.
- 2:03:13Und zu einer weiteren Nafrage hat das
- 2:03:15Wort die Abgeordn Dr. Lina Seizel.
- 2:03:19Frau Präsidentin, vielen Dank, sehr
- 2:03:21geehrter Herr Minister, auch von meiner
- 2:03:22Seite alles Gute für die vielfältigen
- 2:03:25Aufgaben, die auf Sie zukommen. Ich habe
- 2:03:27eine Frage zur vereinbaren
- 2:03:29Termingarantie. Sie steht im
- 2:03:31Koalitionsvertrag
- 2:03:32und sie ist auch im Koalitionsausschuss
- 2:03:34so noch mal vereinbart worden. Es geht
- 2:03:36also um eine Termingarantie für
- 2:03:38gesetzlich versicherte. War immer eine
- 2:03:40Frage, wie sollte diese aus Ihrer Sicht
- 2:03:42konkret ausgestaltet werden?
- 2:03:46Also erstmal sitzen wir ja gerade an dem
- 2:03:47Entwurf der Primärversorgung dran. Also,
- 2:03:50ich würde erstens ähm das Thema
- 2:03:53Ersteinschätzung komplett ausbauen und
- 2:03:55auch die kastenärztliche Vereinigung in
- 2:03:57der hinsicht unterstützen. Das ist ein
- 2:04:00super Instrument, wenn wir sehen, dass
- 2:04:02im letzten Jahr 2 Millionen Termine
- 2:04:04vergeben wurden an Fachärzte innerhalb
- 2:04:06von 10 Tagen. Das ist, glaube ich, das
- 2:04:09erste, was wir machen müssen. Äh und
- 2:04:11darüber hinaus brauchen wir eine
- 2:04:13Steuerung, dass wir den Patienten
- 2:04:15begleiten, das klar ist, nach
- 2:04:17Dringlichkeit muss es den Termin geben.
- 2:04:20Die medizinische Notwendigkeit ist
- 2:04:22entscheidend und das Ziel gehen wir an.
- 2:04:26Und eine weitere Nachfrage hat jetzt die
- 2:04:28Abgeordnete Julia Heitmann.
- 2:04:30Linda.
- 2:04:31Linda, Entschuldigung, da habe ich mich
- 2:04:32verschrieben.
- 2:04:35Ja, danke schön, Herr Minister. Äh, ich
- 2:04:37möchte noch mal äh wie Frau Schütz es ja
- 2:04:40auch in ihrer Frage gemacht hat, auf das
- 2:04:42GKV Finanzstabilisierungsgesetz
- 2:04:44zurückkommen. Die Kommission hatte ja
- 2:04:47unter anderem auch empfohlen, dass aus
- 2:04:49Steuermitteln mehr Geld äh für die
- 2:04:52Beiträge von Bürgergeldempfängerinnen
- 2:04:54in den Gesundheitsfond fließen sollten.
- 2:04:58Ähm, sie haben da zwei Modelle
- 2:04:59aufgemacht, äh entweder Mindestbeitrag
- 2:05:02oder kostendeckende Beiträge. Ähm, der
- 2:05:05Finanzminister hat das als
- 2:05:06Milchmädchenrechnung
- 2:05:08abgetan. Ähm, sie haben sich aber schon
- 2:05:11als Sie haben sich als Generalsekretär
- 2:05:14äh dafür ausgesprochen. Wie stehen Sie
- 2:05:16jetzt als Gesundheitsminister dazu? Ja,
- 2:05:19ich bleibe dabei. Das sind äh nicht
- 2:05:22Leistungen, die von GKV Versicherten
- 2:05:23getragen werden dürfen. Das sind
- 2:05:25Versicherungs
- 2:05:26Leistungen, die nichts mit der
- 2:05:27Versicherung zu tun haben. Und deswegen
- 2:05:29müssen die aus dem Haushalt finanziert
- 2:05:31werden. Und deswegen bin ich dem
- 2:05:32Bundesfinanzminister
- 2:05:33dankbar. auch den Fraktionen, dass jetzt
- 2:05:35endlich ein Einstieg gelungen ist mit
- 2:05:37250 Millionen nächstes Jahr, dann 500
- 2:05:40ähm eine Milliarde und ab äh 2031 sind
- 2:05:44es dann 2 Milliarden, dass wir ein
- 2:05:45Einstieg haben, dass ähm wir das als
- 2:05:48gesamtgesellschaftliche Aufgabe
- 2:05:50verstehen und dass nicht die
- 2:05:51Versicheren, die gesetzlich Versicherten
- 2:05:53dieses bezahlen.
- 2:05:56Und die nächste Nachfrage kommt von dem
- 2:05:58Abgeordneten Martin Sichert von der AfD
- 2:06:00Fraktion.
- 2:06:03Ja, Herr Minister, wir sind uns ja einig
- 2:06:04darüber, dass bei der Psychotherapie,
- 2:06:06wie es ja hier gerade auch schon erwähnt
- 2:06:07worden ist, deutlicher Handlungsbedarf
- 2:06:09besteht. Nun hat die Regierung im
- 2:06:10Frühjahr diesen Jahres die Vergütung äh
- 2:06:13reduziert für Psychotherapeuten um
- 2:06:154in5%.
- 2:06:17Äh und äh die ist jetzt budgettiert mit
- 2:06:20dem GKV Gesetz ab dem 1.1.2027
- 2:06:232027 und man geht davon aus, dass
- 2:06:25voraussichtlich 10 bis 15 % weniger
- 2:06:28psychotherapeutische Behandlungen dann
- 2:06:29künftig bei Psychotherapeuten
- 2:06:30stattfinden, weil sie schlicht nicht
- 2:06:31mehr vergütet bekommen. Ähm was gedenkt
- 2:06:34die Bundesregierung an der Stelle im
- 2:06:35Bezug auf Vergütung und im Bezug auf
- 2:06:37Budgettierung zu tun?
- 2:06:40Also, das kann ich nicht bestätigen, äh
- 2:06:42dass das, was Sie sagen, stimmt, dass
- 2:06:44das im Beitragsstabilisierungsgesetz so
- 2:06:45verabschiedet wurde.
- 2:06:49Ähm,
- 2:06:50das ist nicht Aufgabe der Politik,
- 2:06:52sondern Aufgabe der Selbstverwaltung.
- 2:06:53Entschuldigung, Frau Präsidentin.
- 2:06:56Die nächste Nachfrage hat jetzt noch
- 2:06:58bzw. die letzte Nachfrage zu dem
- 2:07:00Themenkomplex hat jetzt die Abgeordnete
- 2:07:02Emy Zöllner.
- 2:07:05Dank, sehr geehrter Herr Minister. Ähm,
- 2:07:08ich hätte eine Zeitfrage, wir werden ja
- 2:07:10das Hipgesetz verabschieden, ein Gesetz
- 2:07:12ähm die Entbürokratisierung auch
- 2:07:14voranzutreiben und dort gibt es eine
- 2:07:16Regelung für die Kinder und
- 2:07:18Jugendpsychotherapie, nämlich, dass in
- 2:07:19der Bedarfsplanung es zukünftig so sein
- 2:07:21wird, dass wenn ein Psychotherapeut für
- 2:07:24Erwachsene aufhört, sich oder ein Kind
- 2:07:26ein Psychotherapeut für Kinder aufhört,
- 2:07:28sich keiner für Erwachsene niederlassen
- 2:07:29kann, sondern es soll eine gesonderte
- 2:07:31Bedarfsplanung zwischen Erwachsenen und
- 2:07:33Kinder geben. Wann soll dieses Hipgesetz
- 2:07:35mit diesem sehr wichtigen und
- 2:07:36wesentlichen Gesetz für die bessere
- 2:07:39Versorgung von Kindern für
- 2:07:40Psychotherapie ähm verabschiedet werden
- 2:07:42und kommen?
- 2:07:43Vielen Dank, Frau Kollegin. Ähm das
- 2:07:46sollte so schnell wie möglich passieren,
- 2:07:47auf jeden Fall in diesem Jahr, aber ich
- 2:07:48hoffe, dass wir im November äh fertig
- 2:07:50sind.
- 2:07:53Die nächste Hubfrage hat jetzt für die
- 2:07:55CDU CSU Fraktion die Abgeordnene Simone
- 2:07:58Borsch.
- 2:08:03Vielen Dank, Frau Präsidentin. Äh meine
- 2:08:06Frage geht an den
- 2:08:06Bundesgesundheitsminister. Vor genau
- 2:08:08zwei Wochen fand die Anhörung zur
- 2:08:10Notfallreform statt. Herr Minister, äh
- 2:08:13uns ist wichtig, dass das ein zentraler
- 2:08:15Bestandteil auch der Reform ist.
- 2:08:16Vielleicht können Sie da noch mal darauf
- 2:08:17eingehen, warum diese Reform so wichtig
- 2:08:19ist, welche Inhalte?
- 2:08:22Vielen Dank für die Frage. Wichtig ist
- 2:08:25ähm, dass wir die 112, die von vielen
- 2:08:28Menschen angerufen wird, verbinden mit
- 2:08:31der digitalen Ersteinschätzung, auch mit
- 2:08:33der 116 117, dass das als ganzheitliches
- 2:08:37System verstanden wird und darüber
- 2:08:40hinaus ist es, glaube ich, wichtig ähm
- 2:08:42im Rettungsdienst Verbesserungen zu
- 2:08:45schaffen. Und drittens müssen wir bei
- 2:08:47den integrierten Notfallzentren
- 2:08:49vorangehen, dass Menschen, die einen
- 2:08:51Befund haben, einen Ansprechpartner
- 2:08:53haben, der entscheidet, muss ich
- 2:08:55wirklich in die Notfallaufnahme oder zum
- 2:08:58Bereitschaftsdienst der KV. Und ich
- 2:09:01erhoffe mir sehr viel davon. Muss aber
- 2:09:03ehrlich sagen, das geht alles nicht von
- 2:09:04heute auf morgen, aber diese Reform ist
- 2:09:07zentral für eine bessere Steuerung in
- 2:09:09Deutschland.
- 2:09:11eine Nachfrage.
- 2:09:14Äh die Leistungserbringer und auch die
- 2:09:16Länder ähm kennen ja um die Reform,
- 2:09:19wissen um die Reform und vielleicht
- 2:09:20können Sie noch mal kurz einschätzen,
- 2:09:22wie da die allgemeine Stimmung ist zu
- 2:09:23dieser neuen Notfallreform.
- 2:09:26Soweit gehört es, glaube ich, schon zwei
- 2:09:27oder sogar drei Minister vor mir, die
- 2:09:30für Gesundheit zuständig waren, sich mit
- 2:09:32dieser Notfallreform beschäftigt haben.
- 2:09:35Und natürlich geht es bei den Ländern
- 2:09:37vor allen Dingen auch um das Thema
- 2:09:39Finanzen und ich verstehe das auch, weil
- 2:09:41es natürlich beim Rettungsdienst jetzt
- 2:09:43eine Neuerung gibt, dass es nicht mehr
- 2:09:45diese bekannten Lehrfahrten gibt,
- 2:09:47sondern dass es auch Vergütungen geben
- 2:09:49wird für einzelne Phasen, auch wenn
- 2:09:51jemand vor Ort hilft. Und ich glaube,
- 2:09:53das wird noch mal zu einer
- 2:09:54Auseinandersetzung führen mit den
- 2:09:55Ländern, wie wir das finanzieren. Aber
- 2:09:57das wissen die Länder, das wissen wir.
- 2:09:59Aber das Ziel ist wichtig und da sind
- 2:10:01wir uns einig, nämlich eine bessere
- 2:10:03Versorgung in Deutschland.
- 2:10:05Zu einer Nachfrage hat das Wort der
- 2:10:06Abgeordnet Dr. Jan Stammen.
- 2:10:13Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr
- 2:10:14geehrter Minister, in Ihrer Heimat in
- 2:10:17Ostwestfalen kämpfen viele
- 2:10:19Rettungsdienste mit akuten
- 2:10:21Finanzierungsfragen. Die ergeben sich
- 2:10:23nicht nur ganz generell aus der Frage
- 2:10:25der Refinanzierbarkeit von Gebühren und
- 2:10:27Lehrfahrten, sondern durch das Beitrag
- 2:10:29Stabilisierungsgesetz und die Deckelung,
- 2:10:31die dort beim Rettungsdienst eingetreten
- 2:10:33sind. Planen Sie jetzt noch vor
- 2:10:34Verabschiedung hier im Bundestag, im
- 2:10:36parlamentarischen Verfahren die
- 2:10:38Finanzierung des Rettungsdienstes in
- 2:10:40geänderter Form zu einer stabilen
- 2:10:42Änderung zu führen oder wollen sie das
- 2:10:44erst im Bundesrat mit den Ländern
- 2:10:46verhandeln? Nein, der Plan ist, dass wir
- 2:10:48das im Zuge der Notfall Reform
- 2:10:50Gesetzgebung machen und mein Ziel ist
- 2:10:53es, dass sowohl die zweite und dritte
- 2:10:54Lesung hier im Bundestag, aber auch die
- 2:10:56Bundesratssitzung dieses Jahr noch
- 2:10:57stattfindet und in diesem Zuge werden
- 2:10:59wir die Diskussion über die Finanzierung
- 2:11:01führen müssen. Je eher desto besser.
- 2:11:06Dann hat jetzt das Wort für eine
- 2:11:07Nachfrage Emy Zollner, die Abgeordnen.
- 2:11:09Emy Zöllner.
- 2:11:12Vielen herzlichen Dank. Ähm, lieber Herr
- 2:11:14Minister, Sie ähm nehmen jetzt eine
- 2:11:17Aufgabe an, nämlich äh die Notfallreform
- 2:11:19auf den Weg zu bringen, die lange Jahre
- 2:11:21einfach nicht äh bearbeitet wurde, auch
- 2:11:23äh unter der Ampel leider liegen
- 2:11:25geblieben ist. Deswegen ist es ein
- 2:11:26wichtiger Schritt und was ich sie gerne
- 2:11:28fragen wollen würde, ist ähm das Thema
- 2:11:30der Kompetenzen. Also die
- 2:11:32Notfallsanitäter in unserem Land haben
- 2:11:34vielfältige Kompetenzen. Ähm stimmen Sie
- 2:11:37mir dazu, dass wir diese Kompetenzen
- 2:11:39stärker nutzen müssen? Z.B. dass sie
- 2:11:40Fallabschließend auch am Unfallort
- 2:11:43sozusagen behandeln können. Ähm wenn es
- 2:11:45natürlich äh zulässig ist. Das ist genau
- 2:11:49Ziel der Reform, dass auch Notfall
- 2:11:51Sanitäter mehr Kompetenzen haben. Ähm
- 2:11:55dass derjenige, der sich verletzt hat,
- 2:11:58krank ist oder einen Befund hat, auch
- 2:11:59vor Ort äh wenn der Rettungswagen kommt,
- 2:12:02behandelt werden kann und dass auch hier
- 2:12:04über das Thema Vergütung gesprochen
- 2:12:06wird. Ja,
- 2:12:08die nächste Nachfrage hat der
- 2:12:10Abgeordnete Dr. Hans
- 2:12:16die Fachwelt fordert die ähm
- 2:12:18Notfallreform schon lange. Ähm die
- 2:12:20Menschen erwarten von uns auch zurecht,
- 2:12:22dass wir ihre Notfallversorgung
- 2:12:24garantieren. Ähm wie schätzen Sie die
- 2:12:26Bedeutung der Notfallreform vor dem
- 2:12:28Hintergrund einer sich verändernden
- 2:12:29Krankenhauslandschaft ein? Ich glaube,
- 2:12:32dass die Notfallreform gepaart mit den
- 2:12:35Krankenhausgesetzen
- 2:12:37zu den größten Strukturreformen dieses
- 2:12:39Landes im Gesundheitsbereich gehören
- 2:12:41wird und deswegen machen wir uns nichts
- 2:12:43vor. Das wird eine ganz große
- 2:12:44Kraftanstrengung, wenn ich allein über
- 2:12:46die integrierten Notfallzentren
- 2:12:48nachdenke. Die werden wir nicht von
- 2:12:50heute auf morgen überall schaffen
- 2:12:51können. In meinen Wahlkreis
- 2:12:53beispielsweise ist sowas schneller
- 2:12:55machbar, weil auch die Historie so ist,
- 2:12:57dass die ähm dass der
- 2:12:59Bereitschaftsdienst dort schon in der
- 2:13:00Nähe ist, äh sondern wir müssen es ja
- 2:13:02auch baulich hinbekommen. Ähm, aber
- 2:13:06durch die neuen Möglichkeiten der
- 2:13:07künstlichen Intelligenz, der
- 2:13:08Digitalisierung, die wir mitdenken
- 2:13:10müssen, bin ich guter Dinge, dass wir
- 2:13:12hier einen vernünftigen Wurf
- 2:13:14hinbekommen.
- 2:13:17Und die nächste Nachfrage hat der
- 2:13:19Abgeordnete Dr. Armin Grau.
- 2:13:25Der Nachfrage, Herr Minister, wir haben
- 2:13:28ein Koordinierungsdefizit im deutschen
- 2:13:30Gesundheitswesen im Notfall, aber auch
- 2:13:33in der Regelversorgung. Deswegen ist es
- 2:13:35wichtig und das haben Sie angekündigt,
- 2:13:37dass es ein Primärversorgungssystem
- 2:13:39geben wird. Ich möchte Sie fragen,
- 2:13:41welche wann wie wie ist ja konkreter
- 2:13:43Zeitplan? Wenn werden sie ein
- 2:13:44Gesetzentwurf vorlegen und wird dieser
- 2:13:47Gesetzentwurf dann auch regeln, wie
- 2:13:49Menschen in allen Regionen in
- 2:13:51Deutschland in guter Erreichbarkeit eine
- 2:13:53primärversorgende Praxis erreichen
- 2:13:55werden und wird dieser G6Wf auch eine
- 2:13:59einen ein Leistungskatalog mit
- 2:14:02wesentlichen Versorgungsaufgaben und ein
- 2:14:04Qualitätsmonitoring enthalten. Vielen
- 2:14:06Dank.
- 2:14:07Also, vielen Dank.
- 2:14:09Ähm nicht nur in unserem Haus, auch in
- 2:14:11Abstimmung mit den Bundesländern
- 2:14:13arbeiten wir gerade in Hochform an dem
- 2:14:14Gesetzentwurf. Ziel ist es dieses Jahr
- 2:14:17wahrscheinlich im November, dass er das
- 2:14:19Licht der Öffentlichkeit ähm erblickt.
- 2:14:22Ähm und ähm ja, es ist sehr viel zu
- 2:14:25beachten und ich bekomme sehr, sehr
- 2:14:27viele Anfragen, führe persönlich auch
- 2:14:29sehr, sehr viele Gespräche, weil der
- 2:14:32erste Aufschlag äh der muss stimmen,
- 2:14:34damit die Steuerung einfach besser wird.
- 2:14:38Und die letzte Nachfrage hat die
- 2:14:39Abgeordnene Nicole Hess.
- 2:14:46Herzlichen Dank, Frau äh Präsidentin.
- 2:14:49Herr Lenemann, ich komme noch einmal
- 2:14:51zurück auf äh mein Lieblingsthema
- 2:14:54Datenrundlagen und gerade auch im
- 2:14:55Bereich Rettungsdienst ähm bin ich doch
- 2:14:58ein bisschen entsetzt, dass wir
- 2:15:00natürlich die Lehrfahrten, die Anzahl
- 2:15:02der Lehrfahrten bundesweit senken
- 2:15:04wollen, aber auch da laut Aussage des
- 2:15:06BMG keine Zahlen haben. Me die Zahlen
- 2:15:09liegen ja in den Ländern vor und meiner
- 2:15:11Ansicht nach wäre es originäre Aufgabe
- 2:15:13der Bundesregierung, die
- 2:15:14zusammenzutragen. Wann werden sie das
- 2:15:17veranlassen, damit wir auch hier eine
- 2:15:18Arbeitsgrundlage haben? Danke.
- 2:15:21Äh
- 2:15:21Frau Kollegin, vielen Dank für die Frage
- 2:15:24bitte um Verständnis. Ich kümmere mich
- 2:15:26drum. Ich melde mich bei Ihnen und
- 2:15:28versuche die Zahlen rauszubekommen. Habe
- 2:15:30ich jetzt nicht ATK auf meinem
- 2:15:31Radarschieben. Danke.
- 2:15:34Sie können gerade stehen bleiben, Frau
- 2:15:36Hess, weil die nächste Hauptfrage äh
- 2:15:38steht Ihnen zu.
- 2:15:45Noch mal. Danke, Frau äh Präsidentin.
- 2:15:47Ja, Herr äh Linnemann, es geht um das
- 2:15:50ICD 11, um den internationalen Katalog
- 2:15:53der Erkrankung International Catalog of
- 2:15:56Diseases. Dieser wurde verabschiedet im
- 2:15:59Mai 2019 von der WHO und trat in Kraft
- 2:16:03im Januar 2022.
- 2:16:06Bis heute ist er in Deutschland aber
- 2:16:07nicht umgesetzt und gerade mit Blick auf
- 2:16:10die teilweise katastrophale Datenlage in
- 2:16:13Deutschland warten tausende Patienten
- 2:16:14eben verzweifelt auf die Umsetzung. Wann
- 2:16:17konkret ähm werden sie sich dieses
- 2:16:19Problems annehmen? würde ich auch
- 2:16:22nachreichen. Äh diese Frage kann ihn
- 2:16:24aber sagen, dass wir natürlich in den
- 2:16:26letzten Jahren ein Problem hatten auch
- 2:16:28insgesamt mit der Datenlage. Wir haben
- 2:16:30das auch während Corona gesehen, dass
- 2:16:32die Datenqualität in Deutschland einfach
- 2:16:34nicht gut genug ist. Es fehlt ein
- 2:16:36europäischer Datenraum und da wollen wir
- 2:16:37jetzt mit dem GED mit dem
- 2:16:38Digitalisierungsgesetz
- 2:16:40nachschärfen.
- 2:16:42Ja, eine ganz kurze Nachfrage in der
- 2:16:44Zwischenzeit, solange äh eben der ICD1
- 2:16:47nicht äh umgesetzt ist in Deutschland,
- 2:16:49wie möchten Sie Menschen, die unter
- 2:16:51schwer diagnostizierbaren Krankheiten
- 2:16:53leiden, die im ICD1 aufgeführt sein
- 2:16:57werden, z.B. dem Chronik Fatigsyndrom,
- 2:17:00wie möchten Sie diesen Menschen in der
- 2:17:01Zwischenzeit konkret helfen? Auch das
- 2:17:03gehört zu dem Themenkomplex, reiche ich
- 2:17:05nach.
- 2:17:07Dazu gibt's jetzt noch eine Nachfrage
- 2:17:09aus der AfD Fraktion.
- 2:17:13Vielen Dank, Frau Präsidentin. Herr
- 2:17:15Minister Lindemann, Sie sagten ja gerade
- 2:17:17Daten und Corona, wir sit in der Corona
- 2:17:19Ankettkommission und wir haben letztes
- 2:17:21Jahr Ende letzten Jahres nachgefragt,
- 2:17:23wie es mit den Protokollen Protokollen
- 2:17:26Wirkung Nebenwirkung der Impfstoffe
- 2:17:28aussieht. Da wird uns erst gesagt, es
- 2:17:29gäbe keine. Dann wurde am Anfang Jahres
- 2:17:31des Jahres 26 gesagt, es gäbe dann doch
- 2:17:33welche. Und seit diesem Zeitpunkt warten
- 2:17:35wir drauf, dass wir diese Protokolle
- 2:17:37bekommen. Könnten Sie sich bitte dafür
- 2:17:38einsetzen, dass der Corona
- 2:17:41Ankettkommission diese Daten zur
- 2:17:43Verfügung gestellt wird, weil sie sagen,
- 2:17:44wir brauchen Daten, wir haben Daten, wir
- 2:17:47könnten sie gerne benutzen, vielleicht
- 2:17:48können sich da ein Ja, das ist Aufgabe
- 2:17:51der Onketkommission, deswegen haben wir
- 2:17:53sie ja und wenn es Daten gibt, die wir
- 2:17:55haben, um zu unterstützen, machen wir
- 2:17:57das.
- 2:17:59Gut, dann kommen wir jetzt zur nächsten
- 2:18:01Hauptfrage und die hat jetzt für Bündnis
- 2:18:0390 die Grün die Abgeordnete Agnes
- 2:18:05Brucker.
- 2:18:09Vielen Dank, Frau Präsidentin, Herr
- 2:18:11Minister. Russlands barbarischer Krieg
- 2:18:12in der Ukraine eskaliert eigentlich
- 2:18:14Woche für Woche. Gleichzeitig auch der
- 2:18:17Schattenkrieg gegen unser Land und gegen
- 2:18:19eine Reihe von europäischen Partnern.
- 2:18:21Ich se formuliere diplomatisch, das
- 2:18:23transatlantische Verhältnis hat schon
- 2:18:25bessere Zeiten gesehen und die Antwort
- 2:18:29auf all das ist ja mehr europäische
- 2:18:31Stärke, Souveränität und Zusammenarbeit.
- 2:18:35Gleichzeitig erlebe ich immer wieder im
- 2:18:37Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern,
- 2:18:38dass die Wahrnehmung dann ist, dass z.B.
- 2:18:42Prestigeprojekt Deutschlandfrankreich
- 2:18:45Kampfflugzeug EFGas ist gescheitert.
- 2:18:47Irgendwie funktioniert die
- 2:18:48Zusammenarbeit so wie nicht so wie sie
- 2:18:51sollte. Vieles muss schnell gehen.
- 2:18:53Vieles wird dann doch eher national
- 2:18:55gemacht. Verschiedene Hauptstädte zeigen
- 2:18:57immer mit dem Finger auf die anderen.
- 2:18:59Was ist denn aber unser deutscher
- 2:19:00Beitrag dafür, dass es eben genau diese
- 2:19:03europäische Stärke und Souveränität
- 2:19:05gibt, die dann aber auch schnell
- 2:19:07interoperabel und klug und
- 2:19:10marktverfügbar umgesetzt wird?
- 2:19:14Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau
- 2:19:15Kollegin, sie beschreiben eines unserer
- 2:19:18großen Dilemmata, in denen wir gerade
- 2:19:20agieren. Einerseits wollen alle
- 2:19:22Nationalstaaten ihre nationalen
- 2:19:23Industrien stützen, auch im Bereich der
- 2:19:25Rüstungsindustrie. Gleichzeitig wollen
- 2:19:27alle, und das begrüße ich sehr, eben
- 2:19:30auch europäische
- 2:19:31Rüstungskooperationsprojekte,
- 2:19:32die wir dringend brauchen. Einerseits
- 2:19:34zur Synergiesteigerung, aber auch zum
- 2:19:37Zwecke der Interoperabilität innerhalb
- 2:19:39der europäischen NATO.
- 2:19:41Dieses Dilemma aufzuleben, aufzulösen
- 2:19:43ist nicht banal, wie sie sich denken
- 2:19:45können. Es gibt viele gute Beispiele.
- 2:19:47Wir arbeiten bei Odins Ei und bei Jel
- 2:19:49mit den Franzosen zusammen. Wir arbeiten
- 2:19:51mit Großbritannien und den Franzosen
- 2:19:53zusammen bei DPS und vielen anderen
- 2:19:56Dingen. Also, es gibt die guten
- 2:19:57Beispiele, aber es gibt eben leider auch
- 2:19:59gerade die aus der Vergangenheit, die
- 2:20:01nicht so aufgesetzt waren, dass sie bis
- 2:20:02heute tragen. Unser Auftrag ist für die
- 2:20:05Zukunft dafür zu sorgen, dass unsere
- 2:20:07Souveränität als Europäer und unsere
- 2:20:09Unabhängigkeit stärker ausgeprägt
- 2:20:11werden, ohne dass wir jemals das Ziel
- 2:20:13haben sollten, von unserer
- 2:20:14amerikanischen Alliierten komplett
- 2:20:16unabhängig zu sein.
- 2:20:19Vielen Dank, Herr Minister. Gleichzeitig
- 2:20:21hat es ja niemanden überrascht, der sich
- 2:20:23mit dem ganzen Komplex FKAS beschäftigt
- 2:20:26hat, dass das Projekt an einem gewissen
- 2:20:28Punkt zum Ende gekommen ist. Gerade auch
- 2:20:30damit nicht dieser Eindruck einer
- 2:20:32europäischen Handlungsschwäche bei den
- 2:20:35Menschen in Europa übrig bleibt, hätte
- 2:20:37man sich ja gewünscht, dass mit dem
- 2:20:38Scheitern auch sozusagen eine Lösung
- 2:20:41aufgezeigt wird, wie es europäisch
- 2:20:42weitergeht. Ich weiß, das äh beschäftigt
- 2:20:45Sie auch sehr, aber die Frage wäre dann,
- 2:20:47wann bekommen wir denn hier eine
- 2:20:49Antwort, was denn dann die europäische
- 2:20:51Lösung sein wird?
- 2:20:54Frage, sehr geehrte Frau Kollegin, es
- 2:20:56gibt nicht so viele Projekte, in die wir
- 2:20:58einsteigen könnten äh und es gibt
- 2:21:00daneben die Möglichkeit, ein eigenes
- 2:21:02aufzusetzen mit anderen Partnern. Wir
- 2:21:04sind gerade in der Sondierung, welche
- 2:21:06Möglichkeiten für uns am effektivsten,
- 2:21:08am schnellsten und auch am
- 2:21:09kostengünstigsten sind. Auch das ist
- 2:21:11keine banale Frage, zumal wir über ein
- 2:21:13Kampfflugzeug nicht der fünften
- 2:21:15Generation reden, sondern der sechsten
- 2:21:17Generation und deren Spezifikation kann
- 2:21:20heute noch gar keiner so richtig
- 2:21:21beschreiben, aber man weiß die
- 2:21:23Grundantforderung. Das jetzt aufzulösen,
- 2:21:25ist der Auftrag für die nächsten Monate.
- 2:21:29Und dazu gibt es noch eine Nachfrage von
- 2:21:31dem Abgeordneten Dr. Reiner Kraft.
- 2:21:37Vielen Dank, Herr Minister. In der
- 2:21:39Vergangenheit wurden in den USA und
- 2:21:40Dänemark in Energie äh Errichtungen aus
- 2:21:43China wurden versteckte Features
- 2:21:45entdeckt. Norwegen hat festgestellt,
- 2:21:47dass ähm Elektrobusse aus China immer
- 2:21:49versuchen heimlich äh zu Hause anzurufen
- 2:21:51in China. Ich frage Sie daher, wie viel
- 2:21:53chinesische Elektronik befindet sich in
- 2:21:55den Geräten und Ausrüstungsteilen der
- 2:21:56Bundeswehr und wie gedenken sich zu
- 2:21:58einer 0% China Elektronik in der
- 2:22:00Bundeswehr zu kommen?
- 2:22:03Gesag der Abgeordner, sie werden
- 2:22:04verstehen, dass ich Ihnen keine
- 2:22:05Prozentzahl oder Stückzahl sagen kann.
- 2:22:07Was ich Ihnen aber sagen kann, ist, dass
- 2:22:08wir schon seit einigen Jahren begonnen
- 2:22:10haben, sehr genau hinzugucken, in
- 2:22:11welchen nichtsicherheitsrelevanten
- 2:22:14Bereichen wir mit chinesischen Produkten
- 2:22:16arbeiten können, um gleichzeitig
- 2:22:17ausschließen zu können, dass sie in
- 2:22:19jedem auch nur latent
- 2:22:20sicherheitsrelevanten Bereich danach
- 2:22:22ausgeschlossen werden. Das ist sehr
- 2:22:24erfolgreich, das tun wir sehr effektiv.
- 2:22:26Ich kann ihn aber keine konkreten Zahlen
- 2:22:27sagen.
- 2:22:30Und dann kommen wir noch zu einer
- 2:22:32Hauptfrage, die stellt für die SPD
- 2:22:35Fraktion die Abgeordnene Sabine Dittmer.
- 2:22:42An Bundesminister Pistorius. Jeder Fall
- 2:22:45von sexualisierten Fehlverhalten ist
- 2:22:47einer zu viel in der Bundeswehr und darf
- 2:22:49keinen Platz haben. Und deshalb ist auch
- 2:22:51gut, dass die Dunkelfeldstudie in
- 2:22:52Auftrag gegeben worden ist und die
- 2:22:54Ergebnisse jetzt auch sehr zeit
- 2:22:55davorliegen. Meine Frage an Sie ist: Wie
- 2:22:58wollen Sie sicherstellen, dass wir mit
- 2:23:00der Studie nicht nur eine
- 2:23:03Lagefeststellung erhalten, sondern dass
- 2:23:05auch wirklich der Auftakt ist zum neuen
- 2:23:08Umgang mit sexualisierten Fehlverhalten
- 2:23:10und können Sie uns erläutern, wie
- 2:23:12dadurch ein Rückgang der Fallzahlen zu
- 2:23:14bewirken ist.
- 2:23:17andereid
- 2:23:18geehrte Frau Kollegin, äh ich stimme
- 2:23:20völlig mit Ihnen überein. Jeder Vorfall
- 2:23:22sexualisierten Fehlverhaltens, ganz egal
- 2:23:25auf welchem Level ist einer zu viel.
- 2:23:28Gleichzeitig werden wir brauchen wir die
- 2:23:30Studien nicht, um zu erkennen, dass
- 2:23:32Handlungsbedarf besteht. den haben wir
- 2:23:34schon vor zwei Jahren äh umgesetzt durch
- 2:23:37eine neue Richtlinien, neuen Umgang, ein
- 2:23:38Richtig zum Umgang mit sexualisiertem
- 2:23:40Fehlverhalten. Gleichzeitig hat es
- 2:23:42danach Fälle gegeben, die aufgeploppt
- 2:23:44sind aus der Vergangenheit und aus der
- 2:23:46jüngeren Vergangenheit. Wir gehen damit
- 2:23:48sehr konsequent um. Unser Ziel muss sein
- 2:23:51und ist es auch mit Hilfe der Studie,
- 2:23:53die dann ja vorliegen wird, noch mal
- 2:23:55klar zu machen, wo liegen die
- 2:23:56Verantwortlichkeiten, wo liegen die
- 2:23:58Mechanismen, wie weit können wir den
- 2:24:00Opferschutz wirklich so machen, dass die
- 2:24:03die Opfer von sexualisiertem
- 2:24:04Fehlverhalten nicht am Ende noch von
- 2:24:06Karrierenachteilen betroffen sind.
- 2:24:08Aber vor allen geht es immer auch um die
- 2:24:10Rolle der Vorgesetzten auf allen Ebenen,
- 2:24:12das konsequent eingeschritten wird,
- 2:24:14nicht negiert wird, nicht verdrängt
- 2:24:15wird, nicht aus falscher Kameradschaft
- 2:24:17weggeschaut wird, sondern sehr
- 2:24:19konsequent durchgegriffen wird. Warum?
- 2:24:21Weil es um unsere Werte geht aus dem
- 2:24:23Grundgesetz Menschenwürde. Es geht um
- 2:24:25Kameradschaft und es geht darum
- 2:24:26sicherzustellen, dass Frauen wie Männer
- 2:24:28sicher in dieser Bundeswehr arbeiten und
- 2:24:30ihren Dienst verrichten können.
- 2:24:32Sie können noch eine Nachfrage stellen.
- 2:24:34Ja, gerne. Sie haben es gerade eben
- 2:24:36schon angesprochen. Es muss
- 2:24:37sichergestellt werden, dass eben eine
- 2:24:38Meldung von sexualisierten Fehlverhalten
- 2:24:40nicht zu Einstrengung der
- 2:24:42Karrierechancen führt. Gibt's da schon
- 2:24:44Ideen, wie man da agieren kann?
- 2:24:49von äh Ansprechpartnern für diese Fälle
- 2:24:51innerhalb der jeweiligen Einheiten, aber
- 2:24:53auch vor allen Dingen auch außerhalb. Äh
- 2:24:55und gleichzeitig ermuntern wir sowohl
- 2:24:58die Vorgesetzten als auch die
- 2:24:59Betroffenen sich auch an die
- 2:25:00unabhängigen Stellen zu wenden, den
- 2:25:02Werbeauftrachten, andere Beauftragte
- 2:25:05oder das Ministerium, damit wir in jedem
- 2:25:07Einzelfall sicherstellen können, dass
- 2:25:08keine Nachteile erwachsen. Die
- 2:25:10Vorgesetzten wissen das und es gibt das
- 2:25:12entsprechende Regelwerk.
- 2:25:13Danke schön.
- 2:25:16Damit beende ich die äh Befragung und
- 2:25:20ich rufe auf den Tagesordnungspunkt
- 2:25:222 Fragestunde.
- 2:25:26Das sind die mündlichen Fragen auf
- 2:25:28Drucksache 21848
- 2:25:33und die werden in der üblichen
- 2:25:35Reihenfolge aufgerufen und ich rufe auf
- 2:25:38den Geschäftsbereich des
- 2:25:40Bundesministeriums für Landwirtschaft,
- 2:25:42Ernährung und Heimat und zur
- 2:25:45Beantwortung steht bereit die
- 2:25:47parlamentarische Staatssekretärin Silvia
- 2:25:51Preer.
- 2:25:53Erste Fragestelle, Herr Schüler ist
- 2:25:55nicht da.
- 2:25:56Ah ja, okay. Dann ähm sie müssen Frage
- 2:25:59aufrufen und sagen, dass sie nicht
- 2:26:01Okay, ich höre gerade, dass der erste
- 2:26:04Fragen nicht da ist. Ich rufe trotzdem
- 2:26:06die äh Frage auf. Das ist die Frage
- 2:26:09Nummer 1 zum Thema Maßnahmen der
- 2:26:11Bundesregierung zur Sicherung der
- 2:26:13heimischen Agrarproduktion und der
- 2:26:15Versorgungssicherheit des Abgeordneten.
- 2:26:18Stefan äh Schröder, der ist nicht Ja,
- 2:26:20die Frage äh wird damit ähm
- 2:26:24nicht beantwortet. Genau. Und damit
- 2:26:27kommen wir zu Frage Nummer 2 zum Thema
- 2:26:30geplante Agrar Reform der
- 2:26:32Bundesregierung in den nächsten zwei
- 2:26:34Jahren und die ist vom Abgeordneten
- 2:26:37Bernt Schattner und Frau
- 2:26:39Staatssekretärin, Sie haben das Wort.
- 2:26:44Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr
- 2:26:46geehrter Kollege Schattner. Ziel der
- 2:26:48Bundes des Bundesministeriums für
- 2:26:50Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ist
- 2:26:52eine zukunftsfeste, resiliente und
- 2:26:54regional verankerte, vielfältige Agrar-
- 2:26:57undern Ernährungswirtschaft in
- 2:26:58Deutschland. Die Ernährung Sicherung,
- 2:27:00Wettbewerbsfähigkeit, Klima und
- 2:27:02Umweltschutz und hier wohl miteinander
- 2:27:04verbindet. Entscheidend dafür sind
- 2:27:06verlässliche und langfristige
- 2:27:08Rahmenbedingungen und vor allem deutlich
- 2:27:10schlankere praxistaugliche Regeln. Das
- 2:27:13BML hat bereits vielfältige Maßnahmen
- 2:27:15ergriffen, um Betrieben und der
- 2:27:16nachfolgenden Generation eine
- 2:27:18verlässliche Perspektive und
- 2:27:20Planungssicherheit zu geben und sie von
- 2:27:23unnötiger Bürokratie zu entlasten. Den
- 2:27:26Bürokratierückbau wird das BML weiter
- 2:27:28konsequent und zielgerichtet
- 2:27:29vorantreiben. Beispielsweise sind eine
- 2:27:32Bürokratierückbauverordnung
- 2:27:34und die systematische Überprüfung der
- 2:27:36Berichts- und Dokumentationspflichten in
- 2:27:38Arbeit. Europarechtliche Vorgaben setzt
- 2:27:41das BML national grundsätzlich nur eins
- 2:27:43zu eins um und auch geht das BMW nicht
- 2:27:47über das vorgesehene Mindestmaß an
- 2:27:49Regulierung hinaus. In den kommenden
- 2:27:51Jahren ist die Reform der gemeinsamen
- 2:27:53Agrarpolitik zentral.
- 2:27:55Unser Haus bleibt dessen bürokratiarme
- 2:27:58und effiziente Ausgestaltung ein
- 2:28:01wichtiges Ziel. Ein weiterer Schwerpunkt
- 2:28:03liegt auf der Unterstützung der
- 2:28:05Exportbestrebungen der deutschen Agra
- 2:28:07und Ernährungswirtschaft. während wir
- 2:28:09gleichzeitig mit unserer Heimatpolitik
- 2:28:11ebenso die regionale Vielfalt und
- 2:28:13regionale Wertschöpfung
- 2:28:15ähm stärken. So können Wertschöpfung,
- 2:28:17Arbeitsplätze und Wohlstand in
- 2:28:19Deutschland gesichert werden.
- 2:28:22Herr Schattner, Sie haben die
- 2:28:23Möglichkeit
- 2:28:25Nachfrage zu stellen.
- 2:28:26Vielen Dank, Frau Vorsitzende, Frau
- 2:28:27Staatssekretärin. Ich würde ganz gerne
- 2:28:29mal kurz auf zwei Themengebiete
- 2:28:30eingehen. Ich komme von der südlichen
- 2:28:32Weinstraße, also unschwer zu erkennen,
- 2:28:34Weinbau ist bei mir im Wahlkreis ein
- 2:28:36großes Thema und in Rheinlandfall sollen
- 2:28:38jetzt Weinbaubetriebe ab November 26,
- 2:28:41wenn sie dauerhaft rodungen auf
- 2:28:43produktiven Rehflächen durchführen,
- 2:28:45einmalig 5000 € je Hektar von EU-mitteln
- 2:28:48erhalten. Dafür muss aber auch dieser
- 2:28:50Weinberg 10 Jahre stillgelegt werden.
- 2:28:52Und wer diese Förderung nutzt, verliert
- 2:28:54nicht nur für die betroffene Fläche die
- 2:28:56Wiederpflanzungsrechte, sondern
- 2:28:57sämtliche Pflanzrechte des Betriebes
- 2:28:59verfallen. Diese Weinberge haben noch
- 2:29:01vor wenigen Jahren 30, 40, 50, 60.000 €
- 2:29:05gekostet und werden jetzt faktisch von
- 2:29:07der Landesregierung noch mit 5000 € je
- 2:29:09Hektar bewertet. Produktive Rebflächen
- 2:29:12gehen dauerhaft verloren. 30% der
- 2:29:15Weinbauern stehen aktuell an dem Punkt,
- 2:29:17dass sie überlegen ihre Betriebe zu
- 2:29:19schließen. Gibt es konkrete Maßnahmen
- 2:29:21aktuell, um den Weinbau in Deutschland
- 2:29:24zu fördern und zu verhindern, dass noch
- 2:29:26mehr Weinbaubetriebe in die Insolvenz
- 2:29:28gehen müssen?
- 2:29:31Vielen Dank ähm Herr Kollege für diese
- 2:29:34Nachfrage im Hinblick auf den deutschen
- 2:29:36Weinbau. Unsere Unterstützungsmaßnahmen
- 2:29:39sind Ihnen bekannt, die unser Minister
- 2:29:41äh selber auf den Weg gebracht hat.
- 2:29:43Darüber hinaus müssen wir einfach
- 2:29:45erkennen, dass sich der Konsum der
- 2:29:46Menschen verändert und dass der Wein
- 2:29:48deshalb nicht nur in Deutschland,
- 2:29:50sondern Europa, weil es einfach einen
- 2:29:52Absatzeinbruch erlebt und deshalb wir
- 2:29:54mehr Menge als tatsächlich Nachfrage
- 2:29:57haben. An der Stelle wird es eine
- 2:29:59Konsolidierung geben und das Angebot
- 2:30:02tatsächlich Flächen stillzuegen ist ein
- 2:30:04Angebot an die jeweiligen
- 2:30:05Flächeninhaber, die selber entscheiden
- 2:30:08können, welchen Weg sie an der Stelle
- 2:30:09gehen wollen. Sie können noch eine
- 2:30:11Nachfrage stellen.
- 2:30:13Ich würde noch auf ein zweites Thema zu
- 2:30:15sprechen kommen. Glücklicherweise sind
- 2:30:17die roten Gebiete ja per Gesetz
- 2:30:18verworfen worden und jetzt haben wir den
- 2:30:20Entwurf eines zweiten Gesetzes zur
- 2:30:22Änderung des Düngelgesetzes.
- 2:30:25Dort drin steht, dass die Einführung
- 2:30:26eines Wirkungsmonitors zur Überprüfung
- 2:30:29der Auswirkungen landwirtschaftlicher
- 2:30:31Düngung erfolg. steht heute schon fest,
- 2:30:34welche Parameter dabei erfasst werden
- 2:30:36sollen, über welche Zeitraäume soll das
- 2:30:38Monitoring erfolgen. Und sie feiern ja
- 2:30:41auf der einer Seite die Abschaffung der
- 2:30:42Bürokratie durch den Entfall der
- 2:30:44Stoffstrombilanz, was gut und richtig
- 2:30:46war, bauen aber offensichtlicher auf der
- 2:30:48Seite wieder ein Bürokratiemonster auf,
- 2:30:51wenn wir jetzt das Monitoring zur
- 2:30:52Düngung entsprechend festlegen müssen,
- 2:30:55mit welchen Belastungen müssen die
- 2:30:56landwirtschaftlichen Betriebe aus diesem
- 2:30:58Monitoring rechnen? Welcher Zeitraum ist
- 2:31:00dafür vorgesehen und was ist das Ziel?
- 2:31:04Wollen Sie bei den roten Gebieten noch
- 2:31:06mal nachlegen und wieder entsprechende
- 2:31:08Regelungen treffen?
- 2:31:10Vielen Dank, Herr Kollege Schattner. Ähm
- 2:31:12das Düngeegesetz selber regelt keine
- 2:31:15roten Gebieten und wird auch kein
- 2:31:17Bürokratie Monster zugrunde legen. Das
- 2:31:20sieht das Gesetz selber nicht vor. Das
- 2:31:23Gesetz selber stellt nur die
- 2:31:24Rechtsgrundlage für nachfolgende
- 2:31:26Regelungen. Ähm, also da und deren
- 2:31:30Regelungen werden gerade erarbeitet,
- 2:31:32gemeinsam mit den Ländern. Die
- 2:31:34Agrarministerkonferenz äh findet ab
- 2:31:36heute statt und dort wird versucht mit
- 2:31:39gemeinsam mit den Ländern entsprechende
- 2:31:41Lösungen zu erarbeiten.
- 2:31:43Ich habe jetzt hier noch einige weitere
- 2:31:45Nachfragen. Als erstes von der
- 2:31:47Abgeordneten Zoe Meer.
- 2:31:52Dank, Frau Präsidentin, sehr geehrte
- 2:31:55Frau Staatssekretärin, auch in der
- 2:31:56Tierhaltung stehen große Reformen an.
- 2:31:58Ich finde es absolut beschämt, wie wir
- 2:32:00mit Tieren in unserer Landwirtschaft
- 2:32:01umgehen. Viel zu oft sind Tiere reine
- 2:32:03Produktionsmaschinen. Wir sehen gar
- 2:32:05nicht, dass da fühlende Lebewesen
- 2:32:06eigentlich dahinter stehen, die ja
- 2:32:08unsere Hilfe brauchen. Nun, das Thema
- 2:32:10Kastenstand ist ja so ein bisschen
- 2:32:12Symbol dieser ganzen Debatte und der
- 2:32:14Kastenstand, das ist ja ja ein
- 2:32:16Metallgestell, wo Muttersauen, nachdem
- 2:32:18sie ihre Kinder bekommen haben, wirklich
- 2:32:20dann über wochenlang fixiert sind. Also
- 2:32:22absolut grausam, dass sich die Tiere
- 2:32:24nicht mal umdrehen können. Zu den
- 2:32:25Jungentieren eine Beziehung aufzubauen
- 2:32:27ist ja auch unmöglich. Ich glaube, man
- 2:32:29muss keine Mutter sein, um zu verstehen,
- 2:32:31wie viel Perversion dahinter steckt. Das
- 2:32:33Thema ist abgeschafft, es ist verboten,
- 2:32:35es gab ewig Übergangsfristen und der
- 2:32:36Bauernverband sagt nun, wir sollten das
- 2:32:38Thema noch mal eine Weile aufschieben.
- 2:32:39Jetzt frage ich mich natürlich, wie
- 2:32:41steht die Bundesregierung zu diesem
- 2:32:42Thema und vielleicht ist Ihnen ja auch
- 2:32:43die Position der
- 2:32:44Bundesterschutzbeauftragten bekannt.
- 2:32:46Steht denn die Bundesregierung dahinter,
- 2:32:48den Kastenstand wirklich auslaufen zu
- 2:32:50lassen und sich hier für mehr Tierschutz
- 2:32:52einzusetzen?
- 2:32:57Vielen Dank. äh Frau Kollegin auch für
- 2:32:58die charmante äh für den charmanten
- 2:33:01Hinweis auf äh meine Doppelrolle. Ähm
- 2:33:04das Magdeburger Kasten ähm Standsurteil,
- 2:33:07also ein Gerichtsurteil hat am Ende dazu
- 2:33:09geführt, dass wir ähm zu den rechtlichen
- 2:33:11Änderungen gekommen sind und zwar schon
- 2:33:13vor Jahren. Ähm Forderungen aus den
- 2:33:16Berufsverständen Berufsverbänden nehmen
- 2:33:18wir natürlich zur Kennnis, die äußern im
- 2:33:20Grunde auch eine Sorge, dass das Invest,
- 2:33:22was jetzt getätigt werden muss, sich am
- 2:33:25Markt nicht abbilden lässt. aktuell. Das
- 2:33:27heißt, es steht die dringende Bitte
- 2:33:29dahinter, tatsächlich äh mehr
- 2:33:31Unterstützung auch fürs Invest möglich
- 2:33:33zu machen. Ähm, aber an der Frist steht
- 2:33:36des aktuell ähm keine Diskussion, die
- 2:33:39steht fest und das sind so lange
- 2:33:40Übergangsfristen.
- 2:33:42Ähm, eine andere Meinung ist mir
- 2:33:44innerhalb der Bundesregierung aktuell
- 2:33:46nicht bekannt.
- 2:33:48Und jetzt hat noch eine Nachfrage die
- 2:33:50Abgeordnete Dr. Ophilia Nick.
- 2:33:57Sehr geehrte Frau Staatssekretärin
- 2:33:59Breer, wir sind ja diesmal im Jahr der
- 2:34:01Frauen in der Landwirtschaft, UN-Jahr
- 2:34:03und sie haben dazu auch eine
- 2:34:05Fachveranstaltung gemacht. Wir wissen,
- 2:34:07dass nur 11% der Betriebsinhaber in
- 2:34:10Deutschland von Frauen geführt wird. Da
- 2:34:11sind wir Schlusslicht in Europa. Was
- 2:34:14planen Sie, um Frauen tatsächlich mehr
- 2:34:17Verantwortung, die Sie ja jetzt schon
- 2:34:18tragen, aber eben auch rechtlich
- 2:34:20bekommen auf den Höfen. Was planen Sie
- 2:34:22da für die nächsten Jahre?
- 2:34:29Ach so. Ah, jetzt ist an. Vielen Dank,
- 2:34:31äh Frau Kollegin. Ähm, ein absolut
- 2:34:33wichtiges Thema und ich glaube, das ein
- 2:34:35uns allen, dass wir das auch als echtes
- 2:34:38Herzenssthema sehen. 11% kann ich
- 2:34:40ausreichen. Ich habe schon mal gesagt,
- 2:34:42ich finde diese 17 oder 18% derjenigen,
- 2:34:44die jetzt neu anfangen, eher noch
- 2:34:46dramatischer, weil der Weg nach oben äh
- 2:34:49dadurch nicht wirklich abgekürzt wird.
- 2:34:51Ähm, wir haben unsere Konferenz zu dem
- 2:34:53Thema gemacht. Wir versuchen die Themen
- 2:34:55noch mal immer wieder auch durch
- 2:34:56Sichtbarkeit ähm zu priorisieren. Wir
- 2:34:59haben Mentoring Programme AKur auch mit
- 2:35:01der landwirtschaftlichen Rentenbank, um
- 2:35:04Berufseinsteigerinnen,
- 2:35:05Betriebsübernahmen auch speziell an
- 2:35:08Frauen zu adressieren. Wir haben
- 2:35:11vielfältige Unterstützungsprogramme
- 2:35:13auch mit den Sozialversicherungsträgern
- 2:35:16an der Stelle und am Ende können wir
- 2:35:19brauchen wir, glaube ich, auch noch mehr
- 2:35:20Daten. Da haben wir auch noch äh ein
- 2:35:22weiteres Projekt. Wo sind die Flächen
- 2:35:25tatsächlich verteilt? Wo ist die Größe?
- 2:35:27Sind es eher die kleineren Betriebe, die
- 2:35:29die den Frauen angeboten werden oder
- 2:35:31vielleicht doch eher ähnlich? Also sehr
- 2:35:34breites Portfolio und ich wäre dankbar,
- 2:35:37wenn es schneller gehen würde.
- 2:35:39Die nächste Nachfrage hat der
- 2:35:41Abgeordnete Marcel Bauer.
- 2:35:47Vielen Dank, Frau Präsidentin, Frau
- 2:35:48Staatssekretärin, ich kann direkt daran
- 2:35:50anknüpfen. Wir sind im internationalen
- 2:35:52Jahr der Frauen in der Landwirtschaft
- 2:35:54und Frauen leisten seit jeher den einen
- 2:35:56wesentlichen, wenn ich sogar den
- 2:35:57wesentlichen Teil der Arbeit in der
- 2:35:59Landwirtschaft, um die Höfe über Wasser
- 2:36:01und den gesellschaftlichen Laden am
- 2:36:03Laufen zu halten. Und gleichzeitig, wir
- 2:36:05haben es gehört, sind Frauen als
- 2:36:06Hofleitung und als betriebseigentümer
- 2:36:09innen extrem unterreäsentiert. Jetzt
- 2:36:10haben sie gesagt, sie wollen Frauen
- 2:36:12Coachings und Mentoringprogramme
- 2:36:14anbieten, um das zu ändern. Aber das
- 2:36:16Problem ist doch, dass Frauen kaum
- 2:36:18Zugang zu Land haben, dass die Höfe
- 2:36:20traditionell eher an den männlichen
- 2:36:22Nachwuchs vererbt werden. Werden sie
- 2:36:24denn irgendwas konkretes tun, um dafür
- 2:36:27zu sorgen, dass Frauen einen besseren
- 2:36:29Zugang zum Land bekommen?
- 2:36:38Vielen Dank, äh Herr Kollege Bauer. Ähm
- 2:36:41das ist das, was ich gerade gemeint
- 2:36:43habe. Also, wir werden eine weitere
- 2:36:44Studie, ich weiß nicht, ob sie schon in
- 2:36:46unterwegs ist, ähm tatsächlich mal zur
- 2:36:49Landverteilung ähm auf den Weg bringen,
- 2:36:51um auch dort valide Zahlen zu haben, wie
- 2:36:53es tatsächlich verteilt wird, ob es eine
- 2:36:56subjektive Wahrnehmung oder auch eben
- 2:36:58objektiv mit Zahlen belegbar ist, so wie
- 2:37:00Sie es gerade genannt haben. Und darüber
- 2:37:03hinaus geht es nicht nur Mentoring,
- 2:37:04sondern es geht auch darum, äckerreneur,
- 2:37:07das heißt jungen Hof nach Folgern
- 2:37:09Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen
- 2:37:12umzusetzen. Das mit einem besonderen
- 2:37:14Fokus eben auch auf Frauen.
- 2:37:17Und die letzte Nachfrage hat der
- 2:37:19Abgeordnete Karl Bär.
- 2:37:25Vielen Dank, Frau Präsidentin.
- 2:37:28Frau Brer, wir waren, als wir das letzte
- 2:37:30Mal hier zusammen waren, habe ich
- 2:37:31gefragt, wann kommt eigentlich die
- 2:37:32Gebietsausweise Verordnung, um die roten
- 2:37:34Gebiete wieder rechtssicher zu machen?
- 2:37:36Das Verwaltungsgerichtsurteil ist jetzt
- 2:37:39aus dem letzten Jahr, Anfang des Jahres
- 2:37:40hat auch der Bundesrat gefordert, also
- 2:37:42die Länder gibt uns da mal
- 2:37:44Rechtssicherheit und sie haben uns vor
- 2:37:46ein paar Monaten hier genau in der
- 2:37:48Fragestunde gesagt, schnellstmöglich
- 2:37:50wird die Bundesregierung eine
- 2:37:51Gebietsausweiseordnung machen. Das sind
- 2:37:53jetzt ein paar Monate vergangen und ich
- 2:37:55frage noch mal, wann ist eigentlich
- 2:37:57schnellst möglich und haben die Länder
- 2:37:59und auch die betroffenen Betriebe denn
- 2:38:01zur nächsten Saison schon wieder
- 2:38:03Rechtssicherheit?
- 2:38:08Vielen Dank, Herr Kollege Ber. Ich habe
- 2:38:09es gerade schon gesagt, die AMK Takt ab
- 2:38:12heute. Dort steht es auf der
- 2:38:13Tagesordnung. In den vergangenen Monaten
- 2:38:16gab es intensive Gespräche, sowohl
- 2:38:18hinsichtlich Nitrataktionsprogramm
- 2:38:21ist der eine Block. Das zweite ist eben
- 2:38:23die Düngeverordnung mit den
- 2:38:24entsprechenden Regelungen, die sie
- 2:38:26genannt haben. Und äh dort brauchen wir
- 2:38:28eine Einigung mit den Ländern und
- 2:38:30natürlich am Ende eben auch mit unserem
- 2:38:33BMUKN, dem anderen, unserem Ministerium
- 2:38:37auf der anderen Seite. Und deswegen ist
- 2:38:38es wichtig mit den Ländern jetzt zu
- 2:38:40einem gemeinsamen Entschluss zu kommen.
- 2:38:43Das wird hoffentlich jetzt morgen
- 2:38:44übermorgen gelingen und dann mit diesem
- 2:38:46Vorschlag als Vorschlag der Länder
- 2:38:49gemeinsam mit der Bundesregierung auch
- 2:38:51bei der EU-Kommission entsprechend
- 2:38:52vorstellig zu werden und dann werden es
- 2:38:54wer umsetzung geben. Natürlich ist es
- 2:38:56das Ziel zur nächsten Dünge Saison dann
- 2:38:59auch Rechtssicherheit zu haben. Ob das
- 2:39:01gelingt, werden wir im Verfahren sehen.
- 2:39:06Damit komme ich zur nächsten Frage, der
- 2:39:08Frage Nummer 3 des Abgeordneten Stefan
- 2:39:11Brandner zum Thema Einschätzung der
- 2:39:14Bundesregierung zur aktuellen Lage der
- 2:39:16deutschen Landwirtschaft. Frau
- 2:39:18Staatssekretärin,
- 2:39:24vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr
- 2:39:26gejagter Herr Kollege Brandner. Die
- 2:39:29ersten amtlich festgestellten Ergebnisse
- 2:39:31im Erntebericht 26, der am 2. September
- 2:39:33veröffentlicht wurde, zeigen, dass die
- 2:39:36Lage der Landwirtschaft ernst ist. Sie
- 2:39:38spürt die Folgen der langanhaltenden
- 2:39:40Trocken und Hitzephase. Die Erntemenge
- 2:39:43und die Qualitäten fielen über viele
- 2:39:45Kulturen schwächer aus als im
- 2:39:46langjährigen Mittel, jedoch mit regional
- 2:39:49besonders angespannten Situationen,
- 2:39:50insbesondere beim Futterbau. Für späte
- 2:39:53Kulturen ist die Ernte noch nicht
- 2:39:54abgeschlossen. Vorläufige Schätzungen
- 2:39:56lassen aber hohe Ertragsverluste in
- 2:39:58vielen Regionen befürchten. Die Bilanz
- 2:40:00der Betriebe zeigt, dass die
- 2:40:01Landwirtschaft, deren viel derzeit viele
- 2:40:04Risiken gleichzeitig tragen muss. Der
- 2:40:06russische Angriffskrieg gegen die
- 2:40:08Ukraine und die Nahostkrise haben zu
- 2:40:10weltweiten Verwerfungen auf den Energie
- 2:40:12und insbesondere auf den
- 2:40:14Düngemittelmärkten geführt. Lieferketten
- 2:40:16sind eingeschränkt oder blockiert
- 2:40:17worden, die Produktionskosten steigen
- 2:40:19und gleichzeitig sinken die
- 2:40:20Erzeugerpreise. In der Summe ist die
- 2:40:22Landwirtschaft daher in erheblichem
- 2:40:23Ausmaß von einer multifaktoriellen Krise
- 2:40:26betroffen. Deshalb unterstützt das
- 2:40:27Bundesministerium die
- 2:40:29landwirtschaftlichen Betriebe und
- 2:40:30bereitet derzeit weitere möglichst
- 2:40:32zielgenaue und zugleich unbürokratische
- 2:40:34Hilfen vor.
- 2:40:38Ihre Nachfrage.
- 2:40:40Danke schön. Das sind ja entgegen den
- 2:40:42Äußerungen der Regierung relativ düstere
- 2:40:44Antworten, die Sie hier gegeben haben.
- 2:40:46Normalerweise ist ja mal alles in bester
- 2:40:48Ordnung und kann nur noch besser werden.
- 2:40:50Jetzt haben sie ja ziemlich geschildert,
- 2:40:52wie desaströs die Lage der
- 2:40:53Landwirtschaft und der Landwirte in
- 2:40:55Deutschland ist und dass sie viele
- 2:40:58Maßnahmen vorbereiten, um das zu
- 2:40:59verbessern. nende doch mal so eine so
- 2:41:01eine Handvoll konkrete Maßnahmen, die
- 2:41:03ich jetzt hier von Ihnen höre und dann
- 2:41:05gehe ich nächste Woche in meinen
- 2:41:06Wahlkreis und erzähl den Bauern und
- 2:41:08Landwirten vor Ort diese fünf konkreten
- 2:41:10Maßnahmen in den nächsten im nächsten
- 2:41:12halben Jahr, die werden von der
- 2:41:14Bundesregierung vorbereitet und
- 2:41:15umgesetzt und dann in 9 Monaten geht's
- 2:41:17euch besser.
- 2:41:19Sehr geehrter Herr Kollege Brandner,
- 2:41:20wenn Sie sich über also außerhalb dieser
- 2:41:23Fragestunde auch für landwirtschaftliche
- 2:41:24Themen interessieren würden, dann
- 2:41:26wüssten Sie, dass unser Minister exakt
- 2:41:28die Worte, die ich gerade wiederholt
- 2:41:30habe, schon mehrfach zuletzt in der
- 2:41:33großen Pressekonferenz zum Ernteergebnis
- 2:41:36ausgeführt hat und dementsprechend auch
- 2:41:39natürlich die Maßnahmen bekannt sind.
- 2:41:41Wir haben ein erstes Liquid
- 2:41:44Liquiditätshilfeprogramm
- 2:41:46ähm bereits seit einigen Monaten laufen.
- 2:41:49Das wird jetzt aufgestockt von 200 auf
- 2:41:51500 Millionen. An einem zweiten arbeiten
- 2:41:54wir. Wir werden die Direktzahlungen 27
- 2:41:58in dem Rahmen, in dem es möglich ist,
- 2:42:01aufstocken und in einer Summe also von
- 2:42:034,2 auf 4,9 Milliarden im kommenden Jahr
- 2:42:07auszahlen und auch die Düngemittel und
- 2:42:10Hilfen Düngemittel und Dieselhilfen der
- 2:42:12Europäischen Union möglichst einfach und
- 2:42:15direkt auszahlen. Darüber hinaus gibt es
- 2:42:18Möglichkeiten zu Stundungen von
- 2:42:20Beiträgen und ähnlichem. Das ist der
- 2:42:23eine direkte Weg, so wie wir helfen
- 2:42:25können, aber alles andere bei der
- 2:42:28nächsten Frage.
- 2:42:30Ihre Nachfrage bitte.
- 2:42:32Hey, Sie ahnen schon mal eine Nachfrage,
- 2:42:33das ja, das hatten wir auch noch nicht.
- 2:42:35Ähm, wir lassen mal, wir lassen mal die
- 2:42:37Frage offen. Wer mehr oder weniger
- 2:42:39Ahnung von Landwirtschaft hat, der
- 2:42:41Minister oder ich. Also wenn ich über
- 2:42:42den Minister in der Presse lese, da ist
- 2:42:44immer die Rede von Minister tut nichts
- 2:42:46und der blasseste Minister muss man sich
- 2:42:47ja auch vorstellen, also der blasseste
- 2:42:49Minister in der Regierung März, ich
- 2:42:51meine sind alle schon ziemlich blass und
- 2:42:52dann noch der blasseste von den blassen
- 2:42:53zu sein, das ist schon der Hammer. Das
- 2:42:54lese ich so in der in den Medien über
- 2:42:56den Minister und wenn ich dann mal seine
- 2:42:58Auftreten mir angucke, es gab mal im
- 2:43:00August eine Hauptalmbegehung des Al
- 2:43:04allenwirtschaftlichen Vereins Oberbayern
- 2:43:06angesichts der Folgen von Hitze und
- 2:43:08Trockenheit in der Landwirtschaft. Und
- 2:43:10das Thema war halt die Trockenheit und
- 2:43:11die Hitze und sowas alles. Und da wurde
- 2:43:12gefragt, Herr Minister, was können Sie
- 2:43:13denn dagegen tun? Was hat der Minister
- 2:43:15ganz salopp und schnodrig geantwortet?
- 2:43:18Ich kann es nicht regnen lassen, sonst
- 2:43:19t's ja. Das war seine Antwort auf diese
- 2:43:23auf die Belastung der Bauern, die damit
- 2:43:24ihrer Existenz kämpfen. Da tat sich ein
- 2:43:26Monat nichts und ein Monat später kam
- 2:43:29dann irgend so ein Plan aus ihrem
- 2:43:30Ministerium von einer Krise von
- 2:43:32nationaler Tragweite war plötzlich die
- 2:43:34Rede, was die Trockenheit und den
- 2:43:36Zustand der Böden in Deutschland angeht.
- 2:43:37zu ihrer
- 2:43:38Meine Frage war, ist die Entwicklung in
- 2:43:40den letzten Jahren völlig an Ihnen
- 2:43:41vorbeigegangen?
- 2:43:46Herr Kollege Brandner, wenn Sie die
- 2:43:48Entwicklungen verfolgt hätten, dann
- 2:43:49wüssten Sie, dass diese Alenbegehung
- 2:43:51tatsächlich in jedem Jahr stattfindet
- 2:43:54und dass sich die veränderten
- 2:43:55klimatischen Bedingungen eben auch in
- 2:43:57Deutschland und damit nicht zuletzt eben
- 2:44:00auch bei der Produktion der Pflanzen auf
- 2:44:03den Böden auswirken.
- 2:44:07Und ich habe jetzt wieder einige
- 2:44:09Nachfragen und dann startet wieder die
- 2:44:12Abgeordnete Dr. So Meer.
- 2:44:16Herzlichen Dank, Frau Präsidentin, Frau
- 2:44:18Staatssekretärin. Zur Lage in der
- 2:44:20Landwirtschaft gehören auch die großen
- 2:44:21Umbrüche in der Schweinewirtschaft.
- 2:44:24In der Schweinehaltung ist es ja so,
- 2:44:26dass die Probleme zunehmend bekannt
- 2:44:28sind. Wir wissen, dass Schweinefleisch
- 2:44:30nicht besonders gesund ist. Wir wissen,
- 2:44:31dass zahlreiche Umweltprobleme dahinter
- 2:44:33stecken. Wir wissen um die vielen
- 2:44:35Probleme rund um den Tierschutz. Und
- 2:44:38jetzt ist natürlich so ein bisschen die
- 2:44:39Frage, wie geht's an der Stelle weiter?
- 2:44:41Die Bundesregierung, die war das ja seit
- 2:44:43wirklich vielen Monaten beim Thema
- 2:44:45Tierhaltungskennzeichnung umher. Wenn
- 2:44:47man der Schweinebranche eine Zukunft
- 2:44:49geben will, dann muss man doch die
- 2:44:50unterstützen, die tatsächlich bereit
- 2:44:52sind, mehr in den Tierschutz zu
- 2:44:53investieren. Wir müssen uns ja mal die
- 2:44:55Zahlen angucken. Fast kein Schwein hat
- 2:44:57in Deutschland jemals das Tageslicht
- 2:44:59gesehen oder Auslauf gehabt. Und
- 2:45:00dementsprechend noch mal die Frage,
- 2:45:02bekennen Sie sich zu einer verbindlichen
- 2:45:04Tierhaltungskennzeichnung hier in
- 2:45:05Deutschland, die dann tatsächlich auch
- 2:45:07die Mehrbemühung im Tierschutz für alle
- 2:45:09transparent und sichtbar macht. Und was
- 2:45:11ist eigentlich bei der Förderung des
- 2:45:12Umbaus der Schweinehaltung? Da haben Sie
- 2:45:14ja tatsächlich alles zusammengestrichen.
- 2:45:19Vielen Dank, Frau Kollegin äh Dr. Meer.
- 2:45:23Es sind zwei Blöcke. Das eine ist der
- 2:45:25derzeitige Markt.
- 2:45:28Der zweite Teil war tat die Frage nach
- 2:45:30dem Tierhaltungskennzeichen gesetzt. ähm
- 2:45:33an dem wir gerade so wie es im
- 2:45:34Koalitionsvertrag verabredet ist
- 2:45:36versuchen das Gesetz der letzten
- 2:45:38Legislaturpraxis tauglich zu machen und
- 2:45:41ähm nicht nur die deutsche Ware zu
- 2:45:43kennzeichnen, sondern auch die
- 2:45:45europäische und die Ware aus dem Ausland
- 2:45:47insgesamt, denn nur dann schaffen wir es
- 2:45:50tatsächlich ein Level Playing Field auch
- 2:45:52in Deutschland herzustellen und die Ware
- 2:45:54gleichberechtigt zu benutzen. keinen
- 2:45:56Ausweg bei einer Verpflichtung nur der
- 2:45:58deutschen Ware hin zu ausländischen, die
- 2:46:01dann nämlich nicht gekennzeichnet werden
- 2:46:02muss. Das ist mit entsprechenden
- 2:46:04Herausforderungen verbunden, gerade mit
- 2:46:07Blick auf die ausländische Wache. Und
- 2:46:09ähm das werden wir in den kommenden
- 2:46:11Wochen sehen, ob es uns gemeinsam
- 2:46:13gelingt ähm diese Verpflichtung dann
- 2:46:16tatsächlich auch umzusetzen. Und zur
- 2:46:19Förderung äh würde ich sagen, läuft mir
- 2:46:21jetzt gerade die Zeit davon.
- 2:46:23Genau. Jetzt hat gibt's aber noch eine
- 2:46:25weitere Nachfrage, vielleicht gibt's da
- 2:46:27die Chance zu antworten von der
- 2:46:29Abgeordneten Dr. Ophilia Nick.
- 2:46:35Sekretärin dieses Jahr stand ja wirklich
- 2:46:38ja im Schatten oder wie mal soll man
- 2:46:40sagen von Hitze und Dürre. Wir haben
- 2:46:42jetzt mal schon erlebt, dass was
- 2:46:44Klimawandel bedeutet. Es gab Regionen,
- 2:46:46wo es wirklich gar nicht mehr geregnet
- 2:46:47hat. Saat ist nicht aufgegangen, es ist
- 2:46:50nichts gewachsen. Äh und wenn man vor
- 2:46:52diesem Hintergrund übrigens die AfD äh
- 2:46:55macht Klimawandel erkennzimmer an oder
- 2:46:57nicht, je nachdem wie es ihnen passt an
- 2:46:59dieser Stelle. Äh diesmal haben Sie es
- 2:47:01mal anerkannt, denn es war dramatisch.
- 2:47:03Was sollst schon machen? Ja,
- 2:47:06auf jeden Fall im Angesicht dessen
- 2:47:08müssen wir doch handeln und da ist doch
- 2:47:10die Frage, was ist äh der
- 2:47:11Bundesminister, was will er tun? Denn
- 2:47:14wenn wir gucken äh, dass jetzt die
- 2:47:16Hilfen wirklich nur mit der Gießkanne
- 2:47:18und nicht zielgerichtet gegeben werden
- 2:47:19sollen, dass Themen wie Weidehaltung,
- 2:47:21all das, was Humus aufbaut, auch
- 2:47:23Wasserspeicherfähigkeit sozusagen
- 2:47:25fördert gestrichen werden. Ist meine
- 2:47:28konkrete Frage, was wollen Sie wirklich
- 2:47:29dagegen tun, dass das, was wir jetzt
- 2:47:31schon gesehen haben, nicht noch
- 2:47:33schlimmer wird?
- 2:47:37Ja, vielen Dank, äh Frau Kollegin.
- 2:47:39Genau, das ja der Punkt, zu dem ich
- 2:47:40vorhin aus Zeitgründen nicht mehr
- 2:47:41gekommen bin. Ähm das eine sind die
- 2:47:44Krisenhilfen jetzt, aber das schafft
- 2:47:46keine Anpassung und keine Innovation äh
- 2:47:49für die kommenden Jahre. Deswegen ist
- 2:47:52ähm natürlich ein weiterer Baustein
- 2:47:55unseres Ministeriums die Unterstützung
- 2:47:57der Land und der Forstwirtschaft dabei
- 2:47:59sich eben diesen zunehmenden
- 2:48:01Wetterextremen widerstandsfähiger
- 2:48:03aufzustellen. Dazu gehört auf der einen
- 2:48:04Seite eine Versicherung, aber darauf
- 2:48:06wollen sie nicht hinaus, also nicht auf
- 2:48:08die mehr Gefahrenversicherung, sondern
- 2:48:09auf innovative ähm Ansätze, das heißt
- 2:48:13Wassermanagement in den Blick zu nehmen,
- 2:48:15aber auch den Waldumbau Klimaresilienz
- 2:48:18zu klimaresienz zu machen, ähm
- 2:48:20entsprechende ähm ja, Pflanzenzüchtungen
- 2:48:24anzupassen, klimaresiliente
- 2:48:26Anbausysteme. Und in diesem Bereich ist
- 2:48:29äm ein weiterer ähm weiterer Schwerpunkt
- 2:48:32eben auch mit Blick in die Zukunft
- 2:48:35Anpassungsmaßnahmen, sowohl im
- 2:48:36landwirtschaftlichen Bereich als eben
- 2:48:38auch im Forst durch verschiedene äh
- 2:48:40Maßnahmen.
- 2:48:42Eine Nachfrage hat jetzt noch der
- 2:48:44Abgeordnete Marcel Bauer.
- 2:48:48Frau Präsidentin, Frau Staatssekretärin,
- 2:48:51sie haben es vorher gesagt, der
- 2:48:52menschengemachte Klimawandel, die Hitze,
- 2:48:55die Dürre, sie verschärfen die
- 2:48:56Produktionsbedingungen in der
- 2:48:57Landwirtschaft. Aber das Hoh für Sterben
- 2:49:00war vorher schon im Gange und es wird
- 2:49:02weitergehen, weil die
- 2:49:03landwirtschaftlichen Betriebe von
- 2:49:05Großkonzernen unter Druck gesetzt
- 2:49:07werden. Saatgut und Düngemittelkonzernen
- 2:49:09auf der einen Seite und die
- 2:49:11Lebensmittelhandel
- 2:49:12Lebensmittelshandelgiganten auf der
- 2:49:13anderen Seite. Welche konkreten
- 2:49:16Maßnahmen wird das Bundesministerium
- 2:49:18ergreifen, um einerseits die Landwirte
- 2:49:20und Landwirternen vor diesem Druck zu
- 2:49:22schützen auf dem Markt und andererseits
- 2:49:25die Bevölk der Bevölkerung eine sichere
- 2:49:27Versorgung mit gesunden und bezahlbaren
- 2:49:29Lebensmitteln sicherzustellen?
- 2:49:33Vielen Dank. Vielen Dank äh Herr Kollege
- 2:49:35auch für ähm diese Konkretisierung noch
- 2:49:38mal. Ähm, unser Auftrag als Ministerium
- 2:49:43ist es, der Landwirtschaft
- 2:49:44Planungssicherheit zu geben mit Blick in
- 2:49:46die Zukunft. Das höfterben als solches
- 2:49:49zu bezeichnen. Das ist ein
- 2:49:50Strukturwandel, der sich je nachdem in
- 2:49:52welcher Sparte man sich befindet
- 2:49:55tatsächlich ähm zunimmt. Einiges
- 2:49:58stabiliert sich stabilisiert sich, aber
- 2:50:00vieles nimmt eben zu. Und sie haben das
- 2:50:02ja richtig beschrieben. Gerade sind die
- 2:50:03Preise bescheiden, um das mal vorsichtig
- 2:50:06zu sagen, und die Kosten hoch. Und äh
- 2:50:09für unsere Aufgabe ist es
- 2:50:10Planungssicherheit herzustellen, das
- 2:50:12heißt aktuell zu helfen, auf der anderen
- 2:50:14Seite in Richtung Zukunft, Innovationen
- 2:50:18zu fördern und eine klare Leitplanke zu
- 2:50:21setzen, in welche Richtung wir dann
- 2:50:22tatsächlich wollen, egal ob es der
- 2:50:24Ackerbau ist oder ob es die Tierhaltung
- 2:50:26ist, ein Bekenntnis zur Land und
- 2:50:28Ernährungswirtschaft. Und das ist nicht
- 2:50:30nur ein politischer Auftrag, das ist aus
- 2:50:32meiner Sicht ein Auftrag an die gesamte
- 2:50:34Gesellschaft, nämlich die Frage zu
- 2:50:35beantworten, ob wir bei diesem
- 2:50:37Preisdruck in Deutschland immer auf die
- 2:50:39Produkte aus dem Ausland oder doch eher
- 2:50:42auf die inländische Ware schauen wollen.
- 2:50:45Kollegen,
- 2:50:46die weitere eine weitere Nachfrage der
- 2:50:48Abgeordnete Karl Ber
- 2:50:54Vielen Dank, Frau Präsidentin.
- 2:50:56Frau Breher, Sie hatten gerade auch die
- 2:50:58Düngemittelbeihilfe der EU genannt,
- 2:51:00diese 60 Millionen aufgrund der Blockade
- 2:51:02der Straße von Hormus. Sie haben das
- 2:51:04jetzt auf Flächen ähm ausgegeben. Ich,
- 2:51:07man kann das richtig oder falsch finden,
- 2:51:09aber wir reden jetzt seit drei Monaten
- 2:51:10darüber und noch hat keinen Bauer Geld
- 2:51:13ähm bekommen. Unter anderem, weil aus
- 2:51:15dem Ministerium noch eine Verordnung
- 2:51:18fehlt, die die Basis sein könnte für die
- 2:51:20Länder, für die Auszahlung des Ganzen
- 2:51:22und die liegt ja bis heute nicht vor,
- 2:51:24die muss auch noch durch den Bundesrat,
- 2:51:25wenn ich mir jetzt den Zeitverlauf
- 2:51:26anschaue, wird's langsam schwierig, dass
- 2:51:28wir das noch schaffen, dass die Betriebe
- 2:51:30vor Weihnachten das Geld haben. Und wenn
- 2:51:31man das nicht rechtzeitig schaffen, also
- 2:51:33wenn es im März noch liegt, irgendwann
- 2:51:34müssen wir es der EU zurückgeben. Wann
- 2:51:37kommt denn diese Verordnung und halten
- 2:51:38Sie es inzwischen für eine Gefahr, dass
- 2:51:39wir das Geld zurückgeben müssen?
- 2:51:43Sehr geehrter Herr Kollege Bär,
- 2:51:45schnellst möglich. Abstimmungen liefen
- 2:51:47und es war ja die Quadratur des Kreises,
- 2:51:49die einen wollten, ist möglichst
- 2:51:50zielgenau, aber auf keinen Fall mit
- 2:51:51Bürokratie. So, am Ende ist dieser Weg,
- 2:51:55genau wie Sie es beschrieben haben,
- 2:51:56gewählt und es wird jetzt mit den
- 2:51:58Ländern finalisiert und dann geht es
- 2:52:00hoffentlich schnell.
- 2:52:02Und jetzt gibt es noch eine Nachfrage
- 2:52:04von dem Abgeordneten Dr. Ingu Hahn.
- 2:52:12Frau Präsidentin, Frau Staatssekretärin
- 2:52:15Breer für die Landwirtschaft. Sie
- 2:52:16sprechen für die schwarzrote äh
- 2:52:18Regierung und haben gerade eine ja sehr
- 2:52:20schlechte Lage in der Landwirtschaft
- 2:52:21auch skizziert. Haben das allerdings
- 2:52:23tatsächlich auch dann an Beispielen,
- 2:52:26finde ich, die eigentlich gar nicht so
- 2:52:28wichtig sind, die Wettererscheinung in
- 2:52:30diesem Sommer oder die Außenpolitik
- 2:52:32dargelegt. Aber wenn wir gerade dieses
- 2:52:34Beispiel Höfeerben mal nehmen, das geht
- 2:52:36jetzt über Jahrzehnte, wenn man jetzt
- 2:52:37seit 2000 äh sieht, haben sich die
- 2:52:40Anzahl der Höfe halbiert. Das heißt, es
- 2:52:42ist ein strukturelles Problem und das
- 2:52:44ist auch ein Problem ihrer Regierung.
- 2:52:47Wenn man jetzt wirklich die Gründe mal
- 2:52:49nennen, steigende Kosten, steigende
- 2:52:51Auflagen, fehlende Perspektiven,
- 2:52:53besonders stark auch bei den
- 2:52:54Milchbauern. Wir haben die Tierhaltung
- 2:52:56eben angesprochen, da ist eine ganz hohe
- 2:52:58Diskrepanz zwischen dem, was der Bauer
- 2:53:01bekommt für den Litermilch und dem, was
- 2:53:02dann hinter der Einzelhandel äh bekommt.
- 2:53:05Deshalb meine Frage vor diesem
- 2:53:06Hintergrund: Welche konkreten Änderungen
- 2:53:08der Rahmenbedingungen nehmen Sie vor,
- 2:53:10dass eben ein größerer Teil dieser
- 2:53:12Wertschöpfung bei den Bauern selber
- 2:53:13verbleibt und dass eben weniger Höfe
- 2:53:16sterben müssen?
- 2:53:19Sehr geehrter Herr Kollege, ähm Sie
- 2:53:21haben den Milchpreis angesprochen, der
- 2:53:24am Markt ähm erzielt wird. Keine
- 2:53:27politische Entscheidung Preise
- 2:53:29festzulegen, sondern zu versuchen auf
- 2:53:31der einen Seite die Position der
- 2:53:34Landwirtschaft zu stärken und auf der
- 2:53:37anderen Seite dafür zu sorgen, dass die
- 2:53:39Belastungen weniger werden. Daran sind
- 2:53:41wir. Wir bauen Bürokratie konsequenz
- 2:53:43zurück konsequent zurück und schaffen
- 2:53:46verlässliche Rahmenbedingungen mit Blick
- 2:53:48in die Zukunft, allerdings ohne
- 2:53:50Eingriffe in den Markt.
- 2:53:55Damit äh komme ich zur nächsten Frage.
- 2:53:58Ich rufe auf die Frage Nummer 4 des
- 2:54:00Abgeordneten Tobias Matthias Petterker
- 2:54:03zum Thema Erkenntnisse der
- 2:54:04Bundesregierung aus der Getreideernte
- 2:54:072026 und mögliche Maßnahmen. Frau
- 2:54:10Staatssekretärin,
- 2:54:20vielen Dank, Frau Präsidentin.
- 2:54:24Laut dem vorläufigem Ergebnis der
- 2:54:27diesjährigen Getreideernte fielen
- 2:54:29insgesamt die Erntemenge und die
- 2:54:30Qualitäten über viele Kulturen
- 2:54:32schlechter aus als im langjährigen
- 2:54:34Mittel. So geht die Erntemenge
- 2:54:36beispielsweise beim Winterweiz in der
- 2:54:38wichtigsten Getreidekultur in
- 2:54:39Deutschland in diesem Jahr um ca. 10,4%
- 2:54:42gegenüber dem guten Vorjahr auf rund
- 2:54:4420,2 Millionen Tonnen deutlich zurück.
- 2:54:47Neben den regional sehr stark
- 2:54:48schwankenden Erträge infolge von
- 2:54:50Trockenheit und Hitze setzen weitere
- 2:54:52Belastungen. Die landwirtschaftlichen
- 2:54:54Betriebe in Deutschland unter starken
- 2:54:55wirtschaftlichen Druck. Die
- 2:54:57Landwirtschaft ist in erheblichem Ausmaß
- 2:54:59von einer multifaktoriellen Krise
- 2:55:00betroffen. Das Bundesministerium für
- 2:55:03Landwirtschaftern Ernährung und Heimat
- 2:55:04bereitet derzeit möglichst zielgenaue
- 2:55:06und zugleich unbürokratische Hilfen vor.
- 2:55:09So arbeitet das BMLE unter anderem
- 2:55:11daran, das Liquiditätshilfeprogramm mit
- 2:55:13der landwirtschaftlichen Rentenbank
- 2:55:14aufzustocken und prüft weitere
- 2:55:16liquiditätsfördernde und steuerliche
- 2:55:18Maßnahmen. Darüber hinaus wird der
- 2:55:20vollständige Spielraum für die
- 2:55:21Direktzahlungen der EU-Agrafarförderung
- 2:55:232027 genutzt, sodass diese auf über 4,9
- 2:55:26Milliarden Euro im kommenden Jahr
- 2:55:28steigen werden. Zudem bereitet es BM die
- 2:55:31schnelle antragslose und damit
- 2:55:33bürokrarme Bereitstellung einer
- 2:55:35EUAkrisenhilfe
- 2:55:37in Höhe von 60 Millionen Euro für
- 2:55:39Düngemittel und Diesel vor. Daneben sind
- 2:55:41auch langfristige präventive Maßnahmen
- 2:55:43wichtig. Es ist zentral, dass
- 2:55:45Vorsorgeanpassung und Krisenbewältigung
- 2:55:47sowohl bei der Landwirtschaft als auch
- 2:55:48bei Wald und Forst zusammengedacht
- 2:55:50werden müssen. Ein weiterer Schwerpunkt
- 2:55:52liegt auf der Unterstützung der
- 2:55:54Exportbestrebungen der Deutschen Agrar
- 2:55:56und Ernährungswirtschaft, um Märkte und
- 2:55:58die Produktion und Wertschöpfung in der
- 2:56:00Land Land und Ernährungswirtschaft
- 2:56:02auszubauen und zu diversifizieren.
- 2:56:04Damit werden die Krisenfestigkeit und
- 2:56:07Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
- 2:56:08gestärkt und zugleich die Stabilität der
- 2:56:10Lieferketten gesichert.
- 2:56:12Sie können eine Nachfrage stellen.
- 2:56:18Ja, vielen Dank.
- 2:56:20Ähm, vielen Dank für die Ausführungen,
- 2:56:22die ja jetzt vor allem gegen Enderecht
- 2:56:24allgemein wurden. Es geht mir in erster
- 2:56:25Linie auf jeden Fall um diesen
- 2:56:27Erntebericht von vor 3 Wochen. Sie haben
- 2:56:30es schon gesagt, so äh um etwa 10 % sind
- 2:56:32die Erträge durch die Bank
- 2:56:34zurückgegangen und der Minister hat
- 2:56:36jetzt eben ähm vor allem angekündigt
- 2:56:38diese liquiditätserhaltenden Maßnahmen.
- 2:56:41Da läuft übrigens schon seit dem Juni
- 2:56:43dieses Programm über die äh Rentenbank,
- 2:56:46über die Hausbanken wird es dann
- 2:56:47ausgegeben. Also, das läuft schon. Äh,
- 2:56:49angekündigt wurde aber auch ein zweites
- 2:56:51konkretes Programm zur
- 2:56:53Liquiditätserhaltung, von dem bisher nur
- 2:56:56ja, wie jetzt auch wieder Ankündigungen
- 2:56:57vorhanden sind. Es wird natürlich auch
- 2:56:59wieder Kredit basiert sein, aber äh was
- 2:57:02ist das dann? Wird dann einfach noch mal
- 2:57:04der Rentenbankumfang aufgestockt oder
- 2:57:07was genau läuft denn da? Die Ankündigung
- 2:57:09ist ja schon eine Weile her.
- 2:57:12Sehr geehrter der Kollege Peterka, das
- 2:57:14erste Liquiprogramm haben wir
- 2:57:15aufgestockt von von um 300, von 200 auf
- 2:57:18500 Millionen und an einem zweiten wird
- 2:57:21aktuell gearbeitet. Dort geht es dann um
- 2:57:24möglichst ähm noch bessere Konditionen,
- 2:57:27einfachere Bedingungen und sobald ähm
- 2:57:30die Vorarbeiten und die
- 2:57:31Abstimmungsgespräche insbesondere mit
- 2:57:33dem BF BMF äh abgeschlossen sind, können
- 2:57:36wir entsprechendes verkünden.
- 2:57:38Haben Sie eine weitere Nachfrage?
- 2:57:41Ähm ja, also wie gesagt, es läuft dann
- 2:57:43über die Hausbanken, vor allem, die ja
- 2:57:45dann auch mit ihren normalen AGB ähm vor
- 2:57:48allem Betriebe ausschließen, die in
- 2:57:49wirtschaftlichen Schwierigkeiten ähm
- 2:57:52erkennbar stecken. Ist so ein Vorgehen
- 2:57:54nicht dann kontraproduktiv, weil man ja
- 2:57:56gerade Agrarbetrieben helfen will, die
- 2:57:59vielleicht wirklich in Schwierigkeit
- 2:58:00stecken, Schwierigkeiten stecken. Ähm
- 2:58:02über die Ausgabe über die Hausbanken
- 2:58:04wird ja dann äh da vielleicht gar nicht
- 2:58:06der erreicht äh der vielleicht noch zu
- 2:58:08retten wäre.
- 2:58:11Ähm, sehr geehrter Herr Kollege, die
- 2:58:13diese Hilfsprogramme mit der
- 2:58:14landwirtschaftlichen Rentenbank sollen
- 2:58:16genau den Betrieben helfen, aber ohne
- 2:58:19dass sie es nachweisen müssen, ohne dass
- 2:58:21sie sagen müssen, sie liegen in eine
- 2:58:23besondere Liquiditätsenge,
- 2:58:25dass sie sie belegen müssen, sondern
- 2:58:27sehr einfach und direkt und das über die
- 2:58:30Hausbanken und zwar an alle Betriebe,
- 2:58:32die es nötig haben.
- 2:58:35Jetzt hat noch eine Nachfrage die
- 2:58:37Abgeordnete Dr. Meer.
- 2:58:42Frau Präsidentin, Frau Staatssekretärin,
- 2:58:44manchmal habe ich das Gefühl, dass die
- 2:58:46Bundesregierung ein Problem hat mit
- 2:58:47pflanzlicher Landwirtschaft und
- 2:58:48pflanzlichen Erzeugnissen. Es gibt eine
- 2:58:51Sache, die ich nicht verstehe und ich
- 2:58:52hoffe, dass Sie mir von Seiten des
- 2:58:54Landwirtschaftsministeriums hier ein
- 2:58:56bisschen was erklären können. Die
- 2:58:57Bundesregierung plant ja eine
- 2:58:58Zuckersteuer und bei allen Entwürfen,
- 2:59:00die gerade rumgehen, ist geplant,
- 2:59:02pflanzliche Milchalternativen mit einer
- 2:59:04Zuckersteuer zu besetzen, auch wenn gar
- 2:59:06kein Zucker zugefügt ist.
- 2:59:08Fruchtzäfte oder beispielsweise auch
- 2:59:10tierische Milch, die sollen ausgenommen
- 2:59:12werden, obwohl da ja auch Laktose oder
- 2:59:14eben Fruktose drinne ist. Für mich hat
- 2:59:16das nicht wirklich einen Sinn, eine
- 2:59:18wissenschaftliche Fundierung. Ich frage
- 2:59:19mich, geht's hier eigentlich nur um
- 2:59:21Ideologie oder was ist eigentlich ihre
- 2:59:23wissenschaftliche Grundlage? Vielen
- 2:59:25Dank.
- 2:59:26Vielen Dank, Frau Kollegin Dr. Meer. Die
- 2:59:29Abstimmungsgespräche innerhalb der
- 2:59:30Koalition zur Ausgestaltung der
- 2:59:32Zuckersteuer laufen noch. Insofern kann
- 2:59:34ich da aktuell nichts zu sagen und nein,
- 2:59:35unser Ministerium und unsere
- 2:59:37Bundesregierung hat keine Vorbehalt.
- 2:59:41Der Abgeordnene Marcel Bauer hat noch
- 2:59:42eine Nachfrage.
- 2:59:46Frau Präsidentin, Frau Staatssekretärin,
- 2:59:49sie haben jetzt auf die Krise in der
- 2:59:51Getreideernte, auf die verschlechterten
- 2:59:53Produktionsbedingungen durch den
- 2:59:54menschengemachten Klimawandel
- 2:59:56geantwortet, wie eigentlich auf jedes
- 2:59:58Problem in der Landwirtschaft, das Sie
- 2:59:59anerkennen und zwar mit Bürokratieabbau,
- 3:00:02Effizienz und Export. Ich sehe es so,
- 3:00:06dass die Landwirtschaft und die
- 3:00:07Produktion unserer Nahrungsmittel sich
- 3:00:09marktwirtschaftlich gar nicht mehr
- 3:00:10trägt. Anstatt dieser aber anzuerkennen,
- 3:00:13wird eine meist klimaschädliche
- 3:00:15Subvention nach der anderen beschlossen,
- 3:00:17um das System aufrecht zuerhalten.
- 3:00:19Anstatt Sie hier vor Ort regionale
- 3:00:22gemeinwohlorientierte nachhaltige
- 3:00:23Lebensmittelproduktion fördern, schlagen
- 3:00:26Sie mit ihrer Exportstrategie doch vor,
- 3:00:28im Namen des Marktes und der
- 3:00:30Profitmaximierung deutsche Lebensmittel
- 3:00:32in Frachter zu verschiffen weit über die
- 3:00:34ganze Welt. Was ist daran bitte
- 3:00:36effizient? Und wäre es nicht
- 3:00:38effizienter, regionale
- 3:00:40gemeinwohlorientierte
- 3:00:42Landwirtschaft zu betreiben?
- 3:00:47Sehr geehrter der Herr Kollege Bauer,
- 3:00:49wir unterstützen die regionale
- 3:00:52Landwirtschaft. Deswegen setzen wir uns
- 3:00:53unter anderem für ein gut ausgestattetes
- 3:00:56ähm Agrarbudget auf europäischer Ebene
- 3:00:59ein, um genau diesen Mehrwert, den die
- 3:01:02landwirtschaftliche Produktion hier vor
- 3:01:03Ort hat, nämlich mit hohen Klima, mit
- 3:01:06hohen Anforderungen an Pflanzenschutz,
- 3:01:09an Düngung, an Umweltleistungen
- 3:01:11entsprechend auch zu auch zu honorieren.
- 3:01:14Und es ist keinesfalls Ziel einer
- 3:01:16Exportorientierung hier angebaut und sie
- 3:01:19haben abgestellt auf die Fläche ähm auf
- 3:01:22unsere Ackerfrüchte diese zu
- 3:01:24exportieren, sondern bei der
- 3:01:25Exportstrategie geht es darum,
- 3:01:27Wertschöpfungsketten zu schließen, mehr
- 3:01:30Werte zu generieren von Teilprodukten,
- 3:01:33aber auch von veredelten Produkten und
- 3:01:35genau das braucht es am Ende, um fürs
- 3:01:38Produkt ein guten Preis erziählen zu
- 3:01:39können.
- 3:01:41Die weitere Nachfrage kommt von dem
- 3:01:43Abgeordneten Bernt Schattner.
- 3:01:48Vielen Dank, Vorsitzende Frau
- 3:01:50Staatssekretärin. Wir haben jetzt viel
- 3:01:52darüber gesprochen in der letzten
- 3:01:53Halbiviertelstunde, dass es der
- 3:01:54Landwirtschaft in Deutschland schlecht
- 3:01:56geht und hatten auch schon mehrfach das
- 3:01:58Thema Schwein. Und in diesem Bereich
- 3:02:01geht's auch noch mal rein. Ed
- 3:02:03Nordbayern, Sachsen Thüringen hat
- 3:02:04bestehende Haltungsform drei Verträge
- 3:02:06gekündigt mit Schweinemestern und
- 3:02:09Fergelzüchtern und will bis Ende 2030
- 3:02:11neue Vereinbarungen
- 3:02:13mit den Lieferanten abschliefen
- 3:02:15schließen. Das Problem ist, die
- 3:02:16Verbraucher sind nicht bereit, die
- 3:02:18Mehrkosten für die Haltungsstufe 3 zu
- 3:02:20zahlen. Auf der einen Seite sagt man,
- 3:02:22man bibliologisch gesunde Lebensmittel
- 3:02:24haben, ist aber auf der anderen Seite
- 3:02:25als Verbraucher nicht bereit, die
- 3:02:27höheren Kosten zu tragen. Heißt im
- 3:02:29Endeffekt für die Bauern, die hier in
- 3:02:32der Erzeugung tätig sind, dass die
- 3:02:34Investitionen in Stelle sich nicht
- 3:02:35lohnen. Sie haben das Problem, dass bei
- 3:02:37Schlachtpreisen von aktuell 145 nicht
- 3:02:40mehr Kostendecken produziert werden kann
- 3:02:42und die Bauern in aller Regel nicht
- 3:02:44wissen, was sie in Zukunft für ihre Ware
- 3:02:46bekommen. Wie steht die Bundesregierung
- 3:02:48in dem Zusammenhang zum Abschluss von
- 3:02:50Lieferverträgen mit festen Preisen vor
- 3:02:53der Einlieferung beim Handelsstichwort
- 3:02:55Paragraph 148 z.B. bei der Milch? Wollen
- 3:02:58Sie diese Verträge Vorlieferung
- 3:03:00demnächst konkreter angehen?
- 3:03:04Sehr geehrter Herr Kollege Schattner,
- 3:03:05Sie haben angesprochen die privaten
- 3:03:07Vereinbarungen, die äh einzelne
- 3:03:10Handelshäuser mit Landwirten treffen.
- 3:03:13Ähm es ist immer eine private
- 3:03:15Entscheidung, eine private Entscheidung
- 3:03:17zwischen einem Landwirt, der einen
- 3:03:18Vertrag eingeht zu einer höheren
- 3:03:20Haltungsstufe und die Entscheidung, ob
- 3:03:22es für die Dauer des Vertrages sich der
- 3:03:24Invest das eben auch rechnet am Ende mit
- 3:03:27den Mehrkosten. Ich würde mir wünschen,
- 3:03:29dass wenn der die Privatwirtschaft mit
- 3:03:32großem Handel und mit großer Werbung
- 3:03:35vorangeht und sagt, wir stellen alles um
- 3:03:37auf Haltungsform 3, dass diese Verträge
- 3:03:40dann auch langfristig geschlossen
- 3:03:41werden. Politisch greifen wir in die
- 3:03:44privaten Entscheidungen an der Stelle
- 3:03:45aber nicht ein.
- 3:03:48Und eine weitere Nachfrage kommt von dem
- 3:03:50Abgeordneten Dr. Reiner Kraft.
- 3:03:55Vielen Dank, Frau Staatssekretärin. Sie
- 3:03:56hatten es ja gesagt, auch der Kollege
- 3:03:58Bau es gesagt, auch wenn er die
- 3:03:59vollkommen falsche Schlüssel draus
- 3:04:00sieht, dass das Wirtschaften für die
- 3:04:02Landwirte schwierig wird. Ein Grund
- 3:04:04dafür ist auch, dass die verarbeitenden
- 3:04:06Betriebe, z.B. Zuckerfabriken oder
- 3:04:08Stärkefabriken, die im globalen
- 3:04:09Wettbewerb stehen, natürlich in
- 3:04:11Deutschland aufgrund der hohen Energie-
- 3:04:12und Strompreise sehr viel höhere
- 3:04:14Betriebskosten haben und versuchen die
- 3:04:16über niedrige Einkaufspreise an die
- 3:04:17Landwirte weiterzugeben
- 3:04:19gezwungenermaßen, was dazu führt, dass
- 3:04:21die Landwirte natürlich unter
- 3:04:21finanziellen Zwang kommen. Nun ist es
- 3:04:24so, dass wir in Deutschland eine massive
- 3:04:26Verschlechterung der Industrie haben,
- 3:04:27Volkswagen sei genannt. Heute im
- 3:04:29Wirtschaftsausschuss haben wir über 1000
- 3:04:30Arbeitsplätze in Leuner geredet, die
- 3:04:31wegfallen und natürlich sind auch
- 3:04:32landwirtschaftliche Betriebe sehr stark
- 3:04:34davon betroffen. Der Grund für die hohen
- 3:04:35Strompreise ist natürlich die
- 3:04:36Energiewende und ich frage Sie, wann
- 3:04:38werden Sie sich für dieses
- 3:04:40Krebsgeschwör, das die deutsche
- 3:04:41Wirtschaft anheimfällt, einsetzen, dass
- 3:04:44Sie das im Kabinett abschaffen?
- 3:04:48Sehr geehrter Herr Kollege, da sie jetzt
- 3:04:50keinen konkreten Vorschlag, sondern nur
- 3:04:52pauschalagen, Abschaffen eines
- 3:04:53Krebsgespürs, kann ich diese Frage an
- 3:04:55dieser Stelle nicht beantworten.
- 3:04:58Damit äh komme ich zur nächsten Frage.
- 3:05:01Ich rufe auf die Frage Nummer 5 des
- 3:05:03Abgeordneten Karl Bert zu dem Thema
- 3:05:07Zeitpunkt der Vorlage des
- 3:05:09Nitrataktionsplan zum Schutz der
- 3:05:11Gewässer vor Nitratbelastung. Frau
- 3:05:14Staatssekretärin,
- 3:05:15vielen Dank, Frau Präsidentin, sehr
- 3:05:16geehrte der Kollege Bär, nach dem Urteil
- 3:05:18des Bundesverwaltungsgerichts vom 8.
- 3:05:20Oktober 25 hat die Bundesregierung ein
- 3:05:22dünge bezogenes nationales
- 3:05:24Aktionsprogramm nach Paragraph 3 A1
- 3:05:26Düngegesetz zum Schutz der Gewässer vor
- 3:05:28Verunreinigung durch Nitrat aus
- 3:05:30landwirtschaftlichen Quellen zu
- 3:05:31erstellen. Nationales Aktionsprogramm
- 3:05:34Nitrat. Das Bundesministerium für
- 3:05:36Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat
- 3:05:38einen ersten Entwurf für ein solches
- 3:05:39nationales Aktionsprogramm dieat
- 3:05:41erstellt. Ähm nach Paragraph 3a Absatz 1
- 3:05:44Satz 1 bis 3 Düngegesetz ist das
- 3:05:46Aktionsprogramm und dessen Änderungen im
- 3:05:48Einvernehmen mit dem Bundesministerium
- 3:05:50für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und
- 3:05:52nukleare Sicherheit zu erarbeiten.
- 3:05:54Dieser Entwurf befindet sich derzeit in
- 3:05:56der fachlichen Abstimmung mit dem BMUN.
- 3:06:05Ihre Nachfrage.
- 3:06:07Vielen Dank, Frau Präsidentin. Wir haben
- 3:06:08da offensichtlich heute ein Thema, Frau
- 3:06:10Staatssekretärin, Dinge das Ministerium
- 3:06:11mal tun müsste und die mir zu langsam
- 3:06:14gehen. Ähm das Natrataktionsprogramm,
- 3:06:17jetzt sind wir gerichtlich dazu
- 3:06:18verpflichtet worden. Das kommt jetzt
- 3:06:20dann hoffentlich, ich hoffe, dass der
- 3:06:22Minister nicht am Ende noch Zwangsgelder
- 3:06:23zahlen muss. Ähm, da ste ist ja die DOH
- 3:06:26mit dem Nacken, aber eigentlich ist da
- 3:06:28ein viel viel größeres Thema dahinter,
- 3:06:29nämlich, dass wir die Nitratwerte im
- 3:06:31Grundwasser seit Jahrzehnten in
- 3:06:34Deutschland nicht so einhalten, wie sie
- 3:06:36urchtlich notwendig wäre. Und es gibt
- 3:06:38ganz wenig Möglichkeiten das zu ändern,
- 3:06:41ohne tatsächlich auch mit den Nitrat,
- 3:06:43also mit den Stickstoffüberschüssen in
- 3:06:45der Düngung runterzugehen. Und ich
- 3:06:47erwarte mir aus dem jetzigen
- 3:06:48Verhandlungen ums Düngegesetz, dass
- 3:06:50etwas rauskommt, was tatsächlich dieses
- 3:06:52Problem dauerhaft löst. Sonst sind wir
- 3:06:54weiter in einer Spirale aus
- 3:06:55Gerichtsurteilen in alle Richtungen und
- 3:06:57Gerichts und Gesetzesänderungen. Also
- 3:06:59wäre für mich die Frage, sind Sie bereit
- 3:07:01auch mal offen zu sagen, wir müssen
- 3:07:03runter mit den Überschüssen, das heißt,
- 3:07:05wir müssen weniger düngen.
- 3:07:09Sehr geehrte der Herr Kollege Bär, so
- 3:07:11sowohl ähm das das Nitrataktionsprogramm
- 3:07:14als auch die Düngeverordnung, wie gesagt
- 3:07:16sind gerade in der Abstimmung. Ziel ist
- 3:07:19eine pflanzenverfügbare
- 3:07:21Düngung, Pflanzen und eben auch äh
- 3:07:24angemessen, also für die
- 3:07:25Pflanzenverfügbarkeit
- 3:07:27angemessen möglich zu machen und dabei
- 3:07:29das Grundwasser zu schützen,
- 3:07:31wohlwissend, dass die Reduktion der am
- 3:07:35Ende im tiefen Grundwasser vorhandenen
- 3:07:38Nitratwerte Jahre brauchen und nicht
- 3:07:41unbedingt direkt von der heutigen
- 3:07:43Bewirtschaftung abhängig sind, weil die
- 3:07:44Verdünnungseffekte erst über Jahre
- 3:07:47eintreten durch die
- 3:07:48Grundwasserneubildung, die einfach Jahre
- 3:07:50braucht. Insofern würde es unsere
- 3:07:53Ansicht den Betrieben, die heute
- 3:07:54gewässer schonend entsprechend dem
- 3:07:57Düngebedarf ordentlich wirtschaften, das
- 3:07:59auch möglich zu machen und gleichzeitig
- 3:08:02die Betriebe Wirkungsmonitoring, die
- 3:08:04sich nicht an die Regeln halten und das
- 3:08:06Grundwassergefährden entsprechend zur
- 3:08:08Verantwortung zu ziehen. Und das ist der
- 3:08:10Plan, der gerade mit den Ländern
- 3:08:11erarbeitet wird.
- 3:08:14Ihre Nachfrage.
- 3:08:17Da muss ich doch noch mal eine Nachfrage
- 3:08:19stellen. Ich hatte es nicht geplant,
- 3:08:20aber ähm jetzt diese diese Antwort, ich
- 3:08:23stimme ja zu, dass es sinnvoller wäre
- 3:08:25auf rote Betriebe und gründige Betriebe
- 3:08:27zu setzen, also auf rote und grüne
- 3:08:28Gebiete. Und dafür brauchen wir aber von
- 3:08:31den Betrieben, also irgendwie belegbare
- 3:08:34Daten. Jetzt haben sie als
- 3:08:35Bundesregierung gerade die
- 3:08:36Stoffstromanzverordnung abgeschafft, die
- 3:08:38diese Daten hätten liefern können, um
- 3:08:40die Betriebe zu belohnen oder zu
- 3:08:42sanktionieren, die hier richtig gut oder
- 3:08:44richtig schlecht arbeiten. Wenn Sie das
- 3:08:46jetzt alles in die Monitoringverordnung
- 3:08:48mit reinbringen, die eigentlich dazu
- 3:08:50gedacht war, die Wirksamkeit der
- 3:08:52Düngeverordnung im Wasser zu finden,
- 3:08:54dann mischen wir da Betriebsdaten ähm
- 3:08:56von Betrieben mit allen möglichen Daten
- 3:08:59aus der Umweltverwaltung. Ich weiß
- 3:09:01nicht, ob das nicht am Ende das größere
- 3:09:03Bürokratieproblem wird, als die
- 3:09:04Stoffstrominanzverordnung war und
- 3:09:06deswegen die Frage, was haben Sie da
- 3:09:08eigentlich vor mit der
- 3:09:08Monitoringverordnung und wird das am
- 3:09:10Ende beleg basiert und damit überprüfbar
- 3:09:12sein, ja oder nein?
- 3:09:14Na ja, Kollege, wer so so gerne ich das
- 3:09:16wollte, aber es liegen verschiedene
- 3:09:17Vorschläge vor und die AMK berätt
- 3:09:20aktuell darüber. Insofern kann ich jetzt
- 3:09:21nicht sagen, welchen Weg es am Ende
- 3:09:23geben wird. wichtig wäre äh mit den
- 3:09:26Ländern gemeinsam sich jetzt zügig auf
- 3:09:28Wege zu einigen, die wir auch äh mit der
- 3:09:30EU-Kommission abgestimmt bekommen.
- 3:09:33Ich habe jetzt noch zwei Nachfragen aus
- 3:09:35der Fraktion Bündnis 90 die Grün. Ich
- 3:09:37habe aber aus zeitlichen Gründen kann
- 3:09:38ich nur noch eine äh zulassen,
- 3:09:41vielleicht äh einigen Sie sich. Okay,
- 3:09:43super. Dann hat jetzt das Wort die
- 3:09:45Abgeordnete Dr. Ophilia Nick.
- 3:09:49Dank äh Frau Präsidentin, Frau
- 3:09:50Staatssekretärin. Die Nitratrichtlinie
- 3:09:53gibt's seit 1991. Also, das Problem ist
- 3:09:55bekannt. Wir haben jetzt 26. Das
- 3:09:58Fischsterben in der Ostsee ist ja eins
- 3:10:00der Themen, dass wir sozusagen zu viel
- 3:10:03Nährstoffe haben durch Gewässer und auch
- 3:10:06durch die Landwirtschaft, die damit zu
- 3:10:0860% dran beteiligt ist, hört ja nicht
- 3:10:11auf. Und auch damit sind Sie ja
- 3:10:12beschäftigt, dass wir immer mehr
- 3:10:14Schonzeiten und so weiter machen. Das
- 3:10:17was tatsächlich die Nitratwerte senken
- 3:10:20würde oder die Zuträge, das haben Sie
- 3:10:22aus der Ampelregierung wieder
- 3:10:23abgeschafft. Wann frage ich Sie wirklich
- 3:10:26tun Sie was auch für die Ostsee, indem
- 3:10:28Sie tatsächlich in der Düngeverordnung
- 3:10:29vorangehen?
- 3:10:32Vielen Dank, Frau Kollegin Nick. Ich mir
- 3:10:34ist gerade nicht bekannt, was wir
- 3:10:35abgeschafft hätten, was die Zuträge von
- 3:10:37Nährstoffrachten in die Ostsee verändern
- 3:10:39würde. Insofern ähm äh kann ich diese
- 3:10:42Frage tatsächlich einfach nicht
- 3:10:43beantworten.
- 3:10:47Gut, vielleicht können Sie das im
- 3:10:49Nachgang noch klären. Wir sind jetzt am
- 3:10:52Ende der Zeit für die Befragung
- 3:10:55anbelangt. Damit beende ich die ähm
- 3:10:58Befragung und rufe auf den Zusatzpunkt
- 3:11:02aktuelle Stunde. Die Fraktion der AfD
- 3:11:05hat eine aktuelle Stunde verlangt zu dem
- 3:11:08Thema Fälle von Antisemitismus,
- 3:11:11Polizeifeindlichkeit sowie Nähe zum
- 3:11:13Islamisten, Linksextremisten und Clans
- 3:11:16bei den Linken Berlin jüngste
- 3:11:18Entwicklungen in den Blick nehmen.
- 3:11:22Ich
- 3:11:23eröffne die Aussprache. Es gibt ja
- 3:11:25scheinbar keine großen Wechsel und für
- 3:11:28die AfD Fraktion hat damit als erstes
- 3:11:31das Wort der Abgeordnete
- 3:11:34Dr. Gottfried Curio.
- 3:11:52Sehr geehrte Präsidentin, meine Damen
- 3:11:53und Herren, in einer Zeit, wo es in der
- 3:11:55Hauptstadt jede Woche Schießereien gibt
- 3:11:57und täglich zehn Messeangriffe, die
- 3:11:59Hälfte der Täter Ausländer, da plant die
- 3:12:02Linkspartei in Berlin eine komplette
- 3:12:04Kehrtwende in der inneren Sicherheit. Im
- 3:12:06Wahlprogramm heißt es, man wolle die
- 3:12:08immer weitere Aufrüstung der Polizei
- 3:12:11stoppen, die Mittel umverteilen und
- 3:12:13Polizeiarbeit durch Sozialarbeit
- 3:12:15ersetzen. Fakt ist, kriminelle
- 3:12:17Judenfeinde und Islamisten wollen in
- 3:12:20Berlin schon demographisch endlich eine
- 3:12:23Interessenvertretung
- 3:12:24und diese Partei, die Linke will
- 3:12:27liefern. Komplette Aushöllung der
- 3:12:28Sicherheitsstrukturen in der Stadt, die
- 3:12:31als Schwerpunkt organisierter
- 3:12:32Kriminalität und migrantischer
- 3:12:34Clanstrukturen gilt, einer Partei, die
- 3:12:37Polizeiarbeit als Repression versteht,
- 3:12:40die es zurückzufahren gelte, einer
- 3:12:42solchen Partei die Aufsicht über die
- 3:12:43innere Sicherheit anzuvertrauen, das
- 3:12:45hieße wahrlich den Bock zum Gärtner zu
- 3:12:47machen. Die kamera gestützte Überwachung
- 3:12:50im öffentlichen Raum soll nach Willen
- 3:12:51der Linken wieder abgebaut werden. die
- 3:12:53polizeiliche Ausweisung besonders
- 3:12:55kriminalitätsbelasteteer Orte ebenso,
- 3:12:57weil die dorthin Kontrollen zu
- 3:12:58rassistischer Diskriminierung führten.
- 3:13:00Man kommt nicht, um hinz bemerken, dass
- 3:13:02hier offenbar die Täternähe der Partei
- 3:13:05bei ihren Forderungen die Feder geführt
- 3:13:06hat. Wer Polizeiarbeit durch
- 3:13:08Sozialarbeit und Dialogformate ersetzen
- 3:13:11will, hat offensichtlich kein Interesse
- 3:13:13an Bekämpfung der Kriminalität.
- 3:13:15Stattdessen will man Kompetenzen
- 3:13:17derjenigen Instanzen ausbauen, die die
- 3:13:19Polizei überwachen sollen, wie der
- 3:13:21Bürger und Polizeibeauftragte. Das passt
- 3:13:24ins für die Linke. Typische
- 3:13:25polizeifeindliche Bild. Genau passen für
- 3:13:27SPD und Grüne. Die wollen da natürlich
- 3:13:29gerne als Steigbügelhalter fungieren.
- 3:13:32Die Spitzenkandidatin hält schon den
- 3:13:34Begriff Klankriminalität für
- 3:13:36problematisch. Rattien in Shisha Bar
- 3:13:38sind da nur Diskriminierung und schon
- 3:13:40der Begriff Integration lehnt man ab als
- 3:13:42einseitige Anpassungsleistung. Was man
- 3:13:44will ist der absolute Abschiebestopp.
- 3:13:47Zitat: "Jede Abschiebung ist eine zu
- 3:13:49viel." Die Partei der Inländerfeinde
- 3:13:51fordert Bleiberecht für alle. Genau
- 3:13:53passend für SPD und Grüne. Um noch
- 3:13:56effektiver gegen die Berliner arbeiten
- 3:13:57zu können, will die Partei die linke
- 3:13:59Wahlrecht für alle in Berlin lebenden
- 3:14:01Personen, unabhängig von der
- 3:14:02Staatsbürgerschaft, streng
- 3:14:04verfassungswidrig, genau passend für
- 3:14:06alle Inländerfeinde, genau passend für
- 3:14:08SPD und Grüne. Illegale
- 3:14:10Wohnungsbesetzung soll zu dauerhaftem
- 3:14:12Wohnrecht führen, Unrecht zurecht
- 3:14:14machen. Sind es am Ende einfach Merkel
- 3:14:16Fans? Die Großunterkünfte wie Tegel
- 3:14:18sollen aufgelöst werden zugunden der
- 3:14:20Unterbringung in Wohnungen, die man
- 3:14:22vorher enteignet. Die Linke ist die
- 3:14:24Partei, die maximale Wohnungsnot
- 3:14:27schafft. Wir sagen abschieben schafft
- 3:14:29Wohnraum.
- 3:14:31Über 50% der muslimischen Wähler haben
- 3:14:33in Berlin die Linke gewählt, die erste
- 3:14:35klarethnische Wahl in Deutschland.
- 3:14:37Gewählt wurde dabei der dezidierte
- 3:14:40Antisemitismus der Partei. Der
- 3:14:42Terraunterstützer Ibrahim sagt, sein
- 3:14:44Wahlaufruf für die Linkspartei als
- 3:14:46parlamentarischen Arm seiner
- 3:14:47Terrorganisation entstand nach
- 3:14:50Gesprächen.
- 3:14:52Und dank der CDU wird jedes Jahr eine
- 3:14:54weitere muslimische Großstadt
- 3:14:56eingebürgert, während noch eine neu
- 3:14:58einwandernd. Integration wird es nicht
- 3:15:00geben, dafür Mobbing deutscher Kinder in
- 3:15:02den Schulen und Ausbeutung der
- 3:15:03Sozialsysteme. Parallelgesellschaften,
- 3:15:06importierte Kriminalität nehmen Rasant
- 3:15:08zu. Da ist es nur noch eine ironische
- 3:15:10Randnotiz, dass der von CDU und SPD
- 3:15:13forcierte Einbürgungsrausch nun der
- 3:15:16Linken statt der SPD zugute kommt. Die
- 3:15:18Revolution frisst ihre Kinder und die
- 3:15:21Partei, die Linke selbst ist aber längst
- 3:15:23zur Kenntlichkeit entstellt. Landeschef,
- 3:15:25Fraktionschef, etliche Senatoren, alle
- 3:15:28bekannten Köpfe sind in den letzten
- 3:15:30Jahren wegen des explodierenden
- 3:15:33Antisemitismus ausgetreten. ein Clan
- 3:15:36überhaupt auf der Wahlparty der Linken
- 3:15:37auftaucht und erklärt, sich von der
- 3:15:39Partei unterstützt zu fühlen, ein
- 3:15:41Abgeordneter ihn respektvoll grüßen
- 3:15:43lässt, dass zur Wahl in Tifada
- 3:15:46aufgerufen wird. Das alles passt ins
- 3:15:48Bild. Sollten SPD und Grüne diesen
- 3:15:51Wahnsinn in letzter Sekunde stoppen,
- 3:15:53wird CDU EWAS als Preis die ultimative
- 3:15:57Kapitulationsklärung gegenüber den
- 3:15:59Forderungen der rotgrünen Königsmacher
- 3:16:01unterzeichnen müssen. Das sind die Oppos
- 3:16:03die Optionen. Die SPD unterwirft sich
- 3:16:05der Linken oder die CDU unterwirft sich
- 3:16:08Rot-Grün. Die Regierungsparteien sind
- 3:16:10sowas von fertig. Berlin, unsere
- 3:16:13deutsche Hauptstadt hat wahrlich was
- 3:16:14Besseres verdient. Und das gilt nicht
- 3:16:17nur Landes, sondern auch
- 3:16:18bundespolitisch. Wenn nach Willen der
- 3:16:20CDU Merkelaner dann bei der
- 3:16:22Bundestagswahl mit Rotgrün, statt wie
- 3:16:24bisher nur mit der SPD weitergewurstelt
- 3:16:26werden soll, wo die Union dann denen
- 3:16:28gegenüber bereits in der Minderheit ist,
- 3:16:31dann wird auch dem letzten CDU-Wähler im
- 3:16:32Land klar, wer CDU wählt, bekommt auf
- 3:16:35jeden Fall rotgrüne Politik. Selbst der
- 3:16:37CDU-Kanzler meint, wir haben auf zu
- 3:16:40viele Fragen keine zufriedenstellenden
- 3:16:42Antworten mehr. Doch hat er kürzlich die
- 3:16:45Antwort schon längst selbst gegeben.
- 3:16:49Wegtreten. Ich danke Ihnen.
- 3:16:55Für die CDU CSU Fraktion hat jetzt das
- 3:16:57Wort die Abgeordnete Dr. Otilie Klein.
- 3:17:04Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:17:06Kolleginnen und Kollegen, ich muss Ihnen
- 3:17:07ehrlich sagen, in den letzten Tagen habe
- 3:17:09ich mich bei der Linkspartei gefühlt wie
- 3:17:10im falschen Film. Allein die Tatsache,
- 3:17:13dass die Spitzenkandidate der
- 3:17:14Linkspartei Elif Erald beim Wahlergebnis
- 3:17:17von einem Zitat Sieg der Liebe spricht,
- 3:17:19ist ein weiteres Zeichen für das völlig
- 3:17:21verquere Weltbild dieser Partei. Denn
- 3:17:24wer Jalla Jalla in Tifada als einen
- 3:17:27Ausdruck der Liebe hält, der hält
- 3:17:29offenbar auch Verbrecher für Wohltäter,
- 3:17:32Extremisten für Unterstützer und Juden
- 3:17:35für einen Dienst an der gerechten Sache.
- 3:17:44Und bei so viel Moralakrobatik platzt
- 3:17:47mittlerweile selbst vielen Linken die
- 3:17:49rote Hutschnur. Ehemalige Senatoren
- 3:17:51haben wegen des krasserenden Judenhasses
- 3:17:53schon vor Jahren diese Partei verlassen.
- 3:17:56Und wenn die ehemalige
- 3:17:57Bundestagsvizepräsidentin
- 3:17:59Petra Pau den Abgeordneten Ferad Kotak
- 3:18:01öffentlich angreift und ihn an seine
- 3:18:04Verantwortung erinnert, dann hat sie
- 3:18:05damit einfach mal vollkommen recht. Und
- 3:18:09lassen Sie mich das hier klar sagen.
- 3:18:10Ferat Kotschak mag ein guter Vertreter
- 3:18:12der Clans und der Extreme sein. Ein
- 3:18:14guter Vertreter der Neukölner ist er
- 3:18:17nicht. Er sollte Konsequenzen ziehen.
- 3:18:24Er sollte Konsequenzen ziehen,
- 3:18:27Verantwortung zeigen. Wäre auch schön,
- 3:18:29wenn er mal hier wä bei so einer
- 3:18:30Debatte. Und vor allen Dingen sollte er
- 3:18:32sein Mandat niederlegen.
- 3:18:40Aber es geht nicht nur um einzelne
- 3:18:42Personen, sondern um eine Grundgefahr,
- 3:18:44die von dieser radikalen Partei ausgeht.
- 3:18:47Denn wenn Gesetzgeber mit
- 3:18:49Gesetzesbrechern sich verbrüdern, dann
- 3:18:52ist das keine Lapie, dann ist das eine
- 3:18:54Gefahr für unsere Demokratie, dann ist
- 3:18:56das eine Gefahr für unseren Rechtsstaat,
- 3:18:58dann ist das eine Gefahr für die
- 3:18:59Freiheit jedes einzelnen. Denn was
- 3:19:02bedeutet das denn? Was bedeutet das?
- 3:19:05Heißt es, dass die kriminellen Clans
- 3:19:07jetzt am Tisch des Innenausschusses des
- 3:19:10deutschen Bundestages sitzen? Heißt es,
- 3:19:12dass Strukturen der organisierten
- 3:19:14Kriminalität bald womöglich einen
- 3:19:16direkten Rat ins rote Rathaus haben.
- 3:19:19Heißt es, dass wenn ich als Neukölner
- 3:19:21Abgeordneter auf der Sonderlee Gespräche
- 3:19:23mit Bürgern führe, muss ich dann Sorge
- 3:19:25haben, dass dann die Clanbosse
- 3:19:27vorbeikommen und mir ein Besuch
- 3:19:28abstatten? ist übrigens K Wegner auch
- 3:19:30schon passiert bei uns in Berlin. Werden
- 3:19:33ehrenamtliche und hauptamtliche
- 3:19:35Politiker jetzt zur Zielscheibe des
- 3:19:38organisierten Verbrechens und was ist
- 3:19:40eigentlich mit unseren Polizisten?
- 3:19:43Bekommen wir jetzt eine Landesregierung,
- 3:19:45der ein Herz für Kriminelle mehr schlägt
- 3:19:47als für unsere Polizistinnen und
- 3:19:49Polizisten? Wer schützt eigentlich jene,
- 3:19:52die uns schützen?
- 3:20:01Und vor allem sind das Fragen, liebe
- 3:20:04Kollegin und Kollegen von den
- 3:20:05Sozialdemokraten und von den Grünen, mit
- 3:20:07denen sie sich allen Ernstes
- 3:20:10auseinandersetzen wollen, denn genau
- 3:20:12darum geht es jetzt nach dieser Wahl.
- 3:20:15Und man muss auch die Frage stellen, mit
- 3:20:17welchem Gefühl, mit welcher Angst unsere
- 3:20:21jüdischen Mitbürger in Berlin in diesen
- 3:20:23Tagen aufwachen. Denn der Antisemitismus
- 3:20:27in der Berliner Linkspartei ist eben
- 3:20:29kein Einzelfall. Feste mit
- 3:20:31Hamasunterstützern, Konzerte mit
- 3:20:33antisemitischen Rappern und
- 3:20:35judenfeindliche Fortfälle immer und
- 3:20:38immer wieder. Das ist eine klare,
- 3:20:40unmissverständliche
- 3:20:42Sprache und sie schaffen es einfach
- 3:20:44nicht. Sie schaffen es nicht in ihrer
- 3:20:46Partei, dem etwas entgegenzusetzen. Der
- 3:20:49Kampf gegen Judenhas, der erschöpft sich
- 3:20:51eben nicht in leeren Gesten und müden
- 3:20:54Statements. Und die Probleme der
- 3:20:56Linkspartei, die die hören auch nicht
- 3:20:59auf beim Antisemitismus. Denn wenn sich
- 3:21:01die Terrorganisation PFLP über die gute
- 3:21:04Zusammenarbeit mit der Linkspartei
- 3:21:05freut, dann ist das das größte denkbare
- 3:21:10Warnsignal für unsere Gesellschaft.
- 3:21:12Hinter der TikTok Party Fassade zeigt
- 3:21:14sich immer mehr eine unheilige Allianz
- 3:21:16mit klar Kriminalität, Islamismus und
- 3:21:19Judenhass. Und deshalb darf es hier
- 3:21:21keine Verharmlosung dieser extremen
- 3:21:24Partei geben.
- 3:21:31Liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 3:21:32politische Verantwortung ist keine
- 3:21:33Netflix Serie. Man kann nicht einfach
- 3:21:36abschalten, wenn einem die Szene nicht
- 3:21:37gefällt. Die Entscheidungen, die heute
- 3:21:40getroffen werden, haben drastische
- 3:21:42Folgen für die Menschen in Berlin und
- 3:21:43darüber hinaus. Und deshalb ist mein
- 3:21:46Appell vor allem an SPD und Grüne
- 3:21:49gerichtet. Wenn ihr Einsatz für
- 3:21:51Freiheit, für Vielfalt, für
- 3:21:53Rechtsstaatlichkeit
- 3:21:54mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein
- 3:21:56soll, dann zeigen Sie hier klare Kante.
- 3:21:59Sorgen Sie dafür, dass Sie sich auch in
- 3:22:01Zukunft noch guten Gewissens in den
- 3:22:03Spiegel schauen können. Teilen Sie
- 3:22:05Koalitionsgespräche mit diesen extremen
- 3:22:07Listen Linken in Berlin eine Absage.
- 3:22:18Für die Fraktion Bündnis 90 die Grünen
- 3:22:20hat jetzt das Wort die Abgeordnete Dr.
- 3:22:23Irena Mihallit.
- 3:22:35Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 3:22:37Kolleginnen, lieben Kollegen.
- 3:22:40Am 7. Oktober jährt sich der grausame
- 3:22:43Terroranschlag der Hamas auf Israel zum
- 3:22:45dritten Mal. Über 1000 Menschen wurden
- 3:22:49ermordet, tausende verletzt, gefoltert,
- 3:22:52vergewaltigt. Rund 250 Menschen wurden
- 3:22:56als Geiseln genommen. Mehr als die
- 3:22:57Hälfte von ihnen hat das nicht überlebt.
- 3:23:01Es war ein tiefer Schock bis heute für
- 3:23:03Israel und für die Jüinnen und Juden
- 3:23:06weltweit.
- 3:23:07über die Reaktionen darauf in Gaza über
- 3:23:10eine in Teilen rechtsextreme israelische
- 3:23:12Regierung und die Lage im Nahen Osten
- 3:23:14insgesamt können und müssen wir
- 3:23:16politisch streiten, meine Damen und
- 3:23:17Herren, das ist hochkomplex und ich
- 3:23:20traue niemandem, der hier einfache
- 3:23:22Antworten präsentiert. Aber eines muss
- 3:23:24sehr klar sein und zwar
- 3:23:25unmissverständlich.
- 3:23:27Der Ausgangspunkt war das Massaker der
- 3:23:30Hamas, geträngt von Israel Hass und
- 3:23:33Antisemitismus. Und wer Israel und
- 3:23:36Antisemitismus relativiert, akzeptiert
- 3:23:39oder sogar politisch integriert
- 3:23:41vergiftet die politische Kultur in
- 3:23:43unserem Land.
- 3:23:45Und genau diese Gefahr sehe ich bei
- 3:23:49Teilen der Linken. Und ich muss es Ihnen
- 3:23:52so deutlich sagen, Lippenbekenntnisse
- 3:23:55und nachträgliche Distanzierungen
- 3:23:57reichen nicht, wenn sich bei ihnen
- 3:23:59Menschen mit offenem Israelhass und
- 3:24:01antisemitischen Positionen erkennbar
- 3:24:03wohlfühlen und damit auch noch Wahlkampf
- 3:24:05machen. Da können sie nicht immer von
- 3:24:07Liebe sprechen, während sich dieser Hass
- 3:24:09in Teilen ihrer Partei ungehemmt
- 3:24:12ausbreitet. Und wenn sich sogar
- 3:24:13Abgeordneter ihrer Fraktion so
- 3:24:15positionieren, dann muss man sich von
- 3:24:17ihnen trennen. Punkt. Und deshalb
- 3:24:20verstehe ich nicht, warum Fer Kotschack
- 3:24:23trotz offen zu schaugestellten
- 3:24:25Sympathien für Personen und
- 3:24:26Organisationen, die sogar auf der
- 3:24:28europäischen Terrorliste stehen,
- 3:24:30weiterhin Teil der Linksfraktion im
- 3:24:31Bundestag sein darf. Von diesen Leuten,
- 3:24:34mit denen Fotos auf Wahlpartys gemacht
- 3:24:37wurden, werden die Verbrechen der Herr
- 3:24:38Mass nicht nur relativiert, sie werden
- 3:24:40sogar verherrlicht. Mit denen darf sich
- 3:24:42niemand, der in Deutschland politische
- 3:24:44Verantwortung trägt, gemein machen.
- 3:24:45Meine Damen und Herren, wenn es die
- 3:24:47Linke also mit dem Kampf gegen
- 3:24:50Antisemitismus wirklich ernst meint,
- 3:24:53dann darf sie ihn nicht in ihren Reihen
- 3:24:55dulden, sondern muss konsequent und
- 3:24:57glaubhaft dagegen vorgehen. Meine Damen
- 3:24:58und Herren, aber und das muss genauso
- 3:25:01klar gesagt werden, dass sich
- 3:25:04ausgerechnet die AfD hier zum Ankläger
- 3:25:07des Antisemitismus aufschwingt, ist ein
- 3:25:10politischer Treppenwitz, meine Damen und
- 3:25:12Herren. Denn es ist die AfD, die immer
- 3:25:15wieder die Verbrechen des
- 3:25:17Nationalsozialismus relativiert und die
- 3:25:19deutsche Erinnerungskultur angreift. Ob
- 3:25:22Alexander Gaulands Vogelschiss oder
- 3:25:25Björn Höckes Ruf nach einer
- 3:25:26erinnerungspolitischen 180° Wende und
- 3:25:29einem Ende des sogenannten Schuldkuls in
- 3:25:32aktuellen AfD-programmen ist von einem
- 3:25:34angeblichen Nationalmasochismus
- 3:25:37die Rede, den die Deutschen endlich
- 3:25:38ablegen müssten und dass die AfD mit der
- 3:25:41verbotenen SA Parole alles für
- 3:25:44Deutschland kokettiert und Alice für
- 3:25:47Deutschland daraus macht, das spricht
- 3:25:49Bände. Sie bejubeln das. Sie drucken es
- 3:25:52auf Plakate und auf Buttons und
- 3:25:54T-Shirts. Das ist geschichtsvergessen
- 3:25:56und widerlich, meine Damen und Herren.
- 3:25:58Die Verbrechen des Nationalsozialismus
- 3:26:00dürfen niemals relativiert werden. Und
- 3:26:02wer die deutsche Erinnerungskultur
- 3:26:04abschaffen oder ihre Grundlage
- 3:26:05beschädigen will, der beschädigt auch
- 3:26:07den demokratischen Konsens, der aus
- 3:26:09unserer Geschichte entstanden ist und
- 3:26:11das Fundament der Bundesrepublik
- 3:26:12Deutschland bildet. Antisemitismus darf
- 3:26:15man niemals nur dann thematisieren, wenn
- 3:26:17er sich gegen politische Gegner
- 3:26:19instrumentalisieren lässt. Wir müssen
- 3:26:21ihn bekämpfen immer und überall, meine
- 3:26:24Damen und Herren. Und deshalb
- 3:26:26sei mir auch dieser Hinweis an die
- 3:26:29Koalition erlaubt. Ja, liebe Kolleginnen
- 3:26:31von CDU und SPD, wir haben nicht zu viel
- 3:26:35politische Bildung in Deutschland. Wir
- 3:26:37haben auch nicht zu viel historische
- 3:26:39oder Demokratiebildung in Deutschland.
- 3:26:40Wir brauchen mehr davon. Gerade junge
- 3:26:43Menschen müssen doch verstehen, was in
- 3:26:46diesem Land geschehen ist, was die Schoa
- 3:26:48war und welche Lehren daraus zu ziehen
- 3:26:52sind und welche Verantwortung daraus
- 3:26:53erwächst. Wer hier spart, macht einen
- 3:26:56riesen Fehler.
- 3:26:58Margot Friedländer,
- 3:26:59Abgeordnete, würden Sie eine
- 3:27:00Zwischenfrage aus der AfD Fraktion
- 3:27:02gestatten?
- 3:27:03Margot Friedländer hat immer wieder
- 3:27:06gemahnt. Sie hat gesagt, so hat es
- 3:27:08damals auch angefangen. Und sie sagte
- 3:27:11weiter: "Es darf nur nie wieder
- 3:27:13geschehen. Es ist in eurer Hand, dass
- 3:27:15ihr vorsichtig seid, meine Damen und
- 3:27:17Herren, diese Mahnung, sie gilt uns
- 3:27:18allen. Und für uns als Bündnis 90 die
- 3:27:21Grünen ist deshalb völlig klar:
- 3:27:23Antisemitismus darf nirgendwo einen
- 3:27:26Platz haben. Nicht auf unseren Straßen,
- 3:27:28nicht an unseren Stuhlen, nicht in
- 3:27:30unseren Parlamenten, nirgendwo in
- 3:27:32unserem Land. Das ist unsere historische
- 3:27:34Verantwortung und gegenüber den Jünen
- 3:27:37und Juden, die heute hier leben und für
- 3:27:38deren Sicherheit wir einstehen. Ganz
- 3:27:40herzlich
- 3:27:45für die SPD Fraktion darf ich Sebastian
- 3:27:47Fieter das Wort erteilen.
- 3:27:54Sehr geehrter Präsident, liebe
- 3:27:56Kolleginnen und Kollegen, ich möchte die
- 3:27:57Debatte aus einem nicht anderen
- 3:27:59zusätzlichen Fokus führen, nämlich aus
- 3:28:01dem der organisierten Kriminalität. Und
- 3:28:03die Frage an den Anfangsstellen, was
- 3:28:05will eigentlich ganz generell
- 3:28:07organisierte Kriminalität? Die Antwort
- 3:28:09lautet Zugang, Einfluss und Macht. Und
- 3:28:12das ist keine Theorie, sondern das steht
- 3:28:14sogar so in der Definition der
- 3:28:16organisierten Kriminalität, die wir
- 3:28:18schon seit 1990 benutzen. Und eines der
- 3:28:20Merkmale ist ausdrücklich Einflussnahme
- 3:28:23auf Politik. Medien, Verwaltung, Justiz
- 3:28:25oder Wirtschaft? Und die Frage ist,
- 3:28:27warum? Weil Kontakte Türen öffnen, weil
- 3:28:30Informationen einen Wert haben, weil
- 3:28:33politische Bekanntschaften Ansehen
- 3:28:35verschaffen, weil ein Foto Reputation
- 3:28:38erzeugen kann und weil Kontakte,
- 3:28:40Tarnstrukturen und Geschäfte erleichtern
- 3:28:43können und weil aus Kontakt ein Zugang,
- 3:28:47aus einem Zugang Einfluss und aus
- 3:28:49Einfluss irgendwann Abhängigkeit werden
- 3:28:51kann. Das Ziel kann am Ende die
- 3:28:53Unterwanderung staatlicher und
- 3:28:55gesellschaftlicher Strukturen sein und
- 3:28:56sie beginnt eben nicht mit dem berühmten
- 3:28:59Geldkoffer, sondern viel
- 3:29:01unspektakulärer. Man kennt sich, man
- 3:29:04hilft sich, man verschafft sich
- 3:29:06Reichweite, man öffnet eine Tür und
- 3:29:09deshalb betrachten unsere
- 3:29:10Sicherheitsbehörden Netzwerke. Und sie
- 3:29:13beschreiben auch diese netzwartigen
- 3:29:15Strukturen sehr gut. Sie beschreiben
- 3:29:16Kennverhältnisse,
- 3:29:18sie beschreiben Kooperationsform
- 3:29:20zwischen den unterschiedlichen Milieus
- 3:29:21und da kommen die Dinge zusammen. Die PL
- 3:29:24PFLP, bekannt noch aus der Entführung
- 3:29:27der Landshut, die bis heute noch immer
- 3:29:29Terror in Israel verübt. Die Hammers,
- 3:29:32die Hisboller, salafistische Akteure und
- 3:29:35Strukturen der organisierten
- 3:29:37Kriminalität und der Clankriminalität
- 3:29:38sind überhaupt nicht dasselbe,
- 3:29:41aber sie haben ganz unterschiedliche
- 3:29:42Ziele und Organisationsform. Aber die
- 3:29:44Welten sind nicht mehr hermetisch
- 3:29:46voneinander isoliert und abgetrennt. Das
- 3:29:48sind keine Silos mehr. Der
- 3:29:49Verfassungsschutz in Berlin dokumentiert
- 3:29:51z.P. die enge Zusammenarbeit von PF, LP
- 3:29:55und Hamas, ummer ein Beispiel zu nennen.
- 3:29:57Man muss also nicht dieselbe Ideologie
- 3:29:59haben, um miteinander zu kooperieren.
- 3:30:02Man braucht nur gemeinsame Interessen,
- 3:30:04persönliche Beziehung, gegenseitigen
- 3:30:06Nutzen. Und jetzt genau an diesem Punkt
- 3:30:09kommen wir zu den Berliner Linken,
- 3:30:11nämlich nicht wegen eines Fotos und
- 3:30:15nicht nur über Ferrad Kotschack, sondern
- 3:30:17über eine strukturelle Frage und die
- 3:30:18steht hier im Mittelpunkt. Warum finden
- 3:30:20Akteure aus solchen Milieus immer wieder
- 3:30:22Anschluss an das politische Umfeld der
- 3:30:24Berliner Linken? Warum taucht Ibrahim
- 3:30:27Ibrahim dort auf? Wie erklären sich
- 3:30:29Kontakte in das Remo Umfeld? Wer kennt
- 3:30:31wen? Wer öffnet Türen? Und wer gewinnt
- 3:30:33eigentlich dadurch gesellschaftliche
- 3:30:35oder politische Reputation?
- 3:30:38Beim Kontakt von Kotchak und Remo wissen
- 3:30:40wir inzwischen, es ging um Reichweite
- 3:30:42für ein Video der Klankriminalität und
- 3:30:44da muss in der Tat jeder Innenpolitiker
- 3:30:46hellhörig werden, denn es geht ja um die
- 3:30:48Perspektive. Was wollte eigentlich
- 3:30:50Kotchao? Was kann das auch umdrehen? Was
- 3:30:53wollte eigentlich das Gegenüber von
- 3:30:55diesem politischen Kontakt? Und das
- 3:30:57überwei beweist jetzt noch keine
- 3:30:59Unterwanderung der Partei, aber die
- 3:31:00Häufung dieser Vorgänge beweist eben die
- 3:31:03strukturelle Verwundbarkeit der Berliner
- 3:31:06Link. Und genau dazu gehört auch der
- 3:31:09Antisemitismus, zu dem mein Kollege
- 3:31:10Helgelind noch gleich intensiver
- 3:31:12ausführen wird. Berlin erlebt eine
- 3:31:15extremistische Szene, in der das
- 3:31:17Existenzrechts Israels bestritten und
- 3:31:20der Terror der Hamas gefeiert wird. Der
- 3:31:22Berliner Verfassungsschutz beschreibt
- 3:31:24diese Entwicklung ausdrücklich
- 3:31:27und demokratische Parteien dürfen diesen
- 3:31:29Akteuren keinen Resonanzraum bieten. Und
- 3:31:33die aktuelle Stunde, das ist gerade
- 3:31:35schon von meiner Kollegin gesagt worden
- 3:31:37ist, von der AfD beantragt worden, das
- 3:31:39ist deswegen sehr zurecht hat meine
- 3:31:41Kollegin Michalisch das als Treppenwitz
- 3:31:43beeinflusst, denn der Maßstab gilt für
- 3:31:45alle hier im Haus und die Einflussnahme
- 3:31:51anderer Akteur und fremder Mächte, um
- 3:31:53über diese Fraktion hier zu sprechen und
- 3:31:55Putin und Russland nur mal ins Feld zu
- 3:31:57führen, das ist für alle ein großes
- 3:32:00Problem und unsere Sicherheitsbewegen
- 3:32:02weder auf dem rechten noch auf dem
- 3:32:04linken Auge blind und deswegen brauchen
- 3:32:06wir in diesem Land Stabilität
- 3:32:10und eine Politik, die gar nicht
- 3:32:11hysterisch ist, sondern die organisierte
- 3:32:13Kriminalität bekämpft ohne eben Menschen
- 3:32:15unter Generalverdacht zu stellen.
- 3:32:16Islamismus und Terrorismus bekämpft,
- 3:32:18ohne Muslime unter Generalverdacht zu
- 3:32:21stellen und Antimisemitismus bekämpft,
- 3:32:23egal woher er kommt. Ein starker
- 3:32:27Rechtsstaat und ein gesellschaftlicher
- 3:32:29Zusammenhalt. ist das weswegen ich froh
- 3:32:31bin, dass wir genau in dieser
- 3:32:33Bundesregierung gerade Verantwortung
- 3:32:34tragen in der Mitte dieser Gesellschaft
- 3:32:37und ich bin froh, dass die Grünen hier
- 3:32:38ebenfalls unmissverständliche Worte
- 3:32:41gefunden haben. Und Kollege Gisi, ich
- 3:32:42bin sehr gespannt darauf. Sie sind
- 3:32:44unverdächtig persönlich in all diesen
- 3:32:46Fragen. Wie hart Sie sicher zu der
- 3:32:48Berliner Linken in genau diesen Fragen
- 3:32:51jetzt gleich äh kommunizieren und welche
- 3:32:54Konsequenzen sie ankündigen. Ich würde
- 3:32:57von mir aus sagen, das erwarte ich
- 3:32:59eigentlich auch von Ihnen mit dem
- 3:33:00Berliner Linken ist kein Staat zu
- 3:33:01machen. Regierungsverantwortung wünsche
- 3:33:03ich mir für Sie dort nicht.
- 3:33:11Für die Fraktion Die Linke darf ich Dr.
- 3:33:13Gregor Gisi das Wort erteilen.
- 3:33:27Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 3:33:28Kollegen, der Antisemitismusvorwurf
- 3:33:31gegen uns aus dem Munde der AfD ist eine
- 3:33:34Frechheit. Sie sind rassistisch und in
- 3:33:37ihren Reihen gibt es viele Antisemiten.
- 3:33:40Ich sage nur Höcke. Der Höcke, der
- 3:33:42Landesvorsitzende und
- 3:33:44Landtagsfraktionsvorsitzende
- 3:33:46der AfD in Thüringen hat das Holocaust
- 3:33:49Mahnm als Denkmal der Schande
- 3:33:51bezeichnet. Ihre AfD Fraktion im Landtag
- 3:33:54von Schwerin hat beantragt, alle
- 3:33:58Zahlungen für die Holocaust Denkmähler
- 3:34:00zu halbieren und als einzige Partei hat
- 3:34:03sie verweigert, die Aufnahme des
- 3:34:05Schutzes jüdischen Lebens in der
- 3:34:07Landesverfassung. Das ist die Wahrheit.
- 3:34:09Das ist Ihre halte.
- 3:34:11Herr Abgeordneter, würden Sie eine
- 3:34:12Zwischenfrage aus der AfD Fraktion
- 3:34:14gestatten?
- 3:34:16Dass die CDU mitmacht, ist auch mehr als
- 3:34:18absurd. Der Bundeskanzler hat wörtlich
- 3:34:20gesagt, ich zitiere ihn wörtlich,
- 3:34:22Antisemitismus sei die perfideste Form
- 3:34:25der Ausländerfeindlichkeit.
- 3:34:27Damit hat er die deutschen Jüen und
- 3:34:29Juden zur Ausländerinnen und Ausländern
- 3:34:31erklärt. Es tut mir leid, das war auch
- 3:34:33die Haltung der Nazis. Ein Bundeskanzler
- 3:34:36darf eine solche Fehlformulierung nicht
- 3:34:38passieren. Nicht passieren.
- 3:34:41Meine Partei hat mit großer Mehrheit
- 3:34:43beschlossen, dass wir für einen souverän
- 3:34:46und sicheren Staat Israel sind, den es
- 3:34:48aber nur geben wird, wenn es endlich
- 3:34:50auch einen souverän und sicheren Staat
- 3:34:52Palästina gibt. Unsere Spitzenkandidatin
- 3:34:55in Berlin Elif Eal hat ein fünf
- 3:34:58Punkteprogramm vorgelegt, wie man
- 3:35:00Antisemitismus wirksamer bekämpfen und
- 3:35:03das Leben jüdischer Menschen in Berlin
- 3:35:05besser schützen kann als gegenwärtig.
- 3:35:07Das ist unsere Haltung. Natürlich
- 3:35:11wir kritisieren wir die Politik der
- 3:35:13israelischen Regierung, die z.B. mit den
- 3:35:15USA einen völkerrechtswenden
- 3:35:17Angriffskrieg gegen den Iran führt. Wir
- 3:35:20kritisieren aber jedes Kriegsverbrechen
- 3:35:22und jede Menschenrechtsverletzung, egal
- 3:35:24von wem sie begangen werden. Wenn man
- 3:35:27unbegründet, wenn man unbegründet
- 3:35:30Menschen mit Migrationshintergrund
- 3:35:32vorwirft, antisemitisch zu sein, dann
- 3:35:34ist das auch noch rassistisch. Wir haben
- 3:35:36auch einige Mitglieder, die die
- 3:35:38Israelkritik deutlich überziehen. Damit
- 3:35:42müssen wir uns auseinandersetzen und tun
- 3:35:44es auch. Dafür brauchen wir weder ihre
- 3:35:46Pädagogik noch ihre Drohungen, noch ihre
- 3:35:49Hinweise und schon gar nicht die
- 3:35:51Beobachtung durch den Verfassungsscholz.
- 3:35:53Der Antisemitismus ist und bleibt ein
- 3:35:56Problem in Deutschland, den wir
- 3:35:57gemeinsam begegnen müssen. Hören Sie
- 3:36:00auf, den Antisemitismus zu missbrauchen,
- 3:36:02um gegen die Linke zu hetzen. Wer den
- 3:36:05Antisemitismus
- 3:36:07instrumentalisiert, kann ihn nicht
- 3:36:09wirksam bekämpfen. Nun geht es auch noch
- 3:36:13um unsere vermeintlichen
- 3:36:16Verbindungen zu kriminellen
- 3:36:18äh zu kriminellen Clans. Also, erstens,
- 3:36:21ich kenne nur eine Partei im Bundestag,
- 3:36:23die man auch als kriminelle Vereinigung
- 3:36:25ansehen darf. Aber selbstverständlich
- 3:36:28hat unser Abgeordneter Ferit Kotschack
- 3:36:31einen Fehler begangen. Wir untersuchen
- 3:36:33das, aber er kleit erklärt es nicht
- 3:36:35gewusst, nicht überschaut zu haben. Das
- 3:36:37ist für sie unauffürdig. Ja, aber wenn
- 3:36:40ihr in Berlin wiedergewählter ZDF
- 3:36:42Abgeordneter Christian Zander denselben
- 3:36:45Parteichef ins Parlament einlädt und
- 3:36:48dann erklärt, er hätte es nicht gewusst,
- 3:36:50dann ist das für Sie höchst glaubwürdig.
- 3:36:52Sehen Sie? Und der Kai Wegner empfängt
- 3:36:54Kriminelle, Amtor empfängt Kriminelle
- 3:36:57und das gilt für sie alles nicht. Und
- 3:36:59das ist das, was vernünftige nicht
- 3:37:01leiden können, dass man bei den
- 3:37:02Mitgliedern der eigenen Partei völlig
- 3:37:04andere Maßstäbe anlegt, als bei
- 3:37:06Mitgliedern anderer Parteien.
- 3:37:11Und die Polizei muss auch keine Angst
- 3:37:13haben. Ich möchte nur eine Korrektur in
- 3:37:15der Rechtsprechung dahingehen, dass die
- 3:37:17Gesundheit endlich mehr geschützt wird
- 3:37:19als das Eigentum. Aber der Kapitalismus
- 3:37:21schützt in Eigentum mehr als Gesundheit.
- 3:37:23Das müssen wir ändern. So, aber worum
- 3:37:26geht es in Wirklichkeit? Die CDU möchte
- 3:37:28in Berlin wieder den regierenden
- 3:37:30Bürgermeister stellen. Sie wollen, dass
- 3:37:31Berlin so schlecht weiter regiert wird
- 3:37:33wie bisher aus klein bürgerlichem
- 3:37:36Machtgedünkel. Sie haben den Aufschrei
- 3:37:38in Berlin nicht begriffen. Wenn sich die
- 3:37:40SPD darauf einlassen sollte, dann sage
- 3:37:44ich Ihnen, also wenn Sie kein Mut zu
- 3:37:45einem Linksbündnis haben, werden Sie
- 3:37:47weiter verdornen. Die Berlinerinnen und
- 3:37:50Berliner haben Elif Erlaub und die Linke
- 3:37:52zur stärksten Kraft gewählt, weil sie
- 3:37:55ein anderes Berlin wollen. Sie wollen
- 3:37:5725%
- 3:37:59ihres Einkommens für Miete bezahlen und
- 3:38:01nicht 50%. Im Unterschied zum bisherigen
- 3:38:04Senat wollen wir nicht an den
- 3:38:06stadteigenen Wohnungen verdienen,
- 3:38:07sondern die Mieten gerecht deckeln. Wir
- 3:38:09wollen in Übereinstimmung mit dem
- 3:38:11Volksentscheiden.
- 3:38:13Die großen Wohnkonzerte für
- 3:38:15gesellschaften. 57%
- 3:38:17der Wählerinnen und Wähler haben dazu ja
- 3:38:20gesagt. Wir achten den Artikel 15
- 3:38:22Grundgesetz. Sie stehen nicht auf dem
- 3:38:24Boden des Grundgesetzes.
- 3:38:26Sie behaupten, die Investoren würden
- 3:38:28fliehen. Mich haben welche angesprochen,
- 3:38:31die hoffen, dass es unter einem linken
- 3:38:32Senat Verbesserung geben wird. Die
- 3:38:34Bearbeitung eines großen Bauantrags
- 3:38:36dauert in Berlin 14 Jahre. Ich sage i,
- 3:38:39wenn wir regieren wird sehr viel
- 3:38:41schneller ja oder nein entschieden.
- 3:38:43Lassen Sie mich zum Schluss sagen, Herr
- 3:38:44Präsident. Übrigens haben wir bewiesen,
- 3:38:47was wir diesbezüglich können. Wirtschaft
- 3:38:49und soziale Gerechtigkeit muss zusammen
- 3:38:52gedacht werden. Und wir hatten ein
- 3:38:54Ministerpräsidenten in Thüring Bodam,
- 3:38:58der es bewiesen hat. So und jetzt
- 3:39:03ein Satz, wenn Sie nicht den Mut haben
- 3:39:06von der von der Hauptstadt aus
- 3:39:08Deutschland zu verändern, dann geht es
- 3:39:10berg ab. Aber wenn wir das nicht
- 3:39:12zustande bringen, dann sage ich Ihnen
- 3:39:14wird die AfD in der nächsten Regierung
- 3:39:17indirekt mitreieren.
- 3:39:34für die CDUCfraktion darf ich Alexander
- 3:39:37Trom das Wort erteilen.
- 3:39:44Sehr geehrter Präsident, werrte
- 3:39:46Kolleginnen und Kollegen, Herr
- 3:39:50Abgeordner Giesi, die Not muss bei den
- 3:39:52Linken groß sein, wenn man sie ins
- 3:39:55Rennen schickt. Aber sie haben heute
- 3:39:57eine Rede gehalten, die war nicht nur
- 3:39:59billig, die war unter ihrer Würde.
- 3:40:03Sie müssen
- 3:40:06den Antisemitismusvorf der AfD nicht
- 3:40:08ernst nehmen, den von uns nicht, den von
- 3:40:10der SPD nicht, aber sie sollten von den
- 3:40:13Linken, wenn sie noch ein bisschen
- 3:40:16Glaubwürdigkeit und Ehre im Leib haben,
- 3:40:19den Antisemitismusvorwurf des Zentrals
- 3:40:21der Juden ernst nehmen. Dieser hat
- 3:40:23nämlich vor einer linksgeführten
- 3:40:25Regierung in Berlin gewarnt, weil sie
- 3:40:27Angst vor einer Normalisierung des
- 3:40:30Judenhasses haben, werde Kolleginnen und
- 3:40:33Kollegen.
- 3:40:36Und da wundert es mich schon sehr,
- 3:40:39wenn ein weiterer Abgeordneter der
- 3:40:41Linkspartei, der Kollege Ramelo, dann in
- 3:40:45die Medien geht und sagt, dafür hat er
- 3:40:47keinerlei Verständnis. Ich will darauf
- 3:40:50hinweisen, dass wir in Deutschland
- 3:40:53durchaus die gut gewählte Übung haben,
- 3:40:55dass wir sehr genau auf das hören, was
- 3:40:58nach unserer Geschichte der Zentral der
- 3:41:00Juden uns mitteilen will. Und wer dem so
- 3:41:05schnell das so schnell wegwicht,
- 3:41:08der verharmlost auch ein Stück weit
- 3:41:10dessen, was wir in Deutschland für eine
- 3:41:13Geschichte mit uns herumtragen. Liebe
- 3:41:14Kolleginnen und Kollegen. Und deswegen
- 3:41:20finde ich es umso bemerkenswerter,
- 3:41:22dass die ehemalige Vizepräsidentin des
- 3:41:24Bundestages, die ehemalige Kollegin
- 3:41:27Petra Braau hier eine entsprechende die
- 3:41:30notwendige Haltung noch hat. Das genießt
- 3:41:33unseren Respekt, liebe Kolleginnen und
- 3:41:35Kollegen.
- 3:41:38Ja, und wenn ich schwer vorstellbar auch
- 3:41:41Mitglied eines arabischen Clans wä,
- 3:41:44würde ich auch die Linkspartei wählen.
- 3:41:46Selbstverständlich. Die wollen die
- 3:41:48Polizei reduzieren, die wollen den
- 3:41:50Verfassungsschutz abschaffen, sie wollen
- 3:41:52offene unbegrenzte Einwanderung, damit
- 3:41:55die Clans noch vergrößert werden. Und
- 3:41:57sie wollen, sie sind offen antisemitisch
- 3:42:01und bekämpfen Israel. Das alles
- 3:42:06ist ein Sicherheitsrisiko für unser
- 3:42:09Land. Sie, die Linkspartei, wenn Sie
- 3:42:11tatsächlich regieren würden, sind eine
- 3:42:13Sicherheitsrisiko für unser Land und
- 3:42:16nicht nur für Berlin.
- 3:42:19Und der
- 3:42:20ab und der Abgordn Kotschack ist doch
- 3:42:24nur die Spitze des Eisbergs erwarf,
- 3:42:29so ungeschickt, um sich quasi dabei zu
- 3:42:31erwischen erwischen zu lassen. Wir haben
- 3:42:34eine strukturelle und strategische
- 3:42:37Partnerschaft zwischen großen Teilen der
- 3:42:40Linkspartei hier in Berlin und der
- 3:42:43organisierten Kriminalität und den
- 3:42:46Clans.
- 3:42:48Sie sind propalästinensisch,
- 3:42:51antijüdisch, anti-israelisch und es gibt
- 3:42:54Netzwerke
- 3:42:55zwischen den proalästinensischen
- 3:42:57Organisationen und den Clans und
- 3:43:00wiederum zwischen den Clans und ihren
- 3:43:03Mitgliedern, ihren Parteigliederungen
- 3:43:06vor allem hier in Berlin. Verehrte
- 3:43:08Kolleginnen und Kollegen. Und deshalb,
- 3:43:11wir haben das heute morgen im
- 3:43:12Innenausschuss auch beraten.
- 3:43:14Deshalb müssen wir ernsthaft prüfen, ob
- 3:43:17zumindest die Berliner Linkspartei
- 3:43:20wieder Anlass gibt, vom
- 3:43:22Verfassungsschutz beobachtet zu werden.
- 3:43:24Liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 3:43:26Herr Abgeordneter, würden Sie eine
- 3:43:28Zwischenfrage aus der Linksfraktion
- 3:43:30zulassen?
- 3:43:30Ja, sehr gerne,
- 3:43:31Herr Beutin.
- 3:43:35Ja, schönen Dank. Also in diesem hohen
- 3:43:38Hause ist ja schon weitlich gesprochen
- 3:43:40worden über die Sparnkriminalität
- 3:43:42in ihren Reihen. Aber wenn wir über die
- 3:43:45Klan
- 3:43:46reden, dann verbreiten Sie zum einen
- 3:43:49hier rassistische Stereotype. Aber ich
- 3:43:50möchte Sie doch ganz gerne einmal
- 3:43:53fragen. Der erwähnte Chef des Remoclans
- 3:43:58ist 2021 aufgetaucht bei einer
- 3:44:01Wahlkampfveranstaltung der CDU mit
- 3:44:04Kaiwegner.
- 3:44:062025 ist der auf Einladung der CDU im
- 3:44:10Berliner Abgeordnetenhaus gewesen. Von
- 3:44:12uns hat er keine Einladung bekommen. Von
- 3:44:14Ihnen hat er eine Einladung bekommen.
- 3:44:16Können wir deshalb von engen Verbindung
- 3:44:19der CDU Fraktion zur organisierten
- 3:44:22Kriminalität ausgehen?
- 3:44:31ein kleines Ablenkungsmanöver, das Sie
- 3:44:33hier versuchen zu starten. Das war heute
- 3:44:35morgen schon im Innen das war heute
- 3:44:37morgen schon im Innenausschuss. Wissen
- 3:44:38Sie, das ist etwas anderes, wenn ein
- 3:44:42Abgeordnetter, wenn ein Abgeordneter der
- 3:44:45Herr Kotschack im Bundestag hier reden
- 3:44:49und Zwischenfragen hält, genau mit dem
- 3:44:51gleichen Narrativ wie Sie, Sprache über
- 3:44:54Klankriminalität sei gelebismus.
- 3:44:57So ein Unsinn. Genau das hat er gemacht.
- 3:44:59Er hat auch übrigen im äh im
- 3:45:02Abgeordnetenhaus entsprechende Anfragen
- 3:45:04zur klaren Kriminalität gestellt.
- 3:45:07Darüber hinaus hat er seinen Bruder
- 3:45:09eingeladen, seine Themen zu verbreiten,
- 3:45:12Reichweite entsprechend zu schaffen und
- 3:45:16die entsprechenden Personen haben
- 3:45:19inzwischen auch schon öffentlich
- 3:45:21bekundet, dass sie nicht nur sich
- 3:45:24freuen, dass die Linkspartei die Gewahl
- 3:45:26gewonnen hat, sondern dass sie auch mit
- 3:45:28dazu beigetragen haben, dass die
- 3:45:30Linkspartei die Wahl gewonnen hat. Das
- 3:45:33heißt, sie stehen auch auf dem Fundament
- 3:45:36der Unterstützung der Clans und der
- 3:45:38organisierten Kriminalität. Und genau
- 3:45:40das bringen wir hier ähm zum Thema
- 3:45:45und sie stellen Fragen und ich
- 3:45:48beantworte die Fragen so wie ich sie
- 3:45:50möchte. Meine sehr verehrten Damen und
- 3:45:53Herren,
- 3:45:57wir haben den Herrn Kotschack, der jetzt
- 3:46:00so das Bauernopfer wird, der noch nicht
- 3:46:02ganz zurückgezogen wird, aber ich wage
- 3:46:04die Behauptung, auf dem laden Sie jetzt
- 3:46:06alles ab und dann machen sie
- 3:46:08irgendwelche Papiere, fünf Punktepläne
- 3:46:10und was auch immer, auf was sie sich
- 3:46:12berufen, das ist alles Quatsch und heiße
- 3:46:15Luft. Tatsächlich, wenn sie ins rote
- 3:46:18Rathaus einziehen, wenn ihre
- 3:46:20Abgeordneten
- 3:46:21dann auch an die Macht kommen, dann
- 3:46:24zieht auch Antisemitismus und
- 3:46:25organisierte Kriminalität ins rote
- 3:46:28Rathaus. Und wir haben das schon an
- 3:46:29anderer Stelle Sachsenanhalt hier
- 3:46:32diskutiert, wie wir dann als
- 3:46:34Sicherheitsbehörden des Bundes damit
- 3:46:37umgehen, sensible Informationen dann
- 3:46:41auch an diese Landesregierungen
- 3:46:43weitergeben zu können. Wenn sie das rote
- 3:46:45Rathaus mit der Bürgermeisterin
- 3:46:47besetzen, wenn Sie die Bürgermeisterin
- 3:46:49stellen, dann muss die Sicherheitsführen
- 3:46:52des Bundes und aller anderen Länder
- 3:46:54prüfen, inwiefern sensible Daten über
- 3:46:56organisierte Kriminalität beispielsweise
- 3:46:59noch an die Landesregierung von Berlin
- 3:47:02weitergegeben werden können. Letzte
- 3:47:04Bemerkung, ich äh erspare mir ein Appell
- 3:47:08an SPD und Grünen, sich bei ihren
- 3:47:11Landesverbänden in Berlin dafür
- 3:47:13einzusetzen.
- 3:47:14Ja. nicht zu einer solchen
- 3:47:15Regierungsbildung kommt. Ich habe hohen
- 3:47:17Respekt vor den Kolleginnen und Kollegen
- 3:47:19der SPD hier imund. Wir sind eine
- 3:47:22Sicherheitskoalition und wir sollten
- 3:47:24schauen, dass das auch in anderen
- 3:47:25Bereichen dieses Landes so bleibt.
- 3:47:26Herzlichen Dank.
- 3:47:32Für die AfD Fraktion darf ich Beatrix
- 3:47:35von Stech das Wort erteilen.
- 3:47:44Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 3:47:45wir reden heute also über den
- 3:47:46Antisemitismus innerhalb der Berliner
- 3:47:49Linken. Es geht dabei ausdrücklich nicht
- 3:47:51um einzelne Entgleisung einzelner in
- 3:47:53Neuköln. Es geht um deren Strategie und
- 3:47:56um das ganze sie tragende Umfeld. Noch
- 3:47:58nie seit dem Krieg hat eine Partei den
- 3:48:01Hass auf Juden zur Wermobilisierung
- 3:48:05eingesetzt, so wie jetzt die Linke in
- 3:48:07Berlin. Die Linke wurde nicht trotz
- 3:48:09ihres Antisemitismus gewählt, sondern
- 3:48:11wegen linke Wahlkampfveranstaltung in
- 3:48:13Neuköln. Rapper singt Yalla Jalla in
- 3:48:16Tifada, tot der israelischen Armee. In
- 3:48:19Tiifada allein die zweite, das waren
- 3:48:21über 20.000 Terroranschläge, 138
- 3:48:24Selbstmordanschläge, abertausende Tote
- 3:48:26und Verletzte. Jalla Jalla in Tifada
- 3:48:28frei auf Deutsch übersetzt. Auf geht's.
- 3:48:30Lasst uns Juden ermorden. Und die ganze
- 3:48:33linke Menge hat gejubelt und getanzt.
- 3:48:36Wir haben es gesehen. In der Köln ist
- 3:48:39nicht einmal mehr möglich in der
- 3:48:40bezirksverordneten Versammlung Gäste aus
- 3:48:42Israel einzuladen. Als der Bürgermeister
- 3:48:45der Partnerschauköln
- 3:48:47in Israel in Neuköln zu Besuch war,
- 3:48:49wurde er aufs niederträchtigste
- 3:48:51beleidigt vom Fraktionschef der Linken
- 3:48:53Ahmed Abet. Im Wahlkampf posierte der
- 3:48:56dann vor einer Palästina Fahne mit einer
- 3:48:59Kalaschnikov und wird nun zum
- 3:49:01Bürgermeister von Neuköln. Vanessa Emde
- 3:49:05linke Berlin imai 2026 zum Existenzrecht
- 3:49:08Israels. Zitat: "Es gibt kein
- 3:49:10Existenzrecht für Staaten." Heißt Israel
- 3:49:12soll von der Landkarte verschwinden. Und
- 3:49:14Ferrad Kutschack, Bro, Bruder im Herzen
- 3:49:18des Sohnes des Remoklan Chefs und von
- 3:49:22Ibrahim Ibrahim, dem Aktivisten der
- 3:49:25PLRP. Die PFLP ist die Terrorganisation,
- 3:49:29die eine Airfance Maschine entführte und
- 3:49:31zusammen mit deutschen Linksextremisten
- 3:49:34Juden ausselektierte, um sie zu
- 3:49:37ermorden. Juden ausselektieren zur
- 3:49:40Ermordung. Das sind die Freunde der
- 3:49:42Linken. Nun macht der Kutk eine kurze
- 3:49:45Pause und wartet, bis ihre und Ihre
- 3:49:49Parteifreunde im Abgeordneten Haus die
- 3:49:50linken Terrorparten an die Macht
- 3:49:53geholfen haben. Ordnungsmaßnahmen, Ämter
- 3:49:56Sperren, Parteiausschluss, Fehlanzeige.
- 3:49:58Frau Schwertner, Frau Reicheneck und
- 3:50:00Frau Ealp haben nichts dagegen getan und
- 3:50:02sie werden dagegen auch nichts tun, weil
- 3:50:04sie wissen, das sind Ihre wichtigsten
- 3:50:07Wahlhilfer. Remoklan Hamas PfLP das ist
- 3:50:10das tragende Umfeld der Linken. Die
- 3:50:13Linken haben im Osten an die die Linken
- 3:50:15hat den Osten an die AfD verloren und
- 3:50:17braucht ein neues Geschäftsmodell zur
- 3:50:19Zerstörung unserer Kultur und Werte. Das
- 3:50:23neue Geschäftsmodell basiert auf
- 3:50:25Antisemitismus als Mittel der
- 3:50:27Massenmobilisierung. Das neue
- 3:50:29Geschäftsmodell heißt Islamozialismus.
- 3:50:32Frau Abgeordnete, würden Sie eine
- 3:50:34Zwischenfrage aus der Linksfraktion
- 3:50:35zulassen?
- 3:50:43Ja, Frau von Sstorch, sie haben ja eben
- 3:50:46die Unwahrheit gesagt, indem sie ja
- 3:50:49Yalla Jalla in die Fada äh als eine
- 3:50:52Kampfansage hier bezeichnet haben.
- 3:50:55Eigentlich heißt das Los, los, Aufstand.
- 3:50:58Also, das ist jetzt nicht unbedingt äh
- 3:51:00ein Aufruf zum Krieg oder wie auch immer
- 3:51:02und zum Töten, sondern zum Aufstand. Und
- 3:51:04dann will ich noch mal eins äh Sie
- 3:51:07fragen.
- 3:51:09Ähm die Definition für ein Faschist ist
- 3:51:13als Faschist wird im
- 3:51:15politikwissenschaftlichen und
- 3:51:16historischenem Sinn eine Person
- 3:51:17bezeichnet, die eine extrem
- 3:51:20rechtsgerichtete
- 3:51:21antidemokratische und
- 3:51:25Ideologie vertritt. Würden Sie das als
- 3:51:28Beschimpfung für sich empfinden, wenn
- 3:51:30jemand Sie als Faschist beschimpft oder
- 3:51:33bezeichnet?
- 3:51:36Intifada, Herr Kollege, hat es schon
- 3:51:39gegeben und bei diesen Intifadas in der
- 3:51:41Vergangenheit ging es nicht um
- 3:51:42Widerstand, sondern da ging es um
- 3:51:44Widerstand, der durch 20.000
- 3:51:46Terroranschläge ausgeübt worden ist, 138
- 3:51:48Selbstmordattentäte und Arbeit tausende
- 3:51:51über 7000 Verletzte über 1000 Tote. Das
- 3:51:54ist in Tifada. Und wenn Sie jetzt zu
- 3:51:55tun, als wäre das ein harmloses
- 3:51:58Widerstandstänzchen,
- 3:51:59dann wollen sie uns Sand in die Augen
- 3:52:01streuen, aber das funktioniert nicht
- 3:52:03mehr. Wir wissen, wo sie stehen und wir
- 3:52:04wissen, was sie wollen und was sie
- 3:52:06meinen.
- 3:52:08Das Geschäftsmodell heißt
- 3:52:09Islamooozialismus, Masseneinwanderung,
- 3:52:12Masseneinbürgerung und
- 3:52:14Massenmobilisierung. Vom Flüchtlingsheim
- 3:52:17über die Gaza Demo als neues deutsches
- 3:52:19Volk zur Wahlne. Refugees welcome Open
- 3:52:22Borders, kein Mensch ist illegal. All
- 3:52:24diese linken Phrasen haben ein Ziel, die
- 3:52:26Wählerbasis der radikalen Linken zu
- 3:52:28vergrößern. Köln ist die Blaupause die
- 3:52:30Vorrut. Nach Berlin kommt dann das
- 3:52:32Rohgebet und so weiter. Und die
- 3:52:33Strategie geht auf. 52% der Muslime in
- 3:52:37Berlin haben die Linke gewählt und zwar
- 3:52:39nicht, weil sie quereministische Politik
- 3:52:41wollen. Der Antisemitismus ist der Kit
- 3:52:44der Linken und ihrer muslimischen
- 3:52:47Wähler. Sie setzt auf die Mischung aus
- 3:52:49Sozialneid und Judenhass. Enteignung und
- 3:52:53Gaza Protest sind die zwei Säulen dieser
- 3:52:55Mobilisierung. Dieser neue
- 3:52:56Islamozialismus hat zwei Feindbilder.
- 3:53:00Die Reichen und die Juden. Das finale
- 3:53:02Ziel: Reiche erschießen und Juden ins
- 3:53:03Meer. Und die Islamozialisten bekommen
- 3:53:07langsam Mehrheiten, ganz demokratisch.
- 3:53:10Dieses Frankenstein Monster hat Angela
- 3:53:13Merkels Willkommenspolitik geschaffen.
- 3:53:16Der kontinuierliche Strom
- 3:53:18judenfeindlicher Migranten aus ist
- 3:53:21Wasser auf die Mühlen dieser Radikalen.
- 3:53:25332
- 3:53:27000 Einbürgerungen allein im letzten
- 3:53:30Jahr, die meisten davon Syra 900 täglich
- 3:53:34die und künftig deren Kinder im Schnitt
- 3:53:37so 3 bis 5. Das ist dann das künftige
- 3:53:42deutsche Wahlvolk, mit denen die
- 3:53:44radikale Linke die bürgerliche
- 3:53:46Gesellschaft zerstören will. In Berlin
- 3:53:48haben die jetzt gewonnen. Istoremo der
- 3:53:51neue Polizeipräsident Berlins und eine
- 3:53:53Generation später stellt dann der
- 3:53:55Remoclan das ganze Kabinett. Liebe
- 3:53:58Kollegen von der Union, kommen Sie bitte
- 3:54:01zur Vernunft und zwar schnell. Die
- 3:54:04Geister, die Sie riefen, werden sie
- 3:54:06alleine nicht mehr los und mit denen
- 3:54:09auch nicht. Die blauschwarze Mehrheit in
- 3:54:11diesem Parlament kann das stoppen. Nur
- 3:54:14die Mehrheiten sind da. gegen 900
- 3:54:18Einbürgerungen am Tag. Die Alternative,
- 3:54:22vor der Deutschland steht, heißt AfD
- 3:54:25oder Islamoozialismus.
- 3:54:27Vielen Dank.
- 3:54:35Für die SPD Fraktion darf ich Helgelind
- 3:54:37das Wort erteilen.
- 3:54:47Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 3:54:48Kollegen, ich bin mir nicht sicher, ob
- 3:54:51diese Debatte
- 3:54:53wenigstens in Teilen dem Sachverhalt und
- 3:54:55den Umstand und dem grassierenden
- 3:54:56Antisemitismus in diesem Land seit dem
- 3:54:587. Oktober gerecht wird.
- 3:55:01Vor einigen Tagen
- 3:55:04traf ein Brandsatz die Wuppertaler
- 3:55:07Synagoge. Es fand also auf Deutsch
- 3:55:09formuliert ein Brandanschlag auf die
- 3:55:11Wuppertaler Synagoge in meinem Wahlkreis
- 3:55:13statt.
- 3:55:15Danach versammelt sich ein Mahnwache
- 3:55:17von, wenn man jeden am Rand stehen noch
- 3:55:19mitzettel und vielleicht 25 Personen,
- 3:55:23was symptomatisch ist für die jetzige
- 3:55:25Zeit. Und wir erlebten als dortstehende,
- 3:55:28wie junge Erwachsene Zitat ihr
- 3:55:31Judenschweine riefen.
- 3:55:34Darüber reden wir. Das ist eine
- 3:55:36Erfahrung, die Jüen und Juden als
- 3:55:39Nachfahren der Ermordeten der Schoa in
- 3:55:42diesem Land machen.
- 3:55:45Und wir erleben, dass sich mit
- 3:55:47Sicherheit diejenigen, die dort gerufen
- 3:55:49haben und der, der den Brandsatz
- 3:55:51geworfen hat, ermutigt fühlen, über
- 3:55:54Debatten in denen Antizionismus und
- 3:55:57Antisemitismus
- 3:55:59geleugnet, relativiert, verharmlost
- 3:56:02wird. Darüber reden wir und nicht über
- 3:56:05weniger um Menschen, die Opfer sind.
- 3:56:08Deshalb ist es natürlich auch ziemlich
- 3:56:10absurd, dass die AfD jetzt dieses Thema
- 3:56:13nutzt, instrumentalisieren wollen,
- 3:56:16während sie ja immer wieder auch
- 3:56:18verharmlosen Relativierung des
- 3:56:20Nationalsozialismus betreibt und auch
- 3:56:23den Begriff Schuldkult verwendet.
- 3:56:26Das ist inakzeptabel. Gleichzeitig aber
- 3:56:29reicht es nicht, wenn ich ihn die
- 3:56:31Verwendung Begriff Schuldkult verwende,
- 3:56:33denn wenn ich das tue, muss ich genauso
- 3:56:35deutlich sagen, dass es auch
- 3:56:37inakzeptabel ist, Formulierung wie Free
- 3:56:40Palestine from German Guild zu
- 3:56:41verwenden, denn das ist nichts anderes
- 3:56:44als auch eine Schuldkulthese, eine Täter
- 3:56:47Opferumkehr und eine Relativierung und
- 3:56:49Verharmlosung der Scho und egal, ob man
- 3:56:53religiös, nicht religiös, rechts oder
- 3:56:55linkspolitisch ist, dies ist zu
- 3:56:57verurteilen. und nicht als
- 3:56:58Wahlkampfslogen zu nutzen, um
- 3:57:00Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.
- 3:57:02Das ist unerträglich. Das ist
- 3:57:04erbärmlich. Her Abgeordneter, würden Sie
- 3:57:06eine Zwischenfrage aus der AfD Fraktion
- 3:57:08zulassen?
- 3:57:10Bitte gerne.
- 3:57:16Die Frage lautet: Ist Ihnen bekannt,
- 3:57:20dass der Verfassungsschutz ein sehr
- 3:57:21umfangreiches Gutachten gegen die AfD
- 3:57:23geschrieben hat und ist Ihnen bekannt,
- 3:57:25dass in diesem Gutachten ausdrücklich
- 3:57:27drin steht? Antisemitismus und Bezüge
- 3:57:31zum NSE gibt es in der und Bezugung auf
- 3:57:34den Antisemitismus gibt es in der AfD
- 3:57:36weder offen noch schffriert eine
- 3:57:39vollkommene Klarstellung, dass diese
- 3:57:41Problematik in der AfD nicht relevant
- 3:57:43ist vom Verfassungsschutz. Ist Ihnen das
- 3:57:45bekannt?
- 3:57:49Mir ist bekannt,
- 3:57:51dass sie offensichtlich nicht zuhören.
- 3:57:53Zum einen gibt es selbstverständlich
- 3:57:56auch in der Wählerschaft in der den
- 3:57:58Kommentaren, in den Zuschriften und ich
- 3:58:00bekomme ja sehr sehr viele Zuschriften
- 3:58:02und Hasskommentare von Fans der AfD dort
- 3:58:05Stereotype, verschwerungsideologische
- 3:58:07Stereotype finden, die auch
- 3:58:08antisemitisch sind. Im übrigen habe ich
- 3:58:10aber eben gar nicht gesagt, dass sie
- 3:58:12antisemitisch sind, sondern dass sie
- 3:58:13Relativierung und Verharmlosung
- 3:58:15Stichwort Vogeschicht Stichwort
- 3:58:17Schuldkult des Nationalsozialismus
- 3:58:20betreiben. Sie sollten genau zuhören und
- 3:58:22auch wenn man sich ihren Fraktionssah
- 3:58:24anguckt, wird da eine Traditionslinie
- 3:58:26der deutschen Geschichte gezeichnet, bei
- 3:58:28der aber gerade diese
- 3:58:30Vernichtungsgeschichte und die
- 3:58:31Verbrechen fehlen. Und darum geht es,
- 3:58:33wenn man selbst
- 3:58:35verharmlosend, relativierend,
- 3:58:38ausblendend
- 3:58:40und noch mit nationalistischem
- 3:58:41völkischen Gesus, mit dem
- 3:58:43Nationalsozialismus umgeht, sollte man
- 3:58:46sehr, sehr vorsichtig sein, andern näher
- 3:58:49zur Scho und Antisemitismus vorzuwerfen.
- 3:58:54Darum geht es. Das ist der Punkt. Sie
- 3:58:57sind nicht in der Position hier Ankläger
- 3:58:59zu sein und sie sollten nicht, wenn sie
- 3:59:01anderen vorwerfen zu
- 3:59:02instrumentalisieren, das selbst tun.
- 3:59:05Also etwas mehr Demut, genauer zuhören
- 3:59:08und Reflexion über den eigen mit der
- 3:59:11Geschichte, denn wenn sie so ernst mein
- 3:59:13und Frau von Steorch und ich nehme das
- 3:59:14Herst ab, sie haben sich ja in vielen
- 3:59:16Runden gesagt deutlich gesagt, dass sie
- 3:59:18sich gegen Antisemitismus einsetzen, was
- 3:59:19richtig ist, dann müssten sie die erste
- 3:59:21sein, die jetzt sagt, ab diesem Moment
- 3:59:23hört die Relativierung der NS
- 3:59:25Geschichte, hört die Relativierung der
- 3:59:28nationallizistischen Geschichte in der
- 3:59:29AfD auf. Ich nehme Sie beim Wort. Ab
- 3:59:32morgen werden sie gegen das völkische
- 3:59:34und nationalistische Partei kämpfen.
- 3:59:36Davon gehe ich aus, sonst ist das
- 3:59:37unredlich, was Sie getan haben.
- 3:59:42Wir haben also damit zu tun, dass in
- 3:59:46vielerlei Zusammenhängen Antizionismus
- 3:59:50gerade zu so einer Mode geworden ist
- 3:59:52oder Zionismus zur Beschimpfung und zum
- 3:59:55Kampfbegriff, was mich erschüttert,
- 3:59:59denn dies blendet aus, was der Ursprung
- 4:00:01des Zionismus ist, Verfolgung,
- 4:00:03Vertreibung, Unterdrückung von Jüden,
- 4:00:04Juden in Deutschland. Deshalb reicht es
- 4:00:07nicht, davon Einzelfällen zu sprechen,
- 4:00:09sondern wir müssen von strukturellen
- 4:00:12Problemen sprechen. Und deshalb ist es
- 4:00:13inakzeptabel zu erleben auch hier im
- 4:00:15Berliner Wahlkampf, wie Stimmung gemacht
- 4:00:18wird, wie Wählermolleibilisierung Wahl
- 4:00:20in Tifada hieß es gemacht wird mit
- 4:00:22Slogans, die eindeutig den Kampf gegen
- 4:00:25Zionismus enthalten. Das ist Türöffnung
- 4:00:28für Antisemitismus in diesem Land. in
- 4:00:30diesem Land, das Millionen von Jüden und
- 4:00:33Juden, darum geht's doch, ermordet hat,
- 4:00:35durch Ordnungspolizisten, durch SS,
- 4:00:37durch ganz normale Männer. Wie können
- 4:00:40wir doch in dem Moment dann auch noch
- 4:00:42das Beispiel von März bringen? Das war
- 4:00:44eine absolut falsche Formulierung. Aber
- 4:00:46man kann doch nicht ernsthaft behaupten,
- 4:00:48die CDU hätte dasselbe strukturelle
- 4:00:50Antisemitismusproblem wie leider die
- 4:00:52Linke und insbesondere die Berliner
- 4:00:54Linke. Das kann doch nicht ernsthaft
- 4:00:56wahr sein. Wir haben die Beispiele, wir
- 4:00:59haben die Nennung, wir haben die LG
- 4:01:01Palästina Solidarität und wir haben vor
- 4:01:03allem aufrechte,
- 4:01:05tapfer, stabil, jahrzehntelang gegen
- 4:01:09Rassismus, Antisemitismus,
- 4:01:11Faschismus, Rechtsextremismus kämpfen in
- 4:01:14Linke, Martina Renner, Petra Pau,
- 4:01:17Katharina König Preuß, die selbst sagen
- 4:01:20Zitat Frau Pau, ich habe die Faxendicke
- 4:01:23Zitat König Preuß, die linke hat ein
- 4:01:27massives Antisemitismusproblem und die
- 4:01:29auch noch drauf hingewiesen hat, dass es
- 4:01:31doch merkwürdig ist, wenn eine Partei
- 4:01:32mit vielen Diskussionen erstmal
- 4:01:34beschließen muss, dass sie das
- 4:01:36Existenzrecht Israels anerkennt. Etwas,
- 4:01:38was selbstverständlich sein muss. Das
- 4:01:40muss man noch nicht extra myster
- 4:01:41diskutieren und beschließen. Darüber
- 4:01:43sprechen wir hier. Und wir sprechen
- 4:01:45nicht nur über die Vorfälle, sondern
- 4:01:48über eine Situation, in dem ihr
- 4:01:50Bundesgeschäftsführer sagt, wir sind
- 4:01:52eine antisemitisch, wir sind eine,
- 4:01:54Entschuldigung, wir sind eine
- 4:01:55antifaschistische Partei. Deshalb gehört
- 4:01:58für uns Antisemitismus zur DNA. Das ist
- 4:02:02aber gerade nicht der Fall. Das ist doch
- 4:02:04kein Automatismus, aber das ist die
- 4:02:06Position. Erleben Sie mal Jü Jüden, die
- 4:02:09das hören. Sie erleben Antizionismus,
- 4:02:11Antisemitismus. Man sagt ihm: "Nein, das
- 4:02:13ist aber kein Antisemitismus. Wie kannst
- 4:02:14du das behaupten? Es wird geleugnet und
- 4:02:16dann auch noch mit dem Gesus der
- 4:02:18moralischen Überlegenheit. Und das ist
- 4:02:20der Kern der ganzen Debatte. Es geht
- 4:02:22nicht nur um die vielen vielen Vorteile,
- 4:02:24es geht auch um den strukturell nicht
- 4:02:27hinzunehmen, dein verharmlosenden Umgang
- 4:02:30mit diesen Vorgängen. Es kann nicht
- 4:02:32sein, dass wir kämpfen um Wler stimmen,
- 4:02:34ob nun von rechts und links. Unter der
- 4:02:37Preisgabe unserer freiheitlich
- 4:02:38demokratischen Grundnung, wenn es ein
- 4:02:40Tabu geben muss, ist das nicht einfach
- 4:02:42nur Faschismus meiden und Krieg meiden,
- 4:02:44sondern nie wieder Antisemitismus, nie
- 4:02:47wieder Antizionismus in diesem Land. Das
- 4:02:49sind wir den Jüen und Juden vielen Dank.
- 4:02:56Wir hören
- 4:02:58für Bündnis 90 die Grünen Andreas
- 4:03:00Audreitsch.
- 4:03:17Herr Präsident, sehr geehrte Damen und
- 4:03:20Herren, die AfD hat heute eine aktuelle
- 4:03:22Stunde zu Antisemitismus Extremismus
- 4:03:25Clans aufgesetzt. Ich kann nur sagen,
- 4:03:27gut, dass wir darüber reden und Sie
- 4:03:28wissen genau, wir werden über Sie reden
- 4:03:30müssen und ich werde das tun. Ich
- 4:03:31verspreche Ihnen, ich komme drauf
- 4:03:32zurück. Verlassen Sie sich drauf.
- 4:03:35Einsteigen will ich aber einmal mit
- 4:03:38Blick auf die Linke und vor allem mit
- 4:03:40Blick auf das, was bei uns in meinem
- 4:03:42Wahlkreis in Neuköln passiert. Isaemo
- 4:03:46ist ein zentraler Kopf der organisierten
- 4:03:49Kriminalität. Der taucht nicht aus
- 4:03:51Versehen auf Veranstaltungen auf. Den
- 4:03:54grüßt man nicht einfach. Da schickt man
- 4:03:56nicht einfach Respekt an ihn in
- 4:03:58Nachrichten mit seinem Sohn. Bei uns in
- 4:04:01Neuköln leiden Menschen jeden einzelnen
- 4:04:03Tag unter organisierter Kriminalität.
- 4:04:07Läden, Restaurants, die in Neuköln mit
- 4:04:09Schutzgelderpressungen überzogen werden.
- 4:04:11Menschen, die bedroht werden, Familien,
- 4:04:13die Angst haben, Familien, die Angst
- 4:04:15haben, um ihre Kinder, die in die Schule
- 4:04:17gehen. Das ist Realität von
- 4:04:19organisierter Kriminalität in Neuköln
- 4:04:22und nicht nur in Neuköln. Und wenn man
- 4:04:25von dort aus schaut auf die Frage, wie
- 4:04:28man mit so einer Situation umgeht, dann
- 4:04:30kann es keine Lösung sein, freundliche
- 4:04:33Grüße auszurichten. Dann muss es eine
- 4:04:34klare Haltung geben. Organisierte
- 4:04:36Kriminalität grüßt man nicht.
- 4:04:38Organisierte Kriminalität bekämpft man.
- 4:04:43Und auch Leute aus dem Umfeld der
- 4:04:45Terrorganisation
- 4:04:47PLFP sind nicht aus Versehen auf einer
- 4:04:50Feier. Ganz im Gegenteil, das ist eine
- 4:04:52systematische Zusammenarbeit und genau
- 4:04:54das passiert, wie man jetzt an E-Mails
- 4:04:56sieht, die verschickt werden, die
- 4:04:58dokumentieren, dass es eben genau das
- 4:05:00ist, kein Zufall. Jüdische Menschen in
- 4:05:02Neuköln haben Angst, wenn ich mit
- 4:05:06Menschen rede, wenn ich mit Rabbinern
- 4:05:07rede, die noch vor wenigen Jahren
- 4:05:09Neuköln verteidigt haben, die dort
- 4:05:11gearbeitet haben, die sagen
- 4:05:13mittlerweile, es geht nicht mehr. Und in
- 4:05:15Neuköln ist auch Realität, dass wenn ich
- 4:05:18mit Imamen rede, wenn ich mit Menschen
- 4:05:20aus der palästinensischen Community
- 4:05:22rede, dann sagen die mir, die haben
- 4:05:24Angst vor der Bedrohung von Extremisten,
- 4:05:27die es in Neuköln gibt. Wenn wir das
- 4:05:30ernst nehmen, dann muss ich auch Heidi
- 4:05:32Reichenick von gestern ernst nehmen. Wir
- 4:05:34sehen, was passiert. Wir arbeiten das
- 4:05:35auf. Das waren die Worte von Heidi
- 4:05:37Reichenick gestern. Und deswegen ist
- 4:05:39ganz klar, es muss Konsequenzen geben.
- 4:05:41Diese Frage darf nicht ohne Konsequenzen
- 4:05:43beendet werden.
- 4:05:47Die AfD beklagt Antisemitismus und
- 4:05:50Extremismus in Berlin und ich würde
- 4:05:52vorschlagen, wir fangen einfach einmal
- 4:05:54bei Ihnen an. Am 15. September hat die
- 4:05:56Polizei in Berlin Lichterfelde die
- 4:05:58Wohnung eines Mitarbeiters der AfD
- 4:06:00Chefin Kirsten Brinker durchsucht und
- 4:06:02dort Nazevotionalien gefunden. Sie haben
- 4:06:05die Extremisten in ihren Reihen die
- 4:06:08Berlin gefährden. In Frankfurt am Main
- 4:06:10da läuft gerade einer der größten
- 4:06:12Terrorprozesse Deutschlands.
- 4:06:13Hauptangeklagt ist ihre Exkollegin hier
- 4:06:16im deutschen Bundestag Birgit Malsack
- 4:06:18Winkelmann, weil sie mit einer
- 4:06:19Reichsbürgergruppe gewaltsam versucht
- 4:06:22hat einen Umsturz zu organisieren. In
- 4:06:23Sachsenanhalt, wo ein AfD
- 4:06:26Ministerpräsident droht, wo dem August
- 4:06:29mehrere Objekte durchsucht. Der Vorwurf
- 4:06:31ist, dass zwei jetzige
- 4:06:32Landtagsabgeordnete von ihnen die
- 4:06:35völkischrassistische Neonazivereinigung
- 4:06:37Artgemeinschaft fortführen. Und
- 4:06:39natürlich wurden bei den Untersuchungen,
- 4:06:41bei den Durchsuchungen Waffen gefunden.
- 4:06:43Bereits 2018 hat der Landesvorsitzende
- 4:06:46und vielleicht künftige Minister Herr
- 4:06:47Tillschneider von einem
- 4:06:49Antisemitismushype
- 4:06:50gesprochen, den es nur gäbe, um ihnen zu
- 4:06:53schaden mit der Nazikeule und der
- 4:06:56Relativierung des Holocaustes ist in
- 4:06:58jeden einzelnen Dokumenten, die man über
- 4:07:00sie lesen kann, von Herrn Björn Höcke,
- 4:07:02von Herrn Gauland, in anderen zu finden.
- 4:07:04Und wenn es um Terror geht, wenn es um
- 4:07:06Gewalt geht, wenn es um Antisemis
- 4:07:08Antisemitismus geht, muss man bei Ihnen
- 4:07:10anfangen. Sie sind diejenigen, die das
- 4:07:12Grundgesetz mit Füßen treten und die die
- 4:07:14freie Gesellschaft hier in Deutschland
- 4:07:16in Gefahr bringen.
- 4:07:17Herr Abgeordneter, würden Sie eine
- 4:07:19Zwischenfrage aus der CDU Fraktion
- 4:07:20gestatten? Sehr gerne
- 4:07:24Herr Kollege, herzlichen Dank, dass Sie
- 4:07:26die Zwischenfrage zulassen. Sie haben
- 4:07:28die Situation in Neuköln in ihrem
- 4:07:30Wahlkreis beschrieben und ich kann Ihnen
- 4:07:33da nur recht geben und auch Respekt
- 4:07:35sollen dafür, dass eine so klare Haltung
- 4:07:38diesbezüglich einnehmen. Sie haben dann
- 4:07:41davon gesprochen, dass äh das
- 4:07:44Konsequenzen haben müsste. Dann sind sie
- 4:07:47aber auf halben Weg steheneblieben, denn
- 4:07:49sie haben nicht gesagt, was das für
- 4:07:51Konsequenzen aus Ihrer Sicht, aus der
- 4:07:53Sicht der Grünen denn sein müssten.
- 4:07:56Konsequenzen hier nur in der
- 4:07:58Bundestagsfraktion, dass den Abgörner
- 4:08:01Kotschak anbelangt oder auch
- 4:08:02Konsequenzen für die Regierungsbildung
- 4:08:05in Berlin. Welche Konsequenzen forderten
- 4:08:07Sie ganz konkret von den Grünen? bleiben
- 4:08:09Sie bitte nicht auf hal Strecke stehen.
- 4:08:11Ich kann Ihnen versprechen, es kommen
- 4:08:13dazu.
- 4:08:14Ich will einmal mit Blick auf Neuköln
- 4:08:17sagen, das was ich hier mitkriege, wird
- 4:08:20Neuköln nicht gerecht. In keiner Weise.
- 4:08:23Das, was in Neuköln passieren muss, ist
- 4:08:25als allererstes, dass die Kooperation
- 4:08:28mit der organisierten Kriminalität
- 4:08:30beendet wird. Was in Neuköln passieren
- 4:08:32muss, ist, dass die Kooperation mit
- 4:08:34Menschen, die Extremisten sind, die
- 4:08:36Menschen in Neuköln Angst machen, dass
- 4:08:39das beendet werden muss. Und das richtet
- 4:08:40sich auch an die Linkspartei. Wenn man
- 4:08:43sich anschaut, was in den letzten Jahren
- 4:08:45passiert ist, wenn man mit Imamen
- 4:08:47spricht und mir ist das wichtig, genau
- 4:08:48diese Perspektive hier einzubringen,
- 4:08:51dann sagen die mir, wenn sie in ihrer
- 4:08:53Moschee predigen, haben sie Angst vor
- 4:08:55der Frage, wer da durch die Tür kommen
- 4:08:56könnte. Es ist eine reale Gefahr und
- 4:08:59diese reale Gefahr im Blick zu haben ist
- 4:09:02wichtig, wenn man in Neuköln, wenn man
- 4:09:04in neuen Köln Politik macht. Deswegen
- 4:09:06muss das beendet werden. Jetzt sage ich
- 4:09:07Ihnen was zweites. Wenn Sie in der Art
- 4:09:10und Weise, wie Sie hier gesprochen
- 4:09:11haben, mit Menschen in Neuköln sprechen,
- 4:09:14dann werden Sie nichts an der Frage
- 4:09:16ändern, ob in Zukunft Menschen ein
- 4:09:18Bewusstsein dafür haben, dass
- 4:09:19Antisemitismus ein substantielles
- 4:09:21Problem ist. Wenn Kinder in Neuköln z.B.
- 4:09:25in die Schule kommen, wenn Kinder,
- 4:09:26lassen Sie mich den Punkt machen, wenn
- 4:09:27Kinder in Jugendeinrichtungen kommen und
- 4:09:30auf ihren Handys die Situation haben,
- 4:09:32die im Gazastreifen ist, mit den
- 4:09:34Kreultaten, die dort auch von einer
- 4:09:36rechtsextremen israelischen Regierung
- 4:09:38verübt werden, dann haben diese Kinder
- 4:09:39den Anspruch darauf, dass man sich
- 4:09:41ernsthaft mit diesen Fragen
- 4:09:42auseinandersetzt, dass man ernsthaft ins
- 4:09:44Gespräch geht darüber und dass man am
- 4:09:46Ende mit ihnen versucht so
- 4:09:48aufzuarbeiten, was da passiert. Wenn man
- 4:09:50das ignoriert, dann werden sie das
- 4:09:52Problem nie lösen. Und das ist das, was
- 4:09:53ich Ihnen vorwerfen würde. Sie haben
- 4:09:55hier gerade in ihrer Rede alles in einen
- 4:09:57Topf gemischt. Sie haben Menschen
- 4:09:59palästinensischer Herkunft, sie haben
- 4:10:00Extremismus, haben organisierte
- 4:10:03Kriminalität in einen Topf geworfen.
- 4:10:04Damit machen sie das Problem jeden Tag
- 4:10:07schlimmer. Und das ist das, was ich
- 4:10:08Ihnen vorwerfen muss. Das ist nicht hat
- 4:10:11nichts mit Sicherheitspolitik zu tun und
- 4:10:12das ist das, was Sie verändern müssen.
- 4:10:14Und zu der Frage, wie wir in Berlin
- 4:10:16weitermachen, genau dazu komme ich
- 4:10:18jetzt. verlassen sich drauf. Da werde
- 4:10:19ich da werde ich nicht dran vorbeigehen.
- 4:10:22Wenn wir wenn wir uns anschauen, was in
- 4:10:25Berlin jetzt ansteht, dann ist es doch
- 4:10:27völlig klar und liegt auf der Hand.
- 4:10:29Erstens, wir werden keinerlei
- 4:10:31Antisemitismus akzeptieren. Das wird es
- 4:10:33nicht geben. Wir werden keinerlei
- 4:10:35Verbindungen zu organisierter
- 4:10:37Kriminalität geben. Gleichzeitig ist
- 4:10:39aber auch klar, wir werden uns von
- 4:10:41Akteuren wie Frau Storch, wir werden uns
- 4:10:43von der AfD in unserem Handeln nicht
- 4:10:45treiben lassen. Was jetzt relevant ist,
- 4:10:48dass es Leute gibt, die in der Lage
- 4:10:49sind, einen Kompass zu behalten, die
- 4:10:52sich nicht treiben lassen in die eine
- 4:10:53oder in die andere Richtung. Es muss
- 4:10:55klare Mechanismus Mechanismen in Berlin
- 4:10:57geben. Ich war am Sonntag mit Tobias
- 4:10:59Schulze, dem Fraktionsvorsitzenden der
- 4:11:01Linksfraktion hier äh im Abgeordneten
- 4:11:04Haus auf dem Podium. Er hat mir
- 4:11:05versprochen, wer die Hamas verherrlicht,
- 4:11:07verhamlost oder das Existenzrecht
- 4:11:09Israels in Frage stellt, gehört nicht in
- 4:11:11die Linkspartei. Ich nehme Thomas Tobias
- 4:11:13Schulze beim Wort. Es muss Konsequenzen
- 4:11:15dann geben und gleichzeitig ist auch
- 4:11:17klar, wir wollen in Neuköln und in
- 4:11:20Berlin stabile Verhältnisse haben. Wir
- 4:11:23wollen in Berlin eine Regierung bilden,
- 4:11:25die dafür sorgt, dass kein Rassismus in
- 4:11:28Berlin Platz hat und dass dezidiert kein
- 4:11:30Antisemitismus in Berlin Platz hat. Und
- 4:11:32selbstverständlich, selbstverständlich
- 4:11:35sprechen wir dabei mit Elif Iralb und
- 4:11:37sprechen damit auch darüber auch mit
- 4:11:40Steffen Krach. Herzlichen Dank.
- 4:11:46Für die CWUCfraktion darf ich Dr. Katja
- 4:11:49Straußköster das Wort erteilen.
- 4:12:00Herr Präsident, liebe Kolleginnen und
- 4:12:03Kollegen, meine sehr geehrten Damen und
- 4:12:05Herren,
- 4:12:07wenn ich morgens in den deutschen
- 4:12:09Bundestag komme und die deutsche
- 4:12:11Nationalflagge über dem Reichstag Wehen
- 4:12:14sehe,
- 4:12:15dann erfüllt mich das mit Demut und mit
- 4:12:17Stolz.
- 4:12:19Heute allerdings
- 4:12:21schäme ich mich. Ich schäme mich dafür,
- 4:12:25dass Abgeordnete aus diesem hohen Haus
- 4:12:28auf Wahlpartys, Kundgebung und
- 4:12:31öffentlichen Veranstaltungen,
- 4:12:33die Nähe zu Menschen suchen, die mit
- 4:12:36organisierter Kriminalität, Juden Hass
- 4:12:39oder der Verherrlichung terroristischer
- 4:12:41Gewalt in Verbindung stehen.
- 4:12:44Wenn führende Mitglieder einschließlich
- 4:12:46des ehemaligen Berliner Kultursenators
- 4:12:48Klaus Lederer die Partei wegen
- 4:12:51Antisemitismus verlassen und wenn Petra
- 4:12:54Pau, die langjährige
- 4:12:55Bundestagsvizepräsidentin
- 4:12:57der Linken, diese Woche wiederholt,
- 4:12:59innerparteilich Alarm schlägt, dann
- 4:13:02spricht das Bände.
- 4:13:05Wir sprechen in diesem Haus immer
- 4:13:07gemeinsam von Staatsräung.
- 4:13:09Wir sprechen von der besonderen
- 4:13:11Verantwortung, die wir haben.
- 4:13:15Wir sprechen von nie wieder ist jetzt.
- 4:13:20Dann ist jetzt aber auch der Zeitpunkt
- 4:13:22gekommen, diesen Worten Taten folgen zu
- 4:13:26lassen.
- 4:13:30Ich sage das auch vor dem Hintergrund
- 4:13:33ganz persönlicher Erfahrung, die mich
- 4:13:36bis heute tief bewegen.
- 4:13:40Gute Freunde haben Deutschland, ihr
- 4:13:43Geburts und Heimatland mit ihren drei
- 4:13:46Kindern verlassen. Ich glaube, es ist
- 4:13:48jetzt ein Jahr her lang her.
- 4:13:51Sie sind Juden.
- 4:13:54Das war unter uns nie ein Thema.
- 4:13:57konnte ich mir doch überhaupt gar nicht
- 4:13:59vorstellen, dass der Umstand in
- 4:14:01Deutschland Jüdin oder Jude zu sein,
- 4:14:04jemals wieder eine Rolle spielen würde.
- 4:14:07Meine Freundin hatte einfach Angst,
- 4:14:10Angst ihre Kinder in die Schule zu
- 4:14:12schicken oder sie mit Freunden um die
- 4:14:15Häuser ziehen zu lassen.
- 4:14:18Unsere Freunde und viele andere jüdische
- 4:14:20Familien glauben heute nicht mehr an das
- 4:14:22Schutzversprechen des Staates. Sie
- 4:14:25fühlen sich in Deutschland nicht mehr
- 4:14:27willkommen, meine Damen und Herren,
- 4:14:30dafür sollten wir uns schämen.
- 4:14:34Es waren auch Unterstützer des der
- 4:14:36Terrororganisation Volksfront zur
- 4:14:37Befreiung Palästinas auf der Wahlpartie.
- 4:14:41Sie steht für eine Geschichte von
- 4:14:42Anschlägen, Entführungen und politisch
- 4:14:45motivierter Gewalt. Es gab enge
- 4:14:48Verbindungen zur RAF in Deutschland.
- 4:14:51Linksroristen wurden in
- 4:14:52palästinensischen Lagern militärisch
- 4:14:55ausgebildet.
- 4:14:56Das ist keine Meinung, das sind Fakten.
- 4:15:00Deshalb ist es unerträglich, wenn deren
- 4:15:03Vertreter am Sonntag für Selfies
- 4:15:05posieren und wenn terroristische
- 4:15:08Organisation oder äh ihre ihre Gewalt,
- 4:15:13die Gewalt terroristischer Organisation
- 4:15:15romantisiert,
- 4:15:17relativiert oder politisch verharmlust
- 4:15:20werden. Schauen wir nach Berlin. Die
- 4:15:23Berliner Linke ist auch für unsere
- 4:15:25Hauptstadt selbst ein Sicherheitsrisiko.
- 4:15:28Sie wird polizeiliche Aufgaben durch
- 4:15:30Sozialarbeit ersetzen, Gelder für die
- 4:15:32innere Sicherheit kürzen, polizeiliche
- 4:15:35Befugnisse einschränken, den
- 4:15:37Verfassungsschutz abschaffen und
- 4:15:40Abschiebung von Straftätern verhindern.
- 4:15:42habt ihr euch
- 4:15:43und wenn das alles nicht schon schlimm
- 4:15:45genug wäre, läuft dann auch noch ein
- 4:15:47Clanschef über die Wahlpartie.
- 4:15:50Eine einzige sicherheitspolitische
- 4:15:52Bankrotterklärung.
- 4:15:55Gerade gegen diese Strukturen gehen wir
- 4:15:58auf Bundesebene
- 4:15:59entschlossen vor. Mit unserem
- 4:16:01Aktionsplan gegen organisierte
- 4:16:03Kriminalität stärken wir Zoll und
- 4:16:05Bundeskriminalamt, verbessern den
- 4:16:07Informationsaustausch zwischen den
- 4:16:09Sicherheitsbehörden und setzen dort an,
- 4:16:12wo es die Täter besonders trifft, bei
- 4:16:13den illegal erworbenen Vermögen.
- 4:16:17Unser Rechtsstaff darf nicht dabei
- 4:16:19stehen bleiben, kriminelle Strukturen zu
- 4:16:21beobachten. Er muss sie aufdecken, ihre
- 4:16:24Finanzströme trocken legen und ihn die
- 4:16:26wirtschaftliche Grundlage entziehen. Und
- 4:16:29genau diese Entschlossenheit erwarte ich
- 4:16:31auch zukünftig von der Regierung unserer
- 4:16:33Bundeshauptstadt.
- 4:16:35Eine Regierung, die weiß, wo die roten
- 4:16:38Linien unseres Rechtsstaates verlaufen
- 4:16:41und die bereit ist, diese konsequent zu
- 4:16:44verteidigen.
- 4:16:46Antisemitismus ist eine rote Linie.
- 4:16:49Terrorverherrlichung
- 4:16:51ist eine rote Linie. Die Nähe zu
- 4:16:54organisierter Kriminalität ist eine rote
- 4:16:56Linie. Und wer diese Linien
- 4:16:58überschreitet oder ihre Bedeutung klein
- 4:17:00redet, wird in uns als CDU CSU immer
- 4:17:04einen entschlossenen Verteidiger unserer
- 4:17:06freiheitlichen Demokratie finden.
- 4:17:08Herzlichen Dank.
- 4:17:14Für die AfD Fraktion darf ich Martin
- 4:17:17Hest das Wort erteilen?
- 4:17:26Da war mal was.
- 4:17:28Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 4:17:31eines hat nicht nur die heutige Debatte
- 4:17:33glas klar und eindeutig bewiesen. Die
- 4:17:36Linke ist der wahre Feind für unseren
- 4:17:39Rechtsstaat und unsere Demokratie. Die
- 4:17:42Linke darf nie wieder
- 4:17:44Regierungsverantwortung in Deutschland
- 4:17:46übernehmen, weder in Berlin noch
- 4:17:49anderswo. Berlin, meine sehr verehrten
- 4:17:52Damen und Herren, ist die Hauptstadt des
- 4:17:54Verbrechens. Nirgends ist die Gewalt und
- 4:17:56Schwerkriminalität so stark ausgeprägt
- 4:17:58wie in Berlin. Der islamistische Terror
- 4:18:01hat hier unfassbar viele Unterstützer
- 4:18:04und Judenhas wird immer offener und
- 4:18:07immer häufiger auf offener Straße
- 4:18:09geradezu zelebriert. und die Antwort der
- 4:18:12Linken auf diese von der CDU maßgeblich
- 4:18:15zu verantwortende miserable
- 4:18:17Sicherheitsbilanz lautet: "Diefund the
- 4:18:20Police übersetzt eine massive
- 4:18:23Reduzierung der Befugnisse des Personals
- 4:18:27und der Finanzmittel der Polizei. Das
- 4:18:30ist keine fehgeleitete
- 4:18:31Sicherheitspolitik mehr. Das ist eine
- 4:18:35offene Verachtung unseres Rechtsstaates
- 4:18:37und aller gesetzestreuen und
- 4:18:39rechtschaffenden Bürger. Angesichts
- 4:18:41dieser Faktenlage ist es geradezu
- 4:18:44logisch, dass an der Wahlparty der
- 4:18:46Linken ganz offen und ohne jede Scheu
- 4:18:48ein hochrangiges Mitglied eines
- 4:18:50kriminellen Clans teilnimmt. Es ist auch
- 4:18:52nicht verwunderlich, dass ja schon
- 4:18:54mehrfach durch extremistische Positionen
- 4:18:56aufgefallene MDB der Lincolener Kotchack
- 4:18:59beste Kontakte ins Berliner Kleanmilieö
- 4:19:02pflegt und es ist geradezu folgerichtig,
- 4:19:05dass islamistische Terrorunterstütze und
- 4:19:07Antisemitten unverholen
- 4:19:10öffentlich damit pralen, wie sie den
- 4:19:12Linken zum Wahlsieg verholfen haben. Man
- 4:19:15muss es mal in aller Deutlichkeit
- 4:19:17aussprechen und man kann sich dazu eines
- 4:19:19Satzes von Willi Brand bedienen, den der
- 4:19:21in einem anderen Zusammenhang verwendet
- 4:19:23hat. Hier wächst zusammen, was zusamm
- 4:19:27gehört, Rechtsstaatsfeinde während die
- 4:19:30größten Profiteure einer linken
- 4:19:32Sicherheitspolitik und deshalb muss
- 4:19:34diese ohne, wenn und aber, verhindert
- 4:19:36werden. Die Politik der Linken schafft
- 4:19:39keine Sicherheit. Sie zerstört sie. Und
- 4:19:41obwohl diese Tatsache unwiderlegbar für
- 4:19:44jeden offenkundig ist, ziehen die Grünen
- 4:19:47und die SPD ernsthaft in Erwägung mit
- 4:19:49den Linken eine Koalition zu bilden. Und
- 4:19:51ich formuliere es deshalb an die
- 4:19:53Kollegen der Grünen und der SPD ganz
- 4:19:56unmissverständlich. Wer so handelt, der
- 4:19:59macht sich zum Mittäter. Wer als
- 4:20:01Handlanger der Linken agiert, führt
- 4:20:04Berlin geradewegs in eine Katastrophe.
- 4:20:07Und wenn sich die SPD in dieser Debatte
- 4:20:10zwar von den Linken distanziert, dann
- 4:20:13erscheint das aber völlig unglaubwürdig,
- 4:20:14denn der Vizekanzler und Finanzminister
- 4:20:17Lars Kling bei der SPD war es, der
- 4:20:20mitgeteilt hast, dass die Frage einer
- 4:20:22Koalition mit der Linken die SPD in
- 4:20:26Berlin entscheiden müsse. Das ist keine
- 4:20:29Distanzierung, sondern das glatte
- 4:20:31Gegenteil. Die SPD ist offenbar bereit
- 4:20:34für den Machterhalt sämtliche
- 4:20:36rechtsstaatlichen Grundsätze über Bord
- 4:20:38zu werfen. Sie wollen in Berlin an der
- 4:20:40Macht bleiben, koste es was es wolle und
- 4:20:43damit versündigen sie sich an unserem
- 4:20:45Land. Und das macht die CDU im Hinblick
- 4:20:48auf die Linke. Sie schließt nicht etwa
- 4:20:50kategorisch jede Zusammenarbeit aus.
- 4:20:53Nein, führende Vertreter wie der stäß
- 4:20:55wie holsteinische Ministerpräsident
- 4:20:57Günther plädieren für eine Kooperation
- 4:20:59mit dieser Partei, die nichts anderes
- 4:21:01ist als der parlamentarische Arm von
- 4:21:04Islamisten, von Antisemiten und
- 4:21:06Klankriminellen. Die CDU verrätt damit
- 4:21:10alle konservativen Grundsätze, für die
- 4:21:12ihre Partei jemals stand. Eine solche
- 4:21:15macht versessene, moralisch entkernte
- 4:21:18und prinzipienlose Partei braucht in
- 4:21:20Deutschland kein Mensch. Sie sind
- 4:21:22zurecht zum ersten Mal in der Bundesre
- 4:21:25bundesrepublikanischen Geschichte aus
- 4:21:27einem Landtag geflogen. Und ich
- 4:21:29prognostiziere Ihnen, wenn Sie so
- 4:21:31weitermachen, war das nicht das letzte
- 4:21:33Mal. Sie werden in der politischen
- 4:21:34Bedeutungslosigkeit versinken. Und auch
- 4:21:37heute wurde unsere AfD von einigen
- 4:21:39Vorrednern wieder Rechtsextremis musus
- 4:21:42vorgeworfen und ihr das Recht
- 4:21:43abgesprochen, die Linke für ihren
- 4:21:45staatsfeindlichen Kurs zu kritisieren.
- 4:21:47Zum Beleg dieses wahrheitswidrigen
- 4:21:50Narrativs benötigen Sie aber den
- 4:21:53Verfassungsschutz. Den müssen sie
- 4:21:55politisch instrumentalisieren und als
- 4:21:57Legitimationsobjekt
- 4:21:59missbrauchen. Doch zur Beurteilung der
- 4:22:02Linken braucht es keine Behörde. Es
- 4:22:04reichen die Bilder ihrer Bernier Party,
- 4:22:06Wahlpartie und der Chat zwischen dem
- 4:22:08linken Abgeordneten Kotak und einem
- 4:22:10Klankriminellen. Jeder rechtschaffende
- 4:22:12und aufrechte Bürger erkennt auf den
- 4:22:15ersten Blick. Diese Linke ist der
- 4:22:17Totengräber unserer Sicherheit und
- 4:22:19unserer Gesellschaft. Und wer mit
- 4:22:21solchen Leuten kooperiert, grüne SPD
- 4:22:24Union, der ist keinen Deut besser. Im
- 4:22:27Gegensatz zu unserer AfD, wir sind nicht
- 4:22:29rechtsextrem, sondern haben nur extrem
- 4:22:32Recht.
- 4:22:40Da es einen Zwischenruf am Beginn der
- 4:22:43Rede gegeben hat, wo der Nachname
- 4:22:46assoziativ angesprochen worden ist,
- 4:22:48möchte ich darauf hinweisen, dass das
- 4:22:50Reduzieren auf die auf einen Namen nicht
- 4:22:54unbedingt hilfreich oder parlamentarisch
- 4:22:57akzeptabel ist. Deswegen mein deutlicher
- 4:23:00Hinweis darauf für die CDU CSU Fraktion
- 4:23:03darf ich Siegfried das Wort
- 4:23:05erteilen?
- 4:23:20F nicht mal auf.
- 4:23:25Sager der Präsident, liebe Kolleginnen
- 4:23:27und Kollegen, möchte zu Beginn
- 4:23:30loswerden. Liebe Kolleginnen und
- 4:23:31Kollegen der Linken, es ist beschämend,
- 4:23:33wie Sie mit dieser Debatte umgehen. Kein
- 4:23:35Wort der Reue, kein Wort der Einsicht.
- 4:23:39sofort auf andere deuten, versuchen die
- 4:23:41Schuld von sich wegzuschieben. Keinerlei
- 4:23:44Anzeichen, dass sie irgendeinen Fehler
- 4:23:46einsehen. So geht das nicht. Und das
- 4:23:48zeigt, dass sie ein strukturelles
- 4:23:50Problem haben, dass es eben nicht sich
- 4:23:51um Einzelfälle handelt. Ihr Verhalten
- 4:23:54ist der beste Beleg und es tut mir sehr
- 4:23:56leid. Ich weiß schon, wie es wieder
- 4:23:58werden wird. Wahrscheinlich wird Petra
- 4:24:00Pau ausgegrenzt und nicht der Kollege
- 4:24:03Kotchack. So, jetzt kann ich mir
- 4:24:04vorstellen, wie das in Ihrer Fraktion
- 4:24:06ablaufen wird. Meine Damen und Herren,
- 4:24:10liebe Kolleginnen und Kollegen,
- 4:24:11organisierte Kriminalität,
- 4:24:12Antisemitismus,
- 4:24:14islamische Extremismus,
- 4:24:16Linksextremismus, all das sind Dinge,
- 4:24:17die scheinbar nichts miteinander zu tun
- 4:24:20haben. Wer sie aber mit innerer
- 4:24:22Sicherheit befasst, der weiß, dass die
- 4:24:24Grenzen längst verschwimmen, weil sie
- 4:24:26Extremisten bewusst an organisierter
- 4:24:28Kriminalität bedienen und man bewusst
- 4:24:30die Strukturen des jeweils anderen
- 4:24:33nimmt. Der Bundestagsabgeordnete der
- 4:24:36Linken Verrat Kotchack chattet munter
- 4:24:38mit Fras Remo, dem Sohn von Isaremo. Wir
- 4:24:41haben das schon gehört. Ich möchte es
- 4:24:43nur noch mal zitieren, weil so beste
- 4:24:45Bruder schreibt er und Grüße zurück an
- 4:24:47deinen Vater übrigens Teremoan zutiefst
- 4:24:51patriarchale patriarchale Struktur. Das
- 4:24:53sollten Sie an der Stelle auch nicht
- 4:24:55vergessen. Er bittet darum einen Clip
- 4:24:57seiner Bundestagsrede zu verbreiten.
- 4:25:00Genau in diesem Clip ist ja kein Zufall.
- 4:25:03Genau in diesem Clip bezeichnet Fer
- 4:25:05Kotschack Klankriminalität, das Wort
- 4:25:07Klankriminalität
- 4:25:09als politischen Kampfbegriff und mindert
- 4:25:12so die Bedeutung und sagt es wä alles
- 4:25:14alles nur Rassismus. Hier macht sich die
- 4:25:16Linke zum Handlanger dieser Strukturen
- 4:25:18und da müssen sie sich abgrenzen. Sie
- 4:25:20können das so nicht stehen lassen, meine
- 4:25:22Damen und Herren. So geht das nicht. Und
- 4:25:24deswegen verlange ich von Ihnen ganz
- 4:25:26klar hier und jetzt die Abberufung von
- 4:25:28Ferat Kotschack aus dem Innenausschuss.
- 4:25:30Unerträglich, dass der mit uns im
- 4:25:32Innenausschuss sitzt. Meine Damen und
- 4:25:33Herren, in August auf einer
- 4:25:36Wahlkampfbühne der Linken in Neuköln.
- 4:25:38Yalla Yala, wir haben es gehört in
- 4:25:39Tifada Death to the IDF.
- 4:25:43auf der Wahlparty. Dann Ibrahim. Ibrahim
- 4:25:45ist mit dabei von der Volksfront zur
- 4:25:47Befreiung Palästina. Das ist nicht
- 4:25:50irgendwer auch an die Zuhörerinnen
- 4:25:51Zuhörer, das ist eine terroristische
- 4:25:54Vereinigung und die Reaktion aus dem
- 4:25:56Bezirk, na ja, man habe zusammen
- 4:25:59gefeiert. Irgendwann reicht die
- 4:26:01Erklärung eben nicht. Man hätte von
- 4:26:02nichts gewusst. Sie haben diese Szene
- 4:26:05ganz bewusst im Wahlkampf genutzt,
- 4:26:07wollten die Stimmen und wollten die
- 4:26:09Strukturen. Es braucht endlich eine
- 4:26:11klare Abgrenzung, sonst verlieren sie
- 4:26:13jede Glaubwürdigkeit. Meine Damen und
- 4:26:15Herren, die Frage ist auch, warum fühlen
- 4:26:17sich so viele Beteiligte dieses Milie so
- 4:26:20wohl in ihrer Nähe und in ihrem Umfeld?
- 4:26:22Und ich kann schon eine Antwort geben.
- 4:26:24Die Linke kämpft ganz konsequent immer
- 4:26:26wieder gegen Befugnisse der Polizei. Sie
- 4:26:29will weniger Polizei, weniger
- 4:26:30Befugnisse. Ende der Waffenverbotszonen
- 4:26:33und sie stellt den Verfassungsschutz
- 4:26:35grundsätzlich in Frage. Das gehört
- 4:26:37zusammen, weil organisierte Kriminalität
- 4:26:40bewusst Schwachstellen des Staates
- 4:26:42sucht. Extremisten bewusst politische
- 4:26:44Anschlussfähigkeit suchen und Antisemit
- 4:26:47Antisemitten suchen Räume, wo ihre
- 4:26:50Positionen zumindest geduldet werden und
- 4:26:53da fehlt's bei Ihnen in überall an
- 4:26:55klarer Abgrenzung. Deshalb muss die
- 4:26:58Linke beantworten, warum offenbar gerade
- 4:27:01dieses Milieu bei Ihnen immer wieder
- 4:27:03anschluss finden. Ich kann sie Ihnen
- 4:27:04aber sagen, die Linke hat ein verables
- 4:27:07Antisemitismusproblem.
- 4:27:08Die Linke hat ein verables
- 4:27:10Extremismusproblem und damit hat die
- 4:27:12Linke ein verables Demokratie.
- 4:27:15Meine Damen und Herren, natürlich sind
- 4:27:17sie eine Gefahr für diesen Rechtsstaat.
- 4:27:20Besonders bitter ist das gegenüber den
- 4:27:23Personen, die vor diesen Ideologien und
- 4:27:26Strukturen geflohen sind, Juden, Iraner,
- 4:27:28Jessiden, Jusiden, Kurden, Christen aus
- 4:27:31dem Nahen Osten, die vor Islamismus,
- 4:27:33Terror und Unterdrückung geflohen sind.
- 4:27:35Sie suchen Rechtsstaatlichkeit.
- 4:27:38Sie suchen Freiheit und sie suchen
- 4:27:40Gleichberechtigung und nicht wieder
- 4:27:42Akzeptanz für die Unterdrücker, vor
- 4:27:44denen sie eigentlich geflohen sind. Wer
- 4:27:46sowas macht, er bereitet der Demokratie
- 4:27:48und dem Humanismus einen Bärendienst.
- 4:27:50Meine Damen und Herren, von der Linke,
- 4:27:52Herr Abgeordneter, würden Sie eine
- 4:27:54Zwischenfrage aus der Fraktion die Linke
- 4:27:57gestatten.
- 4:28:02Herzlichen Dank, Herr Kollege. Also mit
- 4:28:05dem Zwischenruf, sie haben ihn
- 4:28:07wahrscheinlich gehört, die CDU, CSU hat
- 4:28:10die Taliban hier wieder nach Deutschland
- 4:28:12geholt und kooperiert mit den Taliban.
- 4:28:14Das halte ich für ein veritables
- 4:28:15Problem, aber dazu will ich jetzt gar
- 4:28:17nichts sagen. Ausschließlich Taliban ist
- 4:28:21nicht unser Bündnispartner und hat
- 4:28:23nichts mit freiheitlich demokratischer
- 4:28:24Grundnung zu tun. Aber davon abgesehen,
- 4:28:27sie sprechen hier über ein strukturelles
- 4:28:29Problem des Antisemitismus und ich will
- 4:28:31Ihnen zustimmen, wir haben in unserer
- 4:28:32Gesellschaft ein veritables
- 4:28:34Antisemitismus Problem und zwar ein
- 4:28:37wachsendes Antisemitismusproblem.
- 4:28:39Wir haben das Problem, dass sich Jüen
- 4:28:41und Juden aus unterschiedlichsten
- 4:28:42Gründen hier in Deutschland nicht mehr
- 4:28:44sicher führen und deswegen ist es
- 4:28:45Aufgabe jeder einzelnen demokratischen
- 4:28:49Partei in diesem hohen Hause den
- 4:28:51Antisemitismus zu bekämpfen. Und dann
- 4:28:54will ich Sie gerne darauf hinweisen. Es
- 4:28:56gibt die Leipziger Mittelstudie, die
- 4:28:59heißt Mittelstudie, weil sie eben sehr
- 4:29:01deutlich macht, dass wir die Problemes
- 4:29:03Rechtsradikalismus und des
- 4:29:05Antisemitismus eben nicht nur an den
- 4:29:07sogenannten Rändern haben, sondern auch
- 4:29:09in der sogenannten politischen Mitte.
- 4:29:11Und diese Antisemitismusstudie kommt zum
- 4:29:13Ergebnis, dass wir selbstverständlich
- 4:29:16fast 20% Antisemitismus manifesten
- 4:29:20Antisemitismus innerhalb der AfD
- 4:29:22Fraktion haben, aber wir haben auch 6
- 4:29:25bis 8% Antisemitismus innerhalb der
- 4:29:29Unionsfraktion und am geringsten ist der
- 4:29:31Anteil von Antisemitismus und zwar auch
- 4:29:33Israel bezogenem Antisemitismus laut
- 4:29:36dieser Studie natürlich bei den Grünen
- 4:29:38und bei der Linken und wir sind es immer
- 4:29:40wieder
- 4:29:41die Anträge für die Opfer des Holocaust
- 4:29:43hier im Bundestag stellen, die das Thema
- 4:29:45des Antisemitismus in unserer
- 4:29:46Gesellschaft des Sistorischen
- 4:29:49auf die Karte setzen. Also bitte kehren
- 4:29:51Sie erst einmal vor Ihrer eigenen Tür.
- 4:29:59Es waren sehr viele Fragen, Herr
- 4:30:00Präsidente. Ich bitte drum, alle
- 4:30:02beantworten zu dürfen.
- 4:30:05Schon die Art und Weise, wie die
- 4:30:07Fragestellung jetzt formuliert war,
- 4:30:08beweist ja schon das, was ich sage. Es
- 4:30:10geht um Ihre Verfehlungen. Es geht
- 4:30:11gerade um diese Vorfälle des Wochenendes
- 4:30:15und keinerlei keiner Wort kein Wort der
- 4:30:17Reue, sondern gleich schon wieder die
- 4:30:18Frage, was andere denn f sie hören ja
- 4:30:20nicht mal jetzt zu. Sie haben doch die
- 4:30:21Frage gestellt.
- 4:30:23Hören Sie doch zu. Hören Sie doch zu.
- 4:30:25Ich hab doch ich habe doch ohne ihren
- 4:30:27Fragesteller zu unterbrechen,
- 4:30:29komplett zug wir w hören Sie mir nicht
- 4:30:30zu.
- 4:30:31Denken sie jetzt auch.
- 4:30:32Sie haben sofort bei dieser Fragestellen
- 4:30:34schon wieder den Gegenangriff gestartet.
- 4:30:36Kein Wort der Einsicht. Deswegen haben
- 4:30:38sie meine Eingang mein Eingangsstatement
- 4:30:40bestätigt. Zweitens, Sie sprechen das
- 4:30:42Thema der Taliban an tut mir leid. Es
- 4:30:44ist einfach können wir so nicht mehr
- 4:30:46stehen lassen diesen Vorwurf
- 4:30:48doch mal nachvon. Also,
- 4:30:50könnten Sie mal zuhören? Ich weiß, dass
- 4:30:51das schwierig ist, wenn man moralisch
- 4:30:53überlegen ist, aber hier geht's drum,
- 4:30:56dass man sich auf einer Ebene trifft
- 4:30:58nicht vertrauen dort hinzugehen.
- 4:31:00Also wirklich
- 4:31:03Vertreter eines Staates ist etwas
- 4:31:05anderes als radikalen Extremismus in den
- 4:31:09eigenen Reihen zu dulden. Wir haben
- 4:31:10Auslandsvertretung in vieler Staaten,
- 4:31:12mit deren Ideologie wir in keinster
- 4:31:14Weise übereinstimmen. Die
- 4:31:15Taliban
- 4:31:17Nordkorea.
- 4:31:19Nordkorea habe ich auch kein Bock.
- 4:31:21Natürlich haben wir keinen Bock drauf,
- 4:31:23aber wir dürfen in Auslandsvertretungen
- 4:31:24doch nicht die eigene Ideologie
- 4:31:26anwenden. Alle Auslandsvertretungen sind
- 4:31:28gerade hier in Berlin übrigens aktiv,
- 4:31:30egal von welchem Staat und nicht die
- 4:31:32Taliban sind eingeladen, sondern der
- 4:31:34Staat Afghanistan, der leider und zum
- 4:31:36Bedauern von uns allen hoffentlich
- 4:31:38leider aktuell von den von den Taliban
- 4:31:40geführt wird, aber nicht die Taliban
- 4:31:42wurden eingeladen, sonder der Staat
- 4:31:43Afghanistan. das ist was völlig anderes
- 4:31:45und es müssen Sie auch mal lernen
- 4:31:46auseinanderzuhalten. Drittens, nur weil
- 4:31:49sie ständig immer das Wort demokratisch
- 4:31:51davor setzen, vor dem was sie tun. Sie
- 4:31:54haben auch gerade wieder von den
- 4:31:54demokratischen Fraktionen gesprochen. Da
- 4:31:57habe ich ja massive Zweifel, wenn ich
- 4:31:59mir die Vorkommnisse vom Wochenende bei
- 4:32:01Ihnen anschaue, das demokratisch sie
- 4:32:03auch meint, aber nur das Verwenden des
- 4:32:06Begriffes, das ist ja ihre Taktik immer
- 4:32:08gerne den Begriff verwenden, um ihn dann
- 4:32:11umzudeuten, auch das Regime im Osten
- 4:32:14unseres Landes hat deutsche
- 4:32:15demokratische Republik geheißen. Nur das
- 4:32:17Verwenden des Begriffs macht eine nicht
- 4:32:19zum Demokraten, meine Damen und Herren,
- 4:32:20von der Linkspartei. Ich hoffe, ich habe
- 4:32:22jetzt alles soweit. beantwortet.
- 4:32:25Wenn nicht, dürfen Sie gerne nachfragen.
- 4:32:30Ich fordere deswegen
- 4:32:33auch deswegen, was wir jetzt in der
- 4:32:34Zwischenfrage gehört haben. Erstens,
- 4:32:36Ferrad Kotchack muss aus dem Minusschuss
- 4:32:38abberufen werden. Zweitens, sämtliche
- 4:32:40Kontakte müssen offelegt werden. Und ich
- 4:32:42möchte auch wissen, gab es
- 4:32:43Wahlkampfhilfe für die Partei die Linke
- 4:32:46organisatorisch Sachleistungen oder
- 4:32:48Wahlkampfunterstützung durch finanzielle
- 4:32:50Zuwendungen. Die Linke muss ihre
- 4:32:52Verbindungen und Kontakte zu diesen
- 4:32:54Milieus offenlegen. Und für uns bedeutet
- 4:32:57das als Parlament, wir müssen
- 4:32:59entschlossen dafür kämpfen, dass unsere
- 4:33:01Behörden gegen jede Form des
- 4:33:02Extremismus, egal von welcher Seite,
- 4:33:05gleichermaßen und ohne politische
- 4:33:06Einflussnahme kämpfen können. Und ich
- 4:33:08möchte unbedingt, dass die Linke wieder
- 4:33:10vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
- 4:33:12Vielen Dank.
- 4:33:18Damit endet die Aussprache zur aktuellen
- 4:33:20Stunde. Ich rufe auf die
- 4:33:21Tagesordnungspunkte 3A und 3b. Erste
- 4:33:25Beratung des von der Bundesregierung
- 4:33:26eingebrachten Gesetzentwurfs zur
- 4:33:28Änderung des Strafgesetzbuches
- 4:33:31Stärkung des strafrechtlichen Schutzes
- 4:33:33vor sogenannten KO Tropfen sowie erste
- 4:33:36Beratung des vom Bundesrat eingebrachten
- 4:33:38Gesetzentwurf zur strafrechtlichen
- 4:33:40Bekämpfung der Verabreichung sogenannter
- 4:33:43Kot Tropfen zur Begehung von Raub und
- 4:33:46Sexualdelegt für die Aussprache ist eine
- 4:33:48Dauer von 30 Minuten vereinbart. Als
- 4:33:51ersten in der Aussprache haben wir für
- 4:33:54die Bundesregierung Frank Schwabe,
- 4:33:56parlamentarischer Staatssekretär bei dem
- 4:33:58Bundesministerin der Justiz und
- 4:34:00Verbraucherschutz. Herr Schwabe, Sie
- 4:34:02haben das Wort.
- 4:34:08Sehr sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 4:34:10geehrte Damen und Herren,
- 4:34:13stellen Sie sich vor, ein Glas Wasser
- 4:34:15auf dem Tisch. Farblos, geruchlos,
- 4:34:19geschmacklos.
- 4:34:20nichts an diesem Glas Wasser verrätt,
- 4:34:22was in den nächsten Stunden passieren
- 4:34:23wird. Und genau das ist das perfide an
- 4:34:27Kot Tropfen. Sie verlangen keine
- 4:34:30Überredung, kein Kampf, kein Widerstand,
- 4:34:32der gebrochen werden müsste, denn sie
- 4:34:34nehmen den Betroffenen die Möglichkeit
- 4:34:36überhaupt Widerstand zu leisten. Sie
- 4:34:38löschen den Willen aus, bevor er
- 4:34:40überhaupt geäußert werden kann.
- 4:34:43Spätestens seit dem Fall von Giselle
- 4:34:45Pelicot in Frankreich wissen wir, der
- 4:34:47Einsatz von Kottropfen zur Beggehung
- 4:34:50einer Vergewaltigung ist eine besonders
- 4:34:52niederträchtige Form der Gewalt. Die
- 4:34:55Täter mischen ihren Opfern heimlich
- 4:34:57Substanzen unter, um sie gezielt wehrlos
- 4:34:59zu machen
- 4:35:01in einer Bar, in einem Club oder und das
- 4:35:03wird zu oft vergessen, in der eigenen
- 4:35:05Wohnung, verabreicht von jemandem, dem
- 4:35:08man vertraut hat. Alles das sind
- 4:35:10entsetzliche Verbrechen. Bis vor kurzem
- 4:35:14stand vor deutschen Gerichten die Frage:
- 4:35:16Im Raum sind KO Tropfen eigentlich
- 4:35:18gefährliche Werkzeuge? Der
- 4:35:19Bundesgerichtshof entschied 2024
- 4:35:24nein auf Grundlage der heutigen
- 4:35:26Gesetzgebung. Damit gilt der Einsatz
- 4:35:28einer Substanz, die einen Menschen
- 4:35:31vollständig wehrlos macht, rechtlich
- 4:35:32weniger schwerwiegend als der Einsatz
- 4:35:35einer Waffe oder eines Messers.
- 4:35:38Konsequenz ist drei Jahre Mindeststrafe
- 4:35:40nicht fünf, als wären diese Taten eine
- 4:35:43mildere Form der Gewalt.
- 4:35:45Und dabei bleibt es nicht. Die Täter
- 4:35:47organisieren sich. Sie agieren nicht
- 4:35:49einzeln im Verborgenen, sondern in
- 4:35:51Netzwerken mit tausenden Mitgliedern.
- 4:35:53Sie stacheln sich gegenseitig an, sie
- 4:35:55teilen Aufnahmen, geben sich Tipps und
- 4:35:58das sind eben keine Einzelfälle mehr,
- 4:36:01sondern das ist ein System.
- 4:36:03Ich weiß nicht, wer von Ihnen das
- 4:36:05Morgenmagazin heute morgen gesehen hat.
- 4:36:07Kira
- 4:36:08Davita, die Gründerin einer
- 4:36:11Selbsthilfegruppe ist von Frauen, die
- 4:36:14Opfer von Kot Tropfen geworden, sind ja
- 4:36:17zurecht darauf hingewiesen, dass das
- 4:36:18Strafrecht nicht alles ist, sondern dass
- 4:36:20wir ein Hilfsnetzwerk brauchen, dass wir
- 4:36:22eine Justiz brauchen, eine Gesellschaft
- 4:36:25brauchen, die versteht, wie man mit
- 4:36:27Opfern von KO Tropfen umgeht. Aber das
- 4:36:31Strafrecht ist nicht alles, aber das
- 4:36:32Strafrecht muss auch eine deutliche
- 4:36:34Antwort geben, einen wirksameren Schutz.
- 4:36:37bieten ähm äh Gewaltschutz bieten und
- 4:36:40das erfordert eben auch konsequentere
- 4:36:42Strafen. Deshalb stellen wir klar, wer
- 4:36:44KO Tropfen für eine Vergewaltigung
- 4:36:46einsetzt, muss künftig mit mindestens 5
- 4:36:49Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Damit
- 4:36:51senden wir ein eindeutiges Signal an die
- 4:36:53Täter, aber auch an die Betroffenen und
- 4:36:55die Gesellschaft insgesamt. Betroffene
- 4:36:58sollen wissen, der Rechtsstaat, der
- 4:37:00steht an ihrer Seite. Vielen Dank.
- 4:37:06Wir hören für die AfD Fraktion Knut
- 4:37:08Meierer Soltau.
- 4:37:22Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 4:37:25ich denke, die Reden werden sich heute
- 4:37:27etwas ähneln.
- 4:37:29Stellen Sie sich vor, Sie gehen abends
- 4:37:31aus, sie trinken etwas und plötzlich
- 4:37:34verändert sich alles. Sie verlieren die
- 4:37:37Kontrolle über ihren eigenen Körper. Sie
- 4:37:39können sich nicht mehr wehren, nicht
- 4:37:41mehr selbst entscheiden.
- 4:37:44Genau darauf hat es der Täter abgesehen.
- 4:37:47Kot Tropfen sind kein Kavaliersdelikt,
- 4:37:49sie sind eine hinterhältige Waffe.
- 4:37:54Gezielt eingesetzt, um Menschen für Raub
- 4:37:56oder Sexualdelikte wehrlos zu machen.
- 4:37:59Deshalb ist es überfällig und richtig,
- 4:38:03dass wir heute diese gravierende
- 4:38:04Strafbarkeitslücke im Strafgesetzbuch
- 4:38:07schließen. Denn kein Bürger ist es
- 4:38:08vermittelbar, warum es von juristischen
- 4:38:11Spitzfindigkeiten abhängig sein soll, ob
- 4:38:14der Täter ein Messer benutzt oder eine
- 4:38:16Substanz, die das Opfer genauso
- 4:38:19schutzlos macht. Für das Opfer macht
- 4:38:21diese Unterscheidung keinen Unterschied.
- 4:38:24Es ist betäubt und wehrlos. Unser
- 4:38:26Strafrecht muss das endlich
- 4:38:28widerspiegeln.
- 4:38:30Wir unterstützen diese Gesetzesänderung
- 4:38:32daher ausdrücklich.
- 4:38:35Aber meine Damen und Herren, wir dürfen
- 4:38:38uns hier im hohen Hause nicht selbst auf
- 4:38:39die Schulter klopfen. Ein höherer
- 4:38:41Strafrahmen auf dem Papier verhindert
- 4:38:44für sich allein keine einzige Straftat
- 4:38:47und er überführt auch keinen einzigen
- 4:38:49Täter. Hier liegt das eigentliche
- 4:38:52praktische Problem. Viele dieser
- 4:38:54Substanzen bauen sich rasend schnell ab.
- 4:38:58Nach wenigen Stunden sind sie kaum noch
- 4:39:00nachweisbar. Wenn das Opfer am nächsten
- 4:39:02Tag mit einem Filmriss aufwacht, ist das
- 4:39:06forensische Zeitfenster oft schon
- 4:39:08geschlossen. Was nützt uns also das
- 4:39:10schärfste Gesetz, wenn
- 4:39:12Ermittlungsverfahren massenhaft
- 4:39:13eingestellt werden müssen oder es
- 4:39:15Freisprüche gibt, weil die Beweise
- 4:39:18fehlen? Die Bundesregierung darf auch
- 4:39:20auf dies aus dieser Reform kein
- 4:39:21Beruhigungspflaster machen. Ein
- 4:39:23materielles Strafrecht greift zu kurz,
- 4:39:26wenn Bunder nicht zugleich in der Praxis
- 4:39:29aufrüsten.
- 4:39:31Wir brauchen bundesweit einheitliche
- 4:39:33Standards bei Polizei und Justiz und wir
- 4:39:36brauchen Notaufnahmen, die bei Verdacht
- 4:39:38sofort toxologische Schnelltests und
- 4:39:41eine gerichtsverwertbare
- 4:39:43Beweisssicherung durchführen können.
- 4:39:46flächendeckend und ohne bürokratische
- 4:39:49Hürden.
- 4:39:51Schärfere Gesetze im Bund müssen Hand in
- 4:39:54Hand gehen mit einer effektiven
- 4:39:56Spurensicherung in den Ländern. Nur dann
- 4:39:59wird aus diesen Entwurf ein echtes
- 4:40:01Schutzinstrument für die Bürger und
- 4:40:03nicht bloß ein weiteres Gesetz für die
- 4:40:06Akten oder für die Gesetzbücher. Und
- 4:40:09Herr Laschit wenn wir zusammen nach
- 4:40:11Nordren-Westfalen fahren mit dem Zug,
- 4:40:13wir können gern miteinander reden. Danke
- 4:40:15schön.
- 4:40:20Für die CDUsfraktion hat Susanne Hir das
- 4:40:23Wort.
- 4:40:36Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und
- 4:40:39Kollegen, das Landgericht Münster hat im
- 4:40:41vergangenen Jahr einen Mann wegen
- 4:40:43schwerer Vergewaltigung verurteilt. Der
- 4:40:45hatte eine Frau heimlich mit Kotreopfen
- 4:40:49betäubt und sie dann brutalst
- 4:40:51vergewaltigt. Strafe waren 7 Jahre. Es
- 4:40:55gibt zurzeit keine Statistik, die uns
- 4:40:57ausweist, wie viele Verbrechen durch Kot
- 4:41:00Tropfen mit begangen werden, aber diese
- 4:41:02Fälle, so wie ich ihn gerade geschildert
- 4:41:04habe, bekommen immer mehr
- 4:41:05Aufmerksamkeit.
- 4:41:07In meiner Jugend musste ich mir nicht
- 4:41:10jeden Abend Gedanken machen, wenn ich
- 4:41:12ausgegangen bin, ob irgendjemand was in
- 4:41:14mein Glas tut. Ich muss nicht immer
- 4:41:16dahinchauen. Genau diese Unbeschwertheit
- 4:41:19würde ich der heutigen Jugend wieder
- 4:41:21wünschen.
- 4:41:23Und wir müssen uns eins immer vor Augen
- 4:41:25halten. Die Verantwortung
- 4:41:28in diesen Fällen bei diesen Taten, die
- 4:41:30trifft allein den Täter oder die trägt
- 4:41:34allein der Täter.
- 4:41:35Die Opfer müssen sich weder dafür
- 4:41:37rechtfertigen, noch müssen sie sich
- 4:41:40dafür schämen, dass sie ausgegangen
- 4:41:43sind, dass sie Spaß hatten oder dass sie
- 4:41:45einem anderen Menschen vertraut haben.
- 4:41:52Wer einen Menschen gezielt betäubt, um
- 4:41:55Vergewaltigung zu begehen oder einen
- 4:41:58Raub, der handelt, berechnend und er
- 4:42:01macht das Opfer wehrlos. Und genau
- 4:42:04dieses Unrecht muss ich auch im
- 4:42:06Strafrecht widerspiegeln und heute tut
- 4:42:09es das noch nicht.
- 4:42:12Liebe Kolleginnen und Kollegen, der BGH
- 4:42:13hat entschieden, dass eben genau der
- 4:42:15Einsatz von Kottropfen bei
- 4:42:17Vergewaltigung bei Raub kein
- 4:42:19gefährliches Werkzeug darstellt und
- 4:42:22deshalb führt's eben nicht zu den
- 4:42:23höheren Strafen, die wir gehabt hätten,
- 4:42:26wenn eine Waffe eingesetzt worden wäre.
- 4:42:30Und ganz ehrlich, diese Unterscheidung
- 4:42:32überzeugt mich nicht, denn es kann doch
- 4:42:34keinen Unterschied machen, ob jemand
- 4:42:36wehrlos ist, weil er betäubt wurde oder
- 4:42:40weil eine Waffe benutzt wurde. Und genau
- 4:42:43deshalb ist unser Ziel das jetzt zu
- 4:42:46ändern, diesen Einsatz der
- 4:42:49Betäubungsmittel schärfer schärfer zu
- 4:42:52ahnten und eben genau dieses besondere
- 4:42:54Unrecht zu erfassen und eine
- 4:42:57praxistaugliche Regelung vorzulegen.
- 4:43:04Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir
- 4:43:06haben die elektronische Fußfessel
- 4:43:08eingeführt. Wir haben Antigewaltkurse
- 4:43:11für Täter eingeführt. Das waren alles
- 4:43:13wichtige Schritte auf unserem Weg gegen
- 4:43:16oder im Schutz gegen Gewalt. Und es geht
- 4:43:19noch weiter. Wir werden jetzt den
- 4:43:21digitalen Gewaltschutz auf den Weg
- 4:43:23bringen. Und genau das ist auch der
- 4:43:26vorliegende Gesetzentwurf. Es ein Teil
- 4:43:28dieses Ansatzes.
- 4:43:30Mit dem Gesetzentwurf erhält die
- 4:43:32gezielte Betäubung in der Strafzumessung
- 4:43:35genau das Gewicht, das ihr zugehörig
- 4:43:38ist. Herzlichen Dank.
- 4:43:42Für Bündnis 90 die Grünen darf ich Dr.
- 4:43:45Lena Gumnior das Wort erteilen.
- 4:43:56Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 4:43:57Demokratinnen und Demokraten,
- 4:43:59Samstagabend, 23 Uhr. Eine Frau geht
- 4:44:02ausgelassen feiern. Sie geht mit einem
- 4:44:03Freund nach draußen rauchen. Er bietet
- 4:44:06ihr seine Wape an, nichts ahnt. Nimmt
- 4:44:08sie einen Zug. Am nächsten Morgen wacht
- 4:44:11sie nackt neben ihm auf. Sie erinnert
- 4:44:12sich an nichts und mit dieser Erfahrung
- 4:44:14ist sie nicht allein. Spiking, das sind
- 4:44:16eben nicht nur K Tropfen in einem
- 4:44:18Getränk. Es sind die unterschiedlichsten
- 4:44:20Substanzen in den unterschiedlichsten
- 4:44:22Form. Am häufigsten sind es tatsächlich
- 4:44:24Kokain, Ketamin oder MDMA. Sie können
- 4:44:27Getränken, in Drogen, in Wapes versteckt
- 4:44:29werden. Manche Frauen wachen am nächsten
- 4:44:31Morgen mit Nadelstichen auf und nicht
- 4:44:33einmal sidierend müssen diese Substanzen
- 4:44:35wirken. Genauso gut kann man danach
- 4:44:38nicht müde werden, sondern eher
- 4:44:39dissoziieren oder komplett aufgeputscht
- 4:44:41sein. Dass das so viele und das merkt
- 4:44:44man auch gerade in der Debatte nicht
- 4:44:45wissen, liegt an fehlender Aufklärung.
- 4:44:47Aber selbst wenn man es weiß, wenn ein
- 4:44:50Mensch Opfer eines Sexualdelikts wird
- 4:44:52und der Täter dem Opfer vorher heimlich
- 4:44:55Betäubungsmittel verabreicht hat, führt
- 4:44:56das heute nicht zu einer schärferen
- 4:44:58Strafe. Das ist eine Lücke, die gerade
- 4:45:01für die Betroffenen nicht
- 4:45:02nachvollziehbar ist. Während nämlich bei
- 4:45:04einer Körperverletzung Menschen eine
- 4:45:05höhere Strafe erhalten. Wenn sie solche
- 4:45:07Substanzen einsetzen, ist es im
- 4:45:09Sexualstrafrecht völlig egal, ob man
- 4:45:11sein Opfer nur vergewaltigt hat oder
- 4:45:13vorher noch betäubt.
- 4:45:16Besonders in Erinnerung geblieben ist
- 4:45:17der Fall von Giselle Pilco. Sie wurde
- 4:45:19jahrelang von ihrem damaligen Ehemann
- 4:45:21und dutzenden anderen Männern sidiert
- 4:45:23und vergewaltigt. Lange wusste sie
- 4:45:24nicht, was sie angetan wurde. Erst nach
- 4:45:27jahrelanger Unwissenheit konnte sie
- 4:45:28ihren Ex-Mann anzeigen. Und auch hier in
- 4:45:31Berlin gibt es aktuell Verhandlungen
- 4:45:33über einen ähnlichen Fall. Marvin Esfer
- 4:45:35vergewaltigte über Jahre Frauen, die er
- 4:45:37vorher sidierte. Lange wurde nicht
- 4:45:39richtig ermittelt, obwohl sogar die
- 4:45:40Polizei vor Ort am Tatort war. Und erst
- 4:45:43das Durchhaltevermögen einer jungen
- 4:45:45Betroffenen und ihrer Familie vor
- 4:45:46Gericht führten zu einer Verurteilung
- 4:45:48und der grausamen Erkenntnis, dass es
- 4:45:50noch viele weitere Opfer gibt.
- 4:45:52Für die Betroffenen ist es so wichtig,
- 4:45:54dass nach solchen Taten selbstbestimmt
- 4:45:56darüber entschieden werden kann, ob sie
- 4:45:58die Taten anzeigen.
- 4:46:01Aber für ein späteres Strafverfahren ist
- 4:46:03es notwendig, dass Betroffene möglichst
- 4:46:05schnell alle Spuren sichern lassen. Und
- 4:46:07das muss für alle Menschen überall
- 4:46:09anonym und kostenfrei möglich seen. Egal
- 4:46:11in welchem Bundesland und egal wie sie
- 4:46:13versichert sind.
- 4:46:15Aber liebe Koalition, Strafverschärfung
- 4:46:17alleine werden sexualisierte Gewalt
- 4:46:19nicht verhindern. Gerade bei Spiking
- 4:46:21brauchen wir dringend eine bessere
- 4:46:23Datenlage über das Dunkelfeld. Studien
- 4:46:25wie die aktuelle Spikingstudie an der
- 4:46:27Charité, die geben uns doch gerade
- 4:46:28erstmal ein Grundlagenwissen. Welche
- 4:46:30Mittel werden überhaupt eingesetzt? Was
- 4:46:32bedeuten die Taten für die Betroffenen?
- 4:46:34Und ja, das kostet Geld, aber ohne
- 4:46:35Forschung geht's nicht.
- 4:46:39Und ohne Forschung gibt's auch eins
- 4:46:41nicht keine wirksame Aufklärung und auch
- 4:46:43diese Arbeit kostet Geld, denn anders
- 4:46:45als viele glauben und auch gerade gesagt
- 4:46:47wurde, sind die Substanzen zum Teil
- 4:46:49lange nachweisbar. Es lohnt sich also
- 4:46:51bei einem Verdacht im Krankenhaus Spuren
- 4:46:53davon im Blut zu sichern, auch wenn die
- 4:46:55Tat schon länger her ist. Und auch beim
- 4:46:57Spiking sind es eben nicht die fremden
- 4:47:00Täter, sondern häufig der Partner,
- 4:47:01Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen.
- 4:47:04Die Substanzen, die wirken so
- 4:47:05unterschiedlich. Betroffene sollten
- 4:47:07immer ermutigt werden, sich Hilfe zu
- 4:47:09suchen.
- 4:47:11Und nicht nur das, auch die
- 4:47:13Verantwortung muss endlich die Seite
- 4:47:15wechseln. Das hat zuletzt nach dem
- 4:47:16Europäischen Parlament auch der
- 4:47:18Bundesrat erkannt und die
- 4:47:19Bundesregierung aufgefordert, sich für
- 4:47:21eine Jahrhei Jahregelung im Strafrecht
- 4:47:23einzusetzen.
- 4:47:25Liebe Frau Hubich, worauf warten Sie
- 4:47:26noch? Legen Sie dazu einen Gesetzentwurf
- 4:47:29vor? Oder noch besser stimmen Sie
- 4:47:30unserem zu. Wir haben unseren Vorschlag
- 4:47:32gemacht. Von Ihnen kam bisher nur
- 4:47:35Ankündigung.
- 4:47:36Giselle Pelicot war mutig. Sie hat das,
- 4:47:39was die Täter ihr angetan haben, in die
- 4:47:40Öffentlichkeit getragen und damit einen
- 4:47:42Satz geprägt, den ich allen Betroffenen
- 4:47:44heute mitgeben möchte. Die Charm muss
- 4:47:46endlich die Seite wechseln.
- 4:47:52Für die Fraktion Die Linke darf ich
- 4:47:54Katrin Gebel das Wort erteilen.
- 4:48:05Vielen Dank, Herr Präsident. Ähm, der
- 4:48:07Fall Giselle Pelicot hat weltweit für
- 4:48:09Aufsehen gesorgt. Wir alle bewunderten
- 4:48:11ihren Mut, aber wir alle hofften auch,
- 4:48:15das ist doch sicherlich ein ganz ganz
- 4:48:17krasser Ausnahmefall. Aber inzwischen
- 4:48:19wissen wir, das ist es nicht. In Aachen,
- 4:48:22in Frankfurt, in München, überall in der
- 4:48:24Bundesrepublik
- 4:48:26betäuben Männer betroffene mit
- 4:48:27Medikamenten oder Kottropfen, nehmen
- 4:48:30ihnen die Kontrolle über ihren Körper
- 4:48:32und vergewaltigen sie. Und das hat einen
- 4:48:35Namen, chemische Unterwerfung.
- 4:48:39Und weil das Thema so wichtig ist, habe
- 4:48:40ich die Bundesregierung genau dazu
- 4:48:42befragt. Und die Antwort war, wissen wir
- 4:48:45nicht, sind wir nicht zuständig, müssen
- 4:48:47die Länder machen. Sie können nicht
- 4:48:48einmal sagen, wie viele Sexualstraftaten
- 4:48:50mit Betäubungsmitteln begangen werden,
- 4:48:52weil das in der polizeilichen
- 4:48:54Kriminalstatistik gar nicht erst
- 4:48:56auftaucht. Die Bundesregierung will
- 4:48:58jetzt die Strafen dafür verschärfen,
- 4:49:00indem man Betäubungsmittel als
- 4:49:02gefährliches Mittel einschuft. Und das
- 4:49:03finde ich ja gar nicht schlecht. Aber
- 4:49:05ein höherer Strafrahmen nimmt in der
- 4:49:07Notaufnahme keine Blutprobe ab, sorgt
- 4:49:09nicht dafür, dass Fachpersonal chemische
- 4:49:10Unterwerfung erkennt und verhindert vor
- 4:49:13allem keine Fälle. Aber genau das ist
- 4:49:15unsere Aufgabe.
- 4:49:20Aber es kommen noch schlimmer. Die Täter
- 4:49:22tauschen sich im Netz darüber aus, wie
- 4:49:24man Frauen am besten betäubt und
- 4:49:25vergewaltigt. Sie stellen Videos hoch.
- 4:49:27Sie helfen sich bei der Beschaffung der
- 4:49:30Mittel und noch viele andere
- 4:49:32Widerlichkeiten, die ich hier nicht
- 4:49:33ausbreetten will. Das passiert über die
- 4:49:35komplette Bundesrepublik hinweg und auch
- 4:49:38international vernetzt. Das Netzwerk ist
- 4:49:41durch eine CDF, eine NDR Recherche seit
- 4:49:44zweieinhalb Jahren bekannt und trotzdem
- 4:49:47gibt es keine zentrale
- 4:49:48Ermittlungsstelle, wie das auch z.B. der
- 4:49:50Bund der deutschen Kriminalbeamten
- 4:49:51fordert. Und ich muss feststellen, die
- 4:49:53Bundesregierung weiß zu wenig, zählt zu
- 4:49:55wenig und tut zu wenig.
- 4:49:59Härtere Strafen alleine reichen nicht,
- 4:50:00wenn Täterstrukturen nicht erkannt, wenn
- 4:50:02Plattformen nicht wirksam adressiert und
- 4:50:05Betroffene nicht konkret unterstützt
- 4:50:07werden und die Fälle in der Statistik
- 4:50:09letztendlich unsichtbar bleiben. Zu
- 4:50:12vielen Betroffenen wird nicht geglaubt,
- 4:50:15weil sie Erinnerungslücken haben. Sie
- 4:50:17brauchen überall einen schnellen und
- 4:50:19einfachen Zugang zur toxikologischen
- 4:50:20Untersuchung und zu vertraulicher
- 4:50:22Spurensicherung, auch wenn die Beweise
- 4:50:24fehlen. Und ganz besonders, wenn das
- 4:50:27Trauma ihnen die Sprache raubt.
- 4:50:29Genau.
- 4:50:30Unsere Verantwortung endet nicht mit
- 4:50:31Paragraphen, sondern sie beginnt dort,
- 4:50:34wo Prävention und Schutz endlich im
- 4:50:36Alltag der Betroffenen ankommen. Z.B.
- 4:50:38wie bei geschultem Fachpersonal, bei
- 4:50:39Awareness Konzepten in Clubs, bei einer
- 4:50:41bundesweite einheitlichen Erfassung der
- 4:50:43Fälle, wo Betäubungsmittel für Gewalt
- 4:50:45missbraucht wurden. Kottropfen nehmen
- 4:50:48Menschen die Erinnerung und der Staat
- 4:50:51darf ihnen nicht auch noch den Schutz
- 4:50:53nehmen. Schließen wir also diese
- 4:50:55Rechtslücke, aber lassen wir uns
- 4:50:57gleichzeitig auch für Prävention sorgen.
- 4:51:00Die Scharm muss die Seite wechseln.
- 4:51:03Deswegen machen wir klar, nur ja heißt
- 4:51:06ja. Sicherheit ist kein Zufall. Sie ist
- 4:51:10eine politische Entscheidung. Vielen
- 4:51:12Dank.
- 4:51:15Für die SPD Fraktion darf ich Kam Wecke
- 4:51:17das Wort erteilen.
- 4:51:23Sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 4:51:24geehrte Demokratinnen und Demokraten,
- 4:51:26was wäre, wenn Sie morgen aufwachen und
- 4:51:29sich an die letzten Stunden ihres Abends
- 4:51:31nicht mehr richtig klar erinnern können?
- 4:51:33Vielleicht wissen sie nicht mehr, wann
- 4:51:35sie heimgekommen sind. Vielleicht wissen
- 4:51:36sie nicht mehr, wer sie begleitet hat.
- 4:51:38Vielleicht wissen Sie nicht einmal mehr,
- 4:51:40ob Ihnen jemand etwas angetan hat. Es
- 4:51:43gibt einen Satz, den insbesondere junge
- 4:51:45Frauen kennen. Pass auf dein Getränk
- 4:51:47auf. Wir sagen Ihnen unseren
- 4:51:49Freundinnen. Wir hören ihn von unseren
- 4:51:51Müttern. Hinter diesem Satz steckt keine
- 4:51:54harmlose Partyregel. dahinter steckt die
- 4:51:56Angst vor Kot Tropfen. Und für mich ist
- 4:51:59ganz klar, wir müssen darüber sprechen,
- 4:52:01denn hinter dem Begriff Kot Tropfen
- 4:52:03steckt viel zu oft noch die Vorstellung
- 4:52:05von einer vermeintlichen Partystory, von
- 4:52:08einem alkoholreichen Abend. Aber Kot
- 4:52:10Tropfen sind keine Partystory, sie sind
- 4:52:13gefährlich. Sie sind ein Mittel, um
- 4:52:15Menschen wehrlos zu machen, um ihre
- 4:52:17Entscheidungsfähigkeit auszuschalten,
- 4:52:19ganz bewusst und besonders häufig trifft
- 4:52:22es Frauen. Das bedeutet, wenn wir über
- 4:52:25Kotropfen sprechen, sprechen wir immer
- 4:52:27auch über Gewalt gegen Frauen. Wir
- 4:52:29sprechen über sexualisierte Gewalt und
- 4:52:32wir sprechen über Täter, häufig Männer,
- 4:52:34die einen Moment erzeugen, indem ein
- 4:52:36anderer Mensch, meist eine Frau, sich
- 4:52:38nicht mehr selbst schützen kann, um ihr
- 4:52:40etwas anzutun. Dabei ist eines ganz
- 4:52:43entscheidend und das möchte ich
- 4:52:44unmissverständlich für alle hier
- 4:52:45deutlich machen. Die Schuld liegt
- 4:52:47niemals beim Opfer. Nicht bei ihrem
- 4:52:50Getränk, nicht bei ihrem Outfit, nicht
- 4:52:52bei der Frage, wie viel sie denn wohl
- 4:52:54davon getrunken hat. Wir reden hier,
- 4:52:59wir reden hier in diesem Haus oft über
- 4:53:01Selbstbestimmung. Über Selbstbestimmung.
- 4:53:04Aber Selbstbestimmung bedeutet eben
- 4:53:05nicht nur frei entscheiden zu können.
- 4:53:08Selbstbestimmung bedeutet auch, dass
- 4:53:09niemand einem Mitmenschen diese
- 4:53:11Entscheidung heimlich aus der Hand
- 4:53:13nehmen darf. Und genau deshalb müssen
- 4:53:15wir Kot Tropfen ernst nehmen. Wir müssen
- 4:53:17Betroffene schützen und Täter konsequent
- 4:53:20zur Verantwortung ziehen. Denn eine
- 4:53:22Nacht, an die sich jemand nicht erinnern
- 4:53:24kann, darf nicht bedeuten, dass diese
- 4:53:26Tat keine Konsequenzen hat. Der BGH hat
- 4:53:29im Oktober 2024 geurteilt, dass KOT-
- 4:53:31Tropfen im Zusammenhang mit sexuellen
- 4:53:33Übergriffen nicht als gefährliche
- 4:53:35Werkzeuge anzusehen sein. Ich bin froh,
- 4:53:38dass wir mit diesem Gesetzentwurf
- 4:53:39klarstellen, dass wir hier einen
- 4:53:41Wertungswiderspruch sehen und deshalb
- 4:53:43die Paragraphen 177 und 250 Stgb um die
- 4:53:46gefährlichen Mittel erweitern. Es ist
- 4:53:49richtig, KO Tropfen als gefährliche
- 4:53:51Mittel einzustufen und somit die
- 4:53:52Mindeststrafe bei einer Verurteilung zu
- 4:53:54erhöhen. Für mich gilt nur ja heißt ja
- 4:53:58und Kot Tropfen nehmen Betroffenen die
- 4:54:00Möglichkeit ja zu sagen. Wir müssen also
- 4:54:03hinschauen,
- 4:54:04wir müssen handeln und wir müssen
- 4:54:06Betroffenen sagen, du bist nicht schuld,
- 4:54:09wir helfen dir, wir glauben dir und du
- 4:54:11bist nicht allein. Vielen Dank.
- 4:54:17Für die AfD Fraktion darf ich Gerillon
- 4:54:19Bollmann das Wort erteilen.
- 4:54:36Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 4:54:38wir befassen uns heute mit zwei
- 4:54:40Straftatbeständen, die besonders
- 4:54:41widerwertig sind. Zum einen geht es um
- 4:54:44sexualisierte Gewalt, die überwiegend
- 4:54:46unsere Frauen und Töchter betrifft. Zum
- 4:54:49anderen geht es um die räuberische
- 4:54:51Wecknahme fremden Eigentums. Die Opfer
- 4:54:54sind bei Leibe nicht nur jung, sondern
- 4:54:57auch ältere Frauen mit schmaler Rente
- 4:55:00gehören dazu. Wer solche Straftaten
- 4:55:03begeht, stellt sich gegen fundamentale
- 4:55:05Prinzipien unserer Gesellschaft. Sein
- 4:55:07Verhalten ist mit hiesigen Werten und
- 4:55:10Normen einfach nicht kompatibel.
- 4:55:13Entsprechend hart müssen ihm die Folgen
- 4:55:16seiner Tat treffen. Deshalb begrüßen wir
- 4:55:19ausdrücklich die beiden Entwürfe.
- 4:55:22Die Zahl der in Deutschland gemeldeten
- 4:55:24Vergewaltigungen ist deutlich gestiegen.
- 4:55:26Letztes Jahr gab es mehr als 14 000
- 4:55:29Vergewaltigungen, also fast 40 täglich.
- 4:55:32Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein
- 4:55:34Anstieg von 8%.
- 4:55:37Seit 2018 ist die Zahl der
- 4:55:39Vergewaltigungen gar um 72%
- 4:55:43gestiegen. Die Zahl der gemeldeten
- 4:55:45Sexualdelikte beträgt mehr als 131.000
- 4:55:49im Jahr 2025. Das sind mehr als 2,8%
- 4:55:55mehr als im Vorjahr. Das ist
- 4:55:57insbesondere deshalb bedeutsam, weil die
- 4:55:58Zahl der Gewalt Gelickte insgesamt um
- 4:56:012,3% gesunken ist. Es drängt sich also
- 4:56:04die Frage auf, welche Ursachen zu diesen
- 4:56:07beklemmenden Ergebnissen geführt haben.
- 4:56:10Das mag auch an einer nicht
- 4:56:12hinreichenden Strafandrohung bei
- 4:56:13Verwendung der KO Tropfen liegen, mit
- 4:56:16denen sich ja beide Entwürfe
- 4:56:17beschäftigen. Aber das allein kann es
- 4:56:20doch nicht sein. Warum schleichen wir
- 4:56:22eigentlich immer noch wie die Katze um
- 4:56:24den heißen Brei herum?
- 4:56:27Der Museumsbesucher in Dostojewskis
- 4:56:29Roman Die Dämonen ist derart auf kleine
- 4:56:32Exponate fixiert, dass ihn ein riesiger
- 4:56:35Elefant entgeht, nämlich der
- 4:56:37metaphorische Elefant im Raum. Und auch
- 4:56:40hier steht er wieder, der weiße Elefant
- 4:56:43im Raum. Gerade letztes Wochenende
- 4:56:45sollen in Halle an der Sale mehrere
- 4:56:46Mädchen mit KO Tropfen betäubt und in
- 4:56:49einer Wohnung mutmaßlich vergewaltigt
- 4:56:51worden sein. Die Verdächtigen 4 13 bis
- 4:56:5514-jährige 16-jährige aus Mali und
- 4:56:58Portugal.
- 4:57:00Nun sind nicht alle Ausländer schlecht
- 4:57:02kriminell. Ja, die Mehrzahl von ihnen
- 4:57:04benimmt sich entsprechend unseren
- 4:57:06grundlegenden Normen. Sind also keine
- 4:57:08Straftäter. Ja, sie sind hier sogar
- 4:57:12willkommen, soweit sie als Fachkräfte
- 4:57:14gebraucht werden,
- 4:57:17einer Arbeit nachgehen und unsere
- 4:57:19Gepflogenheiten in Bezug auf den Respekt
- 4:57:21vor Frauen teilen.
- 4:57:24Aber wir können nicht immer noch ein die
- 4:57:27Augen vor dem weißen Elefanten
- 4:57:28verschließen, dass auch Menschen zu uns
- 4:57:30kommen, die sich nicht an unsere Gesetze
- 4:57:33halten. Die muslimische Frauenrechtlerin
- 4:57:35Zanesch sieht das Problem im
- 4:57:38frauenverachtenden Weltbild mancher
- 4:57:40Mohammedaner.
- 4:57:41Wir haben in Deutschland und Europa über
- 4:57:44Jahrhunderte ein Weltbild und Werte
- 4:57:47entwickelt über Jahrhunderte,
- 4:57:50die unser Zusammenleben bestimmen. Aus
- 4:57:52dem Koran ergeben sich dem gegenüber
- 4:57:54Werte, insbesondere mit Blick auf die
- 4:57:56Frauen, die damit nicht vereinbar sind.
- 4:58:01So waren afghanische Männer 2024 bei
- 4:58:05Vergewaltigungen fast elf mal so häufig
- 4:58:09tatverdächtig wie deutsche Männer.
- 4:58:12Algerier waren bei Raubdelikten rund 109
- 4:58:14mal so häufig vertreten wie Deutsche.
- 4:58:17Ich zitiere hier nur die
- 4:58:18Kriminalstatistik.
- 4:58:20Das wird man bei der Strafprävention
- 4:58:24berücksichtigen müssen, wenn man
- 4:58:26zukünftig die potentiellen Opfer
- 4:58:28schützen will. Nur wenn einem die Opfer
- 4:58:31egal sind, macht man so weiter wie
- 4:58:34bisher.
- 4:58:37Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
- 4:58:43Wir hören Axel Müller für die CDU CSU
- 4:58:45Fraktion.
- 4:58:52Sehrter Herr Präsident, Herr
- 4:58:54Staatssekretär, werrte Kolleginen,
- 4:58:55Kollegen, meine sehr geehrten Damen und
- 4:58:57Herren, der Schutz von Frauen vor Gewalt
- 4:59:00und Ausbeutung ist ein Kernliegen
- 4:59:01unserer Koalitions Sicherheit vor Gewalt
- 4:59:04im öffentlichen Nahraum und im sozialen
- 4:59:06Nahraum ist uns wichtig. Frauen müssen
- 4:59:09sicher sein, egal ob zu Hause oder im
- 4:59:13Öffentlichkeit.
- 4:59:16Mit dem Gesetzesentwurf zur erhöhten
- 4:59:19Strafbarkeit für den Einsatz von KO
- 4:59:20Tropfen machen wir heute dazu einen
- 4:59:22weiteren Schritt. Das Gewaltschutzgesetz
- 4:59:24ist bereits erwähnt worden, dass die
- 4:59:26Frauen zu Hause besser schützen soll und
- 4:59:29das gewaltsame Brechen des
- 4:59:30entgegenstehenden Willens eines anderen
- 4:59:33Menschen ist grundsätzlich immer eine
- 4:59:34Straftat. In erster Linie denkt man
- 4:59:36dabei an die Fälle, in denen Täter ihren
- 4:59:39Opfern unter Androhung oder Anwendung
- 4:59:42von körperlicher Gewalt, eventuell sogar
- 4:59:45mit Waffeneinsatz ihren Willen
- 4:59:46aufzwingen. Es gibt jedoch auch die
- 4:59:48Fälle, in denen sich hinterhältige Täter
- 4:59:51eines anderen gefährlichen Mittels
- 4:59:53bedienen. Und um diese geht es sowohl in
- 4:59:55dem heute eingebrachten Gesetzesentwurf
- 4:59:57der Bundesregierung als auch in dem des
- 4:59:59Bundesrates, die beide die gleiche
- 5:00:01Zielrichtung verfolgen und sich im
- 5:00:03Grunde nur in Nuancen unterscheiden. Ich
- 5:00:05teile hierzu allerdings die Ansicht der
- 5:00:07Bundesregierung.
- 5:00:08Dass der Gesetzesentwurf der
- 5:00:09Bundesregierung objektiv wie subjektiv
- 5:00:12weitergehend ist, erscheint mir daher
- 5:00:14auch besser geeignet einen umfassenden
- 5:00:16Schutz der Opfer durch Abschreckung der
- 5:00:18Täter zu gewährleisten.
- 5:00:20Konkret geht es um den Einsatz, wir
- 5:00:22haben es gehört von Gamma Butirolaton.
- 5:00:25Ich bin in der Chemie immer schlecht
- 5:00:27gewesen, aber das Ding heißt kurz GBL
- 5:00:30und im Volksmund wird's Kottropfen
- 5:00:31genannt. Es handelt sich um eine
- 5:00:33Industriekchemikalie, das muss man sich
- 5:00:35immer vor Augen führen, die dem Opfer
- 5:00:37heimlich zugeführt wird. Es sie ist
- 5:00:38klar, farblos und wenn man sie in ein
- 5:00:41Getränk in ein Getränk beimischt, ist
- 5:00:44sie auch geschmackslos und kann vom
- 5:00:46Opfer somit nicht erkannt werden. Nicht
- 5:00:48anders wie ein solches Glas Wasser hier.
- 5:00:50Nach der Einnahme wird das Opfer nach
- 5:00:52einer Zeit gewusstlos und willenlos und
- 5:00:54auf der Opferseite können manchmal auch
- 5:00:56noch Drogen und Alkohol im Spiel sein.
- 5:00:58Es besteht daraufhin eine erhöhte Gefahr
- 5:01:00für Leib und Leben. Beispielsweise, wenn
- 5:01:02eben eine Bewusstlosigkeit eintritt, das
- 5:01:04Opfer sich erbrechen muss, die Zunge in
- 5:01:06den Schlund rutscht und es deswegen zu
- 5:01:09erstricken droht. Mindestens genauso
- 5:01:11schwerwiegend sind oftmals die
- 5:01:12schwersten psychischen Folgen für die
- 5:01:14Opfer. Sie kämpfen mit
- 5:01:15Erinnerungslüstungen, wissen nicht, was
- 5:01:16in ihrer Bewusstlösigkeit mit ihnen
- 5:01:18geschehen ist, bzw. weiß in welcher Form
- 5:01:20der Täter sich an ihnen vergangen hat.
- 5:01:22Das sind traumatische Folgen. Das
- 5:01:25Perfide an GBL ist, dass es sich, das
- 5:01:27haben wir auch von einem der Vorredner
- 5:01:29gehört, im Körper des Opfers eben in
- 5:01:31eine körpereigene Substanz, das GHB, die
- 5:01:34Buttersäure verwandelt und GBL kann
- 5:01:36daher als körperfremder Stoff im Blut
- 5:01:38lediglich für eine ganz begrenzte Zeit
- 5:01:40dauer von 3 bis 6 Stunden im Urin und
- 5:01:42maximal
- 5:01:43neben Blut und maximal 8 bis 12 Stunden
- 5:01:45im Urin nachgewiesen werden. Es ist
- 5:01:47neben der Scham der Opfer ein weiterer
- 5:01:49Grund für das große Dunkelfeld.
- 5:01:51Lebensgefährliche Gewalt führt bei der
- 5:01:53Verwendung von Waffen im Falle einer
- 5:01:55Vergewaltigung oder bei einem schweren
- 5:01:57Raub zu einer Mindeststrafe von 5 Jahren
- 5:01:59und zu einer Höchstrafe von 15 Jahren.
- 5:02:01Die WN die die Entscheidung des
- 5:02:03Bundesgerichtshofs, die den Anlass für
- 5:02:05diese heutige Gesetzesentwurf gegeben
- 5:02:07hat, ist erwähnt worden. 2024 hat der
- 5:02:09BGH GBL eben nicht als Waffe eingestuft.
- 5:02:12Der Unrechtsgehalten, das konnten die
- 5:02:14bisherigen Räten und meine, denke ich,
- 5:02:15auch aufzeigen, ist bei der Verwendung
- 5:02:17von GBL nicht geringer. Mit der
- 5:02:18aktuellen Gesetzesfassung wird dieses
- 5:02:20Unrecht jedoch noch nicht ausreichend
- 5:02:22abgedeckt. Daher ergänzen wir dieses
- 5:02:25Gesetz, den das SGB in den beiden
- 5:02:27genannten Paragraphen 177 und 250, um
- 5:02:30diesen gefährliche Mittel eben das GBL
- 5:02:34und wir schließen damit auch einen
- 5:02:35Kreis, den wir mit dem neue Psychostoffe
- 5:02:38Gesetz in PSG im April 26 begonnen
- 5:02:41haben. Da haben wir festgelegt, dass
- 5:02:43unter bestimmten Bedingungen Handel und
- 5:02:45Besitz von GBL verboten ist und nachdem
- 5:02:47die Debatte nicht allzu kontroverslaufen
- 5:02:49ist, freue ich mich auf die weiteren
- 5:02:51Beratungen im Rechtsausschuss. Vielen
- 5:02:52Dank.
- 5:02:55Als letzte Stimme in der Aussprache
- 5:02:57hören wir für die CDU CSU Fraktion Dr.
- 5:02:59Martin Plum.
- 5:03:08Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr
- 5:03:10geehrten Damen und Herren, liebe
- 5:03:11Kolleginnen und Kollegen, wir gehen
- 5:03:14heute einen weiteren wichtigen Schritt,
- 5:03:17um den Schutz von Menschen in unserem
- 5:03:19Land vor Gewalt zu verbessern. und ich
- 5:03:21freue mich, dass wir das in großer
- 5:03:23Einnütigkeit tun. Mit dem Gesetzentwurf
- 5:03:26der Bundesregierung stärken wir den
- 5:03:28strafrechtlichen Schutz vor Kot Tropfen
- 5:03:30und wir beseitigen zugleich einen
- 5:03:32Wertungswiderspruch aus dem
- 5:03:33Strafgesetzbuch. Ich möchte das anhand
- 5:03:36eines Beispiels deutlich machen, das
- 5:03:38nicht in einer Bar, sondern diesmal in
- 5:03:40einem Krankenhaus spielt. verabreist ein
- 5:03:42Pfleger einer Patientin mittels einer
- 5:03:45Infusion, einer Spritze oder eines
- 5:03:47Sprays, ein Narkosemittel, um der
- 5:03:49anschließend bewusstlosen Patientin ihre
- 5:03:52Wertssachen zu entwenden oder sich an
- 5:03:54ihr sexuell zu vergehen, dann droht ihm
- 5:03:57eine Mindestfreiheitsstrafe von 5
- 5:03:59Jahren. abreicht er ihr dasselbe
- 5:04:02Narkosemittel über ein Getränk wie ein
- 5:04:04Glas Wasser oder eine Tasse Tee oder
- 5:04:07mittels eines Pflaster droht ihm dagegen
- 5:04:09nur eine Mindestfreiheitsstrafe von 3
- 5:04:13Jahren. Der Unrechtsgehalt der Taten ist
- 5:04:16in allen Fällen gleich. Der Strafrahmen
- 5:04:18ist unterschiedlich. Das kann nicht
- 5:04:20richtig sein. Das ist nicht richtig. Und
- 5:04:22genau deshalb beseitigen wir diesen
- 5:04:24Wertungswiderspruch aus dem
- 5:04:25Strafgesetzbuch.
- 5:04:30Wir wählen dafür einen anderen und im
- 5:04:32Ergebnis überzeugerenderen Ansatz als
- 5:04:35der Bundesrat in seinem Gesetzentwurf,
- 5:04:37den wir heute ebenfalls beraten. Und ich
- 5:04:39will das noch mal im Einzelnen
- 5:04:41auftröseln. Erstens, unser Gesetzentwurf
- 5:04:43schützt umfassend. Er erfasst nicht nur
- 5:04:45sexual und Raubzaten, bei denen Opfern
- 5:04:48Gift oder gesundheitsschädliche Stoffe
- 5:04:50verabreicht werden. Er erf erasst die
- 5:04:52Verwendung jedes gefährlichen Mittels
- 5:04:54bei diesen Taten. Zweitens, unser
- 5:04:56Gesetzentwurf ist genau deshalb
- 5:04:58zukunftsgerichtet. Er beschränkt sich
- 5:05:00nicht auf bekannte Fälle wie Kottropfen,
- 5:05:03sondern er ist offen für andere
- 5:05:05Substanzen und auch für neue
- 5:05:06Begehrungsformen. Drittens, unser
- 5:05:08Gesetzentwurf ist rechts sicher. Er
- 5:05:11knüpft an bekannte Begriffe an. Der
- 5:05:13Begriff Mittel enthält im
- 5:05:15Strafgesetzbuch seit langen in den
- 5:05:17Paragraphen 177 und 250, aber auch in
- 5:05:19den Paragraphen 219B oder 244 enthalten.
- 5:05:23Der Begriff gefährlich ist im
- 5:05:25Zusammenspiel mit dem Begriff Werkzeug
- 5:05:27hinreichend konturiert. Erfasst wird
- 5:05:29jedes Mittel, das nach seiner
- 5:05:31Beschaffenheit und der konkreten Art
- 5:05:33seiner Verwendung dazu geeignet ist,
- 5:05:34erhebliche Verletzung oder Schäden
- 5:05:36herbeizuführen. Viertens, unser
- 5:05:38Gesetzentwurf erleichtert die
- 5:05:39Strafverfolgung. Er vermeidet
- 5:05:41Beweissschwierigkeiten, indem er auf ein
- 5:05:44subjektives Tatbestandsmerkmal
- 5:05:46verzichtet. Der Täter muss nicht das
- 5:05:47gefährliche Mittel bereits in der
- 5:05:49Absicht verwenden, einen Raub oder eine
- 5:05:51Vergewaltigung zu begehen. Es reicht
- 5:05:53aus, dass er das Mittel bei der Tat also
- 5:05:55in einem finalen Zusammenhang mit ihr
- 5:05:57verwenden will. Liebe Kolleginnen und
- 5:06:00Kollegen, wer Menschen heimlich betäubt,
- 5:06:02um sie anschließend zu berauben oder zu
- 5:06:03vergewaltigen, der muss dafür konsequent
- 5:06:06zur Verantwortung gezogen werden. Für
- 5:06:08das Unrecht solcher Taten ist nicht
- 5:06:10entscheidend, wie, sondern dass das
- 5:06:12Opfer betäubt wird. Genau das stellen
- 5:06:15wir heute mit diesem Gesetzentwurf klar.
- 5:06:23Damit beende ich die Aussprache.
- 5:06:24Interfraktionell wird die Überweisung
- 5:06:26der Gesetzentwürfe auf der Drucksache
- 5:06:287560 rund 551
- 5:06:31an die in der Tagesordnung aufgeführten
- 5:06:33Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es
- 5:06:35weitere Vorschläge? Das kann ich nicht
- 5:06:38erkennen. Dann verfahren wir wie
- 5:06:40vorgeschlagen. Ich rufe auf den
- 5:06:42Tagesordnungspunkt 4. Erste Beratung des
- 5:06:45von der Fraktion der AfD eingebrachten
- 5:06:47Gesetzentwurfs zur Einführung des Tarifs
- 5:06:50auf Rädern zur automatischen Anpassung
- 5:06:53des Steuerrechts an die kalte
- 5:06:55Progression. Für die Aussprache ist eine
- 5:06:57Dauer von 30 Minuten beschlossen worden
- 5:07:00und ich darf der AfD Fraktion Herrn Kai
- 5:07:03Gotschalk das Wort erteilen.
- 5:07:24Ja, sehr geehrter Präsident, die immer
- 5:07:26liebe Steuerzahler,
- 5:07:28Zahler gerade vor zwei Wochen oder zwei
- 5:07:30Wochen ist es her, dass ich in meiner
- 5:07:31Rede zum Haushalt 2027 auf die Segnung
- 5:07:34des Stabilitätsgesetz von 1967
- 5:07:36hingewiesen habe, den Erfolgsgaranten
- 5:07:39für wirtschaftlichen Aufschwung in der
- 5:07:41Folge. Nun muss ich schon wieder darauf
- 5:07:43eingehen, allerdings der Klingenbei
- 5:07:44sitzt das mal nicht hier. Das Gesetz
- 5:07:47steht immer noch im Bundesgesetzplatz.
- 5:07:49Doch die dortigen geldpolitischen
- 5:07:51Instrumente der Bundesbank sind seit
- 5:07:53über 27 Jahren komplett gegenstandsjlos,
- 5:07:56weil die Geldpolitik auf die Europäische
- 5:07:58Zentralbank übergegangen ist. Sie haben
- 5:08:01sozusagen das Gesetz links, so will ich
- 5:08:03das mal sagen, liegen gelassen. Ich
- 5:08:05behaupte, wenn die Bundesbank noch her
- 5:08:07des Verfahrens wäre, hätten wir das
- 5:08:09aktuelle wirtschaftliche und finanzielle
- 5:08:12Dilemma jedenfalls nicht. Sie hätte den
- 5:08:14heutigen leihenhaften Protagonisten der
- 5:08:16Finanzpolitik, die hier eigentlich auf
- 5:08:18der Bank sitzen müssten, jedenfalls
- 5:08:21nicht so viele Überschreitungen
- 5:08:23durchgehen lassen. Sie hätte vor einigen
- 5:08:25Leitklanken gesetzt und wir hätten nicht
- 5:08:27dieses finanzpolitische Disaster, vor
- 5:08:29dem wir stehen. Es ist viel mehr als
- 5:08:32eine Petitä dieses Stabilitätsgesetz. Es
- 5:08:35ist symptomatisch, wenn Sie und frühere
- 5:08:37Bundesregierung es nicht einmal
- 5:08:39schaffen, ein gegenstandsloses
- 5:08:40Wirtschaftsgesetz aus dem Gesetzblatt zu
- 5:08:43entfernen, wie soll man dann eigentlich
- 5:08:45glauben, dass sie die viel dringendere
- 5:08:46Frage der kalten Progression, was Sie
- 5:08:49alle draußen angeht, wenn sie eine
- 5:08:51Gehaltserhöhung bekommen, mit der
- 5:08:52notwendigen Konsequenz angeht?
- 5:08:58Sie kassieren damit eine Steuererhöhung,
- 5:09:00die sich der parlamentarischen Kontrolle
- 5:09:02entzieht. Wer eine Lohnerhöhung erhält,
- 5:09:04die nur die Inflation ausgleicht, wird
- 5:09:07real nicht besser gestellt, aber
- 5:09:09steuerlich stärker belastet, weil er in
- 5:09:11seinem höheren Grenzsteuersatz eben
- 5:09:13hineinrutscht und steigt. Das ist eine
- 5:09:15kalte Enteignung der arbeitenden Mitte
- 5:09:18der fleißigen Unternehmer in unserem
- 5:09:19Lande durch bloßes gesetzgeberisches
- 5:09:22Unterlassen. Schaut man auf die nackten
- 5:09:24Zahlen, werden des Ministers feuchte
- 5:09:26Träume erkennbar. Die kalte Progression
- 5:09:28im weiteren Sinne, die neben dem
- 5:09:29effektsteigenden Preise auch den
- 5:09:31Effektsteigendener Eilöhne
- 5:09:33berücksichtigt, führte im Zeitraum 2011
- 5:09:36bis 2016 alleine zu gigantischen
- 5:09:38Steuermeinnahmen von 70,1 Milliarden
- 5:09:42Euro. Hier wird deutlich, wie die SPD
- 5:09:45die Arbeiter und Angestellten mit der
- 5:09:46kalten Progression abkassiert hat und es
- 5:09:49jetzt wieder vorhat. Schuld daran ist
- 5:09:51eben dieser Tarifverlauf. Die erste
- 5:09:53Progressionskurve nämlich ist
- 5:09:54überproportional steigern, hat eine eine
- 5:09:57dramatisch Steigung. Obwohl der
- 5:09:59Ausgleich seit 2016 de facto in den
- 5:10:01meisten Jahren politisch beschlossen
- 5:10:04wurde, gibt es in Deutschland keinen
- 5:10:06gesetzlichen Automatismus. Und so
- 5:10:08drücken sie sich seit 2027 klamm
- 5:10:11heimlich vor dem Ausgleich. Deswegen ist
- 5:10:13ja auch so ein Koalitionsfrieden bei
- 5:10:15Ihnen eingekehrt. So schätzt das IDW das
- 5:10:18zusätzliche Steueraufkommen durch das
- 5:10:20Ausbleiben einer vollst eines
- 5:10:21vollständigen Ausgleichs auf
- 5:10:23zweistellige Milliardenbeträge bis 2030.
- 5:10:26Gleichzeitig heben sie die
- 5:10:28Beitragsvermessungsgrenzen
- 5:10:29in den Sozialversicherung an. Doppelt in
- 5:10:31der gesetzlichen Krankenversicherung.
- 5:10:33eine Unverschämtheit gegenüber den
- 5:10:35Beitragsra
- 5:10:37berücksichtigt und bedenkt, dass allein
- 5:10:39gesetzlich Versicherten mit über 12
- 5:10:41Milliarden auch die Bürgergeldempfänger
- 5:10:43alimentieren. Meine Damen und Herren,
- 5:10:47so verstärkt sich eben die
- 5:10:48Gesamtbelastung aus Steuernabgaben für
- 5:10:50mittlere und höhere Einkommen kumulativ.
- 5:10:53Unser Tarif auf Rädern, den wir übrigens
- 5:10:55seit 2019 hier fordern,
- 5:10:58dagegen koppelt bei den Steuerparametern
- 5:11:01und den Progressionszonen die Inflation
- 5:11:03und das Wachstum der Realeinkommen, um
- 5:11:06dann eine faere Steuerquote und eine
- 5:11:09Entlastung, die der Inflation
- 5:11:10entspricht, zu gewährleisten. Aber auch
- 5:11:12bei diesem Tarif auf Rädern steigen die
- 5:11:14Steuern proportional mit dem Wachstum
- 5:11:16von Preisniveau und Reallöhen. Ich nenne
- 5:11:19weitere positive Effekte. Der Tarif auf
- 5:11:21Räder nimmt dem Staat die perverse
- 5:11:22Anreizstruktur von der Geldentwertung
- 5:11:25fiskalisch zu profitieren. Denn ein
- 5:11:28Staat, der nicht mehr heimlich von der
- 5:11:29Inflation lebt, ich habe es eben
- 5:11:31beschrieben, hat wenig Anreiz, so hoffe
- 5:11:32ich es zumindestens, eine
- 5:11:34inflationstreibende Fiskalpolitik zu
- 5:11:36betreiben. Der Tarif auf Rädern schafft
- 5:11:38weiterhin echte Arbeitsanreize, weil er
- 5:11:40verhindert, dass Lohnsteigerung von der
- 5:11:42Progression aufgefressen werden. Der
- 5:11:44Tarif auf Rädern bewirkt und stärkt
- 5:11:46unmittelbar das zweite Ziel des
- 5:11:48magischen Vierecks, einen hohen
- 5:11:50Beschäftigungsrat durch
- 5:11:51Leistungsanreize, nicht durch Verwaltung
- 5:11:54von Erwerbslosigkeit im
- 5:11:55Bürgergeldsystem. Meine Damen und
- 5:11:56Herren,
- 5:11:59ein Steuersystem, das die kalte
- 5:12:01Progression institutionell abschafft,
- 5:12:03schafft Planungssicherheit für Bürger
- 5:12:05und Unternehmen. Der Tarif auf Rädern
- 5:12:06ist damit kein isoliertes
- 5:12:08Steuergeschenk, sondern ein
- 5:12:09struktureller Baustein auch unserer
- 5:12:11immer wieder hier vorgetragenen
- 5:12:13Steuereform 25. Zusammen mit dem
- 5:12:15erhöhten Grund Freibetrag, den
- 5:12:17Freibeträgen für Erwachsene und Kinder,
- 5:12:19erzeugen diese Elemente, nämlich in
- 5:12:21diesem magischen Vereck, ein
- 5:12:23angemessenes und stetiges
- 5:12:24Wirtschaftswachstum bei den Bürgern und
- 5:12:27gibt ihnen die Luft zum Atmen, damit sie
- 5:12:29wieder Urlaub machen können, damit sie
- 5:12:30sich ja Auto neu leisten können oder
- 5:12:32vielleicht auch das eine oder andere
- 5:12:34schöne nebenbei. Das tun sie jedenfalls
- 5:12:36mit Ihrer Steuerpolitik nicht, meine
- 5:12:38Damen und Herren.
- 5:12:41Ein Steuersystem, das Bürger und
- 5:12:43Unternehmen Jahr für Jahr real stärker
- 5:12:45belastet, ohne dass dies politischen
- 5:12:47offen entschieden wird, ist ein
- 5:12:49Wettbewerbsnachteil in internationalen
- 5:12:51Vergleich. Machen Sie jedoch so weiter
- 5:12:53wie geplant wird dem privaten Haushalt
- 5:12:55real weniger verfügbares Nettoeinkommen
- 5:12:58zur Verfügung stehen und die
- 5:12:59Bindennachfrage und Konsumneigung weiter
- 5:13:01gebremst und das werden Sie auf Dauer
- 5:13:03mit ihren Schuldenorgien nicht
- 5:13:04ausgleichen können. Und da wundern Sie
- 5:13:06sich ernsthaft über die Wahlergebnisse
- 5:13:08ihrer Politik, denn die Politik, die Sie
- 5:13:10betreiben, spiegelt sich seit über 10
- 5:13:12Jahren im Portmane der Bürgerinnen und
- 5:13:13Bürger dort oben wieder. Österreich
- 5:13:15beispielsweise hat den Tarifaufrädern
- 5:13:17gesetzlich verankert. In der Schweiz hat
- 5:13:20der Abbau der kalten Progressions sogar
- 5:13:22Verfassungsrang, meine Damen und Herren.
- 5:13:24Doch statt einer gesetzlichen Regelung
- 5:13:25des Taris aus Rädern starten sie sogar
- 5:13:27einen finanzpolitischen Rückschritt, als
- 5:13:29der Koalitionsausschuss nämlich
- 5:13:31verkündete, wie versprochen die
- 5:13:33Einkommenssteuerreform aussehen könnte,
- 5:13:36aber vom Abbau der kalten Progression,
- 5:13:38deswegen haben sie so ein bisschen
- 5:13:39Knarsch, meine Damen und Herren, von der
- 5:13:40CDU und der SPD, war keine Rede mehr. Es
- 5:13:43droht wieder ein heimlicher Abschied von
- 5:13:46einer seit 11 Jahren praktizierten
- 5:13:48Tarifindexierung. Deshalb geht nach wie
- 5:13:50vor, du darfst Sozialdemokraten kein
- 5:13:52Geld anvertrauen, denn sie geben es für
- 5:13:54die sinnlosesten Dinge aus. Meine Damen
- 5:13:56und Herren, also ein weiteres Argument,
- 5:13:59diesen Tarif auf Rädern nun endlich
- 5:14:00einzufähren. Der Tarif auf Rädern ist
- 5:14:03das Minimum anwendiger staatlicher
- 5:14:05Regelbildung, um den Bürgern sein
- 5:14:07Maximum an wirtschaftlicher Freiheit und
- 5:14:09Fairness zurückzugeben. Er ist der Kern
- 5:14:12unserer Steuerreform und der wirksamste
- 5:14:15Hebel, mit dem an allen vier Ecken des
- 5:14:17magischen Vierecks gleichzeitig wir eine
- 5:14:19Stärkung vorgehen und können. Meine
- 5:14:21Damen und Herren von der CDU, machen Sie
- 5:14:22sich endlich ehrlich. Setzen Sie mit uns
- 5:14:24den Tarif auf Rädern endlich um und
- 5:14:26befreien Sie Bürger von der kalten
- 5:14:28Progression und sorgen Sie für
- 5:14:30Wirtschaftswachstum und Fairnis und
- 5:14:31geben Sie Leistungsanleite, damit sich
- 5:14:33Arbeit in Deutschland wieder lohnt.
- 5:14:35Vielen Dank.
- 5:14:38Für die CDUCfraktion darf ich Dr.
- 5:14:41Matthias Hiller das Wort erteilen.
- 5:14:47Ja, sehr geehrter Herr Präsident, sehr
- 5:14:49geehrte Kolleginnen und Kollegen, meine
- 5:14:51sehr geehrten Damen und Herren, die
- 5:14:53größte Herausforderung unseres Landes
- 5:14:55ist das Wirtschaftswachstum, unser
- 5:14:58Wohlstand, unsere Arbeitsplätze und
- 5:15:00lässlich auch die Leistungsfähigkeit
- 5:15:02unseres Sozialstaates hängen davon ab,
- 5:15:04was wir erwirtschaften. Im Juni 2 2025
- 5:15:08haben wir hier im Parlament daher die
- 5:15:10größte Unternehmenssteuerreform der
- 5:15:12letzten 15 Jahre beschlossen und die
- 5:15:14darin enthaltenen Maßnahmen umfassen
- 5:15:17Investitionsförderungen,
- 5:15:18Forschungsförderung,
- 5:15:21strukturelle Entlastung mit einem
- 5:15:22Volumen von 45 Milliarden Euro. Das
- 5:15:25halte ich für richtig. Mit dem Standard
- 5:15:27Forderungsgesetz ebenfalls noch im
- 5:15:29letzten Jahr beschlossen, haben wir
- 5:15:30zusätzliches privates Kapital
- 5:15:32mobilisiert, das in Investition, in
- 5:15:35Startups, in Infrastruktur und in
- 5:15:37erneuerbare Energien gehen wird. Auch
- 5:15:39das waren richtige steuerliche
- 5:15:40Maßnahmen. Ebenfalls beschlossen sind
- 5:15:43die Aktivrente, die Senkung der
- 5:15:44Stromsteuer und das Ehrenamtspaket.
- 5:15:47Wir haben also in 16 Monaten schon viele
- 5:15:49Themen im Steuerbereich mit auf den Weg
- 5:15:52gebracht und das ist richtig und
- 5:15:53notwendig.
- 5:15:56Und jetzt
- 5:15:57zum Tarif auf Rädern und so Belastung
- 5:16:00von Privatpersonen.
- 5:16:02Gerade bei niedrigen und mittleren
- 5:16:04Einkommen müssen wir hier ansetzen, aber
- 5:16:06das Wichtige ist, bis zu einem zu
- 5:16:09versteuernden Einkommen von über 70.000
- 5:16:11€ sind die Beiträge zur
- 5:16:13Sozialversicherung die größere Belastung
- 5:16:15wie die Beiträge zur Einkommenssteuer.
- 5:16:18Und genau hier haben wir bereits
- 5:16:19angesetzt durch das
- 5:16:20Beitragstabilisierungsgesetz
- 5:16:22in der GKV haben wir vermieten, dass die
- 5:16:25Beiträge in der gesetzlichen
- 5:16:26Krankenversicherung weiter ansteigen.
- 5:16:29Und auch im zweiten Bereich beim Thema
- 5:16:31Rente wollen wir ansetzen. Hier liegen
- 5:16:33ja die ersten Vorschläge vor, die
- 5:16:35dauerhaft auch Entlastungen mit sich
- 5:16:37bringen werden. Der sogenannte Tarif auf
- 5:16:40Rädern wird ja seit bereits über 30
- 5:16:42Jahren in der Wissenschaft diskutiert.
- 5:16:45Es ist jetzt keine Einfall der AfD
- 5:16:47Fraktion, sondern ist ein Konzept, das
- 5:16:49schon relativ lange in der Wissenschaft
- 5:16:51diskutiert wird. Und ich muss sagen, ich
- 5:16:53kann diesem Konzept grundsätzlich auch
- 5:16:55einige Ansatzpunkte abgewinnen.
- 5:16:57Gleichzeitig kenne ich hier doch aber
- 5:16:59auch die rechtlichen Bedenken, die gegen
- 5:17:01den vorliegenden Antrag sprechen und ich
- 5:17:03will dies an einigen Themen oder einigen
- 5:17:06Auswahlen begründen. Das derzeitige
- 5:17:08Verfahren zum Ausgleich der kalten
- 5:17:10Progression ist klar strukturiert. Die
- 5:17:12Inflation wird ermittelt, der
- 5:17:14Progressionsbericht vorgestellt und die
- 5:17:16Höhe der Anpassungen hier im Bundestag
- 5:17:18beschlossen. Die AfD fordert folgendes.
- 5:17:22Eine automatische Anpassung von
- 5:17:23Freibeträgen, Freigrenzen,
- 5:17:25Pauschalbeträgen und Höchstbetreten und
- 5:17:27anschließend das gleiche Verfahren
- 5:17:29beschluss im Bundestag und im Bundesrat.
- 5:17:32Das heißt, es halt sich hier nur um eine
- 5:17:34verfahrensrechtliche Änderung, keine
- 5:17:36materiellrechtliche Änderung. Doch was
- 5:17:39vielleicht überzeugend klingen mag, ist
- 5:17:41es nicht. Und ich will es noch mal an
- 5:17:42einem Punkt ausführen, an der
- 5:17:44Ehrensamtspauschale, die wir hier in dem
- 5:17:46Haus schon beschlossen haben. Eine
- 5:17:48Mehrheit im deutschen Bundestag halt das
- 5:17:50Ehrenamt für eine wichtige Institution
- 5:17:53und für eine wertvolle Stütze in unserer
- 5:17:55Gesellschaft und das auch zurecht. Die
- 5:17:58Ehrenanspauschale haben wir in diesem
- 5:18:00Haus im letzten Jahr angepasst und zwar
- 5:18:03um 10 %. Also deutlich höher angepasst
- 5:18:06wie die Inflation. wäre der
- 5:18:08Beschlussvorschlag der AfD damals
- 5:18:10vorgelegen, hätten wir diese Anpassung
- 5:18:12gar nicht vornehmen können.
- 5:18:15Die wir halten am Ziel fest, dass die
- 5:18:18Einkommenssteuer reformiert werden muss
- 5:18:20und die kalte Progression auch
- 5:18:21ausgeglichen werden muss. Das entlaschet
- 5:18:23die arbeitende Mitte. Und wie wollen wir
- 5:18:26das schaffen? In erster Linie geht es
- 5:18:28vor allem darum, dass unser Staat wieder
- 5:18:30Wirtschaftswachstum erhält. Ich habe
- 5:18:32zitiert, welche Maßnahmen wir bereits im
- 5:18:35Steuerbereich auf den Weg gebracht
- 5:18:36haben. Und was positiv und
- 5:18:38vielversprechend ist für diesem
- 5:18:40Hintergrund, sind die Prognosen der
- 5:18:42Wirtschaftsförderinstitute,
- 5:18:43Wirtschaftsförderungsinstitute,
- 5:18:45die ja eine deutliche Erhöhung der
- 5:18:47wirtschaftlichen Leistung im nächsten
- 5:18:48Jahr und auch in diesem Jahr
- 5:18:50vorhergesagt haben. Unsere Wirtschaft
- 5:18:52gewinnt wieder an Dynamik und gibt uns
- 5:18:55auch den Spielraum, künftige Reformen
- 5:18:58anzugehen. Es zeigt, unsere Politik
- 5:19:00wirkt und es motiviert auch bei den
- 5:19:02Reformanstrengungen der nächsten Zeit.
- 5:19:05Und mit Erlaubnis des Präsidenten möchte
- 5:19:07ich aus dem AfD Antrag zitieren und zwar
- 5:19:10die Formel, anhand der die kalte
- 5:19:13Progression in Zukunft ausgeglichen
- 5:19:15werden soll. Ich zitiere und zwar durch
- 5:19:17die Formel R = Klammer auf 1 + A Klammer
- 5:19:20zu geteilt durch Klammer auf 1 + B
- 5:19:23Klammer zu mal Klammer auf 1 + Clammer
- 5:19:26zu. Nach ein wirklichen Vereinfachung
- 5:19:28klingt das nicht. Vielen Dank.
- 5:19:34Wir hören für Bündnis 90 die Grünen
- 5:19:36Sascha Müller.
- 5:19:48Herr Präsident, meine Damen und Herren,
- 5:19:50erneut ein Tagesordnungspunkt der AfD
- 5:19:52Fraktion zu Steuerfragen. Auch diesmal
- 5:19:54ist ihr Ansehen nicht wirklich
- 5:19:56zielführend, denn natürlich ist es schon
- 5:19:58sinnvoll, wenn der Gesetzgeber
- 5:19:59regelmäßig sich die
- 5:20:00Inflationsentwicklung anschaut, seine
- 5:20:02Schlüssel draus zieht und den
- 5:20:03Einkommensteuertarif dann gegebenenfalls
- 5:20:05anpasst. Im Idealfall ist das nur eine
- 5:20:08kleine Routineübung und im besonderen
- 5:20:10Fall und dieses Jahr scheint mir wieder
- 5:20:12so ein besonderer Fall zu sein, ich
- 5:20:14komme am Ende darauf zurück, müssen wir
- 5:20:15uns eben intensiver mit der Frage der
- 5:20:17kalten Progression auseinandersetzen.
- 5:20:20Damit ist zu der Vorlage der AfD
- 5:20:21eigentlich schon das Wesentliche gesagt
- 5:20:23und wir behandeln das Thema hier auch
- 5:20:24nicht zum ersten Mal. Ich kann auf
- 5:20:26zahlreiche Debatten verweisen, die wir
- 5:20:28dazu hier hatten. Schauen wir lieber auf
- 5:20:30die, um die es hier gehen muss, auf die
- 5:20:32Menschen im Land, von denen viele gerade
- 5:20:34andere Sorgen haben als kleinere
- 5:20:36jährliche Anpassungen im
- 5:20:38Einkommenssteuertarif. Denn sie spüren
- 5:20:40jeden Monat, wie knapp es geworden ist
- 5:20:42beim Bäcker am Morgen, bei der Miete,
- 5:20:44beim Heizen, beim Tanken. Nehmen wir
- 5:20:47diese Menschen in den Blick und stellen
- 5:20:48die entscheidende Frage, wen wollen wir
- 5:20:51eigentlich entlasten? Ein einfacher
- 5:20:53Ausgleich der kalten Progression ist
- 5:20:54eines natürlich nicht eine gezielte
- 5:20:56Entlastung für Menschen mit kleinen
- 5:20:57Einkommen, denn wer wenig verdient,
- 5:21:00zahlt häufig wenig oder gar keine
- 5:21:02Einkommenssteuer.
- 5:21:03Wer ich hier wirklich entlasten will,
- 5:21:05muss über die Einkommenssteuer
- 5:21:07hinausgehen, denn auf dem Gehaltszettel
- 5:21:09stehen auch Sozialversicherungsbeiträge
- 5:21:11und genau da müssen wir ran. Wir Grüne
- 5:21:14wollen die Beiträge zur
- 5:21:15Krankenversicherung senken. Das merkt
- 5:21:17die Verkäuferin auf ihrem Gehaltszettel.
- 5:21:19Das merkt die Friseurin, das merkt die
- 5:21:20Erzieher Monat für Monat, denn für viele
- 5:21:23geht es nicht um abstrakte
- 5:21:24Tariferquerte, sondern um konkrete
- 5:21:27Fragen. Reicht das Geld für die
- 5:21:28Klassenfahrt der Kinder für den
- 5:21:30Wocheneinkauf? Daran muss ich
- 5:21:32Entlastungspolitik messen lassen. Was
- 5:21:34bleibt am Ende des Monats tatsächlich
- 5:21:36übrig? Zu einer ehrlichen Debatte gehört
- 5:21:39da natürlich auch, wer entlasten will,
- 5:21:41muss auch sagen, wie er es finanziert.
- 5:21:44Wir wollen Gerechtigkeitslücken im
- 5:21:46Steuersystem schließen, z.B. bei großen
- 5:21:48Immiliengeschäften, die so gestaltet
- 5:21:50werden, dass weniger Grunderwerbsteuer
- 5:21:51anfällt. Und wir haben auch viele andere
- 5:21:53Vorschläge gemacht und hier eingebracht,
- 5:21:54die werden den nächsten Wochen darüber
- 5:21:56abstimmen. Entlastung darf eines nicht
- 5:21:58bedeuten, dass am Ende an anderer Stelle
- 5:22:01bei Bildung bei unserer Infrastruktur
- 5:22:03oder gar bei Familien gekürzt wird. Für
- 5:22:05mich heißt Gerechtigkeit beides denen
- 5:22:07mehr Luft zu verschaffen, die jeden Euro
- 5:22:09zweimal umdrehen müssen und diejenigen
- 5:22:11stärker in die Verantwortung nehmen, die
- 5:22:13problemlos mehr tragen können, es aber
- 5:22:15im Moment noch nicht tun. Und damit zum
- 5:22:17Schluss noch mal an die
- 5:22:19Koalitionsfraktionen. Es ist ja zu
- 5:22:21lesen, dass sie noch über den Ausgleich
- 5:22:23der kalten Progression uneinig sind und
- 5:22:26ja, ich kenne diesen Zwiespalt und die
- 5:22:28Diskussion aus unserer Regierungszeit ja
- 5:22:30noch sehr gut. Die einen sagen, ein
- 5:22:32vollständiger Ausgleich auch bei hohen
- 5:22:34Einkommen kostet Bundländer und Kommunen
- 5:22:35viele Milliarden. Die anderen waren für
- 5:22:38einer Steuererhöhung durch die
- 5:22:39Hintertür. Mein Rat wäre, schauen Sie
- 5:22:42bei dieser Frage nicht nur auf den
- 5:22:43Steuertarif, schauen Sie auf die
- 5:22:45Gehaltszettel, auf die der Friseurin des
- 5:22:47Erziehers, auf diejenigen, die jeden Tag
- 5:22:49arbeiten und trotzdem kaum über die
- 5:22:51Runden kommen. Und vor allem verkeilen
- 5:22:54Sie sich nicht in steuerdogmatischen
- 5:22:56Debatten, zeigen Sie Handlungsfähigkeit
- 5:22:58und verdammt noch mal, einigen Sie sich.
- 5:23:01Dieses Land bräuchte gerade in diesen
- 5:23:04Zeiten eine funktionierende Regierung
- 5:23:06und eine funktionierende
- 5:23:07Regierungsmehrheit.
- 5:23:08Wir als grüne Oppositionsfraktion
- 5:23:10geben Ihnen Hinweise, machen
- 5:23:12Verbesserungsvorschläge, zeigen
- 5:23:13Alternativen auf. Wir machen unseren
- 5:23:15Job. Ihr Job ist es, dieses Land durch
- 5:23:18schwierige Zeiten zu führen. Und ich
- 5:23:20kann Sie nur an Ihre Verantwortung
- 5:23:21erinnern, erledigen Sie diesen Job, denn
- 5:23:23dafür sind Sie gewählt. Ich danke für
- 5:23:26die Aufmerksamkeit.
- 5:23:30Für die SPD Fraktion hören wir Paswi.
- 5:23:38Sehr geehrter Herr Präsident, liebe
- 5:23:40Kolleginnen und Kollegen, wir reden
- 5:23:41heute wieder einmal über Entlastungen
- 5:23:43bei der Einkommenssteuer. Diese
- 5:23:44Koalition hat eine
- 5:23:46Einkommenssteuerreform vor der
- 5:23:47Sommerpause im Koalitionsausschuss
- 5:23:49geeint und wir werden diese Grundlage
- 5:23:51zum Gegenstand der in Kürze beginnenden
- 5:23:54parlamentarischen Beratung machen. Es
- 5:23:56ist also Bewegung drin. Ich finde es
- 5:23:58zunächst einmal in diesem
- 5:23:59Kabinettsbeschluss gut, dass wir den
- 5:24:00Grundfreibetrag, den Kinderfreibetrag,
- 5:24:02das Kindergeld und
- 5:24:03Arbeitnehmerpauschbetrag
- 5:24:05erhöhen wollen, dass wir damit den
- 5:24:07Schwerpunkt auf die Entlastung kleiner
- 5:24:08und mittlerer Einkommen setzen und die
- 5:24:10zugleich sehr hohen Einkommenstärke in
- 5:24:12die Verantwortung nehmen. Wenn etwas
- 5:24:14auch von vielen Wähler und Wählern in
- 5:24:15diesem Land angemahnt und kritisiert
- 5:24:17wird, dann genau das. Die Topverdiener
- 5:24:19in diesem Land sollen sich stärker an
- 5:24:21der Finanzierung des Gemeinwesens
- 5:24:22beteiligen. Das haben wir mit dem Ausbau
- 5:24:24der sogenannten Erreichungssteuer jetzt
- 5:24:26auch gemacht und das ist ein
- 5:24:28fundamentaler richtiger Schritt, dass
- 5:24:29wir das auf den Weg bringen wollen.
- 5:24:32Sage ausdrücklich, für uns
- 5:24:34Sozialdemokraten, Sozialdemokraten kann
- 5:24:35die Debatte damit nicht beendet sein.
- 5:24:37Genau deswegen nehmen wir die
- 5:24:38parlamentarischen Verhandlungen ernst.
- 5:24:40Ich sage ausdrücklich, wenn über das,
- 5:24:43was geeint ist, weitere Entlastungen
- 5:24:45gerade für Menschen mit kleinen und
- 5:24:46mittleren Einkommen möglich sind, sind
- 5:24:47wir bereit, diese Chancen zu ergreifen.
- 5:24:50Aber dann gehört zu einer seriösen
- 5:24:51Debatte auch die Beantwortung der Frage,
- 5:24:53was kostet das und wie finanzieren wir
- 5:24:55das und für wen geht das und für wen
- 5:24:57geht das wie stark? Natürlich reden wir
- 5:25:00im Parlament nicht zum ersten Mal über
- 5:25:02die kalte Progression. Dazu haben wir
- 5:25:04bewährte Verfahren. Die Bundesregierung
- 5:25:06legt regelmäßig den
- 5:25:07Existenzminimumbericht
- 5:25:09und den Steuerprogressionsbericht vor
- 5:25:10und anschließend entscheidet der
- 5:25:11deutsche Bundestag über die gesetzlichen
- 5:25:13Anpassung. Zuletzt haben wir, da war
- 5:25:15Olaf Schreuz noch Bundeskanzler, die
- 5:25:17Tarifeckwerte für 2025 und 26 zum
- 5:25:20Ausgleich der Kaufkraftlücken verschoben
- 5:25:23mit Ausnahme bei der Reichensteuer. Ihr
- 5:25:25Gesetzesentwurf geht nun deutlich
- 5:25:27weiter. Sie wollen nicht nur den
- 5:25:28Einkommenssteuer Tarifjährlich
- 5:25:29indexieren. Sie wollen darüber hinaus,
- 5:25:31alle Freigrenzen, Freibeträge, Pauschen
- 5:25:33und Höchstbeträge des
- 5:25:34Einkommenssteuergesetzes an die
- 5:25:35Preisentwicklung automatisch anpassen.
- 5:25:37Aber diese steuerlichen Größen erfüllen
- 5:25:39ganz unterschiedliche Funktionen. Der
- 5:25:42Grundfreibetrag hat eine andere Aufgabe
- 5:25:44als beispielsweise der Arbeitnehmer
- 5:25:45Pauschbetrag. Und es kann ja es kann ja
- 5:25:48alles so sein, dass das im europäischen
- 5:25:50Raum irgendwo erledigt ist. Und wenn es
- 5:25:52nur darum geht, irgendwelche Puzzelteile
- 5:25:53zu finden, die man sich zusammenstellt
- 5:25:55und daraus dann Politik macht, dann kann
- 5:25:57man das so machen. Das ist für mich aber
- 5:25:58nicht meine Auffassung als Demokrat. Ich
- 5:26:00halte es für richtig, dass der
- 5:26:02Gesetzgeber auch künftig prüfen und
- 5:26:03entscheiden kann, wo in welchem Umfang
- 5:26:05eine Anpassung sinnvoll ist, statt diese
- 5:26:07unterschiedliche Entscheidung dauerhaft
- 5:26:09an einen Automatismus zu bin sein und
- 5:26:11verfahrensrechtlich oder
- 5:26:12materiellrechtlich.
- 5:26:13Und dann kommt zum Abschluss der
- 5:26:15entscheidende Punkt. Sie schreiben in
- 5:26:17ihrem eigenen Gesetzesentwurf, dass
- 5:26:18dadurch steuer mindere Einnahmen
- 5:26:19entstehen, aber sie beziffern diese
- 5:26:22nicht und konkrete Maßnahmen zu
- 5:26:23Gegenfinanzierung ihrer Vorschläge legen
- 5:26:25sie ebenfalls nicht vor und damit hat
- 5:26:27sich meine Aufmerksamkeit für ihren
- 5:26:29Gesetzesentwurf erschöpft und wir werden
- 5:26:31den ablehnen. Vielen Dank.
- 5:26:38Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 5:26:39ist für die Fraktion Die Linke, Doris
- 5:26:41Achelwilm.
- 5:26:48Frau Präsidentin, die AfD spielt gerne
- 5:26:51mit Ängsten und heute macht sie das über
- 5:26:52den Daueraufreger der kalten
- 5:26:54Progression. Ja, der Effekt der kalten
- 5:26:56Progression muss uns beschäftigen. Wenn
- 5:26:58man inflationsbedingt mehr verdient,
- 5:27:01mehr Einkommenssteuer zeit und am Ende
- 5:27:02weniger Netto und weniger Kaufkraft hat,
- 5:27:05dann gilt es hinzusehen, wen das
- 5:27:07betrifft und was man da steuerpolitisch
- 5:27:09macht.
- 5:27:11Aber die AfD nutzt diese berechtigten
- 5:27:14Sorgen vor Ungerechtigkeiten, um am Ende
- 5:27:17vor allen Dingen gutverdiende wieder
- 5:27:19besser zu stellen. Sie inszeniert sich
- 5:27:20als Anwältin der Steuerzahler, will den
- 5:27:23Progressionsausgleich automatisieren und
- 5:27:25liefert mit dem Tarif auf Rädern eine
- 5:27:28latente Umverteilung nach oben. Wir
- 5:27:30kennen es schon. Haben wir davon nicht
- 5:27:31schon genug? Ich würde sagen, ja, das
- 5:27:33haben wir.
- 5:27:39In ihrem Gesetzentwurf wird behauptet,
- 5:27:41dass der Tarif auf Rädern den Haushalt
- 5:27:44nicht belastet. Das ist wieder so ein
- 5:27:45AfD Rechentrick. Ihr Vorschlag kostet
- 5:27:48Gestaltungsspielraum für Prioritäten. Ob
- 5:27:49du ob diese Prioritäten nun in der
- 5:27:51Entlastung kleinerer Einkommen liegen
- 5:27:53oder in der besseren Finanzierung von
- 5:27:55Kommunen, Krankenhäuser gegen dem Status
- 5:27:58gegenüber dem Status Quo ist Ihr Konzept
- 5:28:00für den Haushalt teurer, ohne dass Ganze
- 5:28:03dort hilft und wirkt, wo es am meisten
- 5:28:05nötig ist. Wir haben hier das übliche
- 5:28:08Muster. Die AfD will nicht die kleinen
- 5:28:10und mittleren Einkommen entlassen. Sie
- 5:28:12will, dass verteilungslogisch alles
- 5:28:14seine ungerechte Ordnung hat. Wir kennen
- 5:28:16das von der Idee der Flattex. Rund 25%
- 5:28:18Steuern für alle, das klingt doch
- 5:28:20einfach und gut. Übersetzt in die
- 5:28:22Realität heißt das dann aber Reiche
- 5:28:24profitieren. Ärmere werden mit rechten
- 5:28:26Pseudowahrheiten getäuscht.
- 5:28:30Liebe Kolleginnen und Kollegen von der
- 5:28:32Einkommenssteuerreform, die hier und
- 5:28:34heute der Hintergrund ist, waren keine
- 5:28:36großen Wunder zu erwarten, aber doch
- 5:28:37mehr als kosmetische Anpassung. Es
- 5:28:39sollte das Projekt der Koalition zur
- 5:28:41Entlastung kleiner und mittlerer
- 5:28:43Einkommen werden, dass die Reform dieses
- 5:28:45Entlastungsversprechen nicht einlöst,
- 5:28:47hat viele Gründe. Etwa, dass die
- 5:28:48Bundesregierung die einkommensvordersten
- 5:28:51nicht stärker heranzieht ähm und für die
- 5:28:54Allgemeinheit neue Kosten und Kürzung
- 5:28:56auftürmt. Es ist nicht schwer zu
- 5:28:58begreifen, dass normale Einkommen in
- 5:28:59Deutschland dringend entlastet gehören
- 5:29:02und dass Vermögen oder Riesenerbschaften
- 5:29:04überhaupt erst wieder zu besteuern sind.
- 5:29:06Statt Automatismen, die nur dem Anschein
- 5:29:08nachneutral sind, braucht es die
- 5:29:10politische Entscheidung von oben nach
- 5:29:12unten zurückzuverteilen.
- 5:29:18Bei der Einkommensteuer brauchen wir
- 5:29:20einen höheren Grundfallbetrag und
- 5:29:21substanziellere Reichensteuern. Wir
- 5:29:23wollen die Vermögenssteuer reaktivieren.
- 5:29:26Eine unabhängige Studie des DIW zeigt,
- 5:29:28dass unser Konzept umsetzbar ist.
- 5:29:30Daneben braucht es eine Erbschaftssteuer
- 5:29:32ohne diese absurden Privilegien und
- 5:29:35aktuell zentral schnelle
- 5:29:36Übergewinnssteuer auf Krisen und
- 5:29:38Ölkonzernprite.
- 5:29:39Das ständige Entlasten nach oben,
- 5:29:42während Lebenshaltungskosten und Mieten
- 5:29:43aus dem Router laufen, muss beendet
- 5:29:46werden. Die AfD ist dabei keine Hilfe,
- 5:29:48sondern macht die Lage nur schlimmer.
- 5:29:55Der nächste Redner dieser Debatte ist
- 5:29:57Florian Dorn für die Unionsfraktion.
- 5:30:14Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 5:30:16geehrte Kolleginnen und Kollegen. Ja,
- 5:30:18bei der kalten Progression, da geht das
- 5:30:21um Kern doch um eine Frage oder eine
- 5:30:23einfache Frage. Was bleibt den Menschen
- 5:30:25von der Lohn Was bleibt den Menschen von
- 5:30:28der einer Lohnerhöhung tatsächlich
- 5:30:31übrig, wenn wir die Inflation mit
- 5:30:33berücksichtigen? Wer beispielsweise 5%
- 5:30:36mehr Lohn bekommt, werden die Preise
- 5:30:38ebenfalls um 5 % steigen, ist real
- 5:30:42keinen Cent reicher geworden. Und wenn
- 5:30:44dieses höhere Nominaleinkommen dann dazu
- 5:30:46führt, dass ein größerer Teil des
- 5:30:48Einkommens besteuert wird, verliert
- 5:30:50dieser Mensch tatsächlich sogar real an
- 5:30:53Kaufkraft. Und genau das ist der Effekt
- 5:30:55der kalten Progression. Und das ist dann
- 5:30:57am Ende nicht nur eine rein technische
- 5:30:58steuerpolitische Frage, sondern unterm
- 5:31:00Strich wirklich auch eine
- 5:31:01wirtschaftspolitische Frage, meine Damen
- 5:31:03und Herren. Denn wenn von der
- 5:31:04Lohnerhöhung real weniger übrig bleibt,
- 5:31:07fehlt dieses Geld beim Konsum oder auch
- 5:31:09bei privaten Investitionen. Deshalb ist
- 5:31:12die Diskussion zum Ausgleich der kalten
- 5:31:14Proksion oder auch über einen Tarif auf
- 5:31:16Rädern eine lange Debatte auch hier im
- 5:31:18deutschen Bundestag und keinesfalls eine
- 5:31:20Idee der AfD. Tatsächlich beschäftigt
- 5:31:23sich der Bundestag seit Jahren mit
- 5:31:24dieser Entwicklung. Seit 2005 z
- 5:31:26beispielsweise legt das
- 5:31:28Bundesfinanzministerium alle zwei Jahre
- 5:31:30einen Existenzminimums- und
- 5:31:32Steuerprogressionsbericht vor. Seit 2016
- 5:31:35ist es gängige Praxis, den
- 5:31:37Einkommenssteuertarif auf dieser
- 5:31:39Grundlage an die Preisentwicklung
- 5:31:41anzupassen und auch die kalte
- 5:31:43Progression auszugleichen. Und meine
- 5:31:45Damen und Herren, das ist auch richtig,
- 5:31:47diese Kaufkraft der Menschen zu
- 5:31:49erhalten, denn eine rein
- 5:31:50inflationsbedingte höhere
- 5:31:52Steuerbelastung, meine Damen und Herren,
- 5:31:54ist keine höhere wirtschaftliche
- 5:31:56Leistungsfähigkeit.
- 5:31:58Der Regierungsentwurf zur Entlastung bei
- 5:31:59der Einkommenssteuer ist da auch schon
- 5:32:01ein erster wichtiger Schritt. Er sieht
- 5:32:03höhere Grund und Kinderfreibeträge vor,
- 5:32:06um das verfassungsrechtlich gebotene
- 5:32:07Existenzminimum steuerfreizustellen.
- 5:32:10Zudem sollen auch Anpassungen bei der
- 5:32:12Arbeitnehmer beim
- 5:32:13Arbeitnehmerpauschbetrag
- 5:32:15sowie Tarifeckwerte für den
- 5:32:17Spitzensteuersatz zumindest schon etwas
- 5:32:19später greifen, damit die Belastung
- 5:32:21gerade bei mittleren Einkommen weniger
- 5:32:23stark ansteigen. Und dieser Entwurf ist
- 5:32:25nun auch Grundlage in diesem Herbst für
- 5:32:27unsere parlamentarischen Beratungen.
- 5:32:30Natürlich kommt es beim Ausgleich der
- 5:32:32kalten Progression letztlich darauf an,
- 5:32:34was wirklich bei der Netto herauskommt.
- 5:32:36Also, wie viel von diesen steuerlichen
- 5:32:38Mehreinnahmen wir tatsächlich
- 5:32:40zurückgeben an die Bürgerinnen und
- 5:32:42Bürger. Und das werden wir spätestens
- 5:32:44auch wissen, wenn wir diesen Herbst, den
- 5:32:46Existenzminimumsbericht
- 5:32:48und Steuerprogressionsbericht vorgelegt
- 5:32:50bekommen. Dann werden wir auch sehen,
- 5:32:51wie viel wir noch ausgleichen müssten,
- 5:32:54um auch die kalte Progression
- 5:32:56zurückzugeben. Denn am Ende kommt es
- 5:32:58doch darauf an, die Menschen merken,
- 5:33:00wenn sie jeden Tag aufstehen und zur
- 5:33:02Arbeit gehen, ob am Ende des Monats
- 5:33:05tatsächlich mehr in der Tasche übrig
- 5:33:08bleibt. Aber selbst dabei darf dann die
- 5:33:11Debatte bei dieser Diskussion noch nicht
- 5:33:14stehen bleiben. Wir haben es heute auch
- 5:33:15schon gehört. Entscheiden ist doch was
- 5:33:16insgesamt netto von brutto nach Steuern
- 5:33:19und Abgaben übrig bleibt. Deshalb müssen
- 5:33:22wir insgesamt natürlich die Steuer und
- 5:33:23Abgabenentwicklung gemeinsam betrachten.
- 5:33:25Also wie entwickeln sich Steuern, die
- 5:33:28Sozialbeiträge, aber auch Verschiebungen
- 5:33:30bei Beitragsbemessungsgrenzen und wie
- 5:33:32wirkt sich das auf das Netto der
- 5:33:34Menschen auf. Und damit kommen wir zur
- 5:33:36entscheidenden Frage. Wie entwickeln
- 5:33:37sich diese Belastungen? entlang der
- 5:33:40gesamten Einkommensverteilung und wie
- 5:33:41stark steigt tatsächlich die
- 5:33:43Grenzbelastung bei jedem nächsten
- 5:33:46hinzuverdienten Euro und welche
- 5:33:48Auswirkungen hat das dann auf
- 5:33:50Arbeitsanreize,
- 5:33:52auf zusätzliche Arbeitsstunden und auch
- 5:33:54auf Leistungsbereitschaft.
- 5:33:57Meine Damen und Herren, bei einer
- 5:33:59Einkommenssteuerreform
- 5:34:01und auch beim Ausgleich der kalten
- 5:34:03Progression muss es doch insgesamt darum
- 5:34:05gehen, die Menschen insgesamt zu
- 5:34:07entlasten, aber dass ich vor allem auch
- 5:34:09Arbeit und Leistung entlang der
- 5:34:12Einkommensverteilung wieder spürbar mehr
- 5:34:14für alle Menschen in diesem Land lohnt.
- 5:34:16Dann bringen wir auch die dieses Land
- 5:34:19für die Menschen spürbar voran und jeder
- 5:34:22merkt das bei sich selbst im Gelbbeutel.
- 5:34:23Darüber sollten wir diesen Herbst dann
- 5:34:25auf Grundlage jetzt belastbarer Zahlen
- 5:34:28weitersprechen. Vielen Dank.
- 5:34:36Es geht so nicht so.
- 5:34:39Äh, der nächste Redner in die der
- 5:34:41nächste Redner in dieser Debatte ist für
- 5:34:43die SPD Fraktion Rednerin Frauker
- 5:34:46Heiligenstadt.
- 5:34:53Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine
- 5:34:56sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen,
- 5:34:58meine sehr geehrten Damen und Herren,
- 5:35:01mit dem vorliegenden Antrag versucht die
- 5:35:04AfD wieder das Thema der
- 5:35:07Steuerminimierung
- 5:35:10darzulegen. Sie versteht unter
- 5:35:12Gerechtigkeit,
- 5:35:14dass Menschen mit hohen Einkommen
- 5:35:17automatisch entlastet werden, statt
- 5:35:19Menschen mit kleinerem Einkommen.
- 5:35:22Deshalb fordert sie den sogenannten
- 5:35:24Steuertarif auf Rädern.
- 5:35:27Meine sehr verehrten Damen und Herren,
- 5:35:29das kostet den Staat, also uns allen,
- 5:35:32sehr viel Geld. Aber das ist ja nicht
- 5:35:35neu. Allein die
- 5:35:37Einkommenssteuerreformvorschläge
- 5:35:39der AfD würden uns alle jährlich 181
- 5:35:44Milliarden Euro kosten. Das hat das DIW
- 5:35:48ausgerechnet.
- 5:35:49Außerdem die AfD will aus der EU
- 5:35:52austreten, kosten gesamtwirtschaftlich
- 5:35:55690 Milliarden Euro.
- 5:35:59Die Abschiebungsfantasien
- 5:36:01oder Remigrationspläne
- 5:36:03und die rückwärtsgewandte Energiepolitik
- 5:36:06der AfD würde unserer Wirtschaft die
- 5:36:09Lebensgrundlage entziehen, damit auch
- 5:36:12den Unternehmen und dann wären auch die
- 5:36:14Steuereinnahmen deutlich niedriger, wenn
- 5:36:17nicht mehr ausreichend Arbeitskräfte da
- 5:36:20sind, die tatsächlich die AfD
- 5:36:23die tatsächlich die Unternehmen
- 5:36:25beschäftigen können.
- 5:36:27Und meine sehr verehrten Damen und
- 5:36:29Herren, wenn wir die Steuergesetzgebung
- 5:36:32an die Inflation ketten, wie die AfD es
- 5:36:35möchte, nehmen wir uns als Gesetzgeber
- 5:36:38die Spielräume, um zielgerichtet auf
- 5:36:41schnelle, entscheidende Veränderungen im
- 5:36:44Bereich der Einkommenssteuerrecht
- 5:36:46reagieren zu können. Für einen guten für
- 5:36:50einen guten Ausgleich, meine sehr
- 5:36:51verehrten Damen und Herren, zwischen arm
- 5:36:53und Reich muss der Gesetzgeber immer
- 5:36:56abwägen können. Dass es kein
- 5:36:58Automatismus in der Steuergesetzgebung
- 5:37:00gibt, ist also kein Fehler des
- 5:37:03Steuergesetzgebers,
- 5:37:04sondern ist eine Notwendigkeit in
- 5:37:06parlamentarischen
- 5:37:07Gesetzgebungsprozessen,
- 5:37:09um alle gesellschaftlichen Aspekte vor
- 5:37:12einer Entscheidung auch abwägen zu
- 5:37:14können. Und ja, meine Damen und Herren,
- 5:37:16kleine und mittlere Einkommen müssen
- 5:37:18entlastet werden. Deshalb hat die
- 5:37:20Regierung sich auch darauf verständigt,
- 5:37:22gezielt über die Einkommenssteuer kleine
- 5:37:24und mittlere Einkommen in den Fokus zu
- 5:37:26nehmen. Und der entsprechende Entwurf
- 5:37:28liegt ja vor, den werden wir demnächst
- 5:37:30auch bald hier beraten. Wir brauchen
- 5:37:32aber keine Gießkanne, wie die AfD hier
- 5:37:35vorschlägt, bei der Steuerlastung und
- 5:37:37schon gar nicht bei den Reichen. Wir
- 5:37:39brauchen genau tatsächlich sinnvolle
- 5:37:42Steuerentlastung, wie mein Kollege Herr
- 5:37:44Dorn auch gesagt hat, bei denjenigen
- 5:37:46Menschen, die tatsächlich dann auch den
- 5:37:48Konsum die Entlastung in den Konsum
- 5:37:51wieder hineingeben können. Und deshalb,
- 5:37:53meine Damen und Herren, dass die AfD das
- 5:37:55noch nicht mal gegen finanziert, das ist
- 5:37:57sowieso selbstverständlich. Da machen
- 5:37:59die sich nie Mühe. Dieser Antrag ist
- 5:38:01schlicht und ergreifend nur abzullehen.
- 5:38:09Ich schließe hiermit die Aussprache.
- 5:38:11Interfraktionell wird die Überweisung
- 5:38:13des Gesetzentwurfes auf Drucksache
- 5:38:158065 an den Finanzausschuss
- 5:38:18vorgeschlagen. Gibt es weitere
- 5:38:19Überweisungsvorschläge? Wenn das nicht
- 5:38:21der Fall ist, dann verfahren wir wie
- 5:38:24vorgeschlagen.
- 5:38:27Gut, der Tagesordnungspunkt wäre dann
- 5:38:29beendet. spürte sie zügig die
- 5:38:30Platzwechsel vorzunehmen. Derjenige, der
- 5:38:32sein Platz wechseln möchte, ich rufe
- 5:38:34jetzt auf den Tagesordnungspunkt 5.
- 5:38:36Erste Beratung des von der
- 5:38:37Bundesregierung eingebrachten
- 5:38:39Gesetzentwurfes zur Durchführung der
- 5:38:41unionsrechtlichen Vorschriften über die
- 5:38:43europäische Brieftasche für die für die
- 5:38:46digitale Identität sowie zur Änderung
- 5:38:49anderer Rechtsvorschriften.
- 5:38:51Für die Aussprache wurde eine Dauer von
- 5:38:5430 Minuten beschlossen.
- 5:38:58So, jetzt beenden wir, Herr Gottschalk,
- 5:39:00die Debatte zum Steuerrecht. Hallo Herr
- 5:39:03Gottschalk. Herr Gottschalk, wir beenden
- 5:39:05jetzt die Debatte zum Steuerrecht, auch
- 5:39:07wenn Debatten zum Steuerrecht immer
- 5:39:08besonders spannende Debatten sind und
- 5:39:10kommen jetzt zur Digitalhemen, die
- 5:39:12mindestens ebenso spannend sind, haben
- 5:39:14alle, wenn nicht natürlich noch
- 5:39:16spannender, sind überhaupt die
- 5:39:17spannendsten Themen. Und kommen jetzt
- 5:39:19dann zum ersten Redner in dieser Debatte
- 5:39:21für die Bundesregierung Dr. Karsten
- 5:39:23Wildberger, Bundesminister für digitales
- 5:39:25und Staatsmodernisierung.
- 5:39:37Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 5:39:39geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
- 5:39:41wir haben lange genug darüber
- 5:39:43gesprochen, was Digitalisierung für
- 5:39:46Menschen möglich machen könnte. Jetzt
- 5:39:48machen wir es. ein Konto öffnen, sich
- 5:39:51bei einer Behörde ausweisen, das wird
- 5:39:53künftig sicher mit dem Smartphone gehen,
- 5:39:56ohne Papierkopien, ohne einen
- 5:39:58zusätzlichen Weg und dafür entwickeln
- 5:40:00wir die digitale Brieftasche Diu.
- 5:40:07Der Auftrag ist sehr klar, jetzt mit Mut
- 5:40:10und Tempo die Dinge einfacher machen,
- 5:40:13spürbar für die Menschen und leicht in
- 5:40:15der Anwendung. Das ist das Leitmotiv der
- 5:40:18digitalen Brieftasche und mit ihr können
- 5:40:22Sie sich ausweisen und wichtige
- 5:40:23Nachweise vorlegen. Sie geben dabei nur
- 5:40:26die Angaben weiter, die tatsächlich
- 5:40:29gebraucht werden. Wer seine
- 5:40:30Volljährigkeit nachweist, der kann aber
- 5:40:32seine Anschrift für sich behalten. Und
- 5:40:35die Brieftasche ist auch eine Antwort
- 5:40:38auf die Risiken künstliche Intelligenz.
- 5:40:40Wenn Bilder und Dokumente täuschend echt
- 5:40:43gefälscht werden können, brauchen wir
- 5:40:45verlässliche Nachweise. Damit wollen wir
- 5:40:48Identitätsmissbrauch erschweren und
- 5:40:51Menschen vor Betrug schützen. Und wir
- 5:40:53bauen diese Infrastruktur gemeinsam in
- 5:40:55Europa. Wer in Frankreich studiert, in
- 5:40:58Spanien arbeitet oder einem anderen
- 5:40:59Mitgliedstaat ein Konto eröffnet, soll
- 5:41:02seine digitalnachweise dort genauso
- 5:41:05selbstverständlich nutzen können wie zu
- 5:41:07Hause. Wir reden oft über den
- 5:41:09europäischen Binnenmarkt. Hier machen
- 5:41:12wir ihn im Alltag erlebbar.
- 5:41:20Ich nehme auch diejenigen sehr ernst,
- 5:41:22die Zweifel haben und sich um ihre Daten
- 5:41:25sorgen. Unsere Identität ist etwas sehr
- 5:41:28persönliches. Wer nach den Risiken
- 5:41:30fragt, hat Anspruch auf klare Antworten.
- 5:41:33Deshalb werden die Nachweise
- 5:41:35verschlüsselt auf dem Smartphone
- 5:41:37gespeichert. Sie entscheiden über die
- 5:41:39Weitergabe und können nachvollziehen,
- 5:41:42wem sie Daten welche Daten übermitteln.
- 5:41:45Wer die Brieftasche bereitstellt, darf
- 5:41:48damit ihren digitalen Alltag nicht
- 5:41:50überwachen. Das gilt natürlich auch für
- 5:41:53den Staat. Und die Sicherheit muss
- 5:41:56unabhängig überprüft werden. Die Nutzung
- 5:41:58bleibt freiwillig. Wer darauf
- 5:42:00verzichtet, darf nicht benachteiligt
- 5:42:02werden. Unsere digitale Identität gehört
- 5:42:05den Menschen, nicht dem Staat, nicht den
- 5:42:07Plattform, nicht den Unternehmen.
- 5:42:13Deshalb gilt für die digitale
- 5:42:15Brieftasche, Sie entscheiden, welche
- 5:42:17Daten Sie weitergeben. Sie behalten die
- 5:42:20Kontrolle. Sicherheit ist unsere
- 5:42:22Verantwortung, Selbstbestimmung ist ihr
- 5:42:25Recht.
- 5:42:31Dafür arbeite ich es ich und das ist
- 5:42:33mein Fokus, meine Damen und Herren. Und
- 5:42:36mit diesem Gesetz schaffen wir die
- 5:42:38Grundlage, um die Zukunft unseres Landes
- 5:42:41zu bauen. Wir geben den Startschuss für
- 5:42:43eine Infrastruktur, auf der ein ganzes
- 5:42:46Ökosystem wachsen kann. Und Anfang 2027
- 5:42:51beginnen wir mit den ersten Anwendungen.
- 5:42:54Schritt für Schritt kommen weitere
- 5:42:56hinzu. Behörden, Unternehmen und
- 5:42:59Hochschulenstädte können neue Dienste
- 5:43:01entwickeln vom schonierenden Ausweis bis
- 5:43:03zum einfachen Zugang zur
- 5:43:05Verwaltungsleistung.
- 5:43:07Dieses Gesetz ist der Anfang. Mit jeder
- 5:43:10neuen Anwendung wird die Brieftasche
- 5:43:13nützlicher
- 5:43:17und am Ende sollen die Menschen sagen:
- 5:43:20"Ja, das macht mein Leben leichter."
- 5:43:23Dafür machen wir Politik. Lassen Sie uns
- 5:43:26diesen Anspruch gemeinsam einlösen.
- 5:43:28Vielen Dank.
- 5:43:35Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 5:43:38Tobias Ebenberger für die AfD Fraktion.
- 5:43:47Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und
- 5:43:49Herren, Abgeordnete, liebe Bürger, das
- 5:43:51digitale Identitätengesetz soll also nun
- 5:43:53den nationalen Rechtsrahmen schaffen für
- 5:43:55die europäische Brieftasche und damit
- 5:43:58einhergehend eben auch die digitale
- 5:44:00Identität, eine digitale Identität auf
- 5:44:02Geheiß der EU, also ausgerechnet der
- 5:44:05Institution, die möglicherweise
- 5:44:08beispielsweise
- 5:44:10ja am liebsten unsere gesamte private
- 5:44:12digitale Kommunikation mitlesen möchte,
- 5:44:15Stichwort, Chatkontrolle oder über den
- 5:44:17Digital Services Act mit dem Democracy
- 5:44:19Shield systematisch den digitalen Raum
- 5:44:22zensiert. Was kann da schon schiefgehen?
- 5:44:25Was für eine tolle Idee das alles ist,
- 5:44:27meine Damen und Herren, nicht so ungut,
- 5:44:29aber von Ursula Funderlein und ihrer
- 5:44:31Kommission würde ich mir persönlich noch
- 5:44:33nicht mal ein Ladekabel andrehen lassen
- 5:44:35und schon gar keine digitale EU-weite
- 5:44:38identifik I identifikationsmöglichkeit
- 5:44:41auf und das Ökosystem.
- 5:44:45Diese EU steht eben nicht für
- 5:44:47Innovation, Modernisierung und
- 5:44:49Fortschritt. Diese EU steht für
- 5:44:51Repression, Kontrolle und Krieg.
- 5:44:54Wie ich schon öfters betonte, geht es
- 5:44:55hier eben nicht allein darum,
- 5:44:57möglicherweise ganz entspannt und fortan
- 5:45:00schneller sein Auto an und abzumelden
- 5:45:02oder seine Zeugnisse beglaubigen zu
- 5:45:03lassen. Hier geht es um die digitale
- 5:45:05Neuvermessung unseres gesamten Alltags.
- 5:45:08Wir hatte Frau Vunderlein bei der
- 5:45:09Ankündigung im Jahr 2020 gesagt, sie
- 5:45:12tat: "Eine digitale Identität für alles
- 5:45:14vom Steuernzahlen bis zum Fahrrad
- 5:45:16mieten." Ja, diese digitale Identität
- 5:45:18soll überall zum Einsatz kommen, beim
- 5:45:20Amt, beim Arzt, bei Amazon. Doch dazu
- 5:45:23hat sie kein Bürger jemals beauftragt,
- 5:45:26denn sie haben dazu keinen Bürger jemals
- 5:45:28um seine Meinung gebeten.
- 5:45:31Stattdessen vermarktet der
- 5:45:32Digitalminister das Vorhaben wie ein
- 5:45:34Produkt von Mediamarkt. Werfen wir mal
- 5:45:36einen Blick auf den Namen. In
- 5:45:38Deutschland soll also diese digitale
- 5:45:40Identität
- 5:45:42heißen. D die Digital Deutschland.
- 5:45:47Ja, solle hier die Nutzer in den
- 5:45:48Mittelpunkt ziehen. Ich zitiere den
- 5:45:50Minister. Mit du entwickeln wir eine
- 5:45:52digitale Anwendung, die echten Mehrwert
- 5:45:54bietet, den Menschen in den Mittelpunkt
- 5:45:56stellt und Vertrauenschafft
- 5:45:58natürlich. Klar, wen interessieren da
- 5:46:01noch Bedenken über die Datensicherheit
- 5:46:03und Datensouveränität, geschweige denn
- 5:46:05über das Missbrauchspotenzial.
- 5:46:08Ich weiß, sie betonen immer das Ganze
- 5:46:09sei ja absolut freiwillig. Jawohl, das
- 5:46:12steht ja auch tatsächlich im Gesetz,
- 5:46:14aber mit der Freiwilligkeit ist das eben
- 5:46:16immer so eine Sache. Kartenzahlung in
- 5:46:18dem Geschäft ist auch freiwillig. Wenn
- 5:46:21das Geschäft, wenn die Bude eben kein
- 5:46:22Bargeld annimmt, dann wird's ein
- 5:46:24bisschen schwierig an der Kartenzahlung
- 5:46:25vorbeizukommen. SB-Kassen sind auf
- 5:46:28freiwillig. Wenn Sie es aus Prinzip eben
- 5:46:29nicht nutzen möchten, müssen Sie in Kauf
- 5:46:31nehmen, dass sie eben an einer der
- 5:46:32letzten verbliebenen Personalkassen eine
- 5:46:34Viertelstunde oder 20 Minuten eben an in
- 5:46:36der Schlange stehen. Und
- 5:46:40die Coronaspritze war ja angeblich auch
- 5:46:43freiwillig. Nur war man als Ungeimpfter
- 5:46:46dann eben Zitat raus aus dem
- 5:46:48gesellschaftlichen Leben, wie es der
- 5:46:50damalige sahländische Ministerpräsident
- 5:46:52von der CDU Tobias Hans 2022 sagte:
- 5:46:55"Dein, werte Kollegen, der tatsächlich
- 5:46:57glaubt, die Nutzung der digitalen
- 5:46:58Identität bliebe wirklich freiwillig,
- 5:47:01glaubt doch, dass ein sehr bekannter
- 5:47:02Energy Dring tatsächlich Flügel
- 5:47:04verleih."
- 5:47:06Die bessere Option hat ja die AfD
- 5:47:09Fraktion im Juni längst eingebracht. Wir
- 5:47:11fordern die Pläne der EU für ihre
- 5:47:13digitale Identität zu durchkreuzen und
- 5:47:16eine nationale Wallet Lösung
- 5:47:18ausschließlich zur Verbesserung von
- 5:47:19behördlichen Vorgängen zu entwickeln.
- 5:47:22Analoge Alternativen wollen wir bewahren
- 5:47:24und deren vollfängliche
- 5:47:25gleichberechtigte Anerkennung jederzeit
- 5:47:28gewährleisten. So stellen wir sicher,
- 5:47:30dass der Staat in Bürgern die digitale
- 5:47:32Identität eben nicht per Salami Taktik
- 5:47:34aufnötigt und dann gegen sie scharf
- 5:47:36stellen könnte. Das ist die Brandmauer,
- 5:47:39die Deutschland braucht, eine Firewall
- 5:47:41für unsere Freiheit. Herzlichen Dank.
- 5:47:48Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 5:47:50Paris Mavi für die SPD Fraktion.
- 5:47:58Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 5:48:00Kolleginnen und Kollegen, wir alle
- 5:48:03kennen solche Situation und ich habe sie
- 5:48:04natürlich auch mehr als einmal erlebt.
- 5:48:06Sie wollen ein Paket bei der Post
- 5:48:08abholen und müssen nachweisen, wer Sie
- 5:48:09sind. Dann stellen Sie fest, der Ausweis
- 5:48:11ist ja gar nicht da und liegt zu Hause.
- 5:48:14Das Smartphone hat man dann dabei, aber
- 5:48:16das hilft einem in dem Moment auch nicht
- 5:48:18weiter. Und selbst wenn man den Ausweis
- 5:48:20dabei dabei hat, zeigt man für einen
- 5:48:22einfachen Identitätsnachweis gleich den
- 5:48:24Namen, das Geburtsdatum, den Geburtsort,
- 5:48:27die Anschrift und wenn man den Ausweis
- 5:48:28noch mal umdreht, erfährt man auch etwas
- 5:48:30über die Augenfarbe, die Körpergröße und
- 5:48:33vieles davon ist schlichtwerk gar nicht
- 5:48:34erforderlich. Genau hier kann die
- 5:48:36digitale Brieftasche einen echten
- 5:48:38Unterschied machen. Mit der DU Wallet
- 5:48:40sollen Bürgerinnen und Bürger künftig
- 5:48:41ihren Personalausweis später auch den
- 5:48:43Führerschein und weitere Nachweise
- 5:48:45digital auf dem Smartphone nutzen
- 5:48:47können. Ab dem 2. Januar 2027 soll die
- 5:48:50Wallet z Wallet zunächst in einem Soft
- 5:48:52Laune bereit stehen und anschließend
- 5:48:54Schritt für Schritt erweitert werden.
- 5:48:56Dabei geht es um mehr als nur den
- 5:48:58Personalausweis einfach vom Portemonnaie
- 5:49:00auf das Smartphone zu übertragen. Der
- 5:49:02europäische Ansatz ist eine digitale
- 5:49:04Identität zu schaffen, die auch
- 5:49:06grenzüberschreitend funktioniert, statt
- 5:49:0827 voneinander getrennte Lösungen
- 5:49:11nebeneinander zu stellen. Und wichtig
- 5:49:13ist, und das betone ich angesichts der
- 5:49:16Rede, die vorhin auch gehalten wurde,
- 5:49:17der physische Ausweis verschwindet
- 5:49:19natürlich nicht. Die Nutzung der Wallet
- 5:49:21bleibt freiwillig, aber wir werben
- 5:49:25dafür, wir werben dafür, dass viele
- 5:49:28Bürgerinen, Bürger diese Chance
- 5:49:29ergreifen und nutzen, weil sie einen
- 5:49:31Mehrwert hat. Denn die Wallet kann auch
- 5:49:33dafür sorgen, dass wir weniger
- 5:49:35persönliche Daten preis geben müssen.
- 5:49:37Wenn ich beispielsweise nur nachweisen
- 5:49:39muss, dass ich über 18 Jahre alt bin,
- 5:49:41soll künftig genau diese eine
- 5:49:43Information reichen, ohne gleichzeitig
- 5:49:44Geburtsdatum, Geburtsortadresse und was
- 5:49:46weiß ich alles offen zu legen. Im Kern
- 5:49:48geht es um ein einfaches Prinzip, so
- 5:49:51viele Daten wie nötig und nicht so viele
- 5:49:53wie möglich.
- 5:49:54Herr Kollege,
- 5:49:55es gibt eine Frage aus der AfD Fraktion.
- 5:49:57Wollen Sie die zulassen? Nein, ich
- 5:49:58möchte gerne fortfahren.
- 5:50:01Der Europäische Rechtsrahmen steht mit
- 5:50:03der novellierten Eidersverordnung
- 5:50:05bereits. Mit dem digitale
- 5:50:06Identitätengesetz schaffen wir nun die
- 5:50:08notwendigen nationalen Zuständigkeiten
- 5:50:10und Verfahren. Das Bundesministerium für
- 5:50:13digitales und Staats Modernisierung
- 5:50:15trägt die zentrale Verantwortung für die
- 5:50:17Bereitstellung der Wallet. Das BSE
- 5:50:19übernimmt wichtige Aufgaben bei
- 5:50:20Sicherheit und Zertifizierung. Das
- 5:50:22Bundesverwaltungsamt für das Register
- 5:50:24der Vertrauenen Beteiligten und die
- 5:50:25Bundesnetzagentur übernimmt die Aufsicht
- 5:50:27über die Wallet Anbieter. Zugleich wird
- 5:50:30geregelt, unter welchen Voraussetzungen
- 5:50:31Unternehmen und Behörden Information aus
- 5:50:33der Wallet abfragen dürfen. Wer das tun
- 5:50:35will, muss registriert sein und angaben
- 5:50:37angeben, welche Daten welchen Zweck
- 5:50:39benötigt werden. Das ist ein wichtiger
- 5:50:41Schritt. Aber damit die Wallet dauerhaft
- 5:50:43auf Interesse stößt, muss sie mehr sein
- 5:50:46als ein digitaler Personalausweis auf
- 5:50:48dem Smartphone. Sie wird nur dann im
- 5:50:49Alltag ankommen, wenn sie konkrete und
- 5:50:51lebensnahwendungen
- 5:50:53bietet. Deshalb darf es nicht bei
- 5:50:55Personalausweis und Führerschein
- 5:50:57bleiben. Die eigentliche Aufgabe beginnt
- 5:50:59danach, Schritt für Schritt weitere
- 5:51:00Nachweise und Anwendungsfälle zu
- 5:51:02integrieren, überall dort, wo die Wallet
- 5:51:04Wege einfacher macht, Zeit spart und
- 5:51:06unnötige Dateneingaben vermeidet. Denn
- 5:51:09entscheidend
- 5:51:11wird sein, ob die Wallet lediglich
- 5:51:14lediglich technisch verfügbar ist oder
- 5:51:16ob sie zu einem selbstverständlichen
- 5:51:17Werkzeug im Alltag der Menschen wird.
- 5:51:19Und dafür braucht es neben Nutzen vor
- 5:51:21allem Vertrauen. Sicherheit, Datenschutz
- 5:51:24und Datenparsamkeit sind keine Ergänzung
- 5:51:26zu diesem Projekt s sind die zentrale
- 5:51:27Voraussetzung für den Erfolg. Wenn
- 5:51:30Menschen künftig ihren Personalausweis
- 5:51:31und weitere persönliche Nachweise auf
- 5:51:33dem Smartphone nutzen, müssen sie sich
- 5:51:35darauf verlassen können, dass diese
- 5:51:37Daten bestmöglich geschützt sind.
- 5:51:39Deshalb werden die
- 5:51:39Sicherheitsanforderungen und die
- 5:51:41Kontrolle über die eigenen Daten für uns
- 5:51:43als Bundestagsfraktion auch im
- 5:51:44parlamentarischen Verfahren ein
- 5:51:46zentraler Maßstab sein. Bürgerinnen und
- 5:51:48Bürger müssen nachvollziehen können, wer
- 5:51:50welche Informationen abfragt und wofür.
- 5:51:52Sie dürfen nicht dazu gedrängt werden,
- 5:51:54mehr Preis zu geben, als tatsächlich
- 5:51:55erforderlich ist. Und wir müssen darauf
- 5:51:57achten, dass einzelne Nutzungsvorgänge
- 5:51:59nicht zu umfassenden Nutzungsprofilen
- 5:52:01miteinander verknüpft werden. Denn eine
- 5:52:03digitale Identität darf nicht dazu
- 5:52:05führen, dass wir im digitalen Raum mehr
- 5:52:06über uns offenlegen, als heute mit dem
- 5:52:08Ausweis in der Hand. Im Gegenteil, wenn
- 5:52:10wir es richtig machen, kann die Wallet
- 5:52:12zu mehrsamkeit führen und genau darin
- 5:52:15liegt ihre Chance. Genau deswegen
- 5:52:18unterstützen wir den Aufbau einer
- 5:52:21europäischen digitalen Identität und wir
- 5:52:23wollen im parlamentarischen Verfahren
- 5:52:25gemeinsam mit der Union sicherstellen,
- 5:52:28dass ein gutes technisches Konzept mit
- 5:52:30einem sicheren, vertrauenswürdigen
- 5:52:33Angebot für den Alltag verbunden ist,
- 5:52:34denn am Ende wird sich die Wallet daran
- 5:52:36messen lassen, ob sie funktioniert, ob
- 5:52:38sie sicher ist und ob die Menschen sie
- 5:52:40freiwillig und gerne nutzen. Vielen
- 5:52:41Dank.
- 5:52:45Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 5:52:47ist Rebecca Lennart für die Fraktion
- 5:52:49Bündnis 90 die Grünen.
- 5:52:56Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 5:52:58geehrte Abgeordnete, unsere Demokratie
- 5:53:01steht unter Truck. das nicht erst seit
- 5:53:03wenigen Wochen, aber insbesondere jetzt
- 5:53:05auch noch mal gesehen seit den
- 5:53:06vergangenen Wahlen. Und gleichzeitig
- 5:53:08wissen wir, wenn wir einen Staat haben,
- 5:53:10der das Leben der Menschen einfacher
- 5:53:11macht, dann stärkt das auch das
- 5:53:13Vertrauen in die Demokratie. Deshalb ist
- 5:53:15ein digital funktionierender Staat am
- 5:53:17Ende auch Demokratieschutz.
- 5:53:20Was wir heute
- 5:53:22was wir heute diskutieren, ist die
- 5:53:23nationale der nationale Rechtsrahmen der
- 5:53:26Wallet, die kommen soll, die DU Wallet,
- 5:53:29die hat jetzt auch einen ganz
- 5:53:30wundervollen Namen und kommen soll die
- 5:53:32am 2. Januar und ich hatte heute morgen
- 5:53:35meiner argentinischen Freundin erzählt,
- 5:53:37dass ich dazu heute sprechen will und
- 5:53:39die war total schockiert, dass wir das
- 5:53:40noch nicht längst haben. Aber ich bin
- 5:53:42froh, dass sie jetzt auf dem Weg kommt.
- 5:53:44Die Frage ist natürlich schon auch wie.
- 5:53:46Erstmal möchte ich mich bedanken, dass
- 5:53:48seit dem Referentenentwurf noch
- 5:53:50Verbesserungen des Gesetz eingeflossen
- 5:53:52sind und dass auch noch mal geprüft
- 5:53:53wird, ob es noch mehr
- 5:53:54Souveränitätskriterien aufgenommen
- 5:53:56werden können. Trotzdem muss ich sagen,
- 5:53:58ich habe schon mehrere Fragezeichen da
- 5:54:01dran, dass sie nicht im vollen
- 5:54:02Funktionsumfang am Anfang bereit stehen
- 5:54:04wird, denn am Ende muss man eines sagen,
- 5:54:07das Vertrauen in digitale Produkte hat
- 5:54:09sich in der Vergangenheit nicht immer
- 5:54:11als Selbstläufer erwiesen, sondern wir
- 5:54:12haben viele Digitalprodukte gehabt, die
- 5:54:14gescheitert sind, die Menschen nicht
- 5:54:16genutzt haben. Vertrauen kann man am
- 5:54:18Ende nicht mit einem Update einspielen
- 5:54:20und deshalb ist Sicherheit von vorne
- 5:54:21rein ein ganz wichtiges Gut.
- 5:54:27Mit der Wallet sollen wir uns also
- 5:54:29ausweisen können. Das Ziel ist, dass wir
- 5:54:31Verträge abschließen können, aber es ist
- 5:54:33vor allem wichtig, dass sie Datenparsam
- 5:54:35eingesetzt wird und deswegen verstehe
- 5:54:37ich nicht ganz, warum zum einen die
- 5:54:39pseudonyme Nutzung am Anfang noch nicht
- 5:54:41da ist. Das würde Vertrauen schaffen und
- 5:54:43zum anderen auch die Zero Zero Knowledge
- 5:54:46Proof noch nicht da ist. Was ist das?
- 5:54:49Das würde bedeuten, dass wenn ich z.B.
- 5:54:51ein Produkt kaufen möchte, das ab 18
- 5:54:53ist, dass ich eben nicht meinen vollen
- 5:54:54Ausweis und nicht mein volles
- 5:54:56Geburtsdatum abgeben muss, sondern
- 5:54:57einfach nur bestätigen kann, ich bin 18
- 5:54:59oder nicht. Das wäre wichtig gewesen für
- 5:55:01das Vertrauen von Anfang an, das fehlt
- 5:55:04und das finde ich natürlich nicht gut.
- 5:55:06Und ich hatte vorhin gesagt, äh die
- 5:55:07Wallet werden wir alle nutzen können,
- 5:55:09aber ich muss da vielleicht auch noch
- 5:55:11mal ein bisschen, ich glaube, Wasser in
- 5:55:12den Wein eingießen, sagt man, denn
- 5:55:14leider wird die Wallet fürs erste auch
- 5:55:16erstmal nur für Android und iOS
- 5:55:18verfügbar sein und das halte ich für ein
- 5:55:20großes Problem, denn viele Menschen
- 5:55:22haben sich auf den Weg in Richtung
- 5:55:23Unabhängigkeit gemacht und genau diese
- 5:55:26Menschen können jetzt die Wallet zu
- 5:55:27Beginn nicht nutzen und da besteht auf
- 5:55:29jeden Fall noch Nachbesserungsbedarf.
- 5:55:33Ich
- 5:55:37möchte tatsächlich auch noch mal die
- 5:55:38Kommunen hier erwähnen. Die Kommunen
- 5:55:40stehen derzeit enorm unter Druck und die
- 5:55:42Kommunen sind der Ort, wo die Menschen
- 5:55:44Politik und den Staat direkt erleben. Im
- 5:55:47Moment in meiner Heimatstadt Nürnberg
- 5:55:49wurde eine Haushaltssperre verhängt und
- 5:55:50ich muss ganz klar sagen, alles was die
- 5:55:52Kommunen derzeit entlastet hilft und
- 5:55:55deshalb wäre es so wichtig, dass die
- 5:55:57Wallet eben auch zu einer echten
- 5:55:58Entlastung führen kann und nicht zu
- 5:56:00einer weiteren Belastung kommt. Wenn ich
- 5:56:02jetzt aber mit den Kommunen direkt
- 5:56:03spreche, dann sagen die mir, dass sie in
- 5:56:05Teilen zu dem Projekt, dass erst das in
- 5:56:07drei Monaten schon kommen soll, bisher
- 5:56:09nur eine allgemeine Information bekommen
- 5:56:11haben, obwohl ja am Ende die Menschen,
- 5:56:13wenn sie Fragen haben oder Probleme bei
- 5:56:15der ein beim Einsatz der Wallet, genau
- 5:56:17bei den Kommunen aufschlagen werden.
- 5:56:18Deswegen sage ich an der Stelle ganz
- 5:56:20klar, die Kommunen müssen dringend
- 5:56:22besser eingebunden werden.
- 5:56:28Aus meiner Sicht kann das
- 5:56:29Vorzeigeprojekt der Bundesregierung nur
- 5:56:31dann erfolgreich sein, wenn es von
- 5:56:33Anfang sicher von Anfang an sicher ist,
- 5:56:35von Anfang anparsam und von Anfang an
- 5:56:38Verbraucherinnenfreundlich und nicht
- 5:56:39erst irgendwann. Wir müssen beweisen mit
- 5:56:42diesem mit dieser Wallet, dass Vertrauen
- 5:56:44in den Staat möglich ist. Nur dann kann
- 5:56:47dieses Projekt gelingen. Vertrauen kann
- 5:56:49man wie gesagt nicht im Nachhinein erst
- 5:56:51aufbauen, sondern es muss von vorne rein
- 5:56:52mitgedacht werden. Sie müssen an der
- 5:56:54Stelle noch einiges nacharbeiten. Wir
- 5:56:56freuen uns trotzdem auf die Beratungen
- 5:56:58und bis dahin erstmal vielen Dank.
- 5:57:05Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 5:57:07ist Sonja Lemke für die Fraktion Die
- 5:57:09Linke.
- 5:57:18Sehr geehrte Z Frau Präsidentin, das ID
- 5:57:21Wallet heißt jetzt also du oder du,
- 5:57:24vielleicht auch Du oder Du so genau weiß
- 5:57:27man das nicht und vielleicht ist das
- 5:57:29auch gar nicht so schlimm. Was schlimm
- 5:57:31ist, ist, dass die Kommunen jetzt 3
- 5:57:33Monate von dem geplanten Staat immer
- 5:57:35noch nicht wissen, wie sie das Ding
- 5:57:36überhaupt anschließen sollen. Wenn man
- 5:57:39die Bundid hat, dann sei das ein
- 5:57:40Selbstläufer, heißt es aus dem
- 5:57:42Ministerium. Damit ist es aber eine
- 5:57:43reine Doppellösung, denn die Bundid und
- 5:57:45den E-PERO kann man bereits seit Jahren
- 5:57:47nutzen, um einen Teil der
- 5:57:48Verwaltungsleistung digital zu
- 5:57:50erledigen. Nur weiß das halt wirklich
- 5:57:52niemand. Das Problem ist ja nicht die
- 5:57:54verfügbarer Technik, es ist die
- 5:57:56Kommunikation und das Wissen. Da muss
- 5:57:58man mal ran.
- 5:58:01Doch
- 5:58:03doch stattdessen wird eine komplett neue
- 5:58:05Lösung geschaffen, bei der es von Anfang
- 5:58:06an fragwürdige Entscheidungen gab.
- 5:58:09Angefangen mit der Vergabe an die Sprint
- 5:58:10ursprünglich gedacht für reine
- 5:58:11Wirtschaftsverdrung. Die Sprint, die,
- 5:58:14man kann es nicht oft genug sagen, durch
- 5:58:15ein eigenes Gesetz von den normalen
- 5:58:17Compliance Regeln befreit ist. Und ob es
- 5:58:19dort dann Interessenskonflikte gibt, wer
- 5:58:21weiß. Die Sprint hat nun die technische
- 5:58:23Entscheidung getroffen, signien.
- 5:58:25Das heißt, auf allen Daten, die man mit
- 5:58:27dem Audi Wallet überträgt, ist ein
- 5:58:29staatliches Echtheitsziegel. Das kann
- 5:58:31man dann auch munter weitergeben und wir
- 5:58:32wissen, wie jetzt schon selbst mit
- 5:58:34höchsts sensiblen Standortdaten weltweit
- 5:58:36gehandelt wird. Damit soll man sich
- 5:58:38jetzt nicht nur bei der Verwaltung
- 5:58:39identifizieren, sondern auch bei
- 5:58:40Unternehmen. Und diese Unternehmen
- 5:58:43können frei entscheiden, welche Daten
- 5:58:45sie gerne abfragen möchten, ohne dass es
- 5:58:47überprüft wird. Es wird lediglich
- 5:58:49registriert und jeder kann das einsehen
- 5:58:52in der Hoffnung, die Zivilgesellschaft
- 5:58:53wird schon irgendwie richten. Wer so
- 5:58:55Daten schützen will, der lässt auch sein
- 5:58:57Fahrrad unangeschlossen draußen stehen
- 5:58:59in der Hoffnung, dass schon irgendjemand
- 5:59:01klingeln wird, wenn es geklaut wird. Das
- 5:59:03kann doch wirklich nicht der Ernst sein.
- 5:59:09Das mindeste, was es was es braucht,
- 5:59:11ist, dass die Unternehmen nur die Daten
- 5:59:13abrufen können, zu denen sie
- 5:59:14verpflichtet sind. Banken und
- 5:59:16Mobilfunkanbieter z.B., die zwingend die
- 5:59:18Identität prüfen müssen. Für die ist es
- 5:59:19sinnvoller als weiterhin bei einem
- 5:59:21Videoent mit dem Perso vor einer Kamera
- 5:59:23herumzuwedeln. Für den Rest muss es die
- 5:59:26Möglichkeit geben Pseudonyme zu
- 5:59:27verwenden, um nur minimale Infos preis
- 5:59:29zu geben, wie z.B. dass man vollerig ist
- 5:59:31oder ohne das Gebotsdatum zu
- 5:59:33übermitteln. Und diese Möglichkeit darf
- 5:59:35auch nicht dazu führen, dass man sich am
- 5:59:36Ende in jeder Ecke des Internets
- 5:59:38authentifizieren muss und ein Teil der
- 5:59:40Bevölkerung einfach aufgrund des Alters
- 5:59:41komplett ausgeschlossen wird. Da muss es
- 5:59:43klare Grenzen geben.
- 5:59:48Herr Wildberger, so wie es jetzt
- 5:59:50aussieht, können Sie die Audi Wallet
- 5:59:52unmöglich am 2. Januar an den Start
- 5:59:53gehen lassen. Stoppen Sie diesen Termin.
- 5:59:55Nehmen Sie sich Zeit, das vernünftig zu
- 5:59:57machen. Setzen Sie sich auf EU-Ebene
- 5:59:58dafür ein, dass die Fristen verschoben
- 6:00:00werden. Denn wenn diese hochsensiblen
- 6:00:02Daten einmal im Umlauf sind, dann kann
- 6:00:04man sie nicht mehr zurückholen. Vielen
- 6:00:06Dank.
- 6:00:09Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 6:00:11Dr. Markus Reichel für die
- 6:00:13Unionsfraktion.
- 6:00:22Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 6:00:25Kolleginnen und Kollegen, erst einmal
- 6:00:28Frau Lemke, das Ding, wie Sie sagten,
- 6:00:31heißt du und ich muss sagen, ich bin
- 6:00:34Ihnen, Herr Minister, ausgesprochen
- 6:00:36dankbar, dass wir dank ihrer Arbeit und
- 6:00:38der Arbeit ihres Ministeriums heute
- 6:00:40darüber und über dieses Gesetz sprechen
- 6:00:42können. Vielen Dank dafür.
- 6:00:47Denn es wird unser tägliches Leben
- 6:00:50verändern und zwar zum Besseren.
- 6:00:52Ein paar Beispiele. Wenn ich heute ein
- 6:00:55Auto ausleihe, muss ich meinen
- 6:00:56Führerschein persönlich vorlegen. Wenn
- 6:00:59meine Frau in der Sitzungswoche ein
- 6:01:01Einschreiben für mich abholen will, dann
- 6:01:03braucht sie eine schriftliche Vollmacht
- 6:01:05von mir und das ermöglichen wir künftig
- 6:01:09online, digital, sicher und mit wenigen
- 6:01:12Klicks. Und genau deswegen führen wir
- 6:01:14jetzt eben die digitale Brieftasche, die
- 6:01:16Di Wallet, ein.
- 6:01:19Und sie ist eben nicht einfach nur eine
- 6:01:21neue App fürs Handy, sondern sie ist der
- 6:01:24Anfang einer digitalen Infrastruktur,
- 6:01:27mit der wir alle irgendwann jeden
- 6:01:29Nachweis, den wir besitzen, genauso
- 6:01:31einfach, aber eben viel sicherer, Herr
- 6:01:34Minister, Sie haben es gesagt, Vorzeigen
- 6:01:36können eben sicherer als ein Dokument
- 6:01:38aus Papier.
- 6:01:41Und um das möglich zu machen, beraten
- 6:01:43wir heute dieses Gesetz, denn es geht
- 6:01:45darum, den rechtlichen Rahmen dafür, wie
- 6:01:47Bürger, Unternehmen und Staat künftig
- 6:01:50mit sicheren digitalen Identitäten
- 6:01:52zusammenarbeiten können zu schaffen und
- 6:01:54das europaweit. Das ist großartig.
- 6:01:59Ganz konkret, ab dem ersten, ab dem 2.
- 6:02:02Januar 2027 soll die staatliche Wallet
- 6:02:05starten und man kann sie sich vorstellen
- 6:02:07wie ein digitales Portemonnaie statt
- 6:02:10Plastikkarten, aber eben dann Nachweise,
- 6:02:12zuerst der Personalausweis, später
- 6:02:14Führerschein, Rentenausweis, Zeugnisse.
- 6:02:17Denn eine Wallet, die nur den Ausweis
- 6:02:19zeigen würde, wäre eben noch kein
- 6:02:21Fortschritt. Den Unterschied merkt man
- 6:02:23eben erst, wenn man damit wirklich etwas
- 6:02:26erledigen können. Und deswegen ist es
- 6:02:27auch so wichtig, dass immer mehr
- 6:02:29Behörden, Kommunen und Unternehmen diese
- 6:02:31Nachweise sowohl ausstellen als eben
- 6:02:33dann auch annehmen werden. Und das ist
- 6:02:35ja dann der Fortschritt. Kein
- 6:02:36Behördengang mehr, kein Papier, kein
- 6:02:39Scannen, kein Warten und so erhöhen wir
- 6:02:42ganz konkret die Lebensqualität in
- 6:02:44unserem Land. Ich weiß, dass viele
- 6:02:48Bürgerinnen und Bürger eine Sorge haben.
- 6:02:50Ist das denn sicher? Wer sieht, was ich
- 6:02:53vorzeige? Und die Fragen sind
- 6:02:55nachvollziehbar. Aber die digitale
- 6:02:57Brieftasche ist eben keine Bedrohung für
- 6:03:00Sicherheit und Datenschutz. Ganz im
- 6:03:02Gegenteil, sie erhöht Sicherheit und
- 6:03:04Datenschutz, denn sie wird beides
- 6:03:06können, einfacher nachweisen und weniger
- 6:03:08Preis geben. Ein Beispiel eben, wenn
- 6:03:11junge Erwachsene im Club oder im Laden
- 6:03:13ihr Alter nachweisen müssen, dann zeigen
- 6:03:15sie heute ihren ganzen Ausweis. Künftig
- 6:03:17ist es eben nur noch die Abfrage über
- 6:03:1918, ja oder nein? Und der klassische
- 6:03:22Ausweis bleibt die digitale Brieftasche
- 6:03:24ist hier eine Ergänzung. Also die Wallet
- 6:03:27ist ein enormer Schritt für die digitale
- 6:03:29Infrastruktur Deutschlands und der EU.
- 6:03:31Und ich hoffe, dass wir auch bald
- 6:03:33unseren digitalen Abgeordneten Ausweis
- 6:03:36in die Wallet hineinbringen können. Ich
- 6:03:38bitte alle Fraktionen um eine
- 6:03:39konstruktive Beratung dieses
- 6:03:40Gesetzentwurf. Vielen Dank.
- 6:03:48Der nächste Redner dieser Debatte ist
- 6:03:50Steffen Jannich für die AfD Fraktion.
- 6:04:02Frau Präsidentin, meine Damen und
- 6:04:03Herren, mit dem vorliegen digital
- 6:04:07digitale Identitätengesetz
- 6:04:09soll das europäische ID Wallet in
- 6:04:12deutsches Recht überführt werden.
- 6:04:14Darunter versteht man jene digitale
- 6:04:16Brieftasche, die künftig
- 6:04:17Personalausweis, Führerschein, Zeugnisse
- 6:04:20und noch viel mehr in beinhalten soll.
- 6:04:23Die Bundesregierung behauptet, dies
- 6:04:25führe zu wesentlich vereinfachten für
- 6:04:26den Vereinfachung für den Bürger in
- 6:04:29vielfältigen Lebens- und
- 6:04:30Wirtschaftslagen. Wir als AfD sehen
- 6:04:33dieses Gesetz differenzierter. Zur
- 6:04:36Wahrheit gehört, es gibt an diesem
- 6:04:38Gesetz auch positives. Nach eigenen
- 6:04:40Angaben der Bundesregierung sinkt der
- 6:04:42jährliche Zeitaufwand für Bürger um 3,9
- 6:04:45Millionen Stunden. Bürokratieabbau ist
- 6:04:49das, was wir gerade für unsere
- 6:04:51Wirtschaft von Beginn anfordern und
- 6:04:53begrüßen. Zur Wahrheit gehört aber auch.
- 6:04:55Die vielbeschworene Freiwilligkeit der
- 6:04:57Wallet ist auf dem Papier verbrieft,
- 6:05:00aber in der Praxis sieht das anders aus.
- 6:05:02Digitalminister Wildberger konnte in der
- 6:05:05Regierungsbefragung letztes Jahr nicht
- 6:05:08garantieren, dass aus der Wallet nicht
- 6:05:10doch ein faktischer Zwang entsteht, etwa
- 6:05:13über den schleichenden Abbau analoger
- 6:05:15Alternativen. Wir kennen eine derartige
- 6:05:18digitale Zwangsverpflichtung bereits
- 6:05:19leidlich aus dem Online Zugangsgesetz.
- 6:05:22Kritisch sehen wir auch die Gefahr, dass
- 6:05:25ausstellende Behörden nachvollziehen
- 6:05:27können, wann und wo Bürger ihre digitale
- 6:05:29Identität nutzen. Genau das haben wir
- 6:05:32bereits vergangenes Jahr in unserer
- 6:05:34kleinen Anfrage hinterfragt, ohne eine
- 6:05:37befriedigende Antwort der
- 6:05:38Bundesregierung zu erhalten. Ab
- 6:05:41abschließend sei noch erwähnt,
- 6:05:44Deutschland ist nicht Pakistan. Berlin
- 6:05:48ist noch nicht Pakistan. Aber in
- 6:05:51Pakistan hat die Regierung bereits als
- 6:05:52Reaktion auf regierungskritische
- 6:05:55Proteste tausende computerisierte
- 6:05:57nationale Personalausweise sperren
- 6:05:59lassen. Das sollten wir besonders nach
- 6:06:02dem Wahlsed der Linken in Berlin niemals
- 6:06:04vergessen. Meine Damen und Herren,
- 6:06:08wir haben es Ihnen erst im Juni dieses
- 6:06:10Jahres vorgelegt. Wir fordern den Stopp
- 6:06:12deri Wallet Umsetzung und stattdessen
- 6:06:15eine rein nationale auf
- 6:06:16Verwaltungsvorgänge begrenzte digitale
- 6:06:19Lösung bei vollem Erhalt gleichwertiger
- 6:06:22analoger Wege. Das ist nicht rü
- 6:06:24rückständig. Das ist die konsequente
- 6:06:27Fortsetzung dessen, was wir als AfD
- 6:06:29immer vertreten haben. Das Recht auf ein
- 6:06:31analoges Leben, Bargeld als Freiheit und
- 6:06:34Schutz vor Totalüberwachung. Grundsätze,
- 6:06:37die wir fest in unserem Wahlprogramm
- 6:06:39verankert haben. Die AfD Fraktion stuft
- 6:06:42den Gesetzentwurf daher grundrechtlich
- 6:06:44riskant und in der vorliegenden Form für
- 6:06:46nicht zustimmungsfähig ein.
- 6:06:51Der nächste Redner und letzte Redner in
- 6:06:54dieser Debatte ist für die
- 6:06:55Unionsfraktion Hans Jörg Durz.
- 6:07:03Sehr geehrte Frau Präsidentin, verehrte
- 6:07:05Kolleginnen und Kollegen, meine sehr
- 6:07:06geehrten Damen und Herren, wenn man die
- 6:07:08Debatte so verfolgt, ist es immer wieder
- 6:07:10erstaunlich, wie selbst Lösungen, die
- 6:07:13von internationalen absoluten
- 6:07:15Toppexerten entwickelt werden und das
- 6:07:18Leben der Menschen einfacher und besser
- 6:07:20machen, wie selbst solche Lösungen
- 6:07:22versucht werden, schlecht zu reden. Es
- 6:07:23ist völlig unverständlich.
- 6:07:26Genau vor Genau vor 20 Jahren wurde in
- 6:07:30Kalifornien ein neuer Bildschirm
- 6:07:32vorgestellt. Ziel war eine Bedienung,
- 6:07:35die sich intuitiv und natürlich anfühlt,
- 6:07:37der sogenannte Multitouchscreen. Und ein
- 6:07:40Jahr später wurde dann das iPhone
- 6:07:43vorgestellt. Es veränderte unsere
- 6:07:46Verbindung mit dem Gerät und unseren
- 6:07:49Zugang zur digitalen Welt. Vor allem
- 6:07:52aber wurde die Bedienung digitaler
- 6:07:54Technik plötzlich ganz
- 6:07:55selbstverständlich. Tippen, wischen,
- 6:07:58navigieren, fotografieren, genauso wie
- 6:08:01wir es intuitiv erwarten. Was damals neu
- 6:08:04war, ist heute längst
- 6:08:06selbstverständlich. Diese intuitive Art
- 6:08:10digitalen Welt umzugehen ist heute in
- 6:08:13fast allen Lebensbereichen angekommen,
- 6:08:15aber eben nur in fast allen. Bei
- 6:08:18Verwaltungsdienstleistungen
- 6:08:20müssen wir uns teilweise noch durch
- 6:08:22Verfahren arbeiten, die wenig mit
- 6:08:25unserem digitalen Alltag zu tun haben.
- 6:08:28Aber auch bei der Eröffnung eines
- 6:08:30Bankkontos beispielsweise muss man sich
- 6:08:33gelegentlich sehr kompliziert
- 6:08:34identifizieren. Und manchmal zeigt sich
- 6:08:37die Lücke sogar in ganz alltäglichen
- 6:08:41Situationen. Denkt man daran, Fahrkarten
- 6:08:44beispielsweise im Zug, hat man in der
- 6:08:46Regel auf dem Smartphone, wenn ein
- 6:08:49Kontrolleur kommt, muss man seinen
- 6:08:50Ausweis aus der Geldbörse holen. Da
- 6:08:52haben wir wieder analog und digital. Und
- 6:08:56genau daran wird sich durch die neue Diu
- 6:09:00App der digitalen Brieftasche aber
- 6:09:02grundlegend etwas ändern.
- 6:09:07Wir
- 6:09:08haben es bereits gehört, die App bringt
- 6:09:11unseren digitalen Nachweis auf das
- 6:09:13Gerät, dass wir ohnehin ständig bei uns
- 6:09:15haben und sie folgt damit demselben
- 6:09:18Prinzip, dass damals das iPhone so
- 6:09:20populär machte. Nicht der Mensch passt
- 6:09:22sich der Technik an, sondern die Technik
- 6:09:24passt sich stärker an das an, was wir
- 6:09:26tun möchten. Die Du App ist darum auch
- 6:09:29kein weiteres digitales
- 6:09:31Verwaltungsverfahren, sondern eine App,
- 6:09:34die wir ganz selbstverständlich im
- 6:09:36Alltag nutzen. Ich dürfte den Piloten
- 6:09:38schon anschauen und ich muss sagen, es
- 6:09:40macht Spaß. Ich freue mich darauf, wenn
- 6:09:42es diese App dann tatsächlich gibt. Mit
- 6:09:47dem digitale Identitätengesetz schaffen
- 6:09:49wir jetzt den rechtlichen Rahmen dafür.
- 6:09:52Aber wird nicht nur einfach eine gute
- 6:09:54App. Entscheidend ist auch das Ökosystem
- 6:09:56auch daran. Darauf ist schon hingewiesen
- 6:09:59worden. Ich bin dem BMWs und Minister
- 6:10:02Wildberger sehr dankbar, dass es die
- 6:10:04dass er diese die App so vorangetrieben
- 6:10:06hat, dass wir im nächsten Jahr diese
- 6:10:08verfügbar haben. So wie das Smartphone
- 6:10:10unseren Zugang zur digitalen Welt
- 6:10:12einfacher und besser gemacht hat, wird
- 6:10:14die DU App auch unseren Alltag einfacher
- 6:10:17und besser machen. Vielen Dank.
- 6:10:24Damit schließe ich die Aussprache.
- 6:10:25Interfraktionell wird die Überweisung
- 6:10:27des Gesetzentwurfes auf Drucksache 7408
- 6:10:30an die in der Tagesordnung aufgeführten
- 6:10:32Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es
- 6:10:34weitere Überweisungsvorschläge? Wenn das
- 6:10:36nicht der Fall ist, dann verfahren wir
- 6:10:39wie vorgeschlagen. Ich rufe jetzt auf
- 6:10:41die Tagesordnungspunkte 6A und 6b,
- 6:10:43Beratung der Beschlussempfehlung des
- 6:10:45Finanzausschusses zu den Anträgen der
- 6:10:47Fraktion Die Linke mit den Titeln
- 6:10:50Immobilientransparenzregister
- 6:10:52einrichten, Geldwäsche bekämpfen,
- 6:10:54Transparenz über Eigentumsverhältnisse
- 6:10:56am Wohnungsmarkt herstellen sowie keine
- 6:10:59Spekulation mit Wohnraummktzugang von
- 6:11:01Immobilienunternehmen einschränken,
- 6:11:03Mieterinnen und Mieter schützen. Für die
- 6:11:05Aussprache wurde eine Dauer von 30
- 6:11:08Minuten beschlossen. Ich eröffne hiermit
- 6:11:11die Aussprache.
- 6:11:13Nehmen bitte die notwendigen
- 6:11:14Platzwechsel vor
- 6:11:17und dann wäre der erste Redner oder ist
- 6:11:21der erste Redner in dieser Debatte für
- 6:11:23die SPD Fraktion Dr. Philip Rott Rott
- 6:11:26Wilhm.
- 6:11:34Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und
- 6:11:36Kollegen, Geldwäsche im Immobilienmarkt
- 6:11:39ist ein ernstes Thema und deswegen haben
- 6:11:42wir es ernst genommen und gehandelt.
- 6:11:45Deshalb gibt es heute Meldepflichten für
- 6:11:48Immobiliengeschäfte.
- 6:11:50Deshalb darf niemand mehr ein Haus mit
- 6:11:52Bargeld bezahlen und deshalb setzen wir
- 6:11:55die EU-Vorgabe zum Immobilienregister
- 6:11:58um. Behörden werden bis 2029 zentral
- 6:12:02abrufen können, wem ein Grundstück
- 6:12:04gehört und was es gekostet hat. Sie
- 6:12:07aber, liebe Kolleginnen und Kollegen von
- 6:12:09den Linken, wollen daraus ein
- 6:12:11Supergister für jede Wohnung in der
- 6:12:13Republik machen. Sie wollen jede Miete
- 6:12:15kennen, jede Änderung bin vier Wochen
- 6:12:17gemeldet haben. Jeder Mietvertrag soll
- 6:12:20Ihnen als PDF vorliegen. Also Steuerung
- 6:12:22von ganz oben. Die 80-jährige Witwe, die
- 6:12:25ein Zimmer an eine Studentin vermietet,
- 6:12:28die darf also künftig Verträge
- 6:12:29einscannen, anonymisieren und auf ein
- 6:12:32Behördenportal hochladen. Viel Spaß
- 6:12:34dabei.
- 6:12:36Wir haben schon genug Bürokratie in
- 6:12:38diesem Land. Wo Daten ohnehin den Ämtern
- 6:12:42vorliegen, sollen sie gern
- 6:12:43zusammengeführt werden. Aber Millionen
- 6:12:45Menschen zu Datenanten des Staates zu
- 6:12:47machen, ohne einen konkreten Mehrwert,
- 6:12:50liebe Kolleginnen und Kollegen, da
- 6:12:51machen wir nicht mit.
- 6:12:56In ihrem zweiten Antrag wollen Sie einen
- 6:12:58Regelkatalog für Wohnungsunternehmen ab
- 6:13:0150 Wohneinheiten aufstellen. Jedem
- 6:13:03Unternehmen, das gegen ihre Regeln
- 6:13:06verstößt, wollen Sie die Vermietung
- 6:13:08verbieten. Und die Regeln sind wie immer
- 6:13:10bei Ihnen reichlich, willkürlich und
- 6:13:12Ideologie geladen. Das Unternehmen wird
- 6:13:14an der Börse gehandelt. Zack, Lizenz
- 6:13:16weg. Es weiß nicht genug Rückstellung
- 6:13:18für Sanierungen auf. Zack, Lizenz weg.
- 6:13:22Es gibt keine Garantie ab sich an
- 6:13:23weitaus strengere Regeln zu halten, als
- 6:13:25sie für alle anderen Vermieter in
- 6:13:27Deutschland gelten. Was machen wir?
- 6:13:29Zack, Lizenz weg. Die Wohnungen müssen
- 6:13:32also verkauft werden. Ich habe mich beim
- 6:13:34Lesen ehrlicherweise gefragt, was soll
- 6:13:37dadurch eigentlich besser werden? Für
- 6:13:39die betroffenen Unternehmen gelten
- 6:13:41Mietpreisbremse, Kappungsgrenze und
- 6:13:43Kündigungsschutz genauso wie für jeden
- 6:13:46anderen Vermieter. Dieser Antrag
- 6:13:47verbessert also die aktuelle Lage nicht.
- 6:13:50Auch diesen lehnen wir ab.
- 6:13:55Und nun diskutieren wir diese Anträge
- 6:13:57heute nicht im luftleeren Raum. Die
- 6:13:59Linke hat am Sonntag in Berlin eine Wahl
- 6:14:01gewonnen. Dazu gratuliere ich Ihnen. Und
- 6:14:04warum haben Sie gewonnen? Weil fast
- 6:14:05jeder zweite Wähler unter 35 hier sie
- 6:14:08gewählt hat. Das sind genau die jungen
- 6:14:10Menschen, die gerade ihren ersten Job
- 6:14:12haben, die sich etwas aufbauen, die
- 6:14:14vielleicht eine Familie gründen wollen.
- 6:14:16Sie haben die Stimmen dieser Generation
- 6:14:17bekommen, weil sie versprochen haben,
- 6:14:19Wohnen für Sie wieder bezahlbar zu
- 6:14:21machen. Aber wie? Sie wollen die Mieten
- 6:14:24bei den landeseigenen Wohnungen
- 6:14:26einfrieren und dauerhaft niedrig halten.
- 6:14:28So weit so gut. Dem Land Berlin gehören
- 6:14:31400.000 1000 Wohnungen. Zählt man die
- 6:14:33Genossenschaften noch hinzu, dann ist
- 6:14:35jede dritte Mietwohnung in Berlin in
- 6:14:37gemeinwohl orientierter Hand. Wenn ein
- 6:14:39so großer Bestand günstig vermietet
- 6:14:41wird, dann drückt das die Mieten in der
- 6:14:43ganzen Stadt. So hat es Wien unter
- 6:14:45Sozialdemokraten seit den 1920er Jahren
- 6:14:49gut vorgemacht. Das ist ein gutes
- 6:14:51Modell. Dafür haben sie die SPD in
- 6:14:53diesem Haus mit an Bord. Bis hierhin
- 6:14:56gehen wir mit. Aber dann beginnt bei
- 6:14:58Ihnen der Populismus und sie verlassen
- 6:15:00den Weg der Vernunft. Sie wollen die
- 6:15:02großen Wohnungskonzerne in Berlin
- 6:15:04enteignen. 220.000
- 6:15:07Wohnungen nicht abkaufen. Nein,
- 6:15:09enteignen. Das würde sie 42 Milliarden
- 6:15:12Euro kosten. So eine Schätzung von äh
- 6:15:162021. Inzwischen sind die Preise noch
- 6:15:19einmal gestiegen. Das ist quasi ihr
- 6:15:21kompletter Berliner Haushalt. Ich weiß,
- 6:15:24sie sagen jetzt, das kriegt man für 8
- 6:15:27Milliarden hin.
- 6:15:27Herr Kollege, gibt eine Frage aus der
- 6:15:29Fraktion Die Linke. Wollen Sie die
- 6:15:31zulassen?
- 6:15:31Sehr gerne.
- 6:15:33Bittte schön.
- 6:15:36Ja. Äh Herr Kollege Rottilm, vielen
- 6:15:39Dank, dass Sie die Zwischenfrage
- 6:15:40zulassen. Sie haben ja gerade gesagt,
- 6:15:41die Forderung nach einer
- 6:15:42Vergesellschaftung von großen privaten
- 6:15:44Bogenskonzernen, das Planker Populismus.
- 6:15:47Äh, wenn dem so sei, dann frage ich mich
- 6:15:49allerdings, warum ja auch die SPD in
- 6:15:51Berlin diese Beschlusslage hat, nämlich
- 6:15:53von der Basis, die gesagt hat, auch wir
- 6:15:55wollen, dass dieser demokratische
- 6:15:56Volksentscheid umgesetzt wird. Wie
- 6:15:59erklären Sie sich also, dass Ihre
- 6:16:01Parteibasis in Berlin diesen
- 6:16:03Volksentscheid umsetzen will und sie es
- 6:16:05hier ins Reich des Populismus abtun? Das
- 6:16:07ist doch offenbar ein großer
- 6:16:08Widerspruch.
- 6:16:14Nein, das ist kein Widerspruch, liebe
- 6:16:16Kollegin. Es geht darum, ähm was äh was
- 6:16:20Sie umsetzen wollen. Sie wollen eine
- 6:16:21Vergesellschaftlung nach Artikel 15
- 6:16:24Grundgesetz, sie ist noch nie angewandt
- 6:16:25worden und das hat auch einen guten äh
- 6:16:27Grund, insbesondere die zulässige
- 6:16:30Entschädigung dafür, und darum wird's ja
- 6:16:32jetzt gehen, die ist richterlich
- 6:16:34ungeklärt. Entschädigung muss der
- 6:16:37Verkehrswert sein und genau darauf
- 6:16:40wollte ich gerade eingehen, den sie
- 6:16:43nicht zahlen wollen, ne? Die Maßnahme
- 6:16:45muss verhältnismäßig sein und Ihr
- 6:16:47Haushalt ist ungefähr so groß wie das,
- 6:16:50was Sie bezahlen müssten, liebe
- 6:16:52Kolleginen. Und deswegen wird das so,
- 6:16:54wie Sie sich das vorstellen, einfach
- 6:16:55nicht funktionieren und ist
- 6:16:57wirtschaftspolitischer Unsinn. Und das
- 6:16:59muss man ihnen leider auch sagen, weil
- 6:17:01wir das so nicht durchgehen lassen.
- 6:17:06Ich weiß, sie äh wollen das äh für 8
- 6:17:10Milliarden äh hinbekommen, um das mal
- 6:17:12greifbar zu machen. Das würde bedeuten,
- 6:17:14sie zahlen für jede Wohnung hier 37 000
- 6:17:16€ pro Wohnung, also ein Bruchteil des
- 6:17:19Wertes. Zum Glück haben wir ein
- 6:17:21Bundesverfassungsgericht, das ihr
- 6:17:23Vorhaben verhindern wird. würden sie es
- 6:17:25umsetzen, dann würden sie damit die
- 6:17:27soziale Marktwirtschaft in Berlin zu
- 6:17:29Grabe tragen. Wer einmal erlebt hat,
- 6:17:31dass der Staat sich nimmt, was er will
- 6:17:33und dafür bezahlt, was ihm passt und
- 6:17:35nicht, was es wert ist, der investiert
- 6:17:37hier nämlich nie wieder. Und was würden
- 6:17:40Sie erreichen? 220.000 Wohnungen, die es
- 6:17:43schon gibt. Die haben dann einen neuen
- 6:17:45Eigentümer, die Staatskasse des Landes
- 6:17:47Berlin, die Gerät in Schieflage, die
- 6:17:49Kredite für die Entschädigung, die
- 6:17:50müssen Sie dann übrigens auch noch
- 6:17:51bedienen. Also fragen Sie mal unsere
- 6:17:53Freunde in Frankreich, was mit den
- 6:17:55Kreditzinsen für Staatsanleihen in
- 6:17:56Frankreich passiert das, nachdem die in
- 6:17:581982 Banken und Industrieunternehmen
- 6:18:01enteignet haben. Wohl gemerkt zu
- 6:18:03Marktpreisen, nicht so wie Sie das
- 6:18:05machen wollen. Ähm, die haben danach auf
- 6:18:07französisch Staatsanleihen über 17%
- 6:18:10Zinsen gezahlt. 7% mehr als seiner Zeit
- 6:18:13in Deutschland. Ich wünsche Ihnen viel
- 6:18:15Erfolg dabei, die Mieten in diesen
- 6:18:17Wohnungen zu senken, weil sie
- 6:18:18zweistellige Zinsen für Kredite bezahlen
- 6:18:20müssen. Das ist leider vollkommen
- 6:18:22unrealistisch.
- 6:18:25Nein, meine Damen und Herren, für die
- 6:18:26Mieter, die heute im Schnitt 8,30 € den
- 6:18:29Quadratmeter im Bestand bezahlen, ändert
- 6:18:31sich durch Ihre Enteignung nichts zum
- 6:18:33Besseren, auch wenn Sie es zehn mal
- 6:18:36erzählen. Für jeden, der in Berlin bauen
- 6:18:37will, ändert sich dagegen sehr viel. All
- 6:18:40denen senden Sie die klare Botschaft.
- 6:18:42Wir wollen Sie hier nicht. Mit ihren
- 6:18:45Vergesellschaftungsfantasien
- 6:18:47verunsichern sie nicht nur Investoren in
- 6:18:49unserer Hauptstadt, sondern in unserem
- 6:18:51Land. Und das alles tun sie nur, um ihr
- 6:18:54altes Feindbild zu bedienen. Dabei sind
- 6:18:56die Konzerne nicht der Grund, warum
- 6:18:58Berlin Wohnungen fehlen. Der Grund ist,
- 6:19:01dass über Jahrzehnte zu wenig gebaut
- 6:19:03wurde. Also nehmen Sie das Geld, dass
- 6:19:04Sie für die Entschädigungen ausgeben
- 6:19:06wollen und bauen Sie damit mit den
- 6:19:07landeseigenen Gesellschaften, mit den
- 6:19:09Genossenschaften, mit dem Bund. Dabei
- 6:19:11haben Sie uns auch an ihrer Seite nicht
- 6:19:14beim Enteignen.
- 6:19:18Die nächste Rednerin in die
- 6:19:22Wir haben jetzt hier keine Nebendebatte
- 6:19:24neben der Debatte. So, der nächste
- 6:19:25Redner in dieser Debatte ist für die AfD
- 6:19:28Fraktion Dr. Paul Schmidt.
- 6:19:42Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 6:19:44Kolleginnen und Kollegen, Sie von der
- 6:19:47linken haben uns den Antrag mit dem
- 6:19:48Titel Immobilientransparenzregister
- 6:19:50einrichten, Geldwäsche bekämpfen,
- 6:19:52Transparenz über Eigentumsverhältnisse
- 6:19:54am Wohnungsmarkt herstellen vorgelegt.
- 6:19:58Darin geht es Ihnen aber offensichtlich
- 6:19:59um viel mehr als nur um Geldwäsche. Sie
- 6:20:02wollen nicht nur wissen, wem eine
- 6:20:05Immobilie gehört und wer wirtschaftlich
- 6:20:07berechtigter ist. Sie wollen für
- 6:20:09Wohnungen unter anderem die
- 6:20:11Nettokaltmiete, die Zimmerzahl, den
- 6:20:14Lehrstand, die Energieeffizienz, die
- 6:20:16Sozialbindung und sogar die Mietverträge
- 6:20:19und spätere Vertragsänderungen erfassen.
- 6:20:22Eigentümer sollen Änderungen innerhalb
- 6:20:24von vier Wochen melden und all diese
- 6:20:27Daten wollen sie nicht nur verschiedenen
- 6:20:31staatlichen Institutionen,
- 6:20:33sondern auch NGOs,
- 6:20:36Journalisten und so weiter zugänglich
- 6:20:38machen. Hier geht es also nicht um
- 6:20:40Geldwäsche. Sie, Sie wollen das alles
- 6:20:44wissen, Sie und Ihre NGOs, um Vermieter
- 6:20:46weiter gängeln und bevormunden zu
- 6:20:48können.
- 6:20:51Es stimmt. Deutschland muss aufgrund der
- 6:20:54europäischen Geldwäscherichtlinie bis
- 6:20:56Juli 202 eine zentrale Zugangsstelle für
- 6:21:00Immobiliend schaffen. Dafür braucht es
- 6:21:03Eigentümerdaten und Kaufpreise. Ihr
- 6:21:06Antrag geht aber weiter rüber hinaus.
- 6:21:08Wir lehnen ihn ab.
- 6:21:11Ihr zweiter Antrag, mit dem Sie den
- 6:21:14Anführungszeichen Marktzugang vom
- 6:21:16Immobilienunternehmen einschränken,
- 6:21:18Anführungszeichen Ende wollen, hat zum
- 6:21:22Ziel ganz viele Vermieter zu zwingen,
- 6:21:26ihre Wohnimmobilie zu verkaufen oder
- 6:21:28zumindest die Vermietung einzustellen.
- 6:21:31Zur Begründung beklagen Sie die hohen
- 6:21:33Gewinne börsnotierter
- 6:21:35Immobilienunternehmen.
- 6:21:37Es ist tatsächlich nicht zu verstehen,
- 6:21:40dass diese Unternehmen beim Erwerb von
- 6:21:42Wohnimmobilien anders als private
- 6:21:45Vermieter meistens keine
- 6:21:47Grunderwerbsteuer zahlen. Am 21. April
- 6:21:512021 haben wir als AfD Fraktion hier im
- 6:21:54deutschen Bundestag für echte
- 6:21:57Immobilienunternehmen eine Besteuerung
- 6:21:58vom Erwerb von mehr als 50% der Anteile
- 6:22:02der sogenannte Shareal beantragt. Diesen
- 6:22:04Antrag haben Sie damals abgelehnt.
- 6:22:07Nun fordern Sie mit der Begründung fünf
- 6:22:11ganze 5%
- 6:22:13der Wohnungen im deutschen
- 6:22:14Geschosswohnungsbau sein im Besitz
- 6:22:16Börsenierter Wohnungsbauunternehmen
- 6:22:18unter anderem, dass jedem Vermieter, der
- 6:22:22nicht nachweisen kann, dass er genügend
- 6:22:24Geld für die Instandsetzung und der
- 6:22:25Neuerung seiner Mietwohnung zurückgelegt
- 6:22:28hat, die Genehmigung zur gewerblichen
- 6:22:30Vermietung entzogen wird. So steht es in
- 6:22:32ihrem Antrag drin. Das betrifft aber
- 6:22:35direkt die meisten privaten Vermieter.
- 6:22:40Das betrifft direkt die rund 15
- 6:22:42Millionen Privatvermieteter Wohnungen in
- 6:22:46Deutschland.
- 6:22:47Sie fordern bei jeder Gelegenheit mehr
- 6:22:50Mietwohnungen und bringen aktuell einen
- 6:22:53Antrag ein, der die Anzahl der
- 6:22:55Mietwohnungen per Gesetz um bis zu 15
- 6:22:58Millionen reduziert.
- 6:23:00Wir fordern dagegen, die bereits jetzt
- 6:23:03völlig übertriebene Gängelung privater
- 6:23:06Vermieter umgehen zu beenden. Laut einer
- 6:23:10Vermieterbefragung von Haus und Grund
- 6:23:12von 2026 haben auch ohne ihre
- 6:23:16Gesetzesvorhaben
- 6:23:17bereits 60% der privaten Vermieter, die
- 6:23:21befragt wurden, angegeben, dass sie es
- 6:23:24für wahrscheinlich halten, ihre
- 6:23:26Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise
- 6:23:29einzustellen. 60% der befragten privaten
- 6:23:33Vermieter wollen nicht mehr vermieten.
- 6:23:35Wir brauchen aber doch ganz dringend
- 6:23:36mehr private Vermieter und nicht
- 6:23:38weniger. Wir als AfD fordern daher
- 6:23:41bessere Bedingungen für Wohneigentum,
- 6:23:43Vermögensbildung und einen
- 6:23:44funktionierenden Immobilienmarkt und
- 6:23:46lehnen die Anträge der Linken ab. Vielen
- 6:23:49Dank.
- 6:23:52Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 6:23:54Philip Hoffmann für die Unionsfraktion.
- 6:24:03Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe
- 6:24:05Kolleginnen und Kollegen, es ist
- 6:24:06richtig, dass wir bei der Bekämpfung von
- 6:24:09Geldwäsche besser werden müssen,
- 6:24:11insbesondere auch im Nichtfinanzsektor.
- 6:24:14Das ist aber die einzige Gemeinsamkeit,
- 6:24:16die wir bei diesem Antrag mit dem
- 6:24:17Antragsteller haben, denn wir brauchen
- 6:24:20beim Thema Geldwäsche Bekämpfung
- 6:24:22deutlich mehr Wirkung und deutlich
- 6:24:24weniger Bürokratie. Die sechste
- 6:24:27EU-Geldwäscherlinie verpflichtet auch
- 6:24:29Deutschland dazu, bis zum 10. Juli 2029
- 6:24:33eine Zugangsstelle für Immobiliend
- 6:24:36einzurichten.
- 6:24:37Ziel ist es, den zuständigen Behörden
- 6:24:40einen schnellen digitalen Zugriff auch
- 6:24:42für die Geldwäscheermittlung
- 6:24:44erforderlichen Informationen zu
- 6:24:46ermöglichen. Die Richtlinie nennt dabei
- 6:24:49ausdrücklich Mindestanforderungen.
- 6:24:51Sie eröffnet den Mitgliedstaaten damit
- 6:24:53Spielräume für weitergehende Regelungen.
- 6:24:55Für uns gilt dabei jedoch der klare
- 6:24:57Grundsatz, kein überflüssiges
- 6:25:00Goldplating. europäischer Vorgaben und
- 6:25:02bei Geldwäsche Bekämpfung weniger
- 6:25:04Bürokratie, mehr Wirksamkeit. Genau
- 6:25:07dieser Grundsatz wird im Antrag der
- 6:25:10Linken verlassen.
- 6:25:12Aus der Sicht der Linken ist es ein
- 6:25:15Instrument, das nicht nur zur
- 6:25:17Geldwäschebämpfung, sondern vor allem
- 6:25:19zur umfassenden Wohnungs und
- 6:25:22verwaltungspolitisches Register dienen
- 6:25:23soll. Die EU-Richtlinie verlangt
- 6:25:26insbesondere Angaben zur Immobilie, zum
- 6:25:29Eigentümer, zum Kaufpreis, zur
- 6:25:32Belastung, zur Eigentumshistorie
- 6:25:35und relevante Dokumente. Das ist
- 6:25:37eigentlich schon sehr viel. Der Antrag
- 6:25:40der Linken ergänzt darüber hinaus für
- 6:25:43weitere Schritte unter anderem Netto
- 6:25:45kaltmieten, Mietverträge,
- 6:25:47Vertragsveränderung,
- 6:25:49Lehrstand, Anzahl an Zimmern,
- 6:25:52energetische Sanierung,
- 6:25:54Energieeffizienzklassen,
- 6:25:56öffentliche Förderungen und zahlreiche
- 6:25:59weitere wohnungspolitische
- 6:26:01Informationen. Wer sich die Frage
- 6:26:03stellt, welchen konkreten Beitrag
- 6:26:05leisten diese zusätzlichen Informationen
- 6:26:07zur Bekämpfung von Geldwäsche? Die
- 6:26:08Antwort ist keine.
- 6:26:15Stattdessen vermischt der Antrag
- 6:26:17unterschiedliche politische Ziele. Unter
- 6:26:19dem Schlagwort der Geldwäschbekämpfung
- 6:26:21sollen gleichzeitig Mietpreisentwicklung
- 6:26:23überwacht werden, Lehrstände erfasst
- 6:26:25werden, Zweckentfremdung bekämpft
- 6:26:28werden, der Zensus unterstützt werden,
- 6:26:30der Steuervollzug erleichtert werden und
- 6:26:33zusätzliche Datengrundlagen für die
- 6:26:35Wohnungspolitik der Linken geschaffen
- 6:26:36werden. Es mag wohnungspolitisch
- 6:26:38vielleicht diskutiert werden können,
- 6:26:40aber hat mit Geldwäsche nichts zu tun.
- 6:26:44Die Linke nutzt die europäische Vorgabe
- 6:26:46als Grundlage, einen wohnungspolitisch
- 6:26:48Universalregister zu erstellen. Ich sehe
- 6:26:50das als Einbrecherverzeichnis, wo die
- 6:26:52Einbrecher vorher sehen können, wo es
- 6:26:54sich lohnt einzubrechen.
- 6:26:57Auch beim Datenzugang geht der Antrag
- 6:26:59deutlich weiter als die Vorgabe. Die
- 6:27:01Richtlinie sieht einen schnellen
- 6:27:04digitalen Zugang für die zuständigen
- 6:27:06Behörden sowie die Europäische
- 6:27:07Geldwäschebehörde Amler vor. Der Antrag
- 6:27:10möchte darüber hinaus einen Zugang unter
- 6:27:12anderem für Journalisten, Wissenschaft,
- 6:27:14Nichtregierungsorganisationen,
- 6:27:16Nachbarschaftsinitiativen und weitere
- 6:27:18Personen mit angeblich berechtigtem
- 6:27:20Interesse öffnen. Auch die von der linke
- 6:27:24vorgesehene Meldepflicht geht deutlich
- 6:27:26weiter. Die Richtlinie verlangt aktuelle
- 6:27:30zutreffende Daten. Das ist ja auch
- 6:27:31richtig so. Der Antrag soll Eigentümer
- 6:27:35hingegen verpflichten, Änderungen
- 6:27:36innerhalb von vier Wochen zu melden,
- 6:27:38umfangreiche zusätzliche Information zu
- 6:27:41übermitteln und historische Daten
- 6:27:43dauerhaft vorzuhalten. Wenn Sie also
- 6:27:45eine Trockenbauwand einziehen, müssen
- 6:27:48Sie das melden. Wenn Sie sie abbauen,
- 6:27:50müssen Sie es auch wieder melden.
- 6:27:52Dadurch entstünde erheblicer
- 6:27:54zusätzlicher Bürokratieaufwand.
- 6:27:56Eigentümer müssten laufend neue Daten
- 6:27:58melden. Behörden müssten diese Daten
- 6:28:00erfassen, müssten sie pflegen und auch
- 6:28:03kontrollieren. Gleichzeitig bleibt
- 6:28:05offen, welchen zusätzlichen Nutzen dies
- 6:28:08Bekämpfung von Geldwäsche tatsächlich
- 6:28:10bringen könnte.
- 6:28:12Die linke verwechselt Datensammlung mit
- 6:28:14Problemlösen. Unser Anspruch ist nicht
- 6:28:16möglichst viele Informationen zu
- 6:28:18erfassen, sondern Geldwäsche wirksam zu
- 6:28:20bekämpfen. Wer nur immer mehr Daten
- 6:28:23sammelt, bekämpft automatisch
- 6:28:25Geldwäsche. Deshalb setzen wir auf einen
- 6:28:27risikobasierten Ansatz. Wir brauchen die
- 6:28:29richtigen Informationen dort, wo sie für
- 6:28:32die konkreten Ermittlungen tatsächlich
- 6:28:34benötigt werden. Unser Ansatz lautet:
- 6:28:36Weniger Bürokratie, mehr Wirksamkeit.
- 6:28:41Wir setzen hier auf risikobasierte
- 6:28:43Kontrollen, gezielte Ermittlungen, einen
- 6:28:46effizienten Datenaustausch der
- 6:28:48zuständigen Behörden und konsequente
- 6:28:50Anwendung der bestehenden
- 6:28:52geldwäscherechtlichen Instrumente. Wir
- 6:28:54setzen europäisches Recht konsequent um,
- 6:28:57aber wir werden es nicht zum Anlass
- 6:28:59nehmen, neue Meldepflichten, neue
- 6:29:01Register mit einem uneingeschränkten
- 6:29:03Zugang für jeder Mann und neue
- 6:29:05Bürokratie weit über das erforderliche
- 6:29:07Maß hinaus aufzubauen. Deshalb lehnen
- 6:29:09wir den Antrag ab. Vielen Dank.
- 6:29:13Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 6:29:14ist Hanna Steinmüller für die Fraktion
- 6:29:17Bündnis 90 die Grün.
- 6:29:24Vielen Dank, Frau Präsidentin, liebe
- 6:29:26Kolleginnen und Kollegen, liebe
- 6:29:28Bürgerinnen und Bürger, die die noch da
- 6:29:30sind. Die Uhrzeit kann man sich
- 6:29:32erlauben, auch mal zu träumen. Wie sehe
- 6:29:35ein Wohnungsmarkt aus, der wirklich
- 6:29:37gerecht ist?
- 6:29:38wo die Miete eben nicht die Hälfte des
- 6:29:40Einkommens frisst, wo man keine Angst
- 6:29:42vor der nächsten Heizkostenabrechnung
- 6:29:44haben muss, wo Vermieter gleichzeitig so
- 6:29:46gut oder ausreichend verdienen, ohne
- 6:29:49abzuzocken,
- 6:29:50wo Gewinne von Immobilienkonzerne so
- 6:29:53beste werden wie alle anderen auch, wo
- 6:29:55sich die junge Familie den Traum vom
- 6:29:57Eigenheim einfach leisten kann. Die
- 6:30:00Realität, auch das muss man um die
- 6:30:01Uhrzeit klar sagen, ist eine ganz
- 6:30:03andere. Der Wohnungsmarkt ist voller
- 6:30:04Ungerechtigkeiten. Menschen haben
- 6:30:06Sorgen, sich ihre Wohnung nicht mehr
- 6:30:08leisten zu können. Anonyme Investoren
- 6:30:11machen Gewinne ohne Steuern zu zahlen.
- 6:30:13Und deswegen müssen wir heute
- 6:30:15hinschauen. Hinschauen, wo abgezockt
- 6:30:17wird, hinschauen, wo spekuliert wird,
- 6:30:19aber auch hinschauen, wo es richtig
- 6:30:21gemacht wird.
- 6:30:28Hinschauen, wo abgezockt wird, bedeutet
- 6:30:31sich vor allen Dingen die Situation von
- 6:30:33Mieterinnen und Pietern anzuschauen,
- 6:30:34denn sie sind die ersten, die unter den
- 6:30:36Ungerechtigkeiten des Wohnungsmarktes
- 6:30:38leisten. Schauen wir auf die
- 6:30:39Mietpreisbremse. Die Mietpreisbremse
- 6:30:42wurde eingeführt, um Mieterinnen und
- 6:30:43Mieter zu schützen. Die Realität ist,
- 6:30:45dass sie so viele Schluckflöcher hat,
- 6:30:47dass es sie maximal ein Fächerchen ist,
- 6:30:50um vor teuren Mieten zu schützen.
- 6:30:52Mobilierung, teure Vormiete, Sanierung.
- 6:30:55Es gibt lauter Ausnahmetatbestände, die
- 6:30:57Sie zu einem Schweizer Käse machen. Und
- 6:30:59zur Mietpreisbremse gehört auch, sie
- 6:31:01kann nicht schützen, wenn am Ende sie
- 6:31:03nicht genutzt wird, weil Mieterinnen und
- 6:31:04Mieter zurecht Sorge haben, dass wenn
- 6:31:06sie gegen Ihre Vermieter vorgehen, sie
- 6:31:08dann mit einer Eigenbedarfskündigung
- 6:31:10bestraft werden. Eigenbedarf, da ist die
- 6:31:13Angst oft berechtigt, selten leider der
- 6:31:15Eigenbedarf und auch das ist ein
- 6:31:17Problem. Wir haben eine sehr einfache
- 6:31:19Lösung. Man könnte den Eigenbedarf
- 6:31:21einfach einschränken auf die engen
- 6:31:23Familienmitglieder und gleichzeitig
- 6:31:25Familien und jünger äh ältere Menschen
- 6:31:27eindeutig schützen.
- 6:31:33Hinschauen, wo spekuliert wird, bedeutet
- 6:31:35auch zu schauen, wem gehören unsere
- 6:31:37Städte und wer verdient daran. Wer eine
- 6:31:40Wohnung möchte, legt alles offen. Das
- 6:31:43Gehalt, der Arbeitgeber, die Schufer.
- 6:31:45Wer auf der anderen Seite steht, muss
- 6:31:48oft nur Firmenname und die Briefkasten
- 6:31:50im Ausland angeben. Von daher ist
- 6:31:52Transparenz und deswegen bin ich froh,
- 6:31:54dass die Koalition bisschen was macht
- 6:31:55und die Linken haben da auch ein Punkt,
- 6:31:57die Voraussetzung für gerechte Steuer
- 6:31:59und Kontrolle und gleichzeitig müssen
- 6:32:01wir auch den Datenschutz
- 6:32:03beachten und das Datenschutz rechtlich
- 6:32:06sauber machen. Und ich habe Ihnen
- 6:32:08deswegen heute Abend paar Beispiele
- 6:32:09mitgebracht zum Hinschauen, wo
- 6:32:11spekuliert wird. Bei der
- 6:32:13Spekulationsgefrist Aktiengewinne werden
- 6:32:15immer besteuert. Wenn man eine Immobilie
- 6:32:17kauft, kann man die Gewinne nach 10
- 6:32:19Jahren steuerfrei weiterverkaufen. Das
- 6:32:22ist komplett willkür und ungerecht und
- 6:32:24es wären 6 Milliarden Euro im jedes
- 6:32:26Jahr, die wir sparen würden, mit denen
- 6:32:28wir etwas anderes machen könnten, wenn
- 6:32:29wir diese Gerechtigkeitslücke schließen.
- 6:32:35Das gleiche gilt bei den Share Deals.
- 6:32:37Als Familie, wenn man in Berlin eine
- 6:32:38Wohnung und ein Haus kauft, zahlt man
- 6:32:40schnell 30.000 1000 Grunderwerbssteuer.
- 6:32:42Wenn Konzerne das über eine Share
- 6:32:45Konstruktion machen, zahlen sie nichts.
- 6:32:46Das ist krass ungerecht und auch das
- 6:32:48würde uns eine Milliarde Euro Steuergeld
- 6:32:50jedes Jahr bringen.
- 6:32:53Von daher sagen wir relativ einfach, wir
- 6:32:55wollen gleiche Regeln für alle. Gewinne
- 6:32:57sollen gleich besteuert werden und wer
- 6:32:59im eigenen Zuhause wohnt, dass die gute
- 6:33:01Nachricht wäre davon gar nicht
- 6:33:02betroffen, denn das ist sowieso schon
- 6:33:03steuerfrei. Von daher, liebe Kolleginnen
- 6:33:06und Kollegen, nutzen wir es nutzen wir
- 6:33:08diesen 7 Milliarden Euro und lassen wir
- 6:33:09das nicht liegen und zum Schluss
- 6:33:11hinschauen, was gut gemacht wird. Es
- 6:33:13gibt ganz viele Beispiele von
- 6:33:14Genossenschaften, von kommunalen
- 6:33:16Wohnungsunternehmen, von kleinen
- 6:33:17Vermietern, die faire Mieten nehmen, die
- 6:33:19es gut machen. Aber gerade bei der neuen
- 6:33:21Wohngemeindigkeit müssen wir
- 6:33:23vorankommen. Wir wollen, dass es auch
- 6:33:24steuerlich unterstützt wird und
- 6:33:26Investitionszuschüsse gibt, wenn man
- 6:33:28faire Mieten anbietet, damit diese
- 6:33:30fairer Wohnungsmarkt wirklich Realität
- 6:33:32wird. 7 Milliarden Euro liegen auf der
- 6:33:34Straße, indem Sie nichts ändern. Wir
- 6:33:35wollen, dass es zu bezahlbaren Mieten
- 6:33:37kommt und lassen Sie uns nicht weiter
- 6:33:39die Augen vor diesen Ungerechtigkeiten
- 6:33:40verschließen, sondern hinschauen und
- 6:33:42handeln. Vielen Dank.
- 6:33:46Die nächste Rednerin in dieser Debatte
- 6:33:48ist für die Fraktion Die Linke, Isabelle
- 6:33:50Vanr.
- 6:33:58Frau Präsidentin,
- 6:34:00werrte Kolleginnen und Kollegen, wem
- 6:34:02gehören unsere Städte? Wem gehören die
- 6:34:05Häuser, in denen wir wohnen? Eigentlich
- 6:34:07ganz einfache Fragen, aber tatsächlich
- 6:34:10können sie viel zu viele Menschen nicht
- 6:34:12beantworten. Der Grund: unerreichbare
- 6:34:14Briefkastenfirmen mit Sitz und
- 6:34:16Steuerparadiesen, intransparente
- 6:34:18Gesellschaftsstrukturen und Personen,
- 6:34:20die erfolgreich ihre Identität und damit
- 6:34:23die Eigentumsverhältnisse verschleiern.
- 6:34:25Damit muss Schluss sein. Nicht nur
- 6:34:28Mieterinnen,
- 6:34:30nicht nur Mieterinnen müssen wissen, wem
- 6:34:32das Haus gehört, in dem sie wohnen. Auch
- 6:34:33die Städte, die Bezirksämter, ja, auch
- 6:34:36die Nachbarschaften brauchen dieses
- 6:34:37Wissen, um gegen Zerfall oder aber gegen
- 6:34:41Wucham vorzugehen. Kurz, wir brauchen
- 6:34:44Transparenz über die
- 6:34:45Eigentumsverhältnisse als Voraussetzung
- 6:34:48für eine wirkungsvolle Wohnungspolitik.
- 6:34:51Und es gibt noch einen Grund, warum wir
- 6:34:54ein besseres Transparenzregister
- 6:34:56brauchen. Transparenz schützt vor
- 6:34:58Mietsteigerung durch Geldwäsche. Mafiain
- 6:35:01danke schätzt, dass 15 bis 30% aller
- 6:35:05kriminell generierten Vermögenswerte im
- 6:35:08deutschen Immobiliensektor landen. Das
- 6:35:10macht jährlich 30 Milliarden Euro aus
- 6:35:13und deswegen ist es Zeit für ein
- 6:35:15wirkungsvolles
- 6:35:16Immobilientransparenzregister.
- 6:35:19Doch Transparenz, Transparenz allein
- 6:35:22wird die Mieterinnen und Mieter, die
- 6:35:23unter Mieterhöhung ächzen und kaum noch
- 6:35:25eine bezahlbare Wohnung finden, nicht
- 6:35:27entlassen entlasten. Was wir brauchen
- 6:35:30ist eine Mietenpolitik, die die
- 6:35:31Bedürfnisse der Menschen in den
- 6:35:33Mittelpunkt stellt und den Wohnraum
- 6:35:35statt die Profite Wohnungskonzerne
- 6:35:37sichert. Wir finden, es muss all jenen
- 6:35:40einen Riegel vorgeschoben werden, die
- 6:35:42nicht die Versorgung der Menschen mit
- 6:35:43leistbarem Wohnraum zum Ziel haben,
- 6:35:45sondern versuchen, so viel Geld wie
- 6:35:47möglich aus hart erarbeiteten Einkommen
- 6:35:49der Mieterin an sich selbst
- 6:35:50umzuverteilen. Meine Kollegin Karin Lei
- 6:35:53hat errechnet, dass Vonovia 2025 im
- 6:35:55Durchschnitt pro Wohnung und Monat 166
- 6:36:00€ an ihre Aktionäre ausgeschüttet hat.
- 6:36:04166 € den die den Mieterinnen im Alltag
- 6:36:07fehlten und die auch nicht um mal mit
- 6:36:10der Meer zu brechen für Instandsetzungen
- 6:36:12oder gar neuen Wohnungsbaum zur
- 6:36:13Verfügung gestellt wurden. Das ist doch
- 6:36:15der eigentliche Skandal. Wo bleibt da
- 6:36:18ihr Aufstrei? Wie können Sie mehr Angst
- 6:36:21vor der Umsetzung eines Volksentscheids
- 6:36:23haben, als dafür zu sorgen, dass solche
- 6:36:25skandalösen Geschäftspraktiken endlich
- 6:36:27beendet werden? Konzerne, Fonds,
- 6:36:29Aktienunternehmen, die sich nur
- 6:36:31bereichern wollen, habe nichts auf dem
- 6:36:33Wohnungsmarkt verloren und Private
- 6:36:35Equity Firmen müssen endlich stärker
- 6:36:37reguliert werden. Mit unseren beiden
- 6:36:39Anträgen vermiesen wir den Mietilen und
- 6:36:41der organisierten Kriminalität das
- 6:36:42Geschäft, damit Menschen sich ihre Miete
- 6:36:45wieder leisten können. Stimmen Sie mit
- 6:36:47uns gegen kriminale kriminelles Kapital
- 6:36:49sowie Mietie und für unsere beiden
- 6:36:51Anträge.
- 6:36:55Der nächste Redner in dieser Debatte ist
- 6:36:57Dr. Florian Dorn für die Unionsfraktion.
- 6:37:13Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 6:37:15geehrte Kolleginnen und Kollegen, ja,
- 6:37:17zur Bekämpfung von Geldwäsche müssen
- 6:37:20unsere Behörden wissen können, wem eine
- 6:37:22Immobilie tatsächlich gehört, wer
- 6:37:24wirtschaftlich hinter einer Gesellschaft
- 6:37:26steht und wohin verdächtige Geldströme
- 6:37:28fließen. Und genau daran arbeitet ja
- 6:37:30auch unsere Koalition mit einem
- 6:37:32Aktionsplan gegen organisierte
- 6:37:34Kriminalität Stärken wir Zoll und BKA.
- 6:37:36verbessern den Informationsaustausch,
- 6:37:39bauen die automatisierte Datenanalyse
- 6:37:41aus und schaffen Strukturen für
- 6:37:44Geldwäsche und Finanzermittlungen. Und
- 6:37:46mit dem Zoll Finanzgerechtigkeitsgesetz
- 6:37:48hat das Kabinett auch weitere Analyse
- 6:37:51und Ermittlungsbefugnisse auf den Weg
- 6:37:52gebracht. Und selbstverständlich
- 6:37:54werden wir auch das europäische Recht
- 6:37:56umsetzen. Bis Sommer 2029
- 6:37:59für Deutschland eine zentrale
- 6:38:01Zugangsstelle für Immobiliend schaffen.
- 6:38:03Behörden sollen dort digital auf
- 6:38:06Eigentümer, Kaufpreise und
- 6:38:07Transaktionshistorien zugreifen können.
- 6:38:10So können verdächtige
- 6:38:11Eigentumsstrukturen
- 6:38:13und Geldflüsse schneller nachvollzogen
- 6:38:15werden. Das ist, meine Damen und Herren,
- 6:38:16ziehgerichterte Geldwäschebekämpfung.
- 6:38:20Europäisches Recht setzen wir um, aber
- 6:38:21wir brauchen nicht
- 6:38:24neue Parallelstrukturen und zusätzliche
- 6:38:26Bürokratie. Die Aufgabe muss doch sein,
- 6:38:27bestehende Daten und Register
- 6:38:29intelligenter miteinander zu verknüpfen.
- 6:38:31Digitalisierung, meine Damen und Herren,
- 6:38:33muss bedeuten, der Staat organisiert
- 6:38:35seine vorhandenen Daten besser, statt
- 6:38:37Bürger und Unternehmen immer mit neuer
- 6:38:39und mehr Bürokratie zu belasten. Genau
- 6:38:41hier, meine Damen und Herren,
- 6:38:44schlägt die Linke den völlig falschen
- 6:38:46Weg ein, denn sie wollen eben nicht nur
- 6:38:48wissen, wem eine Immobilie gehört. Sie
- 6:38:49wollen Nettokaltmieten erfassen. Sie
- 6:38:50wollen Mietverträge und alle
- 6:38:52Vertragsänderungen erfassen. Sie wollen
- 6:38:54Zimmerzahlen, Lehrstände,
- 6:38:55Energieeffizienz und Sozialbindungen
- 6:38:57erfassen und Eigentümer sollen am besten
- 6:38:59das auch noch Änderungen innerhalb immer
- 6:39:01weniger Wochen melden. Das schafft doch
- 6:39:03keine doch gerade für die privaten
- 6:39:06Kleinvermieter erheblichen zusätzlichen
- 6:39:08Bürokratieaufwand. Mehr Nutzen für die
- 6:39:10Geldwäschebämpfung, meine Damen und
- 6:39:11Herren, hat man damit aber nicht. Jeder,
- 6:39:14der die Linke wählt, der sollte deswegen
- 6:39:16ganz klar fragen, wo ändert hier
- 6:39:18tatsächlich zielgerichtete Transparenz
- 6:39:21und wo beginnt Überwachung und wo
- 6:39:24beginnt Eingriff ins private Eigentum?
- 6:39:26Und das betone ich so deutlich, weil
- 6:39:28heute noch eben der zweite Antrag
- 6:39:29vorliegt. Sie wollen nicht nur jeden
- 6:39:31kleinen Immobilienbesitzer überwachen,
- 6:39:33sondern den Marktzugang von
- 6:39:35Immobilienunternehmen
- 6:39:36beschränken. Ab 51 Wohnungen soll
- 6:39:39plötzlich ein Genehmigungsvorbehalt
- 6:39:41gelten. Warum soll ein Vermieter mit 49
- 6:39:43Wohnungen grundsätzlich anders behandelt
- 6:39:44werden? Wer soll dann eigentlich noch
- 6:39:46die Gebäude mit mehr Wohnungen bauen
- 6:39:49wollen? und Börsenunter Börsen notierte
- 6:39:52Unternehmen wollen sie sogar die
- 6:39:54gewerbliche Vermietung grundsätzlich
- 6:39:56versagen. Unternehmen, die die
- 6:39:58Voraussetzungen nicht erfüllen, sollen
- 6:40:00dann ihre Bestandsimmobilien sogar nach
- 6:40:03einer Übergangsfrist verkaufen können.
- 6:40:05Und hier ist ein kompletter Widerspruch
- 6:40:08in sich, nämlich sie gaukeln hier zwar
- 6:40:10mehr Transparenz vor und wollen auf der
- 6:40:12anderen Seite geraden gerade
- 6:40:13börsnotierte Unternehmen vom Markt
- 6:40:15ausschließen, die ja gerade bereits
- 6:40:17heute zusätzlich gesetzliche
- 6:40:20Veröffentlichungs und
- 6:40:21Berichtspflichtentransparenz
- 6:40:23Beteiligungstransparenzpflichten
- 6:40:25unterliegen. Und meine Damen und Herren,
- 6:40:27das verückteste ist ja, sie schaffen
- 6:40:28damit doch keine einzige zusätzliche
- 6:40:31Wohnung. Im Gegenteil, es steckt doch
- 6:40:33jeden Investor ab. neues Wohnangebot zu
- 6:40:36schaffen. Das steckt jeden ab privates
- 6:40:38Eigentum zu investieren. Wem ist damit
- 6:40:40geholfen? Niemanden und vor allem nicht
- 6:40:43den Mieterinnen und Mietern. Vor allem
- 6:40:45nicht denen. Denn was bringt Ihnen eine
- 6:40:46weitere Regulierung, wenn am Ende
- 6:40:48weniger neue Wohnungen entstehen? Gerade
- 6:40:50große Kapitalgesellschaften sind es
- 6:40:52doch, die über den Kapital macht gerade
- 6:40:55erhebliche Mittel auch für Neubau und
- 6:40:57Sanierung großer Wohnkomplexe
- 6:41:00mobilisieren können. Meine Damen und
- 6:41:01Herren, bauen und mehr Angebotschaft,
- 6:41:02mehr Wohnraum und bezahlbares Mieten.
- 6:41:04Die Linke erreicht mit ihrer Politik
- 6:41:05genau das Gegenteil. Am Ende trifft das
- 6:41:08die Menschen, die heute schon
- 6:41:09verzweifelt nach einer bezahlbaren
- 6:41:11Wohnung suchen, eine Familie, die eine
- 6:41:13größere Wohnung braucht, junge Menschen,
- 6:41:15die in die Stadt kommen, vielleicht zum
- 6:41:16Studium und alle, die in unsicher in
- 6:41:18unseren Ballungsräumen noch etwas
- 6:41:20bezahlbares finden wollen.
- 6:41:24Die Lenke plant Genehmigungsentzug und
- 6:41:26Veräußerungspflichten, das heißt
- 6:41:28übersetzt auch Enteignungen. In seiner
- 6:41:30Begründung spricht der Antrag nämlich
- 6:41:31ausdrücklich von Vergesellschaftung
- 6:41:33großer Wohnungsbestände. Das Beispiel
- 6:41:35Berlin zeigt ja den ganzen Wahnsinn. Sie
- 6:41:38wollen lieber Milliarden Steuergelder
- 6:41:40oder vielleicht Gelder aus dem Finanz
- 6:41:42Länderfinanzausgleich nutzen, um 200.000
- 6:41:45Wohnungen zu enteignen und auszuzahlen,
- 6:41:47die heute schon existieren, statt mit
- 6:41:49diesem gleichen Geld lieber neue und
- 6:41:52sozialverträgliche Wohnungen selbst zu
- 6:41:53bauen. Mit ihrer Politik schaffen sie
- 6:41:55keine neuen Wohnungen, die dem Menschen
- 6:41:58hilft. Meine Damen und Herren, das ist
- 6:42:00die Linke. Wir sehen hier, das sind
- 6:42:02sehr, sehr viele ideologische
- 6:42:03Enteignungsfantasien
- 6:42:05und ein ideologischer Kampf gegen
- 6:42:07privates Eigentum und private
- 6:42:09Unternehmen drin. Die Anträge sind zum
- 6:42:11Wohle der Menschen abzulehnen. Vielen
- 6:42:13Dank.
- 6:42:18Der letzte Redner in dieser Debatte ist
- 6:42:20für die AfD Fraktion Reiner Groß.
- 6:42:33Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr
- 6:42:35geehrte Damen und Herren, wer in
- 6:42:37Deutschland heute eine Mietwohnung in
- 6:42:39einem Ballungsraum sucht, sucht
- 6:42:41vielleicht länger und findet vielleicht
- 6:42:43nicht das, was er möchte, zu dem Preis,
- 6:42:45den er zahlen will, oder er hat eine und
- 6:42:49sorgt sich, ob er sie noch zahlen kann,
- 6:42:51wenn er wie Hunderttausende vor ihm in
- 6:42:53Zeiten der von der EU verord ordneten
- 6:42:55und von der Bundesregierung geförderten
- 6:42:58linksgrünen Deindustrialisierung seinen
- 6:43:01Arbeitsplatz verliert.
- 6:43:04Und mit diesen Sorgen der Menschen kocht
- 6:43:06die Linke ihr übles rotes Süppchen.
- 6:43:12Marktzugangsbeschränkung und Enteignung.
- 6:43:14Ein Universalregister, das Mietverträge
- 6:43:17und Vermieterdaten und dem
- 6:43:19deckmännlichen Geldwäschebämpfung
- 6:43:20ausforschen soll. Verbieten,
- 6:43:22Verdächtigen und ausschnüffeln. Diese
- 6:43:25Angaben leisten keinen Beitrag zur
- 6:43:27Geldwäschebämpfung.
- 6:43:28Fragen Sie doch mal Herrn Remo, wie
- 6:43:31Geldwäsche mit Immobilien geht. Da haben
- 6:43:33Sie ja einen guten Draht.
- 6:43:36Gegen Geldwäsche der organisierten
- 6:43:37Kriminalität helfen nur Ermittlungen der
- 6:43:40Vortaten. Der nächste Geisterbahn
- 6:43:42Vorschlag: Genehmungspflicht für den
- 6:43:43Erwerb von Wohnungsbeständen und
- 6:43:45Unternehmen. Angebliche
- 6:43:47Gewinnmaximierung von angeblich gierigen
- 6:43:50Investoren, welche Mieter auspressen.
- 6:43:52Alles sozialistische Mottenkiste. Pure
- 6:43:55Propaganda. Wie sieht die Realität aus?
- 6:43:59Wir haben es bereits gehört. Der Kollege
- 6:44:00hat's eben Ihnen auch noch mal gesagt.
- 6:44:03Es gibt viel zu wenig Neubu. Wohnraum
- 6:44:05entsteht durch Bauen, nicht durch
- 6:44:07Bürokratie. Von 2020 306 000 Neubauten
- 6:44:11auf 2025 206 000, also 100.000 weniger
- 6:44:15ist der Neubau eingebrochen. Auch der
- 6:44:17vollmundig eingesetzte Bautur der
- 6:44:19Bundesregierung hat daran nichts äh
- 6:44:21geändert. Beuten nun
- 6:44:23Wohninvestorenmieter aus und verdienen
- 6:44:26zu viel auch falsch. Tatsächlich stehen
- 6:44:28die Renditen unter Druck und deshalb
- 6:44:30wird weniger gebaut. Lord statistischen
- 6:44:31Bundesamt steigen die Kauf stiegen die
- 6:44:34Kaufpreise für Wohnimmobilien von 2014
- 6:44:37bis 2024 um über 55% während die
- 6:44:40Nettokaltmieten nur um 17 % zulegten.
- 6:44:43Mit der Zinswende wurden aus 2,5%
- 6:44:46Nettorendite bei einem Bauzins von 1%,
- 6:44:49also in einer positiven Zinsmarche
- 6:44:51bei Zinsen von 3ieinhalb bis 4% nach der
- 6:44:54Wende schlagartig negative Renditen
- 6:44:57zuzüglich der Explosion der Baukosten.
- 6:44:59ein Wer Gesellschaft Vergesellschaftung
- 6:45:02androht, verscheucht jeden seriösen
- 6:45:04Investor aus diesem Land und die Mieter
- 6:45:06zahlen die Zeche in Form von noch
- 6:45:08weniger neuem Wohnraum.
- 6:45:11Dazu sagen wir nein. Hohe Mieten in
- 6:45:15Deutschland sind kein Marktversagen,
- 6:45:17sondern ein Staatsversagen. Es ist die
- 6:45:19Politik selber, die dafür verantwortlich
- 6:45:21ist. Wer jetzt mit Enteignungsfantasien
- 6:45:23und Generalregistern
- 6:45:25reagiert, kursiert kuriert nicht die
- 6:45:27Ursache, sondern bekämpft das Symptom
- 6:45:30mit Methoden, die die Krankheit
- 6:45:31verschlimmern.
- 6:45:34Meine Damen und Herren, mit diesen
- 6:45:35Anträgen zeigt die Linke einmal mehr.
- 6:45:37Sie sind Extremisten, die mit unlauteren
- 6:45:39Mitteln sozialistische Systemveränderung
- 6:45:41verfolgen. Mehr Bauern bringt niedrigere
- 6:45:43Mieten. Wer weniger Geldwäsche will,
- 6:45:45muss die Vortaten aufklären. So einfach
- 6:45:48ist das. ganz ohne Enteignung und
- 6:45:51Totalregister. Vielen Dank.
- 6:45:58So, damit schließe ich jetzt diese
- 6:46:00Debatte und wir kommen jetzt zur
- 6:46:02Abstimmung über die Beschlussempfehlung
- 6:46:04des Finanzausschusses zu dem Antrag der
- 6:46:06Fraktion Die Linke mit dem Titel
- 6:46:08Immobilientransparenzregister
- 6:46:10einrichten, Geldwäsche bekämpfen,
- 6:46:11Transparenz über Eigentumsverhältnisse
- 6:46:13am Wohnungsmarkt herstellen. Der
- 6:46:15Ausschuss empfiehlt in seiner
- 6:46:16Beschlussempfehlung auf der Drucksache
- 6:46:177039
- 6:46:19den Antrag der Fraktion Die Linke auf
- 6:46:21der Drucksache 6566
- 6:46:24abzulehnen. Wer stimmt für diese
- 6:46:25Beschlussempfehlung?
- 6:46:27Die Unionsfraktion AfD Fraktion Fraktion
- 6:46:30der SPD. Wer stimmt dagegen? Das ist die
- 6:46:32Fraktion Die Linke. Wer enthält sich?
- 6:46:34Das ist die Fraktion Bündnis 90, die
- 6:46:37Grünen. Wir kommen jetzt zur Abstimmung
- 6:46:40über die Beschlussempfehlung des
- 6:46:41Finanzausschusses zum Antrag der
- 6:46:42Fraktion Die Linke mit dem Titel keine
- 6:46:44Spekulation mit Wohnraum, Marktzugang
- 6:46:47von Immobilienunternehmen einschränken,
- 6:46:49Mieterinnen und Mieter schützen. Der
- 6:46:51Ausschuss empfiehlt in seiner
- 6:46:52Beschlussempfehlung auf der Drucksache
- 6:46:546732
- 6:46:56den Antrag der Fraktion die Linke auf
- 6:46:58der Drucksache 620
- 6:47:01abzulehen. Wer stimmt für diese
- 6:47:03Beschlussempfehlung? ist die AfD
- 6:47:04Fraktion, die Unionsfraktion,
- 6:47:06die SPD Fraktion, dachte ich mir. Wer
- 6:47:10stimmt dagegen? Die Fraktion Die Linke,
- 6:47:13wer enthält sich? Bündnis 90 die Grünen.
- 6:47:15Damit ist die Beschlussempfehlung
- 6:47:17angenommen. So genauso wie die
- 6:47:18Beschlussempfehlung vorher. So, wir sind
- 6:47:21damit am Schluss unserer heutigen
- 6:47:22Tagesordnung. Ich berufe die nächste
- 6:47:24Sitzung des deutschen Bundestages ein
- 6:47:26auf morgen Donnerstag, den 24. September
- 6:47:292026, 9 Uhr. Die Sitzung ist
- 6:47:31geschlossen. Einen schönen Abend noch.
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